Freitag 21>. Vkärz 1901 Nr. 75 Zweites Blatt IkUfHee, Expedition und •**es Muipfes feststellen könnte. Bei H a a r t e b e e st ontein, wo am 22. ein OK f echt stattsand, bae- niöglicher- ienlralt ter 6lnbt AÜuit. au Rtlbungtn an M( IjmiHiM ■^^1» %ottl isfe s S** ’ „Oll«8”1 lSÄ über. Hervorragende Pariser Zettfungen nehmen keinen Aw stand, offen zu erklären, das Liebäugeln des Minister Präsidenten ^janardelli mit Frankreich habe nur den Zwfch „in Deutschland eine Erpressung zu versuchen." Nun, Gras Bülow hat ja Herrn Zanarbelli und dessen Anhang durch die, gesteru vou uns wiedergegebelu' Auslassung der „Nordd. Allg. Ztg." prächtig ab fallen lassen. Die Zustände in Italien sind auch keineslvegs geeignet, eine übertrieben hohe Bewertung der italicniscln'u Bnndesgenossenschast zu recht fertigen. Das kann sich der alte Politiker Zanarbelli nn möglich verhehlen. Aber er ließ es auf einen Versuch an lummen. Und die Frmizvfcu sind, wie er jetzt mit Be stürzung erkennen mag, nicht gerade erbaut davon, daß er sich bei diesem Versuche ihrer bedienen will. Das Ende vom Liede wirb fein, daß sich bas Mabinetl Zanarbelli bei seinem Debüt auf dem (Gebiete ber hohen Politik zwischen iwci Stühle setzt. Das für die Toulon er Tage vorgescl-ene Festprogramm. Prunkmahl, Galatheater, venezianisches Nachtfest des Geschwaders nflo. ist ja glänzend aber um so peinlicher ist die Ernüchterung, wenn das Feuerwerk ver pufft sein wird. Mit der Frage der Zulassung der Real schul Abiturienten z u m medizinischen Studium haben sich die zuständigen Ausschüsse des Bundesrats in letzter Zeit wieoerholt beschäftigt, find jedoch, nach der „Rhein.-Wests. Ztg", zu einer endgiltigen Entscl)eibung noch nicht gelangt, da die Meinungen hierüber zu weit ausein ander gingen. Das genannte Blatt schreibt hierzu: „Die Eingaben der Berliner Mediziniscl)en OKsellsä-ast, des Ausschusses der preußisciien Aerztekanunern und anderer ärztliclzer Vereine, auch Süddeutschlands, die sich nachdrücklich gegen die einseitige Zulassung von Realschul ^(bitnrienten gerade zum Studium der M e d i z i n aus gesprochen haben, sind nicht ohne tieferen Eindruck auf die Mitglieder des Buudesrates geblieben. Insbesondere hat der von den Medizinern geltend gemachte Gesichtspunkt Beachtung gefunden, daß man die Mediziner in dieser Hinsicht nicht anders behandeln dürfe, als die Iu r i st e n und Theologen. Will man von der Notwendig feit einer humanistischen Ghmnasialvorbildung für die Universitätsstudien absehen, bann soll man dies allgemein thun, aber nicht einseitig ein Fach hercmsgreifeu, wätyrenb doch ein Unterschied zwischen Juristen und Medizinern iu dieser Hinsicht nicht erkennbar ist Auch diejenigen medizinischen Autoritäten, die grundsätzlich für eine humanistische Gymnasialvorbildung noch immer eintreten, würden sich mit der Zulassung von Realschul-AbiturienKm abfinien, wenn sie nur nicht einseitig für die Medizin, Id«, stltdia eknccht bn und iür to« (uten pn allM iranliurteckr. Ul. sh. Landes-Jim- Hlallon flohhdau )foit mehttn rftdkn -soM.StM- tit Station und tleibiinfluSM Wtx WM non M. W-to \WW en tooM sud unter itS ieumunbiitufl1 on Öeuitnifltn |eü« stellen und eMM bei unUrieitntm ÄmÄ 5S. 0 M, im Jipeiim bei freier 6W esLande-hoSpiM. irter statt» Volitische Tagesschau. Die Stimmung der preußischen Regierung tti oFenbar nichts üu'niger als rosig. Das ungewisse Schicksal der .Van al v o r l a g e liegt wie ein Alb auf den Gemütern. Mit einiger Beklommenheit werden iiuvbcfouberc Herr v Miquel und Herr v. Thielen des Zeitpunktes harren, da sie Win Bortrage über den Stand der Dinge aufgeforbei-t werden. Welche Aussichten können die Minister bein Kaiser eröffnen, ber bic Envartnng auf das Zustandekonunen des Werkes in so bestimmter Weise ans^sprociLn hat, daß ein Mißlingen schoerlich ohne Folgen bleiben würde auf die Laufbahn der leitenden Männer? Welcl>c andere Antwort ist auf bic Frage nach der niutmassticlbcn Ciitsänttbiing zu geben, als die, daß aller Wahrfclwinlichkeit nach das End ergebnis sowohl in Bezug auf den Do r ttn n n d-R h e i n la n a l wie den Mittellandkanal ein negatives sein wirb? Wer die führenden konservativen Zeitungen liest, mnß wahrnehmen, vast bic Kanal-Opposition, weit entfernt davon, abznflauen, immer stärker wirb, daß der OKdanke, neue Güterbahnen statt der stanäle zu bauen, allen Gegenvorstellungen zum Trr>tz, mit wachsender Entschiedenheit verfochten wirb. Die Billigung ber Lippe-Linie an Stelle der Emscher-Linie für bcn Dortinuud Rheinkanal durch die Konservativen ist nichts als ein taktischer Zug, darauf berechnet, nachher dem „Eigensinn "der Regierung die Schuld» an dem Scheitern der Vorlage aufzubürden Jedermann weift, das; selbst, Wenn die Regierung wollte, ein verändertes Projekt mit ber Lippe-Linie als Grundlage längere Zeit zur Fertig stellung beanspruchen würde. Und wenn es glücklich voll en bet wäre nun, dann würde zweifelsohne ein neuer EiMvänd gefunden und erhoben werden. Herr v. Miqnel legt sich mit einem rührenden Eifer ins Zeug für die Kanäle, Herr v. Thielen beherrscht bic Materie in einer Weise, die nur durch einen enormen Fleiß, und förmliche Begeisterung für bic Sache erzielt wirb, unb ber Landwirt schaftsminister Frhr. v. Hammerstein schreckt nicht davor zurück, sich nm allen Kredit bei oen Agrariern zu bringen durch wärmfte Empfehlung der Kanäle. Schabe um den grossen Aufwand Arn meisten aber bürste Herr v. Miquel beit Unmut an Ijoljer Stelle zu besorgen haben. Denn Dr. Miquel war es, ber feiner Zeit nach dein Fall ber Kanal Vorlage im Kronrat von „drastischen Maßregeln", vou der Auflösung des Abgeordnetenhauses, abriet und die Meinung nerfodyt, mit Güte werde die Regierung weiter kommen und bas nächste Mal auf der ganzen Linie siegen. Herr v. Miqnel hat sich arg verrechnet: auch darin, daß die Beamten- Maßregelungen eine „heilsame Lehre" sein würden. „Aeutzerst höflich, aber kalt" stehen einflußreiche politische Kreise F r a u k r e i ch s der „H n l d i g n u g s f a h r t" italienischer Kr i e g s s ch i s f e nach Toulon gegen - folgende Aufforderung erlassen: „Vom englischen KommanZ „t-wu worben bauten fdj yMnsche, Die auf bic dringende Ratsam keil einer sofortigen Uebergabe aufmerksam zu niachn. Wenn« DflltldlEfi NtllU. Sie freiwillig jetzt sich übergeben, so werden Sie mit Milde! “ 1 “ behandelt und wahrscheinlich nicht (außer Landes) trans- Berlin, 27. März. Zur gestrigen Abendtafel beim portiert, unb am Ende des Striegel wirb Ihnen gestattet!Kaiserpaar waren keine Einladungen ergangen freute werben, zu Ihrer Fran unb Farm zurückzukehren. Ich morgen unternal)in der Kaiser eine Spazierfahrt mit teile Ihnen warnend mit, daß, wenn Sie sich nicht über ! einem daran anschließenden Spaziergang im Park von geben, Ihre Farm niedergebrannt und Ihr ViehlSckstoft Bellevue und hörte darauf im Auswärtigen VHiit vmcd)aib 14 Tagen weg genommen werden wird"! den Vortrag des Reici)skanzlers Grasen v. Bülow. Von (Unterschrift des Kommandanten.) — Der Korrespondent 110 Uhr ab Hörle der Monarch im königl - '^oft , führt dann als Beispiel einen Fall an, Wo eine Älnfsorder l träge des Regierungsprasibenicn v .lagow und des M ung, Wie die obige, bcn Frauen im Felde stellender BurenidcS Zivllkabinetts Wirkt Geh. Rai Dr, b. tucainw » zugesaudt wurde, das Vieh aber fd)ou loeggelricben warb,!Ifeutigen Frühstückstafel ivarcn geladen Wirrt. /• »* sondern insbesondere mich für die Jurisprudenz gewährt! würde. Dieser Wunsch silwint in Bundesratskreisen als nicht nnberectstigt anerkannt toordc'n zu sein, worauf wohl die Verzögerung btn- Entsclxibung znrückzuführen fein dürste." Engländer nnb lieber die Niederlage Delarevs, die sich nach den aescl^'iteNen Frieden-verhandlungen doch« allzu geii»agt eingestellt l>at, als daß man sie so ganz gutgläubig hin- nehmen könnte, sei nach dem genauen Wortlaut ber Kit- Die Gesandten beraten in Peking u. a. gegenwärtig üln’r die innere Ordnung iu dem zukünftigen Gesandt . schaftsviertel. Nach dm bisherigen Naänichlen ist weise mit jenem identisch ist, haben die Engländer denIbcabfidytiat, das ganze Viertel mit Befestigungsanlagen zu Verlustlisten zufolge erhebliche Verluste gehabt: es „iiigeben. Es würde also eine Festung innerhalb ieleu nämlich 2 Offiziere und 3 Mann (einschließlich ber! P e k i n g s entstehen Au Scl>assung vou freiem Sclmftfeld au Wunden gestorbenen) 3 Offiziere unb 19 Manu wurden ^„ßcrhalb der Wälle dieser Fcstmug mußte sclbswerstäublich verwundet, 1 Manu wird vermißt. Beteiligt waren Dor mifb ^den. Das glanze stellt sich dann als eine allein die 1. Imperial Light Horse, die besonders ftarn ,Uh.|te verbotene Stadt" bar, in die Chinesen nur unter litten, und bic 69. Kompagnie der Imperial Mvmanri). besonderen Voraussetzungen Zutritt haben können. Die Aus- Seit einiger Zeit veröffentlicht das englische Kriegs It>ei)iiung dieser Stadt, m der die HKsandtschäften vou mehr miniftcrium die Listen über die in Südafrika eols zehn Mächten und die Kaserne der Schutztruppeu liegen litten en Kriegsverluste nur noch monatlich und tu würden wirb so groß sein, daß eine eiiropäisclw Kleinstadt einer Form, die einer rascln'u Hebersicht nicht forderlich ihr Raum fände Die Gesuche vou fremden Kaufleuten ist. Bor allen Dingen fehlt darin - seit Jahresfrist etwa Anstalten, in den Bereich der HKsandteustadl einbe die Ausführung der Verwundeten, sofern diese nicht ^n z»! Wc-rden, fanden unter diesen Umstänku-n keine Be übers Meer hcimgesaudt worden sind. Nenerdings werbenDie Beratungen der Gesandten, wie inner dann auch unter dem thatsäclüichen Verlust die als verwundet , ' Stadt die Polizei ausznüben sein wird, haben und krank Heimgeschassten nicht mehr ausgenommen, sofern ' ui(^ u eincm (5Vacbni« geführt. Sie haben sogar, Wie sie nicht daheim gestorben sind ober wegen cingetrctener fd i|ü bcj eininen Gesandten Zlveifel an der Zweck Dicnstunbrauchbarkeit haben entlassen werden müssen. Als 'gkeit des ganzen Plaues entstehe., lassen. Es wirb thatsachllcher Verlust Werden nun in der mit bem . ;1 b f die Anlage einer solchen Jrstnug in her Näho 28. Februar d ^ abschließenden Ausstellung gerechnet (die [ ^js^lichen Paläste bem Hose die Rückkehr nach Peking cingcNamnierteu Zahlen bedeuten die in der Hauptzahl mit . ' ’ daß die einlyeitliWc Ausübung ber Polizei enthaltene 3al)l ber Cffijterek 1'1801 (664 lete in 611b Ä 6frdten"»erbe, unb b"fi fdMM Ä'ben°? unb’ ff® al^knfhmta(i0Hd, tSiitlafR b«*»« ^'buten kuum angebulttu könnten bn» b u l S t e?. leben irt u a ünen wie' W ® aefälle,. meiere (Mclm.ble Gc Mgter.mMn - - NM» 3824 (339), an den Wunden nachträglich gestorben §58 (8). die Frage der VesesZgung 'd de '' Mit andern Worten: ans den Gesechtsverlust kommen 38,19 Wägen. Ex s^Kint, als ol l I g iH.Hll.rn>nr Prozent, auf den ürankheitsverluft 61,81 Prozent. Vor diplomatischen »orps emc gewisse MMÜMt M b^nnrkdar Jahresfrist war das Verhältnis grabe umgekehrt. Zu der wacht, die duich die ^augsaiuk,it d.i A s angegebenen Zahl der Gefangene» oder Vermißteu ist zu ^"rchführung bei1 ncmeinfi zweiten Male die Fuhrt nach Südafrika angetreten, ein santen verlangt, daß die Chinesin sich n it bin oo» dritter Teil ist den daheim ft elfen bcn Truppenteilen über- verschulbcteu Thatsachru aussöhniN, d^dse^oltLeifrage Wiesen, ein vierter befindet sich noch in ärztlicher Behänd geregelt wird und daß die fremdiU ^'tzwoch< '» W hing und ein letzter ist nach Ablaus der eingegangenenHonbcr» strenger Manneszucht erhalten werden. ?!is>rdeM Dienstverpflichtung entlassen worden (Yeomen, Bolunteers), wäre eS dem Anselg-u der Fremden in“ n J , Rechnet man nun die Zahl der „Invaliden" zu bcn Toten als vorteilhaft, wenn bei Farbe der Entsch ß ü und (ikfangenen, so ergiebt sich ein Gesanitverlust von des OKdankeus Blässe aiigekränkelt imlrde lind L - 56 958 (2444) Köpfen. Hierzu würde noch die Zahl ber in hingen voll Mark und Nachdruck so der Handlung Namen Südafrika verbliebenen Verwundeten (ganz leichte nnd ganz! verlieren würden. ... . schwere Fälle) und Kranken kommen, worüber es an Au I Wie Reuter erfährt, äeschrankte sich das g )i gaben mangelt. WalberfeeS hinsichtlich des stri tigen Vaiihöin Die P e st gewinnt laut Nachrichten aus .Kapstadt einen I T ientfin auf die militärische Seite der lug leg .. ernsteren Charakter. Der auf die Europäer entfallende Pro I Nachdem die militärifchen \.öad>eii beiberhtu z 11 A fl zentsatz ber Erkrankungen an Pekt wächst. In SimonStown! sind, wird die 9iechtssrage von den ziistanbigin po war ein Soldat des Regiments Königin unter verdäclstigen I geprüft Tic Funktionen Waldersees erftrem n । i) r Erscheinungen erkrankt Jetzt ist bei ihm Pest festgestellt.I nicht Eine endgiltige Entscheidiiug dürfle voriauttg n worden. Ebenso sind ein Soldat des erfh*n iriscw'n Regi-!getrosfen werden, da Rechtsnrkunben einzusihin 1 mints im Lager von Greeupvint und ein Mann ber Festungs-I schjedene Behörden zu besragen sind ., , . artiherie an der Pest erkrankt Ein Marinebeamter ist in I Die Engländer planen den Bau einer l 11 e n ü a i) n SimonStown gestorben. Außerdem sind acht Farbige nndlvoii Peking nach Tung t schon zwei Europäer erkrankt, ein Farbiger ist gestorben. I Vom Hofe in Singansu aus ist durch Liutunhi, Den Wie Kitchen er Kriegführt und Buren zur Heber-1 Vizekönig von Nanking, ein .sPaiferhdKr Erlaß ergangen, gäbe zu zwingen sucht, erzählt der Spezialkorrespondent der! jn dem angeordnet wird, daß bas Mandschurei-Ao- „Daily News" in einem längeren Bericht. Darnach wurde! kam men am 26. März, dem von Wuftlanb festgesetztea an die m kleinen Trupps INI Felde stehenden lnicht unterzeichnet werden soll ver MlaW an deren auf den Farmen ziirückgebliebene Angehörigen I ist telegraphisch den verschiedenen Regierungen lx'kannt ge- I w 8u!aut m. vivAvidk, tinai uni« Ith Wn. Runblikh beiden he tt|peb. b £1 Wr eiber ‘b in jum ’.epnl liritbtiff Offerten an bie tzprb. itige ehe noch die gestellte Frist ablicf. Ebenso wurb*‘ bereits am 12. Tage bic Farm abgebrannt. In anderen Fällen er hielten bic Frauen eine kurze Notiz, in Englisch und Hollän bisch, die einfach lautete: „Der Jichalt dieses Hanfes, tx-v gesamte lebende Viehbestand, die Speifevorräte des Zeigt Name), weldyr sich auf Zdonimando befindet, sind h»u • fixiert?* Telegramm de< lttteft. uer Anzeiger-. Turban, 27. März. Wie gemeldet wild, überschritt Dewet, 35 Wktlen von Standerton entfernt, mit 400 Mann die Grenze von Transvaal. (shina. Frhr. v. Liliencron, Staatsminister Dr. Studt und Gemahlin, Graf Hohenthal-Dölkau, Graf Udo Stolberg-Wernigerode und Gemcchlin, Generalmajor Graf Hülfen-Häfeler. Heute abend besuchte der Kaiser die Vorstellung im Schauspielhaus. — Zum Schutze der Person des Kaisers soll in Zukunft bei den Ausfahrten des Monarchen in Berlin und in der näheren Umgebung der Reichshauptstadt die Kaiserliche Equipage von vier radfahrenden Leibgendarmen begleitet werden. Gegenwärtig werden Unter den Linden und im Tiergarten Probe-Ausfahrten mit einem Kaiserlichen Gepäckwagen unternommen, der von dem bekannten Schimmelgespann in raschem Tempo gefahren und von vier zur Seite des Wagens radelnden Gendarmen begleitet wird. Diese Probefahrten werden von einem Adjutanten des Kaisers geleitet. Wie wir weiter hören, ist angeregt worden, die Kutscher und Diener des Kaiserlicl>en Wagens mit Revolvern bei den Ausfahrten auszurüsten. — Beim Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Dr. v. Miquel fand gestern abend ein parlamentarischer Abend statt. Da das Abgeordnetenhaus sich gestern mittag vertagt hat, und infolgedessen wohl die Mehrzahl der Abgeordneten in die Heimat zurückgekehrt ist, überwogen unter den Gästen die Mitglieder des Herrenhauses. Der Finanzminister, der von seiner neulichen Erkältung wieder hergestellt ist und sehr wohl aussah, widmete sich in unermüdlicher Liebenswürdigkeit seinen Gästen, so daß der Abend in angeregtester Stimmung verlief. — Eine fette Ente übermittelt nach dem „Bert. Tgbl." eine amerikanische Telegraphenagentur transatlantischen Blättern, nämlich die Nachricht, Earl Roberts habe, wie man sich in Berliner Hofkreisen erzähle, den ihm versehenen preußischen Schwarzen Adlerorden zurückgesandt. Das „Tagebk." hält es für nötig hinzuzufügen, an gut unterrichteter Stelle ist nichts davon bekannt. — Der „Reichsanz." schreibt: Im Interesse der heimischen Handelskreise und auch der Geschäftserledigung bei den deutschen Konsulaten erscheint es wünschenswert, daß die deutschen Firmen, die sich um die Namhaftmachung von Firmen, Vertretern usw. an die .Konsularbehörden wenden, stets gleichseitig angeben, ob und welche Geschäftsverbindungen oder Vertreter auf dem betreffenden Gebiet sie daselbst etwa bisher bereits gehabt, haben und welche Erfahrungen sie mit denselben gemacht haben. — Dem Reichstag ist die endgiltige Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben für Deutsch-Ostafrika im Jahre 1898 zugegangen. Die Einnahmen überschreiten den Voranschlag insgesamt um 224 953 Mk., von denen 143 972 Mk. auf die direkten Steuern entfallen. Der durch den Etat von 1902 zu deckende Fehlbetrag beziffert sich auf 1470692 Mk. Er setzt sich zusammen aus erheblichen Mehrausgaben für die Landeskultur, Bauzwecke, namentlich in den Jnnenstationen rc. Zum weitaus größten Teil entfällt er auf die Zivilverwaltung. Peine, Provinz Hannover, 27. März. An Stelle des Assessors Heinicke, der eine achtwöchentliche Reserveleut- nants-Uebung abzuleisten hat, und dann an ein anderes Amts- bezw. Landgericht versetzt wird, ist Assessor Ben seh aus Hannover an das hiesige Amtsgericht berufen worden und wird demnächst sein Amt antreten. Gegen die Berufung dieses Herrn, der israelitischer Religion sein soll, ist ein Protest-Zirkular zur Sammlung von Unterschriften in Umlauf gebracht, das bereits eine Reihe von Unterschriften gefunden hat. In dem Zirkular ist u. a. ausgeführt, daß es einem großen Teil der Einwohnerschaft widerstrebe, vor einem jüdischen Richter einen Eid abzulegen. Das Protest- Zrrkular soll an den Oberlandesgerichtspräsidenten in Celle gesandt werden. Weimar, 27. März. Der Landtag beschäftigt sich jetzt mit der Beratung des Etats. Bei dem Posten des Etats für den Bundesratsbevollmächtigten erklärte der Mbg. Kühner, daß er diese Mittel so lange verweigern müsse, bis der Bundesrat dem Beschluß des Reichstags auf Bewältigung von Tagegeldern zugestimmt habe. Gegen die Position stimmten zwei freisinnige, zwei sozialdemokratische und ein klerikaler Abgeordneter. Stuttgart, 27. März. Im Landtag wird die Beratung des Kultusetats bei dem Kapitel Universität fortgesetzt. Referent Hartranft (V.) führt u. a. aus: Der Aufwand für die Universität beträgt 10044 684 Mk., dazu kommen 222 000 Mk. für die beiden theologischen Stifte. Tie UniversitätsinstiMte verlangen 597000Mk., dazu kommen die Kliniken und die Instituts-Neubauten. Der Abg. Haußmann habe die Gründung einer zweiten Universität (in Stuttgart) angeregt; für diese lassen sich gute Gründe geltend machen, doch ist die Frage nicht akut. Die völlige Verstaatlichung der Kollegiengelder hält der Referent nicht für richtig. Er spricht für eine Besserung der Lage der Privatdozenten und für Bewilligung der neugeforderten juristischen Professur (für das bürgerliche Gesetzbuch). Endlich kommt auch loieder die Frage der Errichtung eines Lehrstuhles für Homöopathie zur Sprache; die Kommission ist für Vergebung eines Lehrauftrages an einen Arzt. Ausland. L o n d o n , 27. März. Das Unterhaus nahni mit 245 gegen 133 Stimmen die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über den Verkauf von Bier an. Es wird darin bestimmt, daß, wenn das Bier nicht allein aus Malz und Hopfen besteht, eine genaue Angabe der Bestandteile erfolgen muß. B r ü s s e l, 27. März. Wie der „Messager de Bruxelles" meldet, wird die Regierung den Kammern im Einverständnis mtt dem Unabhängigen Kongostaat Vorschlägen, den Ab- lauf der Konvention vom Jahre 1890 hinauszuschieben, die me Angliederung des Unabhängigen Kongo- 5a ? in folgten nach 10 Jahren und 6 Monaten *?*«**• ~cr Staat solle seine Unabhängigkeit bis zur An- glubciiing an Belgien behalten. Wenn Belgien sich später wergere, den Mougoftaat anzugliedern, so sollen die 25 Millionen Francs, die Belgien dem .Kongostaat geliehen fcot, nach einem neuen Zeitraum von U> 'Jahren zahlbar werden und in der Zwischenzeit zu verzinsen sein — Das Zentral-Komitee der belgischen „Liga für Menschenrecht" erläßt einen Protest gegen den "russischen llkas vom 29. Juli. 1899 und wünscht der russischen Studentenschaft für ihren mutigen Widerstand Glück. Sine Kopie dieses Protestes wurde dem Zaren übersandt. Gestern abend zogen nach einem von der hiesigen Studenten schäft veranstalteten Protestmeeting mehrere Hundert, dar unter zahlreiche Russen, vor die russische Gesandtschaft, wo sie lärmend manifestierten. Wien, 27. März. Abgeordnetenhaus. Der tschechisch-radikale Hruby beschwert sich darüber, daß der Abg. Klofac wegen einer gegen die Mißhandlung von Soldaten gerichteten Jnterpeilation, in welcher der Ausdruck „bestialische That" vorkam, von Offizieren des betreffenden Regiments zur Verantwortung gezogen sei.und verlangt Schutz des Immunitäts-Rechts. Der Präsident verspricht die Angelegenheit zu untersuchen und demnächst zu antworten. — Meldungen der Blätter zufolge l e h n t e n die Zeugen des Abg. Klofac gegenüber den militärischen Kartellträgern jedwede Genugthuung ab. Petersburg, 27. März. Seit mehreren Tagen kursieren wieder allerhand Gerüchte von Attentatsversuchen gegen das Leben des Zaren, die aber glücklicherweise rechtzeitig entdeckt worden seien. Auch gestern war wieder das Gerücht verbreitet, es sei unter dem Palast von Zarskoje-Selo, wo die Zarenfmnilie gegenwärtig weilt, eine Mine entdeckt worden. (Wir glauben auch diesmal nicht daran, jedenfalls sind aber derartige Gerüchte immer ein Zeichen, daß man die Sachlage in Rußland nicht als sehr beruhigend anzusehen hat. D. Red.) Aus Stadt md Land. Gieße», 28. März 1901. *♦ Personal-Nachrichten. Durch Entschließung Großh Ministeriums des Innern wurden die GerichtSaccessiften Dr. Wilhelm Anton Diehl von Mainz, Paul Emmerling von Darmstadt und Konrad Löh lein von Gießen zu Re- gieruugsafsessoren ernannt. — Dem Schulverwalter Ernst Reich von Bad Nauheim wurde eine Lehrerstelle an der Volksschule in Gießen übertragen. ** Militärnachrichteu. Bleiss.em, Oberleutnant der Reserve deS 2. Großh. Hess. Dragoner-RegimentS (Leib Drag.-RegtS.) Nr. 24 (Köln), Qu ast, Oberleutnant der Reserve des 5. Großh. Heff- Juf.-RegtS. Nr 168 (Osterode) — zu Rittmeistern, Bogt, Leutnant der Res. deS 3. Großh. Hess- Jnf.-RegtS. (Leib-RegtS.) Nr. 117 (Eisenach) zum Oberleutnant, Keller, Btzefeldwebel im Laudwehrbezirk Erbach, zum Leutnant der Reserve des 3. Großh. Hess. Infanterie- Regiments (Leib Regiments) Nr. 117 — befördert. Boltz, Leutnant der Infanterie 2. Aufgebots des Landwehrbezirks I Darmstadt, Ehle, Leutnant der Reserve deS 7. Rhein. Infanterie-Regiments Nr. 69 (I Darmstadt), Reinhardt, Oberleutnant der Infanterie 2. Aufgebots des Landwehr rezirks Mainz — der Abschied bewilligt. Dr. Schulteß (Mainz) Assistenzarzt der RZerve, zum Oberarrt befördert. ** Parlamentarisches. Der Dritte Ausschuß der Zweiten Kammer beantragt, die Wahl des an Stelle des verstorbenen Abg. Jakob Brunner gewählten Gastwirts Friedrich Lang in Michelstadt für giltig zu erklären. Der Erste Ausschuß beantragt, die Kammer wolle ihre Einwilligung dazu erteilen, daß bei der Berechnung des Ruhegehaltes des Rentamtmanns i. P. Reg.-Rats Roßmann in Friedberg eine Dienstzeit von 40 Dienstjahren zu Grunde gelegt werde. Die Mitglieder der Großh. Hofmusik bitten, die Zweite Kammer wolle die aus Staatsmitteln zur Unterhaltung der Hofnmsik zu bewilligende Summe derart erhöhen, daß den Mitgliedern derselben eine den Zeitverhältnissen entsprechende Gehaltsregulierung nach dem System der Dienstaltersktassen gewährt werden ^änn. Die gegenwärtigen Gehälter sind allerdings außerordentlich kläglich. Sie bewegen sich! zwischen 910—2300 Mk., worunter 13 Stellen von 50 mit 1380 Mk., 10 Stellen mit 1518 Mk. besetzt sind. In der Eingabe werden die Gehälter verschiedener Beamtenkategorien gegenüber gestellt, die der Brücken-, Gefangenen- und Kanzlei-Wärter rc. bis zu den Kanzlisten. Niedrigster Gehalt dieser Beamten sind 1200, Höchstgehalt 2800 Mk. *• Urkuudensnud. Gestern ist, wie wir hören, von dem rührigen und umsichtigen Museumsrat, Herrn Hauptmann a. D. Kramer, auf einer Schutt- und Scherbenstätte im Hinterbau des alten Rathauses am Markt, während Auf -äumungSarbeitenvorgenommen wurden, eise Pergament urkunde vom Jahre 1483 beginnend mit den Worten ..Gottfried v. Schmalbach" gefunden worden. Der Fund ist natürlich von erheblichem wisienschaftlichen Jntereffe. Die Urkunde wird zweifellos bearbeitet werden, und wir werden wohl Gelegenheit finden, noch weiter darüber zu berichten.— Unsere Leser werden fragen: wie kommt cd, daß sich dort Schutthaufen befinden? Seit undenklicher Zeit sollen, wie wir hören, im Hinterbau des Rathauses, eine Menge von zertrümmerten Ziegelsteinen und Mauerabfällen lagern, die auffallenderweise bisher niemals fortgeräumt worden ist. Jetzt wird dort eine Dach reparatur vorgenommen, die die Aufräumung nötig machte. Zur Aufhebung von Urkunden eine solche Stätte zu wählen, ist ein wenig verwunderlich. Vielleicht findet sich noch manche andere „verlorene Handschrift" dort. Dann wird man denen, die bisher das Aufräumen dort unterließen, für diesen sichern Aufbewahrungsort dankbar sein. ** Versendung von Packele» wahrend der Osterzeit. Die Bereinigung mehrerer Packete zu einer Postpacketadreffe ist für die Zett vom 31. März bis einschl. 7. April im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. ko. Vereine. Der Zentralausschuß des Vogelsberger Höhenklubs in Schotten erläßt soeben ein Rundschreiben, wonach die Hauptversammlung auf den 16. Mai (Himmel, fahrt) nach Hirzenhain einbetufen, der Gesamtausflug nach dem Hoherodskopf auf Sonntag den 7. Juli fest gesetzt wird. — Hier in Gießen hat der hiesige Vogesen Hub das Jntereffe an den heimatlichen Bergen wieder ge. weckt und einen neuen Zweigverein „Tauf stein-Gießen" gegründet. Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Als letzte Vorstellung im Abonnement wird am Freitag Otto Erich Hartlebens Offizierstragödie „Rosenmontag" zum ;weiten und letzten Male, abermals bei erhöhten Eintritts, preisen, aufgeführt. Herr Willy Loehr vom Hoftheater in Darmstadt gastiert darin wieder als „Hans Rndorff". — Samstag ist Schluß der diesjährigen Saison. Gegeben wird „Philippine Welser" als volkstümliche Vorstellung bei kleinen Preisen. + Ei» kurioses Jagdabenteuer schildert uns ein phantasiereicher Mitarbeiter aus dem Orte Er. Er schreibt: Ein Schneidermeister entdeckte in seiner Scheuer unter einer Häckselbauk im Stroh einen schwarzen Gegenstand und vermutete einen Marder. Er rief die Nachbarn zusammen, um den Räuber zu fangen. Ein Jäger wurde bestellt, erschien jedoch nicht. Da man aus Furcht vor FeuerSgefahr das Schießen Unterlasten wollte, so wurde ein gemeinsamer Angriff mit Prügeln, Mistgabeln usw. auf das „Ungeheuer" unternommen. Dieses verläßt durch die kriegerischen An» stalteu ängstlich gemacht, plötzlich seinen Platz, und flog, „gakakgak", gakgakgak" rufend, davon. Es war ein Huhn, das dort ein Ei legen wollte! Für den Spott brauchten die Jäger nicht zu sorgen. Bad-Nauheim, 27. März. Vor einigen Tagen fand hier die 10. ordentliche Generalversammlung deS Vereins zur Hebung deS Fremdenverkehrs im Hotel Bellevue statt. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung und erörterte in interessanter Weise, welche Fortschritte der Verein seit seinem 10jährigen Bestehen zu verzeichnen hat, welche gemeinnütziße Bestrebungen der Verein für die Reklame der Stadt Nauheim verfolgt. Besonders wurde hervorgehobeu und bedauert, daß seitens der Bade-Industriellen, für die die Ausgabe und Reklame des Gratis-Führers von großer Bedeutung ist, nicht das gebührende Jntereffe dem Verein entgegengebracht würde. Um den Kurfremden noch mehr entgegenzukommen, wird dieses Jahr auch ein russischer Führer verausgabt. T. Friedberg, 27. März. An der hiesigen Großherzogl. Obstbauschule findet vom 15. bis 20. April wieder ein Kursus für Aepfelweinbereitung statt, in dem außer dem rein praktischen Teil noch Gährungs-Ehemie, Reinhefe- Verwendung und Weinkrankheiten behandelt wird. x Bermuthshain, 26. März. Unser seitheriger zweiter Lehrer Heldmann hat seine Versetzung nach Bannerod erhalten. Er scheidet sehr ungern aus unserem Orte, in dem er sich daS Vertrauen sämtlicher Ortsbewohner während seiner eineinhalbjährigen Dienstzeit in hohem Grade erworben hat. Darmstadt, 27. März. Gestern abend konstituierte sich laut „Darmst. Tgl. Anz." auf Einladung der Herren Bank- direktor ParcuS und Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck eine Ortsgruppe des Handelsvertrags-Vereins. Es wurde ein provisorisches Komitee ernannt, das unter Leitung der genannten Herren die definitive Konstituierung der Orts- gruppe bewerkstelligen soll. Die weitere Thätigkeit wird durch den demnächst zu wählenden Vorstand der Ortsgruppe entfaltet werden. — Gestern starb hier im nahezu vollendeten 77. Lebensjahre Kommerzienrat Heinrich Blumenthal. Der Verstorbene war lange Jahre Mitglied der Stadtver- ordneten-Versammlung und bekleidete zahlreiche Ehrenämter. ** Kleine Mitteilungen aus Hesse» und de» Nachbarstaaten. Neber den aus Geiß-Nidda gemeldeten Vorfall, die Verletzung eines 9jährigen Kindes betreffend, wird unS berichtet, daß es sich um eine von dem Kinde mit dem Griffel selbst verschuldete Hautritzung über dem Auge an der Stirn handelte. — DaS Pferd deS Bernh. Schimpf in Nieder- ißeifel scheute am Sonntag vor einem entgegenkommenden Automobil, schlug um sich und traf seinen Herrn so unglücklich, daß das eine Bein gebrochen ist, das Pferd selbst über» schlug ^kch. Wegen furchtbaren Schmerzen rief der Berun» glückte nm Hilfe. Er arbeitete sich vom Wagen, bestieg sein Pferd und ritt nach Hause, wo er ganz erschöpft nachts ankam. Man verbrachte den Verletzten sofort ins Johanniter- Krankenhaus, wo der Stiefel von dem sehr geschwollenen Fuß geschnitten und ein Knochensplitter entfernt werden mußte. — Der Mainzer Verschönerungs-Verein bewilligte als Zuschuß für das von der Stadt Mainz in der Neuen An- läge zu errichtende Palmenhaus 10 000 Mk. und für das Denkmal des Baurats Kreißig 5000 Mk. — Vermutlich durch Verwendung von Petroleum geriet Dienstag abend in einem Haufe in Offenbach eine Frau in Brand. Die Beklagenswerte lief auf die Straße, wo die Nachbarn die Flammen löschten, jedoch zu spät, um die gräßlichsten Brandwunden zu verhüten. Die Fran wurde ins Krankenhaus verbracht und ist Mittwoch ihren Verwundungen erlegen. — Kroatische Arbeiter in größerer Anzahl beabsichtigen in bet Gegend von Lollar Arbeit zu nehmen. — Telegraphen- Sekretär i. P. H. Blöte in Worms feierte Mittwoch feinen 78. Geburtstag und gleichzeitig mit feiner Ehefrau das Fest der goldene» Hockreit. Vermischtes. * Frankfurt, 27. März. Unser Ehrenbürger Finanz- minifter Dr. v. Miquel hat sicherem Vernehmen nach das Mela'sche Haus, Ecke der Liebig- und Wöhlerstraße, zu« Preise von Mk. 210 000 käuflich erworben. * Kouitz, 27. März. DaS Verfahren gegen die Familie Rosenthal aus Kamin, die unter der Anstiftung zum Meineide, in Verbindung mit der Konitzer Mord- affaire, sechs Monate lang in Untersuchungshaft gewesen war, ist heute auf Gerichtsbeschluß eingestellt worden. Sämtliche vier Angeschuldigte wurden außer Verfolgung gesetzt, n»d auS der Haft entlaffen. * ♦ Was gehört zu einer glücklichen Ehe? I« Märzhefr von Peter Roseggers „Heimgarten" wird geschil- dert, wie der Kastelbauer beim Pfarrer sein Aufgebot anmeldet: Der Sastelbauer steigt gemächlich zur Thür herein in die Pfarrersstube. Pfarrer: Schau, schau, der Kastelbauer! Wie gehts immer? Setzen Sie sich!" Kastelbauer: „Oh — ah. Guat so weit. Kon mi nit beklogn." Pfarrer: „So setzen Sie sich doch!" Kastelbauer: „Kon eh stehn a, Herr Psorrer. Hon hioz ait viel Zeit zan Sitzn." Pfarrer: „So so. WaS haben Sie denn vor, Kastelbaner." Kastelbauer: „Wada nix exttigs. Bittu Hou ch wöll», daß mih da Herr Pforrer va dr Sonzl schmeifin that" (daheißt ihn „abkündigen" in der Kirche.) ; Troßhnzggl. til toiebtt ein n de« auher nie. Reiuhrfe- irb. 'tilget zweiter SBannnob er« Drte, in bttn itt während i Grade er- 9en fand R?nt/4p^t., also 8/4ygf. höher als ber Snvskriptionscours. An Anbetracht brr Hüte bei Rapier« halten wir ben tz-urs für einen billigen. Zeichnungen nehmen alle Bankgeschäfte entgegen. Berlin, 27. März. An ber heutigen Versammlung bes Hräudiger- ausschnsses ber Deutschen Arunvschutd B^nt teilte der Konkursverwalter Alscher ben vorläufigen Status mit, wonach 45591740 Wk. Aktiven 9 7072783 WK. I»asstven gegennSerstehen. Letztere find zumeist Neatobligatiouen Mei vorstchtiger ^iqnibietnng Könne auf bte Passiva eine Dividende von 47 pHt. verteilt werben. London, 27. März. Da der Durchschnittspreis für ferttges Eisen im Norden Englands im Januar und Februar um 14 e 5 d pr. Tonne niedriger war als in den zwei vorhergehenden Monaten, werden bte Arbeitslöhne am 1. April um 7'/,pCt. reduziert werden. Das ist dre erste Lobnreduttion seit Februar 1898 und die größte Lohmeduktion feit der Einführung der Lohnstala im Jahre 1889. Hamburg, 25. März. In Brasil-Tabaken blieb das Geschäft überaus lebhaft und animiert Weitere ca. 12000 Packen neuer Ernte wurden nach Probepacken zu vollen und tells noch höheren Preisen in überstürzter Weise schlank ausgenommen. Bisher sind vonder diesjährigen Ernte, deren Ertrag man auf ungefähr 400000 Packen schätzt, kaum der zehnte Teil untergebracht, und dürfte es doch wohl sehr fraglich fein, ob für den Rest die Kauflust in jetziger Weife anhalten wird. Ruhig denkende Händler und Fabrikanten warten auch die weitere Entwicklung des Marktes ab und bleiben zurückhaltend. Von der neuen Havanna-Ernte lauten die Nachrichten recht betrübend. Vuelta und Partidos sollen total mißraten sein, während über Remedios noch kein abschließendes Urteil vor- liegt. Die Ernte dürste nur daS halbe Erträgnis der vorjährigen ergeben und voraussichtlich wenig Brauchbares für Europa zur Geltung kommen. Deckblatt Tabake sind nach den Berichten überall ausgeschlossen. Türkische Tabake fehlen bei guter Nachfrage. Die Ernteberichte sind sehr gut und viel Material im Heimalland zu hohen Preisen verschlossen. Alles per V» Ägr. Havanna: Deckblatt gut und fein braun 6—18, do. ord. braun und braun 4—6, do. und Einlage, gemischt 3—4 Mk., Einlage 0,85 bis 3 Mk., Durchschnittspartten 1,50—4,50. Domingo: S, 88, 388 0,50 bis 0,65, FF 0,40—0,60, F 0,30—0,50, A 0,20—0,40. Columbia, Ambalema prima 0,45—0,60, sekunda und tertia 0,30—0,40. Mexiko 0,55—3,00. Brasil: Patent und Patent fino 0,75—1,20, prima 0,60 -0,70, sekunda 0,55-0,65. St. Felix: Patent und Patent fino 1,00-1,80, prima 0,75 bis 0,95, sekunda 0,65—0,85, tertia 0,55—0,75. Nordamerika: Seadleaf Deckblatt 1,00—1,50, do. Umblatt 0,50—0,70. Sumatra und Java 0,20 bis 5,00, Borneo 0,40—5,00. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 12. Woche. Vorn 17. bl« 23. März 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 560 (incl. 1600 Mann Militär) Sterdttchkett-ziffer: 16,28, nach Abzug ber DttSfremben 10,170/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Keuchhusten 1 — 1 — Influenza 1 1 — — Krebs 2 (1) 2 (1) — — Zuckerkrankheit 1 (1) 1 (1) — — Krämpfen 2 1 1 Unglücksfall 1 CD 1 (1) — — Summe: 8 (3) 5 (3) 2 1 8nm. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Tobesfälle tn ber betreffenden Krankheit auf von au-wärtS nedi Gießen gebrachte Kranke kommen. Familien Nachrichten. Gestorben r Abolf Hilb tn Selters. — Jeanette Haine, geb. DerreS, tn Worms. verlobtr Eugenie Bloch mit Dr. Guggenheim io Offenbach.— Kätchen Gunbrum mtt Fritz Rößner in AlSfelb. GErsdirnki der israelitischen KeNgionsgesellschast. Sabbathseier am 80. März 1901. Freitag abend 6* Uhr, SamStag vormittag 8®3 Uhr Predigt, nackwittagS 4 Uhr, Sabbathausgang 7« Uhr. WochengotteSdienff: morgens 7 Uhr, abends 6« Uhr. Aus dem Geschästsleden. — Bet dem Automobil-Rennen tn Nizza wurde tn ber 1. Klaffe am 25. März Dr. Pascal Erster auf Continental Pneumattc ES ist btes ein großer Erfolg für deutsche Pneumatic-Reifen Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen de» „Gießener Anzeiger-".) Darmstadt, 28. März. Die Erste Kammer trat heute unter dem Borfitz deS Grafen Görtz zu Schlitz zusammen und wies nach kurzer Debatte die Regierungsvorlage, bett, die Gemeinde-Umlagen, au den zweiten Ausschuß zurück. Der Gesetzentwurf, betreffend daS Besteuerung »- recht der Kirche und Religionsgemeinschaften, wurde angenommen. Bei der Beratung des Voranschlag» ür 1901/02 trat daS HauS den meisten Beschlüssen der Zweiten Kammer bei. Einige Kapitel geben Veranlassung zu verschiedenen Bemerkungen. Bis jetzt verweigerte da» HauS den Beitritt zu den Beschlüssen des anderen Hause»: 1. die ReichStagSdiäten gegen die Stimmen der Abgeordnete» Michel und Oehler. 2. Streichung der Mietsentschädigung für die Provinzialdirektoren in Darmstadt und Gießen. 3. Uebernahme der Kosten der Fortbildung»« schulen von 175,000 Mk. auf den Staat. 4. Streichung de» Brückengeld-BereinigungSkommissärS. 8. Darmstadt, 28. März. Die hessische Landessynode genehmigte dem Ausschuß Antrag entsprechend den Vorau- chlag für 1901/05 mit wenigen Aenderungen. G. D a r m st a d t, 28. März, 1.45 Uhr. Die Zweite Kammer der Stünde setzte heute morgen die Debatten über die Zollerzöhung und Schutzzoll fort. Abg. Erk (Nidda) tritt für die Zollpolitik ein. Die Absicht der Sozialdemokratie, den deutschen Bauernstand für ihre Ansicht zu begeistern, werde an dem gesunden Sinn der Bauern schertern. Der B a u e r n st a n d sei der Schutz des Staates ^deshalb müsse er auch von dem Staat geschützt werden. Ministerialrat Braun sagte, Thatsache sei, daß die ^arwwirt- schäft seit Jahren verarme, und insbesondere in Ober- Hessen betrage die Verarmung des Besitzstandes beispielsweise dreieinhalb Millionen Mark. Diese Erscheinung läge an dem steten Sinken der Getreidepreise. Alsdann sprachen noch Die Abgg. Euler, Köhler (Langsdorf), Weidner für Erhöhung. Abg. Dr. Gutsleisch spricht gegen die Erhöhung der Zölle. W. Stuttgart, 28. März. 2 Uhr 10 Min. Der Groß Herzog von Sachsen-Weimar ist nach Mittag hrer eingetroffen, er wurde vom König am Bahnhof empfangen. Berlin, 28. März. Der „Vorwärts" meldet: Der Kriegsmin ist er stellte gegen den verantwortlichen Redakteur des „Vorwärts" wegen der Mitteilung am 5. Dezember, wonach bei einem Streifzuge der Kolonne Kettelers 22 Boxer zum Tode verurteilt worden feien, Strafantrag. v W. Manilla, 28. März. Wie gemeldet wird, tffc Aguinaldo von den Amerikanern mit seinem ganzen Stabe gefangen genommen worden. Lissabon, 28. März. Der Ministerrat beschloß, tue Kirche der Jesuiten in der rua Queltras, die der Franziskaner-Missionare in der rua Patrocinid m Lissabon, sowie diejenigen der Benediktiner in Conto, Cocujaei» und Aveiro zu schließen. 3 , Wien, 28. März. Abgeordnetenhaus. In der Abendsitzung wurden die Delegationswahlen vorgenommen. Bei den Wahlen für Galizien brachen die dem PolenNub nicht angehörigen, Abgeordneten in den Ruf „Schande' aus und verließen den Saal. Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzeu. März i 1 auf Co reduziert | 1 i b der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 1 t A 3 l a i r ! *> Ä i Wetter 27. 9“ 736,9 1,4 3,6 86 NW. 2 Bed. Himmel 28. 725 736,5 — 4,1 3,0 89 NW. 1 Schneefall 28. 2M 737,1 0,5 3,5 73 NW. 2 Bew. Himmel Höchste Temperatur am 24.-25. Marz 4- 2.7° C. Ldrigste „ „ „ „ ~ 6.2- C. 81/tB/8 Reiohnanfeihe . . 98.25 8 0/q do . . 88 10 8>/|°/q Konsole .... 98.40 8ö/0 do .... 88.05 S*/8o/2 Hessen .... 94.35 ßfyo Italien. Bente . . . 95.75 40/0 Griech. Monop.-Anl. 44.00 3 0/0 Portugiesen . . • 25.25 3 0/0 Mexikaner .... 96.70 Todes-Anzeige Danksagung Für wiesene innigsten Namen der trauernden Hinterbliebenen: Im finden gute Pension. 01088 Kirckenvlatz S. Karl Henk Fritz Henk, Oberlehrer. Blockstrasse 12 den 27. März 1901. Giessen. 2389 tiileiae Wohnung zu ve, mieten. ov 01189 Maigasse 7. Bekanntmachung 2398 «ietzen. 2403 to Mea-CturilhlMg toHhluiiiii'ii it verkaufen Uermietungen vkrsliiltdenes Vereine Itlictiu'ludje Offene Ztelleu eingesehen find dem zum 4. mittags reichen. die bei unserem schweren Verluste be- herzliche Teilnahme sprechen wir unsern Dank aus. Gießen, den 28. März 1801. Der evangelische Gesamt * Kirchenvorstand. Dr. Naumann. werdea. Angebote Unterzeichneten bis April d. IS., LS Uhr, einzu. 2399 Arbeitsvergebung Der äußere Anstrich des Pfarrhauses an der Süd- antage soll vergeben werden, ebenso der Anstrich in der Küche und in dem Treppen- Hause daselbst; ferner die Maurerarbeiten am Tieferlegen der Aufgangstreppe und des Potestes vor dem Haupt- eingang zur JohanueSkirche von der Goethestraße aus. Kostenanschläge und Bedingungen können während der üblichen Bureaustunden bei den Architekten Stein & Meyer Versteigerung. Montag den 1. April d. I., nachmittag- S Uhr, versteigere ich dahier »ahnhofffrage 34 (Hofraum) gegen Barzahlung! 3 Drehbänke «it dazu ge> hörigem Geschirr, sine große Partie Staketen« und Treppenpfosten-Holz 11 fertige TreppenpfoLen, V« Raummeter Buchen» holz.Abfallholzu.Lpühne, 1 Schleifstein, 1 Schraub stock, 1 SLgebock, mehrere Alascheu Politur usw. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 2400 Born, Gerichtsvollzieher. 01137] Kräftiger Arbeiter gesucht. Holzhandl. Liebiastraße 61. Die Beerdigung findet Freitag den 29. d. Mts., nachmittag» 2 Uhr, in Burkhardsfelden statt. 01135 r. g. 29.3. ab. 8'1-U. Kea. Vers. 2395] Für einen tüchtigen, jungen Mann ist Gelegenheit zur Begründung eineS Flasihevbittgtschiists geboten. Reflektanten wollen sich unter G 27 schriftlich an Haasen- stein L Vogler, A.-G-, Gießen,wend. Verdingung. DieSchreirrer,Schlosser- iittb Weißbiuderarbeiteu zur Beschaffung neuer Räume für die Volksschulen sollen Sentag, 1. April b. Ir., norm, ll’/j Uhr, öffentlich verdungen werden. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei u"S (Zimmer Nr. 6) zur Em- ficht offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen. Gießen, 27. März 1901. Das Stadtbauamt. Schwankt. 2397 Der Entwurf des Voranschlags der Stadt Gießen für 1901/2, sowie die Voranschläge des Stadterweiterungssonds, der Armenkaffe, und des Gas- und Wasserwerks für dieselbe Zeit liegen in Gemäßheit der Art. 83 der Städteordnung während acht Tagen aus dem Bureau der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zur Einficht der Beteiligten offen. Gießen, den 28. März 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Versteigerung. Samstag den 30 d. nts., naaim ttags L UHr, versteigere ich Neustadt 55 dahi r gemäß 373 teä HandelSg-setzbuches für echnuna den eS angeht: 4 tzouponS = 201 Pfund Sohlleder egen Barzahlung. >.*(H Born, Ger'chtSv-'Iüeher. Verloren Auf dem Wege zwischen Lollar —Odenhausen eine große, gezeichnete Wagendecke verloren. Abzuliefern gegen Vergütung an Goldenberg Sf MarkuS, Englische PrivMandkn Lektor Shawcrotz, M. A. Oxford, Bergstraße 15. 05282 Näheres brieflich oder mündlich zu verkaufen. Marlitpkatz 17. ooooooooscoooosM E Gieszener ^tadttheateo. 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