«».?4 ^MeA Blatt. Dienstag dm 29. Januar 1S1. Jahrgang 1901 '“'Men ■ssrtfin MS- ÄlM* ^ '0- Hu erfragen 1.&, Badezimmer, Veranda ""bung des Gartens, Bleit! >l«, mit oder ohne PferdeN ober l-ilpril zu vennieie^ ragen Ludivigsplatz 81 odn Jet 3. Stock meines Haufe? strabe 25 ist perl. AM zu v-Ficher, Grünbergerftr.2? A Eine MMardenwohM, Überleitung zu Vermieter Rodheimttyratze 38. 2] LudwigSplatz 4, III, zvm wbl Simmet tu dttmiet» ön möblierte Zimmer zu vo nieten. Anermeg 28,1 Tr !> SUlöbl Zimmer zu Dem Schlörb, Löwengasse tl 5] Ein möbliertes Zimmer |i ieten. KreuzMU. nmöbl. aroße fdjöne Jta ibeDorz.LageWhed.Seltei-' s) mit prachtv. Aussnht, fr: S.spälerzuvemieten. Niihe^ er (h.Deb' d. Blattes. mnöhk. Zimmer mit flabirr i schöner Lage alsbald zum eres Liebigstraße 82 parM KZimmekS 'einftr. 44, näcbß der W- l vtrvritMl. ftltibfitalt 'l Tvaiach uM- Wmer zo vnrn. Dvllengchtu Ru esuchl zum 1. . terte Softnung m . Sn. ««Kft Kiehener Anzeiger Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsftellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Eichener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Ps., auswärts 20 Bi. frfcöeiut tägkich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamilieubttttcr werden dem Anzeiger Kn Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde^ »dchtl. 4 mal beigelegt. Zgczugsprcls vierlcljährl. Mk. 2.30 e monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieszen. Redaktion, Expedition und Dmckerei: Zchnlprahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische UolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sietz«. Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Wl. Bekanntmachung, betreffend: die Luxuswagen. Nach dem Gesetz über den Urkundenstempel unterliegen Luxuswagen, welche zum persönlichen Gebrauch des Besitzers oder seiner Angehörigen bestimmt find, der Versteuerung. Als Luxuswagen gelten solche Wagen, welche nicht zu einer berufiichen oder gewerblichen Thäligkeit benötigt wcrden. Für Wagen, welche nicht auf Federn ruhen, ist eine Stempelabgabe nicht zu entrichten. Um irrigen Auffassungen, daß Wagen mit einem Neu- tvert von unter 1000 Mk. der Stempelabgabe nicht unter- I cgen, vorzubeugen, bringen wir zur Kenntnis der In. teressenten, daß nur diejenigen Wagen von dieser Abgabe be sieit find, welche zu der beruflichen oder gewerblichen Thätig- keit ihres Besitzers ausschließlich oder doch vorzugsweise be- silinmt sind und benutzt werden. Die Höhe des Anschaffungspreises kommt nur bei obwaltenden Zweifeln darüber, ob der Wagen zu der bezeich veten Thäligkeit seines Besitzers ausschließlich oder doch vorzugsweise bestimmt ist und benutzt wird oder nicht, in Betracht. Nur für diesen Fall, daß noch ein solcher Zweifel besteht, ist von Großh. Ministerium bestimmt worden, daß bei Wagen, deren erster Anschaffungspreis 1000 Mark nicht übersteigt, anzunehmen sei, dieselben seien keine Luxuswagen, während bei Wagen mit höherem Anschaffungspreis bis zum veweise des Gegenteils anzunehmen ist, sie feien Luxus wagen. Hiernach fordern wir alle Interessenten zur Anmeldung ihrer steuerpflichtigen Wagen mit Frist von acht Tagen ans. Gießen, den 23. Januar 1901. .Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 23. Januar 1901. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises und daS Großh. Polizciaurt Gießen. Wir empfehlen den Großh. Bürgermeistereien, die obige Bekanntmachung in ihren Gemeinden alsbald ortsüblich ver- öffentlichen zu lassen. Binnen 14 Tagen haben die Großh. Bürgermeistereien "itr Landgemeinden und daS Großh. Polizeiamt Gießen alle diejenigen Besitzer von Wagen namhaft zu machen, welche nach vorstehender Bekanntmachung steuerpflichtig sind. Die Aus dem AranKfurter Kunstleöen Originalbericht des „Gießener Anzeigers". (Nachdruck verboten.) Die Januar-Ausstellungen der Frankfurter Kunstsalons Hangen recht Erfreuliches, und es lohnt sich wohl, auch »eitere Kreise darauf aufmerksam zu machen. Vor allen verdient der Kunstsalon Hermes Be- «chtung, der sich bemüht, das Publikum außer mit anerkannt bewährten Meistern, auch mit den bedeutendsten jimgeren Kräften bekannt zu machen. Augenblicklich interessiert dort wohl I a n T o o r o p aus Java am meisten. Ceme symbolischen Gemälde „Die drei Bräute" und „Die junge Generation", sind zwar kaum verständlich, zeugen über fcou außergewöhnlich lebhafter Phantasie und Gestaltungs- Ode. In den anderen Bildern entwickelt er teilweise ein tüchtiges Können, doch machen die meisten seiner Arbeiten fcen Eindruck des unsicheren Tastens und Suchens' nach fftiittn, nach Vollkommenerem. Am Besten gefällt uns eine 3n recht warmen, satten Tönen gehaltene Landschaft bei Rvtergh. Es wäre zu wünschen, daß Toorop recht bald tie Technik, in der er am meisten zu leisten vermöchte, Httcrusfände, dann würde er es wohl zu Hervorragendem frin.gen können. — Corriolano Vighi aus Bologna ist mit einer Reihe fein ausgeführter Landschaften in eigen- «migger Pastell-Technik vertreten. Leider sind die außer - lvrdemtlich klar und leuchtend gehaltenen Farben etwas zu talt im Ton, so daß sie an ansprechender Wirkung Verlierern. — Von Thoma sehen wir außer drei älteren Rilb-ern eines seiner letzten Werke „Frühling auf dem ÜebScgssee". Durch ungemein lebhafte, frische Farben und Hie Mgendliche kraftvolle Gestalt eines jungen Mannes ruft bi» Bild in dem Beschauer unwillkürlich die Sehnsucht nG diesem alles verjüngenden, zu neuem Leben er- Zahl der Wagen ist dabei auzugeben. In Zweifelfällen ist genau zu berichten. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, 28. Januar 1901. Be tr.: Die evangelischen Kirchenvoranschläge des Kreises Gießen pro 1901/1902. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die ev Ktrcheuvorstäude des Kreises. Die definitiv abgeschlossenen rubr. Voranschläge werden Ihnen dieser Tage zugehen. Wir empfehlen Ihnen, das in Ihren Händen befindliche Konzept mit den Ansätzen des Originalvoranschlags in Nebereinstimmung zu bringen, wie auch eine Abschrift der zu den Voranschlägen angenommenen Bemerkungen zur demnächstigen Nachachtung dem Konzepte beizufügen. v. Bechtold. Politische Wochenschau. Der deutsche Kaiser vollendete am Sonntag sein 42. Lebensjahr. Er weilt seit einer Woche auf englischem Boden. In wie rascher Folge bieten doch das menschliche Dasein seine Kontraste! Am Freitag vor 8 Tagen stand der Kaiser im Mittelpunkt der prunkvollsten Festlichkeiten, umgürtet mit der Majestät des mächtigen deutschen Reiches, umstrahlt vom Glanze der Krone, die vor zwei Jahrhun derten seinem Hause zu Teil geworden, umgeben von reich pulsierendem Leben, von Freude und Jubel. Und wenige Tage später befand er sich am Schmerzenslager der Groß- mutter, die ihrem letzten Atemzuge entgegen sah. Es mag auf das leicht erregbare Gemüt des Kaisers einen erschüt ternben Eindruck gemacht haben, als er hier auf's Neue gewahrte, daß auch die Herrscher dieser Welt nichts anderes find als sterbliche Menschen, die sich in Demut beugen müssen vor den ewigen, unabänderlichen Gesetzen der Natur, vor der ehernen Hand des unerforschlich waltenden Schicksals. Der Thronwechsel in England hat sich nach dem Herkommen konstitutioneller Staaten glatt vollzogen. Der neue König ist feierlichst in seine Würde eingeführt worden, und er hat im Geheimen Rat die Erklärung abgegeben, daß er den Fußstapfen seiner Mutter folgend ein verfassungstreuer Herrscher im strengsten Sinne des Wortes sein werde. Niemand wird an der Aufrichtigkeit dieser Versicherung zweifeln. König Eduard ist in einem Alter, wo man zu umwälzenden Thaten zu kühl und zu weise zu sein pflegt. Die Dinge werden jenseits des Kanals ihren Gang gehen, wie es bisher nach dem Willen der Parlamentsmehrheit der Fall war. Die Ereignisse in den beiden Buren-Republiken reden eine ernste Sprache«. Trotz ihrer gewaltigen Armee sind die Engländer nicht einmal im stände, die Minen von Johannesburg gegen die Angriffe der unermüdlichen Burghers zu schützen. Es wäre sonach kein Wunder, wenn selbst die englischen Kapitalisten den baldigen Abschluß der Aera Kitchener ersehnten. Ein Friede mit Ehren ist aber für England heute viel schwieriger als vor elf Monaten. Während man in China über die Einzelheiten der Friedensbedingungen unterhandelt, mehren sich die Reibereien zwischen England und dem Zarenreich. Die Eisenbahn von Shanhaikwan nach Tientsin ist jetzt dem deutschen Oberbefehlshaber zur vorübergehenden Verwahrung überlaffen worden, während die Linie Shanhaikwan-Peking in russischen Händen verbleibt. Ein neuer, bedenklicher Konflikt entstand aber wegen der Elliot- und Blonde.Inseln. Der englische Admiral Seymour sandte ein Kanonenboot dahin, um ein Räubernest auszurotten. Hiergegen erhob der russische Admiral Alexejrff energisch Protest, da jene Inseln zu dem von Rußland okkupierten Gebiete gehören sollen. Seymour erkannte diese Auffassung nicht an und erstattete darüber Bericht an seine Regierung. Auch in Japan erhebt sich lebhafter Widerspruch gegen das Vorgehen der Russen. Die Situation im fernen Osten ist also nichts weniger als wolkenfrei. politische Tagesschau. König Eduard VII. von England, Großbritannien und Irland, heiratete im Jahre 1863 am 10. März die Prinzessin Alexandra von Dänemark, die Tochter König Christian IX., also eine Prinzessin ans dem Hause Schleswig Holstein- Sonderburg-Glücksburg. Die unmittelbaren Verwandtschafts» beziehungen, die sich anS dieser Ehe ergaben, sind mannich- faltig. Großmutter der Prinzessin war Lüste von Hessen- Kassel. Die Gemahlin des ältesten Bruders der Prinzeß Alexandra, des Kronprinzen Friedrich von Dänemark, ebenfalls eine Luise, ist eine geborene Prinzessin von Schweden- Norwegen. Der zweite Bruder ist der König Georg von Griechenland, dessen Gemahlin Großfürstin Olga ist, eine Tochter des Großfürsten Konstantin von Rußland. Eine noch nähere Verwandtschaft mit der regierenden Linie der Romanoffs entstand durch die Heirat der Schwester der Prinzessin von Wales, Dagmar, die sich mit dem Zaren Alexander III. vermählte. Die dritte Schwester, Thyra, heiratete den Herzog von Cumberland, Sohn des Königs Georg von Hannover. Ein anderer Bruder, Prinz Waldemar von Dänemark, vermählte sich mit Marie, Prinzessin von Orleans. Das find die nächsten Anverwandten, welche dem jetzigen König durch die Heirat mit der dänischen Königstocher nahetraten. Noch mehr verwickelt fich das Familienbild, wenn man die durch die inzwischen erfolgten Heiraten der Kinder entstandenen Verwandtschaften berücksichtigt. Der jetzige Thronfolger, Georg, Prince of Wales, ist feit dem 6. Juli 1893 vermählt mit Mary, Fürstin von Teck. Sie ist die Tochter der Prinzessin Mary weckenden Frühling, wach. — Von besonders reizvoller Wirkung ist auch Schönleber's „Wehr" im Schnee. Es liegt ein ganz eigener Zauber in den, in allen Nuancen von weiß gehaltenen, so fein abgestimmten Tönen. Bemerkenswert sind ferner ein Studienkopf von Leibl, Strandszene von Liebermann, „Gestörter Schlummer von Jose Beu11iure, yGil. Außerdem ist! an Landschaften noch Bedeutendes von Professor W. Trübner, Paul Mathieu und Viktor G i l s o u l ausgestellt. Wir dürfen auch nicht versäumen noch einer ganz eigenartigen Post- fartenfammlung Erwähnung zu thun, die durch Frau Baronin v. Podewils, die Gattin des bayerischen Gesandten in Wien, zu stände gekommen ist. Zu einem wohlthätigen Zweck bat sie hundert der bedeutendsten Künstler um eine selbstentworfene Ansichtskarte und es ist dadurch eine- in ihrer Art wohl einzig dastehende, ungemein fesselnde Gemälde-Gallerie en miniature, geschaffen worden. Im K u n st v e r e i n finden wir einige Kollektiv - Ausstellungen, von denen wohl diejenige von Eugen Bracht ans Berlin mit ihren nur auf Stimmung berechneten wirkungsvoll realistischen Landschaftsausschnitten am interessantesten ist. Wunderbar fein sind die verschiedenen Farbentöne zu einander abgestimmt, und doch wirkt das Ganze nie gesucht, so einfach und natürlich, oft fast verblüffend wahr. Hervorragend in dieser Beziehung sind sein „Erlenbruch^, „Birkenhang" und „Waldfee". Nur ein Genie vermag mit so wenig Mitteln so viel zum Ausdruck zu bringen. — Professor Brütt's Kunst nimmt daneben einen liebenswürdigeren Charakter an. Auch er versteht es, die Natur scharf zu beobachten und zu erfassen, doch ist bei ihm alles mehr zusammengestellt, nicht so ganz frei von Zwang, besonders bei jenen Bildern, in denen er zu viel Wert auf die Details legt, so daß der packende Gesamteindruck verloren geht. Sein Hauptkönnen liegt wohl mehr in der Zeichnung und Charakteristik der einzelnen Personen. Für besonders wertvoll halten wir seine Komitee-Sitzung, Golgatha, sein Selbstporträt und einige landschaftliche Skizzen. — Professor L. Donzetto in Barth hat eine Anzahl Landschaften ausgestellt, die uns durch ihren kühlen, harten Ton, wenig ansprechen. Am natürlichsten wirken noch „Vorfrühling", „Herbstwald" und „Blick aufs Meer von den Dünen" — M. Pisch on in Berlin, bringt eine Reihe Pastellporträts, die nicht ohne Geschick und Geläufigkeit der Technik entworfen sind, doch vermißt man die Individualität der Persönlichkeit. Am Besten gelangen der Künstlerin einige Kinderbildnisse, die recht zart und auch dem Charakter entsprechend, behandelt sind. Erwähnenswert ist noch W. H e r 11 i n g aus München mit verschiedenen, sehr lebendigen feinfarbigen landschaftlichen Aquarellen. Der Schneidersche Kunstsalon weist augenblicklich, von ein paar Ausnahmen abgesehen, nicht viel Bedeutendes ans. Professor Brütt ist mit einem vorzüglichen Porträt des Cronberger Malers A. Burger vertreten. W. Altheim stellt zwei farbenfteudige Landschaften, die aber nicht auf der Höhe seines Könnens stehen, ans. Wucherer bringt eine feinfarbige stimmungsvolle Landschaft, Taunuswiese benannt. — Arthur Mendel aus München zeigt uns in 13 Bildern und 40 Radierungen manches recht Gute und Charakteristische. Außerdem sehen wir noch von Professor Hans Meyer eine Anzahl wirkungsvoller landschaftlicher Aquarelle und einen Totentanz, der aber wenrg neue Ideen zum Ausdruck bringt. - Auf die hier noch nicht besprochenen Gemäldesäle behalten wir uns vor, ein anderes Mal SU^ckzukommen. als und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften für das Groß zent. mehr 1901. Rach in der land- Darmstadt Offenbach Gießen Main- Worms in Prozent absolute derBevölkerung Bei der fortgesetzten Beratung des Etats des Reichs arnts des I " Von Großbritannien, Tochter des Herzogs von Cambridge, und deS Herzogs Franz von Teck, Sohnes des Herzogs Alexander von Württemberg und der Gräfin Rhodey Hohenstein. Königin Viktoria verlieh dem Herzog von Teck den Titel „Königliche Hoheit", obgleich sein Stamm nach deutschem Fürstenrecht nicht al- ebenbürtig gilt. Der älteste Neffe der jetzigen Königin Alexandra von England, Prinz Christian von Dänemark, ist verheiratet mit Prinzessin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin. Ihr Neffe, der Zar Nikolaus, heiratete Prinzessin Alix von Hessen, Enkelin der Königin Viktoria. Ihr anderer Neffe, Kronprinz Konstantin von Griechenland ist Gemahl der Prinzessin Sophie von Preußen, der Schwester des Deutschen Kaisers und Tochter der Kaiserin Friedrich, der ältesten Schwester Eduard VII. Eine Nichte der Königin Alexandra, die Tochter der Prinzessin Thyra von Dänemark und Herzogin von Cumberland, die Prinzessin Marie Luise, vermählte sich am 10. Juli 1900 mit Prinz Maximilian von Baden, dem Neffen des regierenden Großherzogs, und so entstand wieder eine ganze Reihe von weiteren Verwandtschaften mit verschiedenen fürstlichen Häusern, die übrigens infolge von früheren Heiraten der Familie des Prinzen von Wales bereits nahe gestanden. Mit den Häusern Orleans und Bayern ist die jetzige Königin Alerandra mehrfach verwandt, so durch die Prinzessin Marie, Tochter des Herzogs von Chartres. Eine Nichte des Königs Leopold von Belgien, Henriette, ist vermählt mit dem Herzog von VendSme, Sohn des Herzogs von Alen^on und der Herzogin Sophie in Bayern. Der Bruder der Prinzessin Henriette, der künftige Kronprinz von Belgien, Prinz Albert, heiratete am 2. Oktober 1899 Prinzessin Elisabeth in Bayern. So traten beide Häuser zugleich abermals in Beziehungen auch zum Hause Hohenzollern, denn des Prinzen Albert Mutter ist eine Prinzessin von Hohenzollern, und ihre Tochter Josephine ist wieder mit dem Prinzen Karl Anton von Hohenzollern vermählt. Die ferner noch zu den Dynastien von Oesterreich- Ungarn, Portugal, Savoyen und Bonaparte bestehenden Verwandtschaftsbeziehungen sind so zahlreich, daß sie sich kaum noch übersehen lassen; bemerkenswert ist dabei, daß die meisten Beziehungen durch das Haus Ko bürg vermittelt werden. Königin Viktoria hat 6 Kinder, 31 Enkel und 36 Urenkel hinterlassen, man begreift also, daß das jetzige Oberhaupt der Familie, König Eduard, auch eine recht zahlreiche Vrrwandtschaft geerbt hat. Aus Stadt und Kand. Gießen, den 28. Januar ** Persoualuachrichten. Der RegierungSrat Darmstadt wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes Ortsanwesende Bevölkerung am I.Dez.1800 am2.Dez.18S5 Deutscher Reichstag. Berlin, 26. Januar. Jahren hat also eine Zunahme von 81115 Personen oder ,81 Prozent, d. i. durchschnittlich jährlich 1,56 Prozent, tattgefunden, während in dem vorangegangenen Jahrfünft 890/95 sich die Bevölkerung um nur 46137 oder 4,65 Prozent, gleich 0,93 Prozent im Durchschnitt jährlich, vermehrt iatte. In den Provinzen ergaben sich folgende Veränderungen der Volkszahl: in Starkenburg vermehrte sich die Bevölkerung von 444562 Personen im Jahre 1895 auf 489445 im Jahre 1900 oder um 44883 Personen, d. i. 10,1 Pro- ent; in Oberhessen von 271524 auf 282165 oder um .0641 Personen, d. i. 3,9 Prozent; in Rheinhessen von 322934 auf 348525 oder um 25591 Personen, d. i. 7,9 Pro- Die Ergebniffe der Zählung in den Städten mit 10000 Einwohnern sind folgende: Zunahme seit 1895 t s des I ii n ern erwidert Abg. Hitze (Ztr.) nochmals auf die sozialdemokratischen Angriffe gegen das Zentrum. Abg. Stadthagen (Soz.) betont gegenüber dem Freiherrn v. Heyl, daß die Arbeiter noch gar kein wirkliches Koalitionsrecht haben. Er kritisiert die Handhabung des Unfallversicherungsgesetzes durch die Berufsgenossen, die unter dem Einfluß des Zentralverbandes deutscher Industrieller ständen, erhebt den Vorwurf, daß die Unternehmer, auch sogar staatliche Verwaltungen, sich über gesetzliche Vorschriften hinwegsetzen und klagt über das unpassende Verhalten der Unternehmer-Verbände gegen die Arbeiter und auch gegen die Aufsichts-Beamten. Diese Verbände thäten sich als eine Art „Erpresserbande" zusammen, 1 um den Arbeitern das Koalitionsrecht zu verkürzen. Gegenüber dem Vorgehen der Unternehmer möge der Staats- ■ sekretär seine Unabhängigkeit beweisen. (Bravo, bei den 1 Sozialdemokraten.) Abg. Stöcker (kons.): Religiosität ist Privatsache, 1 Religion kann nie Privatsache sein, sonst zerstört man sie. . Sie berufen sich jetzt darauf, daß einige christliche Prediger i zu Ihnen übergetreten sind; nun ich glaube, weder diese Männer noch Sie werden viel Freude daran erleben. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Abwarten!) Ledebour hat einen Scheiterhaufenbrief erwähnt. Das war keine Jntrigue und ich habe seinetwegen ein ganz gutes Gewissen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Vier Punkte habe ich darin aufgestellt, in denen ich mit Bismarck auseinanderging, und habe geraten, daß die „Kreuzztg." diese »vier Punkte in scheiterhaufenheller Beleuchtung (Lachen) zeigen solle, um den Kaiser richtig zu informieren. Das ^war eine offene ehrliche Kampfesweise. Bebel hat den „Tucker-Brief" direkt erfunden. (Stürmische Unterbrechung bei den Sozialdemokraten; Ruf: unverschämt!) Abg. Rötßhaus (Soz.): Stöcker warf Bebel vor, er habe den Tucker-Brief erfunden. Diese Behauptung, Herr Stöcker, steht auf derselben Höhe, wie damals Ihr Eid: „Ich habe Ewald nie gesehen!" (Sehr gut! bei den Soz.) Rach dem, was Stöcker hinter sich hat, hat er am wenigsten Recht, zumal einem Mann wie Bebel gegenüber einen solchen Vorwurf zu erheben. (Abg. Stöcker: Zeigen Sie doch den Brief!) Der Redner verbreitet sich dann über hausindustrielle Mißstände in Sachsen-Meiningen. Abg. Dr. Oertel (kons.): Ich gebe den Sozialdemokraten zu, daß sie ihrem Programm gemäß der Religion unparteiisch gegenüberstehen. Viele von ihnen handeln nach diesem Grundsätze, und ich freue mich aufrichtig, wenn ich höre, daß manche von ihnen ihre Beiträge an die Synagogenkasse zahlen (Heiterkeit rechts), aber sorgen Sie erst dafür, daß aus Ihrer Presse die Angriffe auf das Christentum fortfallen. Die Zusammenstellung des „Vorwärts" am 18. Januar war tendenziös. Alle Lichtpunkte waren weggelassen und nur die Schatten, deren historische Richtigkeit auch Herr Kunert nicht wissenschaftlich wird prüfen können (Abg. Kunert : Friedrich II.), waren gegeben. Diese tendenziöse Zusammenstellung war angesichts des Jubeltags eine Gemeinheit. (Bravo! rechts.) Molkenbuhr hat wieder einmal behauptet, die Getreidezölle schädigten jede Arbeiterfamilie jährlich um 30 Mark. Das wäre aber nur möglich, wenn der Getreidepreis um den Zollbetrag gestiegen wäre und wenn der Brotpreis mit dem Getreidepreis parallel liefe. Beides ist nicht bewiesen. Der Zoll wird zum großen Teil von den ausländischen Exporteuren getragen. Die Koalitionsfreiheit hckt keine größeren und gefährlicheren Gegner, wie in der Sozialdemokratie. Ich will die Koalitionsfreiheit, soweit sie jetzt bestehl, erhalten; viele meiner Freunde stimmen mir gewiß gern darin zu, sie memen aber, daß die Ausdehnung der Koalitionsfreiheit in alle Wege Herzogtum ernannt; der Geh. Oberforstrat Dittmar in Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen von dem Amte eines ersten Stellvertreters des Vorstandes der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft entbunden; der Regierungsassessor Dr. Langrock wurde zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Vorstandes der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft ernannt. In den Ruhestand wmde versetzt der Lokomotivführer bei der Main Neckar-Eisenbahn Moritz Kötter zu Frankfurt a. M. wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Februar an. ** Konsum-Verein. In Arbeiterkreisen, zunächst innerhalb der organisierten Arbeiterschaft, den Gewerkschaften, beschäftigt man sich mit der Errichtung eineZ Konsum-Vereins nach dem Muster der in größeren Städten besonders in Sachsen seit vielen Jahren bestehenden Vereine. Eine aus Angehörigen aller Gewerkschaften zusammengesetzte Kommission ist mit den Vorarbeiten betraut worden. ** Aus dem Theaterbüreau. „Im weißen Rößl" wird am Dienstag noch einmal als volkstüm- liche Vorstellung zu kleinen Preisen gegeben. Fräulein Eichenwald spielt die „Rößlwirtin." Eine Wiederholung von Flachsmann als Erzieher findet auf vielfachen Wunsch am Mittwoch den 30. d. M. statt. ** Unbestellbare Postsendungen. Rach der Statistik der Reichs-Postverwaltung für 1899 haben in diesem Jahre über zwei Millionen Postsendungen wegen Unbestellbarkeit bei den Ober-Postdirektionen zur Ermittelung der Absender eröffnet werden müssen. Davon sind nicht weniger als 1 038 180 Stück endgiltigunbestell- bar geblieben und später dem Flammentode verfallen. Die Ursachen der Unbestellbarkeit waren: 1. Unzureichende Adressierung, wie Fehlen oder unrichtige Angabe des! Standes, der Beizeichen, der Straße, der Hausnummer, des Bestimmungsorts usw.; 2. gänzliches Fehlen der Adresse (den Löwenanteil dieser Gattung nahmen die Ansichtspostkarten für sich in Anspruch); 3. Annahmeverweigerung; 4. nicht erfolgte Abholung; 5. Abreise ohne .Hinterlassung der Adresse; 6. Ableben des Adressaten und dergl. mehr. Das Schlimmste aber ist, daß die Absender sich gar nicht oder nur unzureichend genannt hatten und ihnen die Briefe daher nicht zurückgegeben werden konnten. Wie viel Verdruß, Sorgen und Geldopfer mögen durch die Nichtan- oder Nichtrückkunft dieser Sendungen verursacht worden sein! Aber auch auf der anderen Seite, wie viek ungerechte Vorwürfe sind da offen oder int Stillen gegen die Post erhoben worden. Schnell ist ja das Urteil gefällt: „der Brief ist auf der Post verloren gegangen!" Jeder Absender -sehe daher in seinem eigenen Interesse darauf, daß die Postsendung, bevor er sie dem Briefkasten anvertraut, eine vollständige Adresse trage, also alle Angaben enthalte, die zur Auffindung des Empfängers notwendig sind, und daß die Frankierung ausreicht. Bei den so beliebten Ansichts-Postkarten gewöhne man sich daran, stets die Adreßseite zuerst zu beschreioen. Ganz besonders aber vergesse man nicht, auf oder in der Sendung die volle Adresse des Absenders anzugeben, damit für alle Fälle die Rückgabe erfolgen kann. Angaben wie „Deine treue Marie",, „Dein Georg", „Dein Freund" usw. genügen freilich nicht, die kann die Post bei aller Findigkeit nur in den seltensten Fällen verwerten. *• Volkszählung. Den „Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik" zufolge ergab die Volkszählung vom 1. Dezember 1900 nach den vorläufigen Auf- fteQifligen eine ortsanwesende Bevölkerung des Großherzogtums Hessen von 1120135. Bei der Erhebung von 1895 wurden 1039020 Personen ermittelt. Innerhalb der letzten fünf -o- Lich, 27. Jan. Auf dem fürstlichen Hofgut Koln- hausen fanden in der Nacht vom 22. zum 23. d. M. 36 Schafe einen jämmerlichen Tod. lieber Nacht befinden ich die Schafe in einem Stall, der Hund des Schäfers liegt angebunden dabei. In jener Nacht hatte sich der Hund losgemacht und drei Schafe zerrissen, die andern sind vor Angst auf- und übereinander gesprungen, die Köpfe zwischen die andern gedrückt, so daß sie schließlich erstickten. Als der Schäfer, der über nacht in Birklar schläft, die Thür am morgen öffnete, bot sich ihm der unerwartete Anblick. § Bersrod, 26. Jan. Hier herrscht z. Z. eine Masernepidemie, verbunden mit Hals entzündung und schwerem Lungenkatarrh, die sehr rasch weite Kreise gezogen hat. Darmstadt, 26, Jan. Zwischen der Stadt und der Firma Merck ist nach langen Verhandlungen ein Tausch' vertrag zu Stande gekommen, der der Stadt zwar nicht unbeträchtliche Opfer zumutet, ihr dafür aber die bekannte chemische Fabrik erhält, deren Verlegung andernfalls bevorstand. Die Firma bekommt für ihr innerhalb der Stadt be- legenes Fabrikgelände, bad der Entwicklung der Stadt große Hindernisse bereitete, an der Peripherie der Stadt 150 000 Quadratmeter städtisches Gelände und Mk. 30 000 bar. Die Stadtverordneten haben zugestimmt. -t- Darmstadt, 27. Jan. Es wird für wertere Kreise von Interesse sein, zu erfahren, daß die hessische Regierung die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt hat, um für her- vorragende Arbeiten für die Ausstellung 1901 goldne erst bann möglich werde, wenn dagegen etwas gethan wird, daß diese Koalitionsfreiheit nicht zur Koalitionsfrechheit, zum Terrorismus und nicht dazu benutzt werde, die Ziele einer Partei zu fördern, die außerhalb der Verfassung steht. Wenn die Partei darauf verzichtet, die Koalitionsfreiheit ihren Sonderinteressen dienstbar zu machen, dann werden viele meiner Freunde gegen eine langsame, maßvolle Ausdehnung der Koalitionsfreiheit nichts einzuwenden haben. So lange Sie nicht die Verfassung des Reichs und die monarchische Verfassung Preußens anerkennen, müssen Sie als eine Partei behandelt werden, die außerhalb' der Verfassung steht. (Bravo! rechts.) Ich habe mich gefreut, daß der Staatssekretär den Sozialdemokraten nachgewiesen hat, daß ihre Ziele mit der Verfassung unvereinbar sind. Ich hoffe, er wie Graf Bülow, werden da aus dieser Erkenntnis die nötigen Konsequenzen ziehen. (Beifall rechts.) Abg. Dr. v. Siemens (fr. Vg.): Wenn Herr Gamp sich über die Schädigung der dreieinhalbprozentigen Pfandbriefe beklagt, so ist es richtig, daß Leute, die solche Papiere gekauft haben, dann nicht mehr dreieinhalbprozentige Pfandbriefe kaufen können. Genau so wäre es, wenn die Betreffenden ihr Geld für sonstige ausländische Waren ausgegeben hätten. Nun wird aber niemand verlangen, daß die mittelalterlichen Zustände wieder eingeführt werden sollen, wo überhaupt verboten werden konnte, daß jemand fremde Sachen kauft. (Heiterkeit.) Wir können mit der eigenen Produktion die Bedürfnisse der Nation nicht decken. Wir werden immer Getreide kaufen und daher unter allen Umständen den Schutzzoll selber zahlen müssen. Darin stimmen Wissenschaft und Praxis überein, wie die Preisunterschiede zwischen verzolltem und unverzolltem Getreide ergeben. (Widerspruch rechts.) 1885 bis 1899 sind ungefähr 5 Millionen Menschen in die Stadt gezogen. Wenn die Herren heute unter der Arbeiternot leiden, so sind sie elber daran schuld, denn sie haben die Situation hervorgerufen; sie können sich deshalb nicht darüber beschweren und noch weniger haben sie das Recht, nun anderen Leuten >ie Nahrungsmittel weiter verteuern zu wollen. (Widerspruch rechts.) Damit werden Sie nur eine Fortsetzung der bisherigen Situation schaffen, denn wenn nach Professor Lotze eine Zollerhöhung. auf 6 Mark eine Arbeiterfamilie 30 Mark im Jahre kostet und die Industrie entsprechend höher belastet werden soll, so wird diese fragen, was sie )afür bekommt. Der Hauptwert der Entwickelung in Europa liegt darin, daß wir die Industrie sehr spezialisiert haben. In gleicher Richtung sollten wir uns auch in landwirtschaftlicher Beziehung bewegen; tojr sind in der Sage, uns auch dort zu spezialisieren und das Uebergewicht auf demjenigen landwirtschaftlichen Gebiet uns zu sichern, wo es einmal liegt, auf dem Gebiete der Fleischproduktion. Wir haben einige Provinzen, die auch nach der Richtung vorwärts gehen, dort, wo die Zuckerprämie herrscht und in den Brennereigegenden. Im übrigen aber bewegt ich unsere landwirtschaftliche Produktion im Getreidebau und Sie vernachlässigen die Viehhaltung. (Widerspruch rechts.) Gegen die offiziellen Ziffern der Statistik, die meine Behauptung beweisen, können Sie sich nicht wehren. (Sehr richtig! links.) Der S ch r p u n k t d e r G e t r e i d e- oroduktion liegt im Großgrundbesitz, der Schwerpunkt der Viehproduktion aber im Kleinbesitz. (Widerspruchrechts.) Der Bauer, der Kleinbesitzer, der Vieh produziert, kann nicht nur kein Getreide verkaufen, er muß Getreide als Viehfutter hinzu kaufen und muß also durch Getreidezölle geschädigt werden zu Gunsten der Großgrundbesitzer. (Lebhafte Zustimmung links, Unruhe rechts.) Ueber diese Frage giebt es keinen Streit mehr (Oho! rechts), sie wird vom Bauern, vom Kleinbesitzer verstanden. Es haben sich bereits Bauernvereine gebildet Höhnische Rufe rechts: Wo denn? Nordost!), die erkannt haben, daß die Bauern zu Gunsten der Großgrundbesitzer durch die Zölle ausgebeutet werden. (Lebhafter Beifall links, Lärm rechts.) Ich habe also festgestellt, daß die Getreidezollerhöhung bezahlt wird vom In lande. Die Frage ist ernsthaft zu prüfen, ob das Inland die Zollerhöhung ertragen kann ohne Schädigung der Industrie. Eine zweite Frage ist, ob Sie (nach rechts) deck Weg weiter gehen wollen, den Sie 1878 gegangen sind und den Pakt weiter machen wollen mit der Großindustrie, die Ihnen höhere Getreidezölle ver- iricht und Ihnen die Arbeiter entzieht. Mir ist es fraglich, b Si.ei bei diesem Pakt nicht die Angeführten find. Man agt, es liege int Interesse des Staates, gewisse regierungs- ähige Klassen zu erhalten, die uns die Beamten für die Verwaltung und die Justiz, die Offiziere für das Heer liefern. Ich erkenne an, daß der Umstand, daß wir eine olche Klasse haben, uns ein Uebergewicht über Frankreich und Rußland giebt Die Frage ist nur: Welchen Preis kann das Land dafür bezahlen, daß solche Klassen gehalten und geschützt werden? Ist ihre Existenz es wert, daß Schutzzölle von 50 Prozent auf sämtliche Nahrungsmittel gelegt werden? Ich habe die größte Sympathie für eine solche Klasse, gebe ihr aber anheim, zu prüfen, ob sie das Recht hat, dem Lande eine solche Steuer im Interesse ihrer Erhaltung aufzulegen. Das hatte ich dem Abg. Fürsten Bismarck zu antworten. (Lebhafter Beifall links.) Präsident Graf Ballestrem: Ter Vorredner hat meine Geschäftsführung bemängelt. Er begriff nicht, wie ich dulden konnte, daß beim Gehalt des Staatssekretärs über Fragen gesprochen würde, die nicht im Zusammenhang damit ständen. Seine liebenswürdige und maßvolle Form veranlaßt mich, zu meiner Verteidigung etwas zu sagen. (Heiterkeit.) Ich habe unter allen Präsidenten die Praxis befolgen sehen, daß man bei diesem Titel alle Fragen und alle Sachen besprochen hat, die mit dem Reichsamt des Innern in irgend einer Beziehung stehen; und da ich meinerseits kaum eine Frage oder Sache kenne, die mit dem Reichsamt des Innern nicht in irgend einer Beziehung steht (große Heiterkeit), so kann ich die Diskussion nicht einschränken. Wenn die Herren sie selbst leänschr Luken wollten, würden Sie mir den größten Gefallen thun. (Erneute Heiterkeit.) c Abg. Jäger (Ztr.) tritt den Ausführungen des Abg. Siemens entgegen. Die weitere Beratung wird auf Montag 1 Uhr vertagt. von 1895 72019 63745 8274 13,0 50508 39408 11100 28,2 25564 22924 2640 11,5 84335 76946 7389 9,6 40714 33175 7539 22,7 L pw« ä«"" Liiiitf * (fflflinitt uItu , ObetUu*”1”; bo »''•SS.. ■ tue wüt «' ** J" bt*”' 1 i£ii.r Die WS M . Homberg, Kaulsköppel rc versteigert: 72 Radelstämm!M.18,68frn, 257 Nadel - Derbstangen mit 15,66 fm, 319 Nadel-Reisstangen mit 6,56 fm, 8 Nadel - Nutzknüppel mit 4,80 fm, 9 rm Nadel-Scheitholz, 2 „ Buchen-Knüppel, 19 „ Eichen.Knüppel, 98,5 „ Nadel Knüppel, 4 „ Aspen-Knüppel, 1850 Wellen Buchen-Reisholz, 875 „ Eichen-Reisholz 2175 „ Radel Retsholz, 75 „ Aspen Reisholz, 80 rm Nadel-Stock, 1 H Aspen-Stock. Zusammenkunft im Distrikt Homberg. Allendorf an der Lumda, am 25. Januar 1901. 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