Nr. 804 Erstes Blatt. 151. Jahrgang Samstag 28. Dezember 1901 Vrschetut täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien- Plätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" mermal wöchentlich beigelegt. Rtbaftion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. vdreste für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu. gernsprrchanschluß Nr.51. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme van Anzeige» au der für den folgendes Tag erscheinende» Vbc,1 bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigcn-Vermitt- lungSstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf«, auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'scheu Universitäts - Druckerei! (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die Gedenkfeier für Ernst den Frommen in Gotha. Eine neue Saiserrede. In Gotha hat am Weihnachtsfeste eine Gedenkfeier für Ernst I. oder den Frommen, Herzog v. Sachsen-Gotha und Altenburg, den Stifter des gothaischen Fürstenhauses, im Beisein des Kaisers und andererFürsllichkeiten stattgefunden. Ernst der Fromme wurde am 25. Dezember 1601 geboren, man beging also seinen 300. Geburtstag. Ernst bewährte als ein eifriger Anhänger von Luchers Lehre eine streng konfessionelle Fürsorge für alle Kirchen- und Schulangelegen- heiten seines Landes, überwachte mit ängstlicher Sorgfalt die Erziehung seiner Kinder und suchte den sittlich-religiösen Zustand seines durch den 30jährigcn Krieg, in dem er als Feldherr unter dem Schwedenkönig Gustav Adolf sich durch Tapferkeit und Weitblick hervorgethan hatte, verwilderten Volkes zu heben. Sein weiteres Bemühen als Fürst ging dahin, die dem Lande durch den Krieg geschlagenen Wunden durch eine straffe, geregelte Verwaltung und sparsamen, gerechten Staatshaushalt, unter Mitwirkung der Landstände, durch Pflege des Volkswohlstandes zu heilem Auch eine Landesmiliz hat er ins Leben gerufen. Zugleich war er um die Verbreitung der evangelischen Lehre, auch im Auslande, bemüht und durch die manigfachsten Dinge bekundete ser sein Interesse für allgemeine kirchliche Angelegenheiten. Zu der Gedenkfeier am zweiten Weihnachtslage war der Kais er besuch ganz unerwartet an gemeldet worden. Der Kaiser traf um Mittag in Gotha ein und wurde aus dem Bahnhof von dem Herzog Karl Eduard, dem Regierungsverweser Erbprinzen zu Hohenlohe- Langenburg, dem Erbprinzen von Sachsen-Meiningen, dem Oberhofmarschall v. Rüxleben, dem Staatsminister Hen- tig und dem Landtagspräsidenten Oberbürgermeister Liebe- trau empfangen. Der Kaiser fuhr in offenem Zweispänner mit dem Herzog und dem Regierungsverweser nach Schloff Friedenstein. Im Schloßhofe war die zweite Kompagnie des 95. In f anterieregiments als Ehren kompag nie auf gestellt, deren Front der Kaiser abschritt, und sodann den Parademarsch abnahm. Hierauf begaben sich die Herrschaften in das Golelinzimmer, wo die Erbprinzessin von Hohenlohe-Langenburg sie empfing; der Festakt sand im Thronsaal statt. Seine MajestÄ schritt mit der Erbprinzessin von Hohenlohe-Langenburg voran, dann folgten der Herzog Karl Eduard und der Großherzog von Sachsen- Weimar, hierauf Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg, der Regent Prinz Hohenlohe-Langenburg und der Erbprinz von Meiningen. Vor dem Thron nahm der Herzog Karl Eduard Aufstellung, rechts von ihm der Kaiser und die Erbprinzessin von Hohenlohe-Langenburg, sowie der Großherzog von Sachsen-Weimar, links vom Herzog der Regent, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und der Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg. Die Liedertafel leitete die Feier ein mit dem Gesang: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Hierauf ergriff der Regent das Wort zu einer Rede, in der er auf die Bedeutung Ernst des Frommen als Friedensfürsten hinwies und insbesondere betonte, daß wir eine Vereinigung aller Evangelischen nach dem Beispiel des großen Ahnen erstreben sollten. Mit besonders herzlichen Worten wandte sich der Regent an den Herzog und schloff mit der Bitte, daß der Kaiser dem Herzog auch ferner seine Huld gewähren möge. Hierauf hielt der Kaiser folgende Ansprache: „Zunächst spreche ich meinen herzlichsten, tiefgefühltesten Dank aus für die meisterhafte Rede, mit der Du mich begrüßt, und in der Du in markigen Strichen ein Bild des groffen Fürsten gezeichnet hast, dessen Andenken wir heute feiern. Deiner Aufforderung, hierher zu kommen, bin ich bewegten Herzens um so lieber gefolgt, als ich . geteilten Stellen einsen^ Zwanzig Batterien der Feld- und Festungsarnllerie sollen in den nächstfolgenden Wochen ans Südafrika zurück- igezogen werden, da ihre Geschütze nicht genügend Beweg- ^irngsfähigkett für bie gegenwärtige Art der Guerilla-Kricg- Mhrung gezeigt haben. Lord Roberts erließ einen Befehl, der besagt, daß angesichts der Entwickelung, welche die Kriegführung in ijüngfter Zeit genommen hat, die Ausbildung der Truppen ivon der Absicht geleitet sein müsse, sie für die Erfüllung, 'Xaa- Sto Fit r Son (Ty i o n mo,ott+ftrf» linb f rt1l tlftfil hatte. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Zu Heinrich s Hütte bei Au an der Sieg starb Kommerzienrat Eduard Klein, der den Wahlkreis Wetzlar- Altenkirchen von 1878—81 im Reichstag vertrat. Klein gehörte zuerst der nationalliberalen Partei an, trat aber infolge von wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten aus der Partei aus, um sich der schutzzöllnerischen Gruppe Löwe-Berger anzuschließen. CDri|lLlU)cn y>ruU| gesteigert werde. Ohne uns an dieser Stelle ein Urteil über die Berechtigung dieses Krieges zu erlauben — Gott, der Herr wird ein gerechtes Gericht richten zwischen Eng-; Lindern und Buren —, können wir doch nicht schweigen zu den überaus traurigen Begleiterscheinungen dieses Krieges, die man beim guten Willen mildern könnte, aber dem Anschein nach nicht melderu mag. Zum andern weisen die evangelischen Geistlichen der Rheinprovinz, die es sich zur besonderen Ehre anrechnen, in großer Zahl dem glorreichen Heere unseres Volkes anzugehören, oder ihm wenigstens Kus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 27. Dezember 1901. Vermischtes. * Mannheim, 24. Dez- Im benachbarten Ilvesheim wurde bei einem nach einer Versammlung entstandenen Anttsemitenkravall die israelitische Leichenhalle erbrochen und der Leichenwagen in den Neckar gestürzt. , * Antwerpen, 24. Dez- In der letzten Nacht wurde die hiesige große Konserven-Fabrik durch eine Feuersbrunst zerstört. Zahlreiche Arbeiterhäuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden ist ganz bedeutend- Rom,- 26. Dez- In Florenz und in Pisa ist der Arno infolgestarken Regens aus den Ufern getreten und verursachte einigen Schaden. * Neapel, 26. Dez- Heute wütete hier ein Eyklon, wodurch mehrere Häuser hier und in Poggio teils be^j «elischen Geistlichen der Rheinprovinz es als die heUige • Pflicht, öffentlich Protest zu erheben gegen eine Kriegsführ- war bis auf den letzten Platz mit Zuhörer gefuttl UNZ, burch welch/die Ehre des christlichen Namens vor! ? M. 9»,. teufe neranftattet« aller Welt befleckt wird. CL -s -us- daß,, o . . ,, n, sich im englischen Volke selbst nicht viel kräftiger, als es irakischen Aufführungen und lebenden Bildern. Letztere stellten aeschchen äst, der Abscheu gegen eine derartige Kriegs-1 Kämpfe aus dem Burenkriege dar. Die Bilder wurden sehr Führung erhoben hat. Wir beglückwünschen diejenigen eng-! schön aufgeführt und von den Zuschauern mit großem Beifall lischen Geistlichen, unsere Brüder in Christo, welche ben I aufqenommen. Auch die übrigen Aufführungen, besonders SJtut und die Gewissensklarheit besessen haben, öffentlich Pantomime, gelangen gut. So nahm die Feier Dank Zeugnis abzulegen gegen die Erscheinungen einer wider-L Bemühungen der Mitglieder und Gönner des Vereins christlichen GrM< -„i pin Liefer, als er wahrlich nicht dazu dienen kann, den Frieden! .. ,Em nettes LiebeSparcheu. Gestern abend geriet em und die Einmütigkeit zwischen unseren beiden stammes- und lLlebespärchen, das von einer Tanzmusik zuruckkehrte, in der glaubensverwandten Völkern, bie wir trotz allem wünschen Wallthorstraße derartig in Meinungsverschiedenheiten daß die und ersehnen, zu mehren. Schließlich bekunden wir, daß! beiden Liebesleute schließlich handgreiflich wurden und sich diese unsere Erllärung nur in milder, wenn auch klarer mit den Regenschirmen zu bearbeiten anfingen. Als aber Weise den Schrei der Entrüstung zum Ausdruck bringt, der e{n Schutzmann sich näherte, zog das nette Pärchen es doch! ffort und fort aus allen unseren Gemeinden vernommen D0C sei verschiedensten Bande der Zusammengehörigkeit einander naher ^»xs^bete außerdem lange Jahre bie Ehrenämter eines leine geringere Anzahl Mannschaften vorzuziehen, sosernl^^^^^ Namentlich gilt das von den Vereinen, in denen berI@cr1uryorftant)5rnitcriiet)e§ unb eines Feldgeschworenen. Alle chiese jeboch eine gute Kriegsausbildung erhalten haben. I Gedanke geselliger Kameradschaft besonders lebendig ist. I Remter hat er bis in sein hohes Alter hinein versehen. Er ' "■ ; I Es würde zu weit führen, wenn wir über all' die ver-1 als ein sehr gewissenhafter Mann. Er hat ein Alter Sudamerrkanisches. kmftalteten Festlichkeiten berichten wollten. So feierte der von fast 81 Jahren erreicht. New-York, 24. Dez. Nach einer Depesche des „New-!Männer-Turnverein am zweiten Weihnachtstage in SteinsI -|~ Grünberg, 26. Dez. Unter zahlreicher Beteiligung Mork Herald" aus Valparaiso vom 23. Dez. veröffentlicht Garten, der Turnverein in der Turnhalle das Weihnachtsfest! fand gestern nachmittag bie Beerbigung des am vorigen Idas Blatt „El Cornrnereio" eine Mitteilung, berzufolge Konzert und Weihnachtsaufführungen, an die sich eine Sonniag nach längerem Leiden infolge eines Schlagar^alls \au3 maßgebender Quelle verlautet, daß tms von Chile Berlosuna und ein Ball schloß. Von anderen schönen Feiern verstorbenen Kirchenrats Pullmann statt. Der Bestattung fu-d Argentienien unterzÄchnete Proto>k°ll dl- C-ntro. . die erwähnt, die der Zith-rklub am ersten Weihnacht?- ging ein Trauergottesdienst voraus, der durch die Mitw.r- ^er se für b ° en det er^re und hlN,ufuge, daß beide die Gesangvereine „Heiterkeit" und x„ng des Musikvereins, des gemischten Chores und des ^nblüt“1!)®6"ftritogen <^6iä£n$bi8 zum Schiedsspruch .Liederkranz-' sowie der Bauer'sche Gesangverein und die Mannergesangvereins verherrlicht wuchc. Dekaragner Äön iq Eduards teine Hoheitsrechte auszuüben. lBürgergesellschaft am ersten Festtage veranstalteten. aus Ettmgshausen gab in seiner ergretfenden Rede ein treues ° ' ... _________________ I rw -r • r *<•... 6 -.........< atm 1 tTX. . .. - tl. _ fS. I ni av. am »AhtlXovfo ArhPITv'irPtrllPS v|_t v_i_...y_ ... . . laus Ettingshausen gab in seiner ergreifenden Rede ein treues ___Auch in"ben Kliniken^wurde den armen Kranken einICharakterbild des Entschlafenen, schilderte sein arbeitsreiches ter Hat un g des Vorstandes des evangel. Pfarrvereins Weihnachtsabend bereitet. In der Frauenklinik fand bereits Leben, sein treues verdienstvolles Wirken als Geisllicher, Man, im Grvßh. Hessen. I am Samstag abend eine Bescherung statt, bei der Pfarrer | Bürger und Direktor der Sparkasse Grünberg und ermahnte 742 evang. Geistliche Rheinpreußens haben mit Namens- Euler eine zu Herzen gehende Ansprache hielt. Am Dienstag die Gemeine, stets dankbar des Mannes zu gedenken, ber hmterschrift folgende Erklärung erlassen wurde ben Kranken der übrigen Kliniken beschert. Wie all- niehr als 40 Jahre seine ganze Arbeitskraft der Stadt Grun- Unter dem erschütternden Eindruck durchaus zuver-! jährlich fand die Bescherung in den einzelnen. Sälen statt, berg gewidmet habe. Unter dem Geläute der Glocken unb lllrssiger und von den englischen Zeitungen selbst zugestan-lEs wurden Weihnachtslieder gesungen und von einzelnen den vom Musikverein vorgetragenen Weisen setzte sich dann Dener Nachrichten über die erschreckende Sterblichkeit berLrQnfen Kindern Gedichtchen aufgesagt; und es war rührend, der Leichenzug in Bewegung nach bem Friedhof. An der iBurenkinder unb Burenftauen in ben Konzentrattonslagern | bie herzliche Freude zu sehen, die den Kranken bei dem An- Gruft wurden zahlreiche Kränze niedergelegt, so von den — säst 2000 Kinder im Monat — die, wenn ihr nicht Einhalt I ^er |nt Glanz vieler Lichter erstrahlenden Chttstbäume! Geistlichen des Dekanats, vom Kirchen- und Stadtvorstand, Hethan wird, dem ^^”00^6 lunb der kleinen Gaben, die sie erhielten, aus den Augen von den Lehrern der Volks- und der höheren Bürgerschule, GeSn WM des letzten Jahr- strahlte und ine sie chre Schmerzen und Leiden aus kurze vom Vorstand der Sparkasse Grünberg, desftn ® -Hunderts mit solch erbarmungsloser Grausamkeit geführt Zeit vergeffen ließ. . der Verstorbene war. Ebenso leg en namens des Vorstandes iworden ist, als der jetzt in Südafrika von einem christlichen Unsere braven Mannschaften feierten ebenfalls kompagmen- der Landessynode unb bes oberhessischen Vereins für innere unb noch dazu in seiner Mehrheit protestantischen Volke! weise in den Kasernen ben Weihnachtsabend. Bei bem Ge- Mission Vertreter, unter das verdienstvolle Wirken des Verlegen ein evangelisches Brudervolk germanischer ALstamm-l f^ge weihnachtlicher Lieder vergassen auch sie für diesen Abend storbenen anerkennenden Worten eine Kranzspende am ^NZ führte, welcher bei fernerer Durchführung in bisheriger!^ Strenge des Dienstes. Und wenn sich auch jeder, der Grabe nieder. Weise bie völlige Ausrottung eines in seiner großen Mehr- Eltern und Verwandte besitzt, gewiß nach der Heimat sehnte, () Schlitz, 24. Dez. In bem benachbarten Pford tzahl fleißigen, anspruchslosen unb ivahrhaft Uoniinen fern verbreitete sich doch, wenn er unter bem Christbaum als stürzte gestern vormtttag der breijährige Sohn des Vaterland m heiliger Begeisterung liebenden Volkes haben ' ' Z b - nicht von ihnen vergessen Maurers Heinrich Stiel er beim Spielen unterhalb de- toürbe, endlich unter dem .chweren Druck ber Sorge, ba&R^Wn, öa^ er au^ uffipf+art TO, rft Fuldabrücke in den Fluß und ertrank. üus dieser Art der Kriegsfuhvung für die gesamte chnst- stb 'hni geschickten Schatze m Ges^ )( Renzendorf, 24. Dez. Gestern wurde der Gastliche Missionsarbeit, die das Evangelium von der gott-1 Schinken usw. sah, em behagliches Schmunzeln über l^nl Wabel in seiner Schlafftube erhängt auf- lichen unb ber aus bem Glauben an bie Gottesliebe er- l Gesicht. I gefunben. Das Motiv zu ber That ist unbekannt. iwachsenden menschlichen Liebe unb Barmherzigkeit unter! j. Geiß-Nidda, 24. Dez.. Die unter Leitung des LehrersI t Frankfurt a. M., 26. Dez. Heute fand in der Pauls- Len Heiden verkünden soll, ein ganz unnennbarer und unbe-l Muth veranstaltete Aufführung eines Weihnachts-lE^^ G^ne Gedächtnisfeier für Ernst Moritz Arndt statt, rechenbarer Schaden erwächst, ja sie in Ländern mit ge- festspiels nahm einen glänzenden Verlauf. Die Gedichte Um bQ§ Gedächtnis des großen Toten zu ehren, hat der blld^er Bevölk^mig wie Judien, 'Thina, öeradezu! gut vorgetragen. Auch die Gesänge der Kinder und Parochialverband der Paulusgemeinde an ber vordersten ^ntl/ ^ac^ten 0^6^161 machten einen erhebenden Eindruck.^ Die Kirche Bank im Schiff der Kirche eine Tafel anbringen lassen, die 1. r **“L 2“**/*"“ -T'yll < <• die Inschrift trägt: „Der Parochialverband Emst Moritz VC3 vvr| A Klein-Linden, 26. Dez. Heute veranstaltete der hie-lArndt, ein gutes, altes, deutsches Gewissen." Vor einer sehr Wir beklagen es aufs tiefste, daß sige Turnverein seine Weihnachtsfeier bei ^anz, thea- Festgemeinde hob Pfarrer Wemer, anknüpfend an - ,Vl " ----------k bestevangelium, die großen Verdienste Arndts um das deutsche Vaterland hewor. Wenn man aber des echt deutschen Patrioten Arndt gedenke, der durch seine flammenden patriottschen Lieder das deutsche Volk begeisterte und in ihm die Ermnemng und das Bewußtsein der eigenen Straft weckte und stärkte, so dürfe man andererseits auch des Christen Arndt nicht vergeffen, der uns mit manchem schönen, tiefreligiöses Leben atmenden Kirchenliede beschenkt habe. In beider Hinsicht müsse uns die Jdealgestalt dieses Niannes vorbildlich vorschweben. Auch ber alte Wilhelm Jordan, ber einzige noch lebende Freund Arttdts und besten Kollege im 48er Parlament, hatte es sich nicht nehmen lassen, der Gedächtnisfeier beizuwohnen. Er war mit seinen Töchtern erschienen und hatte auf dem Sitze Platz genommen, den er I im Revolutionsjahre als Mitglied der Nationalversammlung einnahm. Gestützt auf seinen Knotenstock und den Arm seines Dieners, schritt er nach dem Gottesdienste von seinem schön bekränzten Platze nach dem Sitze des alten Arndt, der, wie heute Jordan, damals ein Achtziger war, als man in der alten Kaiserstadt Frankfurt auf friedlichem Wege das deutsche lReich neu zu bauen versuchte. Er nahm die Gedenktafel in Augenschein und plauderte bann noch mit seiner Frankfurter „Gemeinde", die sich um ihn versammelt hatte, und dankte^ dem Pfarrer Wemer, ber in seiner Predigt seiner als des poetischen Erweckers der germanischen Sagenwett gedacht 37a% Reicheanleihe . . 101.05 4% Grieoh. Monopo 1-Anl. 24. Dez. Fruchtmark!. Durch- Roter Weizen 00.00—00.00 Mk., Weißer Limburg Schule Handarbeiten: Unterricht im Handnähen, Flicken, Stopfen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzeichnen, Wäschezuschnerden, Mascki- nennähen, Zeichnen, Rechnen, Deutsch Musterzeichnen und Wäschezuschneiden Methodischer Schneiderunterricht, Fach- unb Gewerbezeichnen Unterricht im Zeichnen und Zuschneiden Weiß-, Buntsticken, sowie alle modernen dard" verlautet aus Schanghai auf Grund aus Peking einge- gangener Berichte, daß die chinesischen Bevollmächtigten gegen 4 Punkte des Mandschurei-Abkommens mit Rußland Ein- Wendungen erhoben. Balpariso, 27. Dez. Der Konflikt zwischen Chile und Argentinien ist beendet. Argentinien nahm die unbedeutenden Abänderungen der chilenischen Vorschläge an, die nicht allein die zur Zeit bestehenden Schwierigkeiten lösen, sondern auch bestimmen, daß der Schiedsspruch durch England er- folgen soll, sodaß im strittigen Gebiet eine Regelung der Polizei frage erfolgen, und über den Bau der erforderlichen Straßen eine Bestimmung getroffen werden kann. Berlin, 27. Dez. Ein Opfer der jüngsten Eisenbahn-Katastrophe, der Kaufmann Max Jakob sohn, wurde gestern unter äußerst zahlreicher Beteiligung beerdigt. Berlin, 27. Dez. Am Weihnachts-Heiligabend entwendete die Tochter eines in Hamburg ansässigen wohlhabenden Fabrikanten namens Richter ihrem Vater 10 000 Mark und flüchtete mit chrem Liebhaber,! einem früheren Angestellten ihres Vaters nach Berlin. Hier wurde das Pärchen am ersten Feiertage abends vom Vater | empfangen. Während der Unterredung mit seiner Tochter- nahm der Liebhaber das Geld an sich und verschwand, wurde jedoch am Anhalter Bahnhof entdeckt und nach Hergabe des Geldes freigelassen. New-Iork, 27. Dez- Der „New-Aork Herald" berichtet aus Port os Spain, daß zwischen der v e n e z 0 t a u i- schen Regierung und Frankreich infolge Beschlagnahme von Eigentum, welches Franzosen gehört, ein Konflikt entstanden ist. (Tie Meldung übrigens, daß Deutschland an Venezuela ein Ultimatum gestellt habe, wird dementiert. D- Red.) L 0 n d 0 n, 27. Dez. Die heutigen, Blätter zeigen sich sehr verstimmt über den neuen Buren-Sieg. Die meisten resümieren sich dahin, daß weitere Verstärkungen für Kit- chener nötig leien. = Wie berichtet wird,, soll der. Köni^ schnittspreife pr. Malter. Roter Weizen 00.00—00.00 Mk., Weißer -Weizen 00.00—00.00 Mk., Korn 10.20—00.00 Mk., Gerste 9.10 bis 0.00 Mk., Hafer 7HO—0.00 Mk., Erbsen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft Die Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft und die Nernst-Lampe. Wie der Chemiker Wilhelm Boehm in Berlin mi[teilt, ist auf Grund seiner Nichtigkeitsklage vor dem kaiserlichen Patentamt das Nernst-Patent Nr. 104 872, welches die A. E.-G. erworben hat, für nichtig erklärt worden. Die Verwaltung der Allg. Elektrizitäts- Gesellschaft erllärt: „Die obige Entscheidung unterliegt noch der Beurteilung des Reichsgerichts. Unsere Gesellschaft hat reiflich erwogen, ob sie dieses Patent fallen lassen oder eine Entscheidung des Reichsgerichts herbeiführen soll, wir haben uns für die letztere Eventualität entschieden. Wir besitzen im ganzen 14 Patente, die Nernst-Lampe betreffend. An die Hauptpatente der Erfindung, soweit sie den eigentlichen Leuchtkörper und die automatische Zündung betreffen, können die Intervenienten nicht heran, da die Fassung dieser Patente auf Grund sorgfältiger Erwägungen und Vorprüfungen des Patentamts festgestellt worden ist, mit denen voraussichtlich auch im etwaigen Nichtiakeits- verfahrungen die entscheidenden Behörden sich nicht in Widerspruch stellen werden. Das soeben für nichtig erklärte Patent betrifft lediglich ein Verfahren, Leuchtkörper zweiter Klasse durch eine von den Elektroden räumlich getrennte Heizvorrichtung vorzuwärmen. Hieraus erklärt sich von selbst, daß der Schutz für die Herstellung der Nernst-Lampe durch den erfolgten Urteilsspruch nicht eingreifend erschüttert werden fann." Märkte. beschlossen haben, der Wiedereröffnung des Parlament- am 16. Januar beizuwohnen. .„i,,,,,. M Basel, 27. Dez- In der gestrigen Nachtschrmg Zion ist en-Kong ress es wurde zunächst ine Wahl 0« Kultur Ausschusses vollzogen. Es wurden u- a. in den aus- schuß gewählt: $r. Fricdlüuder-Straßburg, ®r. & Berlin, Dr. Pinzgawer-Zürich und Dr. Wechmann ausGe^. Ferner referierten Sir Francis Vkontesiove-^ondon über die hiesige Kolonial Bank, welche bereits ihre Aktums-FahrA» feit erlangt hat. In der Diskussion verlangte Dr. daß an die Spitze der Bank ein Kollegium bestehend nicht nur aus Kaufleuten, sondern auch aus Industriellen, nikern, Landwirten und Juristen gestellt werden,olle. Er^ definitive Beschlußnahme wurde der vorgerückten Stunde I wegen verschoben. • Neujahr. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. um 7 Uhr: Die erste hell. Messe; vor unb in derselben Aicsteiluna der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgoltesdienst mit Predigt. , um 91, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Fest-Andacht mit Segen. Gottesdienst in der Synagoge Südanlage. Israelitische ^eligionsgrmriniic. Samstag, den 28. Dezember 1901. Vorabend: 4°° Uhr' Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Lchristerklärung. Sabbathausgang: 520 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Deligionsgesellschaft. Sabbathfeier am 28. Dezember 1901. Freitag abend 4u0. Samstag vormittag 8S0. Nachmittag 330. Sabbathausgang 5'7 Wochengottesdienst: morgens 7°° Uhr, abends 4° Uhr. schädigt, teils fortgerissen wurden. Auch ein Maschinen- auf bem Baynhofe und eine Gießerei stnd beschädigt worden. Eine Frau wurde getötet und 31 Personen verletzt, drei davon schwer. * Paris, 24. Dez- In der Portierloge der deutschen Botschaft verlangte eine Zuckerbäckerin aus Bourges ungestüm den Fürsten Radolin zu sprechen. Sie komme aus dem Pantheon, wo sie Zeugin einer großen Verschwörung gewesen sei. Die Irrsinnige wurde in eine Anstalt gebracht. * Prag, 26. Dez. Aus Zizkow wird gemeldet, daß das Hans Nr. 122 der Hnßgasse der Schauplatz einer blutigen That war. Dfe Häuslerwitwe Marie Jung wurde von ihrem 19 jährigen Neffen, einem Schneidergesellen, in ihrer Wohnung überfallen und erwürgt. Der Mörder raubte 36 Gulden und flüchtete sich alsdann; auf der Flucht wurde er verhaftet. * Prag, 26. Dez. Der wegen Kontraktbruch verhaftete Tenorist Marsch ack wurde gegen Hinterlegung einer Kaution von 3000 Kronen auf freien Fuß gesetzt. Marschack wird am 30. ds in Frankfurt a. M. auftreten. * Budapest, 26. Dez- In der Ortschaft Szilas hat die Gattin des Gutsbesitzers Raska ihre zwei Stiefkinder, die aus erster Ehe ihres Mannes stammen, erdrosselt, die Leichen im Keller vergraben und so ihren eigenen Kindern die ganze Erbschaft gesichert. Die Mörderin ist verhaftet. * Budapest, 26. Dez- Die hiesige Stadtbehörde beschloß, eine energische Aktion einzuleiten behufs Umwandlung der Stadt Budapest in einen Welt-Badeort. Budapest, das überreich an heilkräftigen Quellen ist, soll in ein großes Luxusbad, das in Europa nicht seines gleichen hat, umgewandelt werden. iAllgemeineNentenanstaltzuStuttgart. 7 Versicherungsgesellschaft aus volle Gegenseitigkeit. Die mit Ablauf des 31. Dezember L I. fällig werdenden 6 Reuten können von da an gegen Uebergabe der mtt Lebens- 1 bestätigungdes Mitglieds und mit Qulltung versehenen Loupons $ ohne jeglichen Abzug bei den uMerzeichneten Vertretern der 6 Anstalt erhoben werden. Soweit ein Dividendenanspruch besteht, entfallen auf je $ eine volle Mark Rente 3 Pfennig Dividende. 8381 8 Beitrittserklärungen werden jederzeit entgegengenommen. In Gießen: Kaufmann Eberh. Metzger, Selters- 1 weg 70, vorm. 9 bis 12 und nachm. 3 bis 6 Uhr; in Tarm- 7 stadt: die Generalagentur Aug. Bcrbeuich, Waldstr. 20,1. Webling non Mnmschbeschen unb non Zusenbnng von Unckinnnsßknrtcn zu Neujahr 1902. Angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels bttten wir, wie in den früheren Jahren, zu dem obengenannten Zweck für die hiesige Kleinkinder-Bewahranstalt eine Gabe zu spenden und einem der Unterzeichneten übermitteln zu wollen. Durch diese Einrichtung wird der genannten WoblthättgkeitL- Anstalt eine sehr wünschenswerte Unterstützung zu teil, und durch Veröffentlichung der Namen der Geber noch vor Jahresschluß in diesem Blatt wird es allgemein anerkannt, daß alle, die mit einer solchen Gabe ihren Namen nennen lassen, von Abstattung der Neujahrsbesuche, sowie von Zusendung der Neujahrskarte« befreit sind und ihrerseits beides nicht beanspruchen. Gießen, den 27. Dezember 1901. 8398 Rendant Döring (die in seine Hand zu übermittelnden Gaben wolle man an Fräulein Stotz, Gartensrraße 11, abgeben lassen). Pfarrer Euler. Pfarrer Dr. Naumann. Fabrllant Emil Schmnll. für empfindliche Haut das ßeste. - Mildeste Kindrrseift. Reine überfettete Toilette-Feü-Seife das Stück 25 Pfennig, Karton ä, 6 Stück Mk. 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