Rebaftion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Annahme v»n enieiacn M der uachmtltag, für den blgenbcn Tag erscheinende» wummer bi» oorm. 10 Ntzr. »»vestellungen fpdteftcn» tlcnb» vorher. AwetteS Blatt. LSI. Jahrgang. Mttttvoch 28. August 1VVL den . , 1.50. tl . Keuilleton W und-ak nzeip- B, 28. August, ttflU tWVW Mn Dfifauft. W Mf CfWaM •» ann w W* Adresse für Depeschen, Anzeiger Sichen. FernsprcchanschlußNr.51. nehmen und diese sie selbst anfertigen lassen. Um ein Verstellen der Binde zu ermöglichen, wurde ebenfalls ein dreieckiger Schlitz mit Verschnürung angebracht. Solche Bin- 1 den lassen sich aufs billigste Herstellen und erfüllen ihren Zweck vollkommen. Einen ungedruckten Brief Go e t h e si*veröffent- lrcht Hans Vollmer. Der Brief, der sich in der Autographensammlung der verstorbenen Frau Geheimrat Ahlfeld fand und dessen jetziger Besitzer Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Ahlfeld in Marburg ist, hat folgenden Wortlaut: „Im hohen Alter sich umzusehen, welche Freunde das Schicksal uns in dem auflösenden Laufe der Zeit noch übrig gelassen, und sogar unmittelbar zu vernehmen, daß sie unserer in alter treuer Liebe gedenken, ist durchaus das Erwünschteste, was uns begegnen kann. Nehmen Sie, verehrte Frau, meinen freudigen Dank für die würdige Sendung und die begleitenden teuren Worte. Zu ernsten Betrachtungen geben mir diese Bände Gelegenheit, indem mir dadurch die Erinnerung unmittelbar aufgeweckt wurde, mit welchem Ernst der treffliche Freund sein Leben verwendete, um solche gränzenlosen Einzelnheiten zu entwirren und einen unübersehbaren Zustand dem Geiste des Beobachters einigermaßen faßlich zu machen. Wenn ich Sie beyde mit den lieben Ihrigen manchmal, gedankenreich, in jenen freundlick-en Gegenden besuchte, wo Sie sich einen, alle Behaglichkeit versprechenden Sitz gewählt und erworben hatten, so ist es mir des!) schmerzlicher. Sie nun, einsam, in Ihre Wohnung zu Göttingen hingewiesen und da- selbst nicht in dem gesundesten Zustande zu denken. Doch Sie tragen dies alles übermännlich und sehen dabei aufgerichtet Ihre lieben Kinder wünschei^wert herangewachsen, die Tochter zu unmittelbarer liebevoller Erleichterung, die Söhne 'wissenschaftlich uno thätig vorstrebend. Möge alles diesen Lieblingen gegönnte Gute auch, Ihnen gemütlich zu Hilfe kommen, und eine leidliche Gesundheit Ihnen den Genuß der beschiedcnen Tage freundlich vergönnen. Gedenken Sie mein, der auf seine alte Weise fortfährt; träten Sie als wohlwollender Gad wie sonst, bey mir ein, so würden Sie kaum eine Veränderung finden. Ein paar kolossale Gypsbilder mehr, sonst aber das alte Bekannte, an alter bekannter Stelle. Mein Thun und Wirken der letzten Jahre liegt im Truck offen da, meine Freunde vorzüglich begrüßend und dem Unwandelbaren empfehlend; wo mit . doch M . . . wnll igMchschuht , ।. d Halbschudt „ rn . von 2.50 * DotMsche Tagesschau. Eduard Bernstein wird auch den sozialdemokratischen Parteitag in Lübeck beschäftigen. Die vorläufige Tagesordnung des Parteitages sagt allerdings nichts von der „Bernsteinerei". Auf einer Berliner Versammlung, die ich mit dem Parteitage befaßte, erklärte Genosse Pfannkuch beim Parteivorstande sei dazu keine Neigung vorhanden; ür ihn sei die Sache durch die Stellungnahme der vorhergehenden Parteitage abgethan; etwas anderes wäre es, wenn Bernstein selbst die Frage anschnitte; die Entscheidung, müßte dann fallen; ob sie für Bernstein angenehm sein würde, sei eine andere Frage. Bernstein dürste sich gleichfalls nicht dazu veranlaßt fühlen. Allein für einen großen Teil der Genossen ist Bezugspreis tnetttlläfrec Mk. 2.20, monatl. 75 Pf- mit Bringerlohn; durch bu Abholestellen Vierteljahr!. Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg. Bei Postbezug Vierteljahr!. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. MD« «nzeiacn-vermitiluntzA stellen deö In- und Ausland« nehmen 8Uueigcn für bai Gtrhencr Anzeiger ringearn. Leilenpreis. total i? auSwärt» so Pfg. Beschlüsse der Katholikenversammlung vom Geiste des Friedens durchdrungen sein mögen und daß ihre Beratungen dazu beitragen, die Gottesfurcht und die Liebe zu Kaiser und Reich zu festigen und zu verbreiten. An den Papst wurde folgendes Telegramm ab- gefandt: «1° civitate Oanabrugenai commorantes, ubi undeoim aaecalia abhinc primns Romani Imperii germanicae nationi» Imperator sedem instituit epiacopalem, catholici ex Omnibus partibus Germaniae aolemniter. congregati potunt Apostolicam benedictionem, pignus paternae dilectionia Tuae, exhortationem firme conetanterque procellia nostri aaeculi reaiatendi in amore Christi, eanctae eins Eeclesiae eiosque vicconit in terria.“ In deutscher Uebersetzung lautet das Telegramm: Tie in der Stadt Osnabrück, lvo vor 1100 Jahren der erste Kaiser des römischen Reiches deutscher Nation einen bischöflichen Stuhl errichtete, aus allen Gauen Deutschlands versammelten Katholiken bitten um den apostolischen Segen zum Beweis Deiner väterlichen Liebe und zum Ansporn, in Liebe zu Christus, seiner heiligen Kirche und seinem Statthalter auf Erden den ©türmen unserer Tage kräftigen und beharrlichen Widerstand zu leisten. Von Kardinal Rampolla ist darauf folgendes Antworttelegramm eingegangen: »Incepto hodie catholicorum Germaniae congressui Summos Pontifex impenaissimo gratulatnr, ex superiorum conventuum fructibus utilitatee praeaentes laeto animo praecipit, utque Deus adait vobia ao propoaita vestra fortunet, Apostolicam benedictionem paterna effuaaque earitate impertitur. M. Card. Rampolla*. In deutscher Uebersetzung: Tepi 48. Kongreß der Kotho- liken Deutschlands drückt der Papst seine innigsten Glückwünsche aus, indem er aus den Ergebnissen der ftüheren Versammlungen ein frohes Ergebnis sowie die großen Erfolge der gegenwärtigen vorausahnt. Auf daß Gottes Beistand nicht fehle und eure Verhandlungen glücklich verkaufen, übersendet er euch den apostolischen Segen aus der ganzen Fülle seines väterlichen Herzens. Ein an den Kaiser gerichtetes Huldigungstelegramm lautet: „Eurer kaiserlichen und königliclien Majestät spricht die in der alten Sachsenstadt Osnabrück tagende Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ihre ehrerbietigste und innigste Teilnahme an dein Hinscheiden der kaiserlichen Mutter Eurer Majestät aus. Sie verbindet damit in altgewohnter Weise den Ausdruck ehrfurchtsvoller Huldigung und das Gelöbnis deutscher Treue. Jnstzizrat Karl Trim- born, Mitglied des Reichstags und Abgeordnetenhauses; v. Thünefeldt, Mitglied des Reichstags; Konsul Edaar Nölting aus Hamburg." Sodann folgte eine Reihe Begrüßungsreden, u. a. seitens des P. Weißhaupt namens der Katholiken und der deutschen Missionare Ostindiens, des Vorsitzenden des Lokal- komitees der vorjährigen Bonner Katholikenversammlung, Sanitätsrats Dr. Rügenberg namens des katholischen Rheinlandes, sowie des Konsuls Noelting namens der Hamburger und v. Blücher namens der Mecklenburger Katholiken. Pfarrer Koopmanns überbrachte die Grüße der holländischen Katholiken und Generalsekretär Leven (Essen) des Verbandes der Windthvrstibunde. Ferner sprachen der Landtagsabgevrdnete des Wahlkreises Osnabrück, Hofbesitzer Meyer (Riemsloh) und Domkapitular W i ch e r e r 48. Geueralverfaurrrrlurrg der Katholiken Deutschlands. L Os nab rück, 26. August. Arn Sonntag nachmittag 2 Uhr fand Festandacht mr hohen Dome statt. Um 3 Uhr war Fe stz u g der Gesellen- i>nd Arbeitervereine. Um 4 Uhr wurde seitens der genannten Vereine im Osnabrücker Vereinshause eine Fest- veriammlung veranstaltet. Zu derselben waren auch drei Kirchen fürsten erschienen. Nach einem Musik- und Ge- saingsvortrag begrüßte der Präses der Arbeitervereine, hcopiting, die Versammlung. Dechant Scheiermann über- Rechtsanwalt Dr. Bitter spracht über dein Mann und die Arbeit im Lichte des Christentum^" Caplan Dasbach sprach über die Arbeiter-Encyklika des perligen Vaters. Der Bischof Voß von Osnabrück erteilte oe» Festversammlung den oberhirtlichen Segen. Aus dem Tasbachschen Vortrage ist folgendes bemerkenswert: Arn 15. März 1890 trat die Arbeiter schutz- ^"serbnz rn Berlin zusammen, und fünf Tage später Bismarck aller seiner Aemter enthoben. (Stürmi- •“J-f Bravo.') Ter Kaiser glaubte auf seine Dienste ver- pchteii zu müssen, weil er in ihm das Haupthindernis für Zozialresornr ^blickte. (Stürmischer Beifall.) Der fran- zr'l Ische Minister, der Sozialist Millerand, hat dieser Gesetz- !P nng das wärmste Lob gespendet. Wir sollten uns daher neuen, daß solche segensreiche Gesetze hauptsächlich durch du »ilfe des Zentrums zu stände gekommen sind. (Stürrni- 1(:). r Verfall.) Aber die Wahrheit kann noch so klar in du Augen springen, die Sozialdemokratie sieht die Wahr- y.ar nic^)t- (Beifall.) Wienn es keine anderen Waffen als vrjen und Verleumdungen gegen das Zentrum giebt, so N “ Zentrum noch lange leben. (Stürmischer BeifaN.) Ainrft Bismarck hat ckinmal im Zorn das Zentrum einen uiriberwindlichen Turm genannt. (Bravo.) Wenn Bismarck 'eP^ ^Wahrheit äesagt hat, so diesinal. (Stürmischer Beifall.) -hw-st Bismarck ist verschwunden, das Zentrum ist geblieben, was es war. (Anhaltender Beifall.) Das Zentrum ist reich an Verdiensten um die Arbeiter. Tie Deutsche Ärtleiterschaft sollte daher dankbar dem Zentrum sein mr> ihm Vertrauen entgegenbringen. (Stürmischer Beifall.) In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal des Vereinshauses begann heute abend 8 Uhr die Be- grirrtzungsversammlung. Ter Vorsitzende des Lokal- fomiteeS, Amtsrichter Engelen, ein Neffe Windthorsts, ent ot der Versammlung seinen Will kommen grüß. Er ge- do^üe Windthorsts, sowie des verstorbenen langjährigen Fichrers der Osnabrücker Katholiken, des Bürgervorstehers Äitktendorf. Unter dem Beifall der Versammlung gab er lobcmn der Hoffnung Ausdruck, daß in der Stadt, wo der weAsälische Friede geschlossen worden sei, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, ein friedliches Nebeneinanderleben leider Konfessionen zu ermöglichen, die Generalversammlung der Katbolikerr Deutschlands das in der hiesigen Bevölkerung lest.ehende erfreuliche Verhältnis nicht nur nicht beeinträchtigen, sondern fördernd, hebend und mehrend auf dasselbe einwirken werde. Namens der städtischen Behörden entbot Bürgermeister Dr. R i e ß m ü l l e r einen kurzen Will- lommengruß Er sprach den Wunsch aus, daß auch die .'L»Z?L 1!)U LAlus btt 5 LNW-Iifji' Mteratm, Wissenschaft und Kunst. Archangelsk, 26. August. Der Beamte Tschulkow erhielt von dem Chef der nadj Nowaja-Semlja entstielen Expedition Bornsow folgenden aus der Ma- stchkin-Meerenge vom 10. April 1901 datierten Brief: „Zu tobe des vorigen Sommers begab sich die Expedition ■ mehr bedeckt war, sodaß das Schiff bei vollen Segeln -mit* mäßig starkem Winde unbeweglich stand. Nur bei Erkern Winde vermochte es sich langsam fortzubewegen. Sic Temperatur der Luft fiel auf 7 Grad unter den Ge- Mrpunkt, die des Wassers bis zu 1,6 Grad. Am 19. Sep- ttmtber faßten wir den Entschluß, nach dem Ueberwinter- m-gsort in der Seehunds-Bai zurückzukehren. Auf der Mckiahrt wurde das Schiff von den aufgetürmten Eis- Wvlilen eingeengt, wobei es fest einfror. Wir wollten Fahrzeug verlassen, und zu Fuß nach dem Ueber- ibiil erungsort gehen. Nach einigen Tagen aber wurde das D? von den großen Wellen gebroch,eu, die weite freie Billen bildeten. Wir befreiten jetzt das Schiff von dem W>e und hofften die Matoschkin-Meerenge zu erreichen. In Nanarin-Meerenge wurden wir jedoch endgittig von ^tlan Eismassen eingekreist. Es blieb uns nichts anderes uinog, als entweder das Sck)iff zu verlassen, und zu ver- I biem, das Ufer zu erreichen, und dort mit genügendem toat längere Zeit auszuhalten, oder aber auf dem Schiff sei ganzen langen Winter über bei geringem Vorrat ji'J verbleiben. Wir wäblten ersteres, und verließen das ' AM Erst beim Flusse Sawin, 200 Werst südlich vor der ÜMovjchkin-Scharr-Meerenge, gelang es uns, an Land zu kirnen. Wir nährten uns von rohem Seehundfteisch, .^-Mut bildete unser Getränk. Die Studien und Zeich- 1 nlul‘90en dieses Sommers, die wissenschaftlichen Sammel umgehn und einige Instrumente gingen verloren, aber wir s'chlossen^^^ 11 wurde der Begrüßungsabend ge-, L.ie erste geschlossene Generalversammlung wurde heute von Amtsrichter Engelen mit einem Hoch auf Papst und ttaiier eröffnet. Sodann wurde Aba. Justizrat ^rimborn-Koln zum ersten, Adg. Freiherr v. Thüne- seid- Augsburg zum zweiten und Konsul Edgar N ö l l i n g - Hamburg suin_ dritten Präsidenten gewählt Justizrat ^rimbom erklärte sich zur Annahme der Wahl bereit, fugte aber humorvoll hinzu, daß er nicht umhin könne, gegen die Versammlung die Anklage auf Tollkühnheit und gegen sich selbst die Anklage auf unerhörten Leichtsinn zu erheben. Als mildernden Umstand für sich selbst könne er nur geltend machen, daß er bei Annahme der Wahl auf die große Liebenswürdigkeit und dtachsicht der Anwesenden rechne. Redner gedachte hierauf der uralten Beziehungen zwischen dem Rheinlande und dem Sachseiilande, die durch die Wahl eines Rheinländers zum Präsidenten neuen Ausdruck gefunden haben, und schloß mit der Versicherung, daß der Vorstand alle Kräfte einsetzen werde, damit es am Schlüsse heiße: die achtundvierzigste Generalversammlung war eine würdige Nachfolgerin ihrer Vorgängerinnen. Zu Vorsitzenden der Ausschüsse wurden gewählt: Mission, Vereinswesen, Aeußeres und Formalien Graf Praschma (Falkenberg), chinstliche Charitas Landtagsabg. Herold, Wissenschaft, Schule, Unterricht, Presse und christliche Kunst Prälat Dr. Hülskamp (Münster). Nach Verlesung der Begrüßungstelegramme deutscher und ausländischer Kirchenfürsten und nach Erstattung des Berichtes der Zentralkommission durch deren Vorsitzenden, Graf Troste-Vischering, trat die Versammlung in die Beratungen der Anträge ein. Angenommen wurden die Anträge 1, betr. die Lage des heiligen Stuhles, 2, betr. Beisteuer zum Peterspsennig, 3, betr. Unterstützung und Förderung des Aftikavereins deutscher Katholiken, 4, betr. Unterstützung und Förderung des Bonifotiusvereins, 7, betr. Unterstützung und Förderung der katholischen kaufmännischen Vereinigungen, 9, betr. Canisiusgesellschaft, 10, betr. Schaffung deutscher Lehrstühle im Auslande, 16, betr. Beitritt zum Rafaelsvereiu, 17, betr. Empfehlung des St. Franziskus Xaveriusvereins, 20, betr. Empfehlung des Windthorstbundes in Esfen. Hierauf wurde die erste Versammlung geschlossen. lar bei ftiln :u'che Vrühl. 9 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger alle sind gerettet. Wir hoben ausgezeichnet überwintert und viele ZeickMungen ausgenommen: Alle sind gesund. Heute begab sich Borissow mit dem Zoologen Timofejew und zwei Samojeden nach der karischen Seite und weiter nach Norden." Ueber Korsett und Leibbinde entnehmen wir den Therapeutischen Monatsheften einen sehr interessanten Artikel von Dr. Witthauer, Oberarzt am Diakonissenhaus in Halle» a. S. Nachdem der Verfasser eingehend die Schädlichkeiten, die das Tragen des Korsetts zur Folge hat, hervorgehoben hat, führt er aus, daß bei den Aerzten die Verurteilung des Korsetts eilte zu theoretische ist. Es hilft nichts, daß wir in unseren wissenschaftlichen Zeitschriften gegen das ungesunde Kleidungsstück wettern; wir müssen diesen Kamps in der Praxis führen — vor allem nicht dulden, daß die Heranwachsende weibliche Jugend sich an das Korsett gewöhnt. Vernunstgründen sind Mütter für das Wohl ihrer Kinder ganz zugänglich, auch wenn sie für sich selbst eine Aenderung zurückweisen. Die bisherigen Veröffentlichungen in Tages- und Wochenschriften leiden nach des Autors Meinung an dem Mangel, daß sie zwar Reformkorsett oder Aehnliches empfehlen, aber so unbestimmt, daß keine Leserin darin eine Richtschnur finden kann. Ter Verfasser enipfiehlt einen Korsettersatz, der jeder Steife entbehrt, und einfach aus Gurten besteht, die sich meist rechtwinklig kreuzen, und größtenteils elastisch sinh. Die Büste ruht in faltigen miederartigen Lätzen. Die Röcke und Beinkleider müssen angeknöpft werden. Als Anhängsel zum Korsetterfatz empfehlen sich Strumpfhalter. Als Leibbinde empfiehlt Dr. Witthauer, nachdem er kurz auf die Indikationen zum Anlegen einer solchen eingegangen ist, eine sehr zweckmäßige Form. Um die Binde jeder Leibesform passend zu machen, sind eine Zahl dreieckiger Anschnitte mit Verschnürungen versehen, an den beiden Längs- eiten der Binde angebracht. Verfasser hat es als bewährt lefunden, Leibbinden stets in jedem Falle nach Maß an- ertigen zu lassen, bei ärmeren Patienten von der betreffenden Frau selbst. Es wurde natürlich stets tont rotiert, ob die Binde gut faß, eventuell diese abgeändert. Jede kraffe graue Leinwand erfüllt ihren Zweck. Nur muß auf genaues Maßnehmen geachtet werden, und das zu erlernen, ist wirklich nicht schwer. Der Autor hat z. B. 'tets die Hebammenschüleringen für Leibbinden Maß irfdjelnl täglich mit Lvsuahme des Montags. •ie Gießener Familie«, blätter werden dem Aw> idfler im Wechsel mit „Hess, tzandwirt" und „ölättcr (fit Hess. Volkskunde" vier- «al wöchentlich beigelegt. ineH geräumt ssss*i |.nfe Weht Wotttrtcht ■ober 11 - vmatuMtini, M W? ile Ulaftu bei größer ta t bie 3p Henk 3rie Sache nicht „abgethau". In der Versammlung des vierten Berliner Wahlkreises wurde in einer Resolution die Leshimmte Erwartung ausgesprochen, der Parteitag werde gegenüber den neuesten Bestrebungen Bernsteins, den im Erfurter Programm niedergelegten Grundsätzen die wissenschaftliche Grundlage zu entziehen, entschieden und unzweideutig Stellung nehmen, und die Art, wie Bernstein Verwirrung und Uneinigkeit in die Reihen des kämpfenden ^Proletariats trage, mißbilligen. Alle Parteigenossen müßten lich den auf den Parteitagen festgelegten Grundsätzen fügen; Revisionen müßten in der Partei selbst und auf den Partei tagen errungen, nicht aber in das Lager der Gegner getragen werden. Dieselben Anschauungeii vertrat in der -Empfehlung dieser Resolution des Berichterstatters Adolf Hofsmann. Im sechsten Wahlkreise beschloß man kurzer Hand eine Erklärung zu beantragen, wonach der Parteitag die Art der Agitation Bernsteins mißbilligen soll, weil dadurch die Ziele der Partei vollständig' unklar würden. Genosse Kiesel, der den Antrag begründete, erklärte, es werde nicht Dei Bernstein allein bleiben dürfen, auch der Genosse Calwer habe sich noch oor kurzem berufen gefühlt, die 9cottoenbigfcit des Schutzzolles zu beweisen, während die Partei in schärfiter Weise gegen den Zollwucher kämpfe. Es soll also nicht bloß über diejenigen, die an den Parteigrundsätzen rütteln, sondern über alle, die in irgend einer Frage nicht mit der Partei gehen, Gericht gehalten werden. -Ohne Zweifel wird der Antrag, die „Bernsteinerei" -auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen, noch von den verschiedensten Seiten gestellt werden. Die Erörterung dürfte also sicher stattfinden; daß sie recht lebhaft werden wird, ist vorauszusehen. Ob das Ergebnis diejenigen befriedigen wird , die sie veranlaßt haben, ist eine andere Frage. Schweigen wird man ihm schwerlich gebieten, noch weniger ihn aus der Partei ausstoßen; da er gar zu viele Gesinnungsgenossen hat, bedeutete das den Krach in der Partei. Tas weiß auch der Vorstand gan^ genau. Darum ilst für ihn die Sache „abgethan". Bauhandwerk und Industrie* *). Von Emil Kruse, Malermeister in Berlin. Fast alle Kollegen klagen seit Monaten über den Rückgang oder Stillstand des Geschäfts. Tie industriellen Etablissements geben immer weniger Aufträge, und die Bauten, namentlich diejenigen, welche dem Handwerker noch einen zufriedenstellenden Nutzen lassen, werden immer seltener. Beide Thatsachen stehen in einem gewissen Zusammenhang -miteinander, denn die Industrie befindet sich zur jetzigen Zeit in einer Krisis; sie hat nur geringen Absatz für ihre Fabrikate, kann deshalb ihre Arbeiter oft nicht ganz beschäftigen und übt so auch einen ungünstigen Einfluß auf die Entwickelung der Ban-Un-ternehm ungen aus. Namentlich ist die Industrie aber in einer großen Ungewißheit wegen ihrer Zukunft; denn in den nächsten Jahren «gehen die deutschen Handelsverträge mit den wichtigsten Ländern zu Ende, und von deren Neugestaltung ist das fernere Wohl und Wehe unserer Industrie abhängig. Ta mithin die Handelsverträge auch für uns Handwerker Interesse haben, so möchten wir uns kurz mit denselben befassen: Handelsverträge sind Abmachungen, welche für einen gewissen Zeitraum zwischen verschiedenen Staaten über die Regelung ihrer gegenseitigen Handelsbeziehungen getroffen werden. Sie setzen hauptsächlich die Zölle fest, die von den -einzelnen Staaten erhoben werden, und ermöglichen so unserer Industrie durch die herbeigeführte Ständigkeit der Verhältnisse, in den Vertragsländern den Absatz ihrer Waren sich zu sichern und immer weiter anszudehnen. Für Deutschland sind solche Handelsverträge mit der Zeit äußerst wichtig geworden, da unser Vaterland in den letzten Jahrzehnten aus einem Ackerbaustgate, der hauptsächlich vom Ackerbau lebt, zu einem Jndustriestaate geworden ist, der den größten Teil seiner Einwohner aus der Ausfuhr der Jndustrieerzeugnisse nach fremden Ländern nährt. Während nämlich noch im Jahre 1850 65 Prozent der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches sich dem Ackerbau widmeten, lebten im Jahre 1890 nur mehr 35 Prozent ton1 der Landwirtschaft. Was die ausländischen Staaten heutzutage für unser deutsches Gewerbe bedeuten, erhellt am Vesten ans der einen Zahl : Im letzten Jahre führte 'Deutschland für 4 Milliarden 753 Millionen Mark Waren nach dem Auslande aus. Wie wir oben anführten, ist der jetzige flaue Geschäftsgang unseres Gewerbes größtenteils durch das Darnieder*) Aus Nr. 24 der Berliner Maler-Zeitung. liegen der Industrie bedingt. Ebenso aber wird auch wieder das Aufblühen und der stetige Aufschwung der Industrie unserem Handwerkerstände genügende Arbeit und guten Verdienst bringen. Denn wenn die Fabriken viel zu thun haben, dann werden auch wir von denselben mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt. Die Fabrikgebäude werden erweitert, die Verkehrsanlagen, wie Eisenbahnen usw., ausgedehnt, und überhaupt viele EinrickMngen geschaffen, die unter mißlichen wirtschaftlichen Verhältnissen niemals entstanden wären. Die Blüte der Industrie bringt bei der ganzen Bevölkerung eine Steigerung der Lebensbedürfnisse hervor, und ermöglicht einen gewissen Luxus, der den .Handwerkern lohnende Arbeit zuführt. Der industrielle Unternehmer ist geneigt, mehr Geld wie sonst auf sein Haus und seine Wohnung zu verwenden: namentlich aber strebt er darnach, die verdienten Kapitalien in Immobilien anzulegen, und belebt dadurch die Baulust. Tie industriellen Arbeiter sind bei der vollen Beschäftigung und dem gesteigerten Arbeitslohn in der Lage ausgedehntere und komfortablere Wohnungen als sonst zu beziehen. Ter Handwerker und speziell der Bauhandwerker hat also ein großes Interesse daran, daß die Industrie sich einer günstigen Entwickelung erfreut, und diese ihr durch die Erneuerung der Handelsverträge im Jahre 1903 erhalten werde. Die Fortführung dieser Handelsverträge stellen sich nun einige wenrge aber sehr einflußreiche industrielle Hochschutzzöllner und die Agrarier direkt oder indirekt entgegen. Die industriellen Hochschutzzöllner wünschen ungebührliche Zölle -mf Rohmaterialien für die Industrie, namentlich auf Blei, Kupfer, Eisen und Stahl, und würden dadurch die Rohfabrikate (auch z. B. Bleiweiß) bedeutend verteuern, namentlich aber der Metall verarbeitenden Industrie die Konkurrenz gegen das Ausland, das über billigeres Rohmaterial verfügt, unmöglich, machen. Die Agrarier, welche sich von den Großgrundbesitzern im Osten Deutschlands ins Schlepptau nehmen lassen, erstreben eine ganz unbescheidene Zollerhöhung auf Getreide, wodurch die Lebensmittel bedeutend verteuert, die Arbeitslöhne unserer Gesellen in die Höhe getrieben und das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verschlimmert würde. Beide Parteien, die industriellen Hockfichutzzöllner und die Agrarier würden aber durch die Verwirklichung ihrer Wünsche erreichen, daß die .Handelsverträge nicht erneuert würden, da die fremden Staaten sich auf so hohe Zölle nicht einlassen können. Wir sehen also, daß überall die Interessen des Handwerks und der Industrie in handelspolitischer Beziehung gemeinsame sind, da das Handwerk in erster Linie von der Kundschaft der Industrie und nicht von derjenigen der Landwirtschaft abhängig ist. Unsere Vertretungen, namentlich die Innungen und Handwerkskammern, sollten daher diese Anschauung bei jeder Gelegenheit, namentlich den Behörden und der Oeffentlichkeit gegenüber auch zum Ausdrucke bringen, und sich mit jenen nationalen Männern solidarisch erklären, denen wirklich an der Blüte des Handwerks und der Industrie, überhaupt an der Wohlfahrt unseres Vaterlandes gelegen ist.। Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ip nut unter genauer Quellenangabe: Nnz." gestattet.) Gießen, den 27. August 1901. *• Fahnenflucht. Die Musketiere Eugen Hotel von der 3. Kompagnie und Wilhelm Kappler von der 4. Kompagnie des Inf.-Regiments Nr. 116 haben sich ohne Urlaub vom Regiment entfernt. Es ist gegen sie wegen Verdachts der Fahnenflucht Steckbrief erlassen worden. -m. Ostheim b Butzbach, 24. August. Im nächsten Frühjahr wird man hier mit dem Bau eines neuen Schultz aus es, das zwei Klassensäle und zwei Wohnungen enthalten soll, beginnen. Eine Wiese vor dem Dorf an der Straße nach der Haltestelle zu ist als Bauplatz in Aussicht genommen. Nach Vollendung des Neubaues wird die jetzt einklassige Schule in eine zweiklassige verwandelt werden. Obwohl die Zahl unserer schulpflichtigen Kinder erst 75 beträgt, hat sich doch der hiesige OrtSvorstand zur Teilung der Klasse ent schlossen, was umsomehr anzuerkennen ist, als die meisten Gemeinden sich erst dann zur Errichtung neuer Klasse verstehen, wenn die gesetzlich höchste Schülerzahl überschritten ist. Die Fertigstellung des Neubaues dürfte nicht vor 1903 erfolgen. e. Friedberg, 25. August. Wie wir bereits berichtet haben, findet die Wahl der Stadtverordneten am 2. September statt. Der neue Stadtrat wird alsdann einen Beigeordneten ernennen, der die Geschäfte der Verwaltung bis zur Besetzung der Bürgermeisterstelle zu führen hat. Letztere dürf t bald nach den Wahlen zur Ausschreibung gelangen, möglicherweise aber nicht vor dem 1. Januar definitiv besetzt werden. Offenbach, 26. Aug. Zu der, wie wir gestern meldeten, am Samstag vollzogenen Eröffnung des Großschjfs, fahrtweges auf der Mainkanalstrecke von der Frankfurter alten Brücke bis Offenbach, sei noch folgendes nachgetragen: Von einer besonderen Feierlichkeit war abgesehen, es sollte lediglich eine gemeinsame Strombefahrung der preußischer und hessischen Beamten zur Besichtigung der neuen Schleusen- und Wehranlagen stattfinden. Die Schiffsgesellschaften, Rheder und Interessenten hatten es sich aber nicht nehmen lasten, oem Tage ein festliches Gepräge zu verleihen. Schon an frühen Morgen kleideten sich die im Hafen und an den Main- ufern liegenden Schiffe in Flaggenschmuck. Aus Hessen wäre» zur Teilnahme an der Feier eingetroffen: Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben, Geheimer Oberbaurat Jmroth, Baurat Schmitt, Baurat Weihrich, Oberfinanzasseffor Frhr. v. Schenk zu Schweinsberg und Bauinspektor Becker; aus Preußen: Regierungsrat Kantel, Regierungsrat Schickert, RegierungS- und Baurat Rasch und Wafferbauinspcktor Baurat Hahn. Zur Aufnahme der Beamten lagen der hessische Reg -Dampfer „Hassia" und der preußische Reg.-Dampfer „Delphin" bereit. Als die „Hassia- sich in Bewegung setzte, zog der „Delphin" zu Ehren der hessischen Beamten am Maste die hessische Flagge und gab Böllersalut. Die Befahrung begann erst dem Hafen entlang, dann drehten die Schiffe bei und fuhren zurück stromauf, an der Spitze „Hassia- mit den Gästen, im Kielwaffer der „Delphin". Bon dem Bootsplatz der Frankfurter Rudergesellschaft auf der Insel donnerten Salut, schüffe, die von einem der Schwanheimer Boote aufgenommev wurden. Letzteres Boot und ebenso ein solches der Ruder« gesellschast folgten den Regierungsdampfern. Unter Böller- schüffen dampften die Schiffe in der neu hergestellten Fahrrinne bergwärts, von den am Ufer versammelten Zuschauern lebhaft begrüßt. Kanonendonner empfing sie an der neuen Schleuse bei der Gerbermühle. Die „Hassia- Passierte als erstes Schiff die Schleusenthore, ihr folgten die anderen. Die Schleuse war damit eröffnet; ohne alle Förmlichkeiten hatte sich ein für den Verkehr auf dem Main bedeutsames Ereignis vollzogen. Einer eingehenden Besichtigung der Bau- anlagen folgte dann die Durchlaffung eines FloßzugrS durch die Floßrinne auf der preußischen Seite, sowie die Schleusung eines auf der Bergfahrt begriffenen Schleppzuges durch die auf hessischer Seite gelegene Schleuse. Während bis jetzt nur Schiffe bis zu 0,90 Meter Tiefgang (bei Mittelwaffer) gehen konnten, ist heute Fahrzeugen bis zu 2,30 Meter Eintauchung der Verkehr ermöglicht. Darmstadt, 26. August. Der Herzog von Tam- bridge stattete heute dem Großherzogspaar einen Besuch auf Schloß Wolfsgarten ab. Mainz, 26. August. In Mainz besteht seit der Eröffnung des Schlacht- und Viehhofes die sonst nicht bekannte Polizeiverordnung, daß das zum Privatgebrauch in die Stadt gebrachte frische Fleisch einer gesundheitlichen Nach, kontrole auf dem Schlachthofe unterzogeu werden muß, auch wenn das Fleisch an seinem Herkunftsort bereits untersucht ist. Neulich erhielt am Sonntag ein höherer Offizier dx Stück frisches Fleisch von auswärts zugesendet, er bezahlte das fällige Oktroi, unterließ aber die angeordnete Untersuchung des Fleisches, die Übriges wegen des sonntäglichen Schluffes des Schlachthofes erst am Montag hätte geschehen können, er aber die Sendnrg für die Küche sofort holen mußte. Wegen der Nichtbeachtung der Polizeiverordnung wurde der Offizier in die gesetzlich zulässige Strafe genommen. Dagegen richtete er eine Beschwerdeschrist an das Großh. Ministerium unter Berufung auf die in Preußen bestehenden Bestimmungen. Das Ministerium entschied zu Gunsten de» Offiziers, trotzdem es s. Zt. der provisorischen Pollzet- verordnung feine Zustimmung erteilt hat. Mit dieser Tot- scheidung ist nun die betr. Polizeiverordnung gefallen; in nächster Stadtverordnetenfitzung wird die Bürgermeisterei einen diesbezüglichen Antrag stellen. Vermischt«. ~~ ♦ Hamburg, 26. Aug. Bei dem Juwelier Sllber« berg in den Alsterarkarden wurde in der letzten Nacht durch denn geschlossen sey, alle herzlichen Segnungen wiederholt hinzufügend in treuer Anhänglichkeit I. W. Goethe." Weimar, den 12. August 1830. Den Namen der Witwe, an die der Brief gerichtet ist, nennt das Schreiben selbst nicht. Das Goethe-Schiller- Archiv zu Weimar, besitzt aber den ersten Entwurf des Briefes, und hier ist Frau Sartorius von Woltershausen, die Witwe des als Geschichtsforscher und Staatswirtschafter bekannten Göttinger Professors Sartorius, als Adressatin vermerkt. Der Brief ist diktiert, doch mit der eigenhändigen Unterschrift Goethes versehen. Frankfurter Schauspielhaus. Man schreibt aus Frankfurt a. M. unterm 24. August: Unser Schauspielhaus war gestern abend der Schauplatz begeisterter Ovationen für die scheidende Irene Triesch, welche unserem Ensemble drei Jahre lang angehört hatte. Sie trat als Klara in Hebbels „Mario Magdalena" dahier zum letzten Male aus, und wenn audji die Rolle nicht in allen Punkten ihrer künstlerischen Persönlichkeit entspricht, so war das Publikum, empfindsam gestinimt durch die Scheidestunde, dennoch bemüht, der Künstlerin seine Sympathien mehrmals recht warm und herzlick zum Ausdruck zu bringen. Tie Bühne füllte sich- nach den Aktschlüssen mit Blumen .und Kränzen, und die Gefeierte mußte immer wieder vor die Rampe treten. Von Rührung übermannt, wußte sie nichts hervorzubringen, als ein gestammeltes „Auf Wiedersehen", das im dicht besetzten Hause eifrigen Wider- Zastd. Nach der Vorstellung spannten junge Enthusiasten der Künstlerin die Pferde aus, und zogen sie im ^.rinmphe und unter dem Jubel einer zahlreichen Menge durch die Straßen. — Was Theo d o rBe r t r a m in Bayreuth versprockMn, scheint er der deutschen Oper zu halten. Im Frankfurter Opernhause sah man ihn als ,Holländer" unb stand im Banne seltener künstlerischer Vollkommenheit und Großzügigkeit. Tas herrliche Organ des Sängers prädestiniert ihn für die tragischen, heldenhaften Bariton-Figuren des neudeutschen Tondrama^- die tiefe Beseelung, die er seinem Holländer z-i leihen wußte, im Verein mit der hochintelligenten und so überaus natürlichen und charakteristischen Zeichnung hinterließen eine nachhaltige Wirkung, die sich in ungewöhnlich herzlichen Ovationen äußerte. Das Ehristenbuch, lVerlag der Buchhandlung für Innere Mission Stuttgart), herausgegeben von A. v. Bilfinger, Prälat in Stuttgart, T-r. R. Psleiderer, Stadt- psarrer in Ulm, Dr. R. Weitbrecht, 'Pfarrer in Wimpfen, will „ein christlicher Hausschatz" im vollen Sinne des Worts sein, eine Schatzkammer für alle Lebenslagen und Lebensstufen, dazu angethan, um in stillen Stunden die Herzen nach innen und oben zu leiten, und aus dem unerschöpflichen Born des Gotteswortes zu speisen. Das Ehristenbuch setzt sich die praktische Brauchbarkeit für die Bedürfnisse des täglichen Lebens aller Stände und Volksklassen zum Hauptziel; es nimmt Rücksicht auf die Fragen der Gegenwart und die Zeitverhältnisse, unter denen der Ehristen glaube sich bewähren muß und reiht die einzelnen Betrachtungen nicht zufällig, sondern nach einem, das ganze Jahr mit den Kirchenfesten umfassenden, wohldurchdachten Plan aneinander. Das Ehristenbuch vereinigt die gesamte Hausandtuhi: also Morgen- und Mendsegen, Andachten und Predigten, sowie Unterweisung des Lesers über den christlichen Glauben in einem Werke und all' dies' zu einem Preise, für welchen bisher kaum ein gutes An- dachts- oder Predigtbuch allein zu erhalten war. Die Namen der Herausgeber bürgen für eine gediegene Durchführung des groß angelegten Werkes. Das Ehristenbuch ist berufen, in jedem evangelischen 5^aufe als „Familien- schvtz" sich einzubürgern. Tas Werk ist, in 25 Lieferungen a 40 Pf. durch die meisten Buchhandlungen zu beziehen. Der Tanz. Der Schritt der letzten Gäste klang im Flur, Dann wurde dumpf die Hausthür zugrschlagen, Und in die Sturmnacht fuhr der letzte Wagen. De8 HaufeS junge Töchter blieben nur Allein im Saal, im traumhaft aolbnen Glanze Herabgebrannter Kerzen, deren Duft Wie Weihrauchqualm durchzitterte die Lust, So fchwül und schwer noch von dem wilden Tanze. Die älteste der schlanken Schwestern stand An dem Klavier, und ihre Lippen sangen Die Walzerweisen, die ihr Herz durchklangen, Bis Ton auf Ton die schmale Rechte fand. Die müden, blonden Zwtlltngsschwestern kamen Langsam herbei und sangen leise mit, Und wiegten lächelnd sich im Walzerschritt, Als ihre LtebltngSweise sie vernahmen, Die jüngste aber zog aus ihrem Strauß Langsam der roten Nelke Glut heraus Und steckte sie in ihre Gürtelspange, Und raffte schweigend wie im tiefen Traum, Ihr weißes Kleid und schien's zu merken kaum, Daß sie schon tarzte nach der Schwestern Sange;: Mit großen Augen schwebte sie dahin, Langsam und feierlich, als ob sie lauschte, Wie schwer und starr die weiße Seide rauschte Bei jedem Schritt der blaffen Tänzerin. Sie gab nicht acht, daß allgemach verhallten Der Schwestern Stimmen, und sie sah es nicht, Wie leise quelmend auSlosch Licht um Licht, Vor ihren Ohren tausend Geigen hallten, Auf ihrem Scheitel lag der Schönheit Glanz, Strahlend und heiß, bis rot wie Apfelblüten Die weichm, runden Mädchenwangen glühten. Und immer schneller ward der stille Tanz Und immer wilder. — Ihre Arme hoben In Seligkeit und Sehnsucht sich nach oben, Um ihre heiße Ktndersttrne flog Das langgelöste Haar in blonden Strähnen, In ihren Auaen brannten heiße Thränen, Und tief ihr Haupt sich in den Nacken bog. Lautknisternd los» die letzte Kerze aus. Die Schwestern riefen fern auS ihrem Zimmer — Hoch atmend aber stand das Kind noch immer Und horchte, wie der Nordsturm fuhr um« ©r btt 5690 6786 Für ein '/»jähr. Mädchen werden Dm Comite. 5748 A-ikkredit, Wechselbisiraat, Ketrieds- B803 y und H,p-thkKri Kapital rtc. streng ----- Armeoamt Hieße«. diskret m jeder Höhe. 5267 Qinhlfi werden billig geflochten ÖIUUIÜ Selter Sweg 81. W. Hirsch Verlag, Mannheim. DkrsAedtNts hr^vtz von in czotzSpaar riiuz Grllmnirlgm-NerßkMMM der Aürstlich Zotmstschen Aentei Lch. Das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen rc. wird versteigert: Formerstag de» 29. August 1901, vormittags präzis 8 Uhr, von den Wiesen in der Gemarkung Lich, oberhalb der Stadt, zusammen 115 Morgen. Zusammenkunft an der Sau- bl ücke, rächst der Peinmühle. An demselben Fage, nachmittags präzis 1 Uhr, von den Wiesen unterhalb der Stadt Lich. Zusammenkunft im Schloßgarten, an der Eisenbahnbrücke. Arettag dev 30. August, vormittag« präzis 8 Uhr, von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Mühlsachsen, Oder- und Nieder-Bessmgen, im Ganzen 180 Morgen. Zusammenkunft in Müblsachsen. Montag den 2. Septemöer, vormittags präzis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Lich, den 19. August 1901. Gemarkung Saasen betreffend. Die Grundbesitzer in der Gemarkung Saasen werden benachrichtigt, daß die Flurkarten nebst der Uebersicht des Flächen- gehaltes der einzelnen Fluren auf dem Gemeindehause zu Saasen offengelegt worden sind. Die Grundbesitzer werden eingeladen, die R sultate der Fluroermlffung zu prüfen, und ihre etwaigen Bemerkungen, nach Vorschrift de« Art. 33 im Katastergesetz vom 13. April 1824. innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten bei dem Ortsvorstande zur Weiterbeförderung abzugeben. Die OffenlegungSfrist von drei Monaten geht mit dem 19. November 1901 zu Ende und nach Ablauf derselben kann >z besteht seit die sonst nichtlckw ivatgebrauch tn ■ gefantytitlifyii Sd gen werben muß,: ort öere/tt nnttii ytyaet a W die angeordilt! U wegen des süulW Montag HSilt M die Lüche fojoit t der Polijmem^ lässige Strafe gkiom fchrist an das in Preußen dchhc ^schied zu @unf!c proviforiföen f: M Mit dicht »rordnung :b die Der diesjährige Marburger Herbst- Pferde- und Fohlenmarkt mit Verlosung findet am IO. September zu Marburg statt. Fürstlich Uolwsifche Rentei. Kreiling. (Km im Südosten hiesiger Stadt an zwei Straßen liegender Bauplatz unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. 5564 Näbere« in der Ervedition d. Bl. Kandel und UerKehr. Uolkswirlschast. Königsberg i. P., 26. August. Der Begründer und frühere Eigentümer der Bernsteinwerke, Geh. Kommerzienrat Moritz Becker, ist gestern in Heringsdorf gestorben. Einbrechen eines Schaukastens ein größerer Diebstahl verübt. Es wurden Schmucksachen im Werte von 16000 bis 18000 Mark gestohlen. In dem Schaukasten befanden sich etwa 120 Brillantringe, 24 Tuchnadeln mit Perlen und Diamanten besetzt, Saphire, Uhren und Uhrketten. Bon den Thätern -fehlt jede Spur. * München, 26. Aug. Gegen den Räuber Mathias Lneißl wird am Dienstag, 17. September, vor dem Schwurgericht in Augsburg verhandelt werden. * Saßnitz, 26. Aug. Die gestrigen Probefahrten des neuen von der Werft Vulkan in Stettin für den Norddeutschen Lloyd gebauten Doppelschrauben-Schnell- Kämpfers „Kronprinz Wilhelm" ergaben vorzügliche Resultate. Die Kessel und Maschinen funktionierten tadellos, doch maßten die Probefahrten abgebrochen werden, da sich das an Bord befindliche Maschinenöl für die hohen Leistunger als nicht genügend erwies. Die Maschinen indicierten be drei Viertel ihrer Leistung auf 27 000 Pferdestärken. Der Dampfer ist bei Saßnitz zu Anker gegangen und wird, sobald neues Maschinenöl an Bord geliefert ist, die Probefahrten fortsetzen. # Pilsen, 26. Aug. Der Infanterist Hrniewicz wurde nach Wiener Blättern vom hiesigen Militärgericht zu 18 Monaten schweren Kerkers verurteilt, weil er beim Scheibenschießen in der Richtung gegen den kommandierenden Oberleutnant aus seinem Dienstgewehr eioe scharfe Patrone cabgefeuert hatte. Der Angeklagte leugnete zwar, doch gelangte der Gerichtshof zu der Ueberzeugung, daß er das Gewehr in böswilliger Absicht gegen seinen Vorgesetzten ge- richtet habe. * Antwerpen, 26. Aug. Auf dem hiesigen Amt für dnrekte Steuern wurden Unterschlagungen in der Höhe r«n mehr als 150000 Franken entdeckt. • Havre, 26. Aug. Die letzte Nacht stieß der deutsche Dampfer „Lusitania", 12 Meilen von Caskets, mit dem fi'anischen Dampfer „Lamboco" zusammen. Nach einer Stunde sank „Lufitania". Die aus 21 Mann bestehende Besatzung ist bis auf vier Mann, die ertrunken sind, von drm Dampfer „Larnboco- an Bord genommen worden. • Tromsö, 26. Aug. Von Spitzbergen wird unter dem 21. August gemeldet: Kapitän Bauendahl baut hier einen 8 Meter langen und IV4 Meter tiefen Dreimaster, dir mit Proviant für 2 Jahre versehen und mit 2 Mann di Bord möglichst nahe an die Küste Grönlands geschleppt rateben soll. Bauendahl will mit diesem Schiff längs der £ stküste nordwärts vordringen. * Die Entgleisung des Kammersängers Brucks im Berliner Theater erinnern — so schreibt und ein Mitarbeiter — an ein ähnliches, aber weniger tragikomisch ver- liMfeneS Vorkommnis, dessen Held der unlängst verstorbene Tvm Belling, der erste „flujuft" des Circus Renz gewesen ist. Belling war eigentlich Kunstreiter und Stallmeister und ersschien eines Abends so stark bezecht im CirknS, daß der all e Renz ihm die Mitwirkung verbot und, da Belling überhaupt stark trank, mit Entlassung drohte. Belling fügte sich scheinbar, verschwand aber heimlich doch in seiner Garderobe. Drr Alte, der bekanntlich ein äußerst strenges Regiment führte, war daher starr vor Schreck, als in einer der nächsten Süwn-Zwischennummern plötzlich auch Tom Belling auf- tLnchte, und zwar in einem unglaublichen Kostüm. Er hatte sich — ob im Rausch oder mit schlauer Berechnung, sei dahingestellt — geschminkt und den Stallmeistersrack — ver- kchrt angezogen. Das Publikum, das natürlich den wahren Sachverhalt nicht kannte, raste vor Vergnügen, zumal Belling de» blödsinnigsten Ulk trieb, und überschüttete ihn beim Abgang mit Beifall. Renz riß Tom Belling zwar trotzdem tetggen seiner Eigenmächtigkeit furchtbar herunter, aber innerlich wer er mehr als versöhnt. So wurde durch Zufall, im -lausche, die noch heute populäre Figur des „Cirkus-Aujust" geschaffen. * Verhaftu ng eines Buren-SchwindlerS. Die Pariser Geheimpolizei verhaftete in der vorigen Woche beim Eintreffen des Londoner Zuges auf dem Nordbahnhof von Panis einen ehemaligen holländischen Journalisten, den iSjijhrigen Joannis van Tiffelen, der für daS „Handelsblad" ■ Kri egsberichte aus Transvaal geschrieben hatte, van Tiffelen ' hallte in Marseille die Bekanntschaft einer holländischen keine Reklamatton mehr angenommen werden. Grünberg, den 17. August 1901. Großherzogliches Steuerkommiffariat. Wenzel Bekanntmachung, Offenlegung der Resultate der Flurvermeffung in der *. dm t der letzien W* Universitäts Nachrichten. — Dr. Seetzelberg, Prlvatdozent in der A'chtteklur-Abteilung der Berliner Technischen Hochschule, ist zum Professor ernannt worden. — Dr. Rudolf Jürgens in Berlin, Leuer der Kurse der pathologischen Anatomie im Berliner Dozenten verein und KustoS am pathologischen Institut, wurde zum Profesior ernannt. — AuS Königsberg wird berichtet: Auf dem durch Geh. Baurat Waldow (Dresden) geleiteten 30. Abgeordnetentag des Verbandes der deutschen Architekten- und Ingenieur-Vereine wurde der wichtigste Antrag zur „Doktorpromotion" in der Form angenommen, daß staatlich geprüfte Bauführer ebenso wie die Diplomingenieure ohne weiteres zu- gelassen werden sollen. — Wie die „Germania" Mitteilt, hat Forst- meistcr Riedel in Muskau den Rufi an den seit Anfang deS JahreS verwaisten Posten al« Direktor der Forstakademte Eberswalde angenommen. — Der Privatdozent und GirtchtSsekrelär Dr. A. Ehren, zweig, ist zum außerordentlichen Professor deS österreichischenPrtvat- rechts an der Universität Wien ernannt worden. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung Großh. Steuerkommiffariats Grünberg bringen wir hierdurch zur Kenntnis derjenigen hiesigen Personen, welche Grundbesitz in der Gcmarkung Saasen haben. Gießen, am 23. August 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Sport. Homburg v. d. H, 26. Aug. Tennis - Turni er. Die Damenmeisterschaft für Deutschland gewann Frl. Lowther gegen Frl. Duddell. Die Meisterschaft Deutschlands gewann der Franzose Decugi« gegen den Engländer Payn. Pßezecltml gesucht. Gießen, den 26. August 1901. Wohne von heute ab 08256 IXT Löwerrgaffe 13. -M» H. Weide« Harrs, Möbeltransport. Meyers Kono.-LeMn fünfte neueste Auflage, 17 Pracht- bände, wie neu, statt 170 Mark für 80 Warf zu verkaufen Adr. P T voftlag. Alsfeld. 5810 03312] Hwer gebrauchte Fenster zu verkaufen. Schützeupr. v. werben. AIS ihm der Unteroffizier befahl, sich rasch anzuziehen, that ir dieses nicht und meinte, tt esse erst sein Et. Der Feldwebel wurde nun herbetgcholt und beordelte einige Soldaten, dem Angeklagten beim Anziehen zu helfen. Zimmer schimpfte nun die Soldaten, den Fttd- webel und den Unterolfijier „Schufte". Wegen Gehorsamsverweigerung und Beleidigung wurde er vom Kriegsgericht zu 4 Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandcs verurteilt. Wegen der letzteren Ehrenstrafe bat der oberste Geiich'.Laerr Berufung eingelegt, weil die Voraussetzungen deS $ 38 der Milttär- nrafprozeßoidnung zur Erkennung dieser Strafe mangelten. DaS OberkriegSgertcht gab der Berufuog statt und hob die Ehrenftrafe auf, im übrigen verbleibt eS bei den 4 Monaten Gefängnis. — Der Arbeitssoldat Ludwig Kreuer auS GrohkönigSdorf batte am 19. Juli ualt anderen vom Rheine Steine auf den P ottciübungSplatz bei Kastel gefahren, war aber mit seinem Redenmanne mit seinem -Im Zeichen Schritt geblieben. Als ihm vom Unter osfizier wiedeiholt besohlen worden, an seinen Nebenmann beizusabren, leistete er reine Folge. Wegen Gehorsamsverweigerung wurde er vom KriegS- 3 Monaten GttängntS verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, die tndesien als unbegründet abgewiefcn wurde. „ .u r»tn, 26. August. Der Prozeß in Sachen der »Goldenen Hand wurde heute vor der Strafkamm-r in der Berufungsinstanz verhandelt. ES handelt sich um die Privatbeleidigungvklage deS Berliner Vertreters der „2etp8. N.Nachr ", Dr. Liman, gegen den früheren Chef, redakteur der „Köln. Zig.", SchmUs, und den Redakteur van Look, wahrend die Beklagten Widerklage erhoben. In der heutigen Verhand- lung entschied der Gerichtshof, daß die in erster Instanz erfolgte Ver- urthestung Schmits zu 100 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung angemesien ei. DaS Verfahren gegen van Look sei einzustellen. Bezüglich der Widerklage fei der Gerichtshof mit dem ersten Richter der Meinung, daß eS nutzt nachgewiesen sei, daß der Artikel „Goldene Hand" sich auf die ^Köln. Ztg." bezieht; die Berufung gegen die erstinstanzliche Freisprechung Dr. Limans sei daher verworfen worden. Die Kosten betr. den Angeklagten van Look seien Dr. Liman und die übrigen Kosten Schmits auferlegt worden. LW sih,s L Ä -6". Bl?* dl-« besann’11; A? d-i unb ta. If“ mit btn W. «?»•***? Jniel bonnetten & solches bet Rp Unter &■. hergestellten i Rammelten fit an bet 1» ;Wüa- hfUtib \ Wen bie w Jne alle Fötmlij dem Main bebenr- 'n Besichtigung ) eine« Floßzu^ le- sowie bie Schp vchleppzugeS -ch: se. Wfytnb big m ju 2,30 Mün 3 Frauen und Kinber solcher Personen vorausgesetzt, baß biefe unter a unb b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig sind und daß dieselben von der Zeit ber Bewertung rückwärts gerechnet minbestens zwet Jahre in Gießen ununter krochen gewohnt haben. Die Bewerber werden hierburch aufgefordert, sich bis 10. Septemöer f. S. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen HMich ober zu Protokoll ar.jimelben unb ihre Qualifikation M Bezüge ber Unterstützung näher zu begründen und zu IKIrggm. Gießen, am 23. August 1901. 5787 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Famtlie gemacht, der gegenüber er sich als Geheimagenten 1 der Regierung der südafrikanischen Republik auSgab, für die er in Emden Kriegswaffen ankaufen sollte. Er wies allerlei natürlich gefälschte Dokumente, darunter auch BeglaubigungS- schreiben des Dr. LeydS, vor und hielt, um sich bei der Familie Eingang zu verschaffen, um die Hand einer der Töchter deS Hauses an. Er entlockte der Familie 75000 Franks und dem Direktor des ^HandelSblad- 25000 FrkS., bie er in London unb verschiedenen Kasinos verputzte. * „In einem Berliner Theater.- Unter diesem Titel veröffentlicht Paul Roland im „Tag- folgende „leider noch nicht dagewesene Szene- : Direktor: Ader Sie werden mir doch baß nicht an» lhun, lieber Bariton, und heute nicht austreten wollen. Seit der gestrigen Tellaufführung ist die Theaterkaffe gestürmt worden. Jeder will Sie als Tell sehen. Sänger: Ich will nicht, ich kann den Tell nicht fingen, ich leide noch immer an Kolik. Direktor: Ich weiß, ich weiß! Sie war sehr heftig, diese Kolik, und ich glaube Ihnen ja auch, daß eS wirklich Kolik und nicht Alkoholtk war, was Ihrem Auftreten einen so schwankenden Charakter gab. DaS Publikum, immer geneigt zu Mißdeutungen, faßte Ihr Schwanken eben falsch auf unb lärmte, anstatt sich zu erinnern, daß Tell vor der Entscheidung eben schwanken muß. ES war empörend. Thun Sie mir den Gefallen und treten Sie heute noch einmal auf 1 Sänger: Aber ich habe noch immer Kolik. Direktor: DaS ist's ja eben. Jeder weiß eß jetzt, j'ber will einen Tell mit Kolik sehen, thnn Sie mir doch den Gefallen. Sänger: Meinetwegen, ich werde fingen. Direktor: Bester Freund, wie glücklich machen Sie mich! Sie retten mir eine glänzende Tageseinnahme. Dort im Schrank stehen zwei Flaschen mit Morphium, von derselben Sorte, wie Sie fie, gestern zur Bekämpfung Ihres Leidens gebrauchten — nicht diese, die beiden anderen mit den drei Sternen! (Der Sänger macht sich die erste Morphiumeinspritzung durch die Kehle: ,,AH!-) Direktor: Noch eine! — Er ist im Zuge! — Noch eine! DaS Morphium muß wirken, daS Haus ist bombenvoll, er auch bald. (Ab.) (Zwei Stunden später.) Theaterdiener: Herr Direktor, unser großer Meister läßt sich entschuldigen; er kann die Gastspielrolle nicht durchführen, er liegt zu Bett. Direktor (an den Schrank stürzend): Donnerwetter! Da haben wirs, er hat die dritte Flasche auch noch gefunden. Die DofiS war zu stark. „Ha, wackerer Apotheker, Dein Trank wirkt schnell. Mir kannS recht fein. Die Billete bin ich los. Nun wird das Publikum wohl an daß Morphium glauben müssen. Gerichtssaat. Mainz, 26. Aua. (OberkriegSgericht.) Der Oberleutnant Graf Strachwitz vom 1. Hess. Husaren-Regiment Nr. 13 hatte sich wegen Beihilfe zum Duell zu verantworten. Es handelte sich um das Duell deS Oberleutnants Richter mit dem Husarenleutnant Vogt. Der Angeklagte war vom Kriegsgericht von der Anklage sreigesprochen worden. Gegen das freispr chende Erkenntnis legte der oberste Gerichtsherr der Division, Exzellenz von Deines in Frankfurt, Berufung ein. Die Verhandlung erfolgt unter Ausschluß der O.ffentlichkeit wegen „Gefährdung der militärdienstlichen Interessen." Während deS Urteilsspruchs wurde dle Oeffentlichkeit wieder hrrgestellt und die Berufung als unbegründet abgewiesen. Die Begründung deS Urteils erfolgte hierauf wiederum unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. — Der Musketier Joseph Walter aus Würzburg vom 88. Jnf.-Regt. hatte von den Reservemannschaften zum Einkauf von Eiinnerungsgegenständen nach und nach 166 Mk. erhalten, das Geld aber unterschlagen und für sich verwendet. Um die Unterschlagungen zu decken, öffnete der Angeklagte mittels Nach- schlüffelS die Stube deS Feldwebels und stahl daraus die Löhnung der Soldaten im Betrage von 576 Mk. Von diesem Gelbe zahlte er 40 Mk. an den Lieferanten für die Erinnerungsgegenstände, 54 Mk. verwendete er für sich, der Rest des Geldes wurde bei ihm vorgefunden. Der Angeklagte will das Geld von einem „unbekannten Soldaten" erhalten haben. Er wurde vom Kriegsgericht zu 1 Jahr Gefängnis, 3 Jahren Ehrverlust und Versetzung in die zweite Klasse des Soldaten, standes verurteilt. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde heute als unbegründet abgewiesen. — Der Musketier Johann Friedrich Zimmer aus Wiesbaden vom 88. Jnf.-Regt. sollte in Arrest abgesührt Kitteratur. Als einer ber ersten Vertreter ber ti.alcnbcditteratur’ geht uns ber Lahrer Hinkende Bote (Verlag vorr Geiger in Lahr) zu. Schon über hundert Jahre waltet bieser Kalender seines Amtes, indem er alljährlich gesunde geistige Nahrung in ben Kreisen bes Volkes verbreitet. Immer hat er Mitarbeiter zu finben gewußt, bie sich barauf verstanden, in allgemein verständlicher Sprache unb von b joiten sj, ?ber < fjen fanden, ri S,lr"ftwn Si Ä K 4464] LudwigKr. 40 Parterre- Wohnung: sechs Zimmer mit allem Zub., Gartenant., auf 1. Oktober zu verm. Näh.».«lees,Südanl.i8 c>reuudl* mSvlierteS Zimmer "O in freier Lage zu verm. 5699 Zveserffratze 8, III, Ecke Steinstr. 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