lallen ««Me», Md- •oeradbatn, «owie nocpmtttSteHuna 1 böchsten Löhnm. r,Taubenhosftr.lS, e, Frankfurt a-M. ?08» SB" Wli ein,»1"«1 «ft SSlE >KK w w tbtt jur jktzi oder 'fierten imt 02884 on b dl S!J!Ä Äs- 38 y^offiui, Wu.Wtv ftU” bohmr ye'®afttflun(i bn otianns UüymLdch^ W- b058 \wU per •, Offerten unter bie Exved. erbeten. t»Mvchm sucht !Ukmädchm. >er Sxped> d. dl. ) r t auf fypctief, sel, Slbuldichein, en, Süffyifi u-, unter M. M ebiuflunqen. Rück' rUer, Nürnberg, mnnenßraße 188. cP Crem® F ieblt fit) m M° am liebsten m « । Aiern aus Reisen tato t^vaeü. gehendes 5182 aiirnnt an geeigneten, w l. Sepl-mber". ys® ,-«K eiert» ^ot f Nä Stfm« 1 d-I«>>dN^z Orke. Bff*' r<4 N* Nr. 175 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 28. JnU 1901 Mp« für »en erMtincftben t4ß«ch mit b*4 tooRtae». Mr 8Mp»«r fentltcTl« WÄjltS »crbtH Wtm Äns *e teSedpM mit „fctfl. W*e**- Mb „Blätter •» b4. B*4t»lunb<^ vier« Md «ckch—ttch Ixiflcltflt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger ** Amts- und Anzeigeblatt für den ttreis Gietzen Vezugrpreir oitrtdtiH Ml 2.20, nionatl. 75 mitBrii per lohn; aurch tfg Äbhotrftcllen oierrr.^äh4 Mk. 1.90, monat!. 66 Kg* Bei Postbezug Dtcctdjä^* Mk. 2.00 ohne Bestell-^ vlle Nnzetaen-vermlNlunG», stellen de» In- und AuttantzM nehmen Anzeigen für Kw Siebener Anzeiger cntgtw. Zeilenpreis. lokal 13 m, «uöeiärte 30 Pfg. Adreffe für Depefch«, Anzeiger Sietze». FernsprechanlchlußNr.GR. Die Zollsätze. Zur Ergänzung des über die Zollsätze des neuen Zoll tarifentwurss bereits Mitgeteilteu mag noch folgendes erwähnt sein: ES sollen zahlen pro D.-Ztr.: Buchweizen Mk. 3.60, Hirse 1.60, Rais 4, Malz auS anderem Getreide als Gerste 9, Reis aller Art 4, Speisebohnen, Erbsen, Linsen 4, Futterbohnen, Lupinen, Wicken, Raps und Rübsen, Dotter, Oelrettigsaat. Senf 3, Mohn, Sonnenblumensamen, Peterichsaat, Erdmandeln, Erdnüfie, Sesam, Bucheckern, Lorbeer», Nigersamen 2, Leinsaat, Hanfsaat 0.76, Baumwollsamen, Palmkerne, Kopra, Ricinussamen sind frei. Andere nicht besonders genannte Oelsämereien und Oelfrüchte Mk. 2, Kleesaaten 5, Grassaat aller Art 2, Runkelrübensamen, Zuckerrübensamen 1, andere Feldrübensamen und Sämereien sind frei; Anis, Fenchel, Korianter, Kümmel zum Genuß, frisch oder getrocknet, 4, Sämereien zur Gewinnung ätherischer Oele können auf Erlaubnisschein zollfrei abgelafsen werden. Kartoffeln sind frei, Futterrüben, Möhren, Wafferrüben und sonstige Feldrüben in frischem Zustande sind frei, ge trocknet mit Ausnahme der als Küchengewächs dienenden Mk. 1, Zucker- rllben (frisch) sind frei, getrocknet Mk. 1. Frische Cichorien sind frei, getrocknet Mk. 2. Alles Grün- und Rauhfutter ist frei. Rohe Baumwolle, Machs, Hanf, Jute, Pflanzenfaser, Torf, Waldwolle, alle pflänzlichen Spinnstoffe find frei. Tabakblätter 35. Hopfen 40, Hopfenmehl Mk. 60. Farbpflanzen und Telle von solchen find frei. Frische Küchengewächse, Kohl, Sellerie, Zwiebel, Blumenkohl, Artischocken, Bohnen, Endivien, Gurken, Rübchen, Kopfsalat, Spinat, Staudensellerie, Suppenkräuter, Tomaten sind frei. Paraguaythee, Lorbeerblätter, Salbaiblätter, Waldmeister und sonstige zum Würzen von Nahrungs- und Genußmitteln dienende Blätter und Kräuter getrocknet 4, eingelegte und zubereitete Champignons 20, Küchengewächse und Feldrüben, wenn sie zerkleinert, geschält, gepreßt, getrocknet oder sonst einfach zubereitet sind und ebenso zuberellete Speisebohnen und Erbsen, auch Sämereien zum Genuß, gepulvert oder gebacken, Mk. 10. Bäume, Reben, Sträucher, Schößlinge und sonstige lebende Gewächse sind frei. Cykasstämme ohne Wurzel und Wedel find frei, Lorbeerbäume Mk. 6, Orchideenbulben frei, Blumenzwiebel und Knollen Mk. 10, Blumen, Blüten, Blätter, Knospen zu Binde- und Zierzwecken und ebensolche Blätter, Gräser, Zweige find frei, Cykaswedel Mk. 20. Alle anderen Erzeugnisse der Ziergärtnerei find frei. Frische Weinbeeren 15, gemostet, gegohren, Weinmaische 24. Reife und unreife Rüffe, auch zubereitet, 4. Frische Aepfel, Birnen, Quitten, unverpackt oder nur m Säcken, find frei; in anderer Verpackung 6 Mk. Aprikosen, Pfirfiche 8, Pflaumen, Kirschen, Weichsel», Mispeln 2 Mk. Hagebutten, Schlehen, sowie vorstehend nicht genanntes Obst find frei. Erdbeeren 16; andere Beeren frei. Getrocknete Aepfel und Birnen 8, getrocknete Aprikosen und Pfirfiche 10 Mk. Getrocknete Pflaumen aller Art, unverpackt oder in grober Verpackung bei mindestens 80 Kg. Rohgewicht 6 Mk.; in anderer Verpackung 10Mk. Anderes gettockneteS oder geharrtes Obst 10; in einfacher Zubereitung als MuS ohne Zucker 5. AnnanaS, Bananen (frffch) find frei. Apfelsinen, Citronen, Pommeranzen, Granaten, Datteln, Feigen, Mandeln, Pistazien und andere Südfrüchte 12 Mk. Feigen, getrocknet, Rosinen 24 Mk. Getrocknete Datteln und Traubenrofinen 24 Mk., Mandeln, Pommeranzen, gettocknet 30 Mk., Jo hannisbrod, Kastanien, Maronen, Pinienkerne 4 M. Mit Meer- oder Salzwaffer übergoffene, zerschnittene ober geschälte Citronen 30 Mk. Pommeranzen, unreife, auch in Salzwaffer eingelegt bis Kirschgröße, Kokosnüsse 4 Mk. Südfruchtschalen 4 Mk. Fruchtsäfte (ohne Zuckerzusatz) von Citronen ober Pommeranzen unb anbeten Sübfrüchten 1 Mk. Säfte von Früchten unb Pflanzen zum Gewerbe unb Heilgebrauch frei. Roher Kaffee 40 Mk., gebrannt unb geröstet 60 Mk. Cichorien unb anbere Wurzeln, gebrannt und geröstet, 10 Mk. Andere Kaffeeersatzstoffe 40 Mk. Roher Kakao in Bohnen 35 Mk., gebrannt und geröstet 45, Kakaoschalen 12, Thee IQ, Paprika 10, GewÜrze-Zimmt 50 Mk., Gräser, Moose, Pflanzenhaare, Seegras, Palmblätter, Fasern, Wurzeln zu Bürsten und Flechtarbeiten, Stuhlrohr, Rüffe unb Schalen zu Schnitzstoff finb frei Chinarinbe, Beeren, Blüten, Blätter, Sämereien, Wurzeln, Pflanzentelle, Holz zum Heilgebrauch finb frei. Pflanzenwachs 10 Mk. Maulesel, Maultiere 30 Mk. pro Stück. Esel 6 Mk.. Schafe 2 Mk., Ziegen frei. Gänse 0.70 Mk. pro Stück. Hühner unb sonstiges Febervieh 6 Mk. pro Doppelzentner, geschlachtetes Febervieh 30, gespickt unb einfach zubereitet 35, zum feineren Tafelgenuß zuberettet 75 Mk. Dieselben Sätze gelten für Haarwllb. Fleischextrakte 30, Würste 46, Karpfen 15 Mk »nbere Fische frei. Gesalzene Heringe pro Tonne 3 Mk.; in anberer Verpackung pro Doppelzentner 2 Mk. Zubereitete Fische 3 Mk., mit Esfig, Oel unb Gewürzen zubereitete 12 Mk., zum feineren Tafelgenutz zubereitete 75 Mk. Caoiar 160, Seeschilbkröten 50 Mk. Süßwafferkrebse frei, in Zubereitung 60 Mk„ Hummer unb Langusten 50, andere Seekrebse 24 Mk. Schmalz und schmalzarttge Fette 12.50. Talg von Rindern und Schafen 8.50 Mk. Fisch, Speck und dergleichen frei. Schmierseifen in Fäffern und anderen Behältniffen 5, feste Seifen 10, Seife zum unmittelbaren Gebrauch geformt ober in Büchsen, Flaschen, Krügen Mk. 30. Aether aller Art in Fässern 160. in anderen Behältniffen Mk 240. Künstlich- Riechstoffe 80. wohlriechende Fette. Salben und Pomaden bei einem Gewicht von mindestens 5 Kg. der Umschließung mit Inhalt Mk. 20, bei geringerem Gewicht Mk. 100. Aether- oder wetngeisthaltige Rtechmtttel, Parfümerien, Schönheitsmittel, Kopf-, Mund- und Zahnwaffer Mk. 300. Schuhe eu8 Lever aller Art mit Holzsohlen 40, mit anderen Sohlen — gröberen — 85, feinere Mk 120. Sattler- und Täschnerwärm, sowie andere nicht besonders genannte Waren aus Lederhäutm, Pergament, tierischen Blasm, Häutm von Fischen oder Kriechtieren, auch Sattler- und Täschncrwaren auS grobem Gespinnst, soweit sie nicht durch ihre Verbindung mit anderen Stoffen unter höhere Zollsätze fallen, del einem Reingewicht des Stöcke« von2Kgr. ober barüber Mk. 65, bei geringerem Reingewicht Mk. 80; in Verbindung mit Be- schlägm ober Verschlüssen aus edlem Metall, auch Stickereien auf fieber Mk. 120. * Rascher, als man annehmen konnte, ist nun also der Zolltarifentwurf der Oeffentlichkeit übergeben worden. Der erste Blick bei der Durchsicht des Entwurfes gilt natürlich allenthalben den so heiß umstrittenen landwirtschaftlichen Zöllen, speziell den geplanten Getteidezöllen. Ta, erweist sich denn die Richtigkeit der betteffenden Meldungen, die den Anstoß zur Bekanntgabe des gesamten Zollwerks gaben. Roggen ist mit Mk. 6, Weizen mit 6,50 Mk. und Hafer mit ML 6 angesetzt. Für diese Erzeugnisse, sowie für Gerste (Zoll Mk. 4) setzt der Entwurf eines Zolltarifgesetzes einen Mindestzollsatz mit einer Mark Abschlag für den Doppelzentner fest. Der Doppeltarif für diese vier landwirtschaftlichen Produkte ist also Thatsache. Ebenso hat cs seine Richtigkeit mit den Viehzöllen: Sttere, Kühe Mark 25, Jungvieh 15 Mk. pro Stück, Schweine 10 Mk. für den Doppelzentner Lebendgewicht, Gänse 70 Pfg. Zu ergänzen ist der bisher nicht bekannte Zollsatz für Kälber: Mk. 4. Wurst zahlt Mk. 45, Butter und Käse je Mk. 30. Für Eier beträgt der Zollsatz Mk. 6, für Eigelb ML 8, dagegen ist Eigelb zu gewerblichen Zwecken, amtlich „denaturiert" oder unter Ueberwachung der Verwendung, zollfrei. Da wir einmal bei den Nahrungsmitteln sind, sei der Zoll auf Fische, dies wichtige Volksnahrungsmittel, erwähnt. Der gesalzene Hering erhält einen Zoll von 3 Mr. aus das Faß. Ebensoviel entfällt auf zubereitete Fische. Dagegen sind lebende und nicht lebende Fische, frisch oder gefroren, mit Ausnahme des Karpfen, zollftei geblieben, was nur zu billigen ist Honig wird mit Mk. 40 auf den Doppelzentner zu verzollen sein. Im Interesse der deutschen Honigzucht und der zum teil haarsträubenden Honigversälschungen, die vorzugsweise im Auslande betrieben werden, wird wohl der Zoll auf „künsttichen Honig", der im Entwurf der gleiche ist, wie auf Bienenhonig, noch erhöht werden. Einen Wollzoll sieht der Entwurf nicht vor; in dieser Hinsicht sind also die agrarischen Bestrebungen nicht zum Ziel gelangt. Ueberhaupt sind die Rohprodukte der Textilindustrie, so auch Baumwolle, Flachs, Hanf, Jute usw. vom Zoll freigeblieben. Das war durchaus zu wünschen. Die Zollsätze auf Baumwollengarn, auf Halbellengarn, eindrähtig roh, sind zum teil ermäßigt, die aus Leinengarn und auf Leinewand erhöht. Hartes Kämmfgarn, roh, eindrähttg und zweidrähtig, ist ebenfalls im Zoll erhöht. Genappes-, Mohair- und Alpacagarn, roh und bearbeitet, ermäßigt. Die Zölle auf wollene und halbwollene Waren (Tuch, Buckskin, Flanell, Zanelle usw.) sind im ganzen unverändert. Der Roheisenzoll ist derselbe wie bisher, ebenso der Zoll auf Eisenbahnschienen, dagegen entfällt auf Stabeisen, in Stücken nicht über 12 Zentimeter lang, zum Umschmelzen, ein Zoll von Mk. 1, gegen bisher Mk. 1,50. Sehr erheblich ist der Zollauffchlag auf Fahrräder und Fahrradteile, ungefähr das Sechsfache gegen die Sätze in den geltenden Verträgen. Erhöhungen erfahren ferner die Positionen: Dampsmaschinen, Motore, Werkzeugmaschinen, Dynamomaschinen, desgleichen Feilen, Kreis- und Bandsägen. Rohkupfer ist ft eigeblieb en. Wesentliche Erhöhungen weisen zum Teil auch die Zollsätze für Leder auf, so Ziegenleder, zugerichtet Mk. 80 gegen jetzt Mk. 18, Bockleder Mk. 50 gegen Mk. 36, und lederne Handschuhe gar Mk. 200 gegen Mk. 100. Holzschliff und Cellulose, zur Papierfabrikation, sind im Zoll um 25 Prozent erhöht; gelbes Strohpapier, rauh, um 50 Prozent, Packpapier um 25 Prozent. Für alles übrige Papier (Druck-, Schreibpapier, Seidenpapier usw.) sind um 40 Prozent höhere Zollsätze vorgesehen gegenüber den jetzigen Vertragssätzen. Auch im übrigen enthält der Tarifentwurf zahlreiche Zollerhöhungen und neu eingeführte Zölle. Die Zollsätze beziehen sich im allgemeinen auf den Doppelzentner. Erhöht ist Bau- und Schutzzoll. Ersterer ist mit 70 Mk. für den Doppelzentner Rohgewicht angesetzt. Andererseits sind, entgegen den Ankündigungen, eine Reihe von Gartenbauprodukten zollfrei geblieben. Vor allem Kartoffeln, Küchengewächse (Kohl, Salate re.), abgeschnittene Blumen, auch die lebenden Pflanzen sind zollfrei geblieben. Die von der „Nordd. Allg. Ztg." erwähnte Klausel, daß die Sätze des Tarifs noch nicht eigentlich festständen, weil sie die Beratungen des Bundesrats noch! nicht ordnungsgemäß durchlaufen hätten, wird doch nur als facon ' de rler aufzufassen sein; denn wir können uns nicht denken, ß der Reichskanzler seine Zusttmmung zur Veröffentlichung geben würde, wenn die angegebenen Sätze nicht so gut wie fesfftänden. Die Klage des offiziösen Blattes über die begangene Indiskretion hat nur einen bedingten Wert. Man kann eben heutzutage nicht mehr Versteckens spielen. Die Regierung hätte durch ihre Organe längst verkündigen können, um was es sich beim neuen Tarif handelt. Es war ein alter Bismarck'scher Grundsatz, daß man mit der Offenheit am weitesten kommt. Der „Dtsch Tagesztg." wird natürlich die Erhöhung für Roggen und Weizen nicht genügen. Die Mittelparteien aber werden auf der von der Regierung gegebenen Grundlage versuchen, einen haltbaren Tarif zu stände zu bringen, der den Abschluß langfristtger Handelsverträge ermöglicht. Die bedeutsamste Bestimmung des Tarifs ist zweifellos die Festtegung des Zollsatzes nach unten. Die Festsetzung der Minimalgrenze schafft vor allen Dingen Sicherheit und Beruhigung. Die verttagschließenden Länder wissen genau, woran sie sich zu halten haben. Man wird nicht sagen können, wir haben zwar einen hohen Generaltarif, allein die Regierung macht bei den Vertragsabschlüssen, was sie will. Die große Majorität des Volkes ist für, den erhöhten Schutz der Landwirtschaft: die Konservativen,'das Zentrum, die Nationalliberalen, die Elsässer, die Polen, die Wulfen und ein Teil der demokratischen Volkspartei. Wir erwähnen dies — nicht für uns, die wir der Majorität keinen absoluten, sondern nur einen bedingten Wert beimessen — jenen gegenüber, die fortgesetzt das „Volk" und die „Majorität" als die heiligsten Embleme der Politik anpreisen. Die Wirtschaftspolitik eines' Landes kann nich^t nach schönen Theorien, sondern nur nach praktischen Bedürfnissen geleitet werden. Eben hat in Duisburg eine Nachwahl stattgefunden, und es kann festgestellt werden, daß in diesem Bezirk, der zu den industtie- und verkehrsreichsten des Vaterlandes gehört, der eine außerordentlich zahlreich^ Jn- dustriearbeiterbevölkerung zählt, von mehr als 60 000 abgegebenen Stimmen sich 47 000 für den Schutzzoll im allgemeinen und für erhöhte landwirtschaftliche Zölle im besonderen ausgesprochen haben. Auch, das ist ein „Menetekel". Engländer und Buren. Wie der Korrespondent des „Standard" zu berichten weiß, hat sich vor kurzem den Engländern die Gelegenheit geboten, Louis Botha gefangen zu nehmen, als Oberst Bullocks Abteilung sich in der Nähe von Ermelo befand, sie haben sie sich aber natürlich entgehen lassen. Botha befand sich in dem Hause von Cornelius Nys, vier Meilen von Ermelo entfernt, und dieA wurde den Offizieren, die dem Generalstabe der Abteilung zugeteilt waren, bekannt. Nur wenige Leute mit einem) Fünfzehn-Pfünder befanden sich zu jener Zeit bei dem Buren-General. Die Leute paßten wenig auf, so daß er beinahe gefangen genommen worden wäre. General Bullock hatte sein Lager, zehn Meilen von der Farm entfernt, einrichten lassen, und entschloß sich einen Nachtmarfch zur Ausführung zu bringen. Unglücklicherweise bekam die Abteilung, die gerade bei Tagesanbruch bis innerhalb zwei Meilen von Nys Platz angekommen war, den Befehl, zu halten. Die Buren bemerkten den Feind natürlich sofort bei Tagesanbruch und als Oberst Bullock gerade den Fang des Burenführers in Szene setzen wollte, sah man denf letzteren aus einer Hinterthür des Hofes auf einem grauen Pferd davonreiten. Die Buren waren so sehr überrascht, daß sie erst als die Engländer auf 2000 Meter herangekommen waren, das Feuer mit dem schweren Geschütz eröffnen konnten. Hätte man den Fehler nicht gemacht, die Leute zur unrechten Zeit halten zu lassen, so wäre General Bothas heute wahrscheinlich in englischen Händen. (Ja, hätte! . . .) In Southampton trifft man Vorbereitungen zum Empfang des Generals Baden-Powell, der bekanntlich „krankheitshalber" den südafrikanischen Staub von seinen Stiefeln geschüttelt hat. Bürgermeister und Stadtverordnete haben sich angesttengt, um den ,Melden von Maft- fing" mit patriotischer Begeisterung willkommen zu heißen. Die „Krankheit" des Generals macht ihnen aber einen! Strich durch die Rechnung, und so wird man die Ueber- reichung des Ehrenbürgerbriefes auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Darf man an diese Krankheit des Generals glauben? Daß er ein geriebener Schlaumeier ist, hat er durch die theattalische Drapierung der „Belagerung" von Mafeking glänzend bewiesen. Bekanntlich war er schon einmal im Begriffe, Südafrika Valet zu sagen; man hatte seine Fähigkeiten von einer anderen Seite kennen gelernt, als er den geschickt ihn verblüffenden De Wet durch die Magaliesberge entschlüpfen liest Unerwartet wurde er damals zurückgerufen, und zur Gendarmerie versetzt, wie man hierzulande sagen würde, d. h. damit beauftragt, die südafrikanische Polizeitruppe (South Aftican Police) zu organisieren. Wie er sich dabei bewährt hat, ist bisher nicht bekannt geworden. Das Gerücht über eine nahe bevorstehende fried-, licheWendunginSüdafrika, das in London neuerdings, zuerst in radikalen bürenfteundlichen Kreisen, wieder aufgetaucht ist findet einen Widerhall in unbestimmten Brüsseler und holländischen Depeschen einzelner Blätter, die wiederum dem deutschen Kaiser eine Art Vermittlerrolle dabei zuweisen möchten. In gutunterrichteten Kreisen wird diesen Gerüchten keinerlei Bedeutung beigelegt. Der „9tordd. Allg. Ztg." zufolge ließ der Reichskanzler Graf Bülow dem Präsidenten Krüger nach dem "Tode seiner Gemahlin durch den Gesandten im Haag seine herzliche Teilnahme aussprechen. Krüger übermittelte hierauf dem Reichskanzler für seine warme Teilnahme durch Dr. Leyds! seinen herzlichsten Dank, — Die „Norod. Allg. Ztg." stellt ferner gegenüber den Klagen in der Presse über das rücksichtslose Vorgehen der Engländer gegen dis südafrikanischen Stationen der Berliner Mission fest: Die englische Regierung erklärte sich auf die Vorstellungen des deutschen Generalkonsuls in Kapstadt bereit, für den Schaden Ersatz zu leisten. Die Station Bethanien bettessend erwirkte der Generalkonsul die Zusicherung der englischen Militärbehörden, daß künftig das (Eigentum der Station unversehrt bleiben, und das noch vorhandene! Vieh nicht requiriert wird. Für die weggetriebenen Herden wird voller (Äsatz dadurch geleistet, daß die Station di« gleiche Anzahl Vieh, wie ihr weggelrieben worden ist, zurückerhalten wird. Desgleichen sind die meisten (!) deutschen Kriegsgefangenen, welche nicht mitgefochten haben, fteigelassen worden; beispielsweise Michaelis, Häoernick, Tripmaker, Berg und Zager. Auch von den Deutschen, die mitgefochten haben, sind einzelne aus persönlichen Gründen schon vor Beendigung des Krieges freigelassen worden. So Voegele und Meyer, weil sie durch Fortdauer der Gefangenschaft dauernden Schaden an ihrer Gesundheit erleiden, ebenso wurde Ingenieur Wilke auf Ceylon fteigelassen, weil seine Mutter schwer erkrankte._____________ China. Ueber die chinesische Entschädigungsfrage sind endlich die Akten geschlossen. Der offiziöse Draht meldet summa-, risch aus Peking, daß in der Botschfafterkonferenz ant gestrigen Freitag zwischen allen Regierungen völlige Einigung erzielt sei. Anscheinend ist der englische Vermittlungsvorschlag — er verwirft eine allzu große Erhöhung der Seezölle und stellt anheim, gegebenenfalls über die Eröffnung anderer Einnahmequellen sich schlüssig zu machen — zur Annahme gelangt. Rußland, das vor allem die Seezölle für die Sicherstellung der Entschädigung heranziehen wollte, an denen es im Gegensatz zu England sehr wenig interessiert ist, hätte demnach seine Forderung fallen lassen, was gleichbedeutend ist mit einer diplomattschen Niederlage. Vielleicht war man auch in Petersburg der endlosen Beratungen müde. Die Aufgabe der Gesandten ist also m 3>et Hauptsache gelöst — wenn nicht etwa die chinesischen Bevollmächtigten wieder einen Querstrich machen. Der edle Li-Hung-Tschang hat seit längerem schon den snllen -oeob' achter gespielt. Es wäre nicht unmöglich, daß dieser ;etzt vor die Gesandten mit den dürren Worten Eintritt: „L/lese Lösung der Entschädigungsfrage paßt uns nicht!' Der fremdenfreundliche Vizekönig L,schMgtschrtung schlägt die Einsetzung einer internationalen Kvmmissron vor, die über das Vorgehen der Missionare in China eine Untersuchung anstellen' soll. Er unterbreitete ferner der britischen Regierung einen Plan zur Unterdrückung des in Nord-China um sich greifenden Räuberwesens, da das Land dort von Banden, die aus Boxern und früheren chinesischen Soldaten bestehen, in Schrecken gehalten wird. Der bisherige französische Gesandte in Peking Pichon ist in Paris eingetrofsen. In Kaumi, an der im Bau begriffenen Schantung- Eisenbahn, ist eine deutsche Po staust alt eingerichtet worden. Ihre Thätigkeit erstreckt sich auf den Briefpost-, Zeitungs- und Postanweisungsdienst, auf die Annahme und Ausgabe von Paketen mit und ohne Wertangabe und mit und ohne Nachnahme, sowie von Briefen und Kästchen mit Wertangabe. Für den Verkehr der neuen Postanstalt kom- rnen die gleichen Taxen wie für das Postamt in Tsingtau zur Anwendung. Deutsches Keich. B e r l i n, 26. Juli. Der Kaiser hat, wie man aus Krel meldet, in Anerkennung ihrer Hilfsbereitschaft bei Strandung des Schulschiffes „Gneisenau" am 16. Dezember 1900 zahlreichen Einwohnern von Malaga Orden verliehen. Der Vorsitzende der ständigen Kommission des preußischen Landesökonomie-Kollegiums, Graf Schwerin -Löwitz erstattete dem Präsidenten des preuß. Staatsministeriums Grafen Bülow Bericht über den Saat en stan d, worin die Fürsorge der Staatsregierung in folgenden Worten anerkannt wird: Ew. Exzellenz beehre ich mich namens der Wndigen Kommission des Landesökonomiekollegiums gehorsamen Dank zu übermitteln, daß die Staatsregierung nicht allein in die sofortige eingehende Prüfung des infolge des überaus schlechten Saatenstandes in mehreren Provinzen hervorgerufenen Notstandes eingetreten ist, sondern sofort wirksame Maßsregeln in die Wege geleitet bat, die sehr wohl geeignet sind, die überaus schwierige Lage eines großen Teiles der Landwirte in den hauptsächlich betroffenen Provinzen, soweit dies überhaupt möglich ist, zu erleichtern. Ganz besonders ist das weitgehende Entgegenkommen der Staatsregierung dankenswert, wodurch in den Notstandsbezirken Westpreußens und Posens den Kreisen zur Beschaffung von Saatgut, Futtermitteln und Dungstoffen aus dem. Staatsfonds unverzinsliche (und nur in Höhe von 85 Prozent rückzahlbare Darlehen überwiesen sind. Diese Maßregel ist ganz besonders in Verbindung mit Bereitstellung eines Fonds zur darlehensweisen Gewährung barer Mittel an die am meisten geschädigten Landwirte sehr wohl geeignet, wirksame Hilfe zu gewähren. Zu besonderem Danke sind die Landwirte in den östlichen Notstandsbezirken der Staatsregierung dadurch verpflichtet, daß dieselbe Stundung der Rentenlastzung und Deichlasten, Herabsetzung der Eisenbahntarife für Futtermittel und Düngemittel, sowie für he Saatzeit Abgabe von Waldstreu und Waldtveide sowie Hergäbe von Brotgetreide, Stroh und Heu und den umfangreichen Ankauf von Hafer durch die Proviant- i ämter als zweckentsprechend erachtet hat, die Durchsüfw- ung dieser Maßnahme bereits anordnete, beziehentlich anzuordnen beabsichtigt hat. — Heute vormittag fand eine Sitzung des Z e n t r a l - ausschusses der Reichsbank statt. Nach Vortrag der neuen Wochenübersicht wies der Vorsitzende, Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Wirkl. Geh. Rat Dr. Koch, auf die enormen Ansprüch e hin, die gegen den Quartalschluß und später offenbar zusammenhängend mit den bekannten Zahlungseinstellungen, an die Reichsbank er- hvben worden seien. Die Wechselanlage betrage jetzt 207 Mill, mehr als im Vorjahre, und sei um diese Zeit noch nie so hoch gewesen. Die Anlage sei gegen den 30. Juni nur um 186, im Jahre 1900 um 240, 1899 um fast 200 Mill, zurückgegangen. Demgegenüber stehe allerdings ein starker Metallvorrat, der um fast 100 Mill, größer sei, als im Porjahre, und auch alle anderen Jähre des seit Ende 1895 bemerkbaren gewerblichen Aufschwungs beträchtlich übersteige. Der Goldvorrat der Reichsbank habe sich seit Neujahr um 232 Mill, vermehrt. In der letzten Woche eien fast 16 Mill, aus dem Auslande eingegangen, obwohl he fremden Wechselkurse etwas gestiegen seien. Die steuer- reie Notenreserve sei 157 Mill, größer als 1900, die Noten- väckung 0,9 Prozent besser. Dabei sei der Zinsfuß am offenen Markt im Sinken und betrage hier nur 2 fünf Achtel Prozent gegen 4 Prozent im Vorjahre. Gegen der: Schluß des laufenden Monats pflege die Anspannung nicht wesentlich zuzunehmen. Unter diesen Umständen empfehle sich ke in e D i s ko n t v e rä n de r u n g. Die Versammlung stimmte ohne Debatte diesen Aeußerungen zu. Nachdem noch einige Stadtanleihen zur Lombardierung zugelassen worden, wurde die Sitzung geschlossen. Königsberg i. Pr., 26. Juli. Bei dem gestrigen Diner im Kurhaus zu Neuhäuser brachte Handelsminister Möller einen Trinkspruch auf die Königsberger Kaufmannschaft aus, in dem er u. a. etwa Folgendes ausführte: Die Entwickelung von Handel und Gewerbe in Ostpreußen hänge davon ab, daß man richtig erkenne, welche neuen Wege man unter den veränderten Verhältnissen zu ö^hen.habe. Die Bestrebungen, den Verkehr in landwirtschaftlichen Produkten zu erleichtern, hingen innig zusammen mit der Gestaltung der Zölle und der Handelsverträge, man werde einsehen, daß die Landwirtschaft einen erheblichen Schutz niM entbehren kann, und diejenigen, die sich mit diesem Gedanken nicht befreunden rönnen, werden sich doch an den Gedanken gewöhnen müsse, daß dre Schutzzölle eine Erhöhung erfahren. Redner glaubt, iS« ter Getreidezölle mit dem Abschluß "21 Ertragen in innigem Zusammenhang steht, und bittet, In dieser Beziehung der Regierung volles Ver- trauen zu schenken. Oberpräsident Freiherr von Richt- hofen brachte einen Trinkspruch auf die Provinz aus, welcher er versicherte er werde seine Fürsorge allen Ständen zuwenden und sein Bestes einsetzen um die Interessen der Provinz genau kennen J fernen uÄ ihm Vertrauen, Wohlwollen und Unterfang entqe^ zubringen, damit er im stunde sei, das in ihn aefekte Vertrauen Seiner Majestät .des Kaisers zu reckitiertiaen Als ein günstiges Geschick betrachte er es, daß sein Amtsantritt mit dem ersten Besuch des .Handelsministers in' dieser Provinz zusammensalle, was ihm Gelegenheit biete, der Besichtigung interessanter Handelseinrichtungen beizu- wohnen und berufene Vertreter des Handels und der Industrie kennen zu fernen. Redner schloß mit dem Wunsche, daß, wie in der Provinz, aus welcher er komme, so auch in Ostpreußen stets die wirtschaftlichen Betriebe aller Erwerbszweige nebeneinander im Frieden leben möchten. Ausland. London, 26. Juli. (Oberhaus.) Salisbury legte eine Bill vor, durch welche bte Abänderung des Titels des Königs zugelassen wird. Die Bill bestimmt, daß es dem Könige zustehen soll, im Hinblick auf dessen überseeische Besitzungen die Aenderungen seines Titels vorzunehmen, die er für passend hält. Salisbury erklärte ferner, daß der Titel, welchen der König wahrscheinlich annehme, folgendermaßen lautet: Eduard VII. von Gottes Gnaden König des vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland, der überseeischen britischen Besitzungen, Verteidiger des Glaubens, Kaiser von Indien. Budapest, 26. Juli. In Nikinee in Kroatien sind 80 ungarische Familien vom katholischen zum reformierten Glauben übergetreten, weil Bischof Stroßmayer den Unterricht in der ungarischen Sprache in den Schulen untersagte. Weitere Konversionen sollen be- vorstehen. Sofia, 26. Juli. Die „Agenee Bulgare" bezeichnet die Gerüchte über die angebliche Absicht des Fürsten von Bulgarien, sich zum König proklamieren zu lassen, sowie die Behauchung, der Besuch des Großfürsten Alexander Michailowitsch stände mit dieser Absicht in Verbindung, als reine Erfindung. Konstantinopel, 26. Juli. Infolge energischer Schritte des russischen Botschafters Sinowjew ist an die Lokalbehörden in Alt-Serbien der Auftrag ergangen, gegen die Albanesen vorzugehen und die unrechtmäßig verhafteten Serben in Freiheit zu setzen. Im Mdiz-Palais wurden auch Zusagen gemacht, zufolge deren Maßregeln ergriffen werden, um die Ordnung in Alt-Serbien wiederherzustellen. — Der ftanzösische Botschafter Konstans übermittelte der Pforte eine Note, in der die sofortige Einsetzung der „Soeiete des quais" in alle ihr im Konzessions-Ferman zugesicherten Rechte und Privilegien verlangt wird; andernfalls werde die französische Regierung selbst die nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Interessen der genannten Gesellschaft zu wahren. Es verlautet, daß Konstans Konstantinopel verlassen würde, falls die Antwort ')er Pforte nicht befriedigend ausfallen sollte. NoliKsche Tagesschau. Der Wahlkreis des preußischen Handelsministers Moller ist an das Zentrum übergegangen, das darf man getrost reute schon, vor der Stichwahl, behaupten. Die National- liberalen haben keine Reserven mehr beizubringen, die Polen und Sozialdemokraten werden für den Zentrnmskandidaten stimmen. Die letzteren schon aus Haß gegen den gegnerischen Kandidaten, Dr. Beumer, den Nachfolger des bekannten Herrn Bueck als Vertrauensmann der rheinisch-westfälischen Industrie. In einem von den Sozialdemokraten derartig durchsetzten Wahlkreis war es von den Nationalliberalen nicht klug, eine derartige Auswahl des Kandidaten zu treffen. Das starke Anwachsen der sozialdemokratischen Bevölkerung erklärt sich aus der ungemein großen Zunahme der Arbeiter- levölkerung im Kreise. Der letztere war übrigens einmal chon sozialdemokratisch vertreten, und zwar bei der letzten Wahl zum norddeutschen Reichstag im Jahre 1869 durch Wilh. Hasenclever. Natürlich wird auch der neue Zolltarif zur Erklärung dieses sozialdemokratischen Wachstums herangezogen, wie in Memel-Heydekrug. Den unheilbaren Kranken Dr. Schoeulauk löst in der Redaktion der „Leipziger Volksztg." Reichstagsabgeordneter W. Blos ab. Geborener Badenser, lebt Blos in Stuttgart und fitzt für Braunschweig im Parlament. Er hat fich stets durch mildere Formen ausgezeichnet und ist ein sogenannter nationaler Sozialdemokrat; köpfen wird er nun, wenn er zum Ruder kommt, gewiß nicht lassen. Nebenbei gesagt ist er bei einem Freiburger Korps aktiv gewesen! Aos Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nut unter genauer Quellenangabe: „Sieg. Anz." gestattet.) L.U. Landesuuiverfitat. Aus den durch den Rücktritt des Geh. HosratS Dr. Thaer freigewordenen Lehrstuhl der Landwirtschaft ist der außerordentliche Proseffor au der Uni- verfität in Göttingen Dr. v. Seelhorst berufen worden. Die bekanntesten der von Profeffor Dr. v. Seelhorst publizierten Schriften find: „Der Roggen als Wertmaß für landwirtschaftliche Berechnungen" (1878); „Die Belastung der Grundrente durch das Gebäudekapital" (1890); „Acker- und Wiesenbau ans Moorboden" (1892). • • Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat dem Bürgermeister Jakob KlooS III. zu Wackernheim das Silberne Kreuz des. Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * * Militärisches, Der Vizeseldwebel im Landw.-Bezirk Friedberg, Glückert, wurde zum Leutnant der Reserve des 3. Großh. Heff. Jns.-Regts. (Leib-RegtS.) Nr. 117 befördert. * • Konzert. Das am morgigen Sonntag in der Süd« anlage stattfindende Konzert hat folgendes Programm: 1. Ouvertüre zur Op. „Der Wildschütz" von Lortzing. — 2. Krönungsmarsch a. d. Op. „Der Prophet" von Meyer- beer. — 3. Luna-Walzer von Lincke. — 4. Potpourri a. d. Optt. „Der Vogelhändler" von Zeller. * • Ein neuer Fechtklub, Dor kurzem hat fich hier ein Verein unter dem Namen „Fechtklub Germania Gießen" gebildet, deffen Zweck und Ziel die Erlernung und das Studium aller modernen Hieb- und Stichwaffen ist. Der Klub will neben dem Schläger und schweren deutschen Säbel sich besonders mit dem Studium des italienischen KunstfechtenS auf Hieb und Stich befaffeu, das seit zwei Jahren in Deutschland festen Fuß gefaßt und die französische Methode des Fechtens zurückgedrängt hat. Leiter des Klubs ist Fecht meister Emil Orth, ein Schüler des bekannten italienischen Fechtmeisters Francesco Tagliabo. * * Die Verlustliste Nr. 16 aus China weist u. a. folgende Heffen auf: In der 2. Kompagnie des 4. ostasiatischen In- fanterie-Regiments Vizefeldwebel Paul An sorge, früher inr 4. Großh. Hess. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118, tot; Trainsoldat Cyrill Munsch aus Epfig, früher im 1. Großh. Heff. Jnfanterie-(Leibgard-)Regt. Nr. 115, tot. v. Heuchelheim, 27. Juli. Die Kapelle des Marburger Jägerbataillons konzertiert morgen und übermorgen aus Au- laß des Kirchweihfestes im Lokal der Herren Steinmüller und Kröck. M. Beuern, 27. Juli. Forstwart Leierer aus Climbach ertappte am 24. d. M. abends einen Wilderer in de« Augenblick, als dieser ein Reh schoß. § Butzbach, 26. Juli. DaS nach der gestrigen Mitteilung wegen Diebstahls verhaftete Dienstmädchen Friedel aus Auerbach ist heute nach seiner gerichtlichen Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt worden. — In dem nahen Oppershofen wird Dekan Appel Mitte August das goldene Priesterjubiläum begehen; als Pfarrer in Oppershofen wirkt er bereits 30 Jahre. Bad-Nauheim, 25. Juli. Die Zahl der Kurgäste betrug bis zum 25. Juli 13,872. An Bädern wurden bi- zu diesem Tage 177,950 verabreicht. Grüuberg, 26. Juli. Ja hervorragender Weise beteiligte fich am Schotteuer Mufikfest der dem Bunde neu beigetretene Mufikvereiu Grünberg, der auch der einzige war, der bis zum Montag Abend aushielt. Am Morgen desselben Tage» brachte er demLandtagSabgeordueten Geheimrat Schönfeld ein Stäudcheu. Der Vorsitzende feierte den Geheimrat in einer hierbei gehaltenen Ansprache als Fest-Ehrenpräsidenten, und betonte ganz besonder», daß er diese Aufmerksamkeit seitens de- Grünberger Mufikvereius als einen Akt der Dankbarkeit und Verehrung ausnehmeu möge. Geheimrat Schönfeld dankte in beredten Worten, und versprach, auch ferner für die Interessen Grünbergs eiutreteu zu wollen. Wenn seine Bemühungen seither keine greifbaren Erfolge gehabt hätten, so sei doch nicht ausgeschloffen, daß in absehbarer Zeit auch Grünberg bedacht werden würde. — Die Abhaltung des nächstjährigen Festes wurde dem Mnfikverein Grüuberg augeboteu, doch behielt fich dieser eine Bedenkzeit vor, um zu erwägen, ob das Fest fich mit der im nächsten Jahre stattfindenden 60jährigev Gründungsfeier verbinden laffe. Rüddiugshauseu, 27. Juli. Hier ist schon seit 14 Tagen die Schule wegen DiphtheritiS geschloffen. Zu dieser unheimlichen Krankheit hat fich uun auch noch der Keuchhusten gesellt. S. Darmstadt, 26. Juli. Der Großh. KreiSamtmann Hugo Scriba, zuletzt in Heppenheim a. B., der in die peinliche Duellaffaire mit dem Korkenfabrikanten Alle- wyn in Bensheim a. B. verwickelt war, ist nunmehr mit Wirkung vom 24. Juli aus dem Staatsdienst entlassen worden. Ueber die Angelegenheit werden folgende Einzelheiten bekannt: Beide Herren hatten sich als Reserveoffiziere kennen gelernt. Es entstanden familiäre Beziehungen und der ledige, 29 Jahre alte schneidige KreiSamtmann wurde ständiger Gast im A.'schen Hause. Bald entstand ein intimes Verhältnis zwischen Sc. und Frau A. hinter dem Rücken des ahnungslosen Ehemannes, der ost von Hause abwesend war. Die Katastrophe entstand, als der Gatte eines Tage» einen Brief abfing, der ihm den Verkehr der beiden vollständig aufdeckte. Er eilte in seiner Wut aus dem Hause, erwarb eine Hundpeitsche, suchte den Hausfreund auf dem Amtszimmer auf und gab ihm mit diesem Instrument eine derbe Lektion, deren Folge eine Forderung auf Pistole« mit dreimaligem Kugelwechsel war. Bekanntlich verlies daS Duell für beide Teile unblutig. Frau A. ist abgereist und hält sich in der Sommerfrische auf. Bei der sofort eingeleiteten amtlichen Vernehmung erklärte der Hausfreund, daß er jede Auskunft verweigern müffe, da e- fich um die Ehre einer Dame handle. Dieselbe stammt aus Frankfurt a. M. Auch aus dem Reserveoffizier-VerhältuiS hat seinen Abschied nachgesucht und erhalten. s. Mainz, 26. Juli. Die wegen Führung der neuen Bahnlinie Mainz—Wiesbaden zwischen der Stadt Mainz und der hiefigeu Eiseubahndirektion vereinbarten Verträge sind heute unterzeichnet worden. Mainz, 27. Juli. Da- hiesige Museum ist vor einiger Zeit in den Besitz von drei aus unserer Provinz stammenden Bruchstücken eines Grabdenkmals au- althochdeutscher Zeit gekommen. DaS Denkmal hatte eine Breite von 93, eine Höhe von 64 und eine Dicke von 11 Zentimeter und war aus Sandstein angefertigt; von der auf der Platte de» Grabsteins befindlichen Inschrift waren noch etwa 34 Ztm. erhalten. Auf dem Stein war ferner eine männliche bärtige Person in dem Stil der Zeit dargestellt. Der Mann, der die Hände zum Beten erhoben hatte, ist mit einem langen Rock au- schwerem Stoff bekleidet, die Unterschenkel find mit langen Schuhbändern umwunden. Neber dem Kopfe steht die Inschrift: DIE-DE-RIH- Ferner ist auf dem Stein zu er- sehen, daß auf den fehlenden Bruchstücken eine Frau dargestellt war, dies ist noch an dem Reste de- langen Gewände» zu erkennen, welches noch auf dem Stein sichtbar ist. Die noch vorhandene althochdeutsche Hauptinschrift lautet: Gedenke des Dieterich, des Sohnes des Go .. . und der Drulinda. Der Name des Vaters ist nicht mehr vollständig zu lesen, da ein Stück des Steine- fehlt. Für das Museum ist dieser Stein deshalb von einer außerordentlichen Wichtigkeit, da in ihm da- Museum die einzige althochdeutsche Steininschrift besitzt, welche bisher zu Tage gekommen ist. Ferner befindet fich das Museum in dem Besitze von zwei wertvolle« Runeninschriften, welche in FreilauberSheirn und Osthofen gesunden worden find. — Die Bestätigung des vom hiesigen Kriegsgericht gefällten Urteils in der Duellsache de» Oberleutnant- Richter und des Leutnants Bogt durch den Kaiser ist nunmehr erfolgt. Leutnant Vogt, der schon längere Zeit Zivilkleidung trägt, wird von einem Offizier der hiesigen Garnison nach Magdeburg gebracht, wo er seine zweijährige Gefängnisstrafe in der Festung verbüßen muß. Die Mutter des Leutnants Vogt weilt seit vorgestern hier und besuchte ihren Sohn mehrmals im Lazaret. Frankfurt a. M., 26. Juli. Heute nachmittag gegen 5 Uhr ereignete fich auf dem Neubau des Hotels „Fürsten- h o f" an der GalluS.Anlage gegenüber dem neuen Schauspiel- Hause ein schwerer UuglückSfall. Beim Heraufziehen einer schweren Saudsteinplatte versagte die Bremsvorrichtung des Krahns, sodaß die Platte aus beträchtlicher Höhe herabstürzte, zwei steinerne Balkons durchschlug und einen Arbeiter sofort tötete. Zwei andere Arbeiter wurden leichter verletzt. Aeurstr Meldungen. (Telephon-Meldungen deS „Gießener Anzeiger«".) ung geltend, weil Kläger ohne Grund und Kündigung die ^«epgon-^twunyn uc» Arbeit verlassen habe. Es kommt ein Vergleich zu stände. . Darmstadt, 27. Julr. Der Gr oßh er z o ghat den Ter Kläger verzichtet auf die geltend gemactte Lohnfor- ordentlichen Professor der Botamk Dr. Adolf Hansen zum derung und zieht die Klage zurück, während der BettagtelRekorft der Landesuniversität für daS UnwersttätSjahr sich zur Herausgabe der Kleider des Klägers verpflichtet. —11901/02 ernannt. Gestern brannte das hiesige 26. Juli. Saratow, städtische Volkstheater nieder. 00.00 Mk., Gerste 00.00 Mk. bis 00.00 Mr., Hafer 15.00 Mr. bis 16 Mk., Erbsen 20.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken Retoheanlefoe 00.00 Mk. Samen 2T.00 Mk.. K.'tcff.ln 6 00 bi« 0.00 Mk. »°/°. f" I B*/| 7q iwnsoiB . 197.90 . . 90.80 do . . 81.00 Tendenz matt. Dalma an den WocheruAbenden am SchützenhauS statt. 99.00 97.10 42.80 25.65 26 00 . 101 00 . 90.71 . 101 00 Kreditaktien . • • Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oeaterr. Staats bahn Gotthardbahn . . Lanrahütte , . . Bochum < . . . Harpen er . . . , Kraft zu setzen, wenn der Reichstag nicht zustimmt. Bayreuth, 26. Juli. Die heutige Aufführung der „W a l k ü.r e" bildete den Höhepunkt der bisherigen Vorstellungen. Tas Publikum brach zum Schlüsse in stürmi- Aechf nur in versiegelten U grünen Packelen ä 30u.50Pfg. Fuhrunternehmer Earl Iughardt II. zu Gießen 9.47 Mk. Restlohn und behält sich weitere Klage wegen verausgabe von Kleidern vor. Der Beklagte macht Schadenersatzforder mg der neuen Stabt Mainz rten Verträge Jrantfurt a. «ÖL. 27. Juli. Am 9. Juli hat in beson-1 derer Sitzung daS Gesamtkomitee zur Unterstütz an g der beim GrieSheimerBrand Verunglückten und Geschädigten die vom OrtSkomitee an die Verunglückten oder deren Angehörige bereits erfolgte Verausgabung von rund 18 000 Mk. | gebilligt. Diese Summe ist, der „Frkfi Ztg."^zufolge, an ungefähr 179 Arbeiter bezw. an deren Angehörige verteilt worden. Die Empfänger haben daneben auch von der chemischen Fabrik GrieSheim-Elektron Unterstützungen in der Weise erhalten, daß ihnen ihr Lohn weiter au-bezahlt worden ist. Da die Fabrik seiner den Hinterbliebenen ihrer Arbeiter, sowie ihren invaliden Arbeitern zu der llnsallrente einen iluschuh bi» zur Höhe d-S früheren Lohnes gewähren wird, so kommen für ein-fernere lausende Unterstützungnur die Hinterbliebenen der nicht tn der Fabrik Elektron beschäftigt gewesenen Arbeiter und die Hinterbliebenen! in Betracht, die eine Unfallreute nicht beziehen werden. Für diese find vom Komitee laufende Unterstützungen festgesetzt worden. Ueber die Verwendung des Restes zu gunsten der Hinterbliebenen und Invaliden wird Beschluß gefaßt werden, sobald die einzelnen Fälle genau festgestellt find. An die zur Zeit noch vorhandenen Kranken werden im Falle deS Bedürfnisses noch weitere Unterstützungen gezahlt. Der Gesamtbetrag der eingegangeneu Gelder beläuft fich auf Mark 90 991 38 •* Kleine Mitteilungen au» Hesse« und de« «achdarstaatm. In dem „Wilde Grube" genannten Teiche in Grünberg sand man am 25. Juli morgens die Leiche eines hiesigen, in den vierziger Jahren stehenden Einwohners. Theater, Kunst und Wissenschaft. nn. Aus Darmstadt wird unS vom 26. d. M. geschrieben: Dass Münchener Ueberbrettl die „Elf Scharfrichter", das heute sein drei« tägige« Gastspiel im Sptelhause der Künstler-Kolonie eröffnete, erzielte bet gutbesetztem Hause einen guten Achtungserfolg. Es waren auch I zahlreiche Interessenten au« den Nachbarstädten erschienen. Manche I Erwartungen wurden freilich nicht erfüllt, vielfach geäußerte Bedenken I sind aber nicht eingetroffen. Einzelne Leistungen waren mustergültig.! DaS ganze Programm war reichhaltig, abwechselnd und dürft« für Samstag und Sonntag da? Haus füllen. Auch die anschließenden, fogev. tnttm'n Szenen waren tatereffant, ohne allzu pikant zu werden. Pen meisten Beifall erzielten die durch Wo!zogen hier schon eingeführte Marie D-lward, Frank Wedekind, Hans von iGuwppenberg, Leo Greiner u. a. — Das gestern Abend im Städtischen Saalbau durch eia Komitee arrangierte „Eltte-Parkfest" war ein glänzender Rrin- fall des ziemlich zahlreich erschienenen Publikums. Die Echtheits- Konkurrenz wurde durch ein paar Frankfurter „Schönen" bestritten, die Humoristen waren schlechte Dilettanten und die Gedankenleser und Spiritisten Cane-Ney zogen eS vor, überhaupt nicht zu erscheinen. Die Kapelle Htlge füllte zur Beruhigung der Heretngefallenen den Abend tn bekannt meisterhafter Weise aus. — Die durch das Haller- Freund-Ensemble im Orpheum aufgeführte „Dame von Maxim" hat em volles HauS und guten Erfolg erzielt. — Geheimrat Birchow hat sich als entschiedener G e gner der neuen Koch schen Entdeckung ausgesprochen. Für ihn flieht es bekanntlich die Vererbungstheorie nicht. „Ich habe den Satz von der Uebertragung der Tuberkulose auf den Menschen durch Vererbung seit Jahren bekämpft", erklärt er. „Aber im übrigen bin ich mit Koch nicht einig. Ich habe auch bereits in der letzten Sitzung der Medizinischen Gesellschaft hierüber keinen Zweifel gelaffen und habe mich aufs schärfste gegen die Deduktionen, die Koch in London gemacht hat, gewandt. In diesen Ausführungen hat Koch alles außer Acht gelaffen, was wir den Erfahrungen und Forschungen der Kopenhagener Schule verdanken. Um festzufiellen, was für die Gesundheit deS Volkes geschehen, bezw. was ver« | hütet werden muß, hatte die dänische Regierung einen aus Medizinern^ gebilbeten Gesundheitsrat eingesetzt. Diese Körperschaft hat sich natürlich j auch mit der Rindertuberkulose beschäftigt, und zur Ergründung dieser Frage sind die eingehendsten Forschungen angestellt worden. Das Ergebnis dieser Forschungen sind das Rückgrat fast unserer ganzen dementsprechenden Gesetzgebung geworden. Ich erwähne nur unsere Bestimmungen über die Grenzabsperrungen. Alles dies beruht auf der Kopenhagener Schule, und die führte uns eben zu ganz anderen Ergebniffen, als die find, nach denen Koch jetzt die Frage glaubt behandeln zu können. Denken Sie vielleicht, weil Koch in London seine Ausführungen gemacht, an das Wort: Rom hat gesprochen! Die Sache ist beendet! Da möchte ich Ihnen doch sagen: Koch ist nicht Rom, und die Sache ist bei weitem noch nicht zu Ende." . 171 60 . 123 50 . 127.40 . 13370 . 135 00 . 152 00 . 178 CO . 162.50 . 148.20 Umversttäts Nachrichten. Leipzig, 26. Juli. Das Kultusministerium genehmigte die Zulassung der Adilurienteu deutscher Realgymnasien zum medizinischen Studium an der htestgen Universität vom 1. Oktober ab. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 27. Juli, <• -Kr " '» bei ; We be. btn bi- z« Mijte 'M Shkitbt) Gehellnat iR frtaeit ^,der Dank, tat *■ ®enn Mge gehabt ” absehbaret $!e tbhaltmg 7 Grüvberg vor, um Mu Jahre °de° lasse, feit 14 Tagen 11 Zu dieser n«euchhllstev trtiMtaann > her in die raten Alle, unmcht mit tat tzivzch lieserveossiziere Ziehungen und rttmann wurde Hand ein in- tcr dem Rücke» mfe abwesend ? eines lagt» beibtn noQ« \ btm auf m Instrument 10 auf Pistole« lieh verlies da- t abgereist and der sofort ein« :r Hausfreund, es sich um die it aus Frank« Mis hat S. Krrmischter. • Berlin, 26. Jali. Der im Sternberg-Prozeß wiederholt genannte Kapitän Wilson wurde in der Person deS große Kurfürstenstraße hier wohnenden Agenten Kühne ermittelt und verhaftet. (So wird also die ganze häßliche Sternbergaffaire aufs neue vor die Schranken des Gerichts zu voraussichtlich öffentlicher Verhandlung gezerrt werden, und er wird wieder neue widerliche Sensationen geben. Schade! Erfreulicher wäre es gewiß gewesen, wenn dieses dunkel« Ehrenmannes unbeneidliche Existenz unermittelt geblieben wäre. D. Red. des Gieß. Anz.) ♦ Essen, 26. Juli. In Oberhausen verlautet, ®er»| Hard Terlinden sei in Paris verhaftet. : • Danzig, 26. Juli. Heute nacht find bei Hela die beiden Stettiner Dampfer „Reval" und „Stettin" zusammengestoßen. Der Dampfer „Stettin" ist gesunken, der Dampfer „Reval" hat die Passagiere des „Stettin" an Bord ausgenommen. • Leipzig, 26. Juli. Der Geschäftsführer des Börsenvereins deutscher Buchhändler, Gustav Thom al en, wurde heute morgen wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung von Vereinsgeldern des Deutschen Börsenvereins in Höhe von 10,000 Mk. verhaftet. • Die Zahl der weiblichen Radfahrer ist fortwährend im Steigen begriffen, wie der Vorsitzende des „Deutschen Radfahrerbundes" in seinem Rechenschaftsbericht an die in Dresden stattgehabte Bundesversammlung feststellte. Gerichtssaal. -e- Gießen, 26. Juli. (Gewerbegericht.) Den Vorsitz führt Stadtverordneter Keller. Als Beisitzer fun-, gieren Schreinermeister Emil Heinrich Müller und Schrift-! setzer Adolf Hensel von hier. — In den Klagesack)en der Taglöhner Gotthilf Höß und Carl Bögler gegen den Unternehmer Conrad Rübs am en von hier wegen Lohnforderung, über die wir in Nr. 173 berichteten, wird der Vorarbeiter G r e b als Zeuge vernommen. Es kommt zwischen den Parteien ein Vergleich dahin zu stände, daß Beklagter den Klägern einen Teil ihrer Forderungen zahlt. — Der Knecht Georg Stier von hier verlangt von dem dern zurückgezogen worden sei. Obgleich die englische Regierung nicht immer in Uebereinshimmung mit der russischen Regierung gewesen sei, habe letztere doch nach! und nach den englischen Forderungen nachgegeben. Der russischen Regierung sei nahegelegt worden, daß die Zett gekommen sei, die Stationsgebäude des nördlichen Teiles der Eisenbahn jenseits der großen Mauer den englischen Militärbehörden zu übergeben. Er, Redner, habe erfahren, daß die Gebäude in Shanhaikwan binnen kurzem den Engländern übergeben cherden sollen. Bezüglich des Streitfalles in Tientsin führt Cranborne aus, die russischen Offiziere hätten nicht immer diejenige Achtung vor dem Uebereinkommen gezeigt, die England zu erwarten berechtigt sei. Tie Vorstellungen bei der russischen Regierung seien jedoch von dieser in sehr verschiedenem Geiste aufgenom- nien worden. Rußland habe der Aufrechterhaltung des status quo in Tientsin zugestimmt. — Was die Verhandlungen wegen der E^it s ch ädi g un g sfr ag e angehe, so hoffe er, baldigst mitteilen zu können, daß die Frage geregelt sei. Nur ein Punkt sei noch in der Schwebe. Ditz Regierung habe gegen gewisse Konzessionen der Erhöhung der Einfuhrzölle auf 5 Prozent zugesttmmt, sei aber, nicht in der Lage, dem Vorschläge einer Macht, die Zölle auf zehn Prozent zu erhöhen, zuzusttmmen. — Im Verlaufe der Verhandlungen besprach Edmund Robertson (liberal) die angeblich von den verbündetest Truppen in China begangenen Grausamkeiten. Cranborne entgegnete, er wolle hier nicht für eine andere Nation antworten, es g^ nüge, wenn er sage, die b r itischen Truppen hätten sich gut geführt. England sei für die Ausschreitungen vmr Angehörigen anderer Truppenteile nicht verantwortlich. >Man habe kein Recht zu sagen, daß ihnen Grausamkeiten möglicherweise gerettet werden. Gietz-N, 27. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.00—1.25, Hühnereier per St. 6—7 <), 2 St. 00—00 dt Enteneier 1 St. 7—8 d, Gänse« eiet per St. 11—12 Käse 1 St.5—8 , Käsematte 2 St. 5—8 L, Erbsen per Liter 22 d>, Linsen per Liter 84 «j, Tauben per Paar M 0.75-0.90, Hühner per St. JfC 1.00—1.50, Hahnen per Stück M 0.80—1.40, Enten per St. M 2.00—2.20, Gänse per Pfd. 0.00 bi« v vvv 0.0°, Ochs-Nfieisch p-r Pfd. 66-76 s, «uh. und Rindfleisch p°r Pfund nachMnnescn seien. ,, 60-64 i Schw-in-fl-isch p-r Pfd. 64-80 », Schwem-fl-isH gefallen, Konstantinopel, 26. Juli. Ein neuer Pestsall p-r Pfd. 84 Kalbfleisch per Pfd, 60-66 », Hammelfleisch per M. 50—70 5), Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—9.00 JC, Weißkraut per St. |ist jejtgeimn woroen. 00—00 Zwiebeln per Ctr. JC 8.00—8.50, Mich per Liter 18 4. Kirschen per Pfd. 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. Grüirberck, 27. Juli. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 17.00 Mk. bis 17.25 Mk., Korn 15.00 Mk. bi« Ift M vz fWtiM althochdeutscher Breite von 93, Zentimeter und der Platte be» i etwa 34 Itm. Milche bärtige Der 2W der it einem langen henkel find tmt Kopfe M ^e n Stein z» er- eine Fran dar' Wb°r s ™ ist lanlet; <*" In . 111 ta * wW* 4, ha- M-I- « ja Ferner .»■jt -xS» Ä-ffi ft ,«d b-M ti» ts> Sport. L h««,. . . Gießener Radfahrer-Verein 1885. Als eine wesentliche 15 °/e Italien. Bents Neuerung auf dem Gebiete des Sports dürste das von bem M°/o ^^0nD0p-'An1' G. R.-D 1885 bei seiner am 4. und 5. August am Schützen- ' haus stattsiudenden Festlichkeit u. a. zur.Vorführung kommende Chinesen Radpolospiel zu betrachten sein. DaS Radpolospiel' ähnelt dem schon in grauer Vorzeit bekannten Reiter-Polo. Es wurde zuerst im Herbst 1897 in Irland gespielt, wo die Jrish Bicyole-Polo-Aßeociation feste Regeln dafür aufstellte, i In Deutschland tauchte dieses Radspiel zwar bereits vor mehreren Jahren auf, wurde aber bisher selten in wirklich sportgerechter Weise auSgeübt. Durch eine Neuerung, die der bekannte Radfahrerklub ^Sport Berolina" im vorigen Sommer einführte, hat es erheblich an fpottl. Wert gewonnen. JOtet Sicher alte JnseCfen Sammf BruL Auch in gesundheitlicher Beziehung ist das Spiel von großem FÜGSGH (besonders auch in Stall- kßert Der G. R. V. 1885 dürste der erst- Verein fein, Wegen * w..), Flöhe, Schnack*. 11 v! t . • * firnrhte Der I Bussen n. s. w. ist die Wirkung des Dalma geradezu überraschend der dieses rntereffante Gegend brach . I d von keinein anderen Mittel erreicht. I» io Minuten lebt Verein hat mit Einübung des Spiels schon seit längerer Zell 8tuck mehr. Garantiert giftfrei. Fabrikant: Apotheker E. Lahr I begonnen. Größere Hebungen finden am Sonntag früh uhd I würz bürg, in €li€*8en zu haben in d. Biirsch-Apotheke I an den Wocken-Abenden am SchützenhauS statt. lund bei Aug. Nou, Drogerie zum roten Kreuz. sasses an ,------- . Sommers ausbezahlt werde. Tas Verlieren einer Wagen-! kapsel bei einem Frachtfuhrwerk, mit dem nur im Schritt zu fahren sei, halte er für eine grobe Fahrlässigkeit, denn ein ordentlicher Fuhrmann sehe vor dem jedesmaligen Ab- fahren nach, ob das Fuhrwerk in Ordnung sei. Was den Kläger Wodeler betreffe, so habe er diesen als Pferdeknecht und nicht als Tagelöhner angenommen. Das Gericht weift sämtliche Klagen ab mit der Begründung, daß es nach den biT'tolialjänTbCT «“rgütung I sch^ Beifall, aus,' schwenkte Tücher und tzllte' und, brach^ faßfahren erst Ende des Sommers zu erfolgen habe und Hochrufe auf die Tarfteller und den Kapellmeister daß die Klüger Reusch und Launhardt deshalb unberech^ Hans Richt e au^ ^oiessor Dr Robert Ko cl> über- schuldige Lohn nicht in der bedungenen Weise ausgezahlt l aru mnterbaus 1 Bei der Beratuna erkannt werden, denn danach würde der Beklagte ^^19! ü n b n ^ 5 m 11 2) e u tJ 4 V a n b § u € r9 e n- gewesen sein, von dem Kläger einen Schad en er atz von Erttarung, daß Teutschland^zu der Zett,als K aif er^ri Handel und Verkehr. Uolkswirlsthast. Dttke ^konunt^Äinn^^ ach " verschiedene ^Auslegungen zu — -t. Gewerkschaft Gießener »raunfteinbergwerke vorw. sprechen, welche das deutsch^englische Mkommen erfahre. S-rnie in Gießen. In der am 26. Juli 1901 im Hotel „Großherzog g^dner erhebt Einspruch dagegen, daß irgend em Terrr- von Heffen" abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung rooten non toriuin au; welches England Berechtigung habe, an den 598 stimmberechtigten Kuxen (402 der ^Tiqöftxml abgetreten werde, und beantragt schließlich einen kommen nicht in Betracht) 116 Gewerken teils persönlich, teils in Vollmacht Io Auswärtigen. Unterstaatsfekretar mit 564 Kuxen vertreten. Abrechnung und Bilanz für dasJLhrl900 JDIW ™ die Beioranisse Dilkes, daß ein wurden vorgelegt und bezüglich einiger Punkte erläutert. Die Beschluß- Cranborne erwidert, die^^'^/''fo^eaeben r^rdett faffung Über Genehmigung der Bilanz und Entlastung des großes Stuck Land an den Kongo staats 'Ortgegeven I Grubenvorstandes wurde ausgesetzt. Ein Antrag auf Ausschreibung solle, sei unbegründet. Hinsichtlich des deutsch-eng ti- einer Zubuße von 2000 Mk. pro Kux zur Tilgung des Fernie'schen Rest- schenAbkommens führt Cranborne aus, daß die L,er- ! kaufschillings wurde mit 307 gegen 251 Stimmen abgelehnt, dagegen ottorialklausel unbeschränkt sei, und ganz China einbegreise. gleichzeitig ein Antrag, mit Fernie wegen Stundung der Forderung m Eene Tbür dagegen sei beschränkt. Wenn Deutschland, Verbindung zu treten, angenommen. Im Auftrag der Prüfimgskommisston 1 ^nebme sich auf den Standpunkt stelle, daß cs I erstattete hierauf dkr Bücherrevisor und Gutachter in Handelssachen, Cohen-1 ^46 er «ffi Einfluß hLe, so werde die Aachen, eingehend Bericht über die Vorakten der Gründung, sowie über rn ? Deutschland betreffe, den Verbleib und die Verwendung der Obligationen, ferner em Gutachten Mandschurei von der Klausel was £ t n , über die Frage der zivilrechtlichen Verantwortung der früheren Vorstands- ausgenommen. Durch freundschaftlichie ^rMllUNgen o . Mitglieder. Von dem Mitgliede der Prüfungskommission Rechtsanwalt I j>er 'russischen Regierung habe England erreichen können, I R e h - Alsfeld, wurde zu derselben Frage ein zweites Gutachten erstattet, das Mandschurei-Abkommen nicht unterzedchnet, fon- ! Schließlich fand Neuwahl des Grubenvorstandes statt, wobei von dem -- w®- setthertgen Vorstand Rechtsanwalt Grünewald einstimmig wieder- und 5 weitere Gewerken neu gewählt wurden; 2 der früheren Vorstandsmitglieder hatten bereits vor Eintritt in die Tagesordnung ihr Amt nieder- gelegt. Zu Revisoren der Jahresrechnung 1901 wurden der Bücherrevisor Cohm-Aachen und der Bankprokurist Holzer-Cöln ernannt. Der neue] Vorstand besteht au6: Rechtsanwalt Grünewald-Gießen, Landtagsabg. Sanitätsrat Dr. Ruegenberg-Bonn, Landesrat Schmidt-Düffeldorf, C. Heffenbruch-Remscheid, Dr. Klepzig-Godesberg, Prokurist Rinkel-Cöln, Kaufmann Ref-Frankfurt a. M. — Der Vorstand konstituiere fich und Übertrug die Vorsitzgeschäfte dem Rechtsanwalt Grünewald-Gießen. — Dir Regierung und der Leipziger Bank- krach. Die Summe, mit welcher der weimarische Staat als Gläubiger bei der Leipziger Bank beteiligt ist, beläuft sich nach einer Erklärung, welche die großherzogliche Regierung kürzlich erlaffen hat, auf 650 000 Mk. Sie wäre viel höher, wenn nicht Staatsrat Dr. Hunnius, der jetzige Leiter deS Finanzwesens des Großherzogtums, vor dem Krach etwa eine Million des Kontos weggenommm und der Deutschen Bank übergeben hätte. Immerhin bleibt ein Bettag von 650 000 Mk. für Sachsen Weimar ein großer, und wenn fie verloren sind, so ist das ein schwerer Schlag umsomehr, als die Finanzlage z. Z. sehr ungünstig ist, sodaß der Etat für die Finanzperiode 1902/04 in den ordentlichen Einnahmen ein jährliches Defizit von 260 000 Mk. aufweist, das mit Hilfe der Ueberschüffe ftüherer Finanzperioden gedeckt werden muß. Die Regierung hat zwar in jener Erklärung gesagt, fie hoffe, die 650 000 Mk. würden nicht, oder wenigstens nicht ganz verloren gehen. Aber außer der Regierung scheint kein Mensch im weimarischen Lande zu sein, der diese Hoffnung teilt, höchstens, daß man hier und da glaubt, ein paar Tausend Mark würden In den drei von den Kuechten Gottlob Reusch und Wilh. -—77 f Launhardt sowie dem Tagelöhner Albert Wodeler, Berlin, 27. Juli. Der 8 8 de^ Entwurfs des Zoll sämtlich hier, gegen den Fuhrunternehmer Heinrich Herz tarifgesetzes besttmmt: Zollpflichtige Waren, die ouS berg er von hier anhängig gemachten Klagen wegen Zahl Maaten herstammen, lvelche deutsche Schifte oder deutsche ung rückständigen Lohnes wird der Verwalter Gustav Waren ungünstiger behandeln als diejenigen anderer Staa- 5^ever als -Reime vernommen. Er bekundet unter Eid, ten, können neben dem taripnafiigen Zollsatz einem Zoll- daß er den Klägern Reusch und Launhardt bei ihrer Ein- zuschlage bis zum doppelten Betrage die,es Satzes oder bis stellung in das Arbeitsverhältnis ausdrücklicherklärt habe, zur Höhe des vollen Wertes unterworfen werden. daß die Vergütung von 2 Mk. für das Fahren des Gietz- mastig zollfreie Waren können unter der gleichest Voraus- - - Sonntagen einbehalten und erst am Ende des setzung mit einem Zoll in Höhe bis zur Halste des Werves — ™ ®>-----Ibelegt werden. Diese Maßnahmen werden nach erfolgter Zusttmmung des Bundesrats durch eine kaiserlich^ Verordnung verfügt. Die gettoffenen Airordnungen sind dem Reichstage sofort oder, wenn derselbe nicht versammelt ist, bei dem nächsten Zusammentritt mitzuteilen, sie sind außer *•* Danksagung Hrm Johannes Hormann Speisekartoffeln I Steins Garten Stachelbeeren Sonntag den 28. Juli: Die trauernden Hinterbliebenen Johannistrauben Gießen, den 27. Juli 1901. 5224 Anfang 5 Uhr. Eintritt 35 Pfg< Kirchweihe ZU ein Haufen Mist billig zu verk. Neuenweg 28, im Löwen. Bilanz am 31. Dezember 1900 w4L. ?5| 25027.37 688.47 5205 L« Huhn. 5820.18 NäbereS durch 5216 1950.20 Friedr. Helm, Weiuhaudlllug, Amptageuiur, «ießm. 1672.41 515.86 1085.46 28081.90 80% frankfurter 116 Mark. 5213 Vossius. Poppert. Lrfler und zweuer Bäckei geselle D gesucht. Neustadt 45. f 5227 von KMMeMt ILinfach möbl. Zimmer zu verm. Neustadt 23, li, links. 5220 Alte Minik. 5241 mit ho Preis-Abschlag für Fahrräder! oom Vereinslokal. 5231 Laufdecken von Mk. 8 an. pnm° Motorwagen Ferner empfehle ich meine nur von Opel und Der Gesamt-Auflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt von J. Roux, Hof- 5238 11’ M vermieten lirrfiljicbfitcs Offene Stellen fimmerk>ohn. mit all. Bub. u. Gartenanteil per 1. Okt. zu verm. H. LaunSpack, Alicestr. 22. 02891] viSmarckstraße 28 ist der Parterrestock, 5 Zimmer mit allem Zubehör, der Neuzeit ent» prechend eingericktet, per 1. 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