*«8 68 ^«the 6k., rein. 1614 »» Platze. ’Ssj« W« _gagenlfb Mon gtfudjL 0686 itTiM FWiir Zeugnissen zu jungen -sucht. 1601 h. Mettwheimer» ttveralvaffe aoftalt, jünger Haüsdüeschi id)t Rmvadt 6. : ein hiesige- SonfettionJ« irb zu Ostern, ev. spüter, hrlingtzksG in der Exved. d 8L iLdaim gejuchl 0M6 Strich-raße 3, patt I sosowaem EmlriN em ’ Mädchen unb fiUitnarbtu gegen i gefucbt ttdnl Gattin. tMklW Mnn W SieQuii Metern Mwrtmt obet Men unter Nr. Oto Spedition diese- VM I Lorderuvgeu v itta «ß»d fr*1,1" BW ’i«”®* o*t* l" » *1 Sotfr* '“g’gjre. P,el6nb^n%^ K seit*; UdW’St ^S°"'LW BL^ LS»« totTben- mi $L 9 andieA^-7 Unsrem tyty?«??1 ,iffl M«D fräuIein,tD.bie8ud)fM !hl, sucht Stellung'N M iob Konfitürengesch 8e irb hohem Salär W zu ÄenKen. Cff- Wf m bie Troebition br- Nr. 50 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 28. Februar 1901 Stbaltion, Expedition und Druckerei: Schnlftrahe 7. Erscheint täglich mit Aulaahme des Montags. Die Gießener Kamillen- blätter werben dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess, kandwin ' und „Blätter Nk heA. Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. «»«atzmr von «nielgen ** »er nachmittag« für den Wflenben Tag erscheinenden Wummer bi« Dorrn. 10 Uhr »ddeftetlungen spatesten« abend« vorher. Siebener feiger u General-Anzeiger v Amtt- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis Dirrklf6#et Mk. 2.20, monatl. 75 PßR. mit Bringerlohn; durch w Abholestellen vierteljätztt. Mk. 1.90, monatl. 65 PßA. Bei Postbezug viertekjähech. Mk. 2.00 ohne Bestellg-D. Alle Anzeioen-vernnttl«»HM stellen de« In- und lluflanMt nehmen Anzeigen für »ai Ötcfiencr Anzeiger entMem. ßetlenprcl« total 11 Ußch, auswärts SO Pfg. Adreste für Depesche«: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Amtlicher Heil. Gießen, 22. Februar 1901. Betr.: Erhebung über die Einfuhr von Rindvieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 30. November 1895 (Gießener Anzeiger Nr. 284) noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch nochmals an Erledigung derselben binnen 8 Tagen erinnert. v. Bechtold. z Gießen, den 25. Februar 1901. Betr.: Die Zu« und Wegzüge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Or. Bürgermeistereien des KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 9. Februar I. IS. (Gießener Anzeiger Nr. 39) noch nicht vachgekommeu sind, werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Zulassung von Losen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogtum. Den Direktionen des landwirtschaftlichen Bezirksvereins und de« Badischen Rennvereins zu Mannheim hat Großh. Ministerium des Innern die Erlaubnis erteilt, die Lose einer aus Anlaß des zu Mannheim am 6. und 7. Mai l. I. statt- ß übenden FrühjahrS-Haupt-Pferde- und Rindviehmarkts und der am 4., 5. und 6. desselben MonatS stattfindenden Pferderennen zu veranstaltenden Verlosung von Pferden, Rindvieh, Gold- und Silber Preisen, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten und sonstigen gewerblichen Gegenständen für Hausund Landwirtschaft innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Wir bemerken, daß nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlosungsplan 100 000 Lose zu 1 Mk. auSgegeben werden dürfen und 50 000 Mk. zum Ankauf von Gewinnen verwendet werden müssen. Gießen, den 26. Februar 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. An die sämtlichen Ortsgerichte des Amtsgerichtsbezirks Gießen. Wir benachrichtigen Sie, daß wir in der Kürze mit der Revision der Hypothekenbücher beginnen werden und fordern Sie daher auf, die seit der letzten Revision vorgenommenen Einträge in Spalte A und B einer sorgfältigen Durchsicht und Vergleichung mit den amtsgerichtlichen Verfügungen zu unterziehen und die dabei in Bezug auf die Form sich ergebenden Anstände, insoweit dies ohne unsere Mitwirkung geschehen kann, z. B. Berichtigung von Schreibfehlern, Nachholung von fehlenden Unterschriften und dergleichen — zu beseitigen. Sie wollen sich davon Überzeugen, daß die Ein träge und Löschungen im Namensverzeichnis und in dem Gießener Stadttyealer. Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Auszügen von Blumenthal und Bernstein. Auf der Bühne unseres Stadttheaters, auf der vor ■wenigen Tagen die rührende und erschütternde Figur des schlesischen Fuhrmanns Henschel gegen ein tragisches Geschick inkämpfte, erschien am Dienstag die Sippe des Bierbrauers NuthiaS Gollinger aus München. Fuhrmann Henschel und Mathias Gollinger — wer sieht nicht ein Verbrechen darin, die beiden Gestalten auch nur in Gedanken neben einander zu. nennen! Dort echtes, packendes Leben, hier ein Komödien mensch von Blumenthals und Bernsteins Gnaden, der 4 Akte lang im Stile des Münchener „Vaterland--Sigl auf der löiihne herumwurstelt und die brave Einfalt, die Grobheit litt!) den Durst des altbayerischen Bierphilisters dem staunenden Publikum in Maßkrügen kredenzt. Aber bad ganze Milieu dieses Münchener Poltrons mit dem flaum- und pflaumen weichen Herzen, eine Figur geschaffen für Felix Schweighofer eher Konrad Dreher, ist in so viel Drolligkeit getaucht, daß die stöhliche Heiterkeit, die die biedere Bierbrauer-Komödie iiu.dj bei uns erweckte, begreiflich ist. Man denke sich einen Menschen, dessen Horizont von Malz und Hopfen begrenzt ist und dessen gesellschaftliche Formen in der Schwemme seiner Bäerkeller reiften, plötzlich nach Berlin versetzt in geistig weil üb,erlegene Kreise der Metropole, und man wird die spaß haften Situationen ahnen, die von einem mit dem Bühnentopographischen Pfandregister nach Vorschrift vollzogen worden sind. — Das Protokoll über die erfolgte Vorrevision ist un- fehlbar in dem Revisionstermin vorzulegeu. Die Termine werden Ihnen noch bekannt gegeben werden. Gießen, den 22 Februar 1901. _______________«roßherzoglickeS Amtsgericht._______________ Deutscher Reichstag. Berlin, 26. Febr. Das Haus beginnt die Beratung des Militär-Etats. Abg. Graf Roon (kons.) berichtet über die Kommissionsverhandlungen. Abg. Gröber (Zentr.) fragt an, was mit dem Bezirkskommandeur und den Mitgliedern des Ehrenrates geschehen sei, welche in die Angelegenheit der aus katholischen, nichtschlagenden Studentenverernen hervorgegangeuen, ab gewiesenen Offiziers-Aspiranten in Köln verwickelt waren. Er bittet"um wörtliche Mitteilung der betreffenden Kabinettsordre. Der Mörchinger Fall sei in anerkennenswerter Weise schnell erledigt worden. Das Urteil war streng, aber gerecht. Wie konnte es so weit kommen? Wo war der Regimentskommandeur? Konnte sonst niemand hindernd eintreten? Muß man zur Pistole greifen, wenn einmal in geschlossenem Offizierskreis der weitverbreiteten Sitte des Trinkens allzuviel gehuldigt war? In seinen Ausführungen am 15. Januar berief sich der Kriegsminister auf seine Aeußerungen im Jahre 1897, wo er bebilderte, daß durch die Einbeziehung der preußischen Militärverordnung in die Reichsverfassung das Duell anerkannt sei. Demgegenüber bleibe aber die Verordnung von 1893 zu Recht bestehen, worin klar ausgedrückt wird, daß der Zweikampf und die Herausforderung dazu durch das Gesetz verboten und strafbar ist. Der Offizier hat sein Leben für das Vaterland zu lassen und nicht für solche Dinge. Durch solche Vorkommnisse wird das Rechtsbewußtsein des Volkes erschüttert. Justitia fundamentum regnorum. (Bei- sall im Zentrum.) Kriegsminister v. G o ß l e r: Was den Kölner Vorgang betrifft, so sind die Beteiligten bestraft worden, auch wurden sie auf die Kabinettsordre vom 16. Juni 1895 an sämtliche Offizierkorps verwiesen. (Der Minister verliest dieselbe.) Die Untersuchung über den Mörchinger Fall schwebt noch. Redner geht sodann auf die Duellfrage vom allgemeinen und vom historischen Standpunkt aus ein. Es wurden wiederholt schwere Strafen für die Beteiligung an Duellen angedroht, und es wurden auch solche vollstreckt. Für die Sanitätsoffiziere soll ein besonderer Ehrenrat gebildet werden, nachdem ein Ehrenamt für die Aerzte eingerichtet sein wird. General v. d. Göben äußerte sich dahin, daß die Duelle in gewissen Fällen nicht zu verhindern seien. Des weiteren geht der Minister auf die neue Verordnung ein und bemerkt, nach seiner Ueberzeugung sei alles geschehen, was geschehen konnte, um dem sogenannten Duellunfug zu begegnen. Was seine persönliche Ansicht betreffe, pflichte er dem Gutachten des Generals v. d. Gäben bei. Abg. Bebel (Soz.): Die Majorität des Hauses hat in der Bekämpfung des Duells nicht immer den richtigen Standpunkt dngenommen, den, wie ich anerkenne, Gröber heute gewahrt hat. Die Kabinettsordre vom 1. Januar 1897 steht in direktem Gegensatz zu dem Gesetz, denn sie erkennt das Duell prinzipiell an, während das Gesetz das Duell verbietet. (Widerspruch des Abg. Dr. Bachem.) Wir stehen nicht auf dem barbarischen Standpunkt, daß die Duellanten zu Galgen und Rad zu verurteilen sind, aber wir sind der Ansicht, daß der Duellant die Strafe erhalten muß, die das Gesetz vorschreibt, und vor allem,, daß schachspiel so vertrauten Autor wie Blumenthal aus dem feuchtfröhlichen Stoffe geschaffen worden sind. Das Münchener Kolorit hat der diesmalige Kompagnon Blumenthals, Herr Rechtsanwalt Max Veinstein aus München, der Gatte der unter dem Pseudonym Ernst RoSmer bekannten Dichterin des musikalischen Märchendramas „Die KönigSkinder", auf die szenischen Bilder derb und drastisch gepinselt und damit dem Ganzen jenen behaglichen Anstrich gegeben, der dem süd- deutschen Leben — siehe auch das „Weiße Röffel" rc. —, wenn man eS mit der Oberflächlichkeit des AutorS anfaßt, anzuhaften scheint. „A bissele Rührseligkeit i« a dabei", und so hat man alles beisammen, waS man von einem Schwanke Blumenthal'scher Diktion billig erwarten kann. Taktvoll und geschmackvoll freilich wird diese grobe Gegenüberstellung von Nord und Süd im regenerierten Reiche deutscher N ckion selbst ein Kanadür nicht nennen können, der die Berliner über- tünchte Höflichkeit nicht kennt unb ein Herz, wie Gott eS ihm gegeben, von Kultur noch frei im Busen trägt. Das luftige Stück hatte sich Frl. Wohlbrück zum Benefiz ausgesucht. Was am meisten überraschte, war die Besetzung. Die Benefiziantin hatte sich eine Rolle erwählt, bie ganz im Hintergründe steht und von der sich schlechterdings nichts mehr sagen läßt, als baß Frl. W. das Tempera ment eines Durchschnitts-GroßstadtbämchenS bekundete. Der Vollblutsachse Herr Helm gab den Bierbrauer auS München. Daß es da ohne ganz wunderliche Dialekt scherze nicht abging, kann man sich denken. Herr H. bemühte sich diese Wunderlichkeit durch flottes Spiel zu derer bie Strafe auch verbüßen soll. (Sehr gut! links.) Heute aber wirb ber Duellant fast regelmäßig b c g n a b i g t ; baß baburch bie Duelle nicht eingeschränkt werben, ist selbstver stündlich. Das Offizierkorps i-sd nicht, weil es einen be- sonberen Ehrenkodex in Anspruch nimmt, in seinem mora lischen ober militärischen Wert um eines Strohhalms Ge wicht höherwertig als ein anberer Staub. Das beweisen bie Länder, wo das Duell nicht mehr besteht, England, die Schweiz u. a. Wenn wirklich bei dem Mörchinger Vorfall der Oberst zugegen gewesen ist und auf das Duell gedrungen hat, so wäre das ein eklatanter Verstoß gegen bie Verord- nung von 1897, welche bie Sache zunächst dem Ebrenrat überweist. Der Kriegsminister hält in biefem Falle bas Duell für gerechtfertigt; unterläßt ber Reichstag es, gegen biese Auffassung klipp unb klar zu protestieren, so giebt er stillschweigend feirie Zustimmung. Sie müssen doch enblich einmal den Mut haben, zu erklären: Das Duell ist verboten, unb niemand», auch kein Angehöriger der Armee, darf sich über bas Gesetz stellen. Mit beni Zweikamps kann bie beleibigte Ehre nicht wieber hergestellt werben. So wenig man es in ber Drbnung finbet, baß ein ober- bayerischer Bauernbursch bem anbern, von bem er sich be leibigt glaubt, ben Schädel einhaut, so wenig kann das Duell als zulässig angesehen werden. Neben ber kaiserlichen Vororbnung von 1897 besteht eine Verordnung des Königs von Sachsen, die jene einschränkenden Vorschriften wieder aufhebt. (Hört, hört!) Der Redner erörtert, unter Berufung auf einen Artikel des Generalmajors v. Putt- kamer, eine Reihe Heereseinrichtungen, bas Exerzierreglement, ben Parabedrill, bie Uniformierung. Dringe Herr v. Puttkamer burch, könne man auch mit einer kürzeren Dienstzeit auskommen. Mit ber Vereinfachung bes Aus- bilbungsdienstes werbe auch bie Ueberbürbung ber Unteroffiziere unb bamit bie Neigung zu Mißhanblungen ab nehmen. Sächsischer Major Krug v. Nibda tritt ben Ausführ ungen bes Abg. (Bebel entgegen; es existiere keine Ka- binettsorbre bes Königs von Sachsen, welche mit bem erwähnten Erlaß von 1896 in Wiberspruch steye. Eine untergeordnete Kornmanbobehörbe habe nur ein Gutachten ab gegeben, in besten Motiven einzelne Sätze nicht mit bem Allerhöchsten Erlaß in Einklang zu bringen waren; bas sächsische Kriegsministerium habe balb alles gethan, um diesen Hergang wirkungslos zu machen. Von ben fünf vom Abg. Bebel erwähnten Selbstmorden seien drei aus Furcht vor Strafen wegen Unterschlagung, Diebstahl und Körperverletzung erfolgt. Abg. Dr. Oertel (kons.) hält die Duelldebatte für überflüssig. Man müsse zu ber Militärverwaltung bas Vertrauen haben, baß sie nach Möglichkeit Duelle ver- hinbern werbe. Die Arbeit bes Generals v. Puttkamer ist zuerst in ber von mir geleiteten „Dtsch. Tagesztg." erschienen unb hat Bebel gefallen. Das gereicht mir zur Genugthuung, unb Herr Bebel wird hoffentlich noch mehr von ber Lektüre ber „Dtsch. Tagesztg." profitieren. Wir werden nächstens auch mehrere Artikel bringen, die auf bem entgegengesetzten Standpunkt stehen, denn: audiatur et altera pars! (Zurufe.) General v. Puttkamer stehe mit feinen Reformplänen allein. Ter Redner empfiehlt ber Militärverwaltung den direkten Ankauf von landwirt schaftlichen Produkten. Das müsse schon mit Rücksicht auf bie schweren Einguartierungslasten ber Landwirtschaft verlangt werden. Weiter wünscht ber Rebner, baß den Zivil kapellen durch die Militärkapellen nicht übermäßig Konkurrenz gemacht werde, vor allem nicht, wenn es sich um Eröffnung eines Warenhauses handle. Generalmajor v. Heeringen hebt hervor, die Pro- tuschen und kramte aus den Breilseiten seiner Komik so viel als möglich heraus, sodaß ihm lebhafte Beifallsalven zu teil wurden. Frl. Kugler fand in der Rolle der Refi keine Gelegeuheit zur Entfaltung reicherer GestaliungSkraft, wirkte aber ganz sympathisch. Die Herren bi Ballhyni und Kirchner reprä-ent erten daS Berlinertum in ihrer Art. Recht scherzhaft war die R lle der ewig gerührten Brauerin der Frau Ernst. Eine hübsche Charakterfigur ist die deS Buchhalters Kappler. Herr Liebscher trug eine vorzügliche Maske und mochte seine Sache recht nett. Nur versetzte er, mit Herrn Helm, die bierbiederen Szenen von München nach Leipz'g. Die kleineren Rollen waren angemeffen besetzt und das Zusammenspiel griff wirksam ineinander. Das Publikum befand sich bis zu Ende in frohester Laune und spendete Den scherzhaften Vorgängen auf der Bühne unausgesetzt reichen Beifall. P. W. Bei der in Florenz am 27. Januar veranstalteten Gedächtnisfeier zu Ehren Arnold BöcklinS, der am 16 Januar in seiner Villa bei Fiesole starb, hielt der Direktor des dortigen Kunsthistorischen Instituts, Professor Dr. Heinrich BrockhauS, eine Rede, die soeben unter dem Titel „Arnold Böcklin" veröffentlicht worden ist (Leipzig, F. A Brockhaus, 60 Pf.). Sie schildert das Werden und Wirken deS hervorragenden Künstlers, besonders seine Auffassung der Landschaftsmalerei, und wird alle Verehrer BöcklwS un seiner Kunst interessieren. tiantämter kauften das Korn möglichst bald nach der Ernte, >as Stroh möglichst bald nach dem Drusch. Die Kartoffel- beschaffung sei Sache der einzelnen Truppenkörper. Meistens würden die Lieferungsverträge für ein ganzes Jahr abgeschlossen. Generalmajor v. Einem erklärt, die Einberufung der Reservisten geschehe so zeitig wie möglich, es wurden auch immer eine Anzahl mehr einberufen. Abg. Jazdzewsky (Pole) führt Klage, daß es den polnischen Soldaten verboten sei, bei polnischen Kaufleuten einzukaufen. Kriegsminister v. Goßler erklärt, das Vorgehen der polnischen Bevölkerung gegen die deutschen .«Handwerker «nd Kaufleute war derartig, daß wir bestimmte Maßnahmen ergreifen mußten. Die Existenz vieler deutscher Gewerbetreibender war durch die polnische Agitation geschädigt. Deshalb erging eine Verfügung von dem Kommandierenden des 5. Armeekorps, daß, soweit es möglich sei, bei deutschen Kaufleuten die Bedürfnisse der Armee befriedigt werden sollten. Wir fingen den Zwist nicht an; er wurde uns aufgedrängt. Abg. Jazdzewski bezweifelt, daß die Polen gegen die deutschen Kaufleute agitieren. Der Kriegsminister erwidert, diejenigen Polen, die bei Deutschen kauften, würden durch die Nennung ihres Namens in polnischen Blättern aufgeführt. Abg. Tr. Bachem (Ztr.) kann sich nicht die resignierte Auffassung des Abg. Dr. Oertel über die Duellfrage zu eigen machen. Es sei die Aufgabe des Reichstags, die Duell-Frage zu behandeln. Die Antwort des Ministers sei völlig ungenügend; er müsse ihm schärfstens widersprechen. Zufrieden sind wir nur mit der Antwort in der Kölner Angelegenheit. Tie königliche Kabinettsordre non 1873 stehe im Widerspruche mit dem Strafgesetzbuch, und sie seien bessere Freunde des Königs, wenn sie dies hier zum Ausdruck brächten. Präsident Graf B a l l e st r e m ersucht den Redner, die Person des Kaisers nicht in die Debatte 'zu ziehen. Abg. Dr. Bachem: Ich habe die Person des Kaisers 31 «r. erwähnt, als zahlreiche Enunziationen im „Reichsanzeiger" die christliche Gesinnung des Monarchen zum Ausdruck gebracht haben. Wenn das Christentum im Munde des Monarchen, wie es wiederholt auch im „Reichs- anzeiger" zum Ausdruck gekommen ist, ertrft genommen werbe» muß, so muß es auch dem Duell gegenüber ernst gemeint sein. Christus hat gesagt: Von meinem Gesetz soll kein Komma und kein Jota hinweggenommen werden. Dieser Standpunkt muß auch hier befolgt werden gegenüber dem Strafgesetz, das das Duell verbietet und unter Strafe stellt. (Lebhafter Beifall im Zentrum.) rertcM™^ toeitere Beratung auf Mittwoch 1 Uhr Sympathiekundgebung für die Buren. . P. Gießen, 26. Februar. ^Die, vom Alldeutschen Verband, Ortsgruppe Gießen, in Steins Garten gestern abend einberufene zahlreich besuchte öffentliche Versammlung wurde vom Vorsitzenden des Verbandes, Oberlehrer Alten dor f eröffnet. Ter Alldeutsche Verband, so sagte der Redner, habe nicht falsch gerechnet, als er die Burenversammlung einberufen, die Kundgebung beweise, daß unser Gießen auf Seiten der Buren stände. Der Alldeutsche Verband würde seit einiger Zeit diel von Zeitungen angegriffen, die die Thätigkeit des Verbandes „Bierbankpolitik" nennen, besonders die „Norddeutsche Allgemeine" bis herunter zu der „Kölnischen Zeitung". Ter Alldeutsche Verband aber wolle nur die Meinung des Volkes vertreten. England wolle die Buren vernichten, dieses tapfere kleine Volk aber wehre sich aufs äußerste. Es kämpfe für Freiheit, .Haus und Hof, (Bravo!) mährend England aus schmutziger Habsucht sich des Burenlandes bemächtigen möchte. Welche riesigen Opfer aber der Krieg koste, habe die Welt jetzt gesehen. Es bewahrheite sich das Wort des Präsidenten Paul Krüger, der vor Beginn des Krieges gesagt hat: die Welt wird staunen, wie teuer Transvaal seine Freiheit verkaufen wird! Die Greuel, die der Krieg von den Engländern gezeitigt hat, wären nicht zu beschreiben, Augenzeugen würden einige Erlebnisse erzählen. Leider sei der junge De Wet noch immer wegen Krankheit an das Zimmer gefesselt, aber .Kommandant I o o st e (Lebhaftes, anhaltendes Bravo! nnd Heil!) und der Burenkämpfer Oberlehrer Henckel .aus Eisleben (Heil!), der ein Jahr unter den Buren focht, seien erschienen. Oberlehrer Alten dorf erteilte alsdann Oberlehrer Henckel das Wort; dieser führte in etwa einstündiger, von bitterem Sarkasmus durchsetzter Rede folgendes aus: der Freiheitsdrang und die Gerechtigkeitsliebe der Buren feien groß und stark. Das kultivierte Europa könne sich daran ein Beispiel nehmen. Alsdann schilderte der ^Redner seine Fahrt durch portugiesisches Gebiet bis nach Pretoria, wo er sich mit einigen Freunden dem Präsidenten Krüger zur Verfügung gestellt habe. Krüger 'Habe sich über die Sympathie der Fremden (Deutschen, Franzosen, Holländern rc.) gefreut, und ihnen gesagt, sie möchten mit Gott gegen den Feind kämpfen, aber nicht das Christentum vergessen, wenn sie einem Wehrlosen gegen- üderständen. Es sei rührend gewesen, so erzählt ber Redner, der manchmal selbst vor schmerzlichen Erinnerungen nicht sprechen kann, es sei rührend, zu sehen, wie Kinder, Jünglinge, Männer und Greise ins Feld zogen. Die Opfer, die der Einzelne bringe, seien ungeheuer; während die englischen Soldaten für Geld ins Felo zögen, dekäme der Burenkrieger nichts, vielmehr müsse er sich nod) Kleidung, Pferde und Wagen stellen. Unsere Opfer ™ einem Kriege seien mit denen der Buren nicht zu ver- 3'eichen. Alle Opfer bringe der Bur mit Freuden, wenn es sich um Freiheit und Recht handle. Mann für Mann -st .'*£• Prusten habe »'ährend des Befreiungskrieges Dozent der Bevölkerung als Kämpfer ins Feld cJzT* ^aprenb bie Buren jetzt über dreimal soviel, nämlich 16 Prozent in Waffen hätten Wenn der südafrikanische Freistaat auch augenblicklich zerstört und die Städte in den Händen der Engländer seien, so bestehe aber doch noch die ungebrochene Volkskraft. Der Redner habe einmal zu einem alten Bur gesagt: „Eure Freiheit ist dahin", da habe der alte Manzn "bedächtig erwidert: „Aber die kleinen Kinder". De Wet habe erklärt: „Wir müssen so lange kämpfen, bis unsere Kinder groß sind". Freiheit und Recht gehe dem Buren über alles, selbst über die Familie. Auch die Frauen hätten allen auferlegten Entbehrungen der Engländer widerstanden, und niemals ihre Männer aufgefordert, sich zu ergeben. Trotz ihrer großen Tapferkeit hätten die Buren sich niemals grausam gezeigt, die Sympathien der Deutschen gehören ihnen, aber niemals den Engländern. (Bravo!) Ter Redner glaubt nicht daran, daß die Engländer den Krieg glücklich zu Ende führen können, Südafrika sei dann erst recht für sie verloren. Durch die fortschreitende Kultur wären sie vielleicht einstens in den Besitz des Landes gekommen, aber jetzt sei das für immer vorbei, da die Buren das Andenken an ihre gefallenen Väter und Brüder niemals vergessen. Deutschlands Sympathie und werkthätige Hilfe möge den Buren verbleiben. (Tosender Beifall, Bravo- und Heilrufe.) Stürmisch begrüßt, bestieg sodann der Burenkomman- ban Jooste, ein blonder, spitzbärtiger, eleganter Herr, die Tribüne. Vikar Schowalter-Ludwigshafen übersetzte die Rede ^Abschnitt für Abschnitt. Augenscheinlich war eine Ueber- setzung des in der Burensprache gehaltenen Vortrages nicht notwendig, denn der stetige Beifall bewies, daß der Redner vollkommen verstanden wurde. Was unser Gießen für eine Stadt wäre, so begann der Redner, habe er gefragt Als man ihm mitgeteilt habe, Gießen sei Universitätsstadt, sei er sehr erfreut gewesen. Wie gerne hätten die Buren in Prätoria auch eine Universität gehabt. Präsident Krüger wollte eine solche vor Beginn des Krieges errichten. Ihr Schulwesen habe ja bekanntlich auf der Pariser Weltausstellung zwei erste Preise bekommen. Die Engländer, die nicht prämiiert worden wären, hätten stets gesagt, sie wollten schon die Zivilisation nach Südafrika bringen. Transvaal hätte geblüht und wäre gewachsen, hätte im Frieden gelebt, bis zu dem Tage, an dem die Goldfunde gemacht wurden. Habgier hätte die Engländer ins Land gelockt, und immer mehr hätte die Fremden- Mißwirtschast um sich gegriffen. Die Frage bezüglich des Stimmrechtes sei ein Vorwand zum Kriege gewesen. Hätte Krüger damals nachgegeben, so hätten die Engländer kraft des ihnen gewährten Stimmrechtes innerhalb weniger Monate Cecil Rodes oder Millner oder sonst einen Engländer zum Präsidenten gewählt und großes Unglück wäre ins Land gekommen. Früher hätten sie sehr hoch von den Engländern gedacht, wären sie doch der Meinung gewesen, mit einer hohen Stufe der Zivilisation in Berührung zu kommen. Heute aber könne England nicht mehr sagen, daß es nach Afrika gekommen, um Kultur dorthin zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Die Burenfrauen hatten, so fuhr der Redner fort, die verwundeten Engländer gepflegt, zum Dank dafür wären sie von Haus und Hof vertrieben worden. (Pfuirufe.) England sei eine ganz wunderliche Nation, sie glaubten für Geld alles haben zu können. Den Buren- Generälen wären große Summen geboten worden, wenn sie das Vaterland verraten würden. Nachdem der Redner bann die Waffen- und sonstige Materiallieferung an England besprach und sagte, daß es tiefbedauerlich sei, daß Europa an England Waffen und Pferde liefere, fetzte er hinzu, daß dieses auch seine guten Seiten habe, denn die Buren bekämen dann Waffen, ohne zu zahlen, Pferde zu reiten, wenn sie auch aus Oesterreich stammen. So lange die Engländer in Afrika wären, ging ihnen (den Buren) die Munition, die Waffen, die Pferde, und auch das Gelb nicht aus. (Bravo!) So viel aber sei gewiß, möge es kommen, wie es wolle, Afrikasei das Grab des englischen Ruhmes. (Stürmischer Beifall!) Nach einigen Augenblicken fährt der Redner fort: Von Deutschland käme so vieles in die Welt, auch nach England und Afrika, das den Stempel trüge „Made in Germany", es wäre auch wohl aller Wunsch, wenn in Sachen des schrecklichen Krieges eine Aenderung einträte, die den Stempel trüge „Made in Germany". (Tosendes langanhaltendes Hurra, Heil und Bravo!) Zum Schluß bedankte sich der Redner beim Alldeutschen Verband für die Sympathie, er dankte den zahlreich erschienenen Damen und Herren und insbesondere den Studenten. Unter fortwährenden Heil-Rufen verließ der Redner die Tribüne. Einige kurze Worte wurden noch gesprochen. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen : A n den deutschen Reichstag ! Die weitesten Kreise des deutschen Volkes sind aufs tiefste erschüttert durch das furchtbare Elend, welches der Krieg des britischen Reiches gegen die Buren- staaten heraufbeschworen hat. Sie bedauern aufsleb- I) a f t e ft c, daß eine dem deutschen Reiche befreundete Großmacht gegen ein kleines, dem deutschen Volke stammverwandtes Volk mit der Absicht kämpft, es seiner Freiheit und Unabhängigkeit zu berauben. Sie sind aufs äußerste entrüstet über die allen Grundsätzen der Menschlichkeit Hohn sprechende Art der Kriegführung Englands, die auf eine Ausrottung des Burenvolkes hinauS- läuft. Die am 25. Februar in Steins Saal bau anwesenden Frauen und Männer Gießens bitten daher den hohen Reichstag, dieser im deutschen Volke herrschenden Gesinnung Ausdruck zu verleihen und an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen zu richten, alle friedlichen Mittel zur Beendigung des Burenkrieges anzuwenden. An den Staatspräsidenten Krüger, Utrecht, wurde folgendes Telegramm-gesandt: „Eine durch die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes berufene Versammlung sendet Euer Hochedlen ehrfurchtsvollen Gruß. Möge Ew. Hochedlen Bemühungen um eine ehrenvolle Beendigung des ungerechten Krieges in Südafrika mit Erfolg gekrönt fein. Heil und Sieg den Buren!" Nach einem dreimaligen Heil auf die Buren löste sich langsam die Versammlung auf. Aus Stadt und Land. Gießen, 27. Februar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! -u- Der Verband der hessischen Zimmer- meister hielt am Sonntag hier eine Vorstandssitzung ab, die von fast sämtlichen Vorstandsmitgliedern besucht war. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Verteilung der Vorstandsümter, die statutengemäß dem Vorstände überlassen ist. Es wurden einstimmig gewählt: Zum 1. Vor- sißenden Herr Philipp W i t t m a n n - Da r m st a d t, 2. Vorsitzenden Herr Philipp Spieß-Darmstadt, Kassierer Herr Anton W e i n r e i ch - D a r m st a d t und zum Schriftführer Herr Adam Kr i ck s er - Da r m sta d t Weiter wurde beschlossen, daß die Vorstandsmitglieder einer jeden der drei hessischen Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg einen Obmann wählen sollen, der die Verbandsgeschäfte für die betreffende Provinz zu leiten hat. Ihm zur Seite stehen außer den übrigen Vorstandsmitgliedern der betreffenden Provinz noch die Vertrauensmänner, die für die einzelnen Kreise zu ernennen sind, und zwar für jeden Kreis ein Vertrauensmann. Zum Obmann für die Provinz Oberhessen wurde Herr Balthasar Nuhn-Lollär ernannt. Ferner faßte der Vorstand den Beschluß, zu den abwechselnd in den drei Provinzen stattfindenden Vorstandssitzungen jeweils die Vertrauensmänner dieser Provinz einzuladen. Die nächste Vorftandssitzung findet am Sonntag, 21. April, in Worms statt. Der Borstandssitzung schloß sich eine zahlreich besuchte Zimmermeisterversammlung für die Provinz Oberhessen an, in der Herr Ph. Wittmann-Darmstadt über die Ziele und Bestrebungen des Verbandes referierte, die gegenwärtig im Zimmerhandwerk herrschenden Mißstände besprach und in lichtvollen Ausführungen die Mittel und Wege zur Abstellung dieser klarlegte. Sämtliche Anwesende ließen sich, soweit sie dem Verbände noch nicht angehörten, als Mitglieder einschreiben. Als Vertrauensmänner wurden von der Versammlung für die einzelnen Kreise gewählt: für den Kreis Gießen: Friedrich Schmidt- Lich, für den Kreis Alsfeld: Heinrich Bücking II- L au ter b ach, für den Kreis Schotten: Heinrich August Langlitz-Steinbera, für den dir eis Büdingen: August Diehl-Berstadt in der Wetterau, für den Krei» Friedberg: Johannes Euler-Butzbachs r. Reiskirchen, 25 Febr. Vor dem hiesigen Kriegerverein, sowie vor Mitgliedern eingeladener Kriegervereine der Nachbarorte hielt gestern nachmittag im Gasthaus zum Hirsch Lehrer Volk von Burggemünden im Auftrag der „Hasfia" einen Vortrag über „die Armee, ein Segen des Volkes". Am 9. März wird Herr V. voraussichtlich vor dem Kriegerverein in Großen-Buseck über „Deutschlands Erhebung" sprechen. -h- Burkhards, 24. Febr. Heute hielt die „Sektion Gedern" des evangelischen Dekanats Schotten in der hiesigen Kirche eine Missionsversammlung ab. Missionspredigten hielten die Pfarrer Keller-Herchenhain und Repp- Mittel-Seemen. Ersterer behandelte als Thema: „Die Not der Buren und ihrer Angehörigen", Letzterer: „Fritz Oberlin, sein Leben und Wirken." Zur Verschönerung der erhebende« Feier trug der hiesige Kirchengesangverein zwei gemischte wohlgeschulte Chöre unter Leitung des Lehrers Mohr vor. Nach Beendigung des Gottesdienstes wurden beim Ausgange aus dem Gotteshause eine Anzahl Missionsschriften verkauft; der Reingewinn ist für die äußere Mission bestimmt. — An der Kreisstraße, unweit Kaulstos, ist der Stamm einer uralten Linde bei der strengen Kälte der Länge nach aufgesprungen. k. Büdingen, 25. Febr. Gestern veranstaltete der im Herbst gegründete evangelische Kirchengesangvereiu in der hiesigen Stadtkirche vor zahlreich erschienenem Publikum sein erstes Kirchenkonzert. Die Chorgesänge wie Solo- partieen wurden mit großer Präzision vorgetrageu, und der Verlauf des Konzertes hat in jeder Beziehung befriedigt. Sodann fand im Rathaussaale noch ein Familienabend statt, der die Mitglieder des Vereins und ihre Angehörigen zu einigen Stunden gemütlich vereinte. Der Verein besteht au- ungefähr 70 aktiven Mitgliedern und steht unter der vorzüglichen Leitung des Lehrers Pepler. — Das geplante Elektrizitätswerk zu Melbach kommt nicht zu stände. Wie die Gesellschaft den beteiligten Bürgermeistereien mittetlt, hat sie die Errichtung des Werkes aufgegeben, da eine Einigung über den Vertragsabschluß mit dem Großh. Ministerium des Innern nicht zu stände gekommen ist. Marburg, 25. Febr. In der hiesigen „Hess. LandeSztg." wird seit längerer Zeit eine Polemik geführt gegen de« antisemitischen Abg. Dr. Böckel, weil er für den jüdischen Journalisten Dr. Hamburger gegen gute Bezahlung Korrespondenzen auS den Reichstagskommissionen bezw. der Budgetkommission liefert. Dr. Böckel hat nun diese Thätigkeit zugestanden und dafür wird ihm in der „Hess. LandeSztg." der Kopf gewaschen. Gerichtssaal. D—. Gießen, 26. Febr. Strafkammer. In bei Strafsache gegen den Förster Kurth in Salzschlirf und den Hotelbesitzer Wüstenhof daselbst wegen Jagdvergehens wird die Verhandlung nach erfolgter Vernehmung der erschienenen Zeugen bis auf weiteres vertagt, und zwar zum Zwecke der Einnahme eines von dem Verteidiger der Angeklagten beantragten Augenscheins an Ort und Stelle. — Gegen den 33jährigen Friedrich Weidling von Büdingen, der zurzeit eine Zuchthausstrafe wegen Betrugs, ein Delikt, wegen dessen er vielfach vorbestraft ist, verbüßt, wird wegen verschiedener ihm zur Last gelegten, im vorigen Jahre begangener Betrugsfälle, deren erster in idealer Konkurrenz mit Urkundenfälschung steht, sowie wegen Unterschlagung und Betrugsversuchs, verhandelt. Ten Großh. Amtsanwalt in Büdingen suchte der Angeklagte durch Vorlage einer verfälschten Urkunde zur Anlveisung einer größeren, ihm nicht zustehenden Zeugengebühr zu veranlassen. Die Firma August Schwarz Söhne in Friedberg schädigte er durch Vorspiegelung falscher Thatsachen um den Betrag von 10 Mark, den Wilhelm Hofmeister zu Büdingen um die Summe von 12 Mark, den Wilhelm Neumann in Büdingen beschwindelte er um den Betrag von ungefähr 60 Mark. Außerdem ließ er sich noch verschiedene anderer Delikte gegen das Eigentum ihm vertrauender Mitmenschen zu schulden kommen. Die Großh. Staatsanwaltschaft beantragte, gegen den in der Hauptsache leugnenden Angeklagten eine Gesamtzuchthausstrafe von zwei Jahren drei Wochen zu erfemien. Das Urteil lautete unter Einbeziehung einer gegen den Angeklagten in Aschaffenburg erkannten Zuchthausstrafe auf eine solche von insgesamt zwei Jahren drei Monaten und drei Wochen. — Zur Verhandlung standen außerdem noch drei, die Einziehung falscher Einmarkstücke betreffende Straf- fadjen. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß wurde g er i chtss eitig auf Einziehung der Falsch stücke erfannt___ .ungenkranken wirb Sanatogen als Nähr» und Kräftigungsmittel von besonderer übiuuiiy empfohlen. Bon Professoren und Aerzten glänzend begutachtet. Erhältlich in Apotheken und Drogerien- '■iitti-fte gratiö und franco. Bauer ngesangverrii erschienenem PB rgesänge wie Eil» rgettagen, und k ^ung desnedizt. wilitnabenb statt, ? Zugängen zu Sereiii besteht ans i Mer der w - Dar 4*" i nrchx zu stak cmeistereien milt^ isgegeben, da »« mit dem Mr gekommen ist. „Hess.LandeU' geführt gegen d» ? für den jüdisch» ute Sezahlni'r 'ommisfionen beziv. kel hat nun dielt ihm in der »Hess. »E’srf«. r»»»s 68ei6ti"9* SM: tife't *> ¥ ür «4*! « irz A Thatsa^ ÄS i;3&9 ich ^^nertro11^ . ihrn ö.£5 LBl! ?Kr? Ä? ’S - K SO Hol^versteigerung im tzilßkmk Stadtwald. Montag den 4. März »SOI,vormittags SV,Uhr beginnend, sollen im Gteß-ner Stadtwald, in den Distrikten Mühlberg und Zollstocks- Wäldchen, verste gert werden. 13 rm Buchen-Scheilholz, 172 , Erchen-Scheitholz, 1 „ Buchen-Knüppelholz, 87 „ Eichen-Knüppelholz, 3 , Buchen-Stockholz, 123,5 „ Eichen-Stockholz, 120 Wellen Buchen Reisig, 3220 „ E chen-Reifig, 60 „ Nadel Reisig Die Zusammenkunft ist auf der Grünberge! straße an der Alten« »tschwiese. Gießen, 26. Februar 1901. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 1598 Submission. Für die Gr. neuen Kliniken in Gießen sollen pro 1901/02, vom 1. April bi« 31. März, auf dem öffentlichen Sub missionswege vergeben werden. a Die Lieferung von: Einladung*. Die verehrlicken Mitglieder des Spar- imb Leihkaffe- verein» Gießen werden zu einer Mftlludeutilitikll Saupt-Dttsammluiig welche Montag den 4 März, nachmittags 3V2 Uhr im Saale der höheren Mädchenschule (Schillerstraße) da hier statlfindcn soll, erg'benst e n. elaven. Fages Hrdnvng: 1. Entwurf eines Gesetz-.- über die öffentlichen Spmkaffen; hier: Satzungsänderung. Der Satzungsentwurf ist bereits vor der letzten außerordentlichen Haupt Versammlung jedem Mitglieds zug'stellt worden. 2. Unterbringung armer skrophulöfer Kinder in Bad Nauheim behufs Georauch einer Badckur auf Kosten der Sparkaffe. Gießen, den 25. Februar 1901. Direktion der Spar- und Leihkaffe Gießen. 1617 Wiener. Heinrich Hochreucher Gießen, Südanlage 5 Hcueralagentur der frankfurter Transport-, Unfall- und chlas- Ferstcherungs-Aktieu-Hefelkfchaft empfiehlt sich zum Abschluß von: 2 Unfall-, HastpMt-, Transport-, Glas-, Eindrachdjrbüahl-, _________pfrrde- und Wa-kn-Urrg-rrnngen._________ Gothaer Lebensversicherungsbank. Bersicherungsbestand am 1. Februar 1901 792’/8 Millionen Mark. Bankfonds „ „ 258 „ , Dividende im Jahre 1901: 29 biS 128 Prozent der Jahres-Normal- Prämie — je nach dem Alter der Versicherung. Vertreter: Heinrich Hochreuther 11 Sudanlage 5. HverpMche Gesellschaft für Matur- und Keil'Kunde. Donnerstag bcn 28. Februar er., abends 6 Uhr, außerordentliche Generolversummlung im Auditorium des Laudw. Instituts (Kollegiengebäude). Tages-Ordnung: 1625 1. Anträge auf Statutm-Aenderung. 2. Antrag, die „Berichte" der Gesellschaft zukünftig im Verlage der Rick r'sch n Buchhandlung erscheinen zu laffen. 3. Herr Geh. Hosrat Prof. Fhaer: Demonstration eines neuen 3 acker-Polacisationsavp orats. 4. Herr Prof. Speuget: lieber Schwimmblase und Lunge. L. Backwaren, 2. Fleischwaren, r Spezereiwaren und Verbrauch-gegenständen, 4. Kaffee, 5. Butter und Eiern, 6. Milch, 7. Bier, 8. Schreibmaterialien, Maschinenöl und Putzwolle, 10. Bürstenwaren und Scheuer- tüchern, 11. Seife, 12. Ei», 13. Porzellanwaren, 14. Korn- stroh. b. Sonstiges: Da» Reinigen de» Herdes und der Oefen, die Entleerung der Kehrichtgrube, die Abgabe von Knochen, Gespül, leeren Del- inb Weinfäffern, leeren Mine- nalwäfferflaschen und Lumpen. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen, nachmittags von 8—6 Uhr, eingesehen werden. Proben der unter a 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11 und 13 bezeich neten Gegenstände sind nebst dm verschlossenen Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Di-ustag den 12 März 1901, mittags 12 Uhr, Luf dem oben erwähnten Bu «au einzureichen. Zuschlag erfolgt am 20. März 1901. Gießen, 25. Februar 1901. Gr. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. (1578 Submission. Für die Gr. neuen Kliniken dl Gießen soll die Lieferung von zirka 32000 Ctr. Maschinenkohlen, 600 Ctr. Nußkohlen und 60 rm Tannen-Scheitholz für das Rechnungsjahr 1901/02 auf dem Submissionswege vergaben werden. Die Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 können auf dem Verwal- ttmgsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen von 3 bi» 5- Uhr nachmittag» eingesehen werdm. Offerten sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift ver- srhen, bis zum 12. März 1901, mittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Buna» abzugeben. Zuschlag er- folgt am 20. März 1901. Gießen, 25. Februar 1901. @r. Verwaltungs-Direktion ber neuen Kliniken. (1679 Donnerstag ben 7.16^1901 nachmittags 3 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die zur Konkursmasse der Raben Salomon Eheleute in Wetzlar gehörige ideelle Hälfte von 19/92, 93 und 94 der Gemarkung Gießen, zusammen gemessen 8150 qm Acker vor dem Gänswinkel am Mittelweg, öffentlich meistbietend freiwillig versteigert werden. Lageplan liegt für Interessenten auf Großh. Ortsgencht Gießen offen, auch giebt Kommissionär Abraham Jacob in Gießen auf Wunsch nähere Auskunft. Gießen, den 19. Februar 1901. Großh. Ortögericht Gießen. «roS. 1471 EinpMungen Frische Schellfische ic. eingetroffen. 655 Schulhof l Backpulver, Dr. vett-rsj Vauille-Zucke-, l Pudding-Pulver 4 10 Pfg. Millronenfach bewährte Rezepte gratis von Heör. Adami. A. & H. ZSallenfeks. K. Arnold II. Hustav Waller. S. W. Achnthof. Ang. Aoll II. 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