Nr. 253 Zweites Blatt. 151« Jahrgang. Sonntag 27. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess, fionbroirt* und den »Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlichbet- gelegt. Aebofhon, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Ldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. KrrnsprechanschlußNr.bl. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Annahme von Anzeiae» zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr« bis vormUtags 10 Uhr« Alle Anzeigen-Dermitt- lungssteUen des In- und, Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen UnioersitätS - Druckerei! (Pietsch Erben). Verantwortlich sür beK allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: HanS Beck KeKanntmachung. Die Inspektion der Jnfanterieschulen hat für die diesjährige Herbsteinstellung noch Bedarf an Unteroffizierschülern. Junge Leute, welche in eine Unterofsizierschule ausgenommen zu werden wünschen, wollen sich alsbald bei dem Bezirkskommando in Gießen, Seltersweg 55, persönlich melden. Zur Anmeldung sind folgende Papiere erforderlich: 1. ein von dem Zivil-Vorsitzenden der Ersatz-Kommission des betr. Aushebungsbezirks ausgestellter Meldeschein, 2. Konsirmationsschein bezw. Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion, 3. etwa vorhandene Schulzeugnisse, 4. eine amtliche Bescheinigung über die bisherige Be- schäftigungsweise, über früher überstandene Krankheiten und etwaige erbliche Belastung. Die in eine Unterofsizierschule aufzunehmenden Leute müssen mindestens 17 Jahre alt sein, dürfen aber das 20. Jahr noch nicht vollendet haben. Gießen, den 22. Oktober 1901. ___________Großh. Bezirks-Kommando Gießen.___________ Bekamttmachtmg. In der Zeit vom 19. bis 26. Oktober l. Js. wurden fn hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Kinderkragen; verloren: 1 Trauring. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände öelieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 26. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _____________________Hechler.__________ Politische Tagesschau. Zuerst der Zolltarif. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 25. Oktober: Es steht nunmehr fest, daß der Reichstag bei seinem 'Zusammentritt am 26. November zuerst mit dem Zoll- tarifentwurf sich beschäftigen wird. Da der Bundesrat wesentliche Aenderungen an den einzelnen Positionen nicht vorgenommen hat, erübrigt für die Parlamentarier ein nochmaliges Studium des Tarifs; sie sind durch die seit den Sommertagen in ununterbrochener Folge von der Presse geübte Kritik über den Inhalt des Entwurfes genau orientiert. Allenfalls werden die von den Fraktionen zu Rednern für die erste Lesung ausersehenen Abgeordneten die dem Entwurf beigegebene Begründung zu studieren haben, um daraus ihr „Rüstzeug" zu ergänzen. Heiß wird es hergehen in diesen: ersten und größten Redekampf der nächsten Session. Die Volksvertreter sind erfrischt durch die lange Ferienpause, da kommt ihrer Arbeitslust die inhaltsreichste aller Vorlagen gerade gelegen. Das Verfahren der Regierung, den ZoNtarifentwurf zuerst zur Beratung zu stellen, erscheint um so zweckmäßiger, als dadurch eine wesentliche Entlastung der späteren Etatsdebatte erzielt wird. Denn eine allgemeine Besprechung der Zoll- und Wirtschaftspolitik wäre andernfalls unfehlbar schon mit der GeneraldisMission zum Etat verknüpft, also doppelt vom Stapel gelassen worden. In Regierungskreisen veranschlagt man die Dauer der ersten Lesung des Zolltarif- eutwurss auf eine Woche. Wir müssen bezweifeln, daß dies Maß ausreicht für eine Auseinandersetzung, die an Heftigkeit ihresgleichen suchen wird. Erne Rede Chamberlains. Ehamberlain hielt am Freitag abend vor 8000 Unionisten in Edinburgh eine Rede, worin er die irischen Feuilleton. Born Elberfelder Jubiläumsbrunnen. In Elberfeld entrüsten sich weite Kreise der Gesellschaft über einen Monumentalbrunnen, den der bekannte Elberfelder Baron ö. d. Heydt der Stadt zum Geschenk gemacht hat und von dem Oberbürgernreister mit Dank entgegengenommen worden ist. Der Landtagsabg. Dr. Marx ruft, Versammlung en auf Versammlungen ein, in denen gegen eine Üebernahme des Monumentes in städtische Verwaltung protestiert wird. Erst vor zehn Tagen erregte sich ein reformierter Pfarrer auf der Kanzel gar sehr wegen des Elberfelder „Denkmals der Schande". Und jetzt ist auch Pastor Stoltenhof im Kirchenblatt der Elberfelder reformierten Gemeinde über den „Schandbrunnen" ernstlich entsetzt. Nicht nach künstlerischen Gesichtspunkten tritt er an die. Beurteilung des Denkmals heran, sondern zieht mit biblischen Waffen gegen ihn zu Felde. Und dabei vergleicht er den Fall eines kürzlich in Elberfeld verurteilten Lüstlings, der sich in obscöner Weise vor den Augen seines Kindes entläßt hat mit den plastischen Figuren des Brunnens. Das ist wahrhaftig wenig geschmackvoll! Welches Auge .eines unverdorbenen Menschen bettachtet ein Kunstwerk mit Lüsternheit! Auch wenn alles „Aergerliche der gerügten Art" abgestellt würde, so könnte er sich doch nicht mit dem, w:e er es nennt, „Greuelbüd" zufrieden geben. Er., sagt dann weiter: „Wer des Bauwerks zum ersten Mal ansichtig wird, sollte meinen, er erwache aus einem tiefen Traum, sich verwundernd die Augen reiben und sich fragen: „Befindest Du Dv Dick an den Ufern des CepMrs rmd Jlissus oder an Mitglieder des Unterhauses heftig angriff, die sich offen als Feinde des Reiches erklärten. Die Regierung wolle die vorgeschlaaene Geschäftsordnung des Unterhauses abändern, um den Fortgang der Geschäfte zu erleichtern und die Leute besser überwachen zu können, die das Haus aus ihr Niveau herabbringen »vollen. Die Anzahl der irischen Parlamentsmitglieder sei im Verhältnis zur Bevölkerung Irlands ein Skandal und ein Mißbrauch. Er kündigte an, daß die Regierung vor den nächsten allgemeinen Wahlen dem Lande einen Plan für Herabsetzung der Zahl der irischen Parlamentsmitglieder vorlegen wolle. Im weiteren Verlaufe der Rede besprach Ehamberlain die Kriegsfrage und wies mit Nachdruck die Frage zurück, daß die Regierung aur Zeit, als das Ultimatum der Buren übergeben wurde, Die Kriegserklärung vorbereitete. Sie habe im Gegenteil alles gethan, um den Krieg zu vermeiden, der, wie sie wußte, ein schwieriges und ernstes Unternehmen sein würde. Die den Buren angebotenen Bedingungen waren günstiger als irgendwelche, die je einem Femde angeboten wurden. Da ine Bedingungen abgelehnt wurden, müsse der Krieg zu Ende geführt werden. Die Regierung gestehe zu, daß sie sich bezüglich der Dauer des Krieges geirrt hätte. Siebewundere die Zähigkeit der Buren. Aber England müsse dieser Zähigkeit eine gleiche Entschlossenheit entgegensetzen. Die Buren verlangten nunmehr größere Unabhängigkeit als zu Beginn des Krieges. Diese Bedingung könne die Regierung nicht annehmen. Jetzt komme die Zeit, wo es notwendig sei, strengere Maßregeln zu ergreifen, um die aufständischen Guerulabanden zu bekämpfen. Wenn die Zeit gekommen fei, werde die Regierung Präzedenzfälle für alles, was sie thun werde, in dem Vorgehen jener Nationen finden, welche diese Barbarei und Grausamkeiten verurteilten. Aber sie werde sich nie dem nähern, was diese Nationen in Polen, im Kaukasus, in Bosnien, in Tongking und im Kriege von 18 7 0 fönten. Chamberlain schloß, die Regierung wolle nicht Davor zurückschrecken, vom Lande weitere Opfer zu verlangen, wenn es nötig werde. Die militärische Lage biete keinen Grund zu Besorgnissen. Wer ist legitimer Herrscher in China? Eine Nachricht, die geeignet ist, die Politik Rußlands in China scharf zu beleuchten, kommt soeben aus Shanghai. Darnach empfing Li-Hung-Tschang eine geheime Mitteilung — „geheime" Mitteilungen scheinen unverändert beliebt zu sein in China —, die Kaiserin-Witwe habe von Rußland das Versprechen empfangen, alle fremden Angriffe zu ver- hindern und die Karserin in Peking zu beschützen. Thatsache ist, daß die Kaiserin vor der Katastrophe des Gesandtenmordes eine starke Stütze in der russischen Diplomatie hatte. Es mag dieser Beistand mit schuld daran fein, daß die herrschsüchtige und gewaltthättge Frau es wagte, mit solchem Trotz ben anderen Mächten gegenüber aufzutteten. Im Fall der Entdeckung der fremdenfeindlichen Ränke konnte man in Rußland Deckung suchen. Nach der Flucht des Hofes aus Peking ließ Rußland die Kaiserin-Witwe fallen. Das ging schlechterdings nicht and'ers, denn erwiesenermaßen war sie die Seele der Verschwörung, die direkte Auftraggeberin Der Fremdenverfolgungen gewesen. Damals gab die russische Regierung feierlich kund, nur Kwangsü, der Bogdochan, werde von ihr als der einzige legitime Herrscher in China anerkannt werden. Die übrigen beteiligten Mächte schlossen sich der Erklärung durchaus an; alle Aktenstücke der Mächte sprechen von Kwangsü. Daß für die chinesischen Staatsmänner nach wie vor nur der Wille der Kaiserin Befehl war, daß die Edikte Kwangsüs sür die Becunten bedeutungslos waren und den Zweck der Vortäuschung aller möglichen reformfreundlichssn und entgegenkommenden Absichten verfolgten, das kann keinem Zweifel unterliegen. Die Kaiserin-Witwe läßt sich nicht „ausschalten", sie kehrt ebenso mächtig zurück wie sie Peking verließ, und der arme Kwangsü muß einfach thun, was seine starke Tante verlangt. der Wupper; lebst Du so und so viel Jahrhunderte vor oder im Jahre des Heils 1901 nach Christus; scheint die Sonne Horners auf Dich herab oder stehst Du im Schein der Gnadensonne, bei deren Aufgang Gott Seine Boten zu den Heiden entsandt hat, „aufzuthun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott", um dann „abzulegen die Werke der Finsternis und anzulegen die Waffen des Lichts"? Was würde der Apostel Paulus, dieser Mann, dessen Geist in dem heidnischen Athen „in ihm ergrimmte, da er die Stadt so voller Götzen sah" wohl sagen, wenn er auf dem Markt unserer christlichen Stadt hoch oben einen Neptun thronen sähe?" — Am 24. d. M. hat sodann eine von etwa 800 bis 1000 Personen der evangelischen Einwohnerschaft besuchte Protestversammlung gegen den Monumentalbrunnen stattgefunden, der eine solche zumeist von Katholiken besuchte vorausgegangen war. In dieser evangelischen Versammlung referierte wieder, nach eirieitcnben Worten des Stadtmissionars Kämmerer sowie des Vorsitzenden der Versammlung Bäckermeister Heistermann, Landtagsabg. Landrichter Dr. Marx. Die Versammlung nahm infolge der heftigen Angriffe einiger Redner gegen den Baron v. d. Heydt und den Oberbürgermeister einen derart stürmischen und bedrohlichen Charakter an, daß sie nur mit Mühe einer polizeilichen Auflösung entging. Schließlich wurde folgende Entschließung angenommen: „Die heute im großen Saale des evangttischen Vereinshauses tagende Versammlung der Bürger Elberfelds spricht im Einverständnis mit den hochwürdigen Pfarrern der evangelischen Gemeinde ihre Entrüstung darüber, aus, daß man unter Auf fein Haupt fällt lediglich die Verantwortung für die Nachsuchung von Sühne, Die Absendung von Telegrammen, worin „schmerzliches Bedauern" über die Vorfälle ausgedrückt wird, — kurz für alles, was nach der Auffassung der Chinesen die Kaiserin-Witwe nicht thun dürfte, ohne ihre Autorität zu erschüttern, ist Kwangsü der „Strohmann". Wurde bisher ein Wort der Demütigung oder der besseren Einsicht von der Kaiserin-Witwe vernommen? Nicht ein einziges. Die Kaiserin steht in unvermindertem Glaub vor ihrem Volke. Ist sie erst wieder in Peking, dann wird sie die Zügel der Regierung kräftig in die Hand nehmen. Es ist nicht zu verwundern, daß die Kaiserin, dem Telegramm aus Shanghai zufolge, „den dringenden Wunsch hegt, mit Rußland in freundschaftliche Beziehungen zu treten"; cs ist auch, vom Standpunkt diplomatischer Taktik, zu verstehen, daß Rußland Anschluß sucht an diejenige Persönlichkeit, welche allein im stände ist, Vorteile zu gewähren. Aber es fragt sich denn doch, ob die übrigen Mächte es gelassen mitansehen können, wenn das Zarenreich sich zum Beschützer derselben Fran aufwerfen würde, deren Recht auf die Herrschaft durch ihre Thaten als verwirkt bezeichnet ist, und zwar durch die Jnittattve Rußlands. Begänne wiederum das Wettlaufen um die Gunst der Kaiserin-Witwe, nach ihrem Einzug in Peking, so könnte man n icht in Erstaunen geraten über neue Proben chinesischer Ueberhebung und Unduldsamkeit, wenn nicht noch be- denklichere Folgen. "Deutsches Reich. Berlin, 25. Okt. Der Kaiser wird sich am Sonntag nach Liebenberg in der Mark begeben, und dort als Gast des deutschen Botschafters Fürsten Eulenburg bis zum 29. Oktober verweilen. — Der Kaiser hatte die Ausführung eines Feuer- w e h r d e n k m a l s für den Mariannenplatz in Berlin nach den vorhandenen Modellen aus ästhettschen Erwägungen beanstandet, aber er hat jetzt den Einspruch zurückgezogen und die Zustimmung zur Herstellung des Denkmals in der projektierten Form erteilt. —- Zu dem Empfange des Bischofs Ben zier beim Kaiser berichtet der „Lok.-Anz.", daß bei der Tafel der Steifer fein Bedauern aussprach, daß die Kaiserin, welche noch nicht hergestellt sei, den Bischof nicht empfangen könne. Der Vionarch unterhielt sich fast ausschließlich mit dem Bischof und zog bei der lebhaften Erörterung elsaß-lothringischer Angelegenheiten wiederholt den Statthalter Fürsten Hohenlohe ins Gespräch. Beim Abschied drückte der Kaiser dem Bischof wiederholt die Hand und sprach dabei die Worte: „Ich verlasse mich auf Sie, Herr Bischof." — Ter bisherige chinesischeGesandte wird Berlin erst im Dezember verlassen. — Die „Post" hält heute ihre Nottz, daß es sich bei der Mitteilung des Reichstagsabg. Dr. Müller-Sagan über eine angebliche Aeußerung des Staatssekretärs von Ti rpitz „um eine tendenziöse Unterstellung zum Zwecke der Agitation gegen den Zolltarisentwurf" bandele, aufrecht und fügt hinzu, Herr v. Tirpitz habe in seiner Unterredung mtt Dr. Müller nicht im entferntesten daran gedacht,, mit den Freihandelsbestrebungen ber Freisinnigen zu fraternisieren, sondern er habe lediglich ganz ironisch die Haltung der Freisinnigen, die auf der einen Seite den Welthandel zu fördern glaubten, und auf der anderen Seite den Stützpunkt eines mächtigen Welthandels, eine starke Seewehr, ablehnten, als absurd kennzeichnen wollen. — Dr. Müller teilt der „Voss. Ztg." mit, daß seine mehrfach erwähnte Unterredung mit dem Staatssekretär von Tirpitz im Eisenbahnzuge zwischen Halle und Fulda stattgefunden hat. — In dem nächsten Etat für den Reichshaushalt sind erhebliche Mehrausgaben für das Reichsheer zu erwarten. Unter anderem sollen allen Jägerbataillonen Magazingewehrabteilungen in einer Stärke von je 70 Mann dem Deckmantel der Kunst auf öffentlichem Markte und zwar an einer Stelle, wo die Gebeine unserer Vorfahren rnhen, Bildwerke aufstellt, die aus dem Heidnischen herrühren und die das sittliche Gefühl in gröblicher Weise verletzen und eine Gefahr für unsere Jugend bilden. Sie legt ebenfalls gleich der Versammlung im Katholischen Gesellenhaus Verwahrung gegen die vorn Oberbürgerrneister in öffentlicher Stadtverordneten-Versainmlung abgegebene Erklärung ein, daß die Kunst nach christlicher Auffassung ebenso sehr die Gesetze der Sittlichkeit beobachtet hat, wie darauf hinweist, daß die hier in Betracht kommenden Figuren in gleicher Weise dem Gesetze der Natürlichkeit wie der Schönheit entsprechen. Deshalb richtet die Versammlung an die Stadtverwaltung das dringende Ersuchen, die Schenkung des Monumentalbrunnens abzulehnen und zu verfügen, daß diese heidnischen Gebilde, welche großes Aergernis erregt haben, entfernt werden." Nach der Versammlung wurde die allzu starke Betonung des Männlichen am Brunnen durch unbefugte Hand entfernt. Die „Köln. Voltsztg.", das bekannte rheinische Zeittrumsblatt", bemerkt dazu: So dringend wünschenswett es auch erscheint, daß von zuständiger Seite die Anstößigkeiten des Brunnens beseitigt werden, so muß doch eine derartige Verstümmelung des Kunstwerkes auf das schärfste verurteilt werden. (Man wird dem klettkalen Blatte ganz unbedingt zuzustimmen haben. Wenn sich thatsüchlich „Anstößigkeiten" an dem Brunnen befinden, dann ist es allerdings durchaus gerechtfertigt, wenn man dagegen in der Bürgerschaft der mit diesem Werke beglückten Äadt heftig protestiert und 56 Pferden beigegeben werden. Die nötigen Neubauten für je eine solche Abteilung in jeder Jager-Garnison sollen zwar zunächst nur pvovisorisch aufgeführt werden. Trotzdem dürften schon erhebliche Aufwendungen erforderlich werden, da den fraglichen Garnisonen, soweit sie bisher nur Fußtruppen umfaßten, auch eine passende Räumlichkeit zur Ausbildung berittener Mannschaften fehlt. — Der Reichstags- und Landtagsabg. für den ersten schleswig-holsteinischen Wahlkreis Johannsen (Däne) ist heute früh in Flensburg im Alter von 61 Jahren plötzlich gestorben. — Die erste Lesung der Ausschüsse des Bundesrats über das Zolltarifgesetz nebst dem Zolltarif wird voraussichtlich morgen ihr Ende erreichen. Die zweite Lesung ist, wie die „Kreuzztg." vernimmt, auf nächsten Donnerstag festgesetzt, an welchem Tage die vereinigten Ausschüsse für Zoll- und Steucrwesen und für Handel und Industrie zusammentreten sollen, um zugleich die auf das Zolltarifgesetz bezüglichen Eingaben zu berücksichtigen. — Wie man berichtet, darf nunmehr als feststehend angesehen werden, daß der Zolltarifgesetzentwurf und der Zolltarif nebst Begründung dem Reichstage alsbald nach seinem Zusammentritt zugehen werden. — Im Reichsamte des Innern gehen inzwischen die Gesetzentwürfe betreffend Aenderungen des Krankenversicherungsgesetzes und betreffend die gewerbliche Beschäftigung schulpflichtiger Kinder der Vollendung entgegen, jedoch wird cs von dem Verlauf der Zolltarifverhandlungen abhängen, ob die beiden sozialpolitischen Gesetze dem Reichstage in der beginnenden Session schon vorgelegt werden. — Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge findet in den nächsten Tagen zwischen dem Staatssekretär des Reichsschatzamts und den beteiligten Ressortchefs eine Konferenz statt zur Beratung der Frage, wie einer Erhöhung der Matrikularbeiträae für das nächste Jahr möglichst vorgebeugt werden könne. — Der Abreißkalender des Deutschen Flotten- v er eins, herausgegeben von dessen Kanzleiamt, enthält unter dem 5. Oktober folgenden Ausspruch: „Die Agrarzölle belasten mit Petroleum-, Reis-, Gewürze-, Salz-, Tabak-, Zucker- und Branntweinsteuern und Zöllen die unteren Einkommenklassen mehr als die oberen". — Der Reichsanzeiger macht bekannt, daß unter Aufhebung der Bekanntmachung vom 31. Juli 1900 in Preußen an der Börse in Berlin für Weizen, Hafer, Mais und Roggenmehl Preise für Zeitgeschäfte und an der Börse in M a g d e b u r g für Rohzucker (1 Produkt), sowie an der Börse in Köln für Rüböl T^rminpreise notiert werden. — In den Bezügen der preußischen Oberlehrer gegenüber den Diensteinkommen anderer vergleichbarer Beamtenklassen besteht insofern ein Unterschied zu Ungunsten der ersteren, als bei diesen das Höchstgehalt erst nach 24 Dienstjahren erreicht wird, während dies sonst bereits nach 21 Dienstjahren in Kraft tritt. Es ist dies mit Recht als eine Unbilligkeit gegenüber dem Lehrerstande aufgefaßt worden, und auch das preußische Abgeordnetenhaus hat dies anerkannt, indem es in seiner letzten Tagung bei dem Etat der Unterrichtsverwaltung die Regierung ersuchte, durch eine neue Bemessung der Alterszulagen die Erreichung des Höchstgehaltes nach 21 jähriger dienstlicher Thätigkeit zu sichern. Ueber diese Punkte sind die Ressortminister seit Längerem in Verhandlungen eingetreten. Wie nun nach Erkundigungen an „bestunterrichj:eter Stelle" uritgeteilt wird, sind die Konferenzen der mit der Abwickelung der Angelegenheit betrauten Referenten noch nicht abgeschbissen. Es steht aber zu hoffen, daß ein den Wünschen der preußischen Oberlehrer entsprechendes Ergebnis gezeitigt und daß eine dementsprechende Vorlage dann im Januar 1902 das Abgeordnetenhaus beschäftigen wird. Metz, 25. Okt. Der Einführung des Bischofs Benz- ter, die am Montag stattfindet, wohnt im Auftrage des Kaisers der Statthalter Fürst Hohenlohe-Langenburg bei. Der Bischof Korum von Trier nimmt die Weche vor, Bischof Fritzen von Straßburg und Wechbischof Schsrod aus Trier assistieren. Ausland. W i e n, 25. Okt. Die zwischen dem Ministerpräsidenten Körber und verschiedenen Parteien wegen der parlamen- -tarischen Schwierigkeiten gepflogene Konferenz führte zu einer vollständigen Einigung. Die meisten Drrng- lichkeitsanträge wurden zurückgestellt. — Das Abgeordnetenhaus nahm nach kurzer Debatte die Dringlichkeitsanträge E l d e r s und Cerny betr. die allgemeine Alters- und Jnvaliditätsversicherung an und trat hierauf in die erste Lesung des Budgets ein. — Angeblich soll Ministerpräsident Körber auf Berufung des Kaisers nach Budapest gereist sein. — Die und sich gegen ein solches Geschenk ernstlich verwahrt. Aber wir können uns absolut nicht denken, daß Baron v. d. Heydt und der Elberfelder Oberbürgermeister die Frivolität besitzen sollten, wirkliche „Anstößigkeiten" öffentlich auszustellen. In Darmstadt entrüsteten sich gewisse Kreise auch recht sehr über die Kolossalstguren vor dem Künstlerarbeitshause, und man erzählt sich, daß dort in einer Nacht an der mänrckichen Figur ähnliches geschehen sei, wie an der Elberfelder Brunnenfigur. Doch eine berufene Künsllerhand soll dort das gethan haben, was in Elberfeld der Pöbel that. Das ist denn doch ein recht erheblicher Unterschied! Wenn ein Künstler an seinem eignen Werke eine Korrektur vornimmt, die ihm nötig scheint, so wird kein Verständiger ein Wor darüber verlieren. Die Elberfelder Verstümmelung aber ist ein Vandalismus, der gar nicht scharf genug getadelt werden kann. Hätte man den Schöpfer des Werke? aufmerksam gemacht auf diese oder jene auffällige Aeußerlichkcit, und zwar in würdiger Ruhe nut sittlichem Ernst, er hätte zweifellos sein Werk sich nochmals gründlich betrachtet und, wo er den Gesetzen der Kunst, der Proportion rc. wirklich widersprochen hat, das der Aenderung Bedürftige selber geändert. Das Vorgehen der Elberfelder Bevölkerung aber ist weitaus ungeziemender, als das naturalistischste Kunstwerk jemals sein kann. Der Rückgriff auf die Antike von Seiten des genannten Elberfelder Geistlichen ist nicht gerade sehr geschickt. Man werfe doch nur einmal einen flüchtigen Blick in eine Sammlung antiker Bildwerke, man betrachte die Gipsabgüsse in archäologischen Museen, und man wird sich überzeugen, daß zu jenen glücklichen Zeiten, als Homer der geistige Führer der Kulturvölker war, die Kunst sich ebenso wenig scheute, die Natur getreu nachzuahmen, wie heute. D. Red. d. G. A.) „Deutschnationale Korresp." berichtet dazu, Körber habe auf der Fahrt das Entlassungsgesuch des gesamten Ministeriums mitgenommen, um, falls heute die Debatte über das Budget nicht begonnen hätte, das Gesuch dem Kaiser morgen zu überreichen. Um einhalb 5 Uhr telegraphierte der Präsident Graf Vetter an Körber nach Budapest, daß das Haus die erste Lesung des Budgets begonnen habe. Diese Depesche würde Körber abends bei einer Ankunft in Budapest vorfindcn. Von christlichsozialer Seite wird gemeldet: Körber sprach mit mehreren Abgeordneten über die bedauerliche Häufung der Schwierigkeiten. Plötzlich stampfte er mit dem Fuße und rief tief erregt: „Ich mache das nicht länger mit, und werde Majestät die Entscheidung unterbreiten". Rom, 25. Okt. Trotz des bestimmten Widerspruches offiziöser römischer Blätter ist in den letzten Tagen abermals bad Gerücht verbreitet worden, König Viktor Emanuel werde noch in diesem Jahre einen Besuch in Petersburg abstatten. Wie der Petersburger Korrespondent der „Berll N. N." heute telegraphiert, ist ein Besuch des italieni- chen Königspaares am Zarenhofe für dieses Jahr nie. in Frage gekommen. Das bezügliche Gerücht sei von denselben interessierten Kreisen verbreitet worden, die aus den An- chluß J-taliens an Rußland und Frankreich auch in der Vresse hinarbeiten. Petersburg, 25. Okt. Aus Teheran wird berichtet, daß die beiden heftigsten Gegner des Großveziers, )ie zwei Brüder des Schahs, die eine regierungs- eindliche Agitation geleitet haben, verhaftet und nach Ardebil verbannt wurden. Der Schwager des Schahs, )er wegen Teilnahme an der Agitation enthauptet werden ollte, wurde, als schon das Schaffot stand, begnadigt. Auch ein Günstling des Schahs, Hawame cd Dauleh, der geköpft werden sollte, wurde vom Schaffot ins Gefängnis zurückgebracht, wo, wie verlautet, er später gefoltert wurde und starb. In Teheran herrscht in persischen Kreisen die Ansicht, daß diese Agitation von England unterstützt werde. New-York, 25. Okt. Der Mörder Czokgosz, der am Dienstag mittelst Elektrizität hingerichtet wird, nahm die Mitteilung über den Zeitpunkt der Hinrichtung schweigend und anscheinend gleichmütig entgegen. Es werden nur 26 auf Namen lautende Karten für Zuschauer ausgegeben. Shanghai, 25. Okt. Die Hungersnot nimmt zu. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge, die Generalkonsul Warren erhalten hat, sind in Kiangfu 300 000 P er so n en, in Nyanhwei 600 000 Personen dem Verhungern nahe. In Kiangsi soll die Lage noch schlimmer sein. Der llnter- tützungsfonds ist unbedeutend. Die Fremden steuerten 1500 Pfund Sterl., die Chinesen 7500 Pfund Sterl. bei. Ein gemeinsamer, aus den Konsuln und chinesischen Beamten zusammengesetzter Ausschuß überwacht die Geldver- teilung. Vom Bureukriege. Nach einem Telegramm aus Hamburg wurden jetzt, nachdem große Kartoffelankäufe der englischen Regierung in Schlesien gemeldet waren, auf dem Dampfer „Duisburg" 25 000 Kisten Kartoffeln seetüchtig verpackt und nach Kapstadt verladen. Dem „Berl. Tagebl," wird aus London depeschiert: Der B u l l e r s k a n d a l, der natürlick der Opposition eine erwünschte Gelegenheit bietet, gegen Die Feigheit und Inkonsequenz des Kabinetts loszuziehen, ergreift immer weitere Kreise. Auch im Regierungslager wird das Verhalten Lord Roberts und Brvdricks gegen Buller als unenglisch und illoyal gebrandmarkt. Man weist aus Admiral Beresford hin, der unbestraft in seinem bekannten Brief über bestehende Mängel in der Flotte eine viel größere Indiskretion begehen konnte. Zwei Vorstandsmitglieder des holländischen Hafenarbeiter-Verbandes sind hier zur Unterhandlung über die Boykottierung der englischen Handelsschiffe eingetroffen. Der Petersburger Korrespondent der „Times" erfährt, daß der Versuch des in Petersburg weilenden Burendelegierten van der Hoeven, die russische Regierung zur Ergreifung der Initiative zu veranlassen, um den südafrikanischen Konflikt vor das Haager Schiedsgericht zu rringen, gescheitert sei. Aus Stadt ruck Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 26. Oktober 1901. •* Hauptversammlung des Kreiszuchtvereins. Gestern fand im Cafe Ebel die Hauptversammlung des Kreiszuchtvereins (Vogelsberger Vieh) unter Vorsitz des Regierungsrats Böckmann statt. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Jahresbericht für 1900/01; daraus geht hervor, daß die Zahl der Ortszuchtvereine um einen: Watzeenborn- Steinberg vermehrt wurde, es sind jetzt 9 vorhanden mi zusammen 343 Mitgliedern. In 1900 ist das 2. Herdbuch erschienen, das eine bedeutende Zunahme des Bestandes an angekörten Tieren ausweist. Die Jungviehweiden im Tiergarten und in Wernings sind aus dem Vereinsbezirk wenig beschickt worden. An Tummelplätzen sind vorhanden diejenigen in Lauter und Grünberg, von denen aber nur jener in Betrieb ist; Allendorf hat die Errichtung eines solchen beantragt. Die 3 Bullenstationen sind aufgehoben worden, weil sie sich nicht als notwendig erwiesen. Es wurden beschickt die Bezirkstierschau in Schotten, die Verbandsschau in Marburg und die Landesausstellung in Darmstadt, auf denen Vereinsmitglieder mit Sammlungen und Einzeltieren schöne Preise erzielten. — Eine Ortsschau fand in Steinbach und je eine Stallschau in Homberg, Stockhausen und Weickartshain statt. Die Zucht ist vorwärts gekommen und verspricht weitere Entwickelung. — Es schließt sich rege Diskussion an. Es wird von mehreren Seiten betont, daß Tummelplätze von größter Wichtigkeit sind, aber es an Mitteln für eine Person fehle, die die Tiere auf den Platz und zurück bringt. Es sollen vom Verein Unterstützungen gegeben werden. — Die Rechnung wurde genehmigt. Darauf wurden der Vorstand, Ausschuß und der Rechner für die nächsten drei Jahre gewählt; ferner eine Aenderung bezw. Ergänzung der §§ 8, 11 und 22 der Satzungen beschlossen. Danach wird u. A. in Zukunft der Ausschuß aus den Vorsitzenden der Ortszuchtvereine bestehen. Die Bewilligung von 100 Mk. für Zuschuß zu einer Schau wird genehmigt. In 1902/03 sollen stattfinden eine Ortsschau in Heuchelheim für die Vereine Heuchelheim und Allendorf, und eine Stallschau für den in Gründung begriffenen Zuchtverein Beltershain—Göbelnrod — Queckborn. Es wird hervorgehoben, daß im jetzigen Stadium der Zuchtvereinsbestrebungen die kleinen örtlichen Schauen von großer Wichtigkeit sind, um die Viehzüchter anzuregen. * * Konzert. Das am morgigen Sonntag von unserer Regimentskapelle in der Südanlage veranstaltete Promenaden- Konzert hat folgendes Programm: 1. Ouvertüre zur Operette „Frau Luna" von Linke; 2. Allerseelen, Lied von Lassen; 3. Estudiantina, Walzer von Waldteufel; 4. Transcription über das Koschat'sche Lied „Verlassen bin i" von Reindel. * * Knnstoercin. Wie uns mitgcteUt wird, konnte die Gemälde-Ausstellung im Thurmhaus am Brand infolge der langen Dauer der Walter Crane-Ausstellung in Darmstadt nicht zu dem vorgesehenen Termin eröffnet werden. Für die vmmende Woche aber sind zwei größere Sendungen Gemälde angemeldet worden. Die Ausstellung dürfte somit in aller Kürze eröffnet werden. * * Au8 dem Theaterbureau. Mit einer seiner besten Rollen, als „Kean" in Dumas-Bernays beliebtem Lustspiel „Kean" oder „Genie und Leidenschaft", beschließt Herr Carl Schönfeld morgen (Sonntag) sein diesjähriges Gastspiel im hiesigen Stadttheater. Sonntag nachmittags 4 Uhr gelangt der Schwank „Die Dame von Maxim" nochmals zur Aufführung. * * Hauswirtschaftlicher Unterricht. Aus: Leserkreisen werden wir aus folgende Notiz der Allgem. deutschen Lehrerzeitung ausmerksam gemacht: In Gens ist am 14. September eine Haushaltungsschute eröffnet worden, zu der bereits 380 Schülerinnen angemeldet find. Der hauswirtschaftliche Unterricht wird auch, in der Schweiz immer mehr als eine Notwendigkeit für die der Volksschule entlassenen Mädchen anerkannt. ** Silberhochzeit. Schneidermeister Georg Koch, Seltersweg, begeht morgen mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. 4- Kleinlinden, 25. Okt. Bei der heutigen Gemeinde« rat sw ahl wurden wiedergewählt die seitherigen Gemeinderäte Philipp Hahn und Kaspar Weller; und neu gewählt wurden Maurermeister Heinrich Bernhard und Landwirt Johann Theis. e. Bad-Nauheim, 25. Okt- Mit dem Umbau des hiesigen Bahnhofes ist begonnen worden. Bei den Aenderungen soll auch die große Treppe, die durch das Innere des Hauses bis zum Bahnsteig führt, entfernt und an anderer Stelle angebracht werden. Dre Treppe ist bei großem Gedränge und trübem Wetter geradezu lebensge^ sährlich. Es sind auch schon öfters Menschen dort gestürzt. — Der Gemeinderat hat an die Koni gl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. eine Eingabe gerichtet, mit der Bitte, die ttrka 3500 Waggons mit Rohprodukten, die alljährlich aus ber Nordseite ein- und ausgeladen werden, in Zukunft auf die Nord- und Südseite zu verteilen, wie dies früher der Fall war. Von der Südseite ist die An- und Abfahrt viel einfacher, während auf der Nordseite das nahe Villenviertel durch das Rangieren der Waggons re. ernpsindliche Störungen erleidet. Der Umbau der baufälligen söge- nannten „Donnerbrücke", der Hauptbrücke Nauheims, die die obere Stadt mit dem Villen- und Bahnhofsviertel und den Badehäusern rc. verbindet, in eine massive Brücke, dürfte noch bis Februar währen. Der große Verkehr gehl jetzt über die alte, schmale Steinbrücke, was zu vielen Stör/ ungen Anlaß giebt. — Der Staat läßt z. Z. ein großes Inhalatorium und vier Bassins für B ade< wasser bauen sowie im Kurhaus Aenocrungen vornehmen. Auch die Privatbauthütigkeit ist wieder recht rege, trotzdem die Kur nicht besser war wie im vorigen Jahre. — Das Hotel „KaiserHof" wird durch Um- und Anbau Den größert. In der Parkstraße ist das Haus „Hartmann", in dem einst Bismarck logierte, abgerissen worden, um einem Neubau Platz zu machen. — Der große städtische Kanal durch die Hauptstraße ist vollendet. Hingegen macht der Neubau des Schuch aus es Schwierigkeiten. Dort sind mehrere Decken her ab gestürzt; das Gericht untersucht die Angelegenheit. F riedberg, 25. Okt. Bei der am 23. ds. Mts. stattgehabten Ziehung der Friedberger Pferdelotterie sielen auf folgende Nummern die ersten vierzehn (lebenden) Gewinne! Nr. 6626, 10564, 6148, 9319, 8301, 11388, 2517, 4536, 3748, 7588, 4418, 11459, 4780, 761. * * b. Mainz, 25. Okt. Eine sich zur Zeit hier aufhaltendt Wiesbadener Familie, die in Wiesbaden eine Villa besitzt, wurde gestern durch die amtliche Mitteilung recht unangenehm überrascht, daß in ihrer Villa in Wiesbaden ein Einbruch verübt worden sei. Die Einbrecher hatten, da sie ganz ungestört „arbeiten" konnten, leichte Arbeit. Das gesamte Silberzeug, die Wäschegegenstände re. haben die Einbrecher entwendet und wahrscheinlich in Säcken hinweggeschleppt, auch 600 Mk. an baarem Gelde, das die Spitzbuben in einem Schreibpult vorfanden. Den in dem Speisezimmer Vorgefundenen Champagner haben sie in der Villa selbst getrunken. • * Offeubach, 25. Okt. Die St adtveror dneien- Wahl wird, wie nun endgiltig bestimmt ist, am 6. November ftattfinben. Wahlberechtigt sind nach der Wählerliste, die an die Wähler gedruckt und kostenftei abgegeben wurde, 7771 Personen, 1200 mehr als 1898. Es wird in 12 Abteilungen gewählt. Die „Bürgerpartei" hat ihren Wahlzettel, der 11 Nationalliberale und 4 Zentrumsleute enthält, gestern veröffentlicht. Die Sozialdemokratie will sich nur um 10 von den 15 erledigten Sitzen bewerben. • * o. Marburg, 25. Okt. Die Ursache der Explosion im Universitätsgebäude, von der wir bereits berichteten, war die Entzündung von verflüchtigtem Hydratkarbid, das zur Verbesserung des Leuchtgases in die Leitung eingeführt wird. Der Schaden beziffert sich auf ungefähr All. 10000. Für gestern Abend waren die Vorlesungen im Universüäts- gebäude abgesagt. Heute können sie wieder ftattfinben. R. Frankfurt a. M., 24. Okt. Zum Besten bet Kinde r- gärten nnb Kleinkinderschulen haben sich die ersten Kreise der Stadt zur Veranstaltung eines Wohlthätig- keits festes vereinigt. Als. Festraum dient das Gesellschafts- Haus des Zoologischen Gartens. Zur Eröffnung erschien heute mittag Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, nahm unter Führung der Leiter des Festes, Generalkonsul Krebs- Pfaff und Direktor Drory, alles in Augenschein und äußerte sich ebenso befriedigt, wie die Besucher. Für diese wurden die Räume um 3 Uhr geöffnet. Die mannigfachsten lieber* raschungen erwarten die Besucher. Da ist ein Weltmarkt eingerichtet, der in mehrere. Abteilungen zerfällt. Eine andere zu richten. y Wetter Oktober c § s s äD 749,3 748,2 747,7 88 99 94 SE. E. NE. 2 1 1 + 9,5 + 7,8 + 7,6 25.50 I Bochum . 84.10 | Harpener Tendenz: ruhig. 10,9° C. 4,8° C. Kreditaktien . . . Diakonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . 24.-25. Oll. 24.-25. „ 7,8 7,8 7,3 am 2 u 926 7“ Bem. Himmel Beü. , schöne Gegend ist der Kun st sa Ion Moderne ausgestellt sind. Höchste Temperatur Niedrigste „ 25. 25. 26. _____t er ihr seine Maloersationen befanni hatte. Ms man die Wohnung Schladerers durchsuchte, übergab Frau Schladcrer den Gerichtsbeamten die Uhr, die Brieftasche und Geldbörse ihres Mannes, die sie zurückbehalten hatte, als sie ihn in den Tod schickte. Sie hat den Mann vor der Schande des Zuchthauses gerettet, als sie ihn aufforderte, sich selbst Straßburg weiter. Frankfurt a. M., 26. Okt. Heute Nacht kurz vor 12 Uhr schoß im Vestibül des hiesigen Hauptbahnhofs ein junger Mann, namens Adolf Eisenbraun, aus Bierstadt b. Wies- baden, der bis jetzt in Hanau wohnte, auf sich. Der Selbstmörder, der über das Motiv zu seiner Thal jede Auskunft verweigert, wurde nach dem Bürgerhospital gebracht, wo er heute Vormittag seinen Verletzungen erlag. Frankfurt a. M., 26. Okt. Gegenüber der auswärts^ verbreiteten Blättermeldung, der Dichter Wilhelm Jordan sei nicht unbedenklich erkrankt, teilt Wolffs Bureau nach Erkun- digungeu au zuständiger Stelle mit, daß das Befinden des Dich- lters unverändert gut ist. Der leichte Katarrh, von dem Jordan vor einigen Tagen befallen war, ist ohne nachteilige Folgen vorübergegangen. . Köln, 26. Okt. Auf dem Eisenwerk „Friedrich Wilhelm shütte", das gegenwärtig noch 1800 Arbeiter beschäftigt, ist ein derartiger Geschäftsrückgang eingetreten, daß den Arbeitern eine 20prozentige Lohnreduktiou angekündigt wurde. Stettin, 26. Okt. Das am 9. November auf der Schiffswerft „Vulkan" vom Stapel laufende Linienschiff wird den Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., 26. Okt. Gras Posadowsky trifft heute nachmittag von Berlin hier ein und fährt sofort nach Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.__ . 195.10 , 170.80 . 118.30 . 118.50 . 129 90 . 133.30 . 155.75 . 181.00 , 161.70 . 155,80 Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. 31., 26. Oktober. 31/oO/n Reichsanleihe . . 100.45 30. do. ... 89.20 31/0/0 Konsole .... 100.50 3o'l do.....89.60 3l/t°/0 Hessen .... 98.05 50/j Italien. Rente . . . 99.20 4 /0 Grieoh. Monopo.l-Anl. 41.90 aO/j Portugiesen .... 25.45 3'J/o Mexikaner . 4*/zs/o Chinesen . Niplerrnarikburq, 26. OTT. Murrer m eine Rede, in der er ausführte, das Ziel der sei ein a/ückliches Gedeihen Südafrika», eine große GeseN^ schäft unter englischer Flagge. Aber das lasse sich nicht Wich Mn M°n müsffsich mit G° duld w °P P ncn und nicht hilflos zusehen, wenn Die Dmg,e fchrej gehen sollten. Berlin, 26. Okt. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge, findet in den nächsten Tagen zwischen dem Staats,ekretar des Reichsschatzamts und den beteiligte^ Re.sortch^ss eine .Konferenz statt zur Beratung der tfrage, wieeiner Erhöhung der M a t r i k u l a r b e r t r a g e für das nächste Jahr möglichst vorgebeugt werden könne. Berlin, 26. Okt. Wie der „Lok.-Anz." nrrtterlt be- schästigt man sich gegenwärtig ernstlich mit der Begründung einer Kolonial-Ges elisch aft zur wirtschaftlichen Erschließung von Teutsch-Nyassa-Land. Ingenieur A. Herfurth, der lange Jahre jene Gebiete bereist hat, ist zum Zweck der Verwirklichung dieses Unternehmens mit verschiedenen hiesigen Kapitalisten in Verbindung getreten. Die definitive Gründung der Gesellschaft soll nahe bevor- Smyrna, 26. Okt. Die Türken haben den Teppichladen eines französischen Unterthanen, namens Gadot, ausgeraubt. Der französische Konsul beschwerte sich bei den türkischen Behörden. Diese legten jedoch wenig Eifer an den Tag, die Schuldigen ausfindig zu machen. Man glaubt, daß die Haltung der Behörden auf die jetzige gespannte Lage zwischen der Türkei und Frankreich zurück^ zusuhren seü Montevideo, 26. Okt. Sämtliche Straßenbahn-A^. beiter sind in den Aus stand getreten. Ihnen haben sich zahlreiche Arbeiter anderer Kategorien angeschlossen. Namen „Mecklenburg" erhalten. London, 26. Okt. Die „Daily Mail" melden aus Teheran vom 25.: Es ist ein Komplott gegen den Schah entdeckt worden. Die Brüder des Schahs find nicht daran beteiligt. Der Großvezier geht jetzt strenger vor als je. Paris, 26. Okt. Zu dem Gerücht, daß der Finanzminister eine Anleihe von 250 — 280 Millionen plane, deren Basis die chinesische Kriegsentschädigung bUden solle, erklärt der „Matiu," daß hierüber noch kein endgültiger Beschluß gefaßt worden sei. Der Finauzminifter habe sein Projekt dem Ministerrat noch nicht vorgelegt. Uebrigeus müsse befürchtet werden, daß die Höhe der Kriegsentschädigung, die Frankreich von China erhalten soll, noch nicht festgestellt sei. Paris, 26. Okt. Der Bankier Osiris teilte dem Luft- schiffer Santos Dnmont mit, daß er ihm die Summe von 100 000 Frcs. zur Verfügung stellen wolle, den die Kommission des Deutschpreises ihm zu verweigern scheine. Monceau les Mines, 26. Okt Obgleich den Behörden bisher nur etwa 200 Gewehre ausgeliefert wurden, dürften die angedrohteu Haussuchungen bei den Bergleuten nur in geringem Umfange vorgenommen werden, da die Gefahr eines Gesamtausstandes beseitigt erscheint. Theater, Kunst und Wissenschaft. — Frankfurter Oper. Man schreibt uns: Am 30. ds., findet im Opernhause eine Wederholung der am 4. Oktober mit so großem Beifall ausgenommenen „Holl an de r"-Aufführung unter Mitwirkung der Bayreuther Hauptdarsteller Emmy Destinn, Theodor Bertram und Alois Burgstaller statt. Platzbestellungen werden an der Kaffe des Opernhauses entgegengenommen. Für den 10. November ist die Erstaufführung von Karl Weis' Vollsoper -Der polnische Jude" geplant. Die Hauptpartie wird Dr. Pröll zur Darstellung bringen. Frankfurt a. M., 26. Okt. Der Dichter der Nibelungen Wilhelm Jordan, ist nicht unbedenklich erkrankt. (Der Dichter steht ini Alter von 82 Jahren! D. Red. d. „G.A.") AMdwirtschast. ** Ausschußfitzung des Laudw. Proviuzialvereius. Zu unserer Bemerkung in Nr. 248, daß, obwohl wir eine Einladung zu der Ausschußsitzung vom 17. d. M. erhalten batten, unser Vertreter nicht zugelassen wurde, wird uns mitgeteilt, daß man die an uns ergangene Einladung nicht kannte. Da unser Vertreter sich nicht darauf berufen habe, sei seitens des Ausschusses eine.prinzipielle Entscheidung getroffen worden, derzufolge die Preffe von den Ausschußsitzungen ausgeschlossen worden sei. Friedberg, 25. Okt. Auf dem Herbstpferdemarkt, über den wir in Nr. 251 berichteten, erhielten Preise: Mutterstuten mit Fohlen: Heinrich Marx, Nieder-Weisel, 40 Mk. Wagenschlag: Witwe Bruckmann, Nonnenhof, 40 Mk., Aug. Tietz, Nieder-Weisel, 30 Mk., P. V. Kleemann, Rodheim v. d. H., 20 Mk., W. K. Schäfer, Reichelsheim, 15 Mk. Gedeckte Stuten: G. Wehrheim VII., Rodheim, 30 Mk., F. Fenchel, Griedel, 20 Mk., G. Dietz, Nieder-Weisel, 15 Mk. Gedeckte Stuten: Arbeitsschlag: W. Winter, Griedel, 30 Mk., Jobs. Weis, Lohrbach, 20 2JIL, Wittve Bruckmann, Nonnenhof, 15 Mk., stehen. Rendsburg, 26. Okt. Bei einer Schnitzeljagd stürM Leutnant Frey tag vorn Feldartillerieregiment Nr 45. Er wurde schwer verletzt in das Lazarett ubcrgefuhrt. Posen, 26. Okt. Alle wegen Vergehen der Geh e i m- bündelei von der Thorner Strafkammer verurteilten Schüler des Gymnasiums in Kulm sind nach einer Depesche auf Verfügung des Provinzial-SckM-Kollegiums von der Anstalt verwiesen worden. Im ganzen haben 13 Primaner die Anstalt verlassen müssen. Hamburg, 26. Okt. Das Barkschiff „Christinia", I nach Buenos Ayres unterwegs, mußte Montevideo als Nothafen anlaufen, weil die Mannschaft an ©cor but erkrankt war. Der Kapitän und drei Mann der Besatzung sind der. Krankheit bereits erlegen. Lo n dv n, 26. Okt. Hier eingetrosfenen Meldungen zufolge hat die Sterblichkeit in den südafrikanischen Konezntrations-Lagern eine enorme Höhe erreiche Die Kinder-Sterblichkeit ist bereits über 20 Prozent gestiegen. Die Krankheit soll infolge des Genusseä brandigen Hammelfleisches hervorgerufen worden sein L o n d o n, 26. Okt. Wie verlautet, beabsichtigt Buller, bei den Wahlen zum Unter hause zu kandidieren, wo er alsdann die Regierung b ekämp fen wird. Buller dürste sich den Liberalen anschließen. Wie aus ©unla gemeldet wird, protestiert die englisch-indische Presse in heftigen Worten gegen die Haltung des Kriegs amtes gegenüber dem General Buller. - Die Bevölkerung von Devonshire, dem Geburtsorte des General Buller, bereitet eine Monstre-Kundgebung zu Ehren des gemaßregelten Generals vor. Die Kundgebung richtet sich speziell gegen das Kriegsamt. W i e n, 26. Okt. Der Ministerpräsident Körber hat kurz vor seiner Abreise an das kaiserliche Hoflager tschechi* schen Abgeordneten versichert, er betrachte die Parlament torische Lage trotz des gestrigen Erfolges nicht für end- qiltig geklärt. Er habe sich dem Kaiser gegenüber für die Erledigung des Budgets vor Weihnachten verpflichtet, was auch wegen der Kllv er Handlung en unerläßlich sei, und er werde jedenfalls dem Kaiser die Erwägung seiner Abdankung empfehlen. Am Montag findet ein Minister, rat zur Erörterung der parlamentarischen Lage statt. Wien, 26. Okt. Wie in parlamentarischen Kreisen der« lautet, dringt Körber bei den arbeitswilligen Parlaments- Parteien auf die Schaffung einer neuen Geschäfts- Ordnung hin, die eilte Verschärfung des Disziplinär, Rechtes bedeutet und sich gegen die Einreichung von Dringlich keits-Anträgen richten soll. Wien, 26. Okt. Der Großfürst Michael Nikolajewitsch trifft am 29. Oktober hier ein. Der Kaiser wird ihn am Bahnhofe empfangen, und ihm zu Ehren wird als< dann abends in der Hofburg ein Gala-Diner stattfinden. Moskau, 26. Okt. Hiesigen Blättern zufolge wird der Sultan eine außerordentliche Gesandtschaft zum Zaren nach Spala senden. Dieselbe soll beauftragt fein, den Zaren zu ersuchen, im türkisch-französischen Konflikt zu intervenieren. Sofia, 26. Okt. Der amerikanische Konsul in Berlin ist hier eingetroffen, um mit dem Konsul Dickenson über Miß Stones Befreiung zu bereiten. Das maeedo« nische Komite sei Herr der Situation und die bulgarische R e g i e r u n g sei h i l s l o s. Der russische diplomatische Ver- treter in Sofia sandte auf eigene Kosten einen Boten an die Briganten, um Verhandlungen mit ihnen zu eröffnen. Er wird in drei bis vier Tagen zurückerwartet. schöne Gegend ist der Kunstsalon, in dem (gr^eugniHe &er I Heinr. Walther, 1, Moderne ausgestellt sind. Auch eine japanische Landschaft ^iche^heim, 40 Mk. 2jährige Fohlen: Louis Ehryt. Griedel, mit Theehaus und Kirschgarten ist vorhanden. Natürlich r6cngft) 60 Mk., Rud. Müller, Lowenhof (^tute). 30 Mk., Jakob M-n -uch di- reizenden J^anerinnen nicht. Weiterhin lockt U » Mandolmengeklnnper hinauf den steilen Fels zur Osteria I * • CL ('batlad)),15 'Jit., &. 2JiüUcr, eberbörgern, Bella Vieta. Wir folgen dann dem Wmk der Holländerinnen 15' Mk. — Auf dem Viehmarkt am zweiten Tage waren hinauf zur Galerie, wo eine holländische Sanbf $aTt 69 x x giinb abgetrieben. 10 Süllen sich -Usthut und eine --chückende H^ändstch-Stube ihre gast- d-r,Körk°mmi,si°n des > lichen Pforten öffnet Verführersch wmlt daneben die 23ubc (^ememben. Auch die Händler halten eine größere Anzahl Bullen „Zu den drei Herzen", in der eine holde ^ohlthaterm Leb- und hatten besseren Absatz al^die Züchter, die R -j-d käenherzen mit Originalmalerei feilhält. In Olbrichs Re- ^icl aufgetrieben hatten. - Die Stabt vergab 10 Wege- Dann bewundert er die lebenden ötiocr. werden im Saale Jahrmarktsszenen mit Larrn und GiNllksüNllt. Laune ausgesührt. Bevor man bne"i(^anatM6ne‘ri«" @ür gorm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden hat, beginnen die Verkäuferinnen ihre k°nz-nklsch-n Angnst, Lttlel übernimmt Ü-Redaktion dem Publikum gegenüber und ehe man sichs versieht, ist man zum Mindesten Jnyaver l keinerlei Verantwortung.) einiger Tombola-Lose und Besitzer sonstiger niedlicher Unnutz-1 Gießen, 26. Oktober, lichkeiten. , , Aus den Universitäts-Nachrichten des „Gieß. Anz/ vernehme *• FC. Frankfurt a. M., 25. Okt. Die Unterschla- baß sich gegen das medizinische Studium der grauen drei ftlinnpn bei der Koblennrma Lejeune belaufen sich auf ordentliche Prolessoren der Universität Königsberg erklärt haben. Er ist 28 Jahre alt und aus Hannover gebürtig. • kursus? Wo bleibt dabei die aufs Schild geschriebene Sozialpolitik •» Hanau, 25. Okt. An Stelle des unlängst verstorbenen ^r Handlungsgehilfen? Einer für Viele. I Rentners Karl Pannot wurde in der Stadtveror^ieten- — Jkfhiffanfiriirirhtpn sitzung vom Donnerstag Sanitätsrat Dr. Eisenach zum zweiten Beigeordneten der Stadt Hanau gewählt. Schüler I Norddeut scher Lloyd. ber Oberrealschule sollen seitens der Stadt gegen Unfälle ®i=6en ”“‘“‘«nbcbr“r^catttlan~SaOt?anti^d)e», Zü?graph.) bei Versuchen im chemischen und physikalischen Unterrichte. Reichspostdampfer „Darmstadt", Kapt. E. Dewers, vom Nordversichert werden. — Die Rechnung des Gaswerke deutschen ILloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr nachm. wohlbehalten das verflossene Jahr schließt ab mit einem Reingewinn von | in Baltimore angekommen. ----------- Mk. 162,649, das ist ein Mehr von Mk. 28,149 gegen 31örmHrht(>G den Voranschlag. Das Wasserwerk schließt ab mit einem Gewinn von Mk. 17,991,, das sind mehr gegen den Vor- • Bochum, 25. Okt. Von der Z^che „Präsident wrd anschlag Mk. 8991. Bei dem noch jungen Elektrizitäts- mitgeteilt, daß die Blättermeldung, °uf der Zeche „Präsident werk hat sich für das vergangene Jahr ein Ertrag seien durch hereinbrechende Gesteinsmassen 2 Arbeiter getötet von Mk. 15,441 ergeben. . p worden, unbegründet ist. r,.. . - FC. Kassel, 23. Okt. Der Typhus hat in unserer » Augsburg, 25. Okt. Heute f^h stürzte sich aus Garnison nunmehr das zweite Opfer gefordert; Unteroffizier bisher unbekannten Gründen die ^chahnge Tochter des Schwelm ist jetzt der Krankheit erlegen. pensionierten zweiten Augsburger Bürgermeisters Hosrat^ .. . Fritz vom Dache des elterlichen Hauses herab Äande! und Uerkedr. Uotkswlrtjlhast. "Eine moderne Thusnelda in Ungarn In & SXärfte. Friedrich Halms „Fechter von Ravenna durchbohrt Thus- Gießen, 26. Oktober. Marktbericht. Aus dem heutigen nelda den eigenen Sohn mit dem Schwerte, um zu verhm- Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 0,90—IflO DU., Hühner- baß er als Fechter in der Arena erscheine. Dieser eiet pr. Stück 0-0 Pf., 2 Stück 13-17 Pst, Käse pr.,Stuck 5-9 Pf,. . Heroismus, den der Dichter ersann, ist m Wirlich- Käfematte 2 Stück 0—0 Pfa., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per r ’T'aae von einer Frau ihrem Gatten gegenüber Liter 30 Pfq., Tauben pr. Paar 0,70—1,00 Mk., Hühner pr. Stuck leit dieser Tage von einer 100—120 ^If., Hahnen pr. Stück 0,70—1,40 Mk., Enten pr. Stück betätigt worden. In der ungarischen Stadt Oebenburg war o'oo—0^00 Mk., Gänse pr. Pfd. 50—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund bie dortige Bau- und Bodenkreditbank fallit geworden, ^te 66-76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60-64 Pfg., Schmem^ I Untersuchung mußte durch das Strafgericht eingeleitet werden,! fleisch pr. Pfund 64—80 Dfg., Schwemesleisch, gesalzen, pr. Pfund Direktor des Instituts, Schladcrer, plötzlich ver- 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Psg., Hammelsteisch pr. Pfund da der Tirellor des ^njniuiä, j , r j j 50—70 Pfg., Karwffeln pr. 100 Kgr. 3,00—3,50 AU., Weißkraut per schwunden war. Diese Untersuchung ergab denn auch, daß Stück 00—00 Pfq., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk., Milch per Schladerer auf eigene Rechnung an der Börse spekuliert und Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9-14 Pfg., in Körben 12-15 Pfg. ' hohen Verluste aus den Mitteln der Bank, deren Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Psd. 18—20 Pfg. Nilonren er sälickte gedeckt hatte. Wenige Tage nach der Dauer der MarkUeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags I Bilanzen er jaqcgie, grvcui. 0""^- » v < 2 Uhr während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht Konkurseröffnung fand man die Leiche des Direktors m einem im Umherziehen fellgeboten werden. Walde nächst der Stadt, die Schläfe war durchschossen. Die Vallendar, 25. Okt. In der anßerordentticken General- .. Untersuchung stellte fest, daß die Gattin des Direktors fäll i e r= U « r »‘b u H eTaten 258^ Sternen mü VbSStoO felbft ihrem Manne den Revolver in die Hand^g-drückt hatte, Mark Aktienkapital vertreten, darunter dcr frühere Direktor L. O. nachdem Boeing mit einer Aktie. Vor Eintrüt in die Tagesordnung bean-1 tragte Rechtsanwall Holzer, Vertreter der Boeing-Gruppe den 957 Aktien das Stimmrecht zu gewähren, welche er am 23. Oktober bei der Gesellschaft zu deponieren beabsichtigte, was der Prokurist der Gesellschaft, weil verspätet, verweigerte. Nach kurzer Debatte wurde auf Antrag Boeings namentlich abgestimmt. Die Zulassung der Aktien wurde mit 1842 gegen 634 Stimmen bei 106 Stimmen- enthallungen abgelehnt. Rechtsanwalt Holzer protestierte hiergegen. Hierauf ivurde Punkt 1 der Tagesordnung: Beschlußfassung über einen Vergleich mit den Mllgliedcrn der früheren Verwallung, beraten. Rechtsanwalt Eisenstädt erklärte, daß die Ziervogel'- schen Erben die Zahlung von 200 000 3JIL ebenso der Geh. Justizrat Dr. Reatz jede Zahlnng verweigerten. Rechtsanwall Mannheim erklärte, daß die Gebrüder Tücher und Baron Dablaing, welche der Gesellschaft 120000 Mk. zur Verfügung gestellt hchten, zu einem GMqeqentommen bereit wären, wenn jeder Aktionär auf wettere Ansprüche verzichte. Da von zwei Aktionären hiergegen Einspruch erhoben wird, erklärte Rechtsanwalt Mannheim namens seiner Klienten, daß nunmehr jegliche Vereinbarung ausgeschlossen sei, und zog seine Vorschläge zurück. Bei Punkt 2: Verpachtung bezw. Sanierung des Unternehmens unter Statutenänderung, erklärte der Vertreter der Berliner Handelsgesellschaft, die Siemenshütte in Dresden sei geneigt, das Unternehmen gegen 7 Millionen Mark zu übernehmen mtt sämtlichen Hauptschulden, Hypotheken und Ausständen, dagegen ohne Regreßansprüche und Guthaben der Mit- qlieder des alten Aufsichtsrats. Bis zur Zahlung des Kaufpreises, spätestens in 5 Jahren, will sie 300000 Mk. zur Versümmg stellen zur Verzinsung der Schulden und Amortisation der Obligationen- cmleihe. Die Gesellschaft mache jedoch das Anerbieten nur unter der Bedingung, daß Boeing hierzu seine Einwilligung gebe, anderenfalls würde sie das Anerbieten zurückzichen. — Da Boeing sein Einverständnis verweigerte, ist dieser Punll abqelehnt. — Eine Beratung des Restes der Tagesordnung ist überflüssig. Die Erklärung des Konkurses erscheint unvermeidlich. Bekanntmachung. Die auf Herbst 1901 leihfälligen Triebviertel, sowie ein Ucker am Schiffcnbergerweg an der alten Sandkaute, ein Acker am Wißmarerweg uns ein Acker in der Schwarzlach auf dem Sand sollen Molltllg öcii 28. Mer i>. Z., con norm. 9 Uhr on, anderweit verpachtet werden mit Zusammenkunft am Naffauer Hof. Gießen, den 2L Oktober 1901. 7034 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ____________ Mecum._______________ Bekanntmachung. Das IV. Ziel Gemeindesteuer für 1901/02 kann ohne Kosten noch innerhalb 8 Tagen anher entrichtet werden. Gießen, den 26. Oktober 1901. Stadtkasse Gießen. Döpfer. 7112 Zahlstunden: Jeden Vormittag von 8—12 Uhr. Spar- und Mhkaffe Güßen. Freitag den 1. November l. I. wird bei unterzeichneter Kaste Gefchäftstag abgehalten. Gießen, am 26. Oktober 1901. 7098 Spar- und Leihkasse Gießen. Döring. Steinfuikn - BemWIMt sichen. Generalversammlung. Samstag den 16. November 1901, abends 8 Uhr, im „Schipkapaß" bei Wirt Arnold. Tagesordnung: 1) Berichterstattung. 2) Nechnungs- Mage. 3) Wahl der Rechnungsprüfungskommission. 4) Ersatzwahl des Vorstandes und Wahl der Beamten. 6) Antrag auf Statutenänderung (§§. 9 und 20.) und etwaige Anträge gemäß §. 25 Abs. 3. 6) Verschiedenes. 7101 Der Wotftanb* Die Rechnung liegt bei dem 1. Vorsitzenden [Herrn A. Dickors vom 1.—14. November zur gefl. Einsicht der Mit- glieder offen.________________________________________________________ „Germania" Lebens-Berficherungs-Aktien-Gesellschaft zu Stettin. Gründungsjahr 1857. Unter Staatsaufsicht. Versicherungsbestaud am L Ott. 1901: 635 Millionen Ml. Gesamt-Aktiva Ende 1900:..... 250 Millionen Ml. Bezug der ersten Dividende 2 Jahre nach Abschluß der Versicherung. Dividende im Versicherungsiahre 1902/03 an die nach Plan B Versicherten aus 1880: 60l/9%, 1881: 57B/4%, 1882: 55°/0 u. s. w. der vollen Tarifprämie. 7092 Gewinnreserve der Versicherten Ende 1900 Mk. 17,184,648. Mitversicherung des Kriegsrisikos und der Jnvaliditätsgesahr. — Keine Arztlosten. — Prospekte und nähere Auskunft durch: Friedr. Helm, Hcmptagent, Gießen. Aäckerverein Irühauf. Sonntag den 27. Oktober, nachmittags 2i/2 Uhr: keiMl-Lersminlllng in -er Ttatzt Kussel. Tagesord nung: L Ergänzungswahl des Vorstandes. 2. Winterfesüichkeit. 3. Verschieden^. [7080] Der Vorstand. Liederkranz. Heute Sonntag den 27. Oktober: Abend - Unterhaltung in Steins Saalbau. Anfang 8 Uhr. 7108 Der Borstand. ECassertofl. Heute, Samstag abend: lizelsuppgffliKrozsrt. — Anfang 8 Uhr. — 04329 Arthur Stegmann. lirknniitimidjiniiuii Verdingung von Chaussierungsarbeite« Die zur Herstellung von Abfahrten an oen Kreisstraßen der Fcldbereinigungs - Gemarkung Garbeuleich erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu Liefern von Basaltsteinen 1717,50 vtL Liefern von Kies 287,50 „ Verlegen von Cement- röhren 175,20 „ Erdarbeiten 271,— „ Aufsehen der Steine 200,50 „ Chaussierungsarbeiten 1380,— „ sollen Dienstag den 29. d. M., vorm. 9 Uhr, auf dem Rathause zu Garbenteich durch öffentliches Ausgebot vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Garbenteich zur Einsicht offen. Gießen, den 22. Oktober 1901. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. 7038 Velannimachung- Donnerstag, 31. l. Mts. mittags 1 Uhr sollen auf hiesigem Rathause nachstehende Arbeiten und Lieferungen zur Chaussierung des Wegs am Wellersloh an die Wenigstnehmenden in Akkord gegeben werden und zwar; 7106 veranschl. zu Erd- u. Planierarbeiten 378,60 Mk. Steinlieferungen 2330,00 „ Steinsetzer 87,50 „ Chaussierungsarbeiten 562,50 „ Uebergründung 112,50 „ Großen-Buseck, am 25. Oktober 1901. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. Arüeitsvergebung Donnerstag den 31. l. Mts., nachmittags 3 Uhr sollen auf hiesiger Bürgermeisterei nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden und zwar: veranschlagtzu Maurerarbeiten 21,— Mk. Steinhauerarbeit. 140,— „ Eisenlieferung 183,75 ,, Alten-Buseck, 25. Okt. 1901. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. 7079 Versteigerung. Montag den 28. Oktbr. d. I., von nachmittags 2 Uhr ab, versteigere ich Seltersweg 77 im Auftrag der Firma Köhler & Wenzel Nächst, sämtliche Bestände des Lagers, bestehend in Winter- u. Sommerhüten, Schirmen, Spitzen, Bändern und sonstige in die Putz- und Modewaren- branche einschlagende Artikel. 7070 Schneider. Klem-LmsBegi- KOem-Linden. WiiWsls-Wkimdine. Einem geehrten Publikum mache ich hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich die Wirtschaft Rin« in Klein-Linden übernommen habe. Für vorzügliches Bier, gntc Küche, reine Weine rc. Ul habe ich bestens Sorge getragen und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, meine mich beehrenden Gäste in jeder Weise zufrieden zu stellen. 7111 Ich bitte um geneigten Zuspruch und zeichne Hochachtend Ngerre Schlächterei. Kutscher-Berem Gießen. Samstag den 2. November, abends 8 Uhr, im Caf6 Leib: fririted.Stifhugsffflrs verbunden mit Theater, Konzert, Kesang, lebenden Wilder» und Ball. Karte« im 33orverkauf & 80 Pfg. bei den Herren Friseur Wahl, Neustadt, Aff, Neuen-Bäue, und Insel, Asterweg. — Abends an der Kasse ü. 1 Mk. — Bier im Glas. Es ladet freundlichst ein _ Ä . mo Der Aorstand. Theater -herein Erste Vorstellung: Donnerstag, den 81. Oktober. öie Hoffnung. (0k Hope van Zogen). Seestück in 4 Akten von Heyerm ans, deutsch von F. de Graaf. Gast: Emma TeHer-HafoeHmann aus Köln. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende IO1/» Uhr. Tageskarten im Vorverkauf bei Ernst Challier und abends an der Kasse zu Mk 4, 8.50, 8, 2.25, 1.50. 0.60. Studenten- und Schülerkarten (zu Mk. 1 und 0,40) sowie Karten mit Preisermässigung für Mitglieder nur im Vorverkauf. 7104 N.B. Die Abonnementskarten sind bis Dienstag, den 29., bei Herrn Challier in Empfang zu nehmen.___________________________ Lorchs Bicrkellcr. Sonntag den 27. KiUoöer 1901: Grosse Tanzunterhaltung. Anfang 4 Uhr. [04337] Glas Bier 10 Pfg. WM'ktM Mlhtlm Dreher, wa 5Z. Sonntag den 27. Oktober: 04322 Großes Tanzvergnügen. Hatisesi bei Gießen. Sonntag den 27. Oktober: meinem neuerbauten Saale, wo- 1^4' zu ergebenst einladet 04344 H. Fink, Gastwirt. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. (linipfrhliniiicii Stöbt. Schlachthaus. 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Ott. 1901, nachmittags 4 Ubr: Auf vielfachen Wunsch! Sie Am m Ülinriiii. Schwank in 3 Akten von Georges Feydeau. AbeudS 8 Uhr: Drittes», letztes Gastspiel von Carl Schönfeld: N £ A N oder Genie nnii Lciüeaschaft. Lustspiel in 5 Akten nach A. DumasvonLudw. Barnay. Anfang8Uhr. Endenachl0'/,Uhr.