Nr. 353 Viertes Blatt. 151. Jahrgang. Smnttag 37. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Siebener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den „Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktwn, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. gernsprrchanschlußNr.51. GietzeilerAnmger ** General-Anzeiger “ Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Annahme von Anzeige« xu der für den folgenden. Lag erscheinenden 9trJ bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenprcis: Iokall2Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei. lPietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko: für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kerr Schmidt vom Treöer-ßo ceru — ein finanzielles Sittenbild. Dor einiger Zeit wurde bekannt, daß Direktor Schmidt, der es möglich gemacht hat, wenige Stunden nach der den Ruin des Treber-Concerns besiegelnden Zusammenkunft mit den Aufsichtsräten seiner eigenen Gesellschaft und den Delegierten der Leipziger Ban?, spurlos von dem Schauplatz seiner berüchtigten Thätigkeit zu verschwinden, die Dreistigkeit gehabt habe, in einem Briefe an den Konkursverwalter der Trebergesellschaft seine Angelegenheiten eingehend zu erörtern. Der Inhalt dieses — auffälligerweise in Kassel selbst zur Beförderung durch die Post aufgegebenen Schreibens ist nunmehr vom Konkursverwalter der Oeffentlichkett übergeben worden, wie die „Voss. Ztg." mitteilt; Terlinden versucht, vor dem Untersuchungsrichter in Chicago seine völlige Unschuld zu beweisen — Schmidt übertrumpft ihn noch, er stellt sich als den uneigennützigsten Mann, einen wahren Märtyrer einer guten Sache hin, der niemals seine eigenen Interessen im Auge gehabt habe, aber zugleich weist er mit cvnischer Frechheit lächelnd auf die von ihm in erster Reihe geprellten „dummen Kerle", die Aufsichtsratsmitglieder hin, welche jetzt für seine Sünden zu bluten haben, während er selbst sich irgendwo des aus dem Zusammenbruche seiner Komödie geretteten Spielhonorars er- reut. Es gebe in ganz Deutschland keinen Aufsichtsrat, der sich an Aufopferungsfähigkeit für eine Sache so weit persönlich engagiert habe, tote das bei der Trebergesellschaft geschehen sei; der einzige Vorwurf, den man diesem Aussichtsrat machen könne, sei vielleicht, daß er nicht peinlich genug seiner Auftichtsratspflicht nachgekommen sei und daß ein zu weit gehender Optimismus geherrscht habe. Welch ein köstlicher Humor eines sich in Sicherheit glaubenden Verbrechers gegenüber den von ihm Geprellten. Ein drastisches Bild aber ist es, das dieser geniale. Schwindler von der Lebensgeschichte der Trebertrocknung, von der Leichtgläubigkeit der Massen und der Einzelnen, von den immer weiteren Kreisen, welche seine Finanzpläne heranzuzichen vermochten, entrollt, wie dann die „tragische Schuld" ihn rastlos immer weiter getrieben: „Ein Zurück gab es nicht mehr, nur noch ein Vottvärts." Wie er dann immer Lieser habe steigen müssen, bis er zur Weiterführung <1 einer Absichten sich den ihm ebenbürtigen Kumpanen von der Spiel Hag en-Grmppe genähert und schließlich auf die Hilfe der „Berl. Finanz- und Handelsztg." oder vielmehr von deren Leiter, des früheren Zuchthäuslers Hugo Loewy, angewiesen war. Vielleicht fitzt er fetzt mit diesem Herrn in London bei einem Glase Sekt zusammen und freut sich des Eindrucks, welchen die Veröffentlichung seiner „Memoiren" in Europa hervorruft. Es ist auch nicht unmöglich, daß Schmidts Brief an den Konkursverwalter mit Hilfe von Loewys festländischen Beziehungen in dm Kasseler Brief- kasteu gekommen wäre. Wenn auch bei der Zusammenzählung seiner Hinterlassenschaft an Schulden zu der bescheidenen Summe von 177 Millionen einige Posten doppelt gebucht sein mögen, so bleibt sie doch bei weitem noch hinter den Summen zurück, welche bei dieser gewaltigen Südseegesellschaft der Neuzeit umgelaufen sind. Denn die Aktien der Trebergesellschaft wurden durch falsche Buchsungen und siktive Dividenden zeitweilig bis auf das Neunfache ihres Wertes getrieben Für die von dieser hochachtbaren Kumpanei direkt Betrogenen haben wir kein Mitleid. Wer hätte den Mut- behaupten zu wollen, daß er im festen Glauben an die Wahrhaftigkeit dieser Männer unb an das Gelingen ihrer Projekte die Kasseler Aktien als Anlagepapiere erworben habe? Nichts als die Spielwut und die Sucht nach mühelosem Gewinn hat sie zur Beteiligung angereizt, in der beständigen Hoffnung, daß es dem Taschenkünstler gelingen werde, seine Kunststücke weiter zu betreiben. Aber neben diesen in Femtletou. (Nachdruck verboten.) Maubereien aus der Kaiserstadt. Berliner Herbsttag. —1 Bauwut und ihre Opfer. — Die dramatisierte Siegesallee. — Traudchen Hundgebnrth, die falsche Kuhstall-Nachtigall. Allen Unken zum Trotz, die uns einen rauhen Herbst und frühen Winter und den Kolenhändlern einen reißenden Absatz der Chokolabenplätzchen- Pardon: Briketts, wollt' ich sagen, prophezeit hatten, vergoldet uns die milde Herbst- sonne den Oktober und läßt uns die wehmütige Schönheit unserer Parkplätze und Stadtgärten in reichern Maße genießen. Und es ist ein entzückendes Bild, mitten im steinernen Häusermeer die Oasen mit dem sich leise ver- grbenden Laub auftauchen zu sehen. Rot wie der wilde ein an den zahllosen Balkons glühen die Sumachsträucher; goldgelb zittert das Birkenlaub dazwischen; Bronzetöne steuern die Ahornbäume bei, rostbraun erscheint die Kastanie. Die Esche hält noch aus mit ihrem verstaubten Grün, als hätte sie den Ehrgeiz, es den Nadelhölzern gleich zu thun. Aber es kann nicht lange mehr dauern, dann ist die ganze bunte Herrlichkeit dahin, und der Besen der nächtlichen Straßengarde türmt alles zu einem schmutzigen Haufen Unrat auf dem Asphalt- und die entlaubten Aeste starren trostlos in die dunstige Atmosphäre des rastlosen Weltstadttrubels. Den Pelzhändlern und Kleidermachern dauert die Metamorphose fteilich viel zu lange- und wenn es ginge, möchten sie wohl im Verein mit den Kohlenlieferanten einen Einfuhrzoll auf schönes Wetter legen. Aber die Tausende und Abertauseube von lleinen Leuten, die mit jedem Nickel rechnen muffen, und aus den Sorgen jeder Versammlung »ihrem Chef zu ächzenden Beteiligten sind die vielen, nur indirekt durch den Zusammenbruch der Trebergesellschaft und der Leipziger Bant betroffenen großen und kleinen Sparer und ehrlichen Kaufleute und Industriellen, welche dadurch unverdient zum Ruin gebracht worden, des aufrichtigen Beileids wert. Denn die ersteren können nicht behaupten, daß sie ungewarnt geblieben sind. Bezüglich der von der Trebertrocknung begonnenen Unternehmungen, der sog. Tochtergesellschaften und der in ihren Bereich gezogenen Betriebe, teilt der Konkursverwalter mit, daß vieles zur Klarstellung und Liquidatimr der betreffenden Verhältnisse gethan worden sei, daß das meiste aber noch in den Zukunft geschehen müsse. Er könne heute nur einen allgemeinen Ueberblick geben. Danach ist der Betrieb der in Bettenhausen bei Kassel gelegenen Fabrik bald eingestellt und die Vorräte an Material, Maschinell u. dergl. verkauft worden, woraus bis jetzt 130 000 Mark erlöst seien. Auf dem Grundstück lastet aber eine Hypothek der Leipziger Bank in Höhe von 800 000 Mk., sodaß der Masse nur das zufällt, was nicht vom Pfandrecht erfaßt worden ist. Die Anlagen in Ihringshausen und Wehlheiden befinden sich noch in Betrieb. Verhandlungen über den Verkauf derselben sind im Gange. Die Trebertrock- nungsanlagen in Hannover-Ricklingen und in Dortmund sind verkauft. Die Toril-Eiweiß- und Fleisch-Extrakt-Co. ist (wie schon gemeldet. D. Red.) in Konkurs geraten. Die diesseitigen Geschäftsanteile und Forderungen werden ohne Wert sein. Die Zweigniederlassmrg mit Fabrik in Neheim ist von dem früheren Eigentümer wieder übernommen worden gegen eine an die Konkursmasse vergleichsweise gezahlte Abfindungssumme. Die Nordd. Ver. Chemischen Fabriken Glückstadt, A.-G., in Hamburg sind in Konkurs geraten. Klarstellung über die angemeldeten Forderrmgen war bisher nicht herbeizuführen. Welches Resultat dieser Konkurs haben wird, ob und wie namentlich die dortigen, mit ungeheuren Kosten hergestellten Anlagen zu veräußern sein werden, das läßt sich bis jetzt noch nicht übersehen. Hinsichtlich der Gerb- und Farbstoffwerke vorm. H. Renner u. Co.-Hamburg ist Auseinandersetzung Vorbehalten. Die Memeler Holzindustriegesellschaft ist ebenfalls in Konkurs geraten. In dem Besitz des Konkursverwalters befindet sich ein an erster Stelle eingetragener Grundschnldbrief über 400 000 Mk. Das Memeler ÄZerk hat aber in gleichem Betrage Obligationen ausgegeben, und der Inhaber derselben behauptet, daß jener Grundschuldbrief lediglich zur Deckung dieser Obligationen der Trebertrocknung zu treuen Händen gegeben sei. Es schweben Verhandlungen zwecks Herbeiführung eines Vergleichs. Die Schees. Akt.-Ges. für Chemische Industrie, Weißwasser, mit Fabriken in Weißwasser und Vossewoska, ist auch in Konkurs geraten. Es wird dort bis auf weiteres Boykottierung getrieben. Die Chemische Fabrik Krappitz, G. m. b. H., ist längst außer Betrieb, überlastet mit Hypotheken für Leipzig. Mit den Ver. chemischen Fabriken, A.-G. in Schweinfurt, für welche vertragsmäßig die Trebertrocknung Verkäufe in Essigsäure besorgte und welche bedeutende Lieenzabgaben sür Patente der Trebertrocknung zu enttichten hatte, ist im wesentlichen ein Vertrag .abgeschlossen, durch welchen eine vollständige Auseinandersetzung dieser Gesellschaft mit der Konkursmasse geschehen soll. Bei den im Auslande befindlichen Anlagen ist das Resultat im allgemeinen noch vollständig unllar, viel wird aber dabei nicht herauskommen. Bei den für die Trebertrocknung seit langem so sehr wichtig gewesenen Unternehmungen in Oesterreich-Ungarn wird überall auf äußerst schwierige und verwickelte Verhältnisse gestoßen, und überall kommt man mit hohen Gegenforderungen. Ganz besonders widerwärtig ist die Abwickelung dort dadurch, daß seitens der Gegner der hiesige Konkurs als für Oesterreich geltend nicht anerkannt wird, und der Konkursverwalter sich deshalb dort gegen Klagen, Beschlagnahmungen Ium den nächsten Tag nie herauskommen, thut dieser prächf-l | ttge Herbst gut. Und da uns der Winter anscheinend keine | Besserung des Industrie-Marktes bringen wird und die Arbeiterentlassungen ihren unerbittlichen Fortgang nehmen, so ist's ihnen von: Herzen zu gönnen. Auch auf dem B a u m a r f t kriselt's in letzter Zeit recht bedenklich. Die Subhastationen von Neubauten nehmen kein Ende- von ben gütlichen Akkorben, bie zwischen Unternehmern unb Lieferanten resp. Bauhmrbwerkern abgeschlossen werben, ganz zu schweigen. Es begnügt sich mancher mit 10 Prozent für seine Auslagen unb Arbeiten- weil et weiß, baß im Zwangsverfahren oft noch viel weniger herauskommt. Unb trotzbem baut man an allen Enben ber Niesenstabt flott weiter.' Auch ein Riesenhotel am Bahnhof Zoologischer Garten wirb demnächst entstehen, angeblich, weil bart eines sehr nötig sei; benn in ganz Charlottenburg sei bergleichen nicht zu finben. Denn obwohl bieser Bahnhof einen ganz gewaltigen Fernverkehr aufweist, bezieht er sich doch fast ausschließlich auf Berliner unb nicht auf auswärtiges Publikum, bas Friebrichsttaße ober Alexanber- platz aussteigt, wenn es nicht auf dem Anhalter, Potsbamer ober Lehrter Bahnhof eintrifft. Auch neue Theaterbauten werben wieber geplant bei ber Fruchtbarkeit ber Berliner bramatischen Autoren, bie mit affenartiger Geschwinbigkeit bas Ereignis von vorgestern auf bie Bretter zu stellen wissen, üt bas schließlich nicht zu verwunbern. Künbigt boch bas „E a r l Weiß- Theater" als nächste Novität schon allen Ernstes ben „Märchenbrunnen" an, von bem Singers ftecher Witz meinte, er solle, wenn's ginge, bas Märchen von der Selbstverwaltung barstellen. Unb nach ben seufz en bei: Auslassungen eines bekannten Dramatikers, ber jetzt selbst ein Hauptstäbtisches Theater leitet, wären ihm im Laufe des Jahres Stücke über sämtliche Helden ber Sieges-Allee ein- unb Psänbungen wehren muß. Die beshalb an ben Wiener Gerichten geführten Prozesse finb bis jetzt im ganzen günftig verlaufen, bie schließliche Entscheibung steht aber noch aus. Ein günstiger Erfolg darf erhofft werben. Man mochte sich versucht fühlen, so führte ber Konkursverwalter weiter aus, bei verschiebenen ber besprochenen Anlagen einfach einen Strich zu machen unb biefe von jeber diesseitigen Thätig- keit auszuschalten. Aber das sei leider nicht möglich». Ueberall seien Werte, seien große Wechsel, seien Obligationen ober Hypotheken von ben einzelnen Gesellschaften an i Trebertrocknung gegeben r. ?rben. Die Trebertrock- nung habe alle biefe Werte als - cherungsmittel an ihre Gelbgeber wie bie Leipziger Baut inb anbere weiter gegeben unb nebst ihren Forberunge.. abgetreten. Fast alles, was biefe Gläubiger aus ben aufgezahlten einzelnen Gesellschaften erlangen würben, komme hiernach ber Trebertrocknung zu gute, unb was von allen jenen Gesellschaften nicht zu erlangen fei, sehe man als Forderungen in ber Konkurstabelle. Es bleibe also gar nichts übrig, als nach allen Richtungen hin gebuldig bie Klarstellung der Verhältnisse bis zum Ende zu betreiben. Vermischtes. * Eine ne apo litauisch e Hochzeitstragödie. Salvatore Aspro feierte die Hochzeit mit seiner Anna Seognamilla in einer Osteria am blauen Golfe von Neapel. Alle Verwandten und Freunde waren zum Schmaus eingeladen, bei dem es gemästete Kapaunen und leckere Macca- roni gab. Feuriger Wem floß in (Strömen,, unb Manbo- linen unb Guitarren spielten balb scherzhafte, balb sebn- süchttge Liebeslieber. Plötzlich erscheint am Eingang der Weinblattlaube ein bleiches Mäbchen: „Schützt mich, schützt mich, er will mich morben!" Der „Er", ein Bursche Namens Ciro, bem die Rohheit ans wilben Augen leuchtete, erschien benn auch balb nach! ihr mit einem Dolche iy ber Hcmb unb verlangte bie Geliebte zu sehen. Salvabave. Aspro forberte jedoch den Friedensstörer auf, sich zu entfernen, der brohenb davon ging. Das Mädchen blieb bei. ihren Beschützern, um an bem wetteren Verlauf ber Feier teilzunehmen. Aber es wollte keine rechte Freude mehr auttommen. Gegen Abend fuhr man nach bem Hanse ber Neuvermählten- Die Pforte war mit Guirlanben geschmückt, unb als bas Paar ben Wagen verließ, streuten ihnen Kinber Rosen auf ben Weg. Da — ein Schuß, Salvatore bricht, ins Herz getroffen, neben feiner jungen Frau zusammen, bie sich mit einem wahnsinnigen Schrei über ben geliebten Leichnam wirft. Der heimtückische Mörber Salvatores war jener Ciro, besten Geliebte ben Schutz ber Hochzeitsgesellschaft gefunden hatte. Anna Seognamilla aber wurde am nächsten Morgen in das Heim für unheilbare Geisteskranke geführt. * Studentischer „Diskuiierspor t". Aus New- 2)ork wird berichtet: Die Universitäten Harvard unb ?)ale wollen einen neuen Wettbewerb mit Oxford und Cambridge ins Leben rufen. Die Athletik ist ja auch gut, aber die Gewinner bei Wettfahrten, Springen und Gewichtewerfen beweisen dabei bloß, daß sie Muskeln haben. Harvard unb Aale wollen nun zeigen, daß sie nicht nur stämmig, fonbern auch „gescheit" sind. Darum schlagen sie vor, baß abwechselnd mit ben Wettkämpfen auch Debatten statt- finben, zu benen bie britischen unb amerikanischen Universitäten ihre berebteften Vertreter ।enben sollen. Die amerikanischen Universitäten biskutieren jetzt bar über, ob sie ben britischen eine förmliche Herausforberung senben sollen. M- Seidenstoffe mä iSMEÄ ven Elfen & KeBSSsa, Handlung Krefeldg I gereicht worben, Otto ben Faulen nicht ausgeschlossen. Aber | fie seien ihm alle zu „gähnial" gewesen, unb bas Epitheton bes merkwürdigen Otto, ber nach ben Deutungen ber Berliner „seinen blanksten Jroscheu gebe, wenn ihm eener sagen konnte, wie er eejentlid) in bie Denkmals- Allee gekommen wäre"- habe sich auf sämtliche bieser Dramen beziehen lassen. Im großen unb ganzen kann sich keiner ber Direktoren rühmen, in bieser Saison bisher Hervorragendes gebracht zu haben; ein wirklicher Schilager fehlt noch. Aber bie Campagne ist ja auch erst losgegangen, unb Hauptmann unb ©übermann, vielleicht auch ber wieber genesene Hartleben, haben ihre Trümpfe noch in ber Hand. Ein Stern ersten Ranges ber Brettlwelt, ber fast versprach, ein Fixstern zu werben, ist plötzlich wie eine ganz gewöhnliche Sternschnuppe verschwunben. Es war bas Traubchen Ö u n b g e b u r 11), bie angebliche Kuhmagb aus bem Rhem- lanbe bie mit einem temperamentvollen Sprung über bie börslichen Milchkübel direkt aufs Brettl des Passage-Theaters gelangt sein sollte. Sie verzapfte dort ihre sogenannten eigenen Couplets mit etwas derber Grazie seit etlichen Monaten, und ganz Berlin, soweit es zu hohe Stehkragen und zn kurze Hosen, sowie ein Monocle in dem blöden Auge trägt unb mit einer ausfallenben Naturwahrheit, bie an bie Nachbarschaft bes Kuhstalles mahnt, „Aeh . . ." zu sagen versteht, ganz Berlin lag ihr zu Füßen unb bewunderte sie. Unb nun kommt ber „Dichter" ber Kuhstall- Hymnen unb verrät, wahrscheinlich wegen Honorarstreitig- k'eiteii, baß bas traute Traubchen weder vom Lande ist, noch Hundgebnrth heißt, noch dichtet, sondern als geriebene Chansonette bas alles nur erfunben hat, weil sie weiß, wie man ben Berlinern kommen muß, um ihnen zu imponieren. „Nun ist sie bahin in die weite Welt, Hat keinen Abschied genommen . tU. R. Cigarren. Carl Schneider Cigarren. Giessen, Marktplatz 5. 6551 Spezialität: Vorstenlanden - Nadal-Cigarre Detailpreis pro Stück 6 Pfg. Bei erB^Ap±;„™1X?^erkäufer XXX Zah.lreich.3 sonstige empfehlenswerte Sorten in jeder Preislage. XXX