Nr. 227 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 27. September 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Lietzener Kamillen» blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit bem »Hess. Landwirt* und den .Blättern sür Äche Volkskunde* al wöchentlich beigelegt. Medattwn. Erpeditton und Druckerei: Lchulstrahe 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. FernsprechanschlußNr.51. GiehenerMzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt fßr den Nreis Gießen Annahme van Anzeigen xu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anxeigen-Vermitt- lunqsstellen des In-und Auslandes nehmen An-- zeigen entgegen. Zeilenpreis: Iokal12Ps^ auswättS 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Verein für Sozialpolitik. ÜL München, 24. Settt. Die heutigen Verhandlungen über die deutsche Handelspolitik hatten große Teilnehmerscharen angelockt. Man batte aus diesem Grunde den großen Saal des Evangelischen Vereinshauses in der Mathiloenstzraße als Lokal gewählt, der die Zuhörer bequem aufnahm. Das vollständige Thema für heute und morgen lautet: „Die Wirkung der gegenwärtigen und der künftigen Ziele der Handelspolitik". Die ersten beiden Referenten sprachen dazu fast vier Stunden, d. h. die ganze Vormittagsihung hindurch Es ist selbstverständlich daß aus diesen Reden hier nur einige Gedanken gegeben werden können. Ter erste Referent, Professor Dr. Lotz (München) führte u. a. aus: Deutschland teht vor einer großen Entscheidung. Von dieser wird eine künftige Weltmachjtsstellung abhängen, wird viel- eicht das wirtschaftliche und politische Gleichgewicht zwischen den Völkern des europäischen Festlandes und Nordamerika abhängen. Die führende Rolle der Völker in der Geschichte hat gewechselt; es ist wie ein Verhängnis über sie gekommen, daß sie auf dem Gipfel ihrer Entwicklung oft selbst die Ursache setzten zu ihrem Niedergänge. Steht nun Deutschland auch auf diesem Punkte? — Ter Redner wandte sich dann zu der Hauptfrage seiner Ausführungen: Ist eine Erhöhung der Gctreidepreise mit dem Wohle Deutschlands vereinbar? Er schickte dem voraus, daß, wenn diese Frage mit ja zu beantworten wäre, der Doppeltarif das einzig konsequente und vershrndiaste System wäre. Denn bloße papierne Zölle, die bei Handelsverträgen nach Belieben herabgesetzt werden können, werden den Landwirt nicht zu befmedrgen vermögen. Das ist sonnenklar. Ein einmal erhöhter Zoll muß vor jeder Möglichkeit der Erniedrigung bewahrt bleiben. Erstaunlich ist es außerordentlich daß nicht auch der Zoll für Mehl im Tarif auf ein bestimmtes Minimum festgelegt ist. Es würde vom schutzzöllnerischen Standpunkte eine sehr ernste Gefahr bedeuten, wenn rnan das verarbeitete Material anders behandelt, als das Rohprodukt. — Wie schon im voraus bemerkt sein rnag, verneinte Professor Lotz die Frage seines Themas. Eine Erhöhung führe auch nicht zur Gesundung landwirtschaftlicher Zustände, führe auch au keiner Besserung der Lage gegenüber Nordamerika. (Zustimmung.) Die Gefahren, wenn der Entwurf Gesetz wird, sind gar nicht ernst genug zu nehmen. Es würde schließlich auch das Koalitionsrecht in Gefahr kommen. Professor Lotz glaubt mit seinen Ausführungen bewiesen au haben: 1) daß mit einer Getreidezoll-Erhöhung oer Landwirtschaft nicht geholfen wird; 2) daß damit die Jndustriezölle begünstigt und die Kartellbildungen befördert werden; 3) daß der neue Zolltarif einen Verzicht auf eine friedliche Sozialpolitik bedeutet; 4) daß sehr wohl im Zusammenhänge mit einer freiheitlichen Zollpolitik Die Ausführung eines positiven Agrarprogramms zur Ueberwindung der landwirtschaftlichen Schwierigkeiten möglich sei; 5) Daß die Politik der Sammlung der Hoch? schntzzöllner den Verzicht Deutschlands auf Weltpolitik be- heute; 6) daß durch einen Zollkrieg mit Amerika, vor dem Professor Lotz aufs äußerste warnte, Deutschland seinen Markt in Südamerika, in England, in Ostasien an Amerika verlieren würde. — Mit Wehmut und Sorge erfüllen uns, so schloß er, nicht die Symptome des Niederganges, der hoffentlich) nur vorübergehend ist, sondern die Symptome eines Geistes der Verzagtheit, die Aeußerungen des Glaubens an die allein fördernde Macht konkurrenzfernhaltender staatlicher Eingriffe! Und das alles in dem Augenblicke, wo wir glauben, an der Spitze der Sozialpolitik zu marschieren! Möge der bevorstehende Kamps luftreinigend und seelenbefreiend wirken! Wir stehen thatsächlich an einem Wendepunkte, wo es sich entscheiden wird, ob die Generation des 20. Jahrhunderts für Sonderinteressen preisgeben will, was die Männer des 19. Jahrhunderts in heißem Ringen um Deutschlands Größe erreicht haben. Dringt der Widerstand gegen den Tarif und seine Bestrebungen durch, so dürfen wir hoffen, zu neuen großen Aufgaben tüchtig und stark zu sein! (Sehr anhaltender Beifall.) Nach einer kurzen Pause nahm der zweite Referent, Professor Dr. Schumacher (Köln) das Wort. Er sprach sicl) int Gegensätze zu seinem Vorredner für eine mäßige Zollerhöhung aus, und zwar im Sinne der Ausführungen des Generalsekretärs des deutschen Landwirtschaftsrates Dr. Dade für Sätze von 5.50 Mk. bezw. 6.50 Mk. Der vorliegende Zolltarif, obwohl im einzelnen noch verbesserungsbedürftig und verbesserungsfähig, entspreche doch im großen und ganzen seiner Aufgabe. In langen, theoretischen Auseinandersetzungen sprach er über das Tarifsystem. Der Doppeltarif verdiene schwerlich die auf Grund französischer Erfahrungen gefällte Verdammung, aber es komme ihm auch nicht jene große Bedeutung zu, die man heute vielfach ihm zulegt. Am besten sei der Minimaltarif, der viele Schwierigkeiten beseitige, der auch die Kaufkraft der eigenen Zugeständnisse erhöhe. Man solle nicht vergessen, daß das Interesse an dem Abschlüsse von Handelsverträgen doch nicht einseitig deutsch ift 9hir eine allgemeine prinzipielle Abneigung gegen Handelsverträge könnte zu einer Ablehnung seitens anderer Staaten führen. Es wäre allerdings eine ungeheure Unterlassung der Regierung gewesen, wenn sie sich nicht darüber vergewissert hätte, daß eine solche Abneigung auch in der That nicht besteht. Die Furcht vor einem Zollkrieg ist übertrieben. Sollte er dennoch kommen, so bleibt uns der freilich trübe Trost, daß wir ihm nicht entgehen konnten! (Heiterkeit.) Es kann eben der beste Mensch nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. (Sehr richtig!) Deutschland kann auch unmöglich jedes Ansinnen Amerikas erfüllen. Es wäre auch thöricht; denn in Amerika macht nur der Geist des Selbstbewußtseins Eindruck! (Zustimmung.) Aber es bleibt uns bann auch der sachliche Trost, daß die Reaktion nicht ausbleiben würde. Dafür bürgt uns schon die Verfassung der Vereinigten Staaten. Wenn wir die Verhandlungen mit Amerika hinter uns haben, dann gestaltet sich die Sache mit den europäischen Staaten viel leichter. Die Schwierigkeiten mit Rußland werden überschätzt. Rußland hat ein sehr großes Interesse daran, zu uns in ein festes Handelsvertragsverhältnis zu kommen. Schwieriger ist schon die Lage England gegenüber, das sich am Anfänge einer handelspolitischen Auflösung in Einzelstaaten befindet. Wir werden in Zukunft voraussichtlich es nicht mit einem Vertrage, sondern mit vieler: hier zu thun haben. Dann wird die Regelung fteilich noch schwieriger fein. — Heute müsse die Parole fein: Spezial- tarif-Verträge auf Grund eines autonomen Tarifs. (Lebhafter Beifall.) In der Nachmitlagssitzung lag zunächst ein Antrag vor, die Redezeit für die Debatte auf 15 Minuten festzusetzen. Ministerialdirektor Dr. Thiel beantragte 20, morgen könne man neu beschließen! Professor Brentano: Es ift nur recht und billig, daß wir heute so verfahren wie morgen! — Ministerialdirektor Dr. Thiel: Ich ziehe meinen Einspruch zu Gunsten des Vorschlags meines Freundes Brentano zurück, und freue mich- daß er dieselbe Politik verfolgt, wie ich: Minimal- und Maximaltarif, Bindung! (Große Heiterkeit.) — Professor Brentano: Ich habe 15 Minuten beantragt, weil ich für Minimaltarif bin! (Schallende Heiterkeit. Ruf: Reden ist zollfrei!) — Tie Nedezeitj wird auf 20 Minuten festgesetzt. Tie Rednerliste ist von einer geradezu unheimlichen Länge. Sodann begann der dritte Referent, Professor Dr. Pohle (Frankfurt a. M.) seinen etwa zweieinhalbstündigen Vortrag. Er trat für eine Erhöhung der Zölle ein. Hinter der Frage nach der Erhöhung der Getreidezölle verberge sich die Frage nach der zukünftigen Struktur der deutschen Volkswirtschaft. Er legte dar, daß es das Ziel der Handelspolitik sein müsse, nicht die einseitige Entwicklung Deutsche lauds zum Jndustriestaate au befördern, sondern die rechte Mischung herzustellen zwischen Agrar- und Industriestaat. Bis jetzt habe die Handelspolitik seit 1879 das Ziel: die Landwirtschaft zu erhalten, d. h. einen Rückgang zu vermeiden, erreicht, wenn auch zu verschiedenen Zetten in nicht demselben Maße. In der Caprivischen Periode ist dieses Ziel nur ganz mit Ach und Krach erreicht worden. In Zukunft ist es aber ohne eine Erhöhung der Zölle nicht mehr zu erreichen. Tie Rentabilität ift zu stark zurückgegangen, sodaß ein Rückgang der Landwirtschaft unausbleiblich folgen muß. Beweis dafür sind die Aufstellungen Conrads, die Zahlen über die ungeheure Hypothekenschuld der Landwirtschaft, die Thatsache, der der ganze Bevölkerungszuwachs (der sich doch, immer dorthin wendet, wo er am besten bezahlt werden kann), der Industrie zu gute gekommen ist usw. Tie Industrie hat alles, die Landwirtschaft nichts bekommen. (Sehr richtig! Lachen.) Es ist zwar in Der Caprivischen Periode ein Aufschwung in wirtschaftlicher Beziehung eingetreten. (Ruf: Aha! Gelächter.) Professor Pohle: Lachen Sie nur! Nachher lache ich und wer zuletzt lacht, lacht am besten! (Lebhafter Beifall!) Gewiß ist der Aufschwung eingetreten. Aber ein klares Bild darüber wird man doch erst haben, wenn man einen Durch? schnitt gezogen haben wird von den fetten Jahren und den mageren, auch von denen, die noch kommen! Zu dem ist es immer sehr gewagt, ein einziges Moment, also etwa die Caprivische Politik, für eine so komplizierte Erscheinung wie ein wirtschaftlicher Aufschwung ift, verantwortlich zu machen. Es kommen da immer eine Reihe von tiefliegenden Ursachen zusammen, von denen die Wissenschaft noch immer sagen muß: ignoramus, wenn auch nicht igno- rabimus. — Was soll nun das Ziel der künftigen Handels- politik fein? Wirtschaftliche Abschließung durch außerordentlich hohe Getreidezölle, oder unbedingte Rückkehr zum Frei» handel? Keines von beiden! Professor Pohle begründete eingehend die Notwendigkeit, einen mittleren Weg einzuschlagen, nämlich: das wahre Ziel der bisherigen Handelspolitik weiter zu verfolgen und den Stand der einheimischen Landwirtschaft nicht zu gefährden, sondern sie au erhalten — und ferner: die Entstehung solcher Exportinoustrien zu verhüten, die ihre herrschende Stellung auf dem Weltmärkte nur der Minderwertigkeit ihrer Arbeitsbedingungen verdanken! Läßt man die deutsche Landwirtschast ohne die genügenden Zölle, so verfällt sie dem Schicksale der englischen Landwirtschaft, nur mit dem Unterschiede, daß Deutschland aus physischen Gründen nicht die Heilmittel anwenden kann, wie etwa die dänische Lanoirtschqjt. (Ueber- gang zur Viehwirtschaft rc.) Die nächsten beiden Aufgaben Feuilleton. Kaus Htosenhagen*). Drama in 8 Auszügen von Max Halbe. (Originalbericht des «Gieß. Anz." Nachdruck verboten.) Berlin, 25. Sept. Auf das Widmungsblatt seines neuen Dramas, das „meiner Heimat in treuer Erinnerung" dargebracht wird, hat Max Halbe die folgenden Verse gesetzt: „Euch grüß' ich bunte Felder, blaue Weiten, Euch dunkle Wälder, fern am Horizont, Fremd seid ihr mir seit Knabendämmerzeiten Und gabt mir alles doch, was ich gekonnt." Eh hat beinahe den Anschein, als sollte der Dichter der „Jugend" mit dieser Schlußzeile Recht behalten, als gehöre sein Können wirklich der Vergangenhett an. Max Halbe, der von den Modernen am verheißungsvollsten begann, hat die auf ihn gesetzten Hoffnungen nur teilweise erfüllt. Es giebt verschiedene Dichter, die mit einem Werke in die Litteratur- geschichte gekommen sind: Max Halbe scheint dazu bestimmt, deren Zahl künftig zu vermehren. Nach mehreren Anläufen zur halben Höhe gelang ihm die „Jugend", ein großer Wurf. Er errang wie der ihm schicksalverwandte Georg Hjrschfeld, der Verfasser der „Mütter", so schnell den allzu willig gespendeten Ruhm, daß ihm die überschwere Aufgabe zusiel, die einmal erworbene Stellung zu behaupten. Daraus wuchs für ihn eine gewiße Tragik des Geschickes hervor. Wollte er fortan Höheres geben, wie im „Eroberer" und im „Tausendjährigen Reich", so verkannte das Publilum seine Absichten und verhielt sich ablehnend, widerspenstisch, weil das Theatralische nicht genügend bedacht war; stieg er andererseits zu der Menge hinab und schrieb ein im landläufigen Sinne brauchbares Theaterstück, wie „Die Heimatlosen" ober jetzt „Haus Rosenhagen", so -ging leider die Kunst mehr ober •) Buchausgabe bei &‘eorg Bondi, Berlin. minder leer aus. Bis jetzt hat Halbe aus diesem Zwiespalt zwischen Dichter und Macher keinen Ausweg gefunden; er zwang seine Kunst in den Dienst des Massengeschmacks, und es ist einstweilen nicht abznsehen, ob sie nicht im sicheren Hafen der Theqttalik landen und versanden wird. Glücklicherweise blickt vorderhand der Poet dem Stückeschreiber bei der Arbeit noch über die Schulter. Gleichzeitig ist in den Widmungsversen das Bekenntnis niedergelegt, daß der heimatliche Boden (Westpreußen) seiner Kunst ständige Anregung bietet. Hier sind die festen Wurzeln seiner Kraft. Solange er die Berührung mit Mutter Erde nicht verliert, ftrömt seinen Werken frischer Erdgeruch zu. Die sog. Milieukunst umfaßt zwar nur einen verhältnismäßig engen Bezirk im grenzenlosen Reiche der Kunst, aber sie ist erst in unserer Zeit zur Blüte gelangt und hat uns die schönsten Früchte der modernen Dramatik geschenkt. Hauptmann, Sudermann und auch Halbe — um nur die Größten zu nennen — sind Vertreter dieser Milieukunst. Was echt und gut an „Haus Rosenhagen", ist an die heimatliche Scholle gebunden. Hier wuchs der agrarische Konflikt des Dramas hervor. Die Rosenhagens sind die größten Grundbesitzer der Gegend. Rasch sind sie zu Macht und Ansehen gelangt. Der Großvater fing klein an; der Vater dultete schon keinen Ebenbürtigen mehr neben sich, die zähe Erwerbsucht ließ ihn die Nachbargebiete ankaufen; der Enkel will noch höher hinaus. Seinem sterbenden Vater hat dieser Karl Egon Rosenhagen, wiewohl er aus anderem Holze als seine Ahnen geschnitzt ist, das Versprechen gegeben, von dem ererbten Boden nicht zu weichen. „Sehen Sie, Herrchen — läßt sich ein Winkelagent über diese Ländergier aus —, Ihr Papa, der hat so wie ’n großer ausgewachsener Hecht hier im Hohenauer Dorfteich gesessen, und wir andern Besitzer, wir sind die kleinen Stintchens geivesen, wo er so einen nach dem andern aufgeschluckt hat." Der letzte Stint ist der Thomas Voß, der Einzige, der von seinem Bauernhof n'cht läßt, ein König auf seiner Scholle, doch auch ein ehr- ! kicher Hasser, ein Hartschädel. Mit Rosenhagen dem Vater hat er in Feindschaft gelebt; der Sohn bietet die Hand zur Versöhnung. Zwei üonflifte hätten sich auf dieser agrarischen Grundlage gewinnen lassen. Einmal hätte der Verzewiflungskampf des Schwächeren um feinen Grundbesitz dargestellt werden können, Thomas Voß gegen Karl Egon Rosenhagen. Halbe schätzte sich vielleicht richtig ein, als er auf diesen Konflikt mit seinen wuchtigen dramatischen Accenten verzichtete oder doch ihn in den Hintergrund drängte. Zum anderen konnte sich an diesem aus der Art geschlagenen Karl Egon, an dem modernen Menschen, der die Grundsätze der Väter verwirft, ein tragisches Geschick erfüllen. „Weh' dir, daß du ein Enkel bist": so etwa hätte dann das Thema gelautet. Halbe giebt von beiden etwas und doch von dem Ganzen fast nichts. Er schlägt einen Seitenweg ein und hetzt die feindlichen Parteien durch eine Liebesleidenschaft aufeinander So biegt er das Problem um und öffnet sich dadurch ein Hinterpförtchen, durch das er fein Steckenpferd einlafsen kann: ein Mann zwischen zwei Frauen. . Schon in „Mutter Erde" war Paul Warkentin in dieses Doppelfeuer gerückt. Am „Manschen", der verlassenen Jugendgeliebten, hatte Sudermann sein Heimchen im Jo- hannisfeuer erwärmt, und dieses strahlt nun wieder auf „Haus Rosenhagen" zurück. Wenn irgendwo, so tritt an Lesern abgedudelten Thema die Armut der Motive bei den neueren 'Dramaschreibern zu Tage: Einer lehnt sich immer an den andern an. Hier äußert sich ein Mangel des Selbsterlebten oder Selbstbeobachteten; nicht das Leben, sondern der Abklatsch des Lebens dient als Vorlabe. Gerade in diesem Punkte, im Zurückgreifen auf die erste Quelle, ist Gerhart Hauptmann allen seinen Mitstreitern überlegen; man denke, wie selbständig, wie meisterlich frei er dieses Verhältnis in den „Einsamen Menschen" behandelt hat. Halbe läßt also plötzlich „ein Mädchen aus der Fremde" auftauchen; die Mutter war Zirkusreiterin, die Tochter ist stolz auf diese Abstammung. Hermine - so heißt sie — wird Karl Egons Verhängnis. Sie krankt an ungestillter Reiselust. Entführen will sie ihren „Philister", fort von Haus und Hof, weit weg in die Welt hinaus. Wohin? sie der deutschen Handelspolitik müssen sein: 1) ein mäßiger Schutzzoll, etwa in Höhe von 5—6 Mk. Die Sätze in dem Entwurf sind daher nicht zu hoch. Laut und deutlich will ich hier erklären, daß der Weg, den die Regierung jetzt einschlägt, im gegenwärtigen Zeitpunkt wohl der richtige ift 2) Bekämpfung parasitischer Exportindustrien durch Fortführung der Sozialreform. (Lohnregulierung, Fortsetzung eines Lohnminimums für die Hausindustrie rc.) Sozialreform und Getreidezölle; so paradox es auch klingen mag, beide bedingen sie doch Beide sind Früchte desselben Baumes, die freilich nicht auf dem Boden des Manchestertums gewachsen sind! (Anhaltender Beifall.) Nunmehr begann die Diskussion. Sie gestaltete sich wie vorauszusehen, zu einer heißen Redeschlacht, da bekanntlich die Meinungen über diese Frage außerordentlich /geteilt sind. Professor Tr. Oldenburg (Marburg) trat für die Zollerhöhung ein. Ich thue das, sagte er, trotz des zu erwartenden Jndianer-Freudengeheuls der agrarischen Presse. Protestieren muß ich auch gegen den malitiösen Vorschlag des Professor Lotz, die Häuser der notleidenden Landwirte aufzukaufen. Bei Zöllen handelt es sich aber nicht um Almosen. Der Redner legte dann dar, daß Deutschland nicht Industriestaat werden dürfe. — Morgen wird die Besprechung fortgesetzt. Heute findet ein Feswnahl statt. sS. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 24. September. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, stellvertretender Vorsitzender, Hoos, Jhring, Katz, Ramspeck, Rinn, Röhr, Schirmer und Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Kehm. Entschuldigt fehlen die Herren: Kommerzienrat Koch, Balser, * Dürbeck, Grünewald, Moll, Nowack, Schmall, Steinecke und Wallach. 1. Geschäftsbericht. Aus demselben ist hervor- ' zuheben: Nachdem bekannt geworden war, daß zum 1. Oktober feine Anzahl der im Kammerbezirk aufliegenden Sonntags karten zur Aufhebung kommen und die nicht aufgehobenen Karten vom gleichen Zeitpunkt ab nur zur Benützung bestimmter, noch zu veröffentlichender Personenzüge berechtigen sollen, ist die Kammer bei der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. um Wiederaufhebung dieser Verfügung vorstellig geworden und hat gleichzeitig das Großh. Ministerium oes Innern ersucht, darauf hinzuwirken, daß die Großh. Regierung sich ebenfalls für -die Beibehaltung der Karten in ihrem ganzen bisherigen Umfange und Geltungsbereich verwende . In derselben Weise 'ist die Kammer gegen die Aufhebung einer Reihe von /Rundreise-? uno Sommerkarten vorstellig ge- ! worden.. Auf dem am Sonntag den 15. ds. abgehaltenen h es fischen Handelskammertag war die Kammer durch ihren Vorsitzenden und ihren Syndikus vertreten. Auf der Tagesordnung stand der Zolltarifgesetzten t Wurf und die Frage der Regelung des kaufmännischen Fort bildun ass chulunterrichsts. Beglich des Zolltarifgesetzes schloß sich der Han- .delskammertag voll ständig den Beschlüssen des Ausschusses des deutschen Hanoelstags an, die insbesondere die Aufstellung eines Doppeltarifs für die wichtigsten Getreidearten, die Angriffe auf die gemischten Transitlager für Getreide, sowie die Beseitigung des Zollkredits für Getreide u. s. f. verwerfen. In der Frage der Lebensmittelzölle wurde einstimmig eine Resolution an- gerwmmen, nach der diese Zölle im neuen Generaltarif pichst höher als im bisherigen bemessen werden sollen. In der Frage des Staatszuschusses zu den kaufmännischen Fortbildungsschulen wurde zur näheren Beratung eine Kommission niedergesetzt, die demnächst zusammentreten soll, um dem Großh. Ministerium des Innern Vorschläge bezüglich der Verteilung des Staatszuschlusses pro 1902/03 zu unterbreiten. Pro 1901/02 bleibt den Kammern überlassen, selbständig Zuschußanträge zu stellen. Die Kammer setzt deshalb eine Kommission nieder, die die Angelegenheit alsbald in die Hände nehmen wird. 2. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildet ine Fortsetzung der Beratung über den Zolltarifentwurf. Die Kammer nimmt die Referate über die noch! nicht erledigten Abschnitte des Entwurfs entgegen und beschließt, die in den Referaten geäußerten weih es nicht; der Autor vermutlich ebensowenig. Sie ist die aus dem Nichts erfundene, willkürlich konstruierte Emanzipierte und teilst mit der ihr wesensverwandten Hella aus „Mutter Erde" das Los, daß sie so blutlos wie nur möglich ausgefallen ist- Karl gedenkt seines Eides; aber um die Unstete zu fesseln, beabsichtigt er, ihr ein prächtiges Schloß zu bauen. Justament auf Vossens Wiese soll es zu stehen kommen. Ter isegrimmige Bauer wäre dem Verkauf seines Guts nicht abgeneigt, zumal da ihm das Doppelte des wahren Werts dafür geboten wird. Aber nun greift die Werberkabale in den Apparat ein, und damit wird die ursprünglich aufgeworfene Rechtsfrage nicht nur verschoben, sondern aufgehoben. Karl hat nämlich eine Base, die ihn liebt; sie kann den Gedanken nicht ertragen, daß er einer anderen gehören soll. Aus Eifersucht hetzt sie Voh auf. .Sofort ferwacht dessen Haß gegen den mächtigen Nachjbar wieder; nun ist ihm sein Hof nicht für älles Geld der Welt seil. Doch Karl Egon spielt seinen letzten Trumpf aus: er hat auf Umwegen erfahren, daß Vossens Großvater die strittige Wiese widerrechtlich annektiert hat. So setzt er dem Alten das Messer auf die Brust; der aber lädt [ein Gewehr und schießt den Gegner nieder. Wie in det „Jugend!" wird ein Knalleffekt zur Lösung des Knotens benutzt. Das ist das beguemste Mittel, zweifellos, doch! ist es nicht dazu angethan, tragische Stimmung zu erzeugen. Halbes Menschen fallen nicht ihrem Schicksal zum Opfer, sondern Verlegenheitsausgängen. So gut wie der Schuh konnte den jungen Rosenhagen ein Dachziegel treffen; in beiden Fällen wäre uns der Verfasser noch den Beweis schuldig, daß sein Karl Egon untergehen muß Und doch kann man dem verfehlten Werke nicht so ganz gram sein, weil sich Halbes liebenswürdige Art an einer Episodenfigur aufs neue offenbart: an einer dreiundneunzigjährigen Greisin, der Großmutter Rosenhagen. .Eine Daseinsnotwendigkeit ist für sie. nicht vorhanden, sie könnte ohne weiteres gestrichen werden, und keine Lücke bliebe zurück; ihre Daseinsberechtigung gewinnt sie aus dem Umstand, daß sie Licht rn dre düstere Familie und das sonst wenig erquickliche Stück bringt. Den Zeitgenossen mag „Haus Rosenhagen" einen Theaterabend leidlich vertreiben; Max Halbes Dichterruhm wird schwerlich dadurch gefördert werden. xy. Unsere verehrten Leser werden im Interesse der rechtzeitigen Zustellung des Anzeigers ersucht, das Abonnement für das nächste Quartal sofort zu erneuern. Der Giessener Anzeiger, das anerkannt erste, angesehenste und bestbediente Blatt Oberhessens und der umgrenzenden Gebiete, trägt den Bedürfnissen jedes seiner Leser, welchem Stande er auch angeboren mag, Rechnung, insoweit als ein erstes provinzial- >latt dazu imstande ist In An betracht seines günstigen erscheinens, sodass er selbst in den entlegensten Orten der provinz am Abend des Ausgabetags ausgetragen werden kann, der fülle gediegenen Stoffes und der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit der Berichterstattung, die in der ober- hessischen presse unerreicht ist, ist der Giessener Anzeiger Ims MM und Kmd. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet. Gießen, 26. September 1901. ** Die Umbauten auf dem Personeubahuhof schreiten, wie es scheint, langsam vorwärts. Es wird bekarucklich zurzeit eine Unterführung geschaffen, die von einem Bahnsteig zum andern führen soll. Diese Unterführung ist zurzeit mit Brettern überdacht, die eine Ueberbrückung des Bahnsteiges bilden von höchst tadelnswerter Unebenheit. Da sind Planken, die weit hinausragen über die anderen, und die Paffanten alle Augenblicke darüber stolpern lasten. Es ist verwunderlich, daß noch keine erheblichen Unfälle vorgekommen sind, gefallen aber ist wohl schon mancher über diese Bretter, die ’onft auf jedem Bahnhose eine Unmöglichkeit wären. Am Dienstagnachmittag ist dort eine Dame zu Falle gekommen und hat, wie wir hören, einige Verletzungen sich zugezogen, die allerdings glücklicherweise nur unbedeutender Natur sein ollen. Sie ist aber zum Teil auf die harten Steine des Bahnsteigpsiasters gefallen und hätte sich zweifellos auch recht schwer verletzen können. Jedenfalls liegt es durchaus im Interesse der Oeffentlichkeit, daß dieser Unwegsamkeit des Bahnsteiges auf irgend welche Weise ein rasches Ende bereitet wird durch eine sofortige Verbesserung dieser Plankenlagen zur Vermeidung jeglichen weiteren beklagenswerten Unfalles. ** Preise für Verbrauchsgegeustände. Die Mitteilungen, der Gr. Heff. Centralstelle für die Landesstatistik enthalten u. a. ein Verzeichnis der Preise für die gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände an 16 Orten des Großh. Hestens im Juni. Danach waren die Preise für Weizen (höchst und niedrigst) folgende: In Darmstadt Mk. 13.50 (17), Bensheim 17.50 (17), Dieburg 17 (16), Erbach 17.50 (17.50), Offenbach 17.75 (16), Gießen 19 (17), Alsfeld 17.50 (17.50), Büdingen 18.50 (18.50), Butzbach 18 (17.50), Fried- nicht nur die beste und unterhaltendste, sondern auch die wohlfeilste Cageslehtüre des ganzen Gebietes zwischen Lahn und JVIain, Vogelsberg und Caunus. Seine pünktliche Zustellung wird durch besondere, neuerdings getroffene Vorkehrungen mit unvergleichlicher Sorgfalt überwacht. Alle Aufträge beliebe man an unsere Cräger, unsere Zweigstellen, an das nächste Postamt oder die postboten zu richten, oder an den Verlag des Giessener Anzeigers Giessen, Scbulstrasse 7. Wün sche dem Großh. Ministerium des Innern zur Kenntnisnahme und Berücksichtigung zu unterbreiten. 3. Von dem Gvoßh. Ministerium des Innern ist die Kammer zu einer Aeußerung über den Entwurf einer neuen Maß- und- Gewichtsordnung für das deutsche Reich aufgefordert worden. Der Entwurf beabsichtigt, das heute schon in einigen Bundesstaaten mit Erfolg bestehende System der zwangsweisen periodischen Nachaichung der Maße, Gewichte und Waagen für das ganze deutsche Reich zur Einführung zu bringen. Außerdem will der Entwurf vor allem eine gegenseitige An- erkennug der bayerischen und der Reichsaichfe herbei- ühren, den faßweisen Verkauf von Bier- und Obstwein nur in geaichten Fässern zulassen, Zuwiderhandlungen gegen die Aich>rdnung mit einer Geldstrafe bis zu 150 Mark «oder Haft bis zu 6 Wochen bestrafen und das ganze Aichungs- wesen verstaatlichen. Tie Kammer ist nach eingehender Erörterung mit dem Entwurf im wesentlichen einverstanden, doch soll dem Großh. Ministerium des Innern gegenüber dem Wunschfe Ausdruck verliehen werden, daß die Nachaichung der Gewichte und Waagen für eine größte zulässige Last bis ausschließlich 3000 Kilogramm, statt, wie im Entwurf vorgesehen- alljährlich, nur alle 2 Jahre erfolgen solle. 4. Zu der am 30. ds- in Berlin stattfindenden Vollversammlung des deutschen Handelstags, in der zum Zolltarifgesetz Stellung genommen werden soll, werden der Vorsitzende und der Syndikus delegiert. 5. Tie Kammer beschließt, ihrem geschäftsführenden Beamten an Stelle des bisherigen Titels --Sekretär" den Amtstitel „Syndikus" beizulegen. 6. Eingänge. Tie Kammer nimmt Kenntnis von der Regierungsvorlage bett, den Gesetzentwurf über die Handelskammern. Tie Vorlage entspricht im wesentlichen dem Entwürfe, den der hessische Handelskammertag in seiner Sitzung vom 21. Oktober vor. I- ausgestellt hatte. Auf eine Eingabe der Kammer an die Königs. Eisenbahndirektion in Frankfurt betr. Herstellung besserer Zuganschlüsse in Friedrichsdorf von Gießen- Friedberg nach Usingen hat letztere erwidert, daß bei Feststellung "des Fahrplans der neuen Strecke die Herstellung möglichst guter Anschlüsse in Friedrichsdorf ange trebt worden sei; bei der Erngeleisigkeit der Strecke und oa in erster Linie auf günstige Zuganschlüsse in Friedberg und Homburg Rücksicht genommen werden müsse, lasse es sich jedoch nicht immer ermöglichen, auch gute Anschlüsse in Friedrichsdorf herzustellen. Doch werde die Angelegenheit im Auge behalten und bei eintretenden Zugänderungen die bemängelten Anschlüsse thunlichst verbessert werden. — Eingegangen sind ferner Mitteilungen über: Fortschritte des Handels der Vereinigten Staaten mit Japan, wirtschaftliche Verhältnisse in den mittelamerikanischen Staaten Nicaragua und Costa-Rica, Krediterteilung an Handelsfirmen in Santo- Domingo, deutsch-persische Handelsbeziehungen, Absatz landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte in Rußland, Projekt einer Ausstellung von Erzeugnissen der Landwirtschaft und Industrie im Staate Minas Geraes und zweifelhafte Firmen in Amsterdam, Barcelona, London, New-York und Rio de Janairo. Interessenten wird hierüber auf dem Bureau der Kammer Näheres mitgeteilt. berg 17.50 (16.50), Lauterbach 18 (18), Schotten 17 (15.50), Mainz 18.15 (17.35), Alzey 18 (17), Bingen 18.50 (16), Worms 18 (16.50). Der teuerste Ort für Weizen ist also Gießen, die billigsten sind Dieburg und Schotten. Roggep kostete: In Darmstadt Mk. 16.50 (15), Bensheim 15 (15), Dieburg 15 (14), Erbach 14.50 (14.50), Offenbach 15.50 (14.50), Gießen 17 (15), Alsfeld 16.50 (16.50), Büdingen 16.50 (16.50), Butzbach 16.50 (16.50), Friedberg 15 (14), Lauterbach 16.50 (16.50), Schotten 16 (15.50), Mainz 15.30 (14.30), Alzey 14.75 (14.50), Bingen 15.50 (14), Worms 15.50 (15). Am teuer st en ift wiederum Roggen (höchst) in Gießen, am billigsten in Alzey. Für Gerste waren die Preise folgende: In Darmstadt Mk. 18 (14), Bensheim 16 (16), Dieburg 18 (15), Erbach 14 (14), Offenbach 19 (16), Gießen 18 (15), Alsfeld 16 (16), Büdingen 18 (18), Butzbach 16.50 (16), Friedberg 15 (14), Lauterbach 18 (18), Schotten 15.50 (15), Alzey 17 (16.50), Bingen 17.50 (15), Worms 17 (16). Hier steht an erster Stelle Offenbach (19), während Gießen (18) mit Darmstadt, Dieburg, Büdingen, Lauterbach zu zweit folgt. Den billigsten Preis hat Friedberg. Für Heu wurde gezahlt: In Darmstadt Mk. 10 (8), Bensheim 9.75 (9.75), Dieburg 9 (5.80), Erbach 10 (10), Offenbach 10 (8), Gießen 9 (8), Alsfeld 7 (7), Büdingen 9 (9), Butzbach 11 (10.50), Friedberg 9 (6), Lauterbach 7.60 (7.50), Schotten 7 (6.50), Mainz 9.60 (8.60), Alzey 9.50 (ß), Bingen 10 (6), Worms 8 (6.80). Der teuerste Ort ist also Butzbach, Gießen kommt erst an fünfter Stelle, das billigste Heu hat Worms. Für Kartoffeln enthält die Statistik olgende Preise: Darmstadt Mk. 6 (5), Bensheim 4.50 (4), Dieburg 4 (3.60), Erbach 5 (5), Offenbach 6 (5), Gießen 6.50 (5.50), Alsfeld 6 (6), Büdingen 6 (6), Butzbach 6.50 (5.50), Friedberg 4.50 (3.25), Lauterbach 8 (8), Schotten 5 (4.50), Mainz 8.50 (4.50), Alzey 7 (6), Bingen 8 (5), Worms 6.75 (4.50). •• Der v-Zug 6 Berlin-Frankfurt a. M., der um 4 Uhr 30 Min. in Frankfurt a. M. eintreffen sollte, mußte gestern über Fulda-Gießen nach Frankfurt fahren, weil die Strecke Fulda-Gelnhausen-Frankfurt a. M. bei Schlüchtern angeblich infolge Dammrutsches gesperrt war. (Vgl. „Schlüchtern"). ** Ein Neubelag der Bürgersteige wird gegenwärtig in den Neuenbäu en und in der Kirchstraße auSgeführt. Der Belag in den Neuenbäuen, unter dem das Kabel des Elektrizitätswerk liegt, wird in Asphalt, derjenige in der Kirchstraße in Gail'schen Klinkern ausgeführt. Denselben Belag )at bereits der Bürgersteig in der Senkenbergstraße. **SeebadMainz. Im „Mainz. Tagebl." lesen wir folgenden sonderbaren Artikel, der M arn z zu einem „See- bade" machen will: „Der Rhein muß für die Fremdenindustrie präpariert werden, und das kann man nur dadurch, daß man hier großartige Bade-Etablissements errichtet, die möglichsten Ersatz für die Seebäder bieten. Bekanntlich bewirken die Seebäder ihre Anziehungskraft durch drei Dinge: das salzhaltige Wasser, die mechanische Wirkung des Wellenschlages und das gemeinsame Baden in Kostümen. Wäre es nun nicht denkbar, daß hier an irgend einer passenden Stelle des Rheinufers erne nach den Anforderungen der modernen Hygiene errichtete Badeanstalt erbaut würde, in der dem Wasser der entsprechende Salzgehalt beigegeben wird und der Wellenschlag künstlich durch mechanische Kraft erzeugt würde? Ta könnten bann Männlein uno Weiblein sich nach Herzenslust tummeln, unsere herrliche Rheinpvomenade würde dann Kurvvo- menade mit Musiktempeln in entsprechenden Zwischenräumen, eine Kolonnade und ein Kur-Restaurant waren bald errichtet. Unsere Herren Doktoren würden schon beweisen, daß die Rheinlust ebenso stärkend wie bas Seeklima ist." Hat sich das genannte Mainzer Blatt einen verfrühten Faschingsscherz gestattet oder ist es ihm ent ftmit diesem kuriosen Vorschläge? In den Rhein ein Paar Pfund Salz zu werfen und so Mainz zur Seestadt zu machen, das ist ein Gedanke von so verblüffender Genialität und so 0JW1 * 3 4 5 6* drohend für das Weiterbestehen der Weltseebäder vom Range Ostendes, Sylts, Norderneys rc., daß der intellektuel e Urheber der Idee wohl verdiente, zum Wirkt. Geh. Genialitats- rät mit dem Titel >,Eselenz" befördert zu werden. ch. Bermutshain, 23. Sept-, Das zu unserem Ort gehörige Tampfsägewerk des Heinrich Puppes II. hie soll dem Vernehmen nach an den Staat verkauft werden. Unterhandlungen sind bereits gepftogen htorben. £6 Unternehmen dürfte von fachmännischen und ausreichend i ftnanziellen Kräften geleitet und gefördert, einen gut tzrfolg haben, wobei besonders m Betracht kommt, daß das TamPfsägewerk in unmittelbarer Nähe der projektierten Nebenbahn-Linie Grebenhain-Gedern liegt. Auch beabsichtigt der Staat, das Wohngebäude des hiesigen Forsttvatts Dillemuth zu erwerben; jedoch, ist» noch kein Abschluß zu stände gekommen. Usenborn, 22. Sept. Die Dreschmaschine des I. Gerlach zu Stockheim befand sich gestern auf dem Heimweg. Als der Weg abschüssig wurde, mu&te die Bremse der Lokomobile tüchtig angezogen werden. An einer sehr jähen Stelle brach aber die eiserne Welle der Bremse und mit rasender Geschwindigkeit sauste die Dampfmaschine die Chaussee hinab. Ter Führer drückte die Zugtiere nach dem Böschungsgraben, die Maschine stürzte um. Glücklicherweise sind weder Menschen noch Zugtiere bei dem Unfall zu Schaden gekommen. Tie Maschine wurde arg zugerichtet. Worms, 24. Sept. Tie Eröffnung des Wormser städtischen Elektrizitätswerkes ist auch dem hiesigen Krankeuhausc In vielfacher Hinsicht zu gute gekommen. Vor allem sind die Operationssäle mit elektrischer Beleuchtung und zwar mit Glühlampen versehen worden. Auch ein besonderes Roent gen-Kabinett ist eröffnet worden. Worms, 23. Sept. Ueber die unter den Trümmern verschütteten sieben Leute der Firma Hartenbach, Karl Hartenbach uno 6 Arbeiter (Maurer und Taglöhner) liegen folgende Mittellungen vor: Fünf davon, Hattenbachs Friedr. Setzer, Karl Junker, Heinrich Hartenbach nnd Wilhelm Hartenbach, konnten nach anstrengenden Rettungsarbeiten alsbald, bezw. nach kurzer Zeit, teils schwer, teils leicht verletzt, jedoch lebend aus den Trümmern hervorgezogen, werden. Setzer, Junker und Wllh. Hartenbach wurden in das städtische Krankenhaus verbracht, während die beiden änderet: in ihre Wohnungen geleitet wurden. Zwei der Arbeiter und zwar Thomas Biondino und Johann Jung konnten nicht sofort aufgefunden werden, es mußten vielmehr unter Leitung der Polizei und des Städtbauamtes von sachverständigen Handwerksleuten (Maurern, Zimmerleuten) und einem Piquet der freiwilligen Feuerwehr ganz erhebliche Räumungsarbeiten vorgenommen werden. Mit Rücksicht auf den Umstand, daß das gesamte Mauer- und Hvlzwerk des Baues innerhalb der Umfassungswände lag, waren diese Aufräumungsarbeiten äußerst schwierig, langwierig und mitunter recht gefahrvoll. Nach unermüdlicher Arbeit gelang es, zunächst gegen halb fünf Uhr morgens die Leiche des Arbeiters Jung aufzufinden und zu bergen. Jung, der im 4. Stock des Hauses beschäftigt gewesen, war bis auf das Kellergewölbe abgestürzt und lag mit dem Gesicht nach unten auf einer Schuttschicht, überdeckt mit einer solchen von einem bis anderthalben Meter Höhe und einer großen Anzahl schwerer Balken. Jung hatte außer einigen anderen Verletzungen einen Arm- und Schädelbruch erlitten und war sofort tot. Erst gegen 8.15 Uhr vormittags wurde die Leiche des Arbeiters Biondiiro aufgefunden und geborgen. Tiefe war in aufrechter Stellung von Balken und Schutt gegen den hinterer: Tell des Kellermauerwerks gedrückt. Dem Biondrno war der Brustkasten eingedrückt und anscheinend das Genick, außerdem auch vier Rippen gebrochen, so daß der Tod unzweifelhaft ebenfalls sofort eingetreten ist. Die beiden Leute sind verheiratet. Jung ist kinderlos, während Biondino drei Kinder besitzt. Peter Hartenbach wurde, wie gemeldet, gestern nachmittag verhaftet, die Verhaftung dessen Bruders konnte bis jetzt aber noch picht erfolgen, weil dieser selbst erheblich! verletzt und noch nicht tranportfähig ist. Von den übrigen Verletzter: befindet sich nur Setzer in direkter Lebensgefahr, er hat einen doppelten Schädelbruch davongetragen. An verschiedenen gefahrdrohenden Stellen des Mauerwerks wurden gestern nachmittag auf Anordnung der Polizei noch besondere Ab- sprießungen vorgenommen. Im Laufe des' heutigen Tages wurden unter polizeilicher Leitung weitere Ausräumungsarbeiten vorgenommen, zur Ermöglichung der Besichtigung der Fundamente und oer Begutachtung durch Sachverständige bezüglich der eigentlichen Ursache des Zusammensturzes. Vor wenigen Tagen war von der Firma Gebr. Hartenbach der eingestürzte Ban ^ur Rohbauabnahme bei dem Stadtbauamte angemeldet worden, die Abnahme konnte jedoch nicht stattfinden, weil der betreffende Kontrollbeamte sofort beim Betreten des Baues in der Thordurchfahrt einige Verstöße gegen die Baubestimmungen konstatierte und ben übrigen Teil des Baues nicht besichtigen konnte, weil der Eingang zum Keller versperrt und das Gebälk nicht vollständig abgedeckt war. Der Bauunternehmer soll fiüher Fabrikarbeiter und sein Bruder, der als Bauleiter thätig war, früher Maurergeselle gewesen fein. Tie Schuld an dem Unglückssalle dürfte darin zu suchen sein, daß der erteilte Bauplan nicht eingehalten worden :st, indem von den Bauherren die vor geschriebene tragfähige Mauer durch eigenmächtiges Einfügen einer großen Thürösfnung so geschwächt wurde, daß der Einsturz erfolgen mußte. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß die Mittelwand um zirka zwei Meter abweichend vom Bauplan aufgeführt worden sei, infolgedessen das für die Mauern verwendete mangelhafte Stein- und Mörtelmaterial die auf ihm ruhende Dach?- lcrst nicht habe tragen können. Seitens des städtischen chemischen Untersuchungsamtes wurden verschiedene Mörtelproben entnommen. Auf das Resultat dieser Untersuchung darf man gespannt sein. Rudesheim, 25. Sept. Auf der Reise von Koblenz nach Saarbrücken begriffen, hat Prinz Chun von Bingerbrück aus mit seinem Gefolge einen Abstecher nach Rüdesheim gemacht, um sich das National-Denkmal auf dem Niederwald anzusehen. Hieran schloß sich ein Besuch der Kellereien von Joh. Bapt. Sturm an. Die Besichtigung und Durchwanderung der Kelleranlagen schien den Söhnen des Reiches der Mitte großes Interesse abzugewinnen. Auch die Proben, die ihnen von den Riesenfässern vorgesetzt wurden, wurden mit unverkennbarem Wissensdrang und Befriedigung verkostet. Unter dem Gefolge des Prinzen Chun, das aus etwa 20 Personen bestand, befanden sich Tschang-Pin-Mou, ein Neffe Li-Hung-Changs, ferner Chentung Liang Cheng und mehrere andere chinesische Würdenträger. Begleitet waren die Gäste u. a. von Generalleutnant von Hoepfner, Generalmajor Richter und Leutnant von Teichmann, Attaches im Auswärtigen Amte zu Berlin. Cassel, 23. Sept. Auf das von der hier tagenden 6. National-Konferenz der evang. Jünglingsbünd- nisse Deutschlands an den Kaiser ^gesandte Begrüßungstelegramm ist heute folgende Antwort eingelaufen: „Potsdam, 23. Sept. Se. Majestät der Kaiser und König lassen der National-Konferenz der evangelischen Jüng- lingsbündnisse für den Huldigungsgruß bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl: Ter Geh. Kabinettsrat v. Lukanus." — Aus Den zahlreichen Vorträgen sei der des Stadtpfarrers Dr. Wurst er-Heilbrunn über „Gaben und Ausgaben unserer deutschen Vereine" hervorgehoben. Jede^Polk, so etwa führte Redner aus, habe seine eigenen Gaben und daher auch seine eigenen richtigen Aufgaben im Reiche Gottes. Auch wir Deutschen hätten besondere Gaben und besondere Aufgaben. Wir haben unfern Individualismus, daher könnten wir englisches und amerikanisches Christentum nicht kritiklos annehmen, das sei sogar ein Unrecht gegen uns selbst, bedeute Settentum. Tas fei nicht phari- särischer Hochmut und Selbstüberschätzung, wenn wir uns englischem Christentum gegenüber ablehnend verhielten. Die Geschichte zeige uns die Eigenart und die besonderen Gaben der deutschen Jünglinasvereine. Ta seien vor allem zwei Geistesmächte, erstens der deutsche Piettsmus, und zweitens die deutsch-evangelisck)e Volkskirche. Es gäbe auch einen englischen Piettsmus, der aber Methodismus bedeute. Wenn dieser Pietismus auch den Namen des Methodismus nicht habe, so sei er doch dazu bestimmt, das erkläre sich aus der spezifisch englischen Geschickste und Volkseigentümlichkeit. Das englische und amerikan:sche Christentum sei ein praktisches, energisches, aggressives. Es werde leicht geschäftsmäßig. Der deutsche Pietismus zeichne sich aus durch Brüderlichkeit, Gemeinschaftlichkeit, Gemütstiefe, darum fei er weltscheu und beflissen, das Leben in Christo in: Verborgenen zu leben. Wir könnten es nicht billigen, daß man das innere Leben bei verschiedenen Naturen über einen Leisten flicke. In den Jünglingsvereinen dürfe man keinen Unterschied zwischen thätigen und nicht thätigen, zwischen belehrten und unbelehrten Christen machen. Die Vereine seien mit unserer Volkskirche eng vettmnden> die Vereine brauchten die Kirche, weil die Kirche ihnen einen Rücken gebe. Redner tadelte die Uebertreibungen in der evangelischen Gemeinschaft. Die Aufgaben der Vereine seien folgende: Im Mlltelpuntt des Vereinslebens müsse die Bibelstunde, die Bibelbesprechung stehen. Die Vereine müßten ferner das Gebet mit allen: Emst pflegen, damit fei aber nicht gesagt, daß sie solche sogen. Weihestunden einrichten sollten, wie sie der Jugendbund für entschiedenes Christentum kenne. Kirchlich müßten wir bleiben, verkirchlichen lassen dürften wir uns jedoch nicht. Eine neue Aufgabe des Vereins sei die Agitation und Propaganda. Kein weltscheuer Pietismus dürfe großgezogen werden. Schließlich solle man suchen, die Vereine auch auf die ob er en Schichten, die akademisch Gebildeten, auszudehnen. Eine weitere Frage sei die Organisation; dazu brauchten wir vor allem mehr Berufsarbeiter, mehr eigene Häuser, mehr Geld, mehr Wohlfahrtspflege und soziale Fürsorge, mehr Gesellen- heime und Jugendheime. Landwirtschaft. B e r l i n, 24. Sept. Der „Reichsanzeiger" meldet: Stand der Kartoffeln, des Klees, Luzerne und Wiesen um Mitte September 1901 im Deutschen Reiche: Kartoffeln 2,5 (August 2,5, Septenrber 1900 1900 2,6); Klee 2,9 (3,2, 32); Luzerne 2,7 (3,0, 2,8); Wiesen 2,9 (2,9, 2,9). Die erste trockene Zeit der Berichtsperiode war der Einerntung der Sommerfrucht sehr förderlich und begünstigte das Einbringen von Klee und der Wiesennachmahd. Für die späten Gewächse mangelte es in der darauf folgenden regnerischen Zeit an Sonnenschein und Wärme, für Futter kamen die Niederschläge nicht zu spät. In Württemberg und Baden verzögerte sich die Ärnte oer Sommerfrüchte sehr, so daß in vielen Teilen des Landes der Hafer,'zum Tell auch die Gerste noch auf bem Felde liegt. Auch in: Westen der preußischen Monarchie, • besonders in der Rheinprovinz und Hohen- zollern, harren noch ein großer Teil Hafer-, hier und da auch einige, Weizen- und dioggenjelber ihrer Räumung. Der Stand der-Kartoffeln ist ungleichmäßig. In einigen Gegenden begann bereits die Ernte. Durch das trockene Wetter in der Berichtsperiode war das Einbringen des zweiten Schnittes des Klees sehr begünstigt, doch melden nur wenige Gegenden befriedigende Erträge. Die im Gange befindliche Grummeternte wurde durch das Regenwetter unterbrochen. Notiz: Nr. 2 bedeutet gut, Nr. 3 mittel (Durchschnitt), Nr. 4 gering. Rheinhessen, 22. Sept. Das durch die anhaltenden Regengüsse hervorgerufene anhaltende Faulen der Trauben hat viele Gemeinden veranlaßt, früher als beabsichtigt war, die Lese der Frühburgunder cmzuordnen und einige Tage für das Auslesen der faulen weißen Trauben festtzusetzen. Soweit sich' die Ernte der roten Trauben übersehen läßt, wird sie in Quantität wie Güte nur mäßig ausfallen. Nicht viel besser wird das Resultat sein, wenn die Weißen Trauben jetzt bald gelesen werden müssen, ohne das nunmehr ein- getretene gute Wetter genießen zu können. Und ein rascher Anfang der Weinlese ist nicht ausgeschlossen, wenn die Traubenfäule weiter um sich greift. In Bechtheim hatten weiße Trauben ein Gewicht von 60 bis 70 Grad nach Oechsle- scher Wage. Portugiesertrauben wurden daselbst nur mäßig um gesetzt, zu dem Heinen Preis von 80 Pfg. per Viertel (8 Liter). In Abenheim wurde ein Mostgewicht von 60 bis 70 Gr. festgestellt. In Büdesheim wurden für Portugieser bei schwacher Nachfrage 1,80 Mark per Viertel bezahlt. Was schon feit einer Anzahl Jahre bezüglich der Portugiesertrauben beobachtet wird, daß diese dem Handel nicht mehr angenehm sind, wird in diesem Jahre besonders her- vortreteno beobachtet. Vor 10. Jahren war unter 3 Mk. per Viertel nicht. zu kaufen, heute wird durchschnittlich " Der! dritte Teil gegeben. ______ Vermischtes. * Gelsenkirchen, 25. Sept. In einer längeren Sitzung der Gesundheits-Kommission wurden Maßnahmen gegen die hier herrschende Typhus-Epidemie festgelegt. In verschiedenen Otten sind neue schwere Krankheitsfälle vorgekommen. In den hiesigen Krankenhäusern sind 338 Kranke untergebracht, deren Zustand zum Teil hoffnungslos ist. Hunderte von ©rfranften befinden sich in der Umgebung in Pttvat- pflege. Da durch die Straßenbahn eine Verschleppung der Krankheit befürchtet wird, werden die Wagen täglich desinfiziert. * Würzburg, 25. Sept. Leutnant Stadel- mayr von der 2. Kompagnie des 9. Infanterie-Regiments hat sich erschossen. Die Ursache des Selbstmordes ist noch unbekannt. • Swinemünde, 25. Sept. Der Kunstmann'sche Dampfer ^Bornssio", der gestern auf Grund geraten war, ist wieder flott geworden und ohne Schaden im Swinemünder Hafen angekommen. • Mailand, 25. Sept. Seit drei Tagen gehen unaufhörlich in ganz Ober- und Mittel-Italien heftige Regengüsse nieder. Zahlreiche Hlüsse und Gebirgsbäche find aus den Ufern getreten. Die Eisenbahnverbindungen sind zun: Teil ganz unterbrochen. * Prag, 25. Sept. In der Nähe von Nachod wurde ein 12; dge§ Schulmädchen aus dem Otte Lippi im Walde überfallen, getötet und die Leiche verbrannt. Eingesandt. 0 3 t in der Gegend von ungen Stärke- Summa: 3 3er einzig vMininene Wtz für Bohnenkaffee und auch der beste Kaffee ° Zusatz ist Kathreiners Malzkaffee! Er schmeckt in beide» Fällen ausgezeichnet und das ist der Grund, warum er sich bei Hoch und Nieder so beliebt gemacht hat!! 6260 ♦ Budapest, 25. Sept. Der Ges«mtschaden an Materialien und Watten bei Der Eisenbahn rata st rovhe bei Palo ta Beträgt über zwei Millionen Franks, darunter die türttsche Post allein mit einer halben Million. Für den Unglückszug wurden in Bukarest 40 und in Craiova 24 Karten ausgegeben. Bisher sind 18 Leichen agnosziert. Ein großer Teil der verkohllen Leichenreste lag noch gestern auf dem Bahndamm. Gcrichtssmü. e. Gießen, 24. Sept Die am 1. Sept, wegen eines Gelddiebstahls bei einem hiesigen Professor verhaftete Emilie Wipper aus Langensalza ist durch das Schöffengericht zu 14 Tagen (Sefa n g n i § verurteilt worden. Mainz, 25. Sept. In zweitägiger Verhandlung und unter Aufgebot eines großen Zeuqenapparales wurde vor der Strafkammer gegen den Weinhändler Jakob Josef Petry von Nieder- Ingelheim wegen W e i n f ä l s ch u n g verhandelt. Der Angeklagte haue durch Weinkommissionäre in der Gegend von Sauer-Schwabe,^- Heun, Bubenheim und Engelstadt in deu letzten 8 Jahren große Cuantitäten sogen, kleiner Weine -um Preise von Mk. 150 bis 170 pro Stück aufkaufen laßen und diese Weine, die in vielen Fällen -trefter vermischt mit unreinem Stärkezucker enhielten, mit seinen selbstgekelterten Weinen verschnitten und in den Handel gebracht. Der Angeklagte konnte nachweisen, daß erjden Weinkommissionären stets Auftrag gegeben hat, keinen Tresterwein zu kaufen, er sei der Meinung gcioeien, day die aufgekauften kleinen Weine keinen ^rester- und Stärkezuckerinhalt gehabt haben. Durch einen Zeugen wurde erklärt, daß die Wemproduzenten in der Gegend von Engelstadt im Herbste ganze Wagenladungen Stärke- 3 u cf e r beziehen. Durch den Sachverständigen vom chemischen Untersuchungsamt Pros. Dr. Mayrhofer ronrbe festgeslellt, daß die Weinproben des Angeklagten außerordenllich viel Stärkezucker enthielten. Einzelne Weine waren bedeutend „gestreckt". In der gallzen Provinz werden aber wenig Weine gefunden, die keinen unreinen Stärkezucker enthielten. Der Sachverstäiü)ige zog hieraus den Schluß, daß es bei den Produzenten in der Provinz, üblich fei, Stättezucker zu verwenden. Der Staatsanwalt beantragte 1500 Mk^ Geldstrafe. Das Gettcht sprach den Angeklagten von bet vorsätzlichen Fälschung frei. Das Delikt der Fahrlässigkeit konnte nicht in Betracht kommen, da inzwischen Verjährung eingetreten ist. Die entstandenen bedeutenden Kosten wurden, emschüeßlich des Entlastungsbeweises, der Staatskasse auferleat. Frankfurt a. O., 25. Sept. Vor oer hiesigen Strafkammer fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeü die Verhandlung gegen den Sozialdemokraten Fischbach aus Ketschendorf bei Fürstenwalde wegen Majestätsbeleidlgung statt. Er wurde zu zwei Jähren Gefängnis verurteilt und wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen. Würzburg, 24. Sept. Das Schwurgericht verurteilte den 20jährigen Arbeiter Andreas Novicki aus Neudemantschewo, der die Affefforwittwe Heßler in Aschaffenburg ermordete und zu berauben versuchte zum Tode. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bezugnehmend auf das ,-Eingesandt" in der Nr. 224 Bl. 1 des „Gieß. Anz.", in dem auf den Rotwildschaden in der Nodheimer Gemarkung hingewiesen wird, sehen auch wir Landwirte von Krofdorf, Wißmar, Salzböden, Odenhausen uns veranlaßt, die wir mit unseren Feldern im Herz der Rotwildreviere liegen, auf den diesjährigen Wildschaden hinzuweisen. Nicht hauptsächlich suchen roir1 die Schuld an der ungeheuren Vermehrung des Wildes in dem fiskalischen Revier, da, wie wir hören, int vorigen Winter durch die Forstbeamten öfters Treibjagden, wenn auch teilweise mit negativem Erfolg, abgehalten wurden, als vielmehr in der Verpachtung der anstoßenden Gemeindejagden. Diese sind sämtlich an dieselbe Jagdgesellschaft verpachtet und übertreffen an Fläche die königlichen Forsten um das doppelte. Der Abschuß des Wildes liegt hier in einer Hand und kann so verhindert werden. —Sache der Gemeindevertretungen ist es nun, bei den zukünftigen Verpachtungen dafür zu sorgen, daß dieses Revier etwas zerrissen wird, was bei den Waldjagden einfach dadurch zu erreichet: ist, daß der Abschuß der Jagd für Rechnung der Gemeindekasse durch ihre Forstbeamten gegen Schußgeld re. erfolgt. — Bei dem Futtermangel in diesem Jahre macht sich der Wildschaden, der in Den Gemüsefeldern, auf die der Bauer noch fo stark gerechnet hatte, stellenweise ungeheuer ist, recht fühlbar, und ist durch Geld kaum zu ersetzen; auch erhält der Betroffene meist nur den Wert des angeridjteten Schadens ersetzt, während Düngung, Mühe und Arbeit unbezahlt bleibt. — Auch der Herr Landrat m Wetzlar, zu dem mir Ämd- wirte dasselbe Vertrauen haben, wie die Einwohner des Kreises Biedenkopf zu dem ihrigen, wird Mittel und Wege finden, beit, Wildstand in unseren Waldungen wieder auf eine geringere Stückzahl zu bringen, allerdings wäre es hier mit Aufhebung der Schonzeit nicht gethan. Wöchentliche Meeßcht brr TobcsMe in Gießen. 38. Woche. Vom 15. bis 21. September 1901. Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 6,02°/,,. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr Schlundkrebs I 1 — — Tuberkulose d. Lungen 1 1 -- — Nierenentzündung 1 1 — — Acetylen-Apparate-Faörik GiessenAkademischerBesangveremBiessen 5 i ■ Wiederbeginn der Proben: Submission die R. Welkoborsky, Giessen (Hessen). 0 Tüchtige Vertreter gebucht. 6348 Meine Wohnung befindet sich von heute ab 6371 der ’almln Frische Fluß- und Seefische Telephon 119. Prompter Versandt nach auswärts. •wie diese Abbildung, £ 4857 Rnf XcM mit 65 /Lin noch gut erhaltenes Sofa 'S/ zu verk. Ludwigsplatz 4,1. Hl. Witaerg Ladeneingang Schloßgasse. 5970 * 5 20 Gew. — Mk. 2000 empfiehlt 4858 »i ZO Ä 6425 in Lich. MiDfllKiiAi £ Urrfiljifünifö 100 200 560 1400 2000 2000 2800 4200 1 2 4 n ir Aür -e« Aufsichtsrat: C. Rtngshausen. 33 CD cc d — M i Vie SchulteUung: Höhn, Großh. Hauptlehrcr. E E a> V> r 3 3 ls 8* 8 empfieuj. Stürmer General-Debil, Sirassborg i. L Wiederverkäufer w. gesucht i CD CC weißen Rüben gelben Rüben Meerrettig ist daS beste Tafelwasser — zur Vermischung mit Wein vorzügl. geeignet Rernschmeckend und gut bekömmlich. Lieferung von 250 KLr. Koks — frei hier an Ort -— soll vergeben werden. Verschlossene Angebote mit genauer Prcisnotieruna und Angabe, ob GaZ- oder Hüttenkoks, sind zu richten bis zum 10. Oktober an den Vorstand des evangelischen MarienstiftS Wenig gebr. Waschmaschine zu verk. Franksurterstr. 3, Part. Soeben erschien der neue Katalog meiner 6274 ist. Dieselbe kostet nnr 65 H das Pfund und ersetzt 5/< Pfd. Butter. Jedem Pfund Palmin wird ein Serienbild nebst Preisausschreiben beigegeben. von «ersten bestens empfohlen. Niederlage bei Telephon 310. Für Tiere, besonders Hunde, die mir zur Untersuchung oorgeführt werden sollen, bitte ich, wenn möglich, die Zeit Gmik Schmalk Sesstfcher Aos. erster Autoritäten, funrtlioher Personen, Behörden, Fabriken, Gastwirten, Hotelbesitzern, Oekonomen u. s. w. Weitgehendste Garantieen. — Reellste Bedienung. — Prospekte und Voranschläge kostenlos. — Auf Wunsch Ingenieurbesuch. Calcium - Carbid, Beinigungemassen, Frostschutzmittel, Acetylen-Fahrrad-Laternen billigst. Hontag den 30. Sept., abends 8 Uhr Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 6419 Der Vorstand. Natürliche fiff. Kchkulme vom Bad-Nauheimer Kohlen- säurewerk (238. Kern) (Ataschenoriginak pkomöierl) treffen alle praktischen Hausfrauen, die das triebfäbigste und seit 27 Jahren bewährte I iphin’8 Backpulver LluUay .mlldemBäckerjönooD, (D. R. P. A. Nö. 7402) verwenden. 9 Ueberall käuflich, o Meine & Liebig, Hannover. Aelteste Baokpulv.-Fabr. Deutsch! ssig «• •n MF Billige LchreiblilWnen! Eine größere Anzahl Dost-SchreibmWileii gut erhalten, verkauft von M. 120 an 6841 J. Muggli, Frankfurt am Mai«, Kronprinzenstraße 9. Mer Biebelkachell Montag, Mittwoch u. Freitag von 9 Uhr ab. 4731 Friedrich Noll, Hofbäcker. Nähmaschinen erstklassige Fabrikate, unter Garantie schon von Mark 55 an. Größte, mit den besten Maschinen und Apparaten ausgestattete Spezial- Reparatur-Werkstätte. Alle Ersatzteile, Nadel«, Del, Schiffchen, Riemen re. Carl Graf, KirchenKtz 11, Weinstube Schott. Prima 6289 Federweisser. Emil Schwall, H-ss. Sok. Für 50 Psg. ein Lchwcin gesund ju holten mit Ackermanns Aretzvukvcr. st. h. in der Drogerie Philipp Cä) tv oger Ww,Markt 8 Eine sagt es anderen, wie vorteilhaft bei von 10 bis 11 Uhr vormittags zu wählen. Gießen, den 22. September 1901. Dr. Koehler, Tierarzt Gewerbeschule Nidda Aeginn des Winterhalbjahres: Montag den 28. Oktober, vormittags 8V2 Uhr. Anmeldungen bei unterzeichnetem Hauptlehrer, von welchem auch ausführliche Programme bezogen, sowie jede weitere ge. wünschte Auskunft erteilt wird. 5844 ,, Weißkraut Stück Rotkraut HnMGelnüie = Mk. 5000 --- . 2000 = » 2000 Lose ä I Mk. \ Porto u.Llstc II „ ä 10 „ / 26 Ptg. extra. Ziehung sicher II.—12. Okt. 2288 Geldgewinne zahlbar ohne Abzug im Betrage 59 IS v. Mk. 42000 1 Gew, — 20000 den teueren Butter- und Schmalz- preisen die Verwendung der reinen Pflanzenbutter 6423 Batten, gt schnell u. sich. Freybergs (Delitzsch) Delicia-Rattenküchen Menschen,Haustieren u. Geflügel un- scbldlioh. Manierl. stets Freybergs DellcIa-Rattenkuchen. Vorrätig in Dosen zu 0,50 und 1,00 Mk. bei Otto Schaaf u. in d. Hirsch* Apotheke, Glessen. 2750 Vorzüglich gebaute Acetylen-Apparate nach allen Systemen, von 1 bis 2000 Flammen, für Hausanlagen wie für ganze Gemeinden. Ausgeiührte Central-Anlageno Grossen - IdndM^Oaad.i1 (Wesierwald), stur Selbstberertung des gesündesten Tafel« und Eiumache Essigs. Man verlange und nehme nur die seit 1875 bestbewährte ßlö's Ksfigßsienz Origmatftacons zu 10 Literfl. Tafel«Essig, naturell oder weinfarbig, 1 Mk. In Bietzen eckt zu haben bei «.LG. Wallenfelö, Ph. Herrmann, Emil Alschbach, Earl »chwaab, Hoflief., Wilhelm Haas, Eberhard Metzger, H. A. Naffauer. 8689 Neue Hellerlinsen und echte Frankfurter Würstcheu empfiehll 6145 Ebea'haB'd fiffletzges* UWprkaufen Ich eröffne einen Schöuschreibkursus Z und garantiere wie in Gießen feit 1886 bekannt in nur 5 Lektionen, die besten Erfolge zu erzielen. Honorar sürDeutsch 15 Mk., mit Latein 27 Mk. Meldungen nehme im Hotel Schütz bis zum 28. d. Mts. entgegen. 6408 O. Gottlieb, Kalligraph. Dem Kalligraphen Gottlieb bescheinige ich gerne, daß sich die HandschrsitunseresSchreibgehilsen Pfaff nach wenigen Unterrichtsstunden wesentlich zu seinem Vorteil verändert hat. Gießen, b.Nov. 1891. F.Gnauth,Oberbürgermstr. ?für Gärtner. reibhaus mit Gavtengelände zu vermieten. Partie Pflamm können käuflich mit abgegeben werden. Näheres bei 6166 da viele wertlose Nachahmungen angeboten werden. [3460 Fritz Schulz junior AdliknzeMch-st, jtiyjig. ®®©@®oooos®@©oe yertrier Wer viele u. kräftige Eier von seinen Hühnern erzielen will, der füttere den Eiertrieb als Beifutter. Zu haben nebst Anweisung bei Ad. Geisse, Gießen, SelterS- weg 2. Aug. Zimmermann, Kolonialwarenhandlllng, 5!ollar. Guter Erfolg vielfach anerkannt. 25 550 10 3 6 2 2 35 50 _ 500 .. Sellerie auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr aus dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 19. Oktober d. I., vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist erfolgt bis zum 29. Oktober d. I. Gießen, 16. September 1901. Großh. Verw altunas-Direktion her chirurg. und ophthalm. Univ.- Klinik. 6189 Poppert.Vossius. Englische« Unterricht, Berlih- Mechode, erteilt englischer Lehrer während der Winternwnate, em* zeln und zu mehreren. Off. unt. J F 6360 an die Exped. d. Bl. Gründlichen Unterricht im, Klavier- nnii ViolinMel erteiltnach leicht faßlicher Methode Hcrmau« Weller, Misiklchrer. Wetzsteiusgaffe 13. 6283 Preis 15 Psg. Karl Krebs, sihim» w. Fussbodenanstrich Oelfarben, Lackfarbe«, Fuß» bodenlack, Letuölfiruitz zum (Hitölen, Stccatif, Parkettwachs, Stahlfpähne u. f. w. empfiehlt 5973 Emil Fischbach^ Alle Reparatureu an Nähmaschine« und Aahr- rädern schnell und billigst unter Garantie, gebrauchte können uw- getauscht werden. 5862 Reparalrrrverkftälte Heinrich Fitzler, Vah^bofftraßte kill. Verlange« Sie überall nur den allein ächten Btetes-hljtiW Für unsere Kliniken soll Lieferung von Ctr. Aepfeln Kartoffeln Zwiebeln roten Rüben FslSctellfisclie frisch eintreffend bei 6426 ßßristian Wallenfels Marktpl. 17. Am Kriegerdenkmal. Telephon 262. 10. Oktober 1901 Ziehung der Frankfurter Ausstellungs-Lotterie. 1 9DM Los, 11 Lose 10 Mark, vinr -1- Porto u. Liste 25 Psg. extra, durch das General-Deblt Alfred van Perlstein & Comp., Mainz, Große Bleiche 3. 6401 H Zn Gießen bei Aich. Arrchacker, sowie sämllichen Lotteriekollekteuren und LoseverkaufSstellen. Kieler ücklinge stets frisch bei 6279 B. Herrmann, -weg 33. Telephon 257. Den Nagei auf den Kopf 03797] Zwei Bettstelle« mit Matratzen billig abzugeben. _________Bleichstraße 18, IL WohuhauS, mit besteh, guter Wirtschaft, großem Garten, vor- sofort zu verkaufen. Offerten u. X ¥ Z Nr. 03748 an die Expedttion. Hausf^S waren-Geschäft zu kaufen gesucht. Genaue Auskunft üb. Rentabilität erwünscht. Offerten unt. M. 6858 an die Expedition dieses Blattes. Packheu zu kaufen gesucht. 6241 KanffnmMie., bergerw. 60. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: LchvMkßtislh 45 Kfg. MMeisch 56 pfg. la. neue Kelln-Fiiisty Frmkstr.WWei empfiehlt billigst 6278 Ph. Herrmann, Seltersweg 33. Telephon 257. Mustergiltig au Eleganz, Güte und Dauerhaftigkeit, sowie versehen mit allen Neuerungen (Maschinenstickerei re.) sind die weltberühmten DÜPi