Donnerstag 27. Juni 1901 151. Jahrgang 148 °®pt* Hangen und LlPlatz 13 Lndwigsplatz, 350 - 3000 gebrochen lyätte. daß sein Versuch, das Lager wieder sowie der sind Uebrigens macht auch das Verhalten De Wets nicht den Eindruck, als ob.,ihn der Verlust des Laders bei Reih < tt-lkch mit H Montag». MM*« rnrtrt dem An« Wte*Ä" w* „eiätt-r 0br H»G. »itr. ml «Bchn-Uch beijikjt. !>■■><■» IM Ixktlttn S» fax *a*e*6Ug» Itr ken M3MÄ* erWetocnben - nordwestlichen S3(lllbctt so ein aJlttUtl, oem Städten der Mandschurei erbeutet hat und aua> man wn ungeheuer wertvollen Inhalt ,des . Arsenals von Tien stn, der ganz nach Port Arthur überführt wurde^De u N ch- । baut! ZrüfuntzS)ru?Me der .ntierten detaillierten Bericht de Wets für den Präsidenten K r ü ger ein. De Lov, der de Wets Lager Ende Mai verliest, erklärt, die Lage der Buren sei fortgesetzt äußerst günstig. — Bon einem bevorstehenden Besuch/ des Präsidenten Kruger in Berlin und einem Empfang desselben durch Kaiser Wil- chelm ist in London nichts bekannt. Auch die Gerüchte, die in diesen Tagen durch die Presse gingen, und den Auf enthalt der Königin Wilhelmina von .Holland am Berliner 5)ofe mit Abmachungen in diesem Sinne in Verbindung brachten, beruhen lediglich auf Erfindung. In Marseille ist der Burenkommandant Vanlier von Turban kommend, mit einem Auftrage für Dr. Leyds em getroffen. Vanlier erklärt den dem General Bo t h a unterstellten Plan, den Kampf e i n z u st e l l e n , für durchaus unbegründet. In den letzten Tagesbefehlen Bothas seien als unerläßliche Bedingungen für einen Friede ns ab schlnß besonders angeführt worden: Anerkenn- !uwq der Unabhängigkeit der beiden Republiken und völlige Amnestie für die Kapholländer, welche zu Gunsten der Buren zu den Waffen griffen. Auch Vanlier halt die I Vage augenblicklich, was die Buren betreffe, für sehr yi» Im b englischen Unterhaus erklärte Brodrick daß nach den neuesten Meldungen in der Kapkolonie 1000-2000 Ausland. Paris, 25. Juni. Ter Heeresausschuß des SenatÄ hat heute die zweijährige M i l i t ä r d i e n st z e i t iw Prinzip angenommen. „ ... , J Pamplona, 25. Juni. Während einer Prozession kai es heute hier zu ernsten Ruhestörungen. Ein Soldat Hal beim Vorüberziehen der Prozession die Kopfbedeckung mflt abgenommen und es kam zu einem heftigen Zusammenswtz zwischen Soldaten und Zivilpersonen, bei dem drei Per Mann gegen England unter oen Missen srunoen, unu uuR der wöchentliche Kriegsaufwand sich aus etwa 1250 000 Lstr. beziffere. ________________ Chinas Mitteilungen des preußischen Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Reichspostdampfer I „Siantburg" ist am 24. Juni in Colombo angekommen und am 25. Juni weitergegangen. Reichspostdampfer „Sachsen unter Transportführer Oberstleutnant Wyneken ist mit 12 Offizieren und 296 Mann der 9. Kompagnien 1., 2. und 5. Ostasiatischen Infanterie-Regiments auf der Heimreise nach Bremerhaven am 23. Juni in Foochow angekommen Engländer und Bure«. Ter Kriegsberichterstatter der Times hat sich, schon! wieder einmal seine hellgrüne Optimistenbrille aufgesetzt.! Er berichtet unter dem 20. ds., daß das Ergebnis der plan-I mäßigen Durchsuchung des ganzen Oranjefreistaates sehr zufriedenstellend sei. Man habe über 400 Gefangen^ gemacht, und jetzt zeige es sich, daß die Bürger es vorzögen, sich freiwillig zu stellen. Tas wolle gerade im Oranjefreistaate sehr viel sagen, weil dessen Bezirke so ost gesäubert worden seien, daß jetzt nur noch die halsstarrigsten Buren unter Waffen sein könnten. Tas erste erfolgreiche „Treiben" sei um Petrusberg als Zentrum gemacht worden. „Zehn Abteilungen unter der Oberleitung des Generals Bruce- Hamilton bildeten einen nach Norden geöffneten Halb-^ kreis mit dem linken Flügel an der Linie Kimberley-Oranjefluß und mit dem rechten Flügel an der Linie Bloemfon- tein-Norvals Pont. Tiefe Abteilungen gingen dann im Halbkreis nach Norden vor, in der Absicht, die Buren in die Arme der südafrikanischen Schutztruppe zu treiben, die eine Verteidigungsstellung eingenommen hatte. Nördlich des Modderflusses wirkte General Charles Knox nutzem Obersten Pitcher aus dem rechten und dem Obersten Thor- ueycroft auf dem linken Flügel zusammen. Man nahm „ A v. 80 Mk. moniums an. gewonnen, daß, worauf anfänglich einzelne aunai ige Thatumstände hinwiesen, von einer gegen den Kaiser gerichteten, verbrecherischen That nicht die Rede sein kann. Ter Kaiser ist an jenem Abend das Opfer einer Verkettung von Umständen geworden, die in dieser Ar«, sich selten zusammenfinden werden." — Die Medizinal- behörde beschloß nach der „Weser Ztg." auf Antrag de4 Staatsanwalts zwangsweise die Unterbringung Weiland- in der hiesigen Irrenanstalt. o. . — Tie „Nordd. Allg. Ztg." druckte eine» Artikel der „Rat. Ztg." ab, der^ ausführt: An keiner der in Betracht kommenden amtlichen Stellen, wird man sich^derCm- sicht verschließen können, daß der Schutz des Zeutsch- tu ms gegen den Polonismus in deii rstmarken wesentlich abhängt davon, daß es gelingt, die deutsche Sprache in den gemischt-sprachigen Ostprovinzen gegen eine Beeinträchtigung sicher zu stellen. Demi die Nationalität englischen Unterhause teilte Cranborne mit, vor einiger Zeit habe die Regierung die. Mitteilung erhalten, daß die Franzosen in Shanghai KasernenMeubauten für die Truppen ausführten. Es sei der Versuch gemackst worden gewisse ausgleichende Handelsvorteile m China zu erlangen als Entschädigung für die Gewährung des fünf- prozentigen Tarifs. Ter englische Gesandte unterstützte vorläufig dieses Ansinnen.________ ____ läftslokalititen, wenig Speern t ttz kann ich zu billigsten Preisen > «Ilster Garantin prima rräder Zubehöre erlassen, pneotnatics in grösster Auswahl n gut, prompt and billig, ungenierte Lernbabn. Fr. Schaaf tGeichäfl^Br,"c4he "l6iei$e" ■tistciDHaasse U. 'Nachrichten aus Taijüanfu zufolge befindet sich Tung- fuhsiang dem Vernehmen nach auf dem Marsche dorthin, der Gouverneur von Schansi suche um fremde Hilfe nach. In einer Tepesche des französischen Generals Voyron wird gemeldet, daß am 22. Juni das Transportschift „Vin- long" mit einem Bataillon Zuaven und emer Abteilung Kolonial-Jnfanterie nach Toulon abgefahren ist Aus Shanghai meldet Reuter: Prinz Chun, das Haupt der nach Deutschland gehenden Sondergesandtfchaft wird nach Peking auf dem Wege über Tientsin zurückkehren und von Tientsin aus die Eisenbahn benutzen. Von der "koreanischen Grenze, wo Unruhen ausgebrochen, sind in Tschifu Flüchtlinge eingetroffen, die berichten, daß drei russische und zwei englische Kriegsschiffe vor der Yalu- mündung feiern au§ P^ing gemeldet: Alle Mächte haben ihre Entschädigungs-Ansprüche angegeben und die Liste wird in kurzem den Chinesen übergeben werden. Tie Liste enthält aber keineswegs eine genaue >Aufstellung der China auferlegten Entschädigungen. Ruß- iland bringt z. B. nicht in Abzug, was es in den reichen als selbstverständlich voraus. Wir halten es deshalb sur ausgeschlossen, daß man ernstlich daran denken konnte, für die höhere Beamtenschaft in den Ostmarken die Ausbildung im Gebrauch der polnischen Sprrnhe fei cs obligatorisch oder "fakultativ ins Auge zu fassen- ^.er Reichskanzler steht in der Polenfrage auf dem Boden der nationalen Wünsche. Die Förderung des Deutschen in gemischt - sprachigen Landesteilen erscheint uns für den deutschen Staatsmann nicht als eine Sache des guten Willens oder der Zwistigkeit. Sie ist eine Pflicht gegen das deutsche Volkstum und wird, je heftiger das Polentum im preußischen Osten nach fremden Mustern eine „Sprachen-- rage" zu schaffen bemüht ist, mehr und mehr zur gebiete^ ischen Notwendigkeit. Ein von oben verordneter Gebrauch der poluischeii Sprache durch das höhere Beamtentum mußte von beiden Teilen, den Deutschen und Polen, als ein Zugeständnis der Staatsgewalt an die Bestrebungen der Polen aufgefaßt werden. Wir erwarten, daß man es dahin nicht kommen läßt. ... ~ ... . — Ter Notstandstarif für Futterstoffe und Streu mittel, von dessen Vergünstigungen die Futter- Händler ausgeschlossen sind, hat zu einem Rechts gutachten aus der Feder des ordentlichen Professors der Rechte in Jena, Tr. Eduard Rosenthal, geführt, in dem die Rechtswidrigkeit dieses Ausschlusses der Händler nachgewiesen ist. Wie das „B. T." erfahrt, har Deutsches Reich. Berlin, 25. Juni. Aus Kiel wird gemeldet. Ter Kaiser verweilte gestern abend bis um Mitternacht bei dem Festesftn des kaiserlichen Yachtklubs und begab sich teute mit dem Großherzog von Sachsen und dem Herzog Friedrich Ferdinand von Schleswig - Holstein auf der Iduna" zur Teilnahme an der großen Segelregatta Kiel- Eckernförde. Um 11 Uhr vormittags folgte die Kaiserin auf der „Hohenzollern", die alsdann um 11 Uhr nach Eckernförde in See ging. — Reichskanzler Gras v. -8ulow traf heute abend in Kiel ein und begab fich sofort mittels Torpedoboots in die Bucht voii Eckernförde an Bord der „Hohenzollern". .. „ - Ter „Nat. Ztg." zufolge gilt fetzt die Ernennung des Tirektors im Reichsamt des Innern, Dr. v. W o d tD e, üim Präsidenten des neuen Reichsamtes für privates Ver- ! sicheruugswesen als sicher. Mrektor Tr. v. Wddtkc war bekanntlich der eigentliche Urheber der unrühmlichen 12 000 Mark-Affaire im Herbst vorigen Jahres. -riete Ernennung bedeutet kein Avancement. T. Red.) nie aus den besten Fabriken ir. Garantie. Freie Lieferung, abatt, kleinste Raten rmoniums zu vermieten Mietpreise 2-12 Mk. ■ gemieteter Instrumente um- l/ete nach festen Bedingungen. \\öv Preisen von 50 Mk- «• ^n mos, nierstimmen. iolph, Giessen 1 Seltersweg 91. Brand entkam nach Nyrdwesten. Der nächste Erfolg war 3vLk der ndrdöstlichen Abteilung des Generals Elliot zul verzeichnen. Tieser General, der mit den Brigaden Broad- wood, Te Lisle und Bethune von Osten her auf Reitz marschierte, detachierte die sechste berittene Infanterie unter Major Sladen, um das Transvaal- und das Heilbron-Lager anzugreifen, die bei Graspan, einige Meilen von Reitz ■entfernt, aufgefunden worden waren. Es wurde ein erfolgreicher Morgenangriff ausgeführt, der die Engländer in den Besitz eines Lagers setzte mit 71 Wagen, einigen Familien und 100 000 Patronen. Eine Abteilung berittener Leute, die näher herankamen, wurde anfangs für die Haupt-| obteiluiig unter Te Lisle gehalten, es stellte sich aber heraus, daß es Te Wet mit 400 Mann war. Das Gros kam aber bald darauf vom Wilgeflusse an, und so wurde 6er Versuch der Buren, das Lager wiederzuerobern, vereitelt. Ungefähr 40 Buren wurden gefangen genommen, und weitere 15 wurden von den Eiigländern beerdigt, dieser Kampf fand am 6. Juni statt". Angesichts dieses mageren Erfolges ist die Hoffnungsfreudigkeit des Berichterstatters wahrlich nicht am Platze. Tenn da die Organisatoren hprt Widerstandes Te Wet, Kolbe und Brand sich der — Ter erste Strafsenat des Reichsgerichts hat gestern in nichtöffentlicher Sitzung die Eröffnung des. Hauptverfahrens gegen den Arbeiter Weiland aus Bremen abgelehnt, und Weiland außer Verfolgung gesetzt. Tic „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt dazu: „Der. Be- chluß beruht auf einem gleicylautenden Anträge des Oberreichsanwalts. Tas Strafverfahren gegen Weiland Hk damit ent>qiltig eingestellt. Es haben al)o sowohl die Anklagebehörde als auch der Gerichtsl>of die Ueberzeugung die Handelskammer in Magdeburg sich inzwischen auch. an. den .Handelsminister Möller gewandt, damit er veranlasse, daß diese Benachteiligung des Soandelsstandes aufhöre. Ter Handelsminister hat darauf folgende Antwort gegeben■ „Auf die Vorstellung vom 5. d. M. erwidere ich der Soandelskammer, daß aus Anlaß der von Ihnen und von zahlreichen anderen Stellen vorgetragenen Be,ck>wer- deii über den Notstandstarif für Futter- °unb Streumittet von hier aus Verhandlungen mit den beteiligten Vei> Wallungen eingeleitet, aber noch nicht zum Abschluß gebracht sind. ' Eine Mitteilung über den Stand der Verhandlungen kann nicht gemacht werden." — Wegen besonderer Tüchtigkeit im Nachtdienste wurde, wie der „Tägl. Rundsch." aus Aachen geschrieben: wird, der Füsilier R. vom dortigen Infanterie-Regiment 9Zr. 40 vom Regimentskommandeur zum Gefreiten befördert. R. befand sich auf dem Elsenborner Truppen- Uebungsplatz auf Posten und mußte gegen einen Mann vom 65. Infanterie-Regiment in Köln einschreiten, der während der Tunkelheit als „Zapfenstreicher" einen Palki- sadenzaun zu überklettern versuchte. Ta der Mann a»T Anruf davon nicht abließ, machte R. seiner ^nitruttwn gemäß von der Schußwaffe Gebrauch und traf den Ungehorsamen in den linken Fuß. Nun sprang der Soldat herab, zog sein Seitengewehr und wollte sich aus den Posten stürzen. Tieser sah sich lebensgesahrlich bedroh^ er rief ,Halt!" und feuerte, als fein Gebot fruchtlos blieb, nochmals.' Ter Schuß ging dem andern durch che Lunge, so daß augenblicklich der Tod eintrat, ^etzt wurde jener Posten wegen besonderer Tüchtigkeit im Tienst zum Ge- freiten befördert. Ter Erschossene hatte nur noch bis zum. derbst zu dienen. (Dieser Vorfall erinnert bedenklich an die seinerzeit von der Oefjentlichkeit scharf verurteilte Auszeichnung des Gefreiten Lück, der als Posten einen Zivilisten getötet hatte.) .man einen vernicyrenoe» öujiuy Heber den Kampf bei Reitz hegen noch Eitere Mit I teitungen vor, aus denen hervorgeht, daß die Engländer den Wagenzug überrumpelten. Tie B u r en flohen, als he aber scchen, daß die Zahl der Engländer nur gering Imt lehrten "te äurüd und griffen mit großer Verve an Da He an Zahl iiberlegen waren, gelang es ihnen, nach verzweifeltem Kampfe die Wagen N) i e^er zu n e h m en. inzwischen war aber Oberst Telisle mit Verstärkungen ein- netroffen und das Gefecht begann mit größter Heftigkeit neuem Tie Buren lagen unter ihren Wagen und! schossen unablässig äwiMen den Nadern hindurch, wahreiid ein Teil ihrer Kameraden schleunigst die von den Eng Ländern weiter entfernt stehenden Wagen bespannte und fortschaffte Die Engländer sprangen nunmehr zwischen ffip unb Deichsel vor die Wagen und machten nach Möglichkeit von dem Bajonett Gebrauch. Geschossen wurd^ ■ G L ... ri. Entfernung. Ter Burenkommandant ^- e- ITren S feto" "m@efec6t teil,, neben ihm wurde getötet und fein Nachbar aus der andern Sette em -our geroicIörf rld) Kampf in eine Reihe ÄÄX auf, in deren Verlaufs Camembert und Delikatp« v;..’ Jen, Mixed pickles etc. etc. Ferner: losel- und Dessertweine sowie iche Kolonialwaren Ä Wn Bejugsprtl» ottridfHW aSZE&tf Ä/1 «-v fr,3 ▼ . Mk. 2.20, monatl. 76 PH. GchenerAMger m ™ General-Anzeiger Baren gefochten. Tie Engländer Ätetra 7I9SBagen. Sin Offizier von Tewets Stab wurde verwundet Bureau" wurde aus BarNy Saft MUZMNL«! "°uMen Schusf^ausgetausch . ™ das Par- , 2 r i e h für Aliwal North Botha von den ^Jren^e faulen genommen und wegen seiner Haltung ®ml$awarlament bei .der Abstimmung über dao «efetz ausgepeitscht worden. Seme Farm rst ver- r °jiad? einer Amsterdamer Meldung traf de Wets Adjutant General von L o v am Dienstag in Brussel nut entern "Tonen verwundet und eine Anzahl leichter verletzt wurden Tie Prozession mußte auseinandergehen, woraus ote Ruhe wiederhergestellt wurde. Budapest, 25. Juni. Aufsehen erregen mehrere heute bekannt gewordene vertrauliche Erlasse des Honved-Mrrn- steriums an sämtliche HonvedLomrnandos, in denen bie)e energisch aufgesordert werden, alle Mittel anzuwenden, damit die Verschuldung der Offiziere aufhore, durch die in der letzten Zeit unzählige Existenzen vernichtet wurden. „Magyar Hirlap" teilt mit, daß die Erlasse sich speziell gegen die .Veranstaltung kostspieliger Gelage, die unter den Offizieren üblich sind, und gegen das unter Berufung auf die Kameradschaft erfolgende Girieren massenhafter Wechsel richten^Jnfolge der in den Kreisen der Honved-Ofsiziere wahrgenommenen Zustände erfolgt demnächst die Pensionierung des stellvertretenden Honved-Ober- tommandanten F.-M.-L. Bolla, der alle diese Verhältnisse kannte. 1 . _ . . Konstantinopel, 25. Juni. Tie erste Kabine des Harems hat vorgestern den Sultan mit einem Zwillingspaar, einem Sohne und einer Tochter, beschenkt. Sowohl ofsizielle Bekanntmachung als auch die übliche Begrüßung bes Ereignisses durch 21 Kanonenschüsse sind vorläufig unterblieben. (Kabinen, b. h. Tarnen, sind die nach dem freien Willen des Sultans aus den Sklavinnen des Harems ausgewählten Frauen desselben. Sie sichren streng abgeschlossen im Serail ihren eigenen Hofstaat mit Agas, Eunuchen und Odalisken.) girrte Pleuarßhung der hesßschea Handwerkskammer./^ Sch Tarrn st adt, 25. Juni. Tie Hessische Handwerkskammer hielt heute nachmittag unter dem Vorsitz des Herrn I. Falk in Mainz in dem Sitzungssaale der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe ihre vierte Plenarsitzung ab. Heute waren zum ersten Male auch die Gesellenausschüsse in der Plenarversammlung zur Mitberatung erschienen. Ter Vorsitzende begrüßte den gleichfalls anwesenden Regierungsvertreter Oberregierungsrat Tr. Usinger und hofft, daß ans der gemeinsamen Beratung zwischen Meistern und Gesellen für beide Teile Ersprießliches geschaffen werde. Ter Vorsitzende macht dann eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen, von denen hervorzuheben ist, daß auf der Vertretersitzung des Deutschen Handwerkskammertages außer Erledigung' einer Anzahl geschäftliche bedeutsamer Fragen, infolge einer Anregung der nächste deutsche Handwerkskamm er tag in Tarrn st adt und zwar im September d. I. abgehalten werden soll. Es wird noch mitgeteilt, daß ein Verzeichnis derjenigen Personen, beiten das Halten von Lehrlingen verboten ist, auf dem Sekretariat eingesehen werden kann. Ten Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes giebt Sekretär Engelbach in ausführlicher Weise; aus diesem geht hervor, daß der Vorstand außerordentliche Arbeitsleistungen, zum Teil sehr wichtiger Art, hinter sich hat, besonders in der Regelung der Frage über das Lehrlingswesen ; zur Erstattung von Gutachten und Berichten an Behörden und Private wurde sein Rat wiederholt eingeholt; auch Entschädigungsansprüche an entlaufene Lehrlinge, Mitwirkung bei Abschluß von Lehrverträgen re. re. beschäftigten ihn mehrfach. Eine Eingabe der Schlosser-Innung Mainz zwecks Schaffung einer Unfallberufsgenossenschaft für Schlosser kann man unterstützen. Im Ganzen sind seit Januar d. I. ca. 6200, Ein- und Ausläufe zu verzeichnen gewesen. Beschlußfassung über eine Anzahl Anträge steht noch aus. Tie Wahl der Vorsitzenden der drei Ausschüsse betr. das Lehrlingswesen, das Genossenschaftswesen und den Berufungsausschuß wird bestätigt. Ebenso wird an die ca. 32 in Betracht kommenden freien Innungen die Ermächtigung zur Abnahme der Gesellenprüfungen erteilt. Auch die Verleihung des Rechts zur Abnahme der Gesellenprüfungen an die nicht wahlberechtigt gewesenen Ortsgewerbevereine Mainz I, Neckarsteinach, Westhofen und Wimpfen findet einstimmige Genehmigung. — Hierauf folgt die Beratung des Entwurfes einer Prüfungs-Ordnung zur Vornahme der Gesellenprüfungen im Großf- herzogtum Hessen; dieser wird nach längerer Tebatte ohne wesentliche Aendernngen angenommen; auf Antrag des Kammermitgliedes Nessel war eine Teilung des Lehrzeugnisses dahin beabsichtigt, daß man für praktische und theoretische Ausbildung besondere Schlußnoten ausfertige, man überließ aber wegen der Schwierigkeit der definitiven Regelung das weitere den Tienstanweisungen für die Prüfungsausschiksse; von dem Gesellenausschuß war die Streichung der Prüfungsgebühr von 3 Mk. beantragt worden, doch wurde der Antrag nach längerer Tiskussion gegen die Stimmen des Gesellenausschusses und des Kammermitgliedes Ewald abgelehnt. Tie Kammer tritt alsdann in die Beratung über die Höchstzahl der zu haltenden Lehrlinge und die Tauer der Lehrzeit ein: 1. Tie Dauer der Lehrzeit ist auf drei Jahre mit vier Wochen Probezeit festgesetzt. Bei den Feinmechanikern beträgt die Lehrzeit vier Jahre. In Einzelfällen kann die Handwerkskammer § 130a d. G.-O. auf Antrag Ausnahmen genehmigen. 2. Bei Haltung nur eines Lehrlings kann mit Genehmigung der Kammer die Annahme eines weiteren Lehrlings zu Beginn des letzten Lehrjahres des ersteingestellten Lehrlings erfolgen. 3. Maßgebend für die jeweils zulässige Zahl der Lehrlinge ist die bei normalem Geschäftsbetriebe während der drei letzten Jahre durchschnittlich beschäftigten Anzahl der .Gesellen (Vollarbeiter). 4. Für Gewerbe, deren Zugehörigkeit zum Handwerk z. Zt. noch nicht feststeht, werden nach stattgefundener Zuziehung Nachtragsbestimmungen erlassen. Im übrigen sind die Bestimmungen maßgebend, die im „Gieß Anz." Nr. 129 schon veröffentlicht worden sind. Gegen die dreijährige Tauer der Lehrzeit stimmte der gesamte Gesellen-Ausschuß und das Kammer-Mitglied Fröder, die übrigen Bestimmungen werden einstimmig angenommen. Sekretär Engelbach verliest hierauf die Jahresrechnung, die eine Einnahme von 12868.55 Mk. und eine Ausgabe von 12 681.35 Mk. ergiebt, sodaß an Kassevorrat 187.20 Mk. verbleiben. Tie Rechnung wird genehmigt, ebenso ne durch die erhöhte Zuwendung der Regierung veränderen Voranschläge pro 1901/2 und 1902/3. Ersterer schließt ii Einnahme und Ausgabe mit 15170.20 Mk., letzterer mit 11290.20 Mk. ab. Für 1902/3 ist das Engagement eines Lrganisationsbeamten für das Genossenschaftswesen vor- Kfthen. Stadtverordneter Rockel spricht hierauf in kurzen Worten über die genossenschaftliche Organisation des Handwerks, berichtet über die bisher in Offenbach, Gießen und Worms stattgehabten Versammlungen und hofft, daß durch eifriges Weiterstreben bald Ersprießliches geleistet werde. Hierzu ist auch die Schaffung einer kaufmännischen Zentrale in Aussicht genommen.'-^ Kammermitglied Nessel-Offenbach tritt gleichfalls sehr für das Genossenschaftswesen em und giebt einige Ratschläge, die empfohlen werden. Es kommen hierauf dur ch den Vorsitzenden des Gesellenausschusses, Herrn Weis, eine Anzahl Anträge zur Verlesung, von denen schließlich derjenige angenommen wird, wonach den Lehrlingen eine wöchentliche Vergütung in irgend einer Form zugewiesen werden soll, damit sie der Krankenkasse teilhaftig werden können. Es folgt noch der Antrag Nold betr. die Verlegung des Unterrichts der obligatorischen Fortbildungsschule von den Tages- auf die Abendstunden von 6—9 Uhr; der Antrag wird gegen die Stimmen des Gesellenausschusses und 7 Mitglieder angenommen. Zum Schlüsse der sehr interessanten Verhandlungen macht der Regierungsvertreter ein Schreiben desFinanz- m i n i st e r i u m s bekannt, nach dem man z. Zt. mit einem Gesetzentwurf betr. das (Submissions-) Vergebungswesen beschäftigt ist Es sollen 1) die Klagen über die Art der Vergebung, 2) die Zuschlagserteilung und 3) das og. Mittelpreisverfahren einer besonderen Prüfung unterzogen werden; es solle hierbei dem Handwerkerstand eine gewisse Mitwirkung zugesagt und besonders auch dahin gewirkt werden, daß bei größeren Unternehmen die selbst ausführenden Handwerker und nicht die Generalunter- nehmer bevorzugt werden. Tiefe Erklärung der Regierung wurde mit allgemeiner Freude aufgenommen — Schluß >er Sitzung 7 Uhr. Aus Stadt und Land. «Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Anz." gestattet.) ♦ ♦ Generalmajor v. Ploetz weilt augenblicklich in unserer Stadt und hält beim hiesigen Infanterieregiment ein Preis- Entfernungsschätzen ab. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 42, auSgegeben am 24. Juni 1901, enthält: Bekanntmachung, die Bildung ein^S elbständigen Staudesamtsbezirks Ippesheim betreffend. Vom 20. Juni 1901. • • Die 57. Jahresversammlung des HauptvereinS der Gustav-Adolf-Stiftuug für das Großherzogtum Hessen findet in Pfungstadt am 2. und 3. Juli statt. Die Fest- iredigt wird Pfarrer Dr. Grein aus Gießen halten. * * Direklorstelle. Das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe hat soeben >ie Stelle eines Direktors der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim ausgeschrieben. Das Diensteinkommen des Direktors beträgt 4000 bis 6000 Mk. bet freier Dienstwohnung, für die 7 Vs Prozent des DtensteinkommenS zu leisten find. * ♦ Die Direktion der psychiatrischen Klinik teilt uns jm Hinblick auf die Notiz in Nr. 143 unseres Blattes mit, daß Albert nicht in die Klinik ausgenommen worden ist. * * Der Vogelsberger Höheuklub veranstaltet Sonntag, 7. Juli, einen Hauptausflug auf den HoherodSkopf. * * Stadttheater. Heute abend findet, wie angekündigt, die Aufführung der „Geisha" statt. Für morgen, Donnerstag abend, beabsichtigt die Direktion das beliebte Stück als Volksvorstellung zu ermäßigten Preisen zu geben. Eine Regimentsübung unternahm heute morgen 6 Uhr daS hiesige Regiment in der Heuchelheimer Gegend. Gegen mittag zog es mit klingendem Spiel wieder in die Kaserne ein. * ♦ Die Wetterprophezeinngen des Herrn Falb hinterher zu Prüfen, ist immer spaßhaft. Der treffliche Weissager hatte ganz besonderes regnerisches Wetter für den 22. Juni, den Tag des Jahrmarktsfestes, und die Tage um ihn an- gekündigt. Man erinnert sich, daß gerade an jenem Tage die Sonne mit ganz besonderer Glut brannte. Vom 24. bis 30. Juni soll es im allgemeinen wieder trocken sein, und gerade in den letzten Tagen hatten wir sehr starken Regen. In den letzten Tagen des Juni sollen die Gewitter zunehmen. Warten wir ab! ♦ * Einen Zeichenkursns für Volksschullehrer beabsichtigt die oberste Schulbehörde in diesem Jahre einzurichten. Der Kursus soll unter der Leitung des Oberlehrers Hölscher am Gymnasium zu Darmstadt vom 5. August an beginnen und sich über 6 Wochen erstrecken. Die Zahl der Teilnehmer soll 16 nicht überschreiten. Die den Teilnehmern zu ge währende Subvention beträgt 200 Mk., wovon 100 Mk. am Beginne des Kursus, der Rest nach 4 Wochen ausbezahlt werden. * • Hessischer Staatshaushalt pro 1901/02. Durch die Großh. Regierung ist soeben der Bericht über die von beiden Kammern der Landstände erfolgte endgiltige Festsetzung unseres Staatsbudgets pro 1901/02 erfolgt. Danach wurden für die Betriebsverwaltung Mk. 69 503 016,75 und für die Vermögensverwaltung Mk. 13 164 466,37, zusammen Mk. 82 667 463,12 in Einnahme und Ausgabe bewilligt. Der Voranschlag der Regierung ging auf Mk. 69 563 321,75 für die Betriebs- und Mk. 12 822 821,37 für die Vermögens- Verwaltung, insgesamt Mk. 82 386 143,12. Infolge der Beschlüsse der Landfiände erhöhte sich die Gesamtsumme des gegenwärtigen Etatjahres um Mk. 281 320. —l— Heuchelheim, 25. Juni. Heute machmittag 2 Uhr wurde die Leiche der durch Selbstmord aus dem lieben geschiedenen Frau Sch mandt zur letzten Ruhe bestattet. Ter schmucklose Sarg, gefolgt vom tiefgebeugten Gatten und fünf Kindern, fünf blühenden Mädchen, von denen noch drei schulpflichtig sind, — ein erschütterndes Bild. Tas jüngste, sechste Kind, ein Knabe, ist erst anderthalb Jahre alt. -1- Steinberg, 25. Juni. Heute machte ein hiesiger achtbarer Bürger durch Erhängen seinem Leben ein Ende. Da der Verstorbene in letzter Zeit öfter Spuren von Geistesstörung zeigte, ist anzunehmen, daß er die unglückliche Thal in einem gleichen Anfalle ausführte. L. Grüningen, 25. Juni. Am 1. Juli find 25 Jahre verflossen, seit unser erster Lehrer Eckel seinen Einzug hielt und durch den hier noch in gutem Andenken stehenden Pfarrer Deichert in seinen Dienst eingeführt wurde. Zuerst verwaltete der Jubilar die Schule lange Jahre allem, bis ihm ein zweiter Lehrer beigegeben wurde. Seine eigentliche Zuchtruthe in der Schule waren Liebe und Freundlichkeit gegen eine Schulkinder. Auch ist er in der Gemeinde beliebt. Zugleich blickt Eckel auch auf die 25 jährige Thätigkeit als Leiter des hiefigen Männergesangvereins hin. Auch hat er bei festlichen Gelegenheiten den gemischten Kirchenchor geleitet. fo. Bad Nauheim, 26. Juni. Zur Besichtigung unseres Bades trafen heute 32 englische Aerzte, meistens Herren mit der vornehmsten Londoner Praxis, hier ein. Sie haben im Hotel „Augusta Viktoria- Wohnung genommen. -o- Alsfeld, 25. Juni. Das Bestreben, eine gegenseitige Beeinträchtigung zwischen der für den 4. August vorgesehenen Einweihung der hiesigen Turnhalle und der auf den 11. August festgesetzten Gau Turnfahrt nach Schlitz zu vermeiden, sowie der von der Gauleitung geltend gemachte Hinweis auf die Gau Satzungen, wonach turnerische Festlich- (eiten privaten Charakters, die auf Beteiligung seitens des Gaues rechnen, den offiziellen Gauveranstaltungen gegenüber zurückstehen müssen, haben eine Verschiebung beider Festlichkeiten gezeitigt. Nach Verständigung zwischen der Gauleitung und den Turnvereinen Alsfeld und Schlitz sind beide Festlichkeiten wie folgt festgelegt: 4. August Gau-Turnfahrt nach Schlitz, 17., 18. und 19. August Turnhallenweihe zu Alsfeld. Heppenheim a. B., 25, Juni. Die vorgestern hier abgehaltene 9. ordentliche Generalversammlung der Freien Vereinigung v-on Krankenkassen im Großherzogtum Hessen war zahlreich besucht. Von den der Vereinigung angehörenden 46 Ortskrankenkassen, 23 Betriebskrankenkassen und 4 Jnnungskrankenkassen waren 40 Ortskrankenkassen, 7 Betriebskrankenkassen und 2 Jnnungskrankenkassen durch 134 Personen vertreten; außerdem waren noch aus besondere Einladung erschienen der Vorsitzende der Jnvalidenversicherungsanstalt, Negierungsrat Tr. Tietz, Vertreter der Kreisämter Heppenheim und Mainz und der Städte Gießen, Mainz und Heppenheim, sowie des Verbandes der badischen Krankenkassen. Nach einer kurzen Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn M ii n ch von Worms, owie durch Bürgermeister Höhn von Heppenheim wurde zu Punkt I der Tagesordnung: „Berichterstattung des ge- chästssührenden Ausschusses über das abgelaufene Geschäftsjahr und Mitteilungen" geschritten, aus dem u. a. zu entnehmen war, 1) daß die auf der vorjährigen Versammlung beschlossene Petition wegen Erhöhung der Hebgebühren für Einziehung der Jnvalidenversicherungsbeitrage von Großh. Ministerium des Innern abschlägig beschieden wurde, 2)day die Vereinigung Mitglied des Viktoria-Melitta-Vereins geworden ist, 3) daß in dem Verband über 100 000 Mitglieder, d. h. die Hälfte aller trankenversicherungspflrch- tigen Personen in Hessen, vertreten sind. Zu Punkt II der Tagesordnung wurde der Beitrag zum Heilstättenverem ür das Großherzogtum Hessen für das laufende Jahr auf 50 Mark festgesetzt. Tie weitere Festsetzung für btc folgenden Jahre bleibt der nächsten Generalversammlungüor- behalten. Zu Punkt III der Tagesordnung: Tie neue Medr- zinalkasse von 1899 in ihrer Anwendung auf die Krankenkassen/ eventuell Stellungnahme dazu, führte, wie die „Tarmst. Ztg." meldet, Herr Münch von Worms aus, indem er die Ansätze der neuen im Jahre 1899 erschienenen hessischen Gebührenordnung für Aerzte und Zahnärzte als außerordentlich hoch bezeichnen zu müssen glaubte: Er gebe zu, daß manche Ansätze der alten Taxe für bie heutige Zeit zu niedrig seien. Wenn die Krankenkassen aber die Ansätze der neuen Gebührenordnung zahlen müßten, wie die Aerzte dies anstreben, dann müsse der Ruin aller Krankenkassen eintreten. (?) Aber nicht allein die Krankenkassen seien durch das Vorgehen der Aerzte in ihrer Bestandsfähigkeit gefährdet, sondern auch die Gemeinden als Träger der Gemeindekrankenversicherung liefen Gefahr, in eine schlechte Finanzlage zu kommen, da für diese der Beitragssatz niedriger sei als derjenige dec organisierten Kassen, und die Gemeinden die Fehlbeträge zuschießen müßten. An Hand von Beispielen führte er des näheren ans, daß die neuen Taxansätze 100 bis 400 Proz. höher seien, als diejenigen der alten Taxe. Bisher hätten die Krankenkassen meist Verträge in Form von Pauschalsummen abgeschlossen; durch die in Aussicht stehende Standesordnung der Aerzte werde es diesen jedoch verboten werden, Verträge dieser Art abzuschließen. Redner plädiert dafür, daß auch fernerhin den Acrzten der Abschluß solcher Verträge gestattet sei oder die neue Gebührenordnung derart abgeändert werde, daß man eine Minimaltaxe für Privatpersonen und für Krankenkassen fest- setze, in der diejenige für Krankenkassen erheblich hinter derjenigen für Privatpersonen zurückstehen müsse; eventuell möge man den Krankenkassen, ähnlich wie es in der Arznei- taxe vorgesehen, einen großen Rabatt bewilligen. Redner schlägt vor, beim Großh. Ministerium des Innern in diesem Sinne vorstellig zu werden. Herr Möbel von Mainz führt u. a. aus, er persönlich stehe auf dem Standpunkt, daß die Aerzte für ihre Leistungen auch entsprechend honoriert werden müßten; es gäbe leider noch Kassen, bei denen eine Honorierung der Aerzte erfolgte, die nicht würdig sei. Redner macht den Vorschlag, beim Großh. Ministerium dahin zu petitionieren, daß den Aerzten gestattet werde, mit den einzelnen Kassen die Minimalsätze jeweilig nach den örtlichen Verhältnissen festzusetzen. Herr Orter- mayer von Worms spricht sich aiufy für Einreichung einer dahingehenden Petition aus. Nachdem noch einige Herren zu diesem Punkte gesprochen hatten, wurde einstimmig beschlossen, an das Großh. Ministerium des Innern eine Petition im vorangeführten Sinne zu richten. Sodann wurde zu Punkt V: „Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes" geschritten. Tie verschiedenen Abänderungsvorschläge sollen in einer besonderen Eingabe dem Reichstag unterbreitet werden. Zu Punkt VI der Tagesordnung: Wahl des geschäftsführenden Ausschusses, wurde dieser einstimmig in der früheren Zusammensetzung wiedergewählt und als Ort der Abhaltung der nächstjährigen Generalversammlung Nieder-Jngelheim bestimmt. Mainz, 25. Juni. Um die Namen der Handwerktz- melfter, die bei der diesmaligen Reparatur des Wetterhahnes auf dem Hauptturm des Toms thätig waren, auch der Nachwelt zu erhalten, hat ein Mainzer Lokalpoet nachstehenden Reim geschmiedet (dieser ist, wie die „D. Feuer dauert fort. Bord des Dampfers der frel- burg. 204.00 do 8% ßi/e c/o Konßols 8 0/c 8Vt°/a Gerichtssaal. Harpener . Tendenz schwankend. Wetter C. 11.6° C. Bekanntmachung beschuldigt ist r Ls G-richt °m Nm^"°°n l78^^ «^n finb. »n frd.n H,p°,h-r« b„g -«schieden- Quantitäten altes z ksä'smsäääsä •U‘AWW»«ÄS-. /Lp,rhpf ui haben. Ter Angeklagte, der noch «ls ungeeignet sind mithin vom 20. Juni vorhandenen Bestände an Grvßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4484 ii 1820 88.80 89.30 96.10 96.62 45.20 25.95 26.20 83.00 Heller Himmel Sonnenschein Sonnenschein 1 2 . 175 50 . 127 60 . 133 00 . 136 00 . 139 20 . 164 00 . 129 00 . 178 00 . 172 50 et Z do Heesen Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oeeterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . , meldet, auf Pergamcntpapier geschrieben und wird in einer wvhlverschtvssenen Hülle in dem Innern des Wetterhcchnes aufbewahrt werden): „Im neunzehnhunderteinsten Jahr, Als ich mal invalide war. Zog Tr. Schneider, der Prälat, Sich meinetwegen ernst zu Rat, Und gab dem Gürtlermeister Horn, Zu heilen mich vom Kamm bis Sporn. Uhrmachermeister Herr Karl Ritz, Verwahrte sicher mich vorm Blitz. .Herr Soltaus gab mir neuen Glanz, Boni Schnabel oben bis zum Schwanz. Herr Hettergott schasst mich darauf, Zu meinem alten Platz hinauf. Hier steh ich stolz auf meinen Höhen, Wer weiß, ob wir uns Wiedersehen!" Mai»), 25. Juni. Eine Anzahl Burenfamilien. Männer, Weiber und Kinder, etwa 40 Köpfe stark, traf heute hier ein. Die Leute hatten evglischerseits die Erlaubnis erhalten, unter der Bedingung Transvaal zu verlassen, daß sie für ihr eigenes Geld nach Deutschland reisen und nicht früher zurückkehren, al- bis geordnete Verhältnisse in Trans vaal wieder Platz gegriffen hoben. Die Familien sind s. Zt. in Transvaal eiugewanderte Deutsche. sicher Verbindlichkeiten veranlaßt. Ter Aufsichtsrat wird feine Entschließung nach völliger Klarlegung der Situation, die einige Tage in Anspruch nehmen dürfte, fassen und ver- Frankfurt a. M., 25. Juni. Der Magistrat ersucht die Stadtverordneten * Versammlung um Bewilligung von 350,818.26 Mk. für die Ausstattung des neuen Schsau- spielhauses mit Dekorationen, Garderobe u. s. w. Diese Summe soll mit den entsprechenden Teilbeträgen auf das Ocdinarium der vier folgenden TtatSjahreu verrechnet werden. In dem mit der Neuen Theater-Aktieu-Gefellfchaft abge- schloffenen Vertrag ist vorausgesetzt und bedungen, daß die Nebernahme des neuen Schauspielhauses mit allen Ein« richtnngen, Requisiten n. s. w. erfolgt, die den Betrieb ermöglichen, insbesondere mit Dekorationen und Garderobestücken, worüber Vereinbarung Vorbehalten ist. Der Intendant ist mit den hervorragendsten Werkstätten für Dekorationen — Burghart-Wieu, KautSky.Wien, Lültemeyer-Koburg — sowie mit den ersten Fabriken für Kostüme und Theater- mobilien in Verbindung getreten; deren Voranschläge liegen der Forderung zu Grund. •* Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Rachdarstaate». In Mainz wurden zwei Burschen im Alter von 16 Jahren abgesaßt, die nach Unterschlagung von 1100 Mk. flüchtig gegangen waren. Sie hatten nur noch 400 Mk. bei sich. Nach chrem Geständnis hat noch ein Dritter an der Unterschlagung teilgenommen. Dieser habe noch 600 Mk. von dem unterschlagenen Gelbe in Besitz. — Am nächsten Samstag werden die Bonner Borussen in Bingen eintreffen und das Rüdesheimer Nationaldenkmal und AßmannShausen besuchen. Höchstwahrscheinlich wird auch der Kronprinz Friedrich Wilhelm die Exkursion mitmachen. - Ein schrecklicher Vorfall ereignete sich Dienstag in Offenbach. Die Frau des MefferschmiedeS Heinrich Kalbfleisch halte ihr dreijähriges Töchterchen aus dem Fenster der im dritten Stock gelegenen Wohnung auf das Straßenpflaster geworfen und war nachgesprungen. Mutier und Kind sind so schwer verletzt, daß wenig Aussicht ist, sie am Leben zu erhallen. — Unter den in Gau-AlgeSheim am Bahnbau beschäftigten ausländischen Arbeitern sind Blattern ausgebrochen. Der Kreisarzt stellte bei einem italienischen Arbeiter Pocken fest. Andere zeigten verdächtige Symptome. Die mit den erkrankten Arbeitern in Berührung gekommenen Personen sind geimpft worden. — Geh. Rat Prof. Conze, Generalsekretär des Deutschen archäologischen Instituts, ist zum Mitgliede des Gesamtausschusses des römisch-germanischen Zentral-MuseumS in Mainz ernannt worden. — In Dillenburg starb im Alter von 79 Jahren der Mühlen- und Grubenbesitzer August Gail. Als Ehrenmitglied des Verschönerungsvereins und Förderer deS historischen Vereins hat der Verstorbene in feinem langen Leben ein weitgehendes Allgemeininteresse bekundet. Einer alten Dillenburger Familie entsproffen, über- nahm der Verstorbene nach seiner Ausbildung im Kaufmanns- stand zu Kitzingen, Köln und Ostende 1853 die Hintergässer Mühle. Seit 1869 hat er ansehnliche Braunkohlengruben bei Lingeuaubach im Betrieb. Meteorologische Beobachtungen der Stativ» Wieste«. 11/10/, Reichsanleihe , . 100.00 - *• ' 85 80 öffentlichen. ... ... Se täte rin oslaw, 25. Juni. Heute mittag brach in einem hiesigen Holzlager Feuer aus, das bei heftigem Winde schnell um sich griff und die Eisenbahnstation sowie die umliegenden Häuser bedrohte. Bereits viele Holzlager, sieben Sägemühlen, zwei Mühlen und viele Wohnhäuser sind vernichtet. Tas Feuer bauert fort. Odessa, 25. Juni. An Bord des Tampfers der freiwilligen Flotte „Tambow" traf eine außerordentliche Gesandtschaft des Talei Lamas von Tibet nut einem Schreiben demselben und Geschenken für Kaiser Nikolaus hier ein. Nach zwei Tagen begiebt sich die Gesandtschaft nach Peters- prfrblm'fcnen Schrantchen dhlu; Mii Sf cntociSet zu Haben. Ter Angeklagte, der nod» Ä BorMtraft ist, ist in vollem Umtange geständig., -rre Staatsanwaltichaft beantragt gegen ihn unter ZubtlUgung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von < .Monaten ec Anrechnung eines Monats der erlittenen Unter- LmgshafU Tas Lricht erkennt auf eine M »« 5 ®onoten und rechnet dem Angeklagten dieUnter- iucbungshaft in der beantragten Hohe an. Beschuldigt, am 25 April 1901 in der Gemarkung Breungesheim durch Fahrlässigkeit einen Waldbrand verursacht zu haben, steht N Tagelöhner Wilhelm Süßenberger von da vor d^n Schranken des Gerichts. Ter Angeklagte, der das im Frühjahr übliche Wiesenbrennen vornahm, hatte urMt>I gstundm wudm! samer We.se es unterlassen, vor seinem Weggang sich kein Anl-V »LbstW gedeckt sein dürften, w.nn bti ntebri6 Wesenheit von Feldarbeitern einen größeren Umfang zu irgend ausführbar, iür d!« Beschaffung nehmen verhindert wurde. Tas Gericht erkennt den An- Vorschriften zur in sachlicher, formeller Hinsicht voll enlsp « genagten schuldig, billigt ihm aber mit Rücksicht auf N5nben der Treuhänder befanden sich hiervon 172 437 000, wovon an den Amor- ttsattooSfonds 165 000 abzusitzrn sind, während eür a s Mandbr ief- deckuna dienender in Gewahrsam der Treuhänder befindliche Barbetrag von 283 000 Mk. hivzutrttt, sodaß als Psandbriefuvterlagen Hypotheken als ungeeignet sind mithin vom 20. Junt vorhin Venen Benanoe an 1 Bekanntmachung. Unterlaaehypotheken 32 759000 abzufetzen, wenn> von der^Reviflons. g. Gemeindesteuer pro 1M9 öot”»”™ gro/m &«o“ SÄ« Untetlage 8«U jedoch v^ pnte werde es ’ Wl . SL-L-'Ä sKr-NÄs SirsLs 6aL qiffni>nalia^^ Ortt s-r 1 id)t R 9ia die Pfe Pferdek dieser durchge G znm Pr mitSrit monatlü ohne Bi In Bericht, heylz bahnze mehrm nicht gehend sich iv der Ai unbeka daß ei die gc die @e: Freiher langst, hessisch tag be hervor- darüber bahnge waren aber n man ji Heranti kt B. ?ri»jen fommea „ ®ti ^aropäe ^r Ta, wvea u ih^tn $ ^alrr? baner Eq X'ri» Jwt n L- .hr belustigt ern lst. tin He« Näheres in der Exped. d. BI. Expedition d. Bl. 4439 Oel- und die Lehre gesucht. 4382 02458] Emsach möbl. Stube zu vermieten. Neuenweg 48. ferner: 4488 uns einzureichen. Miädchen acktb. Eltern sucht, pe» •MV stützt auf gute Zeugn., ©teile und 4206 Ofljufl mit Zimmer, eventl. mit -vUVvU Wohnung zu vermieten. 024081 »trchenplatz 5. Feinstes Krysiaii Lieh bei Apotheker W. 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