he der Ver- !ichiung! wmerjäger Hchivay Wl sch im Vertilgung tM, RLuseN, eifcato, »rm, Ungkjiefir;’.*r trt itte Seittflungen in itr 6p tion b. Bl. niüem/tg. 81 infels. 81! Sieeüer Berkaus eine» ttaUgtWt»!»®!**, Jtni für 1-2 «inj. ®amen r jüngirtl iljepaar. ß>. W daid tW- PnÄmitMmn ■8Mr veaen bar Off.u . H. ü. 1906 an bie 8p bjUoOiejt8^1atte^^8 ffliS üne ßpejialfabrik für eiepbonapparate ,t in ©emeinfdjaft mit MJ lalalWW duMus ijihtttua nfitololen, R i?n Artikels <50 aI ^feustei» S, vog^ {lil err ^^.Äsoötio'' Nr. 98 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. La.aotag 27. AprU 1901 « Pch Be« Postbezug viertehädit. Mk. 2.00 ohne Eestellgetb ■Ot Wnietatn Bnmittlunf». Kellen bet In- und tlutlanM nehmen Anzeigen für »en ««ebener Anzeiger enlgegnrr Sttlcnprei» lokal 1» «4#. auswärts SO Pf,. Adreffe für Depeschor Anzeiger Sietzen. 5emfprcd)anldrluft9?r.H. Knülicher Wil. Gießen, de« 24. April 1901. 8etr.: Vergiiinvg fir die ai Trappe» verabreichte Fourage. Das Kroßherzogliche Kreisamt Gießen <« die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS. Aus Anlaß einer Erionerunq des R chnunu-hofts des Deutschen Reiche- beauftragen wir Sie, i» allen denjenigen Millen, in welchen bei Barzahlung der Vergütung für an Truppen verabreichte Fourage nicht die P eise de- dem Em psa»ge vorhergehenden Monat- Berücksichtigung staden konnten, die betreffende» Belege mit der Bescheinigung z» »ersehen, daß -ur Ze>t des Geldempfanges die amtliche Bekanitmachunv Über die Preise des Vormonats sich »och nicht in Ihrem Besitz befinden habe. v. Bechtold. Bekanntmmfmnst. Betr.: Abhaltung landwirtschaftlicher Borträge. Am Go»utag de« 38. dS. MtS., nachmittags 4 Lhr, wird Herr Oekonomierat Leithiger au- Alfeld i» BerSrod im Saale de- Wirts IohS. Hofmann III. Hnc» Vortrag über Ztzeldbereiuigmug halten, zu de« ich j-dermaun hiermit freundlichst einlade. Vie Herren Bürgermeister von Ber-rod und der Nachbar orte wollen gefälligst für ortsübliche Bekanntmachung sorge». Gießen, den 22. April 1901. Der Direktor des landwirtschaftliche» Bezirk-Vereins, v. Bechtold. Die ftaiferrebe in Bonn. Freudige Erivuer ngen an schöne Iugendtage erwachen m der Seele d S deutsche» Kaiser- in der rheinische» Musen« ftadt; die blühende Natur und die große Geschichte üben ihre» Zauber auf sein empfängliche- Gemüt, und wo- sein bewegte- Herz erfüllt, drängt sich in begeisterten Worten auf feine Lippe». Die Rede de- Kaiser- bei dem Bonner Kommers ist eine der längsten und inhaltreichsten, die er je gehalten hat. Ihr größter Teil gilt der Freude an der jugendlichen Kraft, an der Schönheit des engeren Vaterlandes, •» der Macht des Deutschen Reichs, an der Poesie der deutschen Sagenwe t. Aber sie entbehrt auch politischer Ausblicke nicht; die Betrachtungen de- Herrscher- über da- Wesen riuer Nation, über den Gegensatz zwischen dem alte» und dem neuen Kaisertum, über Kosmopolitismus und Selbst deschränkung weiden, wie die „Boff. Ztg." meint, vielerlei Erörterungen bervorrufeu und vielleicht auch manchen Miß» »rrftändniss-n begegnen. w®atum Zank daS Deutsche Reich dahin?" Der Kaiser stellte diese Frage uud beantwortete sie. .Weil da- alte Reich nicht auf streng nationaler Basis begründet war." Der Kaiser empfindet, wie viel stärker ein Staat sein kann, der auf einer einzigen, einheitlichen, großen Rationalität beruht, al- ein Gemeinwesen, da- sich aus Stämmen verschiedener Sprache und Raffe zusammensetzt. Aber er w ll damit den Staaten gemischter Nationalität weder die Daseiv- berechtigung, noch die Zukunft absprechen. Eine solche Deutung wäre unzulässig augesicht- der Schweiz, der Habs burgiscben Monarchie und anderer Reiche. Es ist auch aus geschloffen, daß der Kaiser meine, Staat uud Nationalität müssen sich überall decken. Denn weder erhebt Deutschland Anspruch auf fremde Gebiete, die von Deutschen bewohnt sind, »och kann es sein Wunsch fein, daß die Deutschen in der Fremde ihre Nationalität aufgebeu, wo sie nur eine Minderheit bilden. Der Kaiser feiert das starke, lebendige Nattonalgefühl, anb darin wird ihm jeder Deutsche freudig folgen. Wie sollte nicht sein Herz höher schlagen, wenn sein Blick vom dentschen Eck zum Niederwald schweift! Nichts aber wäre verfehlter, als wenn die Abgrenzung nach außen, die der Kaiser als das Wesen einer Nation bezeichnet hat, die Raffen- eigentümlichkeit als einziges Prinzip der Staatsbildung an gesehen würde. Denn diese Beschränkung will der Kaiser nicht. Er wird niemals die Wenden, die Polen, die Littaner, bie Dänen, die Deutschen französischer Abstammung aus dem Gleiche ausscheiden, noch ihnen die Gleichberechtigung entziehen nroBee, so fern sie ihre Pflichten treu erfüllen. Eine Raffen eiahett besteht bei der Bevölkerung de- Deutschen Reiches »nicht, während daS deutsche BaterlandSgefühl auch die Raffen gigensätze vielfach siegreich überwunden hat uud immer wehr illberwinden muß. Es ist begreiflich, daß der Kaiser koSmo politischen Träumereien entgegevtritt; aber er selbst erkennt r», daß Goethe und Schifler «universal wirkten" nnb dennoch ^te Deutsche waren und Licht und Segen über die Mensch- h-it gebracht haben. Schon daran- geht hervor, daß der S.aiser deutsches Nationalgefühl mit weltbürgerliche« Seist Mcht für unvereinbar hält und den Satz L sfings nicht ver wirft, der eS für wünschenswert erklärt, daß es in jedem Staate Männer gebe, die über die Vorurteile der Völker ichaft hinweg wären und genau wüß en, wo Patriotiemu- Tugeud zu sein aufdört. „Propter nmdiftm I" Dieses Worte- gedenkt der Kaiser eingehend. Die Fü sten neidete» im eiten Reich dem Katsei iei»e Macht. Der Herrscher wiid gewiß sein, daß e- heute anders ist, und seine Bemerkung nicht als Mahnung an die BnndeSfürsteu anfgefaßt werden darf. Hinsichtlich der auswärtige» Politik wird der Satz be sonder- bemerkt werde», wo der Kaiser die Stamme-gemein schäft der Deutschen und Engländer heroorhcbt. Seme Sttm mung erfährt durch die Schlußsätze eine nach dem freudigen Beginn vielleicht überraschende Beleuchtung. Er sucht die Quelle aber Vaterlandsliebe, aller Tagende» in dem starken religiöse» Glaube» und wirft einen Blick auf die Zeit nad seinem Tode. »Ich werde ruhig «eine Augen schließen können, sehe ich eine solche Generation (von abgeschioffeuenPersönltchketieu, von ganzen Männer», die wir hrute mehr al- je brauche») um meine» Sohn geschaart heranwachse»." Es scheint, daß den Kaiser, der doch i« der Vollkraft de- Manne-alter- steht, inmitte» de- Festjabels »»d der Farbenpracht de- Frühling» eine» Augenblick ei» Gefühl der Schwermut anwandelt Hoffen wir, daß diese Wolke sich schnell verflüchtige und die ungetrübte Sonne der Lebenslust bald wieder seine Seele erwärme uud erhebe. Deutscher Reichstag. Berlin, 25. April Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf über die privaten Versicherungs-Unternehmungen Berichterstatter Abg. Zehnter (Ztr.) giebt einen lieber* blick über die von der .Kommission gefaßten Beschlüsse, die bis auf einen Punkt die wesentliche Grundlage des Entwurfs nicht verschoben haben. Dieser eine Punkt betrifft die Ausdehnungsgiltigkeit des Gefettes. Die Kommission lehnte es ab, die auf der Grundlage der Gesetzesvorschriften errichteten öffentlichen Versicherungsanstalten dem Gesetz zu unterwerfen. Das Gesetz regelt nur die öffentlich rechtliche Seite der letztgenannten Anstalten. Tie §8 1 bis 6 werden nach den Beschlüssen der Kommission angenommen. § 7 bestimmt: Die Erlaubnis zum Geschäftsbetriebe kann nur verfügt werden, wenn 1) der Geschäftsplan den gesetzlichen Vorschriften zuwiderläuft, 2) wenn die geschäftlichen Interessen des Versicherten nicht hinreichend gewahrt oder die Erfüllbarkeit her Bedingungen nicht genügend dargethan wird, 3) wenn THatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, daß eiu den Gesetzen oder den guten Sitten entsprechender Geschäftsbetrieb nicht stattfinden wird. Die Erlaubnis kann von der Stellung angemessener Sicherheit abhängig gemacht werden, wobei deren Zweck und die Bedingungen für die Rückgabe festzustellen sind. Abg. Richter (freis. Vp.) beantragt, Absatz 2 zu streichen. Die Sicherheit der privaten Gesellschaften beruhe auf dem Gründlings- und Betriebsfonds. Was den Artikel 2 betrifft, so spricht dagegen, daß der Anschein erweckt wird, als ob eine Gesellsck)aft dadurch, daß sie besonders genehmigt wird, das Publikum veranlaffen soll, sorglos zu sein. Der Hypothekenbankenkrach zeige, wie wenig die Behörde nützen kann. Redner beflagt sodann, daß die Berichte zu spät eingingen und die Beratungen des Plenums immer mehr herabgesetzt würden. Geheimrat Gruner bittet, den Antrag Richter abzulehnen. Bei Gegenseitigkeitsvereinen und Aktiengesäl- schaften werde eine andere Fürsorge getroffen. Der Antrag bedeute überhaupt Aufhebung des Prinzips der ganzen Vorlage. Abg. Schrader (frei). Vg.) meint, eine gründliche Durchberatung dieses Gesetzes sei wünschenswert. Der Entwurf sei ein weiteres Glied in der Kette der Gesetze, nw beim Publikum gesagt wird, „Hie sind hohe Aufsichtsbehörden vorhanden. Die für alles sorgen." Dies biete große Gefahren. Die beste Kontrolle ist die Kontrolle des Geschäftsganges. Nachdem Abg. Dr. Müll er-Sagau (freis. Vp.) noch für den Antrag eingetreten ist, wird derselbe gegen die Stimmen der Freisinnigen abgelehnt. 8 8 wird nach der Kvmmifsionsfassung angenommen Zu 8 ll beantragt Abg. Müller-Meiningen (frei). Vp.) einen Zusatzantrag, tvonach die Lebensversicherungs-Anstalten anzugeben haben, ob sie betreffs der Prämienreserve die Zill- mer'sche Methode anivenden, wonach nicht die volle Prämienreserve zurückgestellt wird, wobei jedoch der Satz von 12.5 pro Mille von der Versicherungssumme nicht überschritten werden darf. Abg. Lehr (natl.) unterstützt den Antrag. Geheimrat Gruner erklärt, die Gesetzgebung wolle zu dieser rein technischen Frage keine Stellung nehmen. Abg. Heim (3tr.) begrüßt den Antrag freudig und bedauert, daß in dem Gesetz eine neue Norm für Versicherungswesen aüfgestellt sei. Einer der ersten Grundsätze bei Versicherungstechnik, der erprobt sei, solle hier einfach ignoriert werden. Redner tritt schließlich für den Antrag Müller-Meiningen em. Abg. Segitz (Soz.) spricht sich gleichfalls für den Antrag aus. Nur die Interessen der Versicherten könnten maßgebend sein. Abg. Dr Müller-Sagau (freis. Vv.) will nicht, daß geheimrätliche Weisheit zu sehr den Versicherungsgeseltt schäften aufgedrängt werde. Geheimrat Knebel von Döberitz legt dar, daß sich Professor Wagner und der preußische Versicherungsbettat gegen Zillmer ausgesprochen haben. Tie Regierungen ließen sich von rein sachlichen Gründen leiten Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Heim (Ztr.) uud Dr. Müller-Sagau (freis. Vp.) wird der Antrag ange nommen. Nach Annahme des 8 11 werden die 8§ 12 bis 58 debattelos angenommen. Nack 8 59 ist die Anlegung von den Prämienreservefonds bildenden Beständen a. in P san dbriefen bis zum 10. Teil des Prämienreserve fonds gestattet. Abg. Rettich (tonf.) bedauert, daß es gestattet ist, einen Teil der Reserve in Pfandbriefen anzulegeu. 88 59 bis 81 werden in der Kommissionsfassung ge uehmigt Nach 8 81 der Regierungsvorlage sollen die Kosten des Auffichtsrates für bie Privatversicherungsan statten ,,u ein Viertel vom Reich, zu drei Viertel von den Gesellschaften getragen werden, nach dem Kommissionsbesckluß je zur Hälfte. Abg. Richter (fr. Vp.) beantragt, daß nur daS Reich die Kosten tragen soll, welchen Antrag Abg. Tr. Müller- Meiningen (fr. Pp.) begrüßt. Geheimrat Gruner bittet, es bei dem Kommissions beschlutz zu belassen. Mg. Richter (fr. Vp.) führt aus: .Hier soll den Versicherungsanstalten eine neue Steuer auferlegt werden. Etwas ähnliches haben wir bislang in der ganzen Gesetzgebung nicht. Wenn der Staat die Aufsicht führen will, soll er auch die Kosten tragen. Bei dieser Besetzung des. Hauses werde er vor der Abstimmung die geschästsordnungs mäßigen Kompetenzen ziehen. (Tas Haus ist sehr schwach besucht.) Abg. Büsing (nl.) führt aus, auch ihm sei die Be ftinimung nicht sympathisch, daß die kosten zur Hälfte auf die Privat-Verficherungsunternehmungen abgewälzt, werden, indessen stimme er für die Kommissionsjassung. Staatssekretär Graf P o s a d o w S t y erhärt, c macha darauf aufmerksam, daß das AufsichtSamt in seiner < l)ätig feit Recht zu sprechen haben werde. Man kann nuut ver langen, daß die Rechtsprechung kostenlos sein soll. Ties rechtfertigt es, daß ein Teil der Kosten für das Amt vow den Gesellschaften getragen wird. Die Auflage ist so gering, daß sie sich wenig fühlbar machen wird. Das Haus schreitet zur Abstimmung. Vorhe bezweifelt Abg. Richter (fr. Vp. 1 die Beschlußfähig feit Präsident Graf Ballestrem läßt den Namensaufruf, vornehmen, der nur 138 Anwesende Abgeordnete ergiebt. Tas, Haus ist also beschlußunfähig. Er erklärt: Wir niiijien bie Arbeit leider abbrechen. Ich habe keinen Gegenstand mehr, den ich auf die Tagesordnung eines beschußungilstgen Hauses setzen könnte, denn wir riskieren dann, daß fick der wenig erhebende Vorgang, der sich hier ab<«< ipiclfc hat, wiederholt. Ich schlage deshalb vor, die nächste Sitzung am 29. d, mittags 1 Uhr, abzuhalten. Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen 3. Lesung des. Urheber- und Verlagsrechtes. Schluß halb sechs Uhr. Die Errichtung einer Landesirrenan^alt in unmittelbarer Nähe von Gießen. Bon Dr. G. Ludwig, Grh. Mediziaalrat in Heppenheim lannt machen, und ihn hierdurch in den Stand setzen, in )ciner späteren Eigevschaft als praktischer Arzt den di'.rai die geistige Erkrankung eines Angehörigen betroffenen am tti n m Bezug aus die Anstalt und deren Benutzung beratend, und Auskunft gebend zur Hand zu gehen, und bi; lewer noch so häufigen ungemein nachteiligen Vorurteile und Irrtümer zu berichtigen. Nicht minder läßt sich e i mrtt n. daß die Einführung der Studierenden in die dritte Bandes- Irrenanstalt nicht allein dieser Anstalt, sondern auai beit übrigen Landes-Irrenanstalten den jeßt noch immer so schwierigen Gewinn ärztlicher Hilfskräfte und die Wiede^- besetzung erledigter Stellen wesentlich erleichtern würde. Erscheint es nach dem Gesagten geradezu aw ein Lebensbedürfnis der psychiatrischen Klinik, innerhalb einer gegebenen beschränkten Zeit über eine möglichst große .saht von Geisteskranken als Lehrmittel verfügen zu können mib kann die Klinik für sich allein dieses Bedürfnis nickt befriedigen, so ist ohne weiteres klar, daß der Klinik nicht allein eine nahegelegene Anstalt zu Hilfe kommen muß, sondern daß auch diese Anstalt nicht zu klein an-mat werden darf, und von vornherein als eriveiteriin .unq geplant werden muß. Diesen Punkt kann ich abci umsoweniger unerwähnt lassen, weil bekanntlich die Abinin nor- liegt, gleichzeitig mit der neuen.LMides-^rrenanstalt m Oberhessen eine weitere Anstalt in der tzrovinz ) Hessen zu errichten Weserbahn abhielt, äußerte er sich u. a. auch über seine ibm oorgehalteue Berbiuduug mit dem Journalisten Hamburger. Diese Affaire suchte er dadurch abzulhun, daß er seinen Zu« yörern erzählte, er müsse als Schriftsteller froh sein, wenn er einen Zeitungsartikel los werden könne, und könne nicht erst darnach fragen, ob ein Jude sein Abnehmer sei, ebenso- wenig wie ein Gastwirt, der an einen Juden ein GlaS Bier verkaufe. Gießen, den 26. April 1901. ** Personal-Nachrichten Ter Großherzog hat dem Kaufmann Franz Heinrich Goebel zu Mainz, Mitinhaber der Weinhandlung M. Kleemann u. Cie. in ExplosionS Unglück in Griesheim. Bereits gestern nachmittag konnten wir durch Anschlag von dem furchtbaren Unglück berichten, das, Original- telegramm en zufolge, die uns gestern in stattlicher Anzahl zugingen, in Griesheim am Main, etwa fünf Kilometer von Frankfurt gelegen, geschehen tst. Am Nachmittag gegen halb vier Uhr brach in der chemischen Frwrik „Griesheim-Elektron in einer Abteilung, wo eine Granat en füllung aus Schwefel-, Salpeter- und Karbolsäure hergestellt wird, Feuer aus. Dis Feuerwehr der vereinigten Griesheimer Fabriken und die Griesheimer freiwillige Feuerwehr waren bei den Löscharbeiten beschäftigt, als eine furchtbare Explosion, dere^ Donner bis in Frankfurt gehört werden konnte, sich ereignete. Die ganze Fabrik ging in Flammen auf, benachbarte Anlagen wurden in Mitleidenschaft gezogen und sind gefährdet, sogar auf das Dorf Schwan h eim am gegen- überliegenden Mainufer hat der Nordwind ein Flugfeuer geworfen, das mehrere Behausungen ergriffen hat, schwere Explosionen Don Sprengstoffen haben das Unglück vergrößert, und es bestand die Sorge, daß die Benzinbehälter und andere explosive Chemikalien in Brand geraten und das Verderben ins Ungemessene steigern könnten. Man meldete von 50 Toten und über 150 Verwundeten. Glücklicherweise scheint dis Zahl nicht so groß zu sein. Man meldet bis jetzt, daß fünfzehn Tote aufgefunden seien, und die Zahl der Verletzten ist mindestens die zehnfach?. Auch die Ziffer der Vermißten ist sehr hoch, indessen darf man wohl hoffen, daß viele von der ersten Angst Versprengte sich wiederfinden werden, nachdem die ärgste Bestürzung geschwunden ist. Im übrigen sind alle Zahlen nody der Bestätigung bedürftig. Erst nach Verlesung der Arbeiterlisten wird es möglich sein, eine genaue Verlustliste aufzustellen. Zur kritischen Zeit des Brandes, etwa um halb sieben Uhr nachmittags, herrschte um Griesheim herum eine furcht- bare Aufregung. Haushoch schlugen die Flammen aus der brennenden Anilinfabri k, und man mußte thatsäMich jeden Augenblick befürchten, daiß das ungeheure Benzinlager, bestehend aus fünf Eisenzylindern von je 25 Metern Länge und 10 Metern Durchmesser, von dem gewaltigen Brande ergriffen werden würde. Diese Befürchtung war um so berechtigter, als der Benzinschuppen knapp 150 Meter von dem eigentlichen Feuerherde entfernt liegt. $>atte bi» dahin der Rückzug der Griesheimer aus ihren Behausungen schon in aller Eile stattgefunden, so artete er jetzt in die wildeste Flucht aus. Weinende Frauen mit ihren Kindern, Verletzte, gestützt von Frau oder Tochter, Kranke auf improvisierten Tragbahren — ein erschütternder Anblick. Ter Exerzierplatz der Frankfurter Garnison glich der Umgebung einer der Zerstörung preisgegebenen Stadt. Es wurde erzählt, daß schwere Eisenstücke durch die Gewalt der Explosion Hunderte Meter weit fortgeschleudert worden waren; bis nach Schwanheim, Über den Main hinüber, sind einzelne Stücke geflogen. Der Zugverkehr ist unterbrochen, die Telephon und Telegraphenleitungen sind zerstört. Gegen 6 Uhr nachmittags rückten etwa 250 Mann vom 81. Infanterie-Regiment an, die unter Führung von Offizieren einen Kordon um den Ort zogen. Feuerwehren hatten entsandt: Frankfurt, Höchst, Nied, Sindlingen, Liederbach Schwanheim. Tie Griesheimer Fabrikfeuerwehr that auch ihr möglichstes. Leider hat sie zwei ihrerMitgliederverloren; wenigstens nimmt man an, daß die als Leichten gefundenen Wehrleute zur Griesheimer Feuerwehr gehörten. Von Frankfurt langte ein Transport von Ersatzmannschaften zur Ablösung der ermüdeten Leute an. Tie Sanitätswa chen hatten unter den obwaltenden Umständen schwere Arbeit. Als erste von ihnen erschien um 4.15 Uhr die Wache der Freiwilligen Rettungsgesellschaft an der Unglücksstelle. Zunächst etablierte sie in der Nähe des Brandplatzes einen Verbandplatz, als die Gefahr der Uebergreifung des Brandes auf das Benzinmagazin aber wuchs, verlegte sie ihren Standort nach dem Main tzu. Sie behandelte etwa 15 Schwerverletzte, die meistens Arm- und Beinbrüche, Nervenerschütterungen und Schädelverletzungen erlitten hatten. Einer von den Schwerverletzten hatte einen schweren Schädelbruch Der Frank-« furter Samariterverein war mit seinem großen Rettungswagen, dem Fahrrad-Krankentransportwagen und dem Wagen der früheren freiwilligen Feuerwehr mit fiebert Tragbahren ausgerückt. In zwei Schulhäusem und an> Bahnhof hatte er seine Station errichtet. Auch die Samariter behandelten zahlreiche Arm- und Beinbrüche, dagegen fast gar keine Brandwunden. Es erftärt sich dies wohl aus dem Umstande, daß die in Nachbargebäuden des von der Explosion betroffenen Gebäudes beschäftigten Arbeiter zumeist durch Sturz oder Sprengstücke verunglückten. Außer diesen beiden Rettungsvereinen waren auch die Sanitätskolonne der Frankfurter Kriegerkameradschaft und die Sani- tätskolonne Höchst um die Verwundeten bemüht. Während die sehr schwer Verletzten im Laboratorium der Fabrik untergebracht wurden, wo auch die gefundenen Lenken zunächst niedergelegt wurden, schaffte man andere in das Höchster Krankenhaus und etwa 15 mit der Bahn in dar Frankfurter städtische Krankenhaus. Abends gegen acht Uhr war auf weite Entfernung hin die Brandstätte durch hoch emporlodernde Flammen und riesige Rauchsäulen kenntlich. Ta um die angegebene Stunde die Gefahr der Explosion der Benzinkessel als nach menscb- lichem Ermessen beseitigt galt, waren die Absperrungs- und Räumungsmaßregeln auf den direkt gefährdeten Bezirk beschränkt und Die Absperrungsmannschaft des 81. Inf- Regts. zum Teil zurückgezogen worden. Der kommandierende General v. Lindequist hatte sich auf der Unglücksstelh eingefunden. Tie Feuerwehr beschränkte ihre Thätigkeit darauf, das Feuer auf seinen Herd — die Anilinfabrik — zurückzudämmen und diese ausbrennen zu lassen. Entsprechend der ungeheuren Gewalt der Katastrophe waren die Verletzungen der Getöteten fürchterlich. wurden einem Manne Amte und Beine abgerissen, einem anderen der Leib aufgerissen, unteren Leichen fehlt ein Arm- Ein Täter hatte mit der Hand das Gesicht bedeckt, als hab« Nachdem ich die Bedeutung der Errichtung der dritten Landes-Irrenanstalt in unmittelbarer Nähe von Gießen für die psychiatrische Klinik dargethan habe, möchte ich nun noch mit einigen Worten darauf Hinweisen, daß umgekehrt die Nähe der Klinik, der Universität und der Stadt auch auf die Entwickelung der dritten Landes-Irrenanstalt den förderndsten Einfluß äußern würde. Ich will hier nicht näher eingehen auf die Vorteile der nahe gelegenen größeren Stadt für den wirtschaftlichen und bau- technischen Betrieb der Anstalt, auf das stete Bedürfnis an tüchtigen Handwerkern, leistungsfähigen Kaufleuten usw., auf die sachverständige Ueberwachung der maschinellen Einrichtungen der Anstalt, nicht auf die Anregung, die Kritik und die wissenschaftliche Unterstützung, welche die Nähe der Universität mit sich brächte, nicht auf das wohlbegründete und auch dem eigenen Interesse der Anstalt entsprechende Recht der Beamten und Bediensteten der Anstalt auf ihre durch die Lage der Anstalt ermöglichte geistige und leibliche Erholung und Erfrischung und auf eine angemessene Befriedigung der Bedürfnisse ihres Haushalts, und ihrer Familien, und endlich auf die unbestreitbare Forderung, daß dem Irrenarzt die aus fortlaufender eigener Wahrnehmung und Erfahrung _ erwachsende Kenntnis des sittlichen, intellektuellen und ästhetischen Charakters feiner Zeit nicht fehlen dürfe. Ties alles ist ja bekannt genug. Darauf möchte ich aber mit Nachdruck aufmerksam machen, daß Die Landes-Irrenanstalt zu einem dauernden guten Einvernehmen mit der naben Klinik gelangen könnte und würde. Die Aufgaben der Landes-Irrenanstalt find in vieler Beziehung mit denen der Klinik identisch, in anderer Beziehung wieder von diesen verschieden, immer aber mit ihnen so nahe verwandt, daß nur die zweckmäßig organisierte ineinandergreifende und sich ergänzende Thätigkeit der Landes-Irrenanstalt und der Klinik dem Ziele näher zu kommen vermag. In der Richtung der wissenschaftlichen Forschung sind Klinik und Landesirrenanstalt auf einander angewiesen und von einander abhängig, und auf diesem Fundament baut sich das Bewußtsein und die Pflege einer für beide Teile segensreichen inneren Gemeinschaft auf. Die Landes-Irrenanstalt darf nicht dem Verkehr mit der Öffentlichkeit entrückt, sie darf nicht infolge ihrer allzu einsamen Lage gleichsam sich selbst und der Gefahr überlassen werden, vald dem Schlendrian und der Schablone zu verfallen, bald auf Wege zu geraten, die außerhalb des Gebiets Der wissenschaftlichen Forschung und Thätigkeit verlaufen. . Schon jetzt werden bekanntlich in der psychiatrischen Klinik auch solche Kranke behandelt, die den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen angehören, und unmittelbar nach dem Ausbruch der Krankheit in die Klinik verbracht worden sind. Ohne Zweifel werden in der Zukunft denselben Provinzen angehörende Kranke in die dritte Landes-Irrenanstalt verbracht werden, die bis dahin in Hofheim oder Heppenheim Behandlung und Pflege gelinden hatten. Ein großer Teil Der zuerst genannten Kranken gelangt innerhalb der gebotenen beschränkten Zeit in der Klinik nicht &ur Wiedergenesung und müßte bei der Entlassung aus Der Klinik zur Fortsetzung der Kur in die dritte Landes-Irrenanstalt versetzt werden. Ties ist seither leider nur selten geschehen, wird aber selbstverständlich in der Zukunft die Regel bilden. Je rascher und schonender nun alle diese Versetzungen vollzogen werden können, um so mehr entsprechen sie dem Interesse der Kranken und ist es zugleich möglich, den Kranken durch zeitweise persönliche Besuche seitens der Angehörigen usw. oen für die ärztliche Behandlung so überaus wichtigen Verkehr mit der Familie ohne großen Zeit- und Geldaufwand sicher zu stellen und zu erhalten, so wird man die erwähnten Versetzungen dem Verständnis und der Zustimm- ung aller Beteiligten immer näher bringen. Daß auch in dieser Beziehung die Errichtung Der dritten Landes- Irrenanstalt in unmittelbarer Nähe von Gießen dem sachlichen Interesse am meisten entsprechen würde, bedarf wohl feiner besonderen Erwähnung. Ich habe im Jahre 1886 in der kleinen Denkschrift: „Tie UeberfüUung der Landes-Irrenanstalten Hofheim und Heppenheim" die Errichtung einer Irrenklinik in Gießen in Verbindung mit einer erweiterungsfähigen, gleichfalls für die Zwecke des Unterrichts verwendbaren Jrrenpflege- enffalt empfohlen. (Seite 51 und 55 der Denkschrift.) Die Staatsregierung hat diese Empfehlung als begründet anerkannt und bei der Aufstellung des Staatsbudgets für die Jahre 1888—91 entsprechend berücksichtigt. Seit jener Zeit habe ich bei jeder mir gebotenen Gelegenheit dieser Verbindung der psychiatrischen Klinik mit einer ihr benachbarten größeren Anstalt das Wort geredet, und beispielsweise am 4. November v. I. in der Versammlung der süd- westdeutschen Irrenärzte in Karlsruhe gesagt: „Jede Jrrenklinik vermag ihre wichtige Aufgabe nur dann unbeschränkt zu erfüllen, wenn sich in ihrer Nähe eine größere Irrenanstalt befindet, in die sie im Interesse des Unterrichts und zur Ermöglichung neuer Aufnahmen bestimmte Kranke ohne Verzug und ohne jede Beschränkung versetzt und aus deren Bestand sie je nachdem ihre Lehrmittel ergänzt." In den Erläuterungen zum Staatsbudget 1901/1902 hat die Großh. Staatsregierung erklärt: „Mit der Verwirklichung dieses Projekts (Errichtung der dritten Landes- Irrenanstalt in unmittelbarer Nähe von Gießen und Verbindung dieser Anstalt mit der psychiatrischen Klinik) würde in Hinsicht der staatlichen Fürsorge für Irre im Großherzogtum eine Situation geschaffen sein, welche sich in gleicher Vollkommenheit kaum in einem anderen Staate Deutschlands wiederfinden dürste." Wenn auch in dieser Erklärung bereits alles gesagt ist, was mich selbst eine jahrelange Beschäftigung mit der vorliegenden Frage gelehrt hat, so glaubte ich doch meiner Uebereinftimmung Den vorliegenden Ausdruck geben und insbesondere zum Schluß nochmals hervorheben zu sollen, daß das Urteil über die Platzfrage einer weiteren Landes-Jrren- ^a.'/alt an sich und in ihrer Beziehung zu der psychia- rrischen Kttnik vor allem dem sachverständigen Psychiater in demselben Maße zusteht, wie etwa die Traeierung einer Gebirgsbahn dem Ingenieur oder die analytische Aufklärung einer Nahrungsmittelverfälschung dem Chemiker. Mainz den Charatter als Kommerzienrat verliehen. Ferner den Lehramtsassessor Hans Rupp aus Offenbach zum Oberlehrer an der Realschule zu Heppenheim a. d. B., und den Lehramtsassessor August Keßler aus Bessungen zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim ernannt. Ter Großherzog hat die Leitung der „Großherzoglichen Sttaßenneubaubehörde für den südlichen Odenwald" dem Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Erbach, Baurat Heinrich Die hm zu Erbach bis auf weiteres nebenamtlich übertragen und dem Gräflich Erbach-Schönbergischen Kammer- >iener Philipp Dubois zu Schönberg das Mlgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für.Verdienste" verliehen. ** Versetzung. Lehrer Horn von der hiesigen Stadt- chule wurde an das Realgymnasium zu Mainz versetzt. ** Stän dchen. Die Regimentskapelle des hiesigen Regiments hatte heute morgen um 7 Uhr auf dem Bor- Katz des Hotels „Großherzog von Hessen" Aufstellung genommen, um dem Divisions-Kommandeur Generalleutnant v. Perbandt ein Ständchen zu bringen. Tas Konzert, das eine halbe Stunde dauerte, lockte viele Anwohner der benachbarten Sttaßen an diesem schönen Frühlingsmorgen ins Freie. ** Schwalben. Die Schwalben sind wieder da? Macht zwar eine Schwalbe noch keinen Sommer, so bedeutet wch die Ankunft difesjheimischen Boten den wahren Beginn des Sommerhalbjahres. Die Schwalben sind von den Menschen mit Recht gern gesehen, denn sie sind durch den Wegfang unzähliger Insekten nützlich. Sie müssen geschont werden. Kein Vogel wird aber auch in seiner Freiheit o intim und friedlich mit den Menschen wie die Schwalbe. Sie baut ihr Nest nicht nur direkt an menschliche Wohnungen, sondern auch gern in die Ställe, ohne sich von den Thieren und dem Verkehr der Menschen stören zu lassen. Die Ställe sucht sie wegen der vielen Fliegen auf, und durch deren Wegfang erweist sie gewiß den Tieren eine große Wohlthat. Der ländliche Aberglaube sagt, den Schwalben Uebles thun, bringe Unglück. Der Schwalben Vertrauen zu den Menschen ist auch größer, wie das anderer Vögel. Es giebt Beispiele, daß sich Schwalben in Schulstuben, ja, sogar in Tanzsälen eingenistet haben, ohne ich weder vom Tanzen, noch von der Musik haben stören zu lassen? § Butzbach, 25. April. Ein lebensmüder verheirateter Einwohner in den fünfziger Jahren hier hängte sich heute morgen in seiner Scheuer auf, wurde jedoch von einem hinzugekommenen Knechte rechtzeitig abgeschnitten. — Die Spar - undDarlehenskasse in dem Nachbarorte Nieder -Weisel hat auch für das abgelaufene Rech»- nungsjahr günstige Geschäftsergebnisse zu verzeichnen; Aktiva und Passiva betrugen je 517 673.80 Mk.; der in letzterer enthaltene Reingewinn pro 1900/01 bezifferte sich auf 3785.73 Mk. und die Gesamtsumme der Einlagen auf 427 081 Mk. Die Mitgliederzahl ist auf 208 gestiegen. W.^ S. Nieder-Ofleiden, 25. April. Die Wirt- chaftliche Frauenschule zu Nieder-Ofleiden (Post: Homberg a. d. Ohm) verfolgt das Ziel, jungen Mäbcheü gebildeter Stände eine gründliche Ausbildung iu allen Zweigen der Wirtschaft zu geben, als praktische Vorübung ur den Beruf der Hausfrau, Hausbeamttn und Lehrerin an ländlichen Haushaltungsschulen. Junge Mädchen, die sich zu diesem Beruf oder zur Arbeit in der Wohlfahrtspflege vorbereiten wollen, haben Gelegenheit, in der an die wirt- chaftliche Frauenschule angegliederten Haushaltungsschule ür Landmädchen zu unterrichten, und sich in der Klein- Kinderschule thätig zu erweisen. Die Schule bietet in ihren Jahres-Kursen Gelegenheit zur praktischen Ausbildung in Küche, Hauswesen, Wäsche, Handarbeit, häuslicher Buchführung und Verwaltung, Gesundheitspflege, Gartenbau, Ge- lügelzucht. Die Kurse sind einjährig und beginnen Anfang April; ausnahmsweise kann der Eintritt auch im Oktober erfolgen. Ostern findet eine Prüfung statt, für solche, die ich zu Lehrerinnen für Haushaltungsschulen auf dem Lande ausbilden wollen. Mainz, 23. April. Nach einer soeben erschienenen Zusammenstellung für 1900 umfaßten die Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 19 008 Gegen- tände, tvas gegenüber dem Bestände des verflossenen Jahres einen Zuwachs von 1583 Nummern bedeutet. Von den neuen Erwerbungen sind, wie die „Darmst. Ztg." meldet, be- onders zu erwähnen Nachbildungen von Funden aus den bekannten Niederlassungen in Mähren, interessante Gefäßtypen aus Sachsen, Glockenbecher und Kugelflaschen aus Bayern, Muschelschmuck aus Gräbern bei Vitzenburg, Bernburg und Worms, dann wertvolle prähistorische Funde aus Cypem, Syrien, Aegypten, Syros, Naxos u. s. w. Als eine besonders wichtige und erfreuliche Bereicherung darf jedoch die Erwerbung galvanoplasttscher Kopien eines großen Tchles Der Schliemann sch en Goldfunde aus Mykene bezeichnet werden. Aus den der Bronzezeit angehörenden Altertümern sind namentlich der Goldflmd von Merseburg, ungarische Bronzen und einzelne schöne Gefäße aus rheinischen Museen zu nennen. Wertvoll ist auch eine Nachbildung des Goldfundes von Fokorn in Ungarn und des Depotfundes von Dischiwitz in Schlesien, ferner Funde aus der nächsten Umgebung von Regensburg, unter denen eine reich dekorierte und versilberte Beinschiene als einziges bis jetzt in Deutschland gefundenes Exemplar von großem Werte ist. Erwähnung verdienen auch die Funde aus dem Pfarrhof bei Holz hausen, vom Annaberg bei Haltern in Westfalen und bei Butzbach Auch ein Grabfund aus der sog. Wikingerzeit, der einem bei Buxtehude geöffneten Hügel entstammt und aus zwei Lampen, einem Schwert, einem kegelförmigen Schildbuckel und einer Rundfibel besteht, mag noch vermerkt werden. Die Zusendung der Originalaltertümer, durch beten Nachbildung die Sammlungen in so hervorragender Weise bereichert werden konnten, verdankt das Museum 30 Staats- und Vereinssammlungen und zahlreichen Privatsammlungen. •* Kleine Mitteilungen er Läden, rwe- groß- KO»felitiO»«-Z,leget, r /«devttfche, SScha»fe»ßer- ffi-richtnngeu mH Aeleuch- tnngsgegenstände« und sehr schön nDekorationSutenfilien, 1 Anschneldelifch u 4 £«be*- stäßke,fernereine große Anzahl Itohröüfien der verschiedensten Formen u. Größen, verstellbare >ertee- »»d Aoaßenstgure», Stäader für Kose«, Aetn-Aißnren, Aandschntzstüuder, ckock- gestelte und eine großeAnzahl vernickelter DeKorotions- Hegenständc für Herrenwäsche,Halsbinden, Hüte rc. — Die sämtlichen Gegenstände sind neu und nur wenige Wochen tm ®e« brauch gewesen 8175 Carl Loos, GikßtS, am «irchenplatz, AoaLurs -Kermcktter. Laaes-HrdmuNg: 1. Bericht. 2 Entlastung des Rechne». 8. Ersatzwahl de» Vorstände». 4. Bau-Ang legeuheüen. 5. Vereins.Angelegenh itee. Der Vorstand. 9 Zimmer, Küche, Badezimmer, Beranda, Gartenlaube und sonst. Zubehör zu vermieten. Näheres durch L. «aeser, Gartenstraße 80, OT•****»* 8% -Wl G»v«uage 15 48 »u VE 1942 VW“*— anderweitig zu vermieten Beletage Turnverein. Mittwoch den 1. Mai 1901, aSeods ‘/a9 Wr General-Versammlung in der Restauration Transvaal, Branbgaffe. dkl Illhabrr offener KttKünfslfeflk« Samstag den 27. April 1901, abends 9 Uhr, im Saale des ftafe tzöel dahier. Gezugnehmend auf die amtliche Aufforderung de» Großh Polizei- amtl dahier, betr. die Ausdehnung de» Ladenschlußes, laben wir hiermit alle Interessenten zur nochmaligen Besprechun- behufS cherbei- fützruuL einer aBfewieineti BeiMa>lo*«» ein. 8155 |tt Vorstand dw Netailistri-Vereiii» «iesteu. rtSl\ Geffmttiche regelmäßig. 'Versammlung Sikßcmr Freiwillige Feuerwehr. Montag fce* 2». »prll b I-, astend« 8'/, Mhr: Ordevtlilhe Kavpt-Verssw»l«llg bei Kamerad Wrüu (Neustadt). OlSiq Möbl Zimmer zu verm. Grünbergerstraße 10, Hinterh » schütt müblterte Zimmer mit »der ohne Pension -u ver- miete». Bleichstraste 1», iu. ivraveS, reinlichtS Mädchen f kl. <■0 HauSh-, in Küche und Hau»arb. bew., gegen guten Lohn ges. Di. u.B8 01580 an die Erped. d. vl. ein Mädchen tagsüber »u «mb. gesucht. Ludwigsplatz 8. Fnssbodenanstrich 3 wobnun^n sof. ober später au Oeifardett, in allen Nuancen, verm Näh, im Neubau LöberSHosv rasch und hart trocknend, Leinül« 17O1] ’ siccativ zum Slnölen,A«stbodev hm 2. @1 lack zum Ueberlackieren. Paßest I mieten. _______________ Etatzlspähne, sowie alle I 1884j »reundl. 4-Zimmerwohn sonstigen Ingredienzien zumAn- mit aQem Zubehör, im 2. Stock, per ftreicben und Wichsen der Fust-1, M^i zu verm Srünbergerstr 4. höben empfiehlt 28571 -- ^Kmgnmkm Sikßki.^o DienStag de» SO. AprU l. I., abends |/19 Uhr; Monats Versammlung im VereiuSlokal. 3178 Scheller* preisgekrönter Cognac ärztlich empföhle» in J/i» Vt» 7« FlMchen. Mosel-Cognac pro Fl. Mk 1.80, 2.40, 8 —, 4 —, 5.—. 1299 Französ.Cognac pro FL Mk. 3.—, 4.—, 5.—,6.—. Alleinige Niederlagen bet: H. Gengnagel, Gleseee, Neuen Bäuo 10, KoMun-Halle Heichelheim, Inh. W. Schmitt, Alt. Conr. Höller, Lang-65ns, Kolonial- und Eisenwarenhdlg , Aag. Seibert, Wleeeok. mehrfach mit Gold- und Silber» IJU vermieten. medaill. prämiiert, unübertroff zum I Näheres WavthorstrMste 7i,U Kitten zerbroch. Gegenstände, bei: I 3U8gj Schöne 4 Zimmerwohn. chtt» Kschstätter, GlaShanblung, I mit Zubehör (GaS- und Waffer« chrnck AischSach, 18591 leitung), Lrockenboden rc zu der« Au«. Voll, Drog. z. roten Kreuz [ mieten. I. H. Utthr, Sonnenstr.25 Rowienwein Wir empfehle«r 8i»5 Obermofeler garaut. uUm ^Rofetwd* per Flasche 50 Pfg / exkL Kdiiklirsverfahren. Heber das Vermögen bee Dach eckersHeinrichSchmalllV. zu Gießen wird heute am 24. April 1901, vormittag» ->/, Uhr, da« Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Karl Loo- dah er wird zum Renfumtr «alter ernannt. Konkursforderungen find bi» zum 18. Mai 1901 bei dem Gerichte anzumelden. tzs wirb zur Beschlußfassung Iber die Beibehaltung des er nannten ober die Wahl eines anderen Verwalter», sowie über die Bestellung eine» Gläubiger» ausschuffe» und eintretenden Falls über die in $ 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — und zur Prüf, »ng dec angemeldete» Forder ungen auf GamStag de» SS. Mai 1901, v»r- mittags IO Uhr, - »or dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer >8. Termin anberaumt. Ällen Personen, welche eine zur Konkursmaffe gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkurs «affe etwa» fchulbig finb, wirb aufgegeben, nicht» au den Ge» «einfchuldner zu verabfolgen, ober zu leisten, auch bie Ver pflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache unb von ben Forberungen, für welche sie aus der Sache abgefonberte Be- friebigung in Anspruch nehmen, de« Konkursverwalter bi» zum 18. Mai 1901 Anzeige zu machen. Großh. Amtsgericht zu Gießen, gez. Neuenhageu. Veröffentlicht: 8194 Orth, Gericht»fchretber Großb. Amtsaerichts Gießen. Achtung! Kammerjäger Schmaq empfiehlt sich zur BerM-tt«O van Saiten, Mäuse«, Schwapeu, Wanzen, Uttgeziefrr jeder Art. Bitte Bestellungen in der Gp pedition d. Bl. nieberzuleg. 8157 01618] Sin etwd. phll. erteilt einem ober mehreren Schülern to allen Fächern eines H»«O«iß' Gymnasium» NachhUfestVG NäbereS in ber Expedition d. W 8000 «tt. auf erste £npot£t auf HauS in einem Dorfe gesucht Offerten unter Nr 01620 an die Expedition diese- Blatte». , GvöblierteS Zimmer |U vermieten. 4/1 Ludwtgstraße 6, Mansarde. 01672] Reinlicher Arbeiter kann Schlafstelle erb- Neuenweg 19, II. 9 | flfa MM Wer wirklich flute, gediegene 8a11 A«i«g- unb UaketotKoffe V MW «M WWW tragen will, versuche meine Lenneper Fabrikate. Mer dle/e Stoffe eimnak gellonfl hat, llsmmt stet» darauf zurück. Herr Rentner «. in Berti« schreibt: Ich ziehe Lstttteper Ware vor, weil dieselbe notorisch tanger hau, all andere Fabrikate usw. 8886 Sehnliche Anerkennungen laufen fortwährend ein. Aluffer frauko ohne KaufzwanA. Gustav jlxppert, £«t«p. Streng ttcl christliche Iinua, gegründet 1877. Seife Seife Kerusrift MC Kmiskife P^Ä-Pf" Sdjmittftift wLmME Seifksplll«r bei Abnahme von 6 Pfd 1 Pfg., bei 10 Pfd. 2 Pfg. pro Pfd. bitt. Adolf Lenhart) Grankfurlevstraste. «181 FvßdsdnSllaMrdr über Nacht mit hohem Glanz, ohne nachzukleben, trocknend, per 1 Kilo- Dose 2^0, 2,—, 1,50 Mk. empfiehlt 2 feböne, große Zimmer. Küche, DIMM' ä «r. 1, 11 Stück später bMig zu vermieten. fl£tn große», unmöblierte- Zimmer nOrt 9Rt- 10 (Hiebunfl e»dWt»Opt«tz 9, IV. I »u verm. Asterwea 40, II. IXH 16 Mai 1901) em. Mh. Outenberflftr. 80. »245 LUUU Gchdne, »roste Wohnung, _ ^.EolUrte von 6 10 gtwmef, VsttTou, Mw. Muchacker, Ptä *€t v ~ ™ 7 11. Ortoder zu verrnteryeu. Siesten, Neuett-Vckue IL fzssi Getter»weg 9L 2769] Sin junge» Mädchen tag»- über gesucht. lltettvodt S. fanfmühdiriiÄMS 01612] Dtenst«ädck»en vo« Lande ober älteres MonatSmädch« per sofort gesucht. Hansutt, Bc« zirkSkassier, Senkenbergstraße 7. tzlll KöcheumSHltzkii- unb ein jüngeres Kindermädchen sofort gesucht Hotel vir»orie. tat allelo acht In Dosen mit dem gesctzltcte tetaMU,«, u. 6 verschied. Farbontöne, völlig streich. fertig incL Anstreichtopf */i kg. «X. 8.— Gebrüder Berdux Gieße» N«h»h»fstratzr 27. Ltndrepkah 12. Verdingung dottvachregnlierungsarveiten Die in ber FeldbereinigungS- Jemarkunfl Garbenteich im Früh« ihre d. I auszuführenbe, streckenweise Regulierung deS Klingel- dache-, veranschlagt zu rd. 500 Mk, soll Dienstag den 80. d. Mt»., vormittag» 9', Uhr, auf dem Rathause zu Garbenteich burch öffentliches AuSgebol vergeben werden. Plüne, Voranschlag und Beding« ungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Garbenteich zur Emficht offen. Gießen, am 25. Avril 1801. Großh. Kultnrinspektion Gießen. ________Wißmanu.____8188 Die Hol-verfteigerung vom 11. April L 98 auS den von Rabenau'ichen Distrikten Nieder« Klbach, Buckwald, Struth, Kern- rg, Hoherwald unb Robiftrautb ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können bei timm Rechner Althaus in Großen Buseck vom 29. April 1. IS ab in Empfang genommen werden. Londorf, den 24 April 1901. Freiherr!. Oberförsterei Rabenau. Schwörer. 8180 2881 Setters weg 9L I I 2417] Edelstraße 14 schöneMan^ Für meine alteingewhrte Tour Sllllttf Wlintnk I sardenwohnung, 4 Zimmer mit!in Ost« und Westpreußen, Posen, *'2'," ™ 7 v/c. Hubetor, per 1. Zuli I. I. iu Perm. Pommer«. Brandenburg und In Weilburg ist ein fett 84 I.I —■ ■ —ZQimBI»Mnnhn I Mecklenburg suche rch einen tckch» h.«. gewandten — wenn im Mittelpunkt ber Stabt liegt Frankfttrlersiraste 43, prt^ I und sehr gut geht, mit -a«s oov9] Schottsiraste » elegante! Pjtrt und Lagerhatt» wegen Sterbe« I »«Zimmerwohn., bet Neuzeit ent I ...Ä fall sofort zu verkaufen. ! sprechend eingerichtet, per 1. Juli, I spätestens bi8 1. 3uli a^o. Mitteilungen unter "W L 8070! eventuell später, zu vermieten. | Offerten unter M 2907 an bte an bte 6rp?bition diese- Blatte-. 1 Gedr. Ztttt. ' Expedition diese- Blatte-._________ DaS Aommattd». ra-ksinphilft Lehrling gegen sosortigeBerglltnng. Gart Betg. Steinstraße 88. Zvri litztitzk pslßern gefacht. 01602 G. Gtttckrattz, Möbelfabrik. Srsuchi löchl. Äiptrtn- unb UiLtlNaihtt im dauernder u gut lohn. Beschüß, llr unsere Fabrik zu Nodbeim a. B. 8188 Ssdeckde» SchettaA. Lsuhmachn ewZ. Gießen, Bahnhofstraße 27. Ä^aesbntfditpir« Lohn ges. O. Lttft, im Löwe«. 2vi7j Sckdantage 10 mittlerer| Stock per sofort zu vermieten. 81081 S.ZimmerwoYattttg 'M 2. Stock zu verm. Gchottsi«.^ oder ä. Ktee», 'Südanlage 18. I OhÄUÄg । 26171 Eine 4'Zimmerwohnung | hu 2. Stock, mit Zubehör, preis. Grassame« |"g rl"" s wc » btckann'en reinen, seidefreien, \ 2889] Schöne Mansarden.Woh«! In meinem Hause,Sübanlage23, tztzchkeimsthigen Dualitäten I nung mit Waffetleitung an ruhige I stz t>er mittlere Stock, 6 Zimmer emvftehlt 2600 Leute per 1. Mai ober später zu ver« mit Zubehör unb Bleichplatz, evenl pu- nZolInnfnlG I »ie'en. A. ^eff Rodbeimerstr. 50. \ mit Pferdestall u. Burschenzimmer, vUl. n dHvlllvlö, I 2W98] «irchnraste 2 ist derIper 1 Zull anderweitig zu verm Starktptast 17, am Krieger denk' 1 mittlere Stock per 15. Mai anberto. I 8004_______Star Wetstdllcker. mot — Lelepbon 202. i zu verm. Carl Kttdwtg Leid, i M1j Echutsiraste 11 ist bie ÄH4 I 8797] Hau» zumAllembswohnen seilher von Herrn B. Kann inne« 5 ^IUUirt?ßlU im Großen Steinweg, 7 Zimmer I gehabte Wohnung, bestchend auS _ , • Ä I enthaltenb, der Neuzeit entsprech.! s schönen, geräumigen Zimmern hl Tube» «ud Glaser« I eingerichtet, mit Garten, per 1. Juli I mtt Zubehör, burch beffen Uebenug in fein eigene- Hau» per sofort zu vcrm. Näh. Hof»«»ttckI. 14. ,ir. 9* « «j«i* ** Wlt< gilt hartbedri «ras Bülow Läsident ein,Milk Dingen zu schweben den Parlamente Hohenlohe that. tiven ist für bei .LchonM' voM nicht mehr ferne, Hohenlohe leitens ,Mrheit" gesagt Ressortminister ut den Druck der P v. hammersteiwLo. Sanalvorlage die L nach agrarischer A Landnnrffchast suhl tchrist und vertrat' die Ainservativen z tu kaum verhüllten yolemik - persönlü Richtig ist ja, daß schast als Agrarmi an sich scharfer 1 öerr v. Miquel, l p. Thielen, der m Projekt naturgem ferner, daß Frhr. gewisse Aecentuier umsomehr verdroß, etwas massiv von Ausdrucks nicht ii die ihm nicht soi chn kürzlich in d Agitation" des „2 Preßorgan, die,; an die Bündler in dem Sanbtoirtffafe uMn, toobei bie „j von erheblichem Be! die Thätichit des , in radiN-a^arilchi Tvch darüber Hinwegkommen, de die konservative Pc ber lehteien und isvar datiert diese ist zurückzusühren ^ampf um den Get ^de. Tie Geiste der redegewaltige wer der Recht den n bezeichnete die R 'ervative. Tie M' Wn der' Ä damals W brachte to ?■ N-rtzi k^L ^trag Qu- W ve gemein W me W(t" Krc ?!^tvird (U/,5 bi ^ner gegen k 7^" L""-, ° W-Ä