Mittwoch 27. Februar 1901 Nr. 49 Erstes Blatt 1582 Amtlicher Ml Politische Tagesschau Redaktion, Lspedition und •wudrrti • Lchulstrahe 7. 151. Jahrgang (fr. Dp.), Grafen von DSnhoff - Frtedrichsteta (konf.) und Httbck (ntl.). v u lieber die W»hl deS Abg. G'ahmaun (ntl.) werden dem An trag der Kommission entsprechend weitere Erhebungen beschlossen. Nächste Sitzung morgen 1 Uor. Zajrflorbi'unq: Etat beß RetchSheeres. Schluß 2 •/< Ubr. Erscheint täglich mit Ausnahme beß Montags. Die Gießener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter Nk Hess Volkskunde" vier» mal wöchentlich beigelegt. Iiaalmt oon H nielgen Cbtr nachmlktag« für den [gtnben lag erlchelnenden Remnvct bi» oorm. 10 Ubr ■ Heftellungen Ipäufien» abend» vorher. Adresse für Depeschen; Anzeiger Stehen. FernsprechanschlußNr.bl. «O.-„ liihel 5 & DM i!W-> Stadtkirche: listoria üs und Sterbens s Herrn und s Jesu Christi vangelisten Johanne», von irich Schütz jli, QeaeindegeMog id Orgel, 1 A. MendelBBohi, litwxTkangder’Senei Äscher (Tenor) und Leimer (Bariton), « ans Frankfnrt a. M. ähter hiesiger Kräfte eitung des Herrn Uni. ikdirektori 6. Trant- 1584 Intritt frei - inaktiven Mitglieder he auf den Empor- am Altäre reserviert mn bei dem zu er- grossen Zudrang da in Begleitung ihre attet werden. 20 Pfg. an den Kireh- ,ben. nmg der bedeutend« rden freiwillige (htei isen erbeten. entlidjct ittrag btu W ^6 Bttrltller, Thema: Mchmßch- der willkommen. Friedrich N- joal ist flut «kbeiit^, ; zu kaufen M 'M!venll.-öelc'lW n Bettiebe mä>l M Offerten milPrellM 19 an biejrt^j£ Bekanntmachung. ES ist wiederholt vorgekommen, daß die bestehenden ReichS-Telegraphenanlagen wegen Mangel an der nötigen Vorsicht bei der Fällung von Bäumen, bei der AuSästung von Baumpflanzungen, durch unvorsichtiges Anfahren, sowie infolge Zertrümmerung der in den Telegraphenlinien befind lichen Porzellan-Isolatoren durch Steinwürfe rc. derart bfr schädigt worden sind, daß Störungen und Unterbrechungen des Telegraphenbetriebes eintreten. Da die Beschädigung, bezw. Gefährdung der zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlagen gemäß der §§ 317 und 318 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich strafbar ist, werden im Nachstehenden die bezeichneten §§ zur Nachachtung und Warnung hiermit in Erinnerung gebracht. § 317. Wer vorsätzlich und rechtswidrig den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage dadurch ver- hindert oder gefährdet, daß er Teile oder Zubehörungen derselben beschädigt oder Veränderungen daran vornimmt, wird mit Gefängnis von einem Monat bis zu drei Jahren bestraft. § 318. Wer fahrlässigerweise durch eine der vorbezeichneten Handlungen den Betrieb einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage verhindert oder gefährdet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre ober mit Geldstrafe bis zu neunhundert Mark bestraft. Gleiche Strafe trifft die zur Beaufsichtigung und Be- oienong der Telegraphenanlagen und Zubehörungen ange stellten Personen, wenn sie durch Vernachlässigung der ihnen obliegenden Pflichten den Betrieb verhindern oder gefährden. § 318a. Die Vorschriften in den §§ 317 und 318 finden gleich« mäßig Anwendung auf die Verhinderung des Betriebs der zu öffentlichen Zwecken dienenden Rohrpostanlagen. Unter Telegraphenanlagen im Sinne der §§ 317 und 318 sind Fernsprechanlagen mitbegriffeu. Gießen, den 23. Februar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Auf Grund der pos. I. 3 a der Bestimmungen des ÄuudeSratS über den Betrieb von Bäckereien uud Kon ditoreien haben wir auf Antrag der Gießener Bäckerinnung für die hiesige Stadt und das laufende Jahr die Ueberarbeit a» folgenden Tagen gestattet: 9. und 23. März, 6. und 27. April, 11. und 25. Mai, 8. und 22. Juni, 6., 15. uud 27. Juli, 10. August, 21. September, 5. und 19. Oktober, 9. und 23. November, 24., 30. und 31. Dezember. ES ist jedoch an diesen Tagen eine ununterbrochene Ruhe oow 10 Stunden im ersten Lehrjahre uud mindestens 9 Stunden im zweiten Lehrjahre zu gewähren. Gießen, am 25 Februar 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. eure, Fel.4m,“^o fttKtl ZLM । Zum Provinzialvorsitzenden wurde Graf Oriola- Büdesheim, zu dessen Stellvertreter Landtagsabgeordneter Korell-Leisel gewählt; Aum Wahlkreisvorsitzenden Oberamtmann Flemming-Büdingen, zu dessen Stellvertreter W. Seybold - Nieder - Eschbach; zu Bezirks - Vorsitzenden für Büdingen: Gutspächter Müller-Marienborn und August Groß-Reichelsheim; zu Bezirks-Vorsitzenden für Friedberg: Bürgermeister Moscheroth- Burg - Gräfenrode und Bürgermeister U l l m a n n - Rieder- Erlenbach. Die Versammlung wurde eröffnet von dem Landesvorsitzenden Fritsch-Dielshofen, der die in großer Anzahl Erschienenen folgendermaßen begrüßte: Durch Ihr zahlreiches Erscheinen geben Sie zu erkennen, daß auch Sie von dem Bewußtsein durchdrungen sind, daß die heutige Lage der Landwirtschaft i^hr druckend ist, daß Zusammenschluß notwendig und daß dadurch der Stand eine bessere Wahrung bei Abschluß der Handels-- Verträge findet. Wenn auch in Hessen, so namentlich hier in Oberhessen, weniger von einem landwirtschaftlichen Notstände die Rede ist, so ist doch zuzugeben, daß der Ertrag der Wirtschaft so gering ist, daß kaum davon die Rede sein kann, eine Rente zu erzielen, die den Mühen und Arbeiten entspricht. Was nutzt aller Fleiß, wenn die Einnahmen hinter den Produktionskosten zurückstehen? Vielleicht kommt auch im Großherzogtum Hessen noch die Zeit, wo ein braver Bauer als besitzloser Proletarier von seinem Besitze weggeht, da schon jetzt sich so mancher kaum über Wasser zu halten vermag. Wenn sich vor 8 Jahren der damalige Kanzler rühmte, daß er weder Halm noch Ar besitze, so ist die Rede; unseres heutigen Kanzlers v. Bülow eine andere, und wir wollen hoffen, daß darauf auch Thaten folgen, die geeignet sind, einen kräftigen Bauernstand zu bilden und zu erhalten. (Bravo!) Es ist auch besser, daß das deutsche Vaterland auf der Bauernschaft beruht, als auf der c n g - lisch en Kameraden -Vetter nschaft. (Bravo!) Das wird geschehen und dann wird das Vertrauen zu Kaffer und Reich zurückkehren, wie es unter Bismarck der Fall gewesen ist. (Bravo!) Einen gesunden, krafttgen Bauernland betrachten wir als die Grundlage der heutigen Monarchie. In diesem Sinne fordere ich die Versammlung auf, ich zu erheben und mit einzustimmen in den Ruf:: S. M. >er Kaiser und S. Kl. H. der Großherzog von Hessen, sie leben hoch! (Anhaltender Beifall.) Graf Oriola als Provinzialvorsitzender übernahm nun den Vorsitz mit Dankesworten und führte dann folgendes aus: Es sind große und gewaltige Fragen, welche demnächst im deutschen Reiche zu erledigen fein werden, Fragen, an denen das Wohl und Wehe unserer Landwirt- schäft hängt, Fragen, an denen gewissermaßen die Zukunft unseres Vaterlandes hangt. Ich mochte der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese großen und gewaltig gen Fragen gelöst werden in einer Wecke, über die auch die deutsche Landwirtschaft volle Befriedigung empfinden kann. (Bravo!) Wir werden heute das Thema zu behandeln haben: der neue Zolltarif und die sich arff Grund desselben anschließenden Handelsverträge will zur Zeit nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch diese Verhandlung dazu beitragen möge, denrenigen gerechten Empfindungen des deutschen Bauernstandes Aus- druck zu geben, die über ganz Deutschland verteilt smd. Ich hoffe, daß den berechtigten Bedürfnissen der -.and- wirtschaft dann, wenn die Landwirtschaft klar und deutlich zum Ausdruck bringt, was den Bauern not thut, auch hie nötige Folge nicht fehlen wird. Reichstagsabg. Dr. R o e s i ck e: Ueberall kommt man zusammen und fragt sich, wie wird sich in Zuttlnft die Handelspolitik Deutschlands gestalten? Daß das so ist, tonnen wir nicht nur aus uns lierauslesen, sondern vor allem aus dem ersehen, was unsere Gegner tlun, die wm Kampf blasen, Freisinn und Sozialdemokratie", die sich fragen: Soll der deutsche Bauernstand weiter bestehen, oder wird er vernichtet werden? (Sehr richtig!) Dazu müssen wir Stellung nehmen und deshalb müssen wir uns zuerst klar machen, woher kommt es daß die Gegner so heftig gegen uns vorgehen Zunächst ,ft es ein Grund, der den äußeren Antrieb dazu giebt, day die Herren sehr böse sind, daß sie nicht mehr allem zu bestimmen haben, daß eben der deutsche Bauernstand mündig geworden ist, daß er deshalb selbst mitfhmmen will. Sie waren gewohnt, über die Kopfe der -bauern hinweg zu treten, und auch tüchtig darauf zu treten. Die Bauern aber haben gesagt, solche Tritte thun uns weh und ; deshalb wollen wir das nicht mehr leiden. Weck dem so ist, ist dies den Gegnern nicht angenehm. Die Gegner haben aber auch immer daraus besonderes Gewicht gelegt, den Bauernstand zu entzweien. Tivide et la^teb^ ihr Kampfmittel, erst teile die Massen, dann kannst du sie im Einzelnen beherrschen; wen man auseinander gebracht hat, den kann man immer viel besser beherrschen. Dann sagen die Gegner: „Ihr seid l« Jnteressenvertrete , keine idealen Leute, Ihr wollt nicht das Ganze, das Al gemeine, nur Euere Interessen habt Ihr rm Auge. War es denn sonst im deutschen Reiche anders, daß die Gegner keine ^nteressenpolitik getrieben haben, daß sie frei oav Interesse der Londwirtschast cretreten Oielletdjt^crc Prüfer ober Herr Singer, Richter oder Rickert-' ^ie,e Herren hab n nur aus die Bauern geschimrit, wenn drese S fie, w°'- ihre Men «nbewjx Ubsei"d'er'Stan"zü'nnd°s^°d!-n^Land^rt gäbe'es keftien Über Hur * sin^'"daf^dic's" nich/'das Ziel “ einer «Rechten kckläat so gi-bt es auch dasur verschiedene Grunde: Ern- mal der Giund, daß uns nicht sehr grün rst das große Kapital denn dieses hat andere Wege, andere Interessen Pift vertreten von Herren, die nicht selbst agitieren und ihre Meinung sagen wollen, weil sie zu vornehm dazu find. Und diese Vornehmheit war früher bildlich, die Vornehmheit des ostelbischen Junkers. Und so ein vstelbffcher Junker war ja auch als Schreckgespenst bekannt, weck er Sekt trank, aber dieses Prädikat des Sekttrinkens ist mdit mehr passend, denn die Sozialdemokratie hat selbst daraus hingewiesen, daß der Sekt das Getränk des armen Mannes sei, und ist also jetzt das Sekttrinken das Zeichen der Armut. -(Heiterkeit.) Und gerade diese Armen sind jetzt bereit, mit der deutschen Landwirtschaft zusammen au gehen, dageger die Herren des Großkapitalismus sind dazu^zu vorney Sie haben einen Handels Vertrags verein : ß* schlossen, und nun hat die Sozialdenwkatie d Ag^ für fie ausgenommen, und letzt 'luten Landwirt- Sozialdemokraten über von Zugriffen «ege gebrauchten schäft. Eines der wichtigsten der gegen uns b Deutscher Reichstag. Berlin, 25. Februar. DaS Haus berät den Gesetzentwurf betreffend, dte Abänderung bet StrandeSordnung. . , _ , Abg. Rettich (konf.) beantragt die Ueberweisung der Vorlage an die Kommission für die Seemannsordnung. Bedenklich sei der neu ein- gefügte Rechtsgrundsatz, wonach die Ladung eines Wrackes haftet zur Deckung der Kosten für die Beseitigung des Wracks. Abg. Kirsch (Zentr.) empfiehlt gleichfalls die Ueberweisung an die genannte Kommission. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, die Vorlage solle ver. hindern, daß die Schiffer die kostbare Ladung eines Wrackes retten, das Wrack zu beseitigen, aber den Behörden überlasten. Ueber die Aus- führungsbestimmungen dürfte man sich in bet Kommission leicht emig Abg. Semmler (nat.-ltb.) wünscht, wenn möglich, den Unterschieb festzulegen zwischen GroßschiffahrtsHmberniffen und kleinen Hmderntffen. Er stimme der Ueberweisung an die Kommission zu. Hierauf geht die Vorlage an die Kommission für die Seemannsordnung. 98 folgen Berichte der WahlprüsungSkommission. Bei der Wahl d-s Abg. Firzlaff (kons.) wird von ber Kommission Giltigkeitserklärung beantragt m ,, . gbg. Schrader (fr. Ver.) beantragt erneute Prüfung, während die Abgg. Spahn (Zentr.) und v. Brockhausen (kons.) dem wwer- sprechm. abg. Schrader bleibt bei seiner Behauptung, daß Wahl- beelnfluffungcn stattgefunden hätten. Nach dem Schlußwort des Referenten, der betont, daß geravr diese Wahl in der Kommission sehr gründlich geprüft worben fei, wird die Wahl für gtlttg erklärt, ebenso die der Abgg. Baron v. Schmidt (wlld), Hening (kons.) und Schulze-Steinen (ntl.) auf Antrag der Kommission wird beschloßen, über die Wahl de« abg. Hänel (fr. Ber^) weitere Beweiserhebungen anzust-llm. Ferner werben auf Antrag der Kommission für gütig erklärt die Wahlen der abgg. Götz von Olenhusen (Hosp, de« Zentr.), Zwick Kich-"" Äg Bezugspreis oiertekiicheß. Mk. 2.20, moHfltl. 75 P*a. mtt vrmgerlohn; durch M» Abholeftellen viertelMiL Mk. 1.90, monatl. 65 Wg. Bel Postbezug vierleljähal. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle «nitlaetvBenniulunee» Orden de» In> und HuSlanM* nehmen Anzeigen für Ml Siebener Anzeiger entgceiM, Betlenprel» lokal i» auvwäNS K Psg. Provinzialversammlung des Bundes der Landwirte. NN. Friedberg, 25. Februar. Die Friedensbestrebungen der Engländer, ; owie die allgemeine Lage in Kapstadt beleuchtet ein inter- : essanter Brief eines Berliners vom 30. v. M. In demselben heißt es u. a.: „Herr Botha, welcher der Sekretär des großen Friedensvermittlers ist und seine Landsleute bekehren soll, ist von seinem Landsmann Frost vor ca. anderthalb Jahren aus dem Partnergeschäft geworfen Worben und genießt daher hier wenig Achtung, ebenso der rühere Prediger Hofmeyer, der seines Amtes entsetzt wurde, weil er mit verschiedenen Frauen in Hotels verkehrte. Mit solchen Friedens-Kommissaren werden die Engländer natürlich keine Geschäfte machen. Dazu kommt die tiefe und gerechte Erbitterung der Buren: ihre Frauen und Kinder hat man von den Farmen getrieben und letztere verbrannt, nun sollen die Heimatlosen mit ihren Peinigern Frieden schließen! Kürzlich brüstete ich hier ein englischer Kapitän bei einem Festessen damit, daß er mit einem Gefangenen-Transport in GraSpan die Angehörigen der Gefangenen zu Dutzenden in das Lager hinein-, aber nicht wieder hinausgelassen habe. So wurden die unschuldigen Leute von ihren Familien gerissen und mit nach St. Helena geschleppt! Der gute Roberts hat hier wie ein Barbar gehaust, Lord Kitchener versucht jetzt andere Seiten aufzuziehen — aber zu spät. Man traut dem „Frieden" nicht und Kitcheners Berichte glauben selbst seine Anhänger nicht. Sobald wird's also mit dem Frieden nichts werden. Die Verluste, die der Krieg verursacht, werden schon jetzt auf 20 Milliarden Mark geschätzt, und ich glaube das, da, wenn man nachrechnet, schon die auf den Minen arbeitenden Kafsern (Johannesburg alleffi beschäftigte deren über 100 000) einen Arbeitsverlusts von 180 Millionen Mark bedeuten. (Der Kaffer kostet pro Monat 100 Mark mit Verpflegung.) Nach den hier eingegangenen Berichten sollen die Engländer in letzter Zeit ganz enormeVerluste erlitten haben; es mangelt an Führern, da verschiedene Generäle kampfunfähig sind. Ein Däne, der gestern hier eintraf, erzählte, daß Clement mit ca. 800 Mann gefallen sei; von seinem (des Erzählers) Regiment seien kaum 200 Mann am Leben. Ein Brief aus Transvaal besagt, daß dort eine ganze Division Engländer aufgerieben worden sei. Die Buren bedrohten Johannesburg und Prätoria, sie sollen ganz Transvaal und die Freistaaten, mit Ausnahme weniger Gegenden, in Schach halten. Hier in Kapstadt werden alle Geschäfte, Bureaus rc. heraugezvgen, damit ihre Angestellten zur Bürgerwehr gehen. Am Abend gleicht die Stadt einem Feldlager: auf allen Plätzen wird exerziert. Die öffentlichen und Geschäftsgebäude werden nachts von Angestellten bewacht, so groß ist die Angst vor Burenüberfällen. Wer an der Ausbildung der Bürgerwehr aktiv nicht teilnimmt, wird, gleichviel ob er Beamter oder Geschäftsangestellter ist, einfach Knall und Fall entlassen, — das nennt man englische „Freiheit!" Ein im Geschäft des früheren Russen, jetzigen Engländers Garlick angestellter Deutscher ist aus diesem Grunde entlassen worden, wiewohl sein Kontrakt noch drei Jahre läuft. Auf den Ausgang des von ihm angestrengten Prozesses ist man allgemein gespannt. Der Too der Königin von England hat hier niemanden , sonderlich aufgeregt, nur daß die Stoffhändler und Dekorateure mal ein ganz leidliches Geschäft gemacht haben." GichenerAnzeiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ,0 hab'"' H" IW* töP Schlagworte ist der „Brotwucher", den wir treiben Parlamentarisches aus Hessen. Geisenheim, 25. Febr. Der Kaiser hat den Geburtstag unseres Ehrenbürgers nicht vergessen und an Herrn von Lade folgendes Telegramm gerichtet: Homburg, Höhe, 24. F-br. 1901 Herrn von Labe, Geisenheim. MonrepoS Ich gratuliere Ihnen herzlichst zu Ihrem 85. Geburtstag und hoffe, daß Sie ihn in voller Frische und Rüstigkeit noch viele - - . -------------- Wilhelm. I •* Kleine Mitteilungen aus Hessen uud den Nachbarstaaten. Ein tp weiteren Kreisen bekannter Landwirt und Bierhändler in Weiher ist nach Aufnahme verschiedener Summen in Höhe von etwa 5000 Mk. spurlos verschwunden. — Freitagnachmittag hatten sich auf dem Eise des RheineS bei Sie brich zwei Herren zu weit vorgewagt; dieses gab plötzlich nach. Auf die Hilferufe der in das eisige Wasser rutschenden Herren eilte der Schiffer Keil mit Leitern und Stangen herbei, and es gelang ihm, binnen Kurzem die Verunglückten wieder |an Land zu bringen. — Als praktisch erweist sich, der „Südd. ! Tabakztg." zufolge, der von dem Schreinermeister Karl Kümmel in Wieseck patentamtlich geschützte Preßkasten. Sein Hauprvorteil soll der absolute Ausschluß einer Belchä- digung der zu pressenden Zigarren sein, wodurch bei Berücksichtigung des sehr billig gestellten Preises eine wesentliche Ersparnis in der Fabrikation erzielt wird. Aber auch die durch völlig gleichmäßigen Druck von allen Seiten bewirkte einheitliche Pressung ist hin zu unterschätzender Faktor, da er dem Fabrikat ein ansprechendes Aeußere und orduungs» mäßigen Brand gewährleistet. I den Mittelstand die Möglichkeit, ein solches Lebe» führen zu I können, wie es dem Kulturzustand des Volkes entspricht. Die ! Produkte eines Landes könnten in ihrem Wert nicht bemessen werden nach dem derselben in einem Land, dessen Kulturzu stand gegen den jenes Landes zurück sei und unter dem Ein fluß einer ganzen Anzahl günstigerer Momente überdies noch billiger produzieren könnte, sondern einzig nach dem Kultur- instand des eigenen Landes. Darum sei für unS der Zoll notwendig. Der Bauernstand, die festeste Stütze des Staates, müsse sonst zu Grund gehen. Reicher Beifall lohnte den Redner. An der Diskussion beteiligten sich der Arbeiter Friese, Dr. Roesike, Graf Oriola, Fritsch, Dr. von Peter u. a. Schließlich wurde eine Resolution gegen eine Stimme angenommen. Diese besagt, daß der Provinzialverein des Bundes der Landwirte für bie; Provinz Oberhessen für die Erhaltung des Bauernstandes I öic Forderung stelle, daß den landwirtschaftlichen Produkten ein gleichmäßiger hinreichender Zollschutz zu Teil werde. Herr Lucke-PaterShausen referierte dann über „die Sundesbewegung im Südwesten Deutschlands" und wies ziffernmäßig die stetige Zunahme des Bundes auch aus Kreisen der Landwirte mit kleinem Betrieb nach. Auch er verbreitete sich über die Notwendigkeit des Zusammen schlusseS der Landwirte. Mit einem Hoch auf den deutschen Bauernstand schloß ^a^Oriola um 5*/, Uhr die Versammlung. 1 ** 3” Amerika verstorbene Hesse«. In East Zorra, Kan.: Adam Wettläufer aus Hattenrod, 84 Jahre alt; in Elgin, Jll.: Louis Schlierbach aus Rodheim a. d. Horloff, i 46 Jahre alt; in Schodach, N.D.: Jakob Lerch aus Alsfeld, 61 Jahre alt; in Baltimore, Md.: Konrad Ruhl aus I Crainfeld, 69 Jahre alt. ko. Friedberg, 24. Febr. D^r Kreuzer „Condor", dessen Kommandant Korvettenkapitän Scheibe!, unser Landsmann, ein geborener Friedberger ist, wird zu Beginn des März in Wilhelmshafen einlaufen. Scheibe! hatte den Auftrag, den Ausschiffungen der englischen Truppen in Afrika anzuwohnen, 10(1 man ln unserer Marine darin noch keine Erfahrungen hatte sammeln können. ko. Erbach, 24. Febr. Als weiterer Kandidat für die lLandtagSersatzwahl im hiesigen Kreise wurde der hiesige erste Beigeordnete Bäckermeister Wilhelm Fredel in Vorschlag gebracht. -k- Mainz, 24. Febr. Während man noch gestern glaubte, daß das Treibeis im Rhein sich jeden Augenblick feststellen l würde, sind mit dem in der verflossenen Nacht eingetretenen I Witterungsumschlag die EiSmassen ganz plötzlich auS dem | Strome verschwunden und heute führt der Rhein nur noch Iganz wenig EiS an der linken Uferseite. An der rechten Uferseite führt der Strom indes noch große Ersmaffen, die aus dem Main kommen und darauf hindeuten, daß das Main- eiS, das sich unterhalb Frankfurt festgestellt hatte, auch wieder I losgebrochen ist. Der eingetretene Witterungsumschlag hat sich in hiesiger Gegend in der Art vollzogen, daß daS Thermometer gestern morgen noch eine Kälte von 9 Grad R. zeigte, gegen Mitternacht etwas über den Nullpunkt in die Höhe ging, welche Steigung im Laufe des heutigen Tages die Höhe von 4 Grad R. erreichte. Der Trajektverkehr auf dem Rhein wurde heute morgen wieder aufgenommen. Mainz, 25. Febr. Von dem Generalkommando deK 118. Armeekorps traf Befehl bei dem 11. Pionierbataillo»* ein, sich zu Eissprengungen bereit zu halten, bie wahrscheinlich in Gegenwart des Kaisers vorgenommen werden. Tag und Stunde der Hierherkunft des Kaisers sei in dem Befehl nicht angegeben. Am Samstag nachmittag nahm daher das 11. Pion.-Bat. an seinem Uebungsplatze am Rhein und an der Petersau, wo starke Eismassen lagern, Probeeissprengungen auf verschiedene« Plätzen vor, die nach verschiedenen Systemen ausgeführst wurden und vorzüglich gelangen. Die Versuche wurde» bis zum Einbruch der Nacht unter Benutzung von Leucht kugeln fortgesetzt. Man glaubt auch, daß mit der Hierherkunft des Kaisers eine Allarmierung der Garnison Mainz-Kastel verbunden ist. als Kunstkritiker von feiner Empfindung. Auch als Lyriker ist er heroorgetreten. Aus Stadt und Land. Gießen, 26. Februar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! ** Dem Schriftsteller Wilh. Holzamer aus Heppenheim ift, wie uns von geschätzter Seile mitgelcilt wird, die fieituna b” Darmstädter Spiele 1901 der Siin stl-rkolonie bettragen rooTbett. Holzamer, von Berus Reallehrer, ha, sich in weiteren Kreisen längst einen guten Namen gemacht Wifi del Sr>-b auf d-m ® richten zu. laBieneige Flausch?! M von4. in das Eig führt werdt Ter . Bauernv richten an Regierung noßensäM Aoßherzo.! nossenschaf liehen untersten das Äudgel in der N häufe* notn für bie erst! Me zu m bares Mel durch die B Ter Ab, ung möge ; niieru nr hauptstaats Ein An enlwurs will, daß . dem Gewer Rationen a: bahnen e folgende Ar liche Anslal betrieben np als steuerst! saß und vei gründen, ii stände abg< * Dr. Wilhelm Horn hielt am Samstag zur Habilitation für das Fach der englischen Philologie die angekündigte Vorlesung über Schriftsprache und Mundart im Englischen. Der Redner gab ein klares Bild von der Entwickelung der englischen Schriftsprache von der Zeit Alfreds des Großen an, unter dem die Sprache West mchsens zur Literatursprache von ganz England wurde, bis zum neuenglischen Zeitraum, wo wir wieder eine gemeinsame | Schriftsprache haben, die aber auf einem anderen Dialekt als auf dem ehemaligen Westsächsischen fußt. Er besprach | oann bic verschiedenen Theorien über die Entstehung dieser Schriftsprache und wies namentlich die in den sechziger Jahren sich großer Geltung erfreuende Ansicht zurück, nach der Wyclif durch seine Bibelübersetzung die Schriftsprache Eng lands geschaffen haben sollte, wie man es ja auch von Luther für Deutschland behauptet hat. Die englische Schriftsprache ist wesentlich die Sprache Londons, der Hauptstadt, die als mittelländisch sich am besten als gemeinsames Verständigungs- mittel zwischen Süden, Mittelland und Norden eignete. Sie 'L61;6, Spache des Hofes der Behörden, die in Urkunden öll „0U£r uno no9 otu, un& i^den Werken des bedeutendsten Dichters mittelenglischer Zahre feiern mögen, umblüht von den Obstbäumen, in deren Pst'ge Zett, Chaucer, angewandt wurde. Die geschriebene Sprache®te f° groharttge Erfolge erreichten. Wilhelm, bildet sich aber stetig weiter und wird unaufhörlich beeinflußt e* - - - • • - oon der gesprochenen Sprache, namentlich den Mundarten. Deren Rolle und Bedeutung wurde skizziert und auf die mancherlei Schwierigkeiten hingewiesen, welche bei dem zer- rütteten Zustand du englischen Mundarten die Forschung zu überwinden hat. Me herrschende Aussprache ist die Londons, oaS das übrige England mit sich zieht. Doch folgt die Aussprache der Gebildeten nur langsam der Entwickelung der Londoner Aussprache nach. Noch altertümlicher ist die Sprache oer Kanzel und der Bühne, wobei man beobachten kann, daß in feierlicher Rede die alten Vokallängen noch als Monophthonge gesprochen werden, während im leichten Ge- spräche der heute herrschende Diphthong erklingt. Auch für die Zukunft kann man nach dem Redner prophezeien, daß j einige Eigenheiten der Londoner Aussprache, die heute für vulgär gelten, nach und nach von ganz England werden angenommen werden trotz allem Widerstande der Grammatiker und Sprachmeister und der außerhalb Londons Wohnenden. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, dem 28. Februar, nachmittags 4 Uhr: 1. Antrag der Ortskrankenkasse! Gießen auf Ausdehnung des Krankenversicherungszwangs auf Hausgewerbetreibende und Handlungs gehilfen und Lehrlinge. 2. Die Bürgschaftsleistung von Steigerern aus den Preußischen Nachbargemeinden. 3. Errichtung eines Kriegerdenkmals; hier: Herstellung von Deckeln über den Wasserbecken derselben. 4. Instandsetzung der ftüher Güngerich'schen Hoftaite. 5. Vergebung des Straßenunterhaltungsmaterials pro 1901/02 6. Remigung der Straßen; hier: Anschaffung einer Kehrmaschine und eines Schlammwagens. 7. Erbauung eines Elektrizitätswerks; hier: a) Herstellung einer Zufuhrstraße zu demselben, b) Vergebung von Weißbinderarbeiten. 8. Ent- ergnung von Gelände des Architekten I. Stein dahier zur Goethe- und Lessingstraße. 9. Erlaß einer Polizeiverordnung über die Benutzung des Trottoirs. 10. Anlage einer Rollbahn auf dem Hofe des Gaswerkes. 11. Vorlage der Rech nung des Gas- und Wasserwerks pro 1899/1900. 12. Den Voranschlag des Gas- und Wasserwerks pro 1901/02. ** Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Suder- mannS erfolgreichstes Werk, das vieraktige Schauspiel „Die Ehre", wird am Mittmoch dem 27. ds. als volkStüm liche Vorstellung zu kleinen Preisen aufgeführt. — Eme Wiederholung der^Novität „Flachsmann als Erzieher", welche augenblicklich an allen Bühnen mit durchschlagendem Erfolge gegeben wird, findet auf vielfachen Wunsch am Donnerstag dem 28. ds. Mts. statt. Es ist dieses die fünfte und letz te Aufführung der Novität in dieser Saison; dieselbe wird im Abonnement bei gewöhnlichen Eintritts- ! preisen stattfiuden. 1 sollen. Was verstehen wir darunter, und wer treibt ihn? Sin Vertreter des Großkapitals, Dr. v. Siemens, hat uns im Reichstage deutlich geschildert, wie große Lüsten die deutsche Landwirtschaft übernommen habe dadurch, daß sie der Industrie zu dem Auftchwung verhalfen hat, den sie nun eingenommen hat. Er hat uns gesagt, die alles sind ungeheure Opfer, die die Landwirtschaft übernommen hat, und nur können keinen unparteiischeren Zeugen wie Dr. v. Siemens haben. Kann da vielleicht die Industrie sagen, die deutsche Landwirtschaft dürfe in den Produktiv ns- kosten nicht steigen ? Denn es ist doch schließlich auch! gerecht, daß die Landwirtschaft von der Industrie verlangen kann, der Landwirtschaft Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und ihr das zu geben, was ihr gehört. (Sehr richtig.) Wen dürfen wir also darauf Hinweisen, daß er Brotwucher treibt, wem dürfen wir entgegenhalten: Das Brot, das wir essen sollen im Deutschen Reiche, wollt Ihr allein haben und uns tt'vllt Ihr es entziehen?! Gehen wir weiter und sehen! uns den Handel an, nicht in den kleinen Städten, den soliden Handel, sondern den großen internationalen Handel, ist der Machtfaktor, der bei diesen verschiedenen Um-! ständen wesentlich ist. Wie wesentlich dieser mitspricht, rönnen wir sehen aus dem Umstand: Amerika gegenüber hat sich das Deutsche Reich imme- gescheut, vorzugehen gegenüber den nachteiligen Einrichtungen, die Amerika gegen uns vorgenommen hat, weil man fürchtete, daß Amerika unserer Handelsflotte Tonnengelder auferlegen würde, und das hat uns abgehalten, energisch zu sein. Aber daran sehen wir, welcher Machtfaktor der deutsche internationale Handel ist, wenn er so etwas erreichen kann. Außerdem war er ein Vertreter darin, daß das deutsche Fleischbeschaugesetz abhängig geworden ist von den; Wünschen Amerikas, also auch hier der Machtfaktor des mternationalen Handels. Warum wendet sich dieser gegen uns? Wenn unsere Produkte durch Zölle geschützt sind, dann haben diese Herren weniger an Fleisch, Vieh re., über- haupt an Produkten, die die Landwirtschaft hervorruft, ein- zilsuhren und sie fragen nicht, was dem internationalen Interesse entsprechend ist. Wenn man sie fragt, so sagen fie: Wer anders denkt und thut, der hindert mein Verdienst,! hindert, der ist schädlich für mich, und wer Eidlich für mich i.st, der muß beiseite geschosst werden. ^)amtt ift die Schlußfolgerung auf die Landwirtschaft ge- F9™- 0,4* derjenige, der sagt, ich will mein bescheidenes Auskommen im Deutschen Reiche haben können, we- nigstenv will ich, daß nicht Einrichtungen mir dies unmöglich ^en der der Berechtigte oder der, welcher sagt. Du sollst das nicht haben, ich will alles für mich haben? Wo ist der Brotwucher? Natürlich auf der Seite dessen dav nicht will. (Bravo.) Der internationale Handel ist abhängig vom Großkapital, denn er wird durch ihn qe- x.tzb Wie .ist, es nun mit dem Großkapital, dessen beste Vertreter wir in den Banken finden? Was haben die für £ daran zu verweigern, daß wir geschützt werden in der Produktion? Sie machen Emissionen, mit diesen ?^^bn sie das deutsche Geld auf, schaffen damit im Aus- qÄV^tand^ was wir in langer Zeit mit mühe- Möglich machen, und wenn sie das gekonnt ^ben, so schicken sie uns die Konkurrenzartikel, die landwirtschaftlichen Produkte. Sie selbst machen uns die Konkurrenz, und dann geht auch das deutsche Geld, das sie ausgenommen haben, in die Brüche. Ich erinnere an Argentinien, neuerdings ist es ähnlich in Ostasien. Den Ver-j dienst daran hat das Großkapital gemacht. (Sehr richtig.) Woher ist alfo der Vorwurf gegen uns berechtigt? Tas > boch merkwürdig und zeugt nicht von einem allgemeinen Interesse, das eben ist Interessenvertretung. (Bravo.) Der Arbeiter ist im Deutschen Reiche beeinflußt durch seine Führer. Merkwürdig ist das unter der Sozialdemokratie, die angeblich die Arbeiterinteressen vertritt, was ich in- deisen dahingestellt sein lasse. Die Sozialdemokratie hat in den Reihen ihrer kleineren Führer, - bie Großen sind nicht im stände — auch solche, welche anfangen zu begreifen oder gar schon begriffen haben, daß die C-rhaltung der deuts^n Landwirtschaft auch für den Arbeiter von Interesse rst. Es wareii Vertreter der Sozialdemokratie, die gesagt i»aben aus dem sozialdemokratischen Parteitage, es wäre! ^recht, gegen die Zölle auf Getreide zu sprechen, denn wir mußten unsere Landwirtschaft erhalten, aber die 5oaupt- jubrer sind natürlich dagegen. Es sind dies daher weniger Führer wie Verführer. Die Arbeiter haben erreicht eine «.eÄuc!Ltd,J?iun9 durch die eingeführten Versicherungen, Altersversicherung, Jnvaliditätsversicherung und wie sie alle ^!ßen, alles Gesetze, die den Arbeiter geschützt haben vor den Gefahren des Betriebes und den Nachteilen der Krankheit und des Alters. Wer trägt diese Lasten? Nur zum kleineren Aeile der Arbeiter, zum größeren dagegen der Arbeitgeber und darunter meist der Landwirt. Diese tragen »m wesentlichen dazu bei und sind auch dazu bereit, aber enS "icoh Zeigen, f-s ^rielh n,U1 em au VteÄ ' heute c?"den ' Genusses iS« te- ^reibe„ ".'ch 5an e feuern bo,t ' ^tanni'^nd s "ei/en bi '•MnJWeq ' den P- Gießen Eingesandt. In Holland erscheint unter dem Titel vox studio- Unioerjitöts-Nachrichten nilht Mteratur, Wissenschaft und Kunst. „ , ^E'ktioa der Leiche Pettenkofers. Die »Münch. Medizin. Wochenschrift" veröffentlicht folgenden Bericht über die S-ktron Petten "läftig gebauter und wohlgenährter Körper. In der rechten Schläsengegend eine rundliche Hautverletzung von etwa einem Centimeter Durchmeffer; dieselbe entspricht einem etwas größeren Defekt des Knoch, zrrenwft^ a dürste «ll« g,e i,;* \JQMre Qif. aas M a*"9, be, fit bi v^edrl lnVor. **91*, e"th< W-°e« J ««9*•.•••,— ... feeibMnenanFe*tBaren ®eWot)",’eit Kongestionen zu- JJ das angebliche Wunderheilkraut sich unoerhaltnis- Issatzig rasch zu einem Genugmittel verwandelte, nut welchem Abschnitt des rechten SchiäfenlappenS beginnt, etwas nXomXH niaji trieb, erhoben sich die Behörden dagegen, und linkerseits an der Grenze zwischen Stirn- und Schläfenlappen endiat- Mob I. von England belegte den Tabak mit schweren letzterem Ort findet sich die stark deformierte Kugel, in die zertrümmerten' Siegern, und schon 1624 wurde das Monopol für Groß- ^mischten Hirnteile eingebettet. Das Gehirn selbst zeigt zahl- hrittannien eingeführt. In Rußland schnitt man nach 1634 ?'che,'-um verschmälerle Windungen, ist blutarm; in den Kammern findet kn Rauchern die Nasen ab; Bern erließ 1660 Verbote gegen ^«»Ser JnhalL Die großen Schlagadern an der Basis vielfach und kn neuen, überhandnehmenden Luxus. Im 17 Jahrhunder1 Abschnitte von federkielartiger Starrheit °°n den M gegen Mn m ~ Der tlandrsdauptmann von Schlesien, der Magistrat von ff“-. 8 I Ä « | ^mU«^Laen in ihrer Heimat, Spanien, bekannt machten, virginische Kolonisten die Sitte in England ein- hiTgerten, englische Studenten sie nach Holland verpflanzten, lkiglische Söldlinge 1620 nach Böhmen, bis im dreißig--^ Hörigen Kriege die Soldateska das Rauchen und Schnupfen durch weite Lande trug. 1650 kam der Tabak nach Schweden vnd Rußland, 1665 nach der Türkei. Als Heilmittel wurde ben n£Ätä ^hnond ‘baä richten zu können 2 hie hS? em-1 Unternehmen war, bewies Frankreich. Obwohl dort beil.^un^ «^Eapsel safug glänzend, b.mreich, im Zustand d.r Ent- Fmnilieneiaentums \ ?ef.^ Großh. weitem nicht der stärkste Tabakverbrauch herrschte, erzielte h?rns Schußmrletzung des Schädels und Ge- Au-lnuschTg^n U ,m . S”“L «oing-winn. Im Tabak .*» nröfte von 433 7871 far8c:.ch" einer Flachen- handel haben noch heute die amerikanischen Erzeugnisse den in das Eiaentum hei gegenseitige Herauszahlung besten Namen. So liefert Nordamerika den berühmten Mary- führt t^rbe b Staates (Sanbesetgcntum) uberge- lanb und Virginia, SBeftinbien und Cuba Haoauna uubl rr-^7.-----------------— «a7e"n7e?:ffeiienO,et6sanb “nb b°r hessische im^Camana "Kb?.Zmw7°wi'° d" UN L''" LaEuber P. Gießen, ^E^saal. richte,, au die Kammer die" Bitte? h?^ÄÄ?ebc?L.^i ber sogenannte Bauerntabak ist, den der Redakteur Er bmn--» ' .'l-'d'-ungspr-zeß, ^Crricrflinö- besuchen, die Starkenburger Getreideverkaufs-Ge- nossenschast, e. G. m. b. H., zu Bensheim, sowie die sich im Grobherzogtum fernerhin bildenden Getreideverkaufs-Ge- 1 MmF^aften bei Errichtung von Landwirtschaft- > f r sl b e lagerhausern aus Staatsmiteln zu Lft‘eWe? unb,2?®? ?iefem Zwecke dienenden Betrag in 1W1/02 einzust^len. Tie Unterstützung soll in der Weise erfolgen, daß: 1. das zur Erbauung des Lager- «re-WÄ- («i'fi« K Jahre zu mäßigem Zinssub veriinssicku'c- ,,«?« ^ateren lant>€r ahmten dieselben nach, bis Gouda sie schließlich Vergleich nicht abgeneigt und es ihm gleichgiltig sei ivas bares Tarlehen gegeben und 3 die nö^aen Änf^o/^ ^r- fabrikmäßig herstellte Tie noch jetzt gebräuchliche Pfeife mit Kohler und Genossen über ihn dächten.' Kbhler Erwiderte' durch die Bahnöerwaltung ro)Te^^o^ heAefteHt merlen C hb t!689 em österreichischer Arzt, daß er die Beleidigungen zurücknehme. Vorsitzende/: Der Abg. Köhler (Langsdorfs beantrant hi^m " Aanz Vrcmius. auv Persien dagegen stammen die Wasser- Also ^-ie-sind damit einverstanden: Zurücknahme der Beuna möge zur Ausbildung von schon wurde ln der Levante Meerschaimi leidigung, Tragilng sämtlicher Kosten und Publikation- uikern noch nachträglich einen anaemessen?i? " Pfeifenkopfen verwandt, und heute bildet die Pfeifen Kohler: Publikation auch noch? Ich nehme die Be- vauptstaatsvoranschlag9pro l<)01/02 emftel en ® * 9 '^ueldekunst einen Erwerbszweig im kleinen. leid.gung zurück, das muß dochE"gen Vor sitzender: Ein Antrag des Abg. Möllinaer betrifft hp„ I^T9a^tte”' Wvfen — über Geschmack läßt Selbstverständlich Publikation, ^ie haben doch öffentlich entwurf über die Gemein d cum lagen EDiese^^m,.^f^h^/^^^n; mancher Raucher halt es mit diesen, der den Klager beleidigt! Köhler: Na, wenn es denn sein will, daß die Gemeindeumlagen von b™ I lenen. Hrer zeigt sich, daß, wenn auch der Tabak- mutz, meinetwegen! Ta soll ich auch wohl noch (zu Erd- dem Gewerbebetrieb und in den Gemeinden^mi^^if/nh^" E.^mem i,t, Zigarre, Zigarette oder Pfeife der mannsdorffer) Ihrer Zeitung was zu verdienen geben? stationeii auch von dem Einkommen her Stn ^nbahn- einzelnen Persönlichkeit individuelle Liebhaberei sind. Lebens- x)ch hab' kein Geld dafür. Erdmannsdörffer: Herr bahnen erhoben werden sollen^fanpnt ®?ruk@t“nb/ ^lter, sogar Nationalität des Kohler, das Geld schenke ich Ihnen. - Schließlich be- folgende Ansicht aus: Tie Staatseisenbälmen9f^h nilt; ^um aM I ic^ranftc der Kläger seine Forderung auf Veröffentlichung l'che Anstalten, die im anqeme^ hm„ 9C^”^Sltlld)es. Ter eine hält die Pfeife für des Vergleichs in den „Teutsch-soz. Blättern" und im betrieben werden und sonach ganz richtig im Gesek ber andere bekundet, daß ihm Zigarren am "Gießener Anzeiger". Bei Nennung unseres Blattes als steuerfrei erklärt sind. Lassen wir es bei biefem Ix bekommen Viele schriftsteller gestehen, daß sie ihre geriet Kohler ganz außer Fassung. Mit 5Mnden und Füßen mb unD üerlebet. toir i^ nirfit au§ ^aT\e. ^011^. Besänftigend hier, sträubte er sich dagegen. Er fürchtete offenbar, daß die gründen, indem wir ihn durch ein damals^durcb hi^ Klebend dort, Verdauung fordernd nach der Mahlzeit, ist Popularität, die er in gewissen Kreisen besitzt, durch die Ründe abgerungenes Zugeständnis durckilöckiRTn C l^,r 4.abak auch Schutzmittel gegen Ansteckung und stillt nicht Bekanntgabe des Urteils in unserem Blatte Einbuße er- ° B 1 ouraiiocyern. selten nervöse Schmerzen. leiden könnte. „Lieber lasse ich mich verurteilen, als daß . D?st das Rauchen von vorteilhaftem Einflüsse auf Laune ich im Gießener Anzeiger stehe", sagte er. Präsident: «piauoeret Uber den Tabak. e I und Stimmung des Menschen sein kann, ist allbekannt. Wenn Sie verurteilt werden, kommt der Urteilstenor doch „Für und wider den Tabak" beHtPft firf. Beispiel dazu liefert das sogenannte in den „Gießener Anzeiger", weil die That h i e r geschehen ,-Deutschen Tabakszeitung"^^herausqeqebene L Preußen. In rst Da hilft Ihnen doch nichts. Also wollen Sie darauf ung von Aussprüchen bekannter Männei- ..^muiuienstell diefen Abendgesellschaften wurde der König zu manchem emgehen? ^-onst treten wir in die Verhandlung ein. „DaS Ö. Dort schreib! Wolf StrEn? Tabak- überredet, in das er sonst nie eingewilligt hätte. sah Köhler auch schließlich ein und mit sichtlichem Widerist ein langsam tötendes GUt Etwas urgemütliches ist es um die Altväterpfeife, willen gab er nach: „Na, wenn's sein muß, meinetwegen!" kerngesunder Mann, aber ein starker Nai^p^is?^o^ bm etwas vergnügliches um des Mannes Erinnerungen/an — 87 Jahren, au Altersschwäche iebenfaffö h "2^ ICne ^ten da er als flotter Student qualmte. Die Zigarre KikpUhllbtt gestorsen, und auch i* S'fifinn ^es Tabaks, von echtem Stammbaum ist nicht selten beinahe so vr^l wert 11 langsam tötende Wirkuna - ich bin biirrhnifa als des Rauchers Visitenkarte. Sag mir was und wie du Das auf den Pariser Bahnhöfen bestehende Verfahren der <ÄtW« irifdj uni) fräftiq ^ie Aubr^n rauchst, ich will dir sagen wer du bist. So unangenehm b-»S-d--ung sollausBahnhöf-n der Preußisch-Hessischen Eisenbahn, sie weis für bie3 Scfmblirfifpf^hra6 Tn?Är ^iien Hareren em Durcheinander verschiedener Tabake auch sein mag, so die sich hierzu eignen, versuchsweise eingefahrt wrrden. Oh hip iMArf? S OA , b x ^Ubaks geben?" fatal kalter Rauch ein Zimmer durchschwänaert so svM' Verfahren besteht dann, daß Gepäckkarren, welche auf allen Pariser triihprp. 5 aC^ der Verbreitung des Tabaks in den pathisch dagegen^berührt^^de?^Duft e^ner autpn^aaTrp ^ ?°hnhöfen in derselben Größe aus Eisen mit einem Eigengewicht von puheren Verboten zu suchen ist, oder ob er wirklich das denke nickt9wie 'Xhn S R? n,[TammeDtrwenbet rocrben'Jum ^er ^0^ beg ©epärfs ^enußrnittel ist, als welches man ihn durchgängig be be,n Rni.'l N^-bT^"vQn ^,e ,auf. bet 6tra6e ÖOtf^renbe ^0^ ^erauge6ra^^t »etben. Machtet, mag dahingestellt bleiben jedenfalls aber 9kann l l?nbern We ben Tabak auf bern In der Regel nimmt der Gepäckträger nur das Gepäck eines Reisenden dreist behauptet werben, daß der Tabak fick Furie S & b Gastlichkeit flammen; mit ben leichten blauen einer Reisegesellschaft hi-r an unb fährt alsdann durch den Vorflur feiner Einführung in Eurova hnfpT^ff •t "Ä Wölkchen werben gute Gebauten, frische Einfälle, Witz und Bahnhofs ,u ber ,n ben Erbboben eingelassenen Waage. 9^ er= errungen hatte deinen f^nbUrhe» Bürgerrecht Frohsinn sich verbinden. folg er Verwiegung unb Zahlung ber Gepäasracht werben bie Karren stbl ttlick u h^ macht er durch -------------------------------------------------------------------- direkt zum Bahnsteig weiterbesörbert. Da mehrere Wagen nebeneinanber L h Sh-n rf,! n9( i ?o i^n übermäßig gehuldigt ~ TTTT-------------------------' lieaen, auch besonbere Beamte bas Wiegen besorgen, geht die Abfertigung wild. Auf solches Ueberniaß spielt sicher auch Dr. Ludwig VeNMslKteS raf($ Don ^atten Baulberger an, wenn er meint: „Ich halte das Rauchen ” F*V**^» Warenautomaten auf Bahnhöfen. Der Verkauf aus den snr gesundheitswidrig wie jedes Vergnügen, wie das ganze * Die erste Briefmarke mit dem Bilde Königs °"! s^n^fen. außerhalb d-r Bahnhofswirtschaften stehenden Waren. Leben, an dem wir schließlich sterben." 9 § Edward VH, bringt New-Fondland mit ameriknnifckPT /- 7^»" o°-V °» .b.1" «bsetzlichen Sonn- und Festtagen nur während «UwW benUÄobnern14bÄMbffl“^ h* ?a6afHben Markt; ein Hinweis für unsere UnarUnJf«rW'füÄ"r3tPau?0on m”™° in Mexiko und Nordamerika r^ich?Äe Mitten"« °°,te ■ btn. P* gewiß nicht entgehen lassen werden, I »'«eben find. Für di- übrige Znt sind, an den Allt°m°t-N Vorlehrunzm Zeit hinauf, während Südamerika sie erst später kennen lernte. srr. 4« «r ♦ Inf 45000 Lose kommen 15000 Eeld-eminnt und 2 Prämien im Ketrage von Imrmlüge Gesellen - PeusunA । ^iUioar„ 431000 Markm«t. w« ®twiBn 700,0*J° 0111111 b5L- Gelegenheitskauf!!! preis abgegeben. 1504 A«! fos» sonders empfehlenswert: MF £ 1345 sowie Besonders Rheiu- und Mosrlveiue. 60 Pfg. Laubenheimer p. Fl. o. Gl. n » CACAO 930 Prima n 153 Rotweine aus den 38' Hofbäcker. 1552 A. & G. Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 S.40 1.80, s. 1.80, X—, 3.40 empfiehlt 15581 Fr.L8tML,C.Hrtr, I Selt-rswes 7». ■ Vorzüalicher Vorzüglicher if ä empfiehlt die -kollektur 1160 *« »0(1 UnrorrfiltiL-vuch. unb ©tetnbcuderti (Pietsch «eben) in Sietzea. ZN verkaufen Offene Stellen 3ii vermieten VWMdeHs 0.95 1.25 0.90 r> n n v 70 75 90 100 120 Graacher Oppenheimer Zeltinger Niersteiner Rüdesheimer der Sreßhm. 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