Nr. 278 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 36. November 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien- dlätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" ind den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st rahe 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w '*’7 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Annahme von Anzeige» xu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. biß vornnttags 10 Uhr. ANe Anzeigen-Vermitt- lungsstellcn des In-und Auslandes neh>ncn Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. nachmittags 3 Uhr stattfindet. Dienstag den ff Den Herren u ff ff II n u ff ff in ff ff Nonnenrod. Verlosung. Röthges. Münster. Verlosung. Oberbessingen. Steinberg-Watzenborn. Hausen. Verlosung. Lechgestern. Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dezember Gießen, 25. November 1901. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhesi. Obstbauvereins. Dr. Heinrichs. KeKanntmachung. Betreffend Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Obechess. Obstbauvereins Herr I. H. Wiesner aus Friedberg beabsichtigt, die nachbenannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen um daselbst Vorträge über Obstbau zu halten, und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, Lie praktischen Unterweisungen stets am andern Tage, vormittags 9 Uhr, mit Ausnahme Samstags, wofür dieselbe 3. 4. o. 6. 7. 8. 9. Bürgermeistern und Obmännern gehen noch 'besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. UMische Tagesschau. Die Begründung des Zolltarifs. D-er erste allgemeine Teil der Begründung des Zolltarifs ist den Mitgliedern des Reichstages zugegangen. Er legt dar: Der am 31. Dezember 1903 eintretend^ Zeitpunkt der Kündbarkeit der Handelsverträge gab Veranlassung, die geltende Zolltarif gesetzgebung zu prüfen, und führte zu der Ueberzeugung, baß der deutsche Zolltarif in vielen Punkten der Neugestaltung bedarf. Die Begründung wirft einen Rückblick auf den im Jahre 1879 eingetretenen, von volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Erwägungen veranlaßten Umschwung der Tarifpolitik, gedenkt ferner der großen Tragweite Der von 1891 bis 1894 abgeschlossenen Handelsverträge, legt die diotwendigkeit dar, das bisherige Tarifchema durch ein völlig neues zu ersetzen- welches hinter den auslcürdischen an Feinheit der Gliederung nicht zurückstehe und den Zusammenhang der Interessen der an der deutschen Gütererzeugung beteiligten Kreise möglichst berücksichtige. Gegen die Ausdehnung der Anwendung der Wertzölle sprachen schwerwiegende Bedenken, sowohl prinzipieller als zolltechnischer Natur. Die beigefügten Ueber- sichten ergäben, von dem empfindlichen Rückschläge der allerneuesten Zeit abgesehen, ein Gesamtbild erfreulichen Aufschwungs der wirtschaftlichen Entwickelung. Der Friede förderte Gewerbe und Handel, unter dein Zollschutze erstarkte die Industrie. Der Fortschritt umfaßte das Gebiet der Eisenbahnen, der Wasserstraßen, die Kapitalanlage im Auslande, die Daseinsbedingungen der Volksmassen. Demgegenüber biete die Handelsbilanz, welche im Jahre 1900 einen Einfuhrüberschuß von 1290 Millionen aufwies, keinen Anlaß zu Besorgnis, lieber 800 Millionen entfallen auf im Jn- lande nicht erzeugbare Rohstoffe und Genußmittel. Auf den Einfuhrüberschuß kommen die Forderungsrechte aus dem Auslande zur Aufrechnung. Äe Begründung fährt fort: Zu dem Emporblühen des Gewerbes und Handels trug wesentlich die Politik der Tarifverträge bei. Die Industrie zog Nutzen aus der Stetigkeit der vertragsmäßig fest- aeleyten Zollsätze. Allerdings war der Vorteil durch Abschwächung des Zollschutzes wichtiger Erwerbszweige erkauft. Diese Entwickelung verschob die Verteilung der erwerbs- thätigen Bevölkerung zu Ungunsten der Landwirtschaft, namentlich infolge der Steigerung der industriellen Baarlöhne. Die hierdurch notwendig gewordene Erhöhung der landwirtschaftlichen Löhne führte eine schwer erträgliche Steigerung der Betriebskosten des Ackerbaues herbei. Gleichzeitig ging der Gelderlös für die Mengeneinheit der Getreidevermehrung zurück. Die Erntemenge fand eine Schranke in dem Mangel an Arbeitskräften und Betriebskapital, obwohl der deutscheGetreidebau inBezug auf technischeLeistungsfähig- keit dem Auslande ebenbürtig ist. Es darf gehofft werden, daß die Industrie die gegenwärtige Krise in nicht allzu ferner Zeit überwinden werde, dagegen werden die Gefahren zunehmender Weltverkehrsentwicklung für unsere Landwirtschaft in den nächsten Jahren noch nicht verschwinden. Um unheilvollen Folgen, die die eingetretene Verschiebung nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiete für den Gesamtteil haben würde, vorzubeugen, darf die Durchführung wirksamer Gegenmaßregeln nicht unterlassen werden. Ter vorliegende Entwurf erblickt demgemäß eines der wesentlichsten Ziele darin, die Lage der einheimischen Landwirtschaft günstiger .in gestalten, indem durch einen höheren Zollschutz die mit der Entwickelung des Weltverkehrs und der Weltmarktpreise entstandenen Nachteile abgeschwächt und derart ausgeglichen werden, daß der Erlös besser den Herstellungskosten angepaßt wird. Wird auch auf die völlige Entbehrlichkeit der Getreideeinfuhr nicht zu rechnen sein, so ist doch die dauernde eigene Erzeugung des Hauptteiles des Nahrunas- mittelbedarfs in hohem Grade erwünscht. Allerdings wird die Abhängigkeit der Inlandspreise von den Weltmarktpreisen fortbestehen. Der Zolltarif soll auch keinem Produktionszweige die dauernde Erzielung bestimmter Verkaufspreise gewährleisten und kann auch mit den Herstellungskosten nicht zusammenhängende Schwierigkeiten des Acker- . baues nicht berücksichtigen. Iom südafrikanischen Kriegsschauplätze liegen neue Meldungen über englische Kriegsgerichts- urte-ile vor. Zwei in Johannesburg beheimatete Burghers, Merneck und Meyer, die, nachdem sie sich ergeben hatten, in ein Flüchtlingslager gebracht worden waren, wurden wegen des Versuches, andere Burghers, die sich ebenfalls ergeben hatten, zu überreden, ihren Neutralitätseid zu brechen, und sich wieder zu ihrem Kommando zu begeben, vor ein Kriegsgericht gestellt. Sie wurden für überführt erachtet; Werneck wurde zum Tode verurteilt und erschossen, Meyer wurde zu lebenslänglicher Strafarbeit verurteilt. Aus Bloemfontein meldet das Reutersche Bureau: Man hat den Anfang mit der Durchführung des Regierungsplanes gemacht, ehemalige Soldaten und andere in der Oranje-Kolonie anzusiedeln. Verschiedene frühere Veomen haben sich auf den Weg gemacht, um von Regierungsfarmen im Distrikt von Thabanchu Besitz zu ergreifen. — In der vergangener! Woche sind 80 Mann des Ackermann scheu Kommandos gefangen genommen worden; nur Ackermann selbst ifh mit wenigen Begleitern entkommen. Einern Telegramm aus Pretoria zufolge, nahmen Eingeborene an dein jüngsten Gefecht in Ost^Griqualand teil, .in dem Kapitän Elliot, als er die Buren zurück trieb, fiel. Die Buren flüchteten in die Berge. Die Angeborenen hatten sich zu ihrer Selbstverteidigung bewaffnet, da sie einen Ueberfall fürchteten, weil die Burenkommandos seit einiger Zeit den reichen Eingeborenen-Bezirk von Ost- Griqualand bedrohten. Als Elliot die Buren angriff, verbanden sich die Eingeborenen mit den Engländern und leisteten ihnen wesentliche Hilfe. Das englische Kriegsamt hat das „Anerbieten" der kanadischen Regierung, 600 weitere berittene Mannschaften für Südafrika zur Verfügung zu stellen, angenommen. Zwei neue Reden hervorragender englischer Persönlichkeiten sind nicht ohne Bedeutung. Der Herzog von Devonshire setzt sich intrüstet aufs hohe Pferd. In einer Rede, die er zu Eastbourne hielt, nahm er Bezug auf die Forderung, daß für ganz Südafrika, sobald als es irgend möglich sei, eine freie und liberale Selbstregierung gewährt werden solle, und sagte, es sei die Sache der Engländer als der Sieger und nicht die der Buren, zu bestimmen, wann dieser Augenblick eingetreten sei. Asquith hielt in Oldham eine Rede, in welcher er forderte, daß Balfour in Bezug auf die Politik der Regierung sich, was die Zukunft Südafrikas anlange, in Ausdrücken von nicht mißzuverstehender Klarheit und im Tone nicht in Zweifel zu ziehender Autorität aussprechen solle. In der niederländischen Kammer erklärte der Minister des Aeußern, van der Lynden, die Regierung müsse den Haager Vertrag betr. den Schiedsgerichts Hof achten, der dem Verwaltungsrat desselben verbiete, zu Gunsten des Antrages der Buren einzutreten. Was die Verhandlungen mit Ärgland betr. die Entschädigung der aus Südafrika vertriebenen Holländer anlange, seien dieselben nicht völlig abgeschlossen. Die englische Regierung sei dabei, in der Frage der südafrikanischen Bahn, die nicht konfisziert worden sei, Beschlüsse zu fassen. Die holländische Regierung unterhandle mit der britischen Regierung, um die Interessen der niederländischen Aktionäre zu schützen. Die Mitglieder der Ambulanz vom niederländisch en) Roten Kreuz seien in Südafrika gefangen genommen worden, weil in ihren Wagen mehrere an Burenfühvev gerichtete Briefe aufgefunden wurden. Es sei mehrfach von der niederländischen Regierung die Freilassunig der Mitglieder der Ambulanz verlangt worden, die englische Regierung habe aber stets erllärt, sie könne dem nicht zustimmen. (Echt englisch!) Der französische Freimaurer-Orden Eosmos hat eine Protest-Resolution gegen die südafrikanischen Konzentrationslager angenommen. Dom Krieg in Kentral-KmeriKa. Die neuesten, vom Kriegsschauplatz in Zentral-Amerika eingetroffenen Nachrichten besagen, daß die von den Vene- eoelanern unterstützten liberalen Aufständischen in Kolom- bien die Städte Panama und Colon genommen haben. Beide bilden die Endpunkte des im Bau befindlichen Panamakanals, und vor beiden liegen amerikanische Kriegsschiffe, das Kanonenboot „Machias" im Norden vor Colon und das Panzerschiff „Jova" im Süden vor Panama. Nicht ohne Einfluß auf die Situation ist die Thatsache, daß nach einem vor kurzem in dem Regierungsorgan „Gazeta de Panama" veröffentlichten Gerichtsbeschluß das in Panama befindliche Gebäude der Panama-Kanal-Gesellschaft mit Beschlag belegt wurde, um die Zahlung von 30 000 Dollars zu erzwingen, die die Kanalaesellschaft einem Bürger der Vereinigten Staaten schuldet. Wenn die Summe nicht in kurzer Zeit bezahlt wird, wird das Gebäude auf Anordnung des Gerichts verkauft werden. In der Zwischenzeit hat die Gesellschaft monatlich 1000 Dollars Zinsen Zu zahlen. Der Kapitän des vor Panama liegenden amerikanischen Kriegsschiffes „Jova" hat Befehl erhalten, Mannschaften zu landem wenn es sich für die Aufrechterhaltung des Verkehrs notwendig erweisen sollte; eine kurze Zeit ist der Verkehr auf dem Isthmus vor Panama bereits unterbrochen gewesen. Was Colon anbetrifft, so hatten die Liberalen (Insurgenten) am 19. November die Stadt angegriffen, und nur wenig Widerstand gefunden. Nach einem Straßenkcrmpfe, der ungefähr 90 Aiinuten dauerte, wurde die Stadt genommen. Der Präfekt und 12 Mann sind gefallen, 30 wurden verwundet. Das vor Colon liegende amerikanische Kanonenboot „Machias" hat 10u . ann gelandet, und die Eisenbähnstatiön besetzt. Der Kvnmiandant des Kanonenbootes meldet, die Landung der 100 Matrosen sei auf Ersuchen der Behörden selbst erfolgt. Bekanntlich ist vor einiger Zeit nach dem Zusammen» bruch der französischen ein- neue Panamakanal Gesellschaft gebildet, die den Weiterbau des Kanals in Angriff genommen und bis auf Den heutigen Tag durchgeführt hat. Man hat zu dem Zweck einen neuen Plan ausgearbeitet, nach dem der Kanal erheblich billiger, als ursprünglich geplant, ausgesührt werden kann. Dor im Bau begriffene Kanal beginnt bei Colon am Atlantischen Ozean, und geht in vielfackzen Windungen aber in im allgemeinen südöstlicher Richtung bis Panama am Großen oder Stillen Ozean. Die Länge des Kanals beträgt 99,9 Kilometer. Auf der ganzen Strecke hat man zur Aufstellung der teuren Maschinen, die 400 Mill. Mark gekostet haben, große Holzschuppen errichtet. Der Kanal selbst ist etwa auf ein Viertel seiner Gesamtlänge, nämlich 22,5 Kilometer, von Colon aus, fertig gestellt.- Es war dies auch die am leichtesten herzustellende Strecke. Arn schwierigsten wird der Kanalbau sich dort gestalten, wo der Kanal die Culebra-Gebirgskette (ein Teil der Kordilleren) durchschneiden muß. Die Höhe derselben beträgt an der betreffenden Stelle, welche gleichzeitig die Wasserscheide auf der Landenge von Panama darstellt, 185 Meter. Auf jeder Seite dieses Gebirges bis Colon bezw. Panama hin wird der Kanal fünf Schleusen erhalten. Seine Breite wird an der Oberfläche 50 Meter und an der Sohle 23 Meter) betragen. Seine Tiefe soll so bemessen werden, daß auch die größten überseeischen Dampfer passieren tonnen. Zur Zeit sind über 3000 Arbeiter beim Bau beschäftigt, die zum weitaus größten Teil aus Jamaika bezogen werden, Um für den Kanal in feinem mittleren Teile auch in der trockenen Jahreszeit stets genügend Wasser zu haben, will man einen Damm quer durch den oberen Lauf des Chagresflusses ziehen, durch den das Wasser aufgestaut wird, und einen See bilden soll, der dann während der trockenen Jahreszeit dem Kanal das erforderliche Wasser-^ quantum zuführen wird. Deutsches Deich. Berlin, 24. Nov. Im Lustgarten fand gestern in Gegenwart des Kaisers und des Erzherzogs Ferdinand Karl von Oesterreich die Verteidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Charlottenburg und Spandau statt. Nach der Vereidigung hielt der Kai s er eine An spräche an die Truppen. Er betonte, daß die Rekruten nach Ablegung des Fahneneides neue ernste Pflichten gegen ihn, ihren König, übernommen hätten. Diese Pflichten seien ganz anderer Art, als sie bisher gehabt haben. Die unter Anrufung Gottes angetobte Treue verpflichte sie zum unbedingten Gehorsam und Aur vollsten Hingabe an König und Vaterland. Sie sollten den Thron schützen, wenn Unbotmäßigkeit denselben bedrohe. — Der Kaiser und die Kaiserin sind um 11 Uhr abends ab gereift. Die Majestäten fuhren bis Neumünster zusammen, von wo die Kaiserin sich nach Plön begab, während der Kaiser nach Kiel weiterfuhr. — Erzherzog Ferdinand Karl von Oesterreich ist gestern abend nach Wien zurückgekehrt. Bor der Abreise besuchte er das Offiziertorps des Kaiser-Franz-Grenadier- Regiments in seinem Kasino. Ter Kaiser hat dem Erzherzog den Schwarzen Adlerorden verliehen. — Der Reichskanzler Gras v. Bülow gab gestern zu Ehren des Kolvnialrats eine Abendgesellschaft. — Im Kolonialrat erklärte gestern der Kolonialdirektor, im Etat des ostasrikanischen Schutzgebietes sei zwar keine Position für den Bahnbau enthalten; deshalb dürfe aber nicht auf eine Aenderung in der Stellung der Regierung in dieser Sache geschlossen werden. Es sei dringend zu wünschen, daß der Reichstag in zweiter und dritter Lesung den Gesetzentwurf wegen Baues der Eisenbahn Tar-es-Salaam-Mrogoro nut den in der Budget- kommission vorgeschlagenen Aend'erungen annel)me._ Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg befürwortete folgende Resolution: „Der Kolonialrat bestätigt in entschiedener Weise die früheren Resolutionen zu Gunsten einer raschen Inangriffnahme der Bahn Tar-es-Salaam-Mrogoro, sowie zu Gunsten einer zielbewußten Eisenbahnpolitik im ost- afrikanischen Schutzgebiet". Die Resolution wurde einstimmig angenommen. — Ter Ausschuß des Verbandes Deutscher Ar» b e i t s n a ch w e i s e ist nach eingehenden Berichten und Erörterungen über die Arbeitslosen frage zu folgenden Ergebnissen gelangt: Der Ausschuß erachtet es für notwendig, den Versuchen zur Uebertreibung und zur Verschleierung bezüglich des Umfanges der zur Zeit in Deutschland herrschenden Arbeitslosigkeit in gleichem Maße entgegen zu treten. Daß eine über den gewöhnlichen winterlichen Umfang hinausgehende Arbeitslosigkeit besteht, ist unbestreitbar, daß sie aber den Charakter eines Notstandes angenommen habe, findet in den vor- liegenden Berichten keine Begründung; die Arbeitslosigkeit ist vielmehr über die verschiedenen Teile des deutschen Reiches ungleich verteilt. Ein wesentlicher Teil arbeitslos gewordener ist anscheinend von solchen Erwerbszweigen ausgenommen, zu denen bisher ein Zudrang von Arbeitskräften nicht stattfand. Die gegenwärtige gespannte Lage des Arbeitsmarktes zwingt, mit der Möglich- teit zu rechnen, daß insbesondere bei einem strengen Winter ein dtotstand infolge großer Arbeitslosigkeit eintritt. Staat und Gemeinde müssen, insoweit dies nicht bereits geschehen ist, diese Möglichkeit ins Auge fassen. Insbesondere wird eine beschleunigte Inangriffnahme bereits beschlossener Arbeiten, Bewilligung von Mitteln für Die vor- er die Zuhörer mit der Mond-Oberfiäche bekannt. tag festlich begehen. Unser Regiment hatte sich heute Vormittag 10 Uhr zu einem Festgottesdienst in der Stadtkirche versammelt, nachdem bereits früh gegen 7 Uhr großes Wecken stattgefunden hatte. Die Festpredigt hielt Pfarrer Schlosser. In beredten Worten führte er aus, wie der Fürst auf der steilen Höhe, die er einnehme, nicht sicher sei von tiefem Sturz, und wies dabei auf Napoleon hin. Sodann hob er die große Verantwortlichkeit des Herrschers hervor. Schön sei es, daß auch das Volk durch seine Vertreter Anteil und Einfluß auf die Regierung, das Wohl und Wehe des Landes habe. Weit notwendiger und förderlicher aber fei — Brand. Gestern Abend entstand tn einem Hause der Schillerstraße ein Z i m m e r b r a n d, der Gardinen und andere Mobilien vernichtete. Das Feuer wurde bald gelöscht. •* Unerfahren. Ein am Freitag Abend wegen Zwangsvorstellungen mit seinem Einverständnis in die psychiatrische Klinik aufgenommener Weichensteller M. aus Bruchenbrücken entfernte sich am Samstag Mittag aus der Klinik und ließ sich bei Dutenhofen von einem Eisenbahnzug überfahren. Er war auf der Stelle tot. k ? Quelkhorn, 24. Nov. Der etwa 28 jährige ledige Schuhmacher Aff von hier hat sich — wir haben bereits in unserer letzten Nummer von dem in Grünberg verbreiteten Gerücht von einem Selbstmord in der Uingcgend mitgeteilt — gestern morgen in seinem Schlafzimmer erschossen. Der Unglückliche soll schon längere Zeit leidend gewesen sein, und es dürfte hierin die Ursache zu dem Selbstmord zu suchen sein. )( Grünbcrg, 24. Nov. Auf Veranlassung deS Orts- gewerbevereins hielt heute Nachmittag Oberlehrer Koob vom Realgymnasium zu Gießen im Gafthof „Zum Hirsch" vor einer zahlreichen Versammlung einen durch wohlgelungene Lichtbilder veranschaulichten Vortrag über „die Beschaffenheit des Mondes". Nachdem sich der Redner zunächst über die Größe dieses Himmelskörpers, seine Entfernung von der Erde, über den Einfluß des Mondes auf das Gemüt unb In unserer Stadt hat man sich in den letzten Tagen gerüstet, um die Wiederkehr des höchsten Geburtstages in feierlicher Weise zu begehen. Der Beamten-Verein veranstaltete bereits am Samstag Abend im Eafö Ebel eine Feierlichkeit. Der Krieger-Verein wird morgen Abend in Verbindung mit seiner Monatsversammlung den Geburts- Die Feier des 25. November. Gießen, 26. November 1901. I. •* Baumfrevel. Vergangene Woche wurden verschiedene Lindenbäumchen in "der Nordanlage durch Beilhiebe beschädigt. Der Thäter wurde in der Person eines schwach- sinnnigen Menschen von hier festgestellt. - Revision. Am Sonntag Vormittag fand durch die Schutzmannschast eine Revision der Schuhmacher- und erforderlich seien." 8. Darmstadt, 24. Nov. Durch den um 6.24 Uhr von Heidelberg hier eintreffendcn Personenzug wurde heute Morgen der Posthilfsbote Jakob Basel von Griesheim im hiesigen Bahnhof überfahren. Beide Beine oberhalb der Knie, wurden ihm abgefahren. Er war im Begriff, über das Geleise nach einem anderen Zug zu schreiten, als ihn der Zug^ erfaßte. B. ist 64 Jahre alt, in Griesheim geboren, oben schon längere Zeit bei der Post als Aushelfer beschäftigt Er wurde sofort nach dem Krankenhaus gebracht, wo er bald infolge des starken Blutverlustes verschied. — Bei den ungünstigen Verhältnissen in unserem Mam-Neckarbahnhof, wo die Züge aus den entgegengesetzten Richtungen dicht neben^ einnander einlaufen und die Postbeamten oft mitten in der> Thätigkeit zwischen 2 Zügen stecken, ist es ein Wunder, daß nicht mehr Unglücksfälle passieren. , Mainz, 23. Nov. Amtlich wird gemeldet: „Infolge eines Defektes der Maschine entgleiste heute vormittag gegen 9 Uhr der Tender des Schnellzuges 103 Frankfurt-Köln zwischen Kelsterbach und Raunheim. Das eine Hauptgleis ist hierdurch auf einige Stunden gesperrt; der Betrieb zwischen beiden Stationen wird einglei,ig aufrecht erhalten. Die Reisenden des Zuges 103 wurden mit dem, nachfolgenden Baseler Schnellzug bis Mainz und von du mit Sonderzug weiter befördert. Verletzt ist niemand. Wetzlar, 24. Nov. Der Mörder Heinrich Nagel wurds gestern nachmittag unter starker polizeilicher Bedeckung geschlossen an den Thatort seines Verbrechens, die Hermann- steiner Straße, geführt, wo er vom Untersuchungsrichter, Amts-^ gerichtsrat Moxter, über die That vernommen wurde. Der, Transport sollte in einem Wagen stattsinden, jedoch keiner! der hiesigen Fuhrwerksbesitzer hat sich bewegen lassen, sement Wagen für den Transport des Schurken herzugeben. Marburg. 23.9100. Zwischen zwei größeren Zigeuner-, banden kam es bei Groß-Seelheim zu einer förmlichen Schlacht. Die braunen Gesellen kämpften mit Säbeln un« Revolvern. Zwei Zigeuner wurden durch Schußwunden m der Brust und an den Beinen schwer verletzt. Als diq Gendarmerie erschien, bestiegen die Banden ihre Wagen und Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets roiHfommen und werden angerncffen honoriert. Gießen, 25. November 1901. die Fürbitte des Volkes. Und gerade in der jetzigen Seit, I Uujuguiuiinivyui«. «.«iv —> -v-----/ wo schwere Anfechtungen und Heimsuchungen über unscclSchnciderwerkstättKN statt, bezüglich der Sonntags HerHHechavS ZherechZebrochen ^eien^ei ^Z.-mehr denn.iL-nöttg^ arbeiten. fuhren schleunigst davon. -x- Homberg a. d. O., 24. Nov. Der Wagen 2. und 3 Klasse des Personenzuges der Ohmthalbahn, der heute Abend 8.15 Uhr von hier nach Nieder-Gemundcn fuhr., geriet bei Station Neuhaus in Brand. Das Feuer, das, im Abteil der 2. Klasse ausbrach, wurde noch rechtzeitig entt-s deckt, sodaß sich die Passagiere der benachbarten 3. Klasse retten konnten. Der brennende Wagen wurde ausrangierb und stand im Nu in Hellen Flammen. Trotz der Löscharbeiten durch die hiesige Feuerwehr verbrannte er vollständig. Man vermutet, daß der Brand durch die Explosion einer Lampe entstanden ist. Glücklicherweise war das Abteil von Homberg ab unbesetzt gewesen. Frankfurt, 24. Nov. Der hoch betagte Dichter Wilhelm Jordan wäre beinahe das Opfer eines Unfalles geworden. Er ließ sich im Bürgerverein nach den Gesell^ schaftssälen im ersten Stock im Fahrstuhl befördern. 21 ty ep aussteigen wollte, setzte sich derselbe wieder in Bewegung unty fuhr bis zum Dache empor. Jordan konnte gerade noch rechtzeittg in das Fahrzeug zurücktreten. Dagegen stürzte des Diener Atzert, der die entstandene Oeffnung nicht bemertte, inj den Schacht und zag sich lebensgefährliche Verletz. rrgerr zu. einer großen------ selben intellektuellen Wurzeln und bedeutende gememfame wirtschaftliche Interessen. Bei dem augenblicklichen in- __ dustriellen Niedergang ist für die Deutschen Großbritannien in der Völkerschlacht bei Leipzig mitfocht. Mit einem Ler größte Absatzmarkt, da eS das einzige industrielle Gebiet kHoch auf unser Fürstenhaus schloß der Redner ohne Differentialzölle ist. Das leisesteMnzeichen einer ernst-! In Darmstadt fand,, wie uns,geschrieben wird, zu lichen Gefährdung der friedlichen £c5ic5ungen ^ifäcn ben kfircn bc§ beiden Ländern würde eine Nuanzielle Krisis zur Folget ag abend^im eines sehr guten Besuches erfreute, haben, wie sie in der Neuzeit nie schlimmer vyrgekommen ist. H Rektor Prof. Scher ing sowie zahlreiche Professoren Man müßte annehmen, daß dem Germanentum die ihm bis-Ehrengäste waren anwesend. Das Präsidium führte in her eigentümliche Verstandeskrast und klarsehende Obiektwitat k gewandter Weise Stud. Herschel, der auch die Festrede hielt, abhanden gekommen sind, ivenn nicht die verständigen |s2ßeiterc Ansprachen hielten Rektor Prof. Schering und Geh. mente in Deutschland sich anschicken wütden, dem Ueberhand- tOberbergrat Prof. Lepsins, der in einigen Tagen .ein 25jühr. nehmen der jetzigen antienglischen Bewegung Einhalt zu »Jubiläum als Professor an der hiesigen Hochschule feiert, rrS-Ä'LL ’sÄtst? biefer schulmeisternde und a>w|enbc $on, L°"' AuszÄchnungen^verliehen.""den 'Präsidenten^ des Finanz- doner Blatt anzuschlagen sich herausnimmh doch aus das! ^^riums Dr. Gnauth zum Minister der Finanzen entschiedenste zurückzuweyen. D. Red. d. Gietz. Anz.) — verliehen: das Ehrenkreuz des Verdienstordens einer Rede erwähnte Asauith die durch das unüberlegte! des Großmütigen dem Kreisrat Geh. Reg. Rat Wort eines Ministers hervorgerufene stürmische Er-«Scho enfeld in Schotten; das Ritterkreuz 1. Kl. de.s- regung gegen England in Teutschland. Man könne »selben Ordens dem Kreisrat Fey zu Friedberg, dem orb. freilich allzu empfindlich gegenüber den Ansichten anderer! Professor und derzeitigen Rektor der Landesuniversität Völker sein, aber das Wohlwollen der Welt sei keine! Dr. Hansen in Gießen, dem ord. Pros. Dr. Höhlbanm quantite negligeable in der nationalen Bilanz. Asquith in Gießen, dem ^9< Man r t nr in 5 in wolle kem Büßergewand anlegen,a^^itterftcu^. Kll desselben Ordens dem Bauunter- ider Gerechtigkeit der Sache Englands und von der Mensch-^^tri II. in Gießen, dem Landwirt Weith in llichkeit derjenigen überzeugt sei, welche dieselbe im Felde ver-'!Dieder-Wöllstadt, dem Bürgermeister Zinßer in Schlitz; trete, aber er bedauere, daß die Lage Englands der Welt silberne Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst, Jn- Igegenüber mit einem völligen Mangel an versöhn- dustoie und Landwirtschaft, dem Dekan Ellenberger «lichem Geiste dargestellt worden sei. in Ortenberg, dem Landwirt Feuerbach in Ockstadt bei Paris, 23. Nov. Ueber den geheimen Bericht des Friedberg; das silberne Kreuz des Verdienstordens -Generals Voyron teilt Clemenceau in seinem „Bloc" Philipps des Großmütigen dem Bürgermeister Best zu Einzelheiten mit, woraus hervorgeht, daß die Disziplin Ussenheim, dem Kreisstraßenmeister Ling zu Friedberg, der Franzosen in Peking, ztvei Tage nach der Ankunft, sich Metzger zu Butzbach, Ritzert zu Friedberg, Stumps lockerte. Soldaten und Mönche wetteiferten in der Aus- ch Lauterbach, dem städtischen Gasmeister May in Gießen, Räumung (Plünderung) des chinesischen Palastes, dem Lehrer Voelsing in Ober-Eschbach; das Allg. Ter Bischof wußte, wo das Silber aufbewahrt war, und Ehrenzeichen mit der Inschrift für langjährige Dienste jein Wagen nach dem anderen wurde mit Silberbarren, am Band des Verdienstordens Philipps des Großm. den lbeladen. Der General Voyron schätzte den Gesamtwert der Bürgermeistern Alles zu Oberhörgern, Koch III. zu beraubten Schätze auf 300 000 bis 400000 Fr. Die Soldaten Billingen, Reitz zu Inheiden; das Allg. Ehrenzeichen mit iund Matrosen erhielten nachher jeder einen Check von der Inschrift für langjährige treue Dienste den Gemeinde- 2000 Fr., zahlbar durch den „Orden der Schwestern von Einnehmern Hofmann zu Bodenroth, Ruckelsh aus en l@t. Vinzentius" in Paris. Als diese Belohnung tn benLu Hainbach, Sch aefer in Zell (Kr. Alsfeld); das Allg- -übrigen Soldatenquartieren bekannt wurde, entstand eine Ehrenzeichen mit der Inschrift für treue Dienste dem Po- !starke Gährung, und der General sah sich genötigt, alle Ezeidiener Bechtold III. zu Nieder-Wöllstadt, dem Feld- .Checks wieder einzuziehen, und die Summe als Kriegsbeute Mützen Block zu Bellersheim, dem Gemeiubefeldhirten !unter die ganze Truppe zu verteilen, wobei die Offiziere, Hülgärtner zu Kesselbach, dem Feldschutzen Mulch chöhere Anteile erhielten. in Eberstadt (Kreis Gießen), dem Gememdeforsv, Innsbruck, 24. Nov- Hier sand eine von über 1000 wart Rupp el zu Obbornhofen, chem Gemeinde- Personen besuchte Luther feier statt, deren Ankündig- schafhirteii Schäfer II. zu Rohrbach- (Kr-. Büdingen). — ung auch Katholiken mitunterzeichnet hatten. Ferner wurde verliehen: dem Direktor des Gymnasiums Krakau, 24. Nov. Gestern abend fanden hier von Stu- Gießen Dr. Sch aedel der Charakter als Geh. Schul- venten in Szene gesetzte antipreußische Demonstra- bem Medizinalrat Dr. Abbee in Bad-Nauheim der itionen statt, angeblich wegen „Drangsalierung derICharakter als Geh. Medizinalrat, den prakt. Aerzten Dr. Polen in Preußisch-Schlesien". Eine vieltausendköpfige Haupt in Gießen und Dr. V 0 g e l in Laubach der Charakter Menschenmenge zog unter Pfeifen und Johlen vor das als Sunitätsrat; der Charakter als Oekonoimerat dem Guts- Palais des Kardinals Puzina, vor das Offizierkasino und Pächter Western acher zu Lindheim, der Charakter als vor den „Süchfischen Hof", wo gerade eine Vorstellung Musikdirektor dem ersten Musiklehrer am Schullehrerseminar des Berliner Brettls stattfand. Hier brach die Menge in in Friedberg Schmidt; als Kanzleirat den Kreisamts- Pereatrufen aus. Die Vorstellung mußte sistiert werden, bureauvorstehern Wursteus zu Alsfeld und Kreuder Erst nach 10 Uhr abends gelang es herbeigeholtem Militär, Friedberg und dem Sekretär bei der^ Bürgermeisterei die Demonstration zu unterdrücken. Gießen Demuth; als Rendant dem Sparkassenrechner Athen, 24. Nov. Trotzdem der König den Minister- Weitz zu Herbstein; das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienst- Präsidenten T h e sto k i s dringend ersuchte, am Ruder zu erdens Philipps des Großmütigen dem Oberförster der Oberbleiben, beschloß dieser doch- seine Entlassung ein» förftem Wieseck Weigand zu Gießen, dem Gräfl. Gortz- zureichen. Ischen Kammerdirektor Forstmeister Stockhaus in Sck)litz; --das Ritterkreuz 2. Kl. dess. Ordens dem Stadtv. Keller, dem Eisenbahnsekretär Kullmann, dem Oberpostsekretar Bernhardt, sämtlich in Gießen; der Charakter als Geh. Forstrat dem Oberförster der Obersörsterei Schtffenberg Heyer in Gießen, als Forstmeister den Oberförstern Heß in Gomberg, Bär in Storndorf und Bus in Grebenau. S. Da r m st a d t, 25. Nov. (Telegramm.) Heute mittag 12 Uhr fand auf dem Marienplatz große Wachtparade statt, bei der der Divisionskommandeur General v. Perbandt ein dreifaches Hoch auf den Großherzog ausbrachte. Sodann wurden 101 Kanonenschüsse ab gefeuert. die in Aussicht genommenen Arbeiten und deren sofortige ß daß das Volk ba§ Herrscherhaus auf furbittenden Herzen Durchführung zu ermöglichen und bei Zeiten vorzubereiten trage. — Heute Abend feiert das Regiment bcttaillons- refp. sein. Es erscheint hierbei dringend erwünscht, die Be- kompagnieweise in verschiedenen Lokalen den ^rag m der schäftigung ausländischer Arbeiter aufs not- üblichen Weise durch Aufführungen und Ball. — Die Be- wendigste einzusch räu ken. Es ist eine unabweisbareI ^fon und die Bürgerschaft begehen den Geburtstag durch Aufgabe von Staat und Gemeinde, der Lage des Arbeits-I^ Festessen im Gesellschaftshaus. Sämtliche öffentlichen r”Knum^S Ä&. «ebäube unb emo groß- Anzahl n°n Pri°°th°us°-N sind L'Lr'lS ...... an Orten, wo solche noch nicht bestehen, dringend er-i! Heinrich Schirmer aus Anlaß de§ Geburtstages Ihrer forderlich. »Königl. Hoheiten einigen Angestellten für besonders ' lang- Friedrichsruh, 24. Nov- Fürst Herbert Bis- jährige Thätigkeit in der Fabrik die Medaille für treue marck beabsichtigte früher, in der dtähe des hiesigen Arbeit verliehen. Die Ausgezeichneten sind die Arbeiterin Ortes int Sachseuwalde ein Schloß zu erbauen. Wie es Jolene Schäfer aus Wieseck (feit 1861 in der Fabrik), heißt, hat .der Fürst diesen Plan jetzt aufgegeben, ^.as £ • . Heinrich Wagner II. aus Wieseck (ebefifalls- seit alte Fürst-euhaus soll einem größeren U m b a u unter- !^i) und der 70jähnge Maschinenschlosser Heinrich Baum Kögen werden. @ie^cn igg7). Herr Provinzialdirektor Geheimerat v. Bechtold war persönlich in großer Uniform erschienen ^lUnlUllU* | unb überreichte den wackeren Leuten die Medaille mit einer London, 23. Nov. „Daily Telegraph" schreibt über ^3^.^ Lage: Die neuesten Vorgänge rufen hier Ueberraschung bei Auch aus einer Reihe von Ortschaften aus der näheren allen denjenigen hervor, die sich in verantwortlicher Stellung I weiteren Umgebung Gießens liegen uns heute bereits befinden, und die im Stande sind, einzusehen, daß die Auf-! Berichte vor über patriotische Feierlichkeiten So schreibt uns rechterhaltung eines freundschaftlichen Verhültnisseslu. a. unser-i-Korrespondent aus Laub ach: Der Geburts-i^wie ------------ Zwischen England und Deutschland für die zivilisierte tag wurde hier durch eine öffentliche Veranstaltung des bn§ Nervensystem der Erdbewohner verbreitet hatte, machte Welt von hohem Interesse ist. Jede Bestrebung, die Ghmna-iume-gefeiert Klaviervortragr, Chorlreder und Vor-' { 6.( Mo,iL.OL--fkLche bekannt. Sie --r- bat-aut hinaus geht, einen politischen Bruch zwischen be« trage NMcher ^dtchte geführten Lichtbilder ließen recht deutlich die sogenannten Leiden Volkern herbe.zusühren, würde die Mmschhe» »d g ÄfÄm Ä' f«mr wie es Minggebirge und Wallebenen erkennen, roeto letztere früher, einer großen Katastrophe bedrohen. Beide Völker haben die- srmter' Napoleon ^dem ^Rheinbunde^angehörte, wie es aber fälschlich für Meere gehalten wurden. Die ^birgsfornien . r- —Napoleons Unglück tu Rußland sich den deutschen Frei-! lassen eine vulkanifche^ Entstehung der Mondgebirge als ge- heitsbestrebungen anschloß und auch für Deutschland-l Frei-!wiß annehmen. Ebenso sprechen die bestimmtesten Beobacht- . r --- -----imgen dafür, daß den Mond, keine Atmosphäre umgiebt und. daß auf seiner Oberfläche keine größeren Wassermassen vorkommen. Auch die bedeutenden Temperaturunterschiede lassen, darauf schließen, daß Wesen von der Organffation des Erd- menschcn dort nicht existieren können. Zum Schluffe gab Redner noch über Entstehung der auf der Mondoberfläche wahrnehmbaren Rinnen und der zu beobachtenden Sttahlen- systeme Erläuterungen. Der Vorsitzende des Ortsgewerbeoereins, Spcnglermeister Heinrich Kaiser, dankte namens der Zuhörer für den ebenso interessanten, als lehrreichen Vortrag und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Koob im nächsten Winter hier über ein ähnliches Thema sprechen möge., -0 Friedberg, 24. Nov. Aus die Eingabe der Han- belskammer Friedberg an die Oberpoftdirektion Darmstadt wegen Errichtung eines Postdienstraumes in dem Bahnhof von Bad-Nauheim traf folgende Antwort der Oberpoft- direktion ein: „Im Anschluß an das diesseitige Schreibers vom 1. Oktober wird der Großh. tz>andelskammer ergebenft mitgeteilt, daß die Bemühungen der Oberpostdirektion um die Erlangung eines Raumes für Postdienstzwecke auf dem Bahnhof in Bad-Nauheim erfolglos geblieben sind. Die Eisenbahndirektivn in Frankfurt (Main) Hut die Ueberlaisung eines solchen Raumes neuerdings abgelehnt, weil die beim Umbau des Empfangsgebäudes zu Bad-Nauheim geschaffenen Räume ausnahmslos zu bahndienstlichen Zwecken Vermischtes. ♦ Posen, 24. Nov. Ter gestern 9 Uhr 29 Mm. von Glowno nach tPosen abfahrenoe gemischte Zug Nr. 450 stieß bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof mit einem aus der Richtung von Gnesen kommenden Güt er zu g zusammen. Mehrere Wagen beider Züge entgleisten, einige von ihnen wurden stark beschädigt bezw. zertrümmert. Ein Wagen 4. Klasse geriet dadurch, daß der darin befindliche Wagen umfiel, in Brand welcher sich auch noch zwei anderen Wagen mitteilte. Reisende sind nicht verletzt- Vorn Zugpersonal haben zwei Beamte ganz unerhebliche Kontusionen erlitten. Ter Per,onen- verlehr wird vorläufig durch Umsteigen auf der Unfallstelle aufrecht erhalten. Tie Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages soweit gefördert werden, daß der durchgehende Betrieb wieder ausgenommen werden kann. Glowno ist Station der Hauptbahn Posen-Thorn und der Nebenbahn Posen-Straltowo. • Stuttgart, 23. Nov. In dem mit Stacheldraht ganz umgebenen Rondel bei der Hofwaschküche hinter dem Residenzschloß ist heute früh 7 Uhr die 22jährige Dienst- magd Babette Wirt mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden worden. Neben der Leiche, welcher die Uhr und Geld geraubt war, lag em Herrenstock. Von dem Mörder hat man noch keine Spur. * Rom, 24. Nov. Der Weihbischof von Straßburg Zorn von Bullach ist im hiesigen Hotel „Minerva" seines Bischofsringes und mehrerer Wertsachen beraubt worden. Die Polizei nahm den Dieb in der Person eines ebenfalls im Hotel wohnenden aus Aegypten zugereisten Italieners, bei dem sie den ganzen Raub unversehrt vorfand, fest. * Rom, 24. Nov. Die Polizei verhaftete hier einen Mann, welcher sich Friedrich Müller nennt. Jedoch wurde festgestellt, daß er mit einem gewissen Friedrich Reichstein aus Gallenweiler (Baden) identisch ist, der im vergangenen August auf der Straße von Innsbruck nach Voralberg einen Mord begangen haben soll. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. Paris, 24. Nov. Heute mittag fand auf dem Montmartre- Friedhof die Enthüllung des von dem dänischen Bildhauer Hanelyiie geschaffenen Heinedenkmals statt. Der Feier wohnten einige Anwerwandte Heines, mehrere hundert Mitglieder der deutschen und österreichischen Kolonie und eine Anzahl deutscher und französischer Schriftsteller bei. — Die russische Telegraphen-Agentur meldet: In den letzten Tagen hat sich der Gesundheitszustand Tolstoi's verschlechtert. Schulze, Tochter des verstorbenen Schuhmachers August Schulze zu Grüningcn. — Markusgemeinde. Ten 16. 9too. Damd Emge, Reisender zu Offenbach a. M., unb Auguste Katharine Kreiling, Tochter des Lokomotivführers i. P. Konrad Kreiling zu Gießen. Denselben. Adolf Heinrich Karl Schmall, Schlosser zu Gießen, und Minna Elisabethc Rahrgang, Tochter des Schneidermeisters Georg Nahrgang zu Gießen. — Militärgemcinde. Den 17. Viovembcr. Georg Länlelmc, Fußgendarm zu Gießen, und Katharine Magold, Tochter des verstorbenen Landwirts Valentin Magold zu Elpenrod. Getaufte. Matthäusgemeindc. Ten 17, November. Dem am 11. Olk. vcrst. Rechtsanwalt August Wagner, Zwillingstöchter, Margarethe Katharine Franzisla und Viktoria Emma Wilhelmine, geboren den 12. Oktober. — Markusgemeinde. Ten 17. Nov. Dem Schlachihausdirekwr Arthur Liebe eine Tochter, Marie Klara Alma Ruth, geboren den 22. Juli. Denselben. Tem Lokomotivheizer Georg Leicht eine Tochter, Paula, geboren den 20. Oktober. Denselben. Tem Prokuristen Georg Karl Krenter eine Tochter, Martha Else, geboren den 1. 9iovember. Denselben. Tem Land- briefträger Ludwig Jung ein Sohn, Wilhelm Ludwig Karl, geboren den 28. Oktober. Tensclbcn. Dein Eiscnbahnschaffner Heinrich Höbet eine Tochter, Ernstine Henriette Katharine Ottilie Margarethe Wilhelmine, gcboreii den 18. Oktober. Denselben. Tem Schneider Johannes Brandau ein Sohn, Viktor Hugo, geboren den 20. Sept. — Lukasgemeinde. Ten 17. November. Tem Schlosser Max Hugo Nitzschc ein Sohn, Georg Wilhelm Adam, geboren den 4. Oktober. Ten 20. November. Dem Privaldozenten und Assistenzarzt Franz Volhard ein Sohn, Hans Wilhelm, geb. den 6. Juli. — Johannesgemeinde. Ten 17. November. Tem Glaser Wilhelm Kreß eine Tochter, Anna Karoline, geboren deu 22. Aug. Beerdigte. Markusgemeinde. Ten 18. November. Katha- rine Naiimann, geb. Kretzschmar, Witwe, 35 Jahre alt. Den 20. November. Phüippine Metzger, geb. Walz, Ehefrau des Metzger- meisters Karl Metzger 69 Jahre all. starb den 18. Siovember. — Lukasgemeinde. Den 17.9lovemver. Ferdinand Parthier, Korbflechter, verheiratet, 48Jahre all, starb den 15. Nov. — Johannes- gemeinde. Ten 18. November. Johannette Lcinberger, Witwe des Hosgerichtsadvokaten Bonaventura Leinberger, 88 Jahre alt, starb den 16. 9iooember. Den 22. November. Anna Dcttweiler, geb. Montanus, Ehefrau des Oberschulrats Professor Dr. Dett- weiler zu Leipzig, 40 Jahre alt, starb den 19. November zu Leipzig. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 25. November, abends 8 Uhr, im Konfirmanden- saal der Johanneskirche Bibel st unde. Text Psalm 92. Pfarrer Euler. Schisssnachrichtcu. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Breme n, 21. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer „era", Kapitän A. Koenemann, vom 9tord- deutschen Llovd in Bremen, ist gestern 9 1 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Gerichtssaal. Wiesbaden, 24. Nov. In der Drogerie von Otto Siebert hat der dort beschäftigte Kommis Ludwig Wurm in zwei Fällen statt Weinstein Brechweinstein verabfolgt. Der Feuerwehrmann sowie die Familie Wallot, die von dem Gift genossen hatten, erkrankten nicht unbedenklich und wurden nur durch das rasche, von einem Arzt angeordnete Einnehmen von Gegengift vor größerem Schaden bewahrt. Die Strakammer verurteilte jetzt den Inhaber der Drogerie, Apotheker Dr. Siebert, der bei Verabreichung des Giftes gar nicht anwesend gewesen war, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 300 Mk. Geldstrafe. Wurm wurde freigesprochen. Stiel, 23. Nov. Das auf dem Linienschiff »Kaiser Barbarossa" ftattgehabte Oberkriegsgerrcht gegen Mannschaften des Kreuzers „Gazelle" mußte ausgesetzt werden, weil sich in der Ver- hanblung herausstellte, daß die Obermatrosen Genz und Peik, deren Verurteilung rechtskräftig geworden, am letzten Doge der gesetzlichen Beruiungsfrist vergebens versucht hatten, bei dem Gerichts- ossizier des Kreuzers „Hela", wo sie derzeit kommandiert sind, die Berufung zu Protokoll zu geben. Die Angelegenheit soll demnächst untersucht und dann eventuell gegen alle fünf Angeklagten in er- neuter Sitzung verhandelt werden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. CT. - = e £ 23. 2“ I 756,7 + 3,4 2,9 50 NE. 2 23. 9“ 758,6 — 1,3 3,6 86 NE. 2 24. 7“ 760,4 — 4,0 3,2 95 N. 2 24. 2" 760,4 + 1,2 3,1 62 N. 2 24. 926 | 760,6 + 0,2 4,5 96 N. 2 25. 7’6 760,3 + 0,5 4,3 90 NE. 2 Wetter Sonnenschein sternh. Himmel Heller , bew. „ beb. Himmel bew. Hünmel Höchste Temperatur am 22. bis 23. Nov. 4- 4,1° C. Niedrigste „ „ 22. , 23. , — 1,4° C. Höchste , , 23. , 24. , + 1,8° C. Niedrigste „ „ 23. „ 24. „ — 4,6° C. Neueste Meldungen. Handel und Verkehr. Uslkswittschast. Kassel, 23. Nov. Die Voruntersuchung gegen die fünf in Untersuchungshaft befindlichen Aufsichtsräte der Treber- trocknungsgesellschaft ist nunmehr abgeschlossen. Der Staatsanwalt arbeitet die Anklage aus; darauf wird die Beschlußkammer des Landgerichts entscheiden, ob vor der Strafkammer oder dem Schwurgericht verhandelt wird. Die Verhandlung wird jedoch erst zu curfang nächsten Jahres stattfinüen. Koblenz, 23. Nov. Der frühere Direkter der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, L. O. B o e i n g, in Vallendar, ist gegen Stellung einer Kautton von 150000 Akk. und gegen Bürgschaft einiger Bürger von Vallendar aus der Untersuchungshaft in Neuwied entlassen worden. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 24. November. (Telegr.Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen 388 Ochsen, darunter 127 aus Oesterreich, 32 Bullen, darunter 4 aus Oesterreich, 821 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 341 Kälber, 619 Schase und Hämmel, 1225 Schweine, 2 Ziege, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 68—70 Mk'. 2. Qual. 62—64 M., 3. Qual. 56—59 2)«.; Bullen 1. Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 50—53 2Jlf.; Kühe 1. Qual. 59-61 Mk., 2. Qual. 56—58 Mk., 3. Qual. 42—45 Mk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—32 NU. Kälber: 1. Qualität78—80 Pfg.,Lebendgewicht 46—48 Pf., 2. Qual. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 41—43 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., 2. Qual. 46—48 Pfg., 3. Qual. 40—44 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfa., 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 3. Qual. 58 bis 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh lchleppend, bei Kleinvieh gut; Markt gercunnt. Ueberstand gering. ko. Frankfurt a. M., 24. Novbr. (Orig.-Telegr. des „Gießen' Anz.") Amtliche Notierungen der heuttgen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.50—00.00, Kurhessischer NU. 00.00-00.00, La Plata Mk. 17.25—00.00, Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) NU. 13.75—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—16.25, Kleie Mk. 16.25—17.25, Hafer NU. 14.71—15.25, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.00—24^0, 2. Qualität Mk. 22.00 bis Mk. 22.50, 3. Qualität Mk. 20.00—20.50, öioggenmehl 0 NU. 21.50—22,00,1. Qualität NU. 20.25—20.50, Weizenkleie Mk. 8.50 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.50—0.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Frankenpfälzer Rieb Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadtlheater. Opernhaus. Dienstag den 26. Nov. Abends 7 Uhr. „Die Regimentstochter". Hierauf. „Der Kurmärker und die Picarde." Schauspielhaus. Dienstag den 26. Nov. Abends 7 Uhr. „Die Hoffnung." Auszug uus Skll Kirchenbüchern der Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 20. Novbr. Karl , Dagobert Borst. Photograph zu Gießen, und Marie Christine Origrualdrahtmel-mrgen des Gießener Anzeigers. Berlin, 23. YLov- Der Verlag des einzigen noch in Deutschland erscheinenden Arnachistenblattes „Neues Leben" teilt mit, daß das Blatt wegen Geldmangel sein Erscheinen von neuem einstellen müsse. B e u t h e n, 25. Nov. In der Stadtverordneten-Sitzung wurde ein Schreiben des Magistrats von Berlin zur Kenntnis gebracht, wonach in Berlin ein allg em ein er deut - scherStädtetag statt finden soll, um gegendieZotl- erhöhungen Stellung zu nehmen. Hierzu wurden zwei Telegierte ernannt, darunter der Oberbürgermeister. Karlsruhe, 25. Nov. Die Gattin des vor wenigen Jahren von Frankfurt nach Karlsruhe übergesiedelteu Malers Professor Thoma, i[t in Konstanz an den Folgen einer schweren Operation gestorben. Tübingen, 25. Roo. Prof. Liebermeister, Vorstand der medinizischen Klinik, ist gestern gestorben. London, 25. Nov- Aus Colesberg wird gemeldet: Gestern wurde der Feld-Koruet des Kommandos Lategan als Rebell erschossen. London, 25. Nov. Ter Korrespondent eines Sheffielder Blattes, ein Freund Chamberlains, berichtet, letzterer habe im Laufe einer Unterhaltung geäußert, er sei amtsmüde und würde sich von der Politik zurückziehen, wenn er damit zur ehrenvollen Beilegung des südafrikanischen Krieges beitragen mürbe. (?!?) Rotterdam, 25. Nov. Studenten drangen gestern abend in das Theater, wo sie großen Unfug anrichteten. Die verschiedensten Gegenstände wurden auf die Bühne geschleudert und mehrere Künstler verletzt. Es entstand eine Panik. Die Polizei mußte das Theater räumen. Die Studenten setzten alsdann auf der Straße die Demonstrationen fort. Ni.zza, 25. Nov. In der gestrigen Gemeinderats- Sitzung kam es zu stürmischen ©§enen, wobei der Gemeinderat Orsini zum Revolver griff, und drei Gemeinderäte schwer verletzte. Wien, 25. Nov. Ällten sich blutige Ausschreitungen in Alt-Serbien wiederholen, so würde die serbische Regierung von der Pforte die Entwaffnung der Albanesen verlangen, und, falls die Pforte nicht den Willen oder die Macht hätte, die Ruhe in jenen Gauen wieder herzustellen, so müßte Serbien mit einem Appell an die Signatar-Mächte des Berliner Vertrages herantreten, damit der Artikel 23 dsss Vertrages unter der Kontrolle der Mächte endlich durchgeführt würbe. — Gestern sand die Wahl der Gehilfen der Ausschüsse für die Krankenkassen der Wiener Kaufmannschaft unter stürmischen Straßenszenen und b luti'g en Prügeleien statt, weshalb die Wahlen nicht beendigt, unb bie gestrigen Stimmen-Abgaben annulliert wurden. Ehristlichsoziale unb Teutschnatiouale hatten sich gegen die Sozuildemokraten ver- ,einigt und gemeinsmvH Lauüidgteri ausgestellt Der Wahlakt fand in der Volkshalle des Rathauses statt, das mit 500 Mann Polizeiwache zu Pferde und zu Fuß umgeben war. Im Restaurant Reichshallen, das zur Halste an die Deutsch-Nationalen, und zur Hälfte an bie Sozialdemokraten als Agitations-Lokal vermietet war, kam es zu einer blutigen Schlägerei. Sessel, Tisck)e, Gläser und Spre- gelscheiben wurden zertrümmert. Die Polizei räumte gewaltsam die Lokale unb hieb mit flachen Säbeln ein, als Widerslanb geleistet wurde. Die Exzesse setzten sich in den Straßen um das Rathaus bis zum Einbruch der Duntelhett fort. Biele Personen wurden verhaftet. . Olmütz, 25. Nov. Eine tschechische Manifestation^ Versammlung beschloß eine Resolution, in welcher die Errichtung einer tschechischeullniversität als kulturelle Notwendigkeit bezeichnet wird, und die Angriffe der Deutschen auf das schärfste zurückgewiesen werden. Die Regierung wird ersucht, die tschechischen Fordermrgeu baldigst zu erfüllen. Athen, 25. Nov. Der König hat Zaimis mtt der Kabinettsbildung beauftragt. Johannesburg, 22. Nov. In den Kämpfen nut dem Kommando Buys bei Villiersdorf wurde der Kommandant der englischen Truppen getötet, 3 englische Offiziere wurden verwundet. Eine Abteilung der Mannschaften des Eisenbahn-Regiments wurde von den Buren gefangen. Auch andere britische Truppenteile hatten Verluste. Die Eisenbahntruppen waren von den Buren des Kommandos Buys umzingelt worden, welches vom Kommando Roß verstärkt worden war. Kapstadt, 24. Nov. Das Schiff der deutschen Südpolarexpedition „Gauß" lief nach seiner Abfahrt von Hamburg die Hafen La Palmas und St. Vincent an unb untersuchte dann die Meerestiefen in westlicher Richtung, ohne die amerikanische Küste zu berühren. „Gauß" war während der ganze Reise mit Segeln gefahren. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sind sehr befriedigend ausgefallen. Das Schiff wird nach zehntägigem Aufenthalt m Kapstadt nach den Kerguelen gehen. RonnefeMtslhee aÄ» «Mte wird allgemein gelobt und weiterempfohlen. Proben der 4 Haupteorten Alk. 1.— „Franco“. Cbce-lmport Ronntfelit. Frankfurt a. M. Vorkehrungen gegen to Einfrieren der SM-WnsserleilnM. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem (Sht frieren des Wassers in den Hauswasser leituugeu bei ciulretender Kälte vorzubeugeu, es erforb erlich ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Ties geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wasser- messer befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seit- lich desselben befindliche Entleerungshähnchen. nachdem ein passendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung sichende Wasser voll- ländig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder go- chlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des HauseS befindliche Zapsveutil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Zapfventtl der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft und der Enlleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahues erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vier- kanttgen Hahnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffueu des Haupt- absperrhahnes geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hof- räumen, Gärten usw. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu enUeeren und erteilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur • Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages ans kürzere festgesetzte ^eit zn beschränken unö während der übrigen Tageszeit die yauswaffer- leitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Umerhaltung eures kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- ober sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oeschen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschlusses) gegen Aur- frieren der Schüsseln geschützt. Die Waffermesser nebst dem nächstauschließenden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellersensler geschlossen zu hatten. — Die Herstellung aller Waffermesser, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Durch die ernp'ohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehme^ die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Äorsichtöuurtz- regelu allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Auschauung von Hauswasserleitungen werden am schnelfften von denjenigen Jnstallationsgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgeführt haben. Gießen, den 6. November 1901. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergum 7309 Ein falscher Glaube. İ«n vielfach, daß eine Toiletteseife desto billiger sei, je weniger sie im Einkauf kostet. Falscher Glaube! Die billigen Füllseifen sind die teuersten, denn sie verwaschen sich rasch. Nehmen wir an, mit einer fettarmen Füllseise, die vielleicht uur 25 Pfg. kostet, wascht man sich 50mal, mit Doe- ring's fettreicher Eulen-Seife die überall 40 Pfg im Einlaufe kostet, aber lOOmal, welche Seise ist nun die billigste? Unftreitig Toerma's berühmte Eulen-Seife und dabei hat der Käufer die Gewißheit, daß er mit Doering's Eulen-Seife die bewte von allen existirenüen Toiletteseifen erworben hat. Giebt es danach ein Besinnen? / ’w’ K- 8 . J. H. Fuhr $oll§ Sonnenstrasse 25 Sonnenstrasse 25 Grosse Weibnachts - Ansshltnng in Kinder-5pielwaaren weine! sowie sämtliche Zubehörteile. 7717 Prima J3! ^chön irtöbl. Zimmer, mit ob. g ohue Pens. Bahnhofstr. 43,IlI. empfiehlt 7701 Asterweg 6, II. 04749) 7706 norme verkaufe: Petroleum bis 1 Uhr. 3959 L 2. Marktplatz 17 7473 Bergstraße 17. 7576 S. 4. Viehhalle. 7719 gesucht^ 5). Häusel. Detaiüiften-Herein Uhr, LN^obliertes Zimmer billig zu vernr. Walllhorstr. 46,1. fet. /^chön möbl. Zimmer zu Denn. 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