Nr. 278 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 26. November 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Giehener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den ^Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul ft ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlnßNr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w '**' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeigen zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr, bis vormittags 10 Uhr. Alle Ameigcn-Vermitt- lungsstellcn des In-und Auslandes nehmen An» »eigen entgegen. Zeilenprcis: lokal 12PÜ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Ver> lag der Brühl'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Beck Smit 25* Noveinbev. Ein Freudenfest für das hessische Volk ist wieder herangekommen, ein Freudenfest auch darum, weil es einer der welligen Tage ist, an dem jeder Parteihader vergessen ist. Am 25. November, dem Geburtstage des Großhcrzogs und der Großherzogin von Hessen, sind alle Parteien, die überhaupt auf monarchischem Boden stehen, einmütig in der Huldigung für die höchsten Herrschaften. Der 25. November ist ein Tag, der am besten zeigt, wie tiefe wurzeln im hessischen Volke der monarchische Gedanke überhaupt, und die Zuneigung zu dem angestammten Herrscherhause insbesondere besitzt. Diese Wurzel sitzt so fest, daß jede wißhelligkeit und jede Disharmonie, jede Anschauungsvcrschiedenheit, die unser Großherzogliches Haus berührt, aufs tiefste mitempfunden wird. Die herzliche Liebe des Volkes zum Herrscherhause, an dessen Freud und Leid cs teilnimmt, kommt dann um ko inniger zum Ausdruck und die Anhänglichkeit und Treue zeitigt ihre besten Blüten. Die hochherzige Gesinliung unseres Landesherrn offenbart sich immer aufs neue. Durch sein lebendiges Interesse für alte kulturellen Errungenschaften unserer Zeit, durch seine warme Anteilnahme an dem Wohl und wehe des hessischen Volkes besitzt er dessen ganzes Herz. Duldsamkeit ist die Richtschnur seines wirkens. Daß er der ernste Förderer dea Wissenschaften ist, das weiß man am besten in unserer Stadt Gießen, deren akademische Institute unter seiner Regierung große Ausdehnung gefunden haben und fortwährend neu finden. Und er ist zugleich der begeistertste Freund der Künste. Seiner Anregung verdankte man es, daß ein Dokument deutscher Kun ft in diesem Sommer die Welt nach der hessischen Residenz lockte. Die Absichten des hohen Protektors waren die edelsten, und jene Ausstellung hat, wenn sie auch infolge mannigfacher Umstände nicht alles erreicht hat, was sie bezweckte, uns doch einen sehr wesenlichen Schritt weiter geführt zum Erblühen einer neuen Üunst der Ornamentik. Die Darmstädter Ausstellung trug eine Fülle neuer Ideen in das Vock, in dem sie sich fruchtreich weiter entfalten werden, ohne das bewährte Alte jäh zu stürzen. Die wünsche des hessischen Volkes für das Wohlergehen des Großherzogs und feiner hohen Gemahlin sind unwandelbar die gleichen. Sie werden von der Bevölkerung des Landes, ohne Unterschied der Partei, geteilt und gehen dahin, daß der heutige Tag, so oft er wiederkehrt, ein Tag der Freude sein möge, ein stets sich erneuernder Quell herzlicher Gefühle, wögen in Zukunft Nebel der Sorge, möge jeder Mßklang von ihnen fern gehalten werden. Diesen Wunsch weihen wir sürbittend mit allen hessischen Herzen dem Großherzog und der Großherzogin. Politische Wochenschau. Der Widerspruch belebt die Unterhaltung, auch die poli- Lische, das hat wieder einmal die Woche gelehrt, der unser heutiger Rückblick gilt. Im wieder eröffneten h e s s i s ch e n Landtage brachte die Notstandsdebatte den klärenden Widerspruch der Regierung. Eine Bemerkung des Abg. Köhler-Langsdorf über die antisemitischen Neigungen der meisten Landtagsboten gab zu sehr bemerkenswerten grundsätzlichen Erklärungen aller Parteiführer Anlaß. Die Fleisch- beschaugesetzvorlage brachte eine an Widersprüchen reiche Zolltarifdebatte, und der treueste Landtagsbeschluß über eine Landesmedizinalreform und die Ueberführung der Apotheken in den Staatsbetrieb, die man in den breiten Kreisen der Bevölkerung wohl ziemlich allgemein freudig begrüßen wird, wird doch wohl noch manchen Widerspruch zeitigen. " > Auch sonst kam die öffentliche Meinung, soweit sie mit der Volksstimmung Fühlung hat, aus dem Widerspruch nicht heraus, Widerspruch im ©inne des Protestierens genommen. Da waren es zunächst die Ehamberlain'schen Tiraden, die nach wie vor Widerspruch hervorriefen. Bei uns in Gießen hat man, spater als an anderen Orten — Mainz wird allerdings nach Fuchsenart erst am 1. Dezember nach klappeu — es nachträglich noch für angezeigt erachtet, dem Totengräber des englischen Ruhmes ein paar recht kräftige Wahrheiten ohne Rechtskraft zu sagen, nachdem kurz zuvor die reichsoffiziöse „Nordd. Allg. Ztg." ein laues Wasserstrahl chen über den Kanal geleitet hatte. Angesichts der Indifferenz, die unsere Reichsregierung gegenüber dem Thun und Treiben der Errgländer aus vielleicht allzu behutsamer Opportunitätsrücksicht zu bezeigen Pflegt, will das immerhin schon etwas sagen, und wenn es sich bestätigen sollte, daß Graf Bülow nach einer Gelegenheit späht, um von der Reichstagstribüne aus dem Mr. Ehamberlain, dessen unschätzbarer Gesundheitszustand nach neuesten Meldungen wieder tadellos sein soll, was man in Bezug auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit doch vielleicht ein wenig anzweifeln darf, noch eine etwas fühlbarere Douche zu applizieren, so wäre das ein -erfreulicher Beweis dafür, daß der vierte Kanzler nicht ausschließlich sein Heil im Schwimmen gegen den Strom sucht. Neben Chamberlain war es erneut das Jnsterburger Dsuell, das Veranlassung zum Widerspruche bot. Die Sühne, zu welcher der Gegner des in seines Maiens Blüte in Todesnacht gestürzten Offiziers verurteilt wurde, entsprach nicht dem Volksempfinden, daß man sich fragen mußte, ob denn ein Menschenleben bei uns so niedrig im Kurse steht, daß es mit zwei Jahren Festung hinreichend bezahlt erscheint, zumal solchen Verurteilungen gegenüber skeptisch zu sein ohnehin Veranlassung vorliegt. Häusig ist es in den letzten Jahren zu verzeichnen gewesen, daß den Duellanten nach wenigen Monaten schon der Rest ihrer Strafe erlassen wurde, und wenn es auch das Gericht ab- gelehnt hat, den Verurteilten der allerhöchsten Gnaoe zu empfehlen, dürfte der Ausgang schließlich auch diesmal vielleicht kein anderer sein. Selbst wenn, wie ganz sicher zu erwarten steht, der Reichstag sich mit der Affaire befassen wird, dürfte ein wesentliches Ergebnis auch diesmal kaum gezeitigt werden. Es fällt eben unserer modern genannten Zeit schwer, mit alten Vorurteilen aufzuräumen. Solchen Erwägungen ist auch der Protest entsprossen, den der Nestor der deutschen Gelehrtenwelt, Professor Mvmmsen, dieser Tage gegen die anscheinend neuerdings in Aufnahme gekommene Unterscheidung der Wissenschaft nach Konfessionen erhoben hat. Wo es galt, die Freiheit der Wissenschaft zu wahren, ist der greife Forscher von jeher auf dem Plane gewesen, leider aber haben sich die Lehrkörper der deutschen .Hochschulen bisher nur vereinzelt den Bedenken angeschlossen, die Mommsen ausge- prochen hat. Und doch ist die Gefahr nicht zu verkennen; ind wir erst einmal auf dem Punkte angelangt, daß Ge- chichte und Philosophie von katholischen und evangelischen Gesichtspunkten aus erforscht und gelehrt werden, dann muß es mit der stolzen Höhe,' auf der sich die deutsche Wissenschaft zur Zeit beftndet, ein Ende nehmen, denn die Wissenschaft verträgt keine Tendenz, sie kann nur Erfolge erzielen, wenn sie unbeirrt durch Dogmen und sonstige konfessionelle Einflüsse ihre Aufgabe erfüllen unb der lauteren Erkenntnis Raum verschaffen kann. Wie nötig das ist, zeigt ja schon der Kampf um den Zolltarif, der' 'n der Hauptsache ebenfalls nichts weiter ist als eine endlose Reihe von Protesten. Die Wissenschaft hat dabei leider nicht immer die Anerkennung gefunden, auf die sie Anspruch zu machen hat, und ist häufiger in den Dienst der Parteiinteressen gestellt worden, als gutgeheißen werden kann. Der Erfolg entsprach allerdings bisher nicht dem Aufwand an Gründen und Gegengründen. So wird der wirtschaftliche Kampf denn wohl bis zur äußersten Konsequenz durchgefochten werden müssen, und sein Ende wird möglicherweise entscheidend fein für Sein ober Nichtsein des gegenwärtigen Reichstages, Der übrigens in Herrn v. Frege soeben seinen ersten Vizepräsidenten verloren hat. Wie die „Nat.-Ztg." bestätigt, sollte im Reichstage der Zolltarif und bas Zolltarif-Gesetz nebst vollständiger Begründung heute (am Montag) zur Verteilung gelangen. Die Begründung besteht ans zwei getrennten Teilen, einem allgemeinen und einem besonderen Teile. Der allgemeine Teil ist bereits den Abgeordneten zugesandt worden. In dem am nächsten Mittwoch stattfindenden Semoren-Konvent soll über die geschäftliche Behandlung der Zollgesetze und des Etats verhandelt werden. Voraussichtlich werden die ersten Lesungen dieser Verhandlungsgegenstände vor Weihnachten erledigt werden können. Wenn die Zollgesetze, was wahrscheinlich ist, vollständig oder zum allergrößten Teile an eine Kommission verwiesen werden, wird im Sommer wohl eine mehr wöchentliche Pause in den Plenarverhandlungen eintreten. In dem allgemeinen Teil der Begründung, einem langen Aktenstück, heißt es in Bezug auf den Schutz der Landwirtschaft: Der vorliegende Zolltarif erblicke einer seiner wichtigsten Ziele darin, die Sage der einheimischen Landwirtschaft günstiger zu gestalten, indem durch höheren Zoll- schutz ihrer Erzeugnisse der Erlös besser den Herstellungskosten angepaßt wird. Im Gegensatz zur Landwirtschaft bedürfe die Industrie keiner allgemeinen Verstärkung ihres Zollschutzes. Die Ausfuhr-Industrie kann aber mit Recht erwarten, daß nicht zu ihrem Schaden die Rücksichtnahme ans die Landwirtschaft über das unerläßliche Maß hinausgehe. Bezüglich des Doppeltarifs für die wichtigsten Ge- treibearten sagt die Begründung, es habe trotz der entgegenstehenden gewichtigen Bedenken angezeigt erschienen, durch die Gesetzgebung eine Weisung über den bei Vertrags-Verbandlungen festzuhaltenden Mindestbetrag zu geben und hierdurch dem Wunsche der Landwirtschaft nach einer Sicherung soweit als thunlichst zu entsprechen. Noch! weiter zu gehen, verbiete sich durch das allgemeine Interesse am Abschluß von Tarifverträgen. Die Aussichten auf den Abschluß neuer Handelsverträge könnten zur Zeit noch nicht überblickt werden. Auf Seiten Deutschlands bestehe die Bereitwilligkeit zu neuen Handelsvertrags-Verhandlungen. Da es noch zu wenig sicher ist, daß die neu zu vereinbarenden Verträge schon Anfang 1904 in Kraft gesetzt werden können, sei im Entwurf vorgeschlagen, die Festsetzung des Zeitpunktes, mit dem das Zolltarif-Gesetz in Straft tritt, kaiserlicher Verordnung vorzubehalten. Aber nicht die deutsche Regierung allein hat parlamentarische Sorgen. Im benachbarten Oesterreich rechnet man'ebenfalls mit der Möglichkeit einer Auflösung, weil sich das Abgeordnetenhaus infolge der Obstruktion der Tschechen als nicht arbeitsfähig erweist, und nicht in der Sage ist, das Budget zu erledigen. Ter Kaiser selbst, der nach seinem Besuche in Prag ein anderes Verhalten seitens der Tschechen erwartet hatte, ist der Meinung, daß die parlamentarische Sterilität nicht länger andauern kann, und so werden denn voraussichtlich, die nächsten Tage schon die Kunde von der erfolgten Auflösung bringen, zumal die Deutschen sich mit Recht weigern, mit den Tschechen wegen Herbeiführung der Arbeitsfähigkeit in Thätigkeit zu treten. Inzwischen ziehen sich noch! weiter jenseits der österreichischen Monarchie, am Bosporus, von neuem dunkle Wolken zusammen. Der Sultan hat die Niederlage, die ihm Frankreich soeben bereitete, noch nicht überwunden und sucht sich jetzt, während er Rußland mit besonderer« Wärme seiner Freundschaft versichert, an dem Gegner durch Chikanen zu rächen, indem er ihm die Ergänzung seiner maritimen Station am Bosporus weigert. Aber er dürfte auch hier wohl unterliegen, denn die französischen Kanonen schießen nicht minder schlecht als die der Dardanellenforts und deshalb wird es eben bei der Drohung fein Bewenden haben. Die Pforte kann sich in dieser ihrer Ohnmacht mit Albion trösten, dem ebenfalls alle Hände gebunden sind, weil es nicht. von Südafrika loskommt. In diesem Zustande der Ohnmacht hat England den Vertrag über den Nitaragnakanal unterzeichnen müssen, obwohl es in dem Vertrag auf die Kontrolle über den Jsthmus-Kanal Verzicht leisten mußte. Es wird den englischen Machthabern ungeheuer schwer geworden sein, aus der gemeinsamen Gewährleistung der Neutralität des Kanals auszuscheiden, aber wie hatte es sich sträuben können, wo ihm doch die Kraft fehlte, seinen Standpunkt zu verteidigen. Hoffentlich folgt dieser Kapitulation vor Amerika bald auch die vor den Buren, die den Kamps jetzt wieder heftiger denn je aufnehmen dürften, nachdem der famose ScyieosgerichtShof im Haag, diese Spottgeburt des 19. Jahrhunderts, es ab- geleynt, zwischen England und den südafrikanischen Freistaaten zu vermitteln. Wie das Reutersche Bureau erfährt, wurde der Beschluß des Verwaltungsrats des Schieds- gerichtshofes durch den niederländischen Minister des Aeußern dem Transvaalgesandten Dr. Seyds mitgeteilt. Der Verwaltungsrat sei "oer Ansicht gewesen, daß bet' die Frage der Zuständigkeit regelnde Artikel 28 der Haager Konvention ihn nur mit der Regelung reiner Verwaltungsfragen betraue, daß er also die Grenzen der Zuständigkeit überschritten haben würde, wenn er dem Anträge der Buren Folge gegeben hätte. Sehr schön herausgeredet! Also nur Verwaltungsfragen gehören vor den Schiedsgerichis- Hofs-Verwaltungsrat. Ausgleichsvermittelungen find nicht Sache dieser kostbaren Behörde. Wieder einmal zeigt sich hier, wie himmelweit doch häufig der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist, und wie sehr trotz aller Humanitären und philanthropischen Besttebungen auch heute leider noch der Grundsatz gilt, daß Gewalt vor Recht geht. § weite hessische StändeLammer. 31. Landtag. 73. Sitzung. Freitag, den 22. Noo. 1901. Schluß. Mit einem weiteren Antrag will Abg. Ulrich (soz.) die Ueberführung der Apotheken in Staatsbetriebe erreichen. Hierzu hatte der berichterstattende Ausschuß beantragt, die Regierung solle unter Beobachtung der seitherigen Praxis bei Vergebung neuer ober Wiedervergebung heimgefallener Apothekenkonzessionen in erster Linie Gemeinden oder Kommunalverbände berücksichtigen. Abg. Ulrich (soz.): Auch hier gehe der Ausschuß nicht so weit, seinen Antrag zu empfehlen. Aber dieser habe doch eine Anzahl Mißstände und das Bestteben, die Apotheken aus dem Privatbetrieb herauszubringen, als notwendig anerkannt. Damit sei das, was er in seinem Antrag verlange, im Prinzip zugestanden. Die Apotheken seien im Preise oft viel höher, als sie wert seien; das bringe das! Mißtrauen in das Volk, daß sie etwas Ungerechtfertigtes mitbezahlen müßten. Es sei notwendig, daß die Regierung heimfallende Konzessionen nicht mehr an Apotheker vergebe, aber auch neue Konzessionen solle sie nicht an solche geben. Dadurch, daß die Regierung möglichst viel Apotheken an Gemeinden abgebe, könne sie den hohen Preis der Apotheken herabdrücken und dann diese allmählich ganz den Gemeinden zuweisen. Abg. Wolf (freie wirtsch- Vereinigg.) spricht sich! gegen die Spekulation aus, die mit den Apotheken getrieben werde. Ein ärmerer noch so intelligenter Mann könne bei den heutigen Verhältnissen nicht daran denken, eine eigene Apotheke zu besitzen, wenn er nicht gerade ein reiches Mädchen heirate. Es sei wohl alles auch der Regierung Wunsch,, daß die Apotheken verstaatlicht würden, was aber leider bis jetzt noch immer an dem Klostenpunkt scheitere. Er wünsche, daß man wenigstens dem Ausschußantrag möglichst nach komme. Darauf wird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Bei Eintritt in die nach der Pause stattfindenden Wahl eines Sekretärs teilt Abg. Köhler-Langsdorf (freie wirtsch. Vereinigg.)mit, daß es die Absicht der freien wirtschaftlichen Vereinigung sei, den Abg. Leun zu wählen. Er bitte auch die anderen,' diesem ihre Stimme zu geben. Präsident Haas bezeichnet es als nicht angängig, eine Wahldebatte zu führen oder Stimmung für jemand zu machen. Abg. Brauer (freie wirtsch Vereinigg.) erhält 15, Abg. Seun 12 Stimmen. 9 weise Zettel werden abgegeben. Ta die Wahl unent'cbieden ist, so wird eine zweite Wahl vor- Lande? im Vorteil, da bte Stadt den größten Teil der Kreis- lasten trage. Das sei nicht billig. Auch die Regelung dieses Umstandes bitte er bei Revision der Verwaltungsgesetze zu beachten und bei dieser Gelegenheit die Wiedererrichtung des! Kreises Grünberg in Erwägung zu ziehen. Staatsminisler Rothe: Die Wiederherstellung derKre^e Nidda, Hungen und Grünberg sei wiederholt von der Regierung erwogen worden. Man müsse aber bedenken, daß das Auseinanderreißen von Kreisen nach 27 Jahren sehr viele Schwierigkeiten habe. Die Gemeinden hätten sich an eindander angeschlossen und Schulden contrahiert. Es würden auch alle anderen. Kreise dabei in Mitleidenschaft gezogen; er nähme 31. Landtag. 74. Sitzung. Sanlstag, den 23. Nvv. 1901. Beginn der Sitzung 9 Uhr 10 Min. Am Rcgierungs- isch: Staatsmäiister Rothe, Präsident des Finanzministeriums Dr. Gnauth, Ministerialräte Dr. Breidert und Braun, Regierungsrat von Stark. — Der Antrag des Abg. Noack (natl.) auf Errichtung eines Neubaues für die LandeSbaugc- werkschule zu Darmstadt, den dieser begründet, wird mit Rück- icht darauf, daß Verhandlungen int Gange sind, welche die Prüfung der Frage eines zu errichtenden Neubaues zum Gegenstand haben, vorerst für erledigt erklärt. — Es kommen odann die Anträge der Abgg. Erk, Köhler-Langsdorf und Schönfeld auf Wiederherstellung bezw. Neuerrich- tung des Kreises Nidda bezw. Hungen bezw Grün berg, die der Ausschuß vorerst für erledigt zu erklären bittet, zur Beratung. Zunächst begründet Abg. Erk (natl.) seinen Antrag auf Wiederherstellung des Kreises Nidda. Die Neugestaltung der Verkehrswege würden eine Neuanpassung auch der Verwaltungsbezirke bedingen. Solange es eine hessische Regierung gebe, sei Nidda der Sitz eines Verwaltungsamtes, so 1832 des neuerstandenen Kreisamtes, 1848 der Regierungskommission. Dies sei durch eine geographische Lage im Herzen Oberhessens und int Cen- rum vieler Verkehrswege bedingt gewesen. Nidda verdiene als Kreisstadt den Vorzug, da dort viele Institute vereinigt eien. 1874 sei der Kreis Nidda aufgehoben worden und an Ziehen, Schotten und Alsfeld gefallen. Büdingen sei nicht berechtigt, Kreisstadt zu sein, da es an der Landesgrenze liege, und keine Verkehrswege habe. Der durch Aufhebung des Kreises Nidda geschaffene Mißstand sei einleuchtend. Manche Orte seien 8 Stunden von der jetzigen Kreisstadt Büdingen entfernt, und die Leute aus diesen Orten müßten morgens um 4 Uhr aufstehen, um rechtzeitig zu den Sitzungen zu kommen. Nidda sei auch vorzuziehen, weil dort oder in nächster Nähe 7 Bahnen ausmündeten. Cs gäbe kaum eine Gemeinde, die mehr als eine halbe Stunde zur nächsten Bahn nach Nidda hätte. Alle Versammlungen würden in Nidda abgehalten, weil man es am leichtesten erreichen könne. Es hätten sich 48 Gemeinden wegen Wiederherstellung des Kreises Nidda an den Großherzog gewandt, doch vergeblich. Man stelle den Wunsch eines einzelnen Mannes höher, als den Wunsch von 48 Gemeinden. Ein Kreisamtssitz würde aber nicht wegen eines Mannes sondern wegen der Bevölkerung gewählt. Es sei klar, daß eine große Erbitterung herrsche. Abg. Köhler-Langsdorf (freie wirtsch. Vereinig.) tritt für die Neubildung eines Kreises Hungen ein. Was von Vorzügen durch Verkehrswege gesagt worden sei, gelte in gleicher Weise für Hungen. Die Orte Homberg, Freinshein, Burggemünd könnten mit der Bahn Hungen leicht erreichen. Jetzt müßten sie, wenn sie nach Schotten wollten, stets über Hungen. Abg. Schönfeld (natl.) wünscht den Kreis Grün- berg wieder errichtet. Grünberg sei von jeher Sitz der Verwaltung gewesen. Das habe auch den örtlichen Verhältnissen und Bedürfnissen der Bevölkerung entsprochen. Durch die Aufteilung des Kreises Grünberg seien die Kreise Gießen und Alsfeld außerordentlich überlastet worden. Bei der großen räumlichen Ausdehnung derselben sei es fast unmöglich, daß die Kreisräte, wie nötig, alles selbst überschauen und einsehen könnten. Es komme hinzu, daß die Zuständigkeiten der KreiS- ämter seit 1874 bedeutend vermehrt worden seien und sich fast jeden Monat noch vermehrten. Grünberg müsse als der geeignetste Sitz eines Kreisamtes angesehen werden; was zu gunsten Niddas angeführt sei, treffe auch für Grünberg zu. Es komme für Grünberg auch seine historische Vergangenheit )eutung einer großen Bahn bekommen solle, nach den Ve- hauptungen der Techniker ein sehr teurer Umbau der Bahn Grebenhain-Gedern erfolgen müsse. Er brauche nicht den außerordentlich traurigen Zustand des Seementhals zu childern; er habe wiederholt ausführlich geschildert, wie dieses Thal eine einzige kaum benutzbare Chaussee habe und wie eine Besserung auf das dringendste wünschenswert sei. Man werde verstehen, daß, ehe er keine Sicherheit habe, da»ß für das Seementhal gesagt werde, er auch für die Linie Grebenhain-Gedern nicht stimmen werde. Er beantragt mit dem Abg. Bähr, die Regierung solle bald eine Vorlage den Ständen machen, daß das Seementhal mit Büdingen durch eine Bahn verbunden werde. Präsident Dr. Gnauth: Die Linie durch das Seementhal nach Büdingen könne die Linie Grebenhain-Gedern nicht ersetzen; man müsse denken, daß bereits vor 11 Jahren die Linie Grebenhain-Gedern beschlossen worden sei. Es solle auch die Linie Grebenhain-Gedern nicht eine Abkürzungslinie für eine große Verkehrsstrecke sein, sondern nur örtlichen Verhältnissen dienen. Abg. Korell (frei wirtsch. Vgg.) behauptet, die vorgesehene Linienführung der Bahn Grebenhain-Gedern sei nicht «die zweckmäßigste, sondern eine solche über Völzberg. Zur Unterstützung seiner Behauptung lieft Redner eine Petition von dreizehn Gemeinden, die mit den örtlichen Verhältnissen vertraut seien, vor. Abg. Erck (natl.) steht einer Bahn durch das Seementhal nicht unfreundlich gegenüber. Abg. Weidner (freie wirtsch. Vgg.) bedauert, daß Aba. Korell noch jetzt versuche, mit einem neuen Bahnprojekt der Bahn Grebenhain-Gedern ein Bein zu stellen. In der Petition seien Orte genannt, denen es gleichgiltig sei, in welcher Richtung die Bahn geführt würde. Die Petition ei eine Mache, um den Abg. Schmalbach aus dem Landtage )in auszubringen. Abg. Graf Oriola (natl.) tritt nochmals für eine Bahn durch das Seementhal ein und erklärt, auch mit einer Stichbahn zufrieden zu fein. Abg. Bähr (freie wirtsch. Vgg.) unterstützt ihn. Abg. Schmalbach (freie wirtsch Vgg.) weist die Petition der 13 Gemeinden als unbegründet zurück. Tie von diesen geplante Strecke sei kaum 25 Minuten von ber in der Regierungsvorlage vorgesehenen entfernt, was keinen Unterschied mache. Es wird darauf die Regierungsvorlage und der Antrag des Abg. Graf Oriola angenommen. Schluß der Sitzung 2 Uhr. Es wird darauf Art. 1, der einen Zuschuß für die Linie Sprendlingen-Oberroden verlangt, angenommen. — Bei Art. 2, der zu dem endlichen Ausbau der Linie Grebenhain-Gedern die Mittel fordert, fährt Abg. Graf Oriola (natL) aus: Er stehe auf dem Standpunkte, daß die beste Linie für den Vogelsberg eine Bahn durch das See ment Hal nach Büdingen sei. ES dürfe bei den Ausführungen der Regierungen in Bezug »ans die Kosten der einzelnen Linien nicht vergessen werden, datz, totiiu Lsjvl den. Soadiierg ieemlä tue. Lein betracht und der Umstand, daß es eine Leidensgeschichte durchgemacht habe. Es sei ein Akt der Billigkeit, hier Grünberg wieder zu entschädigen. Bei der Revision der Ver- waltungSgesetze werde zu erwägen sein, in welcher Weise ein Modus zu finden sei, um einen Ausgleich der starken Belastung der Kreisämter herbeizuführen. Die umliegenden Dörfer eurer Stadt seien geHLRübep den. andere» Dörfern dek nur Bezug auf die vom Abg. Schönfeld berührte Steuerlast. Die Stellung der Anträge habe zur Folge gehabt, daß ich die Regierung sehr eingehend mit der Frage beschäftigt und Material gesammelt habe, das dem Ausschuß zugegangen, ei. Die Frage der Errichtung neuer Kreisämter könne aber erst ausgetragen werden bei Revision der 23er* waltungsgesetze. Da solle es auch geschehen. Abg. Bähr (freie wirtschl. Vereinigung). ES könnte zu Irrtümern führen, wenn er die Ausführungen des Abg. Erk unwidersprochen ließe. Die Leute brauchten nicht mehr um 4 Uhr aufzustehen, um rechtzeitig nach Büdingen zu gelangen. Aber es komme auch nicht darauf an, wenn die Leute einmal um 4 Uhr aufständen. Die Bauern seien das gewöhnt und es schade ihnen auch nichts. Aus Sparsamkeits* rücksichten bitte er gegen den Antrag Erk zu stimmen. Unsere Finanzlage sei nicht so, daß man neue Beamten an* tellen könne; eher sollte an Beamten gespart werden. Würde der Kreis Nidda errichtet, so bekomme Büdingen die reichsten Orte genommen, und die Kreisumlage würde sich mindestens verdoppeln. Es ließe sich vielleicht davon reben,. Büdingen ganz zu Nidda zu schlagen. Nidda sei durch viele andere Institute reichlich entschädigt. Auch hätten sich die Leute an die neue Einteilung gewöhnt. Eher spreche er sich Ür Hungen aus, weil dadurch der Kreis Gießen entlastet würde. Nach einigen unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. Hänsel, Erk, Schönfeld, Köhler und Bähr werden die Anträge der drei erstgenannten für erledigt erklärt. Man geht nunmehr über zur Beratung der Vorstellungen der Kreisstraßenwärter des Kreises Alsfeld und derjenigen des Großherzogtums, ihre Anstellung und Pensionsverhältnisse betr. Abg. Weidner (freie wirtschl. Vereinigung): Es seien ihm aus Schotten Fälle bekannt, wo der Lohn noch nicht einmal 500 Mk. jährlich betrage. Er wolle danüt dem Kreis Schotten keinen Vorwurf machen, da man dort Sparsamkeit übe. In diesem Punkt müsse er sein Mitleid zum Ausdruck bringen. Die Straßenwärter müßten oft bis in die Nacht hinein arbeiten und harte Strapazen erdulden. Ein Lohn von 1,50 Mk. täglich sei ungenügend. Für sie passe der Ausdruck „Aermste der Armen." Der Straßenwärter brauche noch 30—40 Pfg. auf der Strecke für sich. Wie solle er von dem Rest noch Frau und Kinder ernähren können! Zum mindesten müsse der Lohn 700 Mk. betragen. Im Winter seien die Verhältnisse noch schlimmer. Er wisse, daß pro Stunde nur 12 Pfg. bezahlt worden seien. Ministerialrat Dr. Breidert: Die Regierung habe seither schon dahin gewirkt, daß die Verhältnisse besser mürben, und auch schon bessere Verhältnisse erzielt. Abg. Häusel (natl.) ist erfreut, daß die Regierung die soziale Lage der Straßenwärter bessern will. Die Kreise sollten den Straßenwärtern Pensionen gewähren. Es empfehle sich der Zusammenschluß mehrerer Kreise. Die Straßenwärter müßten in der Bezahlung den besten Arbeitern gleichgestellt werden. Abg. Molt hau (Ztr.) kann sich mit der Erklärung dec Regierung nicht beruhigen. Habe sie seither keine Erfolge erzielt, was die Ausführungen Weidners bewiesen, so werde sie auch in Zukunft keinen Erfolg haben. Die Kammer solle beschließen, an die Kreisoerwaltung die Bitte zu richten, daß sie die Straßenwärter besser stelle. Abg. Brauer (freie wirtschaft!. Bereinigg.): Die geringsten Löhne betrügen 600 und 650 Mk. Er wünscht, daß man auch die Steuerlast berücksichtige; in manchen Kreisen könne an eine Erhöhung der Steuerumlagen nicht mehr gedacht werden. Abg. Weidner (freie wirtschastl. Vereinigg.): Man lasse die Leute darben. Man könne es nicht verantworten, die Straßenwärter noch länger in ihrem Elend zu lassen. Abg. Ulrich (Soz.): Die Mitteilungen Weibners zeigten, wie es mit den Löhnen auf dem Lande stehe. Da brauchte» sich die Herren vom Lande nicht zu verwundern, wenn sie keine Arbeiter finden. Der Staat müsse hier ein greifen, wir bei den Gemeindeforstwarten. Abg. Bähr (freie wirtschastl. Vereinigg.) bestreitet ba5 Recht der Kammer, in die Rechte der Kreisverwaltung ein* zugreifen. Abg. Weidner (freie wirtschastl. Vereinigg.) beantragt, die Vorstellungen der Straßenwärter der Regierung zur baldigen Erledigung zu empfehlen. Abg. Leun (freie wirtschaft!. Vereinigg.): Die Straßenwärter des Kreises Gießen ständen nicht schlecht, hätte» Nebeneinnahmen, bekämen eine Extravergütung für Instandsetzung ihrer Geschirre, hätten Teil an dem Erlös des Obstes an den Kreisstraßen, meist auch hätten sie Grundbesitz. Ihre Arbeit sei nicht besonders anstrengend, da noch andere Arbeiter und Maschinen verwendet würden. Es sei richtiger, solche Wünsche in den Kreistagen vorzubringen. Weidner könne m seinem Kreistage seinen Einfluß geltend machen. Abg. Köhler-Darmstadt (natl.): Die Kammer habe kein Recht, den Kreisen Vorschriften zu ma^en. Man fer doch auch sonst für Bewahrung ber Selbständigkeit ber Kreise. Abg. Jöckel (natl.) versteht nicht, was Weidner mtt . seinem Anträge wolle. Die Regierung könne nichts werter . thun, als was sie gethan habe. Man solle sich wohl hüten, die Selbständigkeit der Kreise anzutasten. Abg. Molt Han (Ztr.): Mit dem Antrag Werdne, wolle man sagen, daß die Kammer die Thätigkert ber Regierung unterstützen wolle, indem die Kreise erfucht wurden, nach der Absicht der Regierung zu handeln. _ Präsident Haas macht darauf aufmerE|ain, daß ber Antrag Weidner mit dem, was die Straßenwärter in bet 1 Petition verlangte», nicht vereinbar sei. i ' tos,-ZSeibxet »twfck ücreixiga.) Mt l-i-l« genommen, bei der Abg. Brauer mit 20 Stimmen gegen 12 Stimmen von Leun gewählt wird. — Man tritt, dann in die Beratung der Regierungsvorlage, den Entwurf eines Gesetzes, den fünften Nachtrag zum Gesetz vom 15. Nov. 1890 die Herstellung weiterer Nebenbahnen betr., ein, zu denen auch die Linie Grebenhain-Gedern gehört. Verbunden mit diesem Punkt ber Tagesordnung wird die dringliche Anfrage der Abgg. Dr. Frenay (Ztr.) u. Gen., die Ausführung der bewilligten Nebenbahnen betr., worin auch angefragt wird, ob durch Bahnbauarbeiten gesorgt werde, der drohenden Arbeitslosigkeit abzuhelfen. Präsident des Finanzministeriums Dr. Gnauth kann die Interpellation nicht genau beantworten, da sie ihm erst vorgestern zugegangen sei, und er von der gemeinschaftlichen Eisenvayndirektion noch keine Antwort erhalten habe. Es sei in der Nebenbahnvorlage, die am 22. Juli l. I. Gesetz geworden sei, zu unterscheiden zwischen Linien, die als Staatsbahnen, und solchen, die als Privatbahnen zu bauen seien. Bei den Staatsbahnen komme der Inangriffnahme der Arbeiten zu statten der allgemeine Erlaß des preußischen Ministers für öffentliche Arbeiten, daß mit der größten Beschleunigung vorgegangen werden solle, um die Ausführungsarbeiten zur Milderung der Ar b e i t s l o s i g leit zu verwerten. Es werde deshalb mit möglichster Beschleunigung an den Aihnen gearbeitet, und er zweifle nicht, daß die Jnangrifsnahme demnächst erfolge, so bald die Projekte fertig gestellt seien. Er würde nähere Details geben, wenn er die Antwort der gemeinschaftlichen Eisenbahndirektion in Händen hätte. Bezüglich der Bahnen von Privatunternehmern sei die Regierung ermächtigt worden, den Betrieb und die Ausführung Privatpersonen zu überlassen und den Zuschuß zur Verfügung zu stellen. Das Gesetz, welches dies vorgesehen habe, sei am 20. Dezember 1899 eingebracht worden. Sein Vorgänger habe damals damit rechnen können, daß die Privatunternehmer bereit gewesen wären, Bahnlinien auszufuhren. Der Gesetzentwurf sei aber erst am 22. Juli 1901 Gesetz geworden. Es seien von der Einbringung bis zur Verabschiedung des Gesetzes anderthalb Jahr verstrichen, in denen ein erheblicher Rückschlag eingetreten sei, in der Neigung, sich mit Nebenbahnen zu befassen. Es habe sich damit auch verschlechtert die Chance, daß Privatunternehmer auf jene Linien reflektiert hätten, aber auch besonders dadurch verschlechtert, weil man ausgesprochen habe, daß in erster Linie öffentlich rechtliche Verbände berücksichtigt werden sollten. Das sei an sich eine klare Bestimmung gewesen, daß sie aber als eine Aufmunterung ber Privatunternehmer gedient hätte, könne man nicht annehmen. Die Regierung sei seither nicht unthätig gewesen, obwohl sie habe sagen können, sie habe abzuwarten, bis Privatunternehmer kämen. Sie habe Fühlung genommen mit Privatunternehmern und öffentlichen Verbänden. Die bestimmte Absicht der Regierung sei, nicht zu konzessionieren irgend eine Straßenbahn ohne Zustimmung der Stadt. .(Sehr gut!) Damit sei eine klare Begrenzung für die Privat- bahnen gegeben. Es sei damit das Recht der Stadt formuliert, Herr zu sein im Bereich ihrer Straßen. (Bravo!) Er habe immer die Gemeinden ausgefordert, auch einmal in die Tasche zu greifen, bis jetzt aber ohne Erfolg. Das .fei augenblicklich der Stand der Sache. Man werde erkennen, daß man eben nur einen Zuschuß zu geben habe. Er verkenne nicht, daß. ein Mißstand darin liege, daß eine solche Ermächtigung zum Bahnbau allzu sanguinische Hoffnungen erwecke. Diesem Uebelstande könne auf zwei Wegen abge- holsen werden; der beste sei der, daß in Zukunft nur Anträge auf Nebenbahnen eingestellt werden sollen, wenn bindende Verpflichtungen einer Privatperson oder Gemeinschaft vorlägen. 'Was den. zweiten Teil ber Anfrage an- lange, so könne er augenblicklich nicht sagen, ob und in Welchem Umfange die Verwendung von ausländischen Arbeitern ausgeschlossen werden könne. Er hoffe aber, daß der Geist, ber durch die erwähnte preußische 23er* ifügung gehe, sich auch hier zeige. (Bravo!) Abg. Molthan (Ztr.): Die Antwort der Regierung fei ziemlich unbefriedigend. Die Bahnen seien bewilligt, es sei aber niemand da, der sie baue und man sei auf den Willen der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft angewiesen. Üeber den raschen Bau ber Staatsbahnen freue er sich. Bei den von Privaten zu bauenden Nebenbahnen komme man aber nie vorwärts, wenn man nicht den Staatszuschuß von 20000 auf 35 000 Mk. pro Kilometer erhöhe. Abg. Dr. Frenay (Ztr.) spricht sich im gleichen Sinne aus. Präsident Dr. Gnauth: Man könne nicht immer nur Angenehmes sagen. Er bitte zu prüfen, ob es der Regierung nicht unmöglich gemacht worden sei, ihr Versprechen zu erfüllen. Man solle ber Regierung nicht zu viel zumuten. Es sei mit ber Energie nicht immer allein gethan, manchmal müsse man auch politisch vorgehen, und das habe die Regierung gethan. Es sei auch schwer, Unternehmer zum Bau von Nebenbahnen zu finden, wenn man ins Land hin ausrufe, man solle den Unternehmern 35 000 Mk. statt 20000 Mk. Staatszuschuß pro Kilometer geben, wenn sie nicht mit 20 000 Mk. auskämen; da warteten natürlich olle, bis ihnen 35 000 Mk. angeboten würden. (Bravo!) Abg. Wolf (freie wirtsch. Vgg.) spricht sich dafür aus, daß man den Kommunalverbänden den Bau von Bahnen überlassen solle. Der Antrag Häusel auf Erhöhung des Staatszuschusses übe einen schlimmen Einfluß aus. Abg. Häusel (natl.) tritt für den Bau einer Bahn Aschaffenburg-Höchst i. O. ein. Abg. Haas- Mainz (Soz.) rügt, daß bei Bahnbauten die italienischen Arbeiter den inländischen Dor* -gezogen würden, und wendet sich gegen eine Verfügung des preußischen Eisenbahnministers, daß die Löhne der Bahnarbeiter herabgesetzt werden sollten. Abg. Dr. Sch mitt (Ztr.): In Zukunft müsse das Haus dafür sorgen, daß es nicht mehr so lackiert werde. Er wünsche, daß die Regierung auch bei den Privatunternehmern darauf dringe, daß sie nur inländische Arbeiter beschäftigten. Abg. Noack (natl.) ist von der Mitteilung des Finanzministers im großen und ganzen .erfreut. Er begrüße es, daß die Ausführung der Bahnen in einem etwas langsamerem Tempo vor sich gehe, mit Rücksicht darauf, daß im nächsten Budget wieder eine Steuererhöhung zu erwarten sei. Er stelle die allgemeine Finanzlage höher als das Interesse einzelner Gegenden. Antrag aufrecht und begründet die Zuständigkeit der Kammer. Nachdem ALg. Diebl (natl.) auch seinerseits Annahme des Ausschußantrags, Sie Vorstellungen für erledigt zu erklären, empfohlen hat, wird der Ausjchußantrag angenommen, womit der Antrag Weidner wegfällt. — Zu der Vorstellung des Rhein-Main-Gastwirt- verbandes, die Revision des Gesetzes über den Urkunden st empel betr., wünscht Abg. Cramer (so-.), daß man in eine Revision des Stenipellarifgesetzes eintrete. Ministerialrat Dr. Breidert betont, daß der Staat die Einnahme aus Stempelsteuer der Wirte, die im letzten Jahre 298000 Mk. betragen habe, nicht entbehren könne. Die Regierung könne eben nur Härten mildern, was sie auch schon gethan habe. Ter Vorstellung wird keineFolge gegeben. Es kommt sodann zur Besprechung der Anfrage des Abg. Korell, die Entschädigung direkter Verluste der infolge Maul- und Klauenseuche gefallenen Tiere. Abg. Korell (freie wirtsch Vereinige): Mit Freuden habe er gehört, daß die Regierung Umrisse aufgestellt habe, wonach sie diese Materie in einem Gesetze behandeln wolle. Er wünsche zu erfahren, welches die Absicht der Regier-, ung sei. Ministerialrat Braun: Im Frühjahr 1900 habe sich das Ministerium mit den Kreisämtern und landwirtschaftlichen Behörden in Verbindung gesetzt wegen Prüfung der Entschädigungsfrage. Es sei dies in einem Schreiben vom 28. Mai 1900 geschehen. Redner verliest dieses Schreiben, dessen wesentlicher Inhalt der ist: Nach, den bisherigen Erfahrungen genügten die polizeilichen Maßnahmen, wie Gehöftsperre usw. nicht mehr zur ausreichenden Bekämpfung der Seuche. Es sei daher gefragt worden, ob nicht die sofortige Anzeige mit einem Entschädigungsansprüche verbunden werden solle. Die Entschädigungsansprüche hätten aber auszufallen, wenn die Anzeigen über 24 Stunden nach Ausbruch der Seuche erfolgt sei, oder Vorschriften übertreten seien. Die Kreiskasse solle die Verluste tragen, die dieselbe dann wieder auf die Viehbesitzer auszuschlagen habe. Es solle also eine Zwangsversicherung auf Gegenseitigkeit eingeführt werden. Die Entschädigungsbeträge könnten jedoch nur geringe sein, weil sonst die Belastung der Viehbesitzer eine zu hohe würde. Den darauf eingelaufenen Antwortschreiben seien zwei Bedenken gemeinsam gewesen. Das eine sei das gewesen, daß bei der vorgeschlagenen Regelung der gute, sorgfältige und vorsichtige Viehhalter zu Gunsten des nachlässigen belastet werde. Das andere Bedenken sei dahin gegangen, daß es unmöglich sei, die Voraussetzungen für den Wegfall des Entschädigungsanspruches festzustellen. Es werde sich namentlich nicht seststellen lassen, wann die Seuche zur Kenntnis der Anzeigenden gelangt sei, und also ob sie innerhalb der 24 Stunden erfolgt sei. Es werde auch praktisch eine Ueberlastung der Tierärzte zur Folge haben, da man in der Hoffnung auf eine Entschädigung rasch zu diesen laufen werde. Manche seien in ihren Antwortschreiben so weit gegangen, daß sie nicht zugesrimmt hätten, selbstj wenn der Staat die Entschädigung bezahlt hätte. Es werde auch gesagt, man mute den Viehbesitzern zu viel zu. Es ließen sich die Antwortschreiben dahin zusammensassen, daß man es für ausreichend erachte, wenn int Rahmen einen allgemeinen Regel nur für Verluste für das Umstehen von Vieh Entschädigungen vorgesehen würden, während der Schaden, der durch Verlust von Fleisch, Milch und Arbeitskräften sich ergebe, zu Lasten des Viehbesitzers ergehen müßte. Würde man das festhalten, so liege die Sache einfach. Nachdem man nunmehr die Meinung des Ausschusses gehört habe, bestehe kein Anlaß mehr, mit dem Gesetze zu warten. Es solle aber weiter noch besonders ins Auge gefaßt werden die Entschädigung für die noch weiter erwähnten ^äden durch Fleisch", Milchverlust usw. und im Falle der Bejahung der Frage, ob alle diese Fragen auch int Seuchengesetz geregelt werden sollen. Die Fragen der Entschädigung seien sehr schwierig; namentlich herrschten finanzielle Bedenken. Es sei auch noch die Frage, ob der Staat überhaupt einen Zuschuß geben müsse; vielleicht recht- fertige er sich mit Rücksichtnahute auf die Volksgesundheit. Jedenfalls habe die Regierung die Frage keinen Augenblick aus den Augen gelassen. Mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit wird von einer Besprechung Abstand genommen. Schluß der Sitzung 1.30 Uhr. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befiudlichen Original-Nachrichten ift.mir unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 25. November 1901. •• Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Obersten v. Rothktrch u. Panthen, Kommandeur der 29. Kavallerie- Brigade, seither Kommandeur des 2. Großh. Dragoner- Regiments (Leib-Dragoner-Rcgiments) Nr. 24, das Komturkreuz 2. El. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Vereinigung für hessische Volkskunde. Wie bereits vor einigen Tagen mitgeteilt wurde, beabsichtigt die Vereinigung für hessische Volkskunde, im Laufe des Winters einige Mitgliederabende zu veranstalten, an denen volkskundliche Themata zwanglos zur Erörterung kommen sollen. Der erste dieser Abende soll, wie auch aus der Annonce in heutiger Nummer zu ersehen ist, Dienstag den 26. November, abends 8l/2 Uhr, im oberen Saal des „Cafs Ebel" stattstndcn. Auf der Tagesordnung stehen u. a. interessante Mitteilungen des 2. Vorsitzenden (Prof. Strack) über hessische Volkspoesie. Die Vereinigung hofft auf zahlreiches Erscheinen ihrer Mitglieder und auf eine rege Beteiligung derselben an den Erörterungen. Auch Gäste sind herzlich willkommen. 4- Münster, 23. Nov. Gestern morgen 11 Uhr wurden die Bewohner unseres Dorfes durch Feuerlärm erschreckt. Es stand die Scheuer des Schreiners Wißner in Rauch und Flammen. Glücklicherweise wurde das Feuer, sofort bemerkt, auch war auswärtige Hilfe schnell am Platz. Die Feuerwehr von dem nahen Ettingshausen erschien in ganz kurzer Zeit auf der Brandstätte, da man von dort aus Rauch und Feuer sah. Es gelang ihr, vereint mit unserer Feuerwehr, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, wobei sich die neue Saugspritze der Ettingshäuser Pflichtfeuerwehr sehr gut bewährte. Zimmermann Müller, der seine Futteroorräte, Heu und Stroh in der Scheuer hatte, ist nicht versichert und hat einen ganz erheblichen Verlust. Wie das Feuer entstand, ist noch nicht bekannt. Die benachbarte Familie Dörr nahm sich aller Htlfeleistenden freundlich an. -i- Wetterfeld, 22. Nov. Bei den Erdarbeiten, die zur Rohrlegung in unserem Dorf gegenwärtig vorgenommen werden, wird manches Interessante aufgefunden. So stieß man in einer Tiefe von ca. 1 Mtr. auf altes Pflaster, das offenbar vor Anlegung der jetzigen Straße bis zu der erforderlichen Höhe aufgefüllt wurde. Darauf deutet auch dis Verschiedenheit der Erdarbciten hin. An einem tief gelegenen Dorfteil findet sich ganz dunkles Erdreich. Hier hat man das sumpfige Land zuerst mit stärkerem Buchenreisig überdeckt, ehe man den Boden auffuhr. Eine lange Strecke sieht man vermoderte, teilweise noch verweichte Holzteile, deren Vor- fonunen in dieser Tiefe kaum anders erklärt werden kann. Auffallend ist die große Menge alter Hufeisen, die gerade hier sehr häufig sind. Deni Schreiber dieses wurde eine Anzahl eingehändigt, die im Verlauf einer Viertelstunde aufgefunden wurde. Vielleicht läßt es sich feststellen, aus welcher Zeit sie stammen. Darmstadt, 23. Nov. Prinzessin Heinrich von Preußen, begleitet von Hofdame Frl. v. Schwichow nnd Kammerherrn Grasen Hahn, sind heute vormittag hier eingetroffen und von dem Großherzog am Bahnhofe em- pfangen worden. Die Herrschaften begaben sich in das Großh. Residcnzfchloß, wo der Gast Absteigequartier genommen hat und vom Obersthofmarschall v. Westertoeller und Frau begrüßt wurde. Darmstadt. 24. Nov. Der Großherzog empfing u. A. den Prof. Sturmfels von Gießen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber: keinerlei Verantwortung.) In Nr. 272 Ihrer gesch. Zeitung bringen Sie eine Ausführung eines Gießener „Büraers und Handwerksmeisters." Gestalten Sie mir dazu einige Bemerkungen: Es ist nicht wahr, daß die sozialdemokratische Partei die Genossenschaften (Konsumvereine rc.) als Partei protegiert. Einzelne Parteigenossen sind Genossenschafter, genau wie es solche in allen Parteien und Berufsständen giebt. Aber unsere Partei bekümmert sich grundsätzlich nicht um derartige Gründungen. Ebenso unwahr ist die Behauptung, die Partei habe in ihrem jüngsten Flugblatt die Förderung des Genossenschaftswesens als einen unserer wichtigsten Anträge ftipuliert. Kein Wort ist darüber geschrieben worden und es istunbcgreiflich, woherder Einsender seine Weisheit hat. Daß es uns gleichgültig ist, ob ein solcher „Wahrhejtssreund" die Ausstellung unserer Kandidaten als Schmach zu bezeichnen wagt, wird jedem ehrenhaften Menschen einleuchleu. Ed. Krumm. Märkte. Grüuberg. 23. November. Fruchtmarkt. (Durchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.00 bis 16.30 Mk., Storii 13.50 bis 00.00 Mk., Gerste 12.30 bis 13.80 Mk., Laser 13.00 bis 14,00 Mk., Erbsen 17.00 bis 00.00 Alk., Linsen 00.00 Alk., Lein 00.00 Alk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Mk. Störende Hautleiden, wie Finnen, Röte, Ausschlag, Pusteln u. s. w. beeinträchtigen das schönste Gesicht und werden durch Anwendung scharser ©elfen noch verschlimmert. Alle, die zu Hautstörungen neigen, sollten deshalb den Kat erfahrener Aerfte befolgen, und nur die „Patent-Myrrholin-Seife" zum täglichen Gebrauch benutzen. Der Gehalt an Myrrolin, und dessen antiseptischen, heilenden, neubildenden und konservierenden Eigenschasten machen diese Seife zu einer, nur einzig in ihrer Art existierenden Gesundheitsseife. Man verlange überall, auch in den Apotheken nur die „Patent-Myrrholin-Teife" und nehme keine andere. 7244 LhrißbkschemgderKleinkillder-Bkivilhrllllstlllt Am 4. Advents-Sonntag, den 22. Dezember d. I., soll die Ehristbeschcrung sür die Kinder unserer Anstall stattfinden. Wir haben in diesem Jahre für 220 Kinder die Bescherung herzurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgabe», die uns die gleich- mcchigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lasten: Frau Dr. Brüel, Mollkestraße 3, Frau Amlsgenchtsrat Gebhardt, Bergstraße 3, Frau Rechtsanwall Grünewald, Liebigstraße 21, Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23, Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8, Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11, Frau Fabrikant Lina Schmall, Ostanlage 36, Fräulein Luise Wortmauu, Asterweg 16. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 9. November 1901. Der Vorstand der Kleiukiuder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. 7363 MMH. folialotttin Gieße». Sitzung: Dienstag den 26. November, nachmittags 5 Uhr, auf dem Leuz'schen Felsenkeüer in Gießen. Tages-Ordnung: 1. Vorführung eines Apparates zur Verarbeitung von Milch für bäuerliche Wirtschaften durch die Haushaltslehrerin Frau Ho sch. Daran anschließend: Mitteilungen über Kälberaufzucht und Fütterung. 2. Geschäftliche Mittellungen. Zu dieser Versammlung sind auch Nichtmitglieder ein- geladen. 7675 Der Vorstand. Dr. Brehmers weltberühmte Heilanstalt für Leegenkraeke Görbersdorf in Schlesien, Chefarzt: 7196 Geheimrat Petri, früher Brehmers langjähriger Assistent Vorzüglichste Winterkuren. Prospekte gratis durch die Verwaltung, Pelswaren werden nach neuester Mode umgearbeitet, Reparaturen gut und billig hergestellt in der 6713. Kürschnerri A. Kretsschmar zwischen Markt- und Kirckenplatz 1. Ortskrankenkasse Giessen OrdentL Urradug Mtmlh den 27. Nov. 1901, abends S'|2 Uhr, im Lony'schen Bierkeller. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Vorstandes und der Ersatzmänner. 2. Wahl der Rechnungsprüfungskommission. 3. Antrag der Ortskrankenkasse Darmstadt betr. Petition gegen die Getreidezölle. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 7540 Der Vorstand: G. Dahmer, 1. Vorsitzender. Wunderbarer Erfolg! .Hile Personen, die In Solge Ihrer Berufe» gezwungen Und, In Räumen mit rchlechler Cuff >u athmen oder viel und andauernd ,u rprechen, >. B. Redner, Sänger, Pfarrer, Officiere, Reisende, Rechtsanwalts, Aerzte, Schauspieler, Abgeordnete, Auskunftsbeamte . besonders aber aifte solche, die leicht ju Grkältungen neigen, sollten sich di« frage vorlegen, ob sie nicht mit den weltberühmten fay’s ächten Sodener -t» (Dineral-pastillen, als ein unschätzbares ilndenmgs- und Hausmittel, einen versuch machen wollen. Preis 85 Pfg. per Schachtel, la haben In allen Apotheken, Drog., Mineralw.-yanchg. Zeagntss. Ich bin verpflichtet. Ihnen meinen besten Dank ausgesprochen für die gute Wirkung, welche Ich erzielte nach einmaligem gebrauch Ihrer Sag'« ächten Sodener Mineral-Pastillen. ge). freiherr v. "5. in S. 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