Nr. 252 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 26. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FcrnsprcchanschlußNr.bl. ® GA Annahme von Anzetaea GietzenerAMger General-Anzeiger v bsBS Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZMM W *r V V3 zeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. Da8 Abschiedsmahl des chinesischen Gesandten in Berlin. D. B. Hd. meldet uns heute: Berlin, 24. Okt. An dem Diner, das der scheidende chinesische Gesandte heute abend giebt, werden dem, &>!.- Anz." zufolge der Reichskanzler Graf Bülow und die Staatssekretäre Frhr. v. Richthosen und von Tirpitz nicht teilnehmen. , Offenbar hatte Herr Lü Hai Luan gehofft, mit großem Pomp von Berlin sich verabschieden zu rönnen — an alle leitenden Staatsmänner in Berlin hatte er Einladungen ergehen lassen. Aber was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe! Gerade das für ihn bedeutsamste Dreiaestirn am Berliner politischen Himmel verbarg sich vor ihm in undurchdringlichem Nebel. Gegen die chinesische Regierung, nrit der nach Unterzeichnung des Friedensprotokolls das Einvernehmen offiziell heraestellt ist, richtet sich die Ablehnung der Einladung wohl nicht. Auch kaum gegen den Gesandten persönlich, obwohl die Haltung der chinesischen Gesandtschaft während der Wirren, zumal während der Belagerung der Fremden in Peking, an Aufrichtigkeit eben soviel zu wünschen ließ, wie die der Vertretungen Chinas än anderen Hauptstädten, und Veranlassung gab zu der bekannten Zurückweisung in Geheimzeichen abgefaßter Depeschen. Etwaige Folgerungen, daß neue deutsch-chinesische Differenzen irgend welcher Art vorliegen, dürften unbegründet sein. Aber es ist eine Handlung des Taktes, daß unsere Staatsmänner kein Fest besuchten bei dem Vertreter eines Landes, das sich den schwersten Bruch dos Völkerrechts hat zu Schulden kommen lassen. Es entspricht wohl dem allgemeinen Empfinden, daß bei diesem Anlaß die Herren Chinesen unter sich blieben. In der einen und anderen Weife beteiligt war bei dem unerhörten Komödienspiel, das die chinesische Regierung Wochen hindurch vor den Mächten auszuführen wagte, vermutlich jede der Gesandtschaften. Der bayerische Bauerotag war, wie der „Köln. Bolkszttz." aus München geschrieben wird, ohne Uebertreibung eine großartige Kundgebung. Bayern hat eine ähnliche einheitliche Kmrdaebung von Bauern aus allen Provinzen ohne Unterschied der Konfession, der Partei und des Besitzes noch nicht gesehen. Wenn man der Bauern Scheu vor Geldausgaben in so geldknapper Zeit in Betracht zieht, dann gewinnt eine Versammlung von mindestens 6000 Bauern, die teilweise von sehr weit nach Regensburg gepilgert waren, den Charakter einer gewaltigen, eindrucksvollen Kundgebung. Noch imponierender als der Massenbesuch war die Einigkeit der verschiedenartigen Gruppen, die zusammenwirkten. Landwirtschaftliche Vereine, Christliche Bauernvereine, Bauernbund und Bund der Landwirte samt den genossenschaftlichen Verbänden hatten fich über die am Schluffe einstimmig angenommene Resolution und namentlich über den gleichen Mindestzoll von 6 Mark für die vier Hauptgetreidearten geeinigt. Auch der Präsident des Bayrischen Bundes der Landwirte, der konservative Abg. Beckh, und der dem Hauptausschusse des Bundes angehörige Abg. Lutz (kons.) stimmten dem Sechsmarkzoll zu, obwohl von der Berliner Bundesleitung noch im letzten Augenblicke alles aufgeboten wurde, die genannten Herren von der getroffenen Vereinbarung abzusprengen. Dr, Dietrich Hahn und Lucke waren persönlich nach Regensburg gekommen, um in der Versammlung eine Diskussion zu erzwingen und den Zankapfel htneinzuwerfen. Das ist ihnen nicht gelungen, das vorbereitende Komite und der Präsident Baron Soden blieben fest Dietrich Habn und Genossen hätten nur den Gegnern des Bauernstandes eine Freude bereitet. Im engeren Kreise fielen nicht sehr freundliche Worte über „preußische Eindringlinge" usw. Ein Artikel der „Deutschen Agrarkorrespondenz", der den Abg. Heim wegen der Forderung des Sechsmarkzolles scharf abkanzelte, war das Vorspiel. Die „Münch. Allg. Ztg." hat zwar gemeint, die Regierung werde auf den Vauerntag keine Rücksicht nehmen, während ein liberales Blatt am Rhein die Bedeutung des Zusammenschlusses aller Bauern wenigstens für unser innerpolitisches Parteileben zugiebt Auch auf die Krone dürfte die Kundgebung ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Versammlung war vorzüglich vorbereitet. Es ging alles wie am Schnürchen. Jedem der fünf Hauptredner waren 20 Minuten zugemessen. Durch knappste Fassung und Teilung in den Stoff ermöglichte man es, in kaum mehr als zwei Stunden die Tagesordnung ab» zuwickeln. Unter den zahlreichen Abgeordneten aller bauernfreundlichen Parteien waren auch mehrere Landbündler der liberalen Fraktion zu bemerken. Den stärksten Erfolg hatte der Schlußredner Heim, der für den christlichen Bauernverein sprach. Das Gerstenland Bayern, bemerkte er u. a., dürfe im Zolltarif nicht zu kurz kommen, der gleiche Zoll für die vier Getreidearten, müsse eine ehrliche Parole sein. Die Regierung fürchte für die Kleinbrauereien. Aber gerade unter dem Niedrigen Zoll seien in den letzten zehn Jahren 714 Kleinbrauereien eingegangen und eine Brauergroßindustrie emporgewachsen, während das Bier teurer und schlechter wurde. Der Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Appell an die Krone. Möge nicht das hassenswerte Wort gesprochen werden vom Dank des Hauses Wittelsbach! Es hat Zeiten gegeben, wo weder Roß noch Reisige den Thron der Wittelsbacher schützten. Da sind es nervige Bauernfäuste gewesen, die in der Sendlinger Bauernschlacht die Dynastie retteten. Möge der Bauernstand erhalten bleiben als stärkste Stütze für Thron und Altar. Brausender Beifall folgte der Rede. Ein Lichtstrahl. Man schreibt uns ferner au8 Berlin, 24. Oktober: Die Berliner Börse ist aus ihrer Lethargie erwacht. Heute herrschte eine zuversichtliche, stellenweise sogar feste Stimmung unter den Herren von der Finanz, und dieses schier Unmögliche hatten Berichte aus New-Pock zu Wege gebracht. Darnach brauchen die Vereinigten Staaten Eisen und Stahl in bedeutenden Mengen, und auf deutsche Produkte soll in erster Linie reflektiert werden. Eine Lieferung von 10000 Tonnen deutschen Spiegeleisens ist, wie es heißt, bereits abgeschlossen. Die Wirkung dieser Botschaft war eine merkliche Aufbesserung der Kurse fast sämtlicher Hüttenaktien. Nun, ein wenig „Sonnenschein" ist der seit Monaten in hoffnungslosem Pessimismus verharrenden Börse wohl zu gönnen, und es wäre auch aus allgemeinen wirtschaftlichen wie sozialen Gründen zu wünschen, daß die Vereinigten Staaten als Auftraggeber der deutschen Industrie Beschäftigung und Verdienst gewährten. Geht doch deutsches Geld seit Jahr und Tag in bedeutenden, stetig steigenden Mengen über den Atlantischen Ozean, und tritt doch Deutschland neuerdings auch in die Reihe der Abnehmer amerikanischer Kohle. Eine Liebe ist der anderen wert. So genügsam fteilich wie die Börse, die sich an dem Honig der bescheidensten Blüthe erquickt, kann die deutsche Industrie nicht sein. Sie braucht große Aufträge, nicht zuletzt im Interesse der Arbeiter. Die Auskuuftsstelle für Auswanderer. Die „Deutsche Kolonialztg.-" teilt die vorläufige Vereinbarung zwischen. der ReicHregierung und der deutschM Kolonialgesellschaft über die Errichtung einer ReiclMus- kunftsstelle für Auswanderer mit. Die Auskunftsstelle bildet eine Verwaltungsabteilung der Kolonialgesellschaft, aber unter Oberaufsicht des Reichskanzlers und unter einem Vorstand, dessen Anstellung der Genehmigung des Reichskanzlers unterliegt. Die Auskunfterteilung erfolgt kostenlos entweder unmittelbar durch die Auskunftsstelle oder mittelbar durch Vertrauensmänner, oder durch innerhalb der Reichsgebiets zu errichtende Zweigstellen. Das Reich! stellt einen jährlichen Kostenzuschuß in Aussicht. Das Auswärtige Amt bringt Berichte oer kaiserlichen Vertreter im Auslande, die für Auswanberungswillige von Interesse sind, zur Kenntnis der Auskunftsstelle und wird auch Anträgen der Letzteren wegen Beschaffung weiteren Materials nach Möglichkeit entsprechen. Erfreulicherweise sind die Verhandlungen zwischen der „Deutschen Kolonialgesellschaft" und der Negierung also nunmehr zu einer „vorläufigen Vereinbarung" gediehen. Die Hauptpunkte derselben sind, daß die Oberaufsicht über die Tbätigkeit der Auskunftsstelle vom Reichskanzler ausgeübt wird; daß das Reich einen angemessenen jährlichen Zuschuß in Aussicht stellt; endlich, daß das Auswärtige Amt Berichte der kaiserlichen Vertreter im Auslande, die für das Auswanderunaswesen von Interesse sind, zur Kenntnis der Auskunftsstelle zu bringen beabsichtigt Der erste Schritt zur langerstrebten Organisation ist geschehen. Die „Nat.- Ztg." hebt aber zutreffend hervor, daß das Ziel der Zukunft die Gewährung materieller Vorteile an die Auswanderer sein müsse. „Kann man dem Auswanderer ermäßigte oder freie Ueberfahrt, billige Landpreise oder Freiland und sonstige Vergünstigungen gewähren, so gewinnt die Sache mit einem Schlage ein anderes Gesicht." Immerhin ist auch das unseres Erachtens wertvoll und in gewissem Sinne auch eine materielle Unterstützung, daß die Auswanderer durch zuverlässige, von Schönfärberei freie, kostenlose Auskünfte vor manchem Schaden bewahrt werden. Deutsches Keich. Berlin, 24. Okt. Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Kriegsministers v. Goßler und des Chefs des Militär- kabinets Grafen Hülsen-Häseler. — Die Ablegung de8 Homagialeides deS Bischofs Benzler von Metz vor dem Kaiser (unsere gestrige Klammerbemerkung ist leider arg verstümmelt worden. Sie sollte lauten: der Kaiser pflegt solche Vereidigungen sonst nicht persönlich vorzunehmen. D. Red.) erfolgte in feierlicher Weise. Königliche Hofwagen holten den Bischof ins Neue Palais ab, wo der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Reichskanzler Graf Bülow, der Statthalter von Elsaß- Lothringen Fürst von Hohenlohe-Langenburg, Staatssekretär Köller, Unterstaatssekretär Petri, der Metzer Bezirkspräsident' Graf Zeppelin, sowie die obersten Hofbeamten erschienen waren. Der Kaiser, in der Uniform des Garde-du-Corps mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens, saß auf dem Throne. Der Bischof trat vor den Thron und hielt eine Ansprache, welche lautete: „Ew. Majestät wollen geruhen, unterthänigften Dank entgegen- mnehmen für die hohe Auszeichnung, daß ich den Eid der Treue beim Antritt meines bischöflichen Amtes in allerhöchst Ihre Hände ablegen darf. Ew. Majestät haben mir schon so viele Beweise gnädigsten Wohlwollens zu Tell werden lassen, und auch in der Uebereinstimmung Ew. Majestät mit dem apostolischen Stuhle in meiner Sendung auf den bischöflichen Stuhl in Metz muß ich dankbar ein Zeichen unverdienten Vertrauens Ew. Majestät erkennen. Es ist ein schwieriges Arbeitsfeld, das mir überwiesen wurde, und nur in dem Gedanken, daß ich dem heiligsten Willen Gottes folge, der mir durch die Träger seiner Autorität kund ward, finde ich den Mut, es zu betreten und zu bebauen. Mit ganzem Herzen werde ich das Gelöbnis, daS ich in diesem feierlichen Augenblicke in die Hände Ew. Majestät niederlegen darf, treu halten, das Gelöbnis, als katholischer Bischof das Hell der mir Anvertrautcn treu zu fördern, indem ich in ihnen den Glauben und die Gottes» furcht hege und pflege, welche bte festesten Grundlagen sind für bic ganze Staatsordnung und die sicherste Bürgschaft treuer Ergebenheit gegen den erlauchten Landesherrn. Wie bisher, soll auch fürderhin mein innigstes Gebet sein: Gott erhalte unb schirme Eure Majestät, Ihre Majestät die Kaiserin und da8 ganze königliche Haus." Hierauf erwiderte der Kaiser, es sei das erste Mal, daß ein Bischof von Metz in dieser feierlichen Weise den Eid der Treue hier im kaiserlichen Hoflager ablege. Er, der Kaiser, habe in Maria Laach die stille, regsame Thätigkeit des Abtes kennen gelernt. Er hoffe, daß der Bischof in seinem neuen schwierigen Amte die Gläubigen zur Ehrfurcht vor der well- lichen Obrigkeit und zur Liebe zum deutschen Vaterlande erziehen werde. Dafiir gebe ihm Bürgschaft die bisherige Wick- samkeit des Abtes, dem er Glück und Segen wünsche für fein Amt. Dann reichte der Kaiser dem Bischof die Hand und damit hatte die Ceremonie ihr Ende erreicht, lieber die Verhandlungen wurde ein Protokoll aufgenommen und von dem Statthalter Fürsten Hohenlohe und Bischof Benzler unterschrieben. Bei der darauf folgenden Frühstückstafel saß der Bischof rechts vom Kaiser. Zur Linken des Letzteren saß Statthalter Fürst Hohenlohe. Heute Abend verließ der Bischof Potsdam und kehcke nach Maria Laach zurück, um am Samstag seinen Einzug in Metz zu halten. — Dem Komitee zur Errichtung des Lortzing- Denkmals ging auf sein Danktelegramm anben Kaiser folgendes Telegramm zu: Dem am hundertsten Geburtstage Albert Lortzings zur Enthüllung seiner Gedenktafel festlich versammelten Komitee spreche Ich Meinen wärmsten Dank für die freundliche Begrüßung aus. Ich habe Mich sehr darüber gefreut, daß dem großen Tondichter, welchem wir so vieles Schöne und Gemütvolle verdanken unb dessen Werke sich wohl für immer im Herzen des deutschen Volkes einen Ehrenplatz erworben haben, an der Stätte seiner Geburt nun auch ein äußeres Denkzeichen gewidmet ist, und beglückwünsche Ich das Komite zur würdigen Durchführung dieses dankenswerten Unternehmens. Wilhelm. — Wie die Blätter melden, sandte der Kaiser der verw. Frau Dr. v. Siemens ein Beileidstelegramm. Der Reichskanzler Graf v. Bülow sandte ein Telegramm, in dem er bedauert, daß ein Mann so hervorragenden erfolgreichen Schaffens zu früh seinem Wirkungskreise und dem Vaterlande entzogen sei. Die Depesche des Staatssekretärs Krätke gedenkt der unermüdlichen Thätigkeit zur Förderung der allgemeinen Kultur wie des Wohles des Vaterlandes. Telegraphisch sprachen auch Finanzminister Möller und Staatssekretär Dr. Nieberding ihr Beileid aus. Persönlich erschienen Staatssekretär von Thielmann und der Präsident der Aeltesten der Kaufmannschaft Herz. Die Leiche wird in Gotha ein geäschert werden. — Die Gratulationsadresse der Berliner an die Kaiserin hat 18 000 Unterschriften erhalten. (Da Berlin mit den Vororten über 2 einviertel Millionen Einwohner zählt, so hätte man mehr Unterschriften erwarten dürfen.) — Der Reichskanzler Graf Bülow empfing den vom Urlaub hierher zurückgekehrteu italienischen Botschafter Grafen Lanza und den Statthalter Fürsten Hohenlohe in längerer Unterredung. 7- In der Neubewaffnung unserer Infanterie war seit einem Jahre eine Unterbrechung eingetreten. Nachdem zunächst die Marine, sodann die ost- asiatischen Jnfanterieregimenter und int vorigen Herbst das Gardekorps mit dem neuen Gewehr Modell 98 ausgerüstet worden, hat seitdem eine fernere Ausgabe der neuen Waffe nicht stattgefunden. Jetzt soll indes wieder damit vorgegangen werden, und zwar so zeitig, daß bei denjenigen Truppenteilen, welche diesmal das neue Gewehr erhalten, sogleich die Rekruten damit ausgebildet werden können. Die in den drei Gewehrfabriken zu Spandau, Erfurt und Danzig, sowie in der Mauserschen Fabrik zu Oberndorf in Jahresfrist hergestellleu Gewehre reichen aus zur Ausrüstung von fünf bis sechs Armeekorps; es ist noch nicht genau bekannt, welche Korps das Gewehr demnächst erhalten. Indes erfahren wir von zuverlässiger Seite, daß zuerst jetzt das 3. (brandenburgische) Armeekorps damit ausgerüstet wird. — Die Stadtverordneten nahmen mit großer Mehrheit in der Angelegenheit der Entscheidung des Oberpräsidenten in Potsdam zur Wiederwahl Kauffmanns zum zweiten Bürgermeister den Antrag des Ausschusses an, an den die Angelegenheit in der vorigen Sitzung verwiesen war. Der Ausschuß beantragte: In dem Paragraphen der Städteordnung, der das Bestätigungsrecht der Krone für Bürgermeisterwahlen ausspricht, ist eine Ausnahme für den Fall einer Wiederwahl nicht vorgesehen. Aus dem Schreiben des Oberpräsidenten geht bervor, daß die königliche Entscheidung über die Wiederwahl nicht eingeholt ist. Die Stadtverordneten sind daher an diese Wahl gebunden, und lehnen eine Neuwahl ab bis zum Eingang der Entscheidung des Königs über die Bestätigung. Ferner ersucht die Versammlung der Stadtverordneten den Magistrat, über den Bescheid des Oberpräsidenten beim Minister des , Innern Beschwerde zu führen. In der Debatte traten lediglich juristische Momente hervor. — Zu der Affaire Kauffmann schreibt die „Köln. Ztg.": In Sachen Kauffmann ist die Entscheidung des Königs gefallen und kein Protest, keine Beschwerde wird den Minister bewegen, dieselbe Angelegenheit, in der sich nicht das Mindeste geändert hat, dem König nochmals vorzutragen. Das Vorgehen des Oberpräsidenten, der die Weitergabe der Wahl ablehnt, ist danach gerechtfertigt und gesetzmäßig. In Negieruugskreisen haben die Beschlüsse des Stadtverorbiteten-Ausschusses vom 19. d. Mts. großes Befremden .hervorgerufen, und das war insbesondere her dorp befinden soll. Eine große Anzahl Buren verbirgt sich duras, Nicaragua und endlich Costarica sowie sogar im Walde van Winberg. Es sind Aussichten vorhanden, daß ÄSffXÄtaÄ« Fall, weil sich die beiden Beschlüsse diametral gegenüber- brügge erhalten. Zur 15 Äusst ändert werden an busse, Droschken und sonstiges Fuhrwerk zu särnffen, kommt b^ das Landschaftsbild der pacifischen Seite von Zentral- L)üe starb der längs des Eilguterbahnhofs jetzt befindliche Garten Amerika allerdings vollkommen beherrschen und teilweise . ÄAmipnpmnfer de? Wegfall, um dann als Straßengelande zu drenen. Wir durch außerordentlich schöne Formen auffallcn, wie nament- at, ^cynnegervarer oesI^ÖTen übrigens, daß diese geplanten Verve,serungen für ^ch an dem Beisp ttl der Vulkane Agua und Fuegv über der entsprechend regte ihn dessen vulkanische Beschaffenheit von vornherein zum Studieren an, und ein beträchtlicher Teil seiner Arbeiten während der ganzen Zeit ist der Unter-- gegen 3 Uhr kam es auf hiesigem Bahnhof zwischen verschiedenen Herren und durchreisenden Chinakämpfern (Reservisten) zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Ereignisse in China. Die Chinakämpfer, die sich durch die Redensarten der Gegenpartei beleidigt fühlten, arretierten einen ihrer Gegner auf die Kasernenwache, wo seine Personalien fcstgestellt wurden. Einer der Herren hatte sich vorher im Wartesaal mit einem Bierglas versehen, mit dem er sich, jedenfalls um sich gegen einen etwaigen Angriff zu verteidigen, vor das Stationsgebäude stellte. Das Glas wurde ihm abgenommen, wobei Schwc! statt, a schule statt. . scheinen n fei der (f 600 Ooq1 beklag suchen würbe ( dm 11 18 3ai tunbenii @eiängm Schulkan Qirjr Wnbani und srd Dlrelto über L der bii vertue sesfor Gymi hierzr leistet - S 17 I worb könne ber Ai gerich Geh. geilen verklv den < sind 1 den < leiert tiges Landl Leiter Man, selbst Gesur und 2 widm seierli der K iessore Vorlej §raue Medizi schon 1 sessor i hat, if ausch -lt' Were"'. Ad- ab und werden In d- eine an orbnun men, ! in der zierung Hervorrufen haben. Einige von ihnen in Guatemala übersteigen 4000 Meter, während diejenigen von Nicaragua und Salvador niedriger sind. Für die Pflanzenwelt haben die Vulkane insofern eine schädigende Bedeutung, als sie durch ihre häufigen Ausbrüche die Vegetation weithin zerstören. Andererseits aber bereiten sie eben durch ihre Aschenauswürfe einen fruchtbaren Boden vor, sa daß in der That für die Bewirtschaftung geeignete Ländereien dem Zuge der Vulkane folgen. Demgemäß erstrecken sich auch die Ansiedlungen größtenteils in der Richtung der langen vulkanischen Achse Zentral-Amerikas, da sie natürlicherweise den fruchtbaren Distrikten folgen. Auf den vielfach durch Erosion abgetrennten Tufsebenen Bahnhofsverhältnisse" in Aschaffenburg bes^rochm. Minister I Ergeben zu können. Nach Beendigung dieser Metten I Wäwe^wndern^Savannen, die^aber"gerade wiederum auch Graf Crailsherm erwiderte: Ein umfassendes Bahnhofs- sofort mit dem Tunnel für die oberhessifchen Gleise I Veranlassung zur Anlage von Siedelungen geben. Schon Projekt für Aschaffenburg sei nahezu fertig, Dagegen könne begönnet, deren Herstellung den Winter über lagen bie Achtungen auf den die Ausführung einer Lime Wo rm s-Wur zbur g wegen werden soll. Im kommenden Frühjahr wird dann mitI if,of|erten Tuffinseln deren Einnahme durch die Spanier der hohen Kosten ut ber gegenwärtigen wirtschaftlichen wesentlichen Vergrößerung des Empfangsgebäudesl überhaupt nur vermittels der weittragenden Feuerwaffen Lage nicht imc den'^^ergrunb gestellt werben. Auch einen Anbau begonnen werden, wodurch allerdings möglich^war. Die Vulkane wirken ferner vielfach als Eer- machten die Nachbarstaaten Schwierigkeiten. hpr Schmuckplatz vor dem Bahnhofsgebäude, an des,en xehrshindernisse, besonders wo sie in größerer Zahl zu- Stelle teilweise der geplante Vergrößerungsbau zu stehen sammenaedränat sind. Andererseits wirken sie wieder ver- . kommt, wenigstens in seiner jetzigen Ausdehnung in Fort- kehrsfördernd, indem z. B. in Costarica über den 3300Meter London, 24. Ott. Der Gemeinderat beabsichtigt, eme M kommt. Nach beendetem Umbau des Empfangsgebäudes h^hen Rücken des Jrazu die Wege führen, da die be- Steuer auf Cylind erhüte zu erheben. wird die Hauptfront desselben nach Osten zu gerichtet nachbarten tief eingerissenen Schluchten in der Regenzeit Paris, 24. Okt. Die Kammer nahm den Gesetzentwurf, sein und der Zugang dazu auch von dieser Seite au§ unbaff ierb ar werden. Der Redner schloß mit einer kurzen nach welchem die Bestimmungen betreffend die zeitweilige folgen. Um den nötigen Platz zumVerkehr für: die Omni- Würdigung der landschaftlichen Bedeutung der Vulkane ^ulassuna von Getreide abaeändert werden, an. busse, Droschken und sonstiges Fuhrwerk zu schaffen, Lnnmt bie das Landschaftsbild der pacifischen Seite von Zentral- $ 1 gri.t9 Söblvü Cbambln im Devartement Oise starb der längs des Eilguterbahnhofs fetzt befindliche Garten Amerika allerdings vollkommen beherrschen und teilweise rx in Wegfall, um dann als Straßengelände zu dienen. Wir durch außerordentlich schöne Formen auffallen, wie nament- gestern Abend Prmz Joachim Murat, Schwiegervater des h^en übrigens, daß diese geplanten Verbesserungen für ^ch an dem Beispiel der Vulkane Agua und Fuegv über der österreichischen Ministers des Auswärtigen, Grafen Goluchowsti. Verkehr spätestens zum Winter des kommenden Jahres «Stadt Antigua in Wort und Bild nachgewiesen wurde. Eine — Der akademische Disziplinarrat in Dijon beantragte vollständig fertiggestellt sein werden. große Reihe von teilweise sehr klaren und die Form der die Absetzung des Mittelschul-Professors Herve, der in rmto#) Sta d tthe ater. Herr Karl Schönfeld, der Vulkane gut zeigendenPhowgraphien sowie auch eine Menge republikanischen Blättern maßlos heftige Artikel gegen die bekannte und beliebte Darsteller begann gestern hier sein von Ansichten aus dem waldreicheren Nordguatemala, von Armee veröffentlichte. Der Disziplinarrat verschob die Durch- Gastspiel als Shylock im „Kaufmann von Vened ig", den zahlreichen Kafseepflanzungen Cobans und von den sübruna dieser Maßregel bis nach Beendigung des gegen Leider schien die Aufführung für Gießens Verhältnisse der Indianern Zentral-Amerikas belebten und erläuterten den kerne anacftrcnaten schwurgerichtlichen Prozesses. ersten vom 11. d. Mts- etwas zu schnell gefolgt zu fein, davon Vortrag. Weniger Zuspruch sanden leiten» der Zuhörer ■ ÜÖ ^^65^4610: Duette I sengten die massenhaft leeren Plätze. Wir hätten dem die zahlreichen, sehr wertvol en Or.gina karten des Ver- r Ti n HMil Ur a n^ bevorstebend Künstler mehr Teilnahme von Seiten des Publikums ge- fassers, geologische, topographische, polnische, pslanzengeo- verlautet,, ist die ® n JDUUn Grade nach der tüchtigen Shylock-Leistung ^eS gra^^i^^^e harten non 3entra^^nterlfa, bonJ)enen em M Derselbe soll fernen Ruckntt auf das Betreiben saures ymi . ■— - • ------ -—<-—> «-• --» *- — ■*-= — -.n beschlossen haben. Der Austritt ans dem Kabinet dürste alsdann das erwartete Signal zu dem allgemeinen Aus- itande sein (?). Rom, 24. Okt. Der Papst empfing heute den neuen Weih bisch of von Straßburg, Baron Zorn von Bulach. Wien, 24. Ott. Die Debatte im Abgeordnetenhaus über den Dringlichkeitsantrag Stranskys, betreffend die Vorgänge in Littau, endete mil der einstimmigen Annahme der Dringlichkeit. Der erste Teil des Antrags, in dem die Regierung aufgefordert wird, eine strenge Untersuchung einzuleiten, wurde einstimmig, der zweite Teil, welcher verlangt, daß die Schuldtragenden der verdienten Strafe zugeführt werden, wurde mit 139 gegen 122 Stimmen angenommen. Im Schlußworte sagte Stransky: Wenn der Führer der Bewegung, Schönerer, zum Großschwiegervater, wie aktenmäßig nachgewiesen, einen Herrn Schmul Löb Kohn habe, dann dürfe man mit „Juden" nicht so Herumwerfen. Wenn Schmul Löb Kohn ein Katholik gewesen, dann sei er, der Redner, ein Alldeutscher. (Stürmischer Beifall bei den Czechen.) Soviel Rück-1 sicht sollten die Alldeutschen für die Kinder Schönerers haben, wenn sie sehen, daß in deren Adern wenigstens zur Hälfte jüdisches Blut fließt. Seitz (Sozialdemokrat) begründet den Dringlichkeitsantrag , betreffend die Linderung der durch die herrschende Arbeitslosigkeit hervorgerufene Notlage. Der Ministerpräsident Körber erklärt, die Regierung sei bereit, jede taugliche Arbeitsgelegenheit zu schaffen und auftretende Not zu lindern. Die Regierung werde speziell die Bestellungen für Jnvestitionszwecke beschleunigen, diese, sowie die von Privatunternehmern bereits durchgeführten Bestellungen würden den geäußerten Wünschen gewiß Rechnung tragen. Nach längerer Debatte wurde die Dringlichkeit des Antrages Seitz angenommen und der Antrag dem sozial- y ... ... , vvlvvu VVII1 .... politischen Ausschuß überwiesen. Abg. Peschka brachte einen I ung der Ausstellung stiere betraut., — Der Geflügel- und! . ^ntlicbes Mitglied beiqetreten sind. Zum Vorsitzenden Dringlichkeits-Antrag ein, betreffend Aufhebung des Ge-lVogelzucht-Verein Gießen hat übrigens auch bet fernenI < Mehrer Küfer gewählt, der auch die alsbald be- treide- TerminHandels an der Frachtbörse und Unter- frieren Ausstellungen stets ftrenge tieta?tW wird st°Uung der Zuwiderhandelnden unter die Besi.mmungen des ber d^em^he^en^TE Tiere “ Klein- Mitteilungen ans Heffen nnd den Nachbarstaaten. Strafgesetzes. . Dfln ber Ausstellung zurückgewiesen worden sind. 12Irt dem Neubau des städtischen Aichamts m F'^^u kfurt a. Newyork, 24. Okt. Aus Colon ist hier folgendes ^ele- ^der i 9 A $ . unb Völkerkunde M. stürzte eine Wand ein. Die Arbeiter Joseph Grtrnm MMNM -mg-traffen- Die Regiemng teilte mst daß Gener^ wi^l in-V litteilten veranstalte? wie alljährttch aus Seligenstadt und Heinrich Reinheimer van Jranksurt Gutterrez die Aufständischen am 5. Oktober bei Ambaleq "a<^ L" „u» in btefcm W die genannte Gefellschast eine Reih« wurden verletzt. Der Letztere erlitt emen Schlusselbembruch. einem dreiitundigen verzweifelten Kampfe geschlagen hat.V Vortragsabenden. Den ersten Vortrag hielt gesternl nn Büdesheim erlitt ein älterer, allem wohnender Hundert Aufständische wurden getötet und mehrere Leute ge- abenb in ber großen Aula der Universität Privatdozent Mann durch das Platzen einer Petroleumlampe so schwere fangen genommen; es wurde viel Munition erbeutet. Der Dr. Karl Sapper (Leipzig) über „Die Vulkane Zen- mxAeßungen daß er bald darauf starb. Der Körper war Verlust der Regierungstruppen betrug über 50 Mann. I tral-Ämerikas". Dr. Sapper bereiste von 1888 mit SBranbrounben bcbectt. — 93ei ber Bürger» * -A — 11900 ganz Zentral-Amerika, zunchst von ^ban . Essenheim würbe ber seitherige Bürger- ^>11 teiltticgc* I jn Nord-Guatemala aus das nördliche und mittlereI \ ‘ o£mi- ^^n 33 Jahre vorsteht, ein- Aus Vryheib meldet Reuter: Botha ist offenbar in Guatemala, bann bas südliche Guatemala und seit 1894 meister »eft, ^b ] Der Direktor der Frankfurter seinem Marsche aufgehalten worden, da er sich jetzt in Pieters-1 auch die übrigen Staaten Zentval-^lmeriraZ, Salvador, Hon- * stimmig wiedergewahlt. ö . T talentvollen Herrn de Giorgi, der uns leider untreu werden allerdings bereits im Druck veröffentlicht worden ist. Der mußte, gewann die gänzlich andere Auffassung, die Herr starke Besuch des Vortrags zeigte wiederum, daß in unserer Schönfeld an dem Juden hat, sehr an Interesse. Mit Spann- Stadt für geographische Fragen ein reges ^nteresie vor- ung beobachtete man den Entwickelungsgang des Cha--!Händen ist. rakters. Im Gegensatz zu Giorgi verkörpert Schönfeld das »* @r06er Unfug. Gestern abend gegen 10 Uhr wurde Häßliche unb Gemeine des Juden; nirgends eine Spur von I e|n Brieftasten in der Neustadt von drei jungen Burschen ab- Pathos, aus dem der Vertreter und Rächer eine§ geknech-I ^.^nsen und zur Erde geworfen. Die Thäter flüchteten dann teten Volkes gesprochen hätte. Nur das Gräßliche seinesl ^ die Sandgasse. Man konnte ihrer trotz sofort aufgenommener und verspottet wird, thut keinem Menschen im Theater leid, im Gegenteil, das Stück kann im Shakespeareschen Geiste mit lauter Heiterkeit schließen. Beide Auffassungen haben ihre Berechtigung, doch wurde die letztere erst 1875 durch Mitterwurzer zum ersten Male auf die Bühne gebracht, i Leider müssen wir gestehen, daß uns die Leistung Schönfelds in einigen Punkten nicht sehr befriedigte. Er erschien uns manchmal zu äußerlich, zu laut und polternd. Etwas weniger wäre in diesem Falle mehr gewesen. Er wirkt durch das Manirierte seines Spiels oft theatralisch. Im Ganzen aber verdient die einheitlich durchgeführte Leistung Aner-,^,---; . , . „ f . kennung. Lange Jahre bewegte sich der Künstler im Fache ihm durch andere einige Verletzungen zugefugt mürben, des Bonvivant, und es will uns scheinen, als wenn ihm Sache würbe zur Anzeige gebracht. dies auch heute noch mehr entspräche. ** Verkauf der Gräfs'schen Tabakfabrik in Biugen. Zu bet ** Der V0rstanb bes Geflügel- unb Vogel-sM^ifung unseres Korrespondenten in Nr. 251, daß die zucht-Vereins macht durch Rundschsreiben an die Be-! Fabrik in den Besitz eines Gießener Konsortiums ess.“ S.5Ä.Ätt«Ä KB«,"Sw ‘.«."“USä, «!«>-.- «■» ‘f;ft* gehende Geflügel mit einem behördlich beglaubigten Gesund- die Firma He tnr. 01 den k ott u. Comp. m H an au heitsattest versehen sein muß, worin außerdem bescheinigt käuflich erworben hat. Die. Ortsverwechslung ßl woh sein muß, daß der Ort und dessen 5 Kilometer Umkreis dadurch gekommen, daß Justizrat Dr. Gutfleisch-Gießen aus dem das Ausstellungsgeflügel hierher gesendet wird, bie Verkaufsverhandlungen führte. seuchenfrei ist. Außerdem hat die Ausstellungsleitung den a. Nidda, 24. Okt. Gestern gründete sich cm „Steno- ! Kreistierarzt Schmidt mit ber Kontrolle unb Ueberwach- aranben-Verein Nidda", dem 10 ordentliche und 1 außer- stehen. t . ,, — Den „Berl. Polit. Nachr." wirb bestätigt, baß bie Ausschüsse bes Bundesrats die erste Lesung des Zolltarifs beendeten, aber erhebliche Abänderungen der einzelnen Positionen nicht vornahrnen. — Gegenüber einer Pariser Meldung der „Pol Korr.", die Teilnahme der Staaten, deren Gesetzgebung bezüglich! der Behandlung des Zuckers wesentlich die gleiche ist/ an der geplanten internationalen Zuckerkonferenz in Brüssel sei bereits zugesichert, und das Zustandekommen der Konferenz sei demnach zweifellos, teilen die „Berl. N. N." mit, nach ihren Informationen stehe diese optimistische Darstellung mit dem gegenwärtigen Stande ber Dinge nicht ganz im Einklang. — In einer Versammlung bes Zentralvereins der Konservativen vor dem Potsdamer Thore hielt Prof. Dr. Adolf v. Wenckstern einen Vortrag über den neuen Zolltarif und brachte eine Resolution durch, in der dem Reichskanzler das volle Vertrauen sowohl hinsichtlich des Zieles als der Mittel der durch den Entwurf eingeschlagenen Politik ausgesprochen wird. Zum Schluß heißt es in der Resolution wörtlich: „Nicht dein blinden Ungefähr des Freihandels, sondern der Politik der Regulierung der Wirtschaft durch für uns günstige Handelsverträge wollen wir uns anvertrauen; für sie wollen wir arbeiten unb jedes Spiel mit ber Jbee, zum Freihanbel abzuschwenken, von uns weisen. Möge ber Entwurf Gesetz werben." München, 24. Okt. Im Finanzausschuß erklärte ber Kriegsminister, bie französischen Kanonen hätten Vorzüge, seien aber ben beutschen nicht über- le gen. Für bie Anfertigung neuer Gewehre in ber Gewehrfabrik Amberg werben die Maschinen angeschafft. Es werde dann die Anfertigung nicht in gesteigertem, sondern in normalem Betriebe erfolgen. Auch der preußische Kriegsminister lasse nur in normalem Betriebe ar-I ** Znm Bahnhofs-Umbau. Me Tunnel-Ver- beiten. Eine Abteilung der bayerischen Armee toerbe mit b f n u n g vom Perron bes ersten nach bem zweiten bem Maschinengewehr ausgerüstet werden. —.Eine! bes Maiu-Weser-Bahnhoss, bie bie Firma Holzmann praktische Neuuniformierung, u. a. zum Zwecke ber u. Ho., Frankfurt a. M., herstellt, ist nunmehr ini Rohbau Erschwerung bes Gesehenwerbens ber Mannschaften auf gestellt. Das erste Gleis bieses Bahnsteiges wirb gewisse Entfernungen, werbe zwar im Auge behalten werben, einigen Tagen nach dem zweiten Gleise hinübergerückt, sei aber zunächst nicht in Aussicht genommen. Die grauen um bgburch Raum zur Verbreiterung des ersten Perrons Mäntel werden nicht wieder abgeschafft werden. Der S t) - gewinnen. Man ist jetzt schon mit der Aufstellung phus inMetz sei auf die Trinkwasser- und Bodenverhalt- eisernen Säulen für die Halle des zweiten Bahnsteiges nisse zurückzuführen. beschäftigt und hofft, bis Mitte November die ganze Ver- — In der Abgeordnetenkammer wurden u. a. ..me besserungs-Anlage des Main-Weser-Bahnhofs dem Verkehr sie von der Kolonne Walter Kitcheners umringt werben. — lieber Brüssel wird gemeldet, daß Botha mit einer Streit- ____________ _____________ macht von 4000 Mann ein Lager bei Ermelo bezogen habe. L.^^g bex Vulkane gewidmet gewesen. Dementsprechend — Danach scheint es mit den schönen „Aussichten" des Herrn begann der Vortragende mit einer Schilderung ber Be- Walter Kitchener nicht weit her zu sein. steigung verschiebener Vulkane und einer Charakteristik Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 23. b. Mts.: ihrer physikatischen Eigenschaften. Besonders erwähnt tour- aroci Kanonen der 69. Batterte königl. Feldartillerie, bie bei den bie Vulkane Tacana, Tajumulco, Jzalco, San Miguel, Scheepdrsnek von den Buren genommen wurden, sind zurück- Coscguina, Poas, Jrazu und> CHir.gui. ^rauf ging der Nahe von ^langapies. —- Daß jene Kanonen den Eng- Gegend des Nicaragua-Sees eingetreten ist. Nach ländern abgenommen worden waren, hatte der ~ord bisErct L -dönen Arbeiten des Dr. Hayes von der Nicaragua- verschwiegen, ebenso ob diese beiden Geichutze die einzigen Kanal-Kommission lag nämlich früher die Wasserscheide auf gewesen sind, die die genannte Batterie verloren hatte. ber atlantischen Seite der Landenge. Man kann noch die Die Agitation der Amsterdamer Dockarbeiter gegen den alten Flußbetten erkennen, die von dieser Wasserscheide nach Krieg macht Fortschritte. Die Vertreter wurden am 23. ds. bem Großen Ozean Herabliesen. Heute liegt die Wasserscheide Mts. von den Antwerpener Dockarbeitern empfangen. Letztere genau entgegengesetzt auf der pacifischen Sette, und der nahmen eine Resolution zu Gunsten der Buren an und gaben Nicaragua-See entwässert sich durch den langen iftuß San ihre Zustimmung zur Boykottbewegung gegen die englischen Juan. Die Veränderung tourde volkogen durch^ das Auf- Frachtdampfer. Sie Delegierten sind dann nach Shümgen t?“ abfluß n«*ffi®ten gereift. . hin verlegten. Nach einer kurzen Periode, in der der ~ . x ' '^ Nicaragua-See sich nach beiden Seiten entwässert zu haben Aus UHU tzunu. I scheint, trat die gegenwärtige Art des Abflusses ein. Noch en* oen 25. Oktober 1901. Bedeutung der Vulkane für das Klima liegt darin, LU Bon der Universität. Prof. Dr. P. Martin in baß sie die Passatwinde zur Kondensation zwingen, also Zürich hat einen Ruf als Nachfolger des ord. Professors Niederschlag Hervorrufen, und ferner darin, daß sie, durch Eichbaum, Privatdozent Dr. E. Lentert in Königsberg!ihre bedeutende Höhe eine größere klimatische Differen- einen Ruf als Nachfolger des außerord. Prof. Dr. Stein-' führt? rat 6 fünf J1( von von b'e' Ilagten gestände Seinen J Er hab> tzntschtf die Äb! setzt ha zahiunc dem -ö weiter» beschl" Sache de» bericht nomm» seiner lasiun- Siber auch v komr'.e die macher Sche, Berhar einen: wie roi der Kü - Tei verlanc 24 M. Kläger tommt Aägei Als l< Bis dahin würden sich bereiten können. In M k 118 Rosen 3 Uhr. Tendenz: fester. den Mannschaften des brasiliani- wegen Geldstreitigkeiten mit dem Der brasilianische Konsul lies 25.50 25.40 84.40 SO/. Portugiesen . 3J/o Mexikaner 4Vg5/ö Chinesen . Havre, 25. Okt. Unter schen Dampfers „Tryna" brach Kapitän eine Meuterei aus. neun Matrosen verhaften. p lo t t entdeckt Brüder Brüder Reichsanleihe do. Konsole do . . Hessen . 100.50 . 89.30 . 100.55 . 89.45 . 98.10 . 99.30 . 195.20 . 171.20 . 118.00 . 118.50 . 130.40 . 133.70 . 155.50 . 181.00 . 152.20 . 155.40 Familien. Buffalo, 25. Okt. Das Defizit der pauameri. anischeu Ausstellung, die am 2. November geschlossen Wöhlerschule, Ziehen, ist zum Oberstudiendirektor beim Kommando des Kadettenkorps ernannt worden. — Ein Wein- wirt in Mainz begegnete auf der Ludwigstraße einem schweren, mit Waren, Kisten und Kasten beladenen Rollwagen. In dem Augenblick, als der Wirt an dem Wagen vorübergehen wollte, lößte sich eine schwere Kiste von dem Wagen ab und stürzte ihm auf den Kops. Blutend brach der Mann zusammen und mußte in einem Wagen nach Hause gebracht werden. Die Verletzung des Verunglückten ist schwer. — In der am Montag m Kassel abgehaltenen Sitzung der Aerztekammer der Provinz Hessen-Nassau wurde u. a. eine an die rheinische, sächsische usiv. sich anlehnende Standcs- ordnung für die Aerzte der Provinz Hessen-Nassau angenommen, sowie der Gründung einer ärztlichen Unterstützungskasse in der Provinz Hessen-Naffau zugestimmt. Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatabahn . Gotthar ibahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . . Reise angestrengt. Montceau-les Mines, 25. Okt. Eotte erklärte, er glaube nicht an einen Generalstreik vor dem 1. November. Er versicherte, die Zahl der entlassenen Arbeiter sei bedeutend übertrieben worden. Es seien in Wirklichkeit nur 400 Arbeiter entlassen worden. Nancy, 24. Okt. In einer Versammlung Les Syndikats der Schuhmachergesellen wurde der General- Aus st and in sämtlichen Fabriken Nancys beschlossen. Wien, 25. Okt. Der Besuch des Großfürsten Michael Nikolajewitsch steht bevor. Man nimmt an, daß er mit einer wichtigen Mission betraut sei. Wahrscheinlich handle es sich um eine Verständigung über die Balkan-» frage sowie um eine Vereinbarung betreffend der gemeinsamen Abwehr der Bedrohung der russischen und österreichischen Wirtschafts-Interessen durch den deutschen Zolltarif. A l g i e r, 24. Okt. In Milianah kam es zu einem blutü gen Z u s a m m e n st o ß zwischen Militär und Eingeborenen, wobei ein Soldat und zwei Eingeborene getötet wurden. New-York, 24. Okt. Ein von Eouncil Bluffs nach Kansas Eity gehender Zug ist bei Extina (Iowa) entgleist. 36 Personen wurden verletzt, 11 davon, wie man fürchtet, tätlich. New-York, 25. Okt. Ein neuer Einfall Uribes, der 2000 Mann befehligt, wird gemeldet. — Die philippinische Junta in Hongkong proklamierte den General Malvar als Nachfolger Aguinaldos. 3'/r°/o 3% W/c 3°,o 3*/2% 'ne Marryr, ver sich nn Besitze emcs vollständigen BerzeüyrttM aller Anarchisten Barcelonas befand. Lissabon, 25. Okt. (nn neues Rek rutierun gS- gefetz ist veröffentlicht worden. Ter Dienst ist obligatorisch und eine Stellvertretung nur unter Brüdern gestattet. Vom Dienst sind frei gewe.hte Priester und die übrigen Stützen armer Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 27. Oktober. 21. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadttirche. Vormittags 97, Uhr: Professor D. Drews. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 27, Uhr: Kinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein, kranzandacht mit Segen. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 26. Oktober 1901. Vorabend: 500 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags: Schrifterklärung. Sabbathausgang: 600 Uhr. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 25. Oktober. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 26. Oktober 1901. Freitag abend 4". Samstag vormittag 880. Nachmittag 330. Sabbathausgang 600. Wochengottesdienst: morgens 700 Uhr, abends 480 Uhr. Arbeiterbewegung. Paris, 24. Okt. Tie Hauptmilglieder des Komitös der Propaganda erklären, den Beschluß der Delegirten in St.-Elicnne habe sie sehr überrascht. Tie Vertagung des Aussiandcs werde den Aithängern des Komites das Gelingen der Bewegung sichern. — " ' ' die verschiedenen Arbeiterverbände vor- Vv.v..v.. ........... Jir Montceau-les-Mines hat das Dekret des Präfekten betreffend die Abgabe von Kriegswaffen keinen besonderen Eindruck gemacht, weil viele Waffen verborgen worden sind. Von Paris aus werden täglich chiffrierte Telegramme an Gar- nüonen abgesandl, um Truppen sür pie Kohlenbecken zu inobiliffereu. 50j. Italien. Rente 4 /o Griech. Monopo.l-Anl, 42.10 Samstag den 26. Oktober. Nachmittags um 47, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 27. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste hell. Messe; vor itnb in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus Rosenkranz-Andacht mit Segen. An den Werktagen ist täglich des Abends um 6V2 Uhr: Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Nächsten Sonntag den 3. November findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Mackus- gemeiirde gemeinsam statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Dr. Grein wohnt jetzt Aliccstraße 12 Part. Nächsten Montag den 28. Oktober, abends 8 Uhr, Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend und zwar im 0 b e r e n Kon- irmandensaal der Matthäusgemeinde, im unteren der Marcus- genreinde, zu welch beiden auch die Neukonfirmierten eingeladen werden. , Donnerstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, Bibelstunde. Jac. ff. Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche. Vormittags 97, Uhr: Oberkonsistorialrat Waas. Vormütags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Psarrer Euler. wird, wird 4 Millionen Dollars betragen. New-Yort, 25. Okt. Tie Jubelfeier der YaleA- Universität nahm einen programmäßigen Verlauf. Roosevelt, sür deffcn persönliche Sicherheit umfassende Sicherheits« maßregeln getroffen waren, unterließ das bisher übliche Hände- chütteln bei dem öffentlichen Empfange. Berlin, 25. Okt. Am Abschieds-Diner des bis- herigen chinesisck)>cn Gesandten in Berlin nahmen u. o. teil die Minister Schönstedt, Studt, v. Goßler und Möller, einer Graf Eulenburg. Ter Gesandte brachte in chinesi- cher Sprache ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus, das von dem Dolmetscher Dr. Kreie übersetzt wurde. Kiel, 25. Okt. Während des Aufenthaltes des Schul- chiffes „Stein" vor Madeira erkrankten während der Abhaltung von Schwimmübungen mehrere Schiffsjungen. Drei von ihnen können die Fahrt nach Mittel-Amerika nucht mitmachen und sind mit einem Handelsdampser zur Heilung nach Kiel zurückgekehrt. Hamburg, 25. Okt. Der Dampfer „Etna" der Rhe-, derei Joost ist in Fehrmarnsund infolge einer plötzlichen Boe gesunken. Die Mannschaft ist gerettet. L o n d o n, 25. Okt. Die „Times" melden aus Shanghai: Ein amtliches Telegramm aus Autschang besagt, der Kaiser beantwortete den kräftigen Einspruch der Vizetönige Tschangtschitung und der anderen Vizekönige des Südens gegen den .M and s chureiv e rtr a g mit der Frage, welche Mittel die Vizekönige zum Wider stände gegen Rußland anzuwenden Vorschlägen, und welche Aussicht auf Unterstützung seitens Englands und Japans! London, 25. Okt. Der unionistische Abg. Winston. Churchill, Sohn des Lord Churchill und gewesener Kriegsberichterstatter der Morning Post in Transvaal, hielt anläßlich einer unionistischxn Kundgebung in Leicester eine Rede, worin er die militärische Lage in Südafrika irr düsteren Farben schilderte, und behauptete, dieselbe sei nicht weniger gefährlich als sie im Jahre 1899 gewesen ist. Die Regierung sollte unverzüglich Vorkehrungen treften für einen neuen Feldzug mit frischen Truppen und entschlossenem Feldzugsplan, damit der Krieg, wenn nicht früher, so doch wenigstens im nächsten Frühjahr ein Ende fände. London, 25. Okt. Der König empfing gestern den General Hildy ard in Audienz, der sich in seiner neuen Stellung als stellvertretender Kommandant von Aldershot meldete. London, 25. Okt. Den Blättern zufolge hat das Zarenpaar die Einladung König Eduards, nach England zu kommen, angenommen. Die Reise soll im nächsten Sommer oder Herbst stattsinden. — „Morning Leader" berichtet aus Brüssel, Dr. Leyds habe auf Befehl des Präsidenten Krüger eine P r o t e st n o t e an die Mächte gesandt, betreffend die Behandlung der Buren-, frauen und Kinder in den Konzentrations^ lagern. des Schahs und der Großvezir sein. Die beiden seien verhaftet und ins Gefängnis abgeführt, der Großvezir zum Tode verurteilt worden. — Die Passagiere des Dampfers Senegal, die infolge des Ausbruches der P e st verhindert waren, chre Palästinareise fortzusetzen, und während acht Tagen in Quarantäne gehalten wurden, haben gegen die Schiffahrts-Gesellschaft einen Pr ozeß auf Rückerstattung des Fahr-, Preises im Betrage von 1800 Francs sür die abgebrochene: Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, den 3. November, Beichte und heiliges Abendmahl sür die Lukas- und Johannesgemeindc im Abendgottesdienst. Anmeldung vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag, 28. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche, Psalm 1. Pfarrer Euler. Am Sonntag, den 3. November feiern wir das R e forma t i o n s f e st. An diesem Sonntag wird eine Kollekte erhoben für die G u st a v - A d o l s s - S t i f t u n g. Katholische Gemeinde. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Tie in dem gestrigen Eingesandt „Gießener Bräunte i n b e r g w e r k e" ausgestellten Behauptungen sind im Wesentlichen unzutreffend. Man will eine öffentliche Polemik, zu der das Eingesandt heraussordcre, vermeiden und sür jetzt nur der Angabe mit alter Entschiedenheit widersprechen, daß jemals von dem Bevollmächtigten des Hrn. Fernie eine unehrenhafte Handlung verlangt worden sei. Tie Austlärung wird irt der Generalversammlung erfolgen. Auf die verschiedenen Anfragen erwidern wir, daß nunmehr die Sammlung sür freiwillige Gaben zur Anschaffung des Werkes K n i g g e ' s „Umgang m i t M e n s ch e n" geschloffen und das Werk,' mit entsprechender Widmung versehen und- „zur recht fleißigen Benutzung empfohlen, gestern dem Reichstags- und Landtagsabgeordneten Köhler gesandt worden ist. Hoffentlich verfchlt es nicht seine Wickung. Die von unserem Reichstags-Abgeordneten als geistig beschränkt bezeichneten Handwerker von Stadt und Land. Gerichtssaal. e. Gieße», 22. Okt. G e w e r b e g e r i ch t. Ten Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Kommerzienrat E m m e l i u s unb Schreiner Heinrich M ä n n ch c. Es stehen fünf Klagen zur Verhandlung. Der Taglöhner Friedrich Wiese von hier klagt gegen den Fuhrunternehmer Karl Jug Hardt H. von hier auf Zahlung von 33 Alk. rückständigen Lohnes. Der Beklagte wendet ein, daß Kläger gerade 4 Wochen bei ihm in Arbeit gestanden habe und daß er ihm dafür24Mk. schulde, denn erzähle feinen Knechten neben Kost und Logis im Winter per Woche 6 Ntk. Er habe an den Kläger bereits 3,90 Alk. gezahlt und verlange 20 Mk. Entschädigung, weil Kläger, anstatt in der Sandgrube zu sein und die Abfuhr des Sandes zu überwachen, sich in ein Wirtshaus gesetzt habe, so daß mehrere Wagen Sand von Fremden ohne Bezahlung abgefahren worden seien. Kläger behauptet, 6 Wochen bei dem Beklagten in Arbeit gestanden zu haben und bestreitet das weitere Vorbringen des Beklagten. Das Gericht erläßt Beweisbeschluß. Es sollen drei Zeugen vernommen werden. — In der Sache des Kellners Franz S i b e r, z. Z. in Frankfurt a. M., gegen den Restaurateur Gustav S k a l i z k y von hier, über die bereits berichtet wurde, wurde die als Zeugin benannte Buffetdame vernommen. Diese sagt aus, daß Siber öfters zu spät zur Aufnahme seiner Dienstverrichtungen erschienen sei, so am Tage seiner Entlassung erst 5 Minuten vor 11 Uhr anstatt um 9 spätestens 9'/, Uhr. Siber habe sich bei seinem Erscheinen nicht entschuldigt, es sei ihm auch von dem Beklagten früher schon Vorhalt wegen des Zuspätkommens gemacht worden. Das Gericht hat unter diesen Umständen die Klage kostenpflichtig abgewiesen. — Die Klage des Backsteinmachers Konrad Heß in Krosdorf gegen den Bauunternehmer Scheppelmann von hier kommt heute zum zweitenmal zur Verhandlung. Einen Teil der Ansprüche läßt der Kläger fallen, einen Teil erkennt der Beklagte an und wegen eines Postens sowie wegen der Behauptung oes Klägers, er sei ohne Einhaltung der Kündigungsfrist entlassen worden, muß Beweis erhoben werden. — Der Schneidergeselle Ludwig Grünewald von Alten-Buseck verlangt von dem Damenschneider Anton Brezina von hier 24 Mk. rückständigen Lohn. Der Beklagte wendet ein, daß ihn Kläger durch Lieferung schlechter Arbeit sehr geschädigt habe. Es kommt schließlich ein Vergleich zu stände, wonach Beklagter an Kläger zur Beseitigung von dessen Ansprüchen h Mk. bezahlt. — Als letzte Sache soll die Klage des Bauführers Adolf Klees von Kirchhofen gegen die Firma Birkenstock u. Schneider hier zur Verhanolung kommen. Es wird rückständiger Lohn und die Ausstellung eines ordnungsmäßigen Zeugnisses verlangt. Für die beklagte Firma ist niemand erschienen. Kläger will nochmals versuchen, sich mit der Firma in Güte zu verständigen. Ein Antrag wurde deshalb nicht gestellt. Ein betrogenes Gymnasium. Das Landgericht Tilsit hat dm 13. August neben zwei gleichaltrigen Mitangeklagten den 18 Jahre alten Bautechniker Max Schulz wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges zu einem Jahre zehn Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein früherer Schullamerad des Schulz, Luna, brauchte Geld. Schulz riet ihm, die Gymnasialkasse zu prellen, was leicht zu machen sei, da der Rendant der Kasse, Professor H., ein sehr kurzsichtiger Mann sei und jede Rechnung bezahle, auf der er die Zahlungsanweisung des Direktors sehe. Beide Burschen stellten nun mehrere Rechnungen über Lieferung vcn Holz usw. an das Gymnasium aus, und Schulz, der die Unterschrift des Direktors kannte, setzte dessen Richtigkeitsvermerk darunter. In der Dämmerzell gingen sie dann zu Professor X., der ihnen die Beträge auszahlte. Auf diese Weise ist das Gymnasium um 10,400 M k. geschädigt worden. Beihilfe hierzu hat der ebenfalls verurteilte dritte Angeklagte Horch geleistet. ein vierter, D o n a t, ist wegen Hehlerei verürteilt worden. — Schulz hat Revision eingelegt und behauptete, es seien von den 17 Fallen zwei zu Unrecht als besondere Strafthaten angesehen worden; da die beiden Quittungen an einem Tage ausgestellt seien, könne auch nur eine Handlung angenommen werden. — Trotzdem der Reichsanwalt die Revision befürwortete, erkannte das Reichsgericht am Dienstag auf Verwerfung des Rechtsmittels. Montceau les Mines, 25. Okt. Bisher sind etwa 100 Gewehre abgeliesert worden. Morgen wird mit Haussuchungen begonnen. Es herrscht vollständige Ruhe. Caracas, 25. Okt. (Reuter.) Der Zwischenfall bei der Anwesenheit des deutschen Kreuzers „Vineta" ist durch die deutsche Gesandtschaft befriedigend geregelt worden. Tie Befürchtungen hinsichtlich der Verhandlungen find geschwunden. Rom, 25. Okt. In einem heftigen Artikel, betitelt „der Skandal des Prof. Spahn", behauptet die vatikanische „Voce della verita" zu wiffen, daß der Bischof von Straßburg allen an der dortigen Univerfität eingeschriebenen Seminaristen und katholischen Studenten verboten habe, die Vorlesungen des Prof. Spahn zu besuchen, indem er ferne zuerst gegebene Erlaubnis zurückzog, da fich die „Umstände geändert" hätten. (Die veränderten Umstände werden offenbar darin gefunden, daß Spahn vor drei Jahren Annäherung au den früheren Jesuiten Grafen Hoensbroich gesucht und gefunden hat) Barcelona, 25. Oktbr. Tie Polizei verhaftete den aus Turin hierher gekommenen italienischen Anarchisten Ucneste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Weimar, 25. Okt. Gegen 22 teilweise angesehene Frauen ist die Anklage wegen Verbrechens gegen das keimende Leben erhoben worden. Die Verhandlung wird vom 14. bis 16. November vor dem Schwurgericht in Rudolstadt stattsinden. P a r i s, 25. Okt. Wie verlautet ist die Regierung nun- mehr entschlossen, sich Genugthuung seitens der türkischen Regierung zu verschaffen, deren Verschleppungs-Politik die Geduld der französischen Regierung schon lange auf die Probe gestellt hat. Die französische Regierung hat nach Toulon den Befehl gegeben, alte Vorbereitungen zur Abfahrt einer Schiffs-Divison in kürzester Zeit zu treffen. — Aus Teheran wird gemeldet: Ein Kom- gegen das Leben des Schahs sei angeblich worden. Die Hauptschuldigen sollen die beiden UnlverstMs-Nachrichten. Halle, 24. Okt. Die Begräbnisfeierlichkeit für den Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Maximilian M a e r ck e r begann gestern Nachmittag. Nachdem der Choral „Befiel du deine Wege" verklungen war, hielt Pastor Meinhof die Ansprache und sprach den Segen über dem Sarge, dem der Gesang des Chors „Selic sind des Himmels Erben" folgte. Am Grabe segnete Pastor Meinho den Sarg ein, und sprach das Vaterunser. Geheimrat Volbard feierte die universelle Bedeutung des Gelehrten und sein thallräf- tiges Wicken zur Hebung der Landwirtschaft. Nach ihm sprach Landesökonnmierat v. Mendel-Steinfels, Dr. Schneidewind, der Leiter der agrckultur-chemischen Versuchsstation, zollte dem großen Manne, dem großen Charakter, dem unermüdlichen Arbeiter, der selbst aus dem Kraickenbette noch mehr gearbeitet habe als mancher Gesunde, Worte warmer Verehrung und aufrichtiger Dankbarkeit, und Professor Wagner von der Versuchsstation D a r m st a d t, widmete dem Kollegen, der ein leuchtendes Beispiel sei für alle, feierliche Abschiedsworte. — Gegen das Mcdizinstudium der Frauen haben sich an 0er Königsberger Universität die drei ordentlichen Professoren der Anatomie, Chemie und Physik erklärt. Sie haben ihre Vorlesungen den weiblichen Studierenden verschlossen und den sftauen damit überhaupt ein ordnungsgemäßes Studium in der Medizin an der dortigen Alma mater unmöglich gemacht. — Als Ersatz für Pros. Dr. Albert in Halle, der, wie schon mitgeteilt, den an ihn ergangenen Ruf als ordentlicher Professor der Landwirtschaft an die Universität 05 i e g e n angenommen hat, ist der ordentliche Pros. Dr. Max Fischer in L e i p z i g ausersehen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. 8§ Gießen, 24. Oktober. Bei dem Markte am 22. und 23. Oktober waren aufgetrieben 1110 Stuck Rindvieh und 1290 Schweine. Der nächste Markt findet am 26. und 27. November statt, an letzterem Tage auch Krämermarkt. M.-6tladbach, 24. Okt. Die Einweihung der höheren Fachschule für Baumwollindustrie findet am 7. November statt. Die Minister Möller und v. Rheinbaben sagten ihr Erscheinen bei der Feier zu. Berlin, 24. Okt. Der weitere Airsschug des Handelsvertragsoereins wählte Bergrat G o t h e i n einstimmig als stellvertretenden Vorsitzenden an Stelle des Geheimraths Herz. Oedenburg, 24. Okt. Der Untersuchungsrichter verhängte Über den Fabrikanten August Friedrich, Vizepräsident der fal- liten Bank, Untersuchungshaft. Heute wurde festgestellt, daß der ehemalige Direktor der Oedenburger Bau- und Bodenkreditbank, Alfred S ch l a d e r e r, dreihundert Stück Prioritäten der Eisenburger Elektrizitätswecke im Nominalbetrag von 600 000 Kronen fäls ch te und bei hiesigen Firmen lombardierte. A- 4 Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an 7064 Louis Schäfer und Frau. Cassel, den 24. Oktober 1901. MW ■2 ■*. Aedaktio' und Schv^ Abreise f «»-eiS Fernspttch' Mrwe Ll viermal W 3uhöre alte ge, iichen s. Definiti von nu Man ei die Verj alter ,j sehr der sie auch gliche, der verc Tr schier D( draven , r noch omödi'e H derF * einet *r, di! ««; ®tik Sw ^wohl r Erschew mit ‘W Die^ Kuf: Levöllen nad) oll« diesen I Bürgerin schieden ■ Aech 1ö Nebenan beroxrtt. ieit uial folge » eine scha während beginnt, der, na lenkt, ji Prinzen läßt, j sorgt,' dl Aussterb ist der je Jahre jü mann au verdräng Hohn de Das wohner rls sein Berhaitn und slar gierung, einiger' zu inter leren Li ehrer bJ lande W sein Sohl Hause, d 39. Leben 3utiuä Eöstch rot VW", drr ilnnn 'Muhr ihr ^rru für ba§ ZegaW Legens' .Ährte chens brachte wieder Salb d Mgli Na Sorene dermäh spielen tisch ar scheu K dieser i Fürstin neuen i itegien 7071 6868 Bönig garantiert reiner, zu Back- Hierzu ladet ergebenet ein 04828 Arthur Stegmann. zwecken, 7069 bei der Firma 7058 Putz- und Modewarenbranche einschlagende Artikel. Geschäften. 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Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der neue Verbindungsweg zwischen Liebig- uud Wilhelmstraße herge- stellt^ mrd ^daß der seicher bestandene alle Weg von jetzt ab ge- Gießen, den 28. Oktober 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vorzügliche Spcifttatoffdii Magnam-bonum empfiehlt, so lange der Vorrat reicht, pro Gentner zu Mk. 1.50 frei ins Haus geliefert. Konrad. Roth, 6975 Zozelsgasse 9. Sangeslustig und gesund erhält man seine Slllbenvügel durch Nahrung, die der in Freiheit gesuchten am ähnlichsten ist. Dies find Büchners um'ibcrtroff. .n ,1 .> sofort in jeder Höhe auf E//^I/lSchuldsch.,Wechs., Polte. IN/111 Ervsch., Hypoth. u. d ergl. v günstigilen Beding. emsasgaa E. Manier. Nürnberg 53. /Lin reinlich., fleißiges Mädchen findet sofort oder bis 1. Nov. gute Stelle. Ludwigstr. 73. 7082s Ein tüchtiges, solides Mädchen bei gutem Lohn gc- sucht.Vstaulage 39, 1. c>ücht. Alädcheit, 21 Jahre all, sucht Stelle bis 10. November. 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