6110 »1 11. utii 1181 I 8 h 6 Uht; iiiig ^bericht, 1^68, 5141 W* 76 I 2158 eden t. sn^z t,»tacheldraht, WwllM 1 iohMg be-n on Heck ab ö g ilsing. § iwwm ,, gut . Offerten unln t tzxprdllm. makrtt achener irauctei NeßaurantS unb bei Bierbezug mu [, Offntm unter Skrr>olfAsfft, bunttlbraunem jedenfalls M°w Sbad vntMt. d geveM. Mn f”*L5! .AbttidM »leiSangabe unter y^eMjL Rudolstadt»« nd Herd« ,r AuswahL jntseh'’,tn [*01180 Staiiwarea. iinöbeL 30K sweg 83 i»lteretb6r- Str. 173 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Frettag A6. Juli 1 SV 1 ytHrt Mßttch erit he rr»ktttg». feettite. ZMS^r h« An, SfcH »itt* #*»*♦•4 t*e P »- fit Kn W>ma U) trl4tlntnKn ee >«« io ah» - fHtcften« t»M w*t. Äftedtin*, IflMlttieR unb %w»n- L-taMatze T. WEMB GietzenerAnzeiger -Kr General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen _L I™!!£*!JL1"Z------■■"■i -- -""nnii miiiiniiii..... sejngrprett wkrNW« $?t. 2.20, mo*4tl. 76 P^. mitvrinqertohn; durchs Äb6o(«i Anzeiger Gieheo. Fernsprrchanichluß Nr. H. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr: Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhesfischen ObstbauvereiuS, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt, die nachstehend Der« zeichneten Orte des Kreises Gießen zur Abhaltung von Bor- trägen über Obstbau zu besuchen: Sonntag den 28. Juli in Heuchelheim, nachmittag- 3 Uhr; Montag deu 29. Juli in Lang.Göns, abends Punkt 7 Uhr. Am Schluß des Bortrage» in beiden Orten Gratis« Verlosung einiger im Herbst zu liefernder Obstbäume. An her Verlosung in Heuchelheim können die Mitglieder von Alleudorf a. d. Lahn und Kleiu-Liuden teiluehmen. Ferner: Samstag, 3. August, in Wieseck, abends 7 Uhr, Sonntag, 4. „ „ Annerod, nachmittags 3 Uhr, Montag, 5. „ „ Großeu-Linden, abends 7 Uhr, ebenfalls mit Verlosung von Obstbäumeu, und können an der Verlosung in Annerod die Mitglieder aus folgenden Orten teiluehmen: Alten-Buseck, Beuern, Bersrod, Hattenrod, Lindenstrnth, Reiskirchen, Rödgen und Trohe. Zahlreiche Beteiligung der Mitglieder und sonstiger Freunde des Obstbaues erwünscht. Gießen, deu 24. Juli 1901. Der Vorsitzende des BereiuSbezirkS Gießen des Oberhesfischen Obstbauvereins. ___________________Dr. Heinrichs. Bekanntmachung, betreffend: Die Veranstaltung von Verlosungen innerhalb des Großherzogtums. Der Ortsvorstand von Ortenberg beabsichtigt mit dem sogenannten kalten Markt, welcher im Oktober d. IS. daselbst statt findet, eine Verlosung von Fohlen, Rindern, Schweinen, landwirtschaftlichen Geräten und sonstigen Gegenständen zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Be« dingung erteilt, daß nicht mehr als 6000 Lose zu 1 Mark da- Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Proz. des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenßänden zu verwenden sind. Zugleich hat Großh. Ministerium den Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet. Gießen, den 22. Juli 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Die Veranstaltung von Verlosungen innerhalb des Großherzogtums. Der Ortsvorstand zu Friedberg beabsichtigt mit dem am 22. Oktober d. Js. stattfindenden Herbst-Fohlen- und Pferde- markt daselbst eine Verlosung von Pferden, Fohlen u. s. w. zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 12 000 Lose zu 1 Mk. das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 55 Proz. de» Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich hat Großh. Ministerium deu Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet. Gießen, den 22. Juli 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. F1' ;% Bechtol d, Bekanntmachung. Betr.: Antrag auf Feldbereinigung des auf dem linken Lahnufer gelegenen Teils der Gemarkung Gießen. Nachdem der Antrag auf Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung unb der Anlage von Wegen in den Obst- baumgrundstücken in dem Teile der Gemarkung Gießen, welcher links der Lahn liegt — unter Ausschluß des Hamm und der Inseln bei der Neumühle und der Burksmühle — gestellt worden ist, und nachdem dieser Antrag von Großherzoglichem Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über deu erwähnten Antrag aus: GarrrStag, 10. August 1901, vormittags von 10% bis 12 Uhr m der Turnhalle des Turnvereins zu Gießen (Stein- straße) bestimmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Ver- fahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb de» Be« reinigungSbezirk» wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, 24. Juli 1901. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Sandmann. Der selige Herr Schnäbele. Es ist Sommer, es ift sogar ein sehr heißer Sommer. Es ist still in der Politik, es ist sogar sehr still in der Politik. Tas ist sehr schlimm für eine Nation, die von politischer Sensation lebt, es ist sogar sehr schlimm in einem Zeitalter, das die Seeschlange nichjt mehr ernst nimmt und über das Auftanchen von Wölfen in den Pyrenäen nur lächelt. Die Nation, die sich selbst den Beinamen der „großen" gegeben hat, fühlt in solchen Situationen Verpflichtungen, Verpflichtungen, die Welt zu amüsieren. Die Presse dieser großen Nation hat einen Exponenten, dieser Exponent heißt „Figaro". Ter Ruf dieses Organs ist heute verblaßt und als Orakel gallischer Gesinnungstüchtigkeit wird es nur noch von dem Auslande anerkannt. Das ist auch schlimm, besonders für seine 'Eigentümer. Alle diese Faktoren sind wohl zu beachten, um das Resultat genügend würdigen zu können. In seinem Pflichtbewußtsein, die Welt zu unterhalten, hat der pseudonyme Mitarbeiter des „Figaro", Samt-Simonin, ein zwerghastes Diminutiv des berühmten Memoirenschreibers, zugleich! in die Tiefen seines patriotischen Gemütes wie in die der Vergangenheit gegriffen. Zuerst hat er allerhand Anekdoten über den bekannten Faschodafall produziert, — Faschoda interessiert zur Zeit der Flottenmanöver in "Frankreich immer. Das zweite Thema hieß: Schnaebele. Schfliaebele ist im vorigen Jahre gestorben, und wer sich an den Fieberparoxismus erinnert, den die erste Nennung dieses melodischen Namens in der politischen Debatte hervorrief, hat bei dem Tode des ehemaligen Spions mit Genugtuung konstatiert, wie sang- und klanglos dieser Mensch damals beigesetzt wurde. Von einzelnen Galvanisierungsversuchen chauvinistischer Pariser Blätter abgesehen, wurde seiner kaum gedacht. Jetzt heißt die Losung in der ganzen französischen Presse wieder: Schnäbele. Dieser ehemalige französische Polizeikommissar hatte seine amtliche Stellung im GrenMenste dazu benutzt, deutsche Reichsangehörige für Geld zu verbrecherischen Handlungen gegen ihr Vaterland zu verleiten. Beweise lagen genügend gegen ihn vor. Am 20. April 1887 wurde Schnäbele bei einer Unterredung mit dem deutschen Polizeikommissar Gautsch auf deutschem Boden verhaftet. Die französische Presse schlug sofort Lärm — es war die Zeit, da Boulanger an der Grenze große Truppenmassen zusammengezogen hatte und der Regierung nur infolge der Annahme des Septennats im deutschen Reichstage der Mut zu einem Angriffskriege fehlte — Schnäbele sei auf französischem Boden verhaftet worden. Sobald die schleunigst von deutscher Seite angestellte Untersuchung ergeben hatte, daß der Spion zwar auf deutschem Boden, aber bei einer von der deutschen Grenzbehörde veranstalteten Zusammenkunft verhaftet worden sei, erwirkte Bismarck vom Kaiser die Freilassung Schnäbeles und teilte dies in einem Schreiben dem französischen Botschafter in Berlin, Jules Herbette mit. Es war darin ausdrücklich dem deutschen Rechtsstandpunkte nichts vergeben, aber es wurde erklärt, „daß derartige geschäftliche Zusammenkünfte jederzeit als unter dem Schutze des gegenseitig zugesicherten freien Geleites stehend gedacht werden sollten." So der Thalbestand. Der geschwätzige Eckermann Felix Faures weiß nun folgendes zu berichten: „Als die Verhaftung des Polizeikommissärs Schnäbele durch Gautsch um 6 Uhr abends auf den Boulevards bekannt wurde, stürmte man von allen Seiten nach der Redaktion der „Republique Francaise", die damals noch der Sammelpunkt aller ehemaligen Gambettisten war, die Ferrysten geworden waren. Von dort ging noch immer das Losungswort für die Regierungsrepublikaner aus. Aber Reinach, der ehemals Chefredakteur war, wußte den ihn mit Fragen über die sensationelle Nachricht Bestürmenden nichts mitzuteilen. Plötzlich! bat er die Anwesenden, sich zu entfernen, da er einen wichtigen Besuch zu empfangen hatte. Wir erfuhren bald, daß es sich, um den Grafen Henckel von Donnersmarck handelte. Auch er war gekommen, um Erkundigungen einzuziehen. „Nein, Sie müssen uns welche geben", erwiderte Reinach,. „Stellt uns Herr v. Bismarck eine Falle? Wünscht er den Krieg?" „Das glaube ich nicht", entgegnete der Graf. „Ich habe noch vorgestern mit dem Kanzler gespeist und er hat mir dabei selbst einige persönliche Aufträge für Paris mitgegeben. Nichts in seiner Haltung und Sprache verriet, daß er auf ein Ereignis, wie das vorliegende, gefaßt war. Meiner Ansicht nach, liegt nur ein unglücklicher Zufall vor. Ich, habe zwar keine offizielle Qualifizierung, um Ihnen das zu sagen, bin aber moralisch davon durchdrungen." Diese Versicherung des Grafen wurde sofort Herrn Grevy nach dem Elysee gemeldet und auch, dem Ministerpräsidenten Goblet und dem Minister des Aeußern, Flou- rens, hinterbracht. Nach langen Verhandlungen darüber, ob Schnäbele auf deutschem oder französischem Gebiete verhaftet worden war, gelangte man endlich in den Besitz des Originalbriefes, in dem Gautsch den Schnäbele zu einer Besprechung eingeladen hatte. Grevy ließ diesen sofort Her bette nach Berlin schicken mit der Weisung, zuzugeben, die Verhaftung sei auf deutschem Gebiete erfolgt, da dies ja unter solchen Umständen feine besondere Wichtigkeit mehr hätte. Herbette war in großer Verlegenheit, wie er sich dieses Briefes bedienen Jüute, da Bismarck sich abwesend zeigte, und das Verlangen einer Audienz beim Kaiser einen neuen Zwischenfull von Ems hätte zur Folge haben können (!). Ta er- hielt er den Besuch Münsters, der gegen alle diplo- matljchen Bräuche, wie et selbst zugeftand, aus Friedensliebe sich erbot, einen offiziösen Schutt bei dem Kaiser zu unternehmen, der ihm sehr zugethan war. Herbette zeigte ihm den Brief Gautschs. Münster erbot sich, ihn Bismarck und dem Kaiser zu unterbreiten und versprach als der französische Botschafter zögerte, eine Antwort noch für denselben Nachmittag. Ter Kanzler fragte Münster, mit welchem Rechte er sich überhaupt in die Verhandlungen mischte, und weshalb Herbette diesen Schritt nicht selbst gethan habe. Er geriet in große Aufregung, als der Botschafter ihm erttärte, er werde das Schreiben selbst dem Kaiser unterbreiten, ließ ihn aber gewähren. Der alte Kaiser hörte Münster. sehr wohlwollend an, ließ sich den Bries vorlesen, nahm ihn dann in die Hand, prüfte ihn sorgsam und sagte langsam: „Es war also ein Parlamentär. Wenn wir diesen Mann nicht freilassen, wird niemand mehr wagen, einen Parlamentär in ein preußisches Lager zu schicken. Er muß sofort auf freien Fuß gesetzt werden. Ich werde Befehl daz »r erteilen. Sie können das Herrn Herbette mitteilen." Wenige Stunden später ließ Bismarck Schnäbele in Freiheit setzen." Tie dramatische Scene zwischen dem Grafen Münster und Fürst Bismarck gehört nun jedenfalls in das Gebiet des historischen Romans. Offenbar will der französisch^ Romancier seine Leser glauben machen, Bismarck habe erst durch den Machitspruch Kaiser Wilhelms bewogen werden können, Schnäbele freizulassen. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die „Hamb. Nachr." schreiben: „Tie Freilassung erfolgte nach einstündigem Vortrag des Kanzlers beim Monarchen. In dem Interview, das Fürst Bismarck im April 1890 dem Vertreter des Pariser Blattes „Matin" in Friedrichsruhe gewährte, sagte er über die Gründe feiner Entscheidung: „Im Schsnäbele-Falle war ich so glücklich,, auf das Argument Ihrer Regierung sofort eingehen zu können. Die Unterredung war verlangt worden, also war freies Geleit selbstverständlich Das genügte und ich ließ Schnäbele frei" Uebrigens ist die Darstellung Saint Simonins auch bereits von anderer Seite bericht igi worden. Ter frühere französische Botschafter in Berlin, Herr Herbette selbst, schrieb, wie bereits kurz cmeTbet, dem „Figaro": „Die Auslassungen o-s Präsidenten Felix Faure über die Umstände, unter denen int , ahre 1887 der Schnäbele- Zjwischenfall gelöst wurde, f> ■ ächt '.utreffend, soweit sie meine Person angeh, , Hube iie das Original des Rendezvous-Schreiben de ) Gan tick an Schnäbele in Händen gehabt, und es -u, >cht dem Grasen Münster übergeben können, n ; oun Kaiser Wilhelm I. zu unterbreiten. Ich harte t die Photographie dieses Schriftstückes zu meiner Je ;"ng, und diese habe ich, ohne einen Augenblick ö v,n Grafen Herbert von Bismarck, Staatsset. - ar-3 wärtigen Amte, überbracht, der sie dem R< u foi 11 er vorlegte. Ter Schnäbele-Handel wurde in . üget einer Woche auf diplomatischem Wege in der lichen Form erledigt. Aber er hatte infolge b. \ ■ regung der Gemüter in jener Epoche einen krüist Charakter angenommen, und es kann daher nicht über raschen, daß, gewisse Personen, die mehr oder weniger mit der Sache verwickelt waren, sich brüsten, damals zur Erhaltung des Friedens bei getragen zu haben. Ich bitte, diese Richtigstellung im Interesse der historischen Wahrheit zu veröffentlichen." Tamit ist oiese unerquickliche Erörterung hoffentlich abgeschlossen. Wenn Herr Saint Simonin noch nach weiteren Lorbeern dieset Art Verlangen trägt, so muß er sich schon Zeiten zuwenden, wo er nicht Gefahr läuft, durch noch lebende Zeugert der (Ereignisse Lügen «gestraft zu werden. Die Emser Depesche z. B. ist lange nicht behandelt worden, überhaupt Napoleon III.; um diese anmutige Gestalt läßt sich doch noch! manche historische Legende weben. Schließlich läßt sich auch das vielleicht noch verwerten, was der! Großvater des Herrn Faure diesem aus Frankreichs Geschichte erzählt hat. So geht der Sommer hin, und der „Figaro" wird flott verkauft, das Blatt macht von sich reden, und erhält wieder einen Schein des früheren Ansehens. Uns Deutschen aber sollte diese neue Aufmachung der Schnäbele-Affaire die Lehre geben, daß nichts, weder Telegramme, noch Höflichkeitsbezeugungen, weder Automobilorgien noch Flotten besuche, in dem Franzosen die Revancheidee ertöten wird. Tas französische Volk braucht stets einen Nervenreiz, es will stets eine cause celebre haben, von der es reden kann. Die gegenwärtigen Erörterungen sind zwar belanglos, aber in der Hand geschickter Politiker wird selbst die historische Legende zu einer gefährlichen Waffe, wofern man nur an den Chauvinismus der Massen appelliert. Wird erst die Sturmglocke der Revanche geläutet, so ist das französische Ohr taub für alle anderen Geräusche und das künstliche Gebäude „guter diplomatischer Beziehungen" ist nicht mehr »wert, als ein Kartenhaus im Winde. Nur die Stärke des Gegners vermag ernüchternd auf den Elan der Revanchemänner zu wirken. „Taute Sanna." Präsident Krüger empfing die Nachricht vom Tode einer Gattin, als er eben aus der Kirche heimgekehrt war. Krüger brach in Thränen aus, und bat, man möge ihn allein lassen. „Sie war eine gute Frau", rief er aus. „Wir haben nur einmal einen Zank gehabt, und das war Nachrichten von allgemeinem Jnteresie sind uns stets willkommen und werden angemeste« honoriert. ** Kriegergrabstatteu bei Metz. Am 15. August werden wie alljährlich in Verbindung mit einer allgemeinen Gedenk- Politische Tagesschau. Die Räumlichkeiten für die praktischen Arbeiten an den deutschen Technischen Hochschulen genügen bekanntlich vielfach unter dem gesteigerten Andrange der Studierenden nicht mehr. In Darmstadt giebt's in jedem Jahre Neubauten für die Technische Hochschule. Wie wir seinerzeit mitteilten, war, und ganz mit Recht, von der Leitung der Technischen Hochschule in München angeregt worden, den Ausländern den Zugang zu diesen Akademien zu erschweren. Darüber hat sich der Berliner Berichterstatter der Petersburger „Rossija" sehr erbost, denn er schreibt seinem Blatte: „Die russische Gesellschaft, Presse und auch Regierung können mcht teilnahmlose Zuschauer dieses w i l d e n V a n- dalismus der Deutschen bleiben. Die Abschließung der deutschen höheren technischen Schulen für die russische Jugend kann und darf uns Russen in keinem Fall gleichgültig sein. Sie fügt uns einen ungeheuren und wesentlichen Schaden zu. Mit einmal einiger hundert ge- biweter Techniker, Chemiker, Ingenieure beraubt zu wer- feier alle Gräber und Denkmäler der bei Metz gefallene« Krieger — 709 Offiziere und 11 857 Unteroffiziere und Mannschaften, in Summa 12 566 Deutsche unh fast ebenso- viele Franzosen - durch die Vereinigung zur Schmückung und fortdauernden Erhaltung der Kriegergräber und Denk, mäler in Metz geschmückt werden. Spenden für diesen vater- ändischen Zweck werden an die Adresse des Schatzmeisters der Bereinigung, Rendant JonaS in Metz, Aufträge wegen Niederlegung von Kräuzen an den Vorstand der genannten Vereinigung erbeten. Derartige Aufträge sür Anverwandte, Vereine u. s. w. werden gern übernommen, nur wird um rechtzeitige Zusendung und um genaue Bezeichnung der Grab- tätte oder des Denkmals ersucht. (!) Verhaftungen. Ein Handwerksbursche, der fernem Schlafgenosseu in der Herberge zu Friedberg das Portemonnaie mit Inhalt entwendet hat, und ein Bettler, der bet der Ausübung seines Handwerks abgefaßt wurde, obwohl er einen Aufpasser aufgestellt hatte, wurden verhaftet. ** Juvalideupenstoneu. Die Penfionszuschüsse, die den noch lebenden Invaliden aus dem Kriege 1870/71 auf Grund >eS Jnvalidengesetzes vom 31. Mai gezahlt werden, machen ür einzelne der Kriegsinvaliden ganz nette Summen aus. Mitgeteilt sei, daß die Ermittelung der htlsSbedürftigeu Kriegsinvaliden bezw. die Regelung von deren PensionS- uschuß auf Grund des erwähnten Gesetzes den Jnfantene- »rigadekommandoS übertragen worden ist. Für manchen der Invaliden bedeutet die Wohlthal des neuen JnvalidengesetzeS eine Erhöhung der bis jetzt erhaltenen Pension um ca. 50 brS 75 Prozent. ** Die Sterbekasie deutscher Lehrer erzielte im RechnungS- ahre 1900 einen überaus günstigen Abschluß. Denn sie atm einen Zugang von 1539 Mitgliedern mit einer Ver- icherungSsnmme von 1024 400 Mark verzeichnen. DaS Institut umfaßte am 31. Dezember 1900 im ganzen 9877 Versicherungen mit einem versicherten Kapital von 5895300 Mark. Dem Zugänge von Mitgliedern entspricht auch daS RechnungSergebviS des JahrcS 1900; denn daS Vermögen der Kasse stieg um 163949 Mark bis zur Höhe von 949135 Mark, und die Generalversammlung vom 24. Mai konnte an die Mitglieder die Dividende aus 27 Prozent festsetzen. Am 1. Juli 1901 betrug die Mitgliederzahl 11510, die Versicherungssumme 7040000 Mark, daS Vermögen l1/* Million Mark. — Die Drucksachen der Sterbekasse deutscher Lehrer versendet die Geschäftsstelle zu Berlin, N. 37, Lottnm- traße 10, auf Wunsch kostenfrei. den, ist kein Scherz. Den Deutschen muß ernsthafter Widerstand geleistet werden. Sonst warfen sie sans fa$on unsere Jugend aus ^jen Cdjulcn heraus und werden unter Ausnutzung unseres Mangels an technisch gebildeten Kräften zu uns den Ueberschutz ihrer Schulze, Lehmann und Müller importieren und» diese werden sich in dem Innersten unseres Vater^ndes M - setzen, sich behagliche Nester bauen und bei Gelegenhe t ihren Nationalheldcn, den Bismarck und den Bulow, Denk- ^Eine unglaubliche Anmaßung! Die „Voss. Ztg." bemerkt treffend^aubt bie „Rossija" vielleicht, wir Mtenunsere Schulen für das Ausland erbaut und eingerichtet? Dre technischen Hochschulen sind d e u t s ch e Unterrichtsanstalten, und nur so viele Gäste dürfen sie deswegert zulassen, wie die Ausbildung unserer Jugend e» gestaltet. Dre russischen Drohungen lassen uns kalt; wir sind Herren innerhalb unserer Mauern, und wir wissen, was wir zu thun haben." ______ Die Gesamtausgaben für die im Jahre 1900 in die Er scheinung getretenen Streiks verursachten nach der von den gewerkschaftlichen Zentralverbänden geführten Streckstattsttk einen Kosten aufw and von 2,936,030 Mk. 5 Streiks'von Bäckern kosteten 9547 Mk., 1 von Barbleren 430 25 von Bauarbeitern 77,129, 8 von Bergarbeitern 31,150, 7 von Bildhauern 13,926, 16 von Böttchern 20,857, 22 von Brauern 3525, 10 von Buchbindern 97,070, 5 von Buchdruckern 4740, 3 von Dachdeckern 8377, 27 von Fabrikarbeitern 79,990, 11 von Formern 43,277, 7 von Glasarbeitern 74,955, 6 von Glasern 4599, 1 von Graveuren (Ziseleuren) 764, 3 von Hafenarbeitern 11,290, 34 von Handels-, Transport- und BerkehrSarbeitern, 22,760, 17 von Handschuhmachern 15,378, 111 von Holzarbeitern 844,649, 3 von Hutmachern 3010, 3 von Kupferschmieden 5505, 6 von Lithographen und Steindruckern 21,722, 23 von Malern 60,391, 1 von Maschinisten und Heizern 707, 157 von Maurern 419,130, 100 von Metallarbeitern 306,148, 4 von Müllern 567, 10 von Porzellanarbeitern 34,121, 6 von Sattlern 32,539, 7 von Schiffszimmerern 19,704, 3 von Schmieden 29,539, 20 von Schneidern 45.425, 20 von Schuhmachern 114.593, 1 von Seeleuten 300, 37 von Steinarbeitern 51,075, 14 von Steinsetzern 24,859, 9 von Stuckateuren 8300, 8 von Tabak- arbeitern 62,594, 8 von Tapezierern 11624, 18 von Textilarbeitern 120,582, 14 von Töpfern 46,113, von Werft arbeitern (die Zahl ist nicht angegeben) 2612, 2 von Zigarreuarbeitern 1869, 57 von Zimmerern 58,585 Mk. Die Kosten wurden aufgebracht aus der Verbandskasse in Höhe von 2,487,853, durch freiwillige Beiträge der Mitglieder in Höhe von 232,932 Mk., durch Sammlungen in Höhe von 150,036, durch Beiträge anderer Gewerkschaften in Höhe von 56,607, aus dem Auslande in Höhe von 5800 Mk. DaS Korrespondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands schreibt (und es ist nicht unrichtig, daß von dieser Ansicht und diesen Direktiven auch außerhalb der Gewerkschaften Notiz genommen werde) wörtlich: „Im Allgemeinen ist daS Ergebnis des wirthschaftlichen Kampfes im letzten Jahre als noch günstig für die Arbeiter zu bezeichnen. Der um fast 10 pCt. geringere Erfolg der Streiks, welcher für das verfloffene Jahr gegenüber dem Jahre 1899 aus der Statistik nachgewiesen ist, bestätigt aber, daß wir zu der Mahnung berechtigt waren, die wir am Schluffe des vorjährigen Bericht aussprachen. Wir erinnerten die Gewerkschaften daran, daß unter der eingetretenen wirtschaftlichen Depression mit doppelter Energie die Rüstung sür den Kamps betrieben werden muß. Diese Mahnung sei hier wiederholt. Dann wird eS gelingen, die Unternehmer daran zu hindern, in der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges den Arbeiter um die in den letzten Jahren errungenen Vorteile zu bringen." Kolonialpost. Samoa. Die Erhöhung des Eingangszolls von 2 auf 10 Prozent des Wertes der Waren macht natürlich der Handelswelt dort viel zu sck-afsen. Als Wert der Ware wird der Preis berechnet, den sie bei der Verzollung hat. Ein Faß Petroleum in Apia ist natürlich um so viel mehr wert, als die Transportkosten von Amerika dahin betragen. Andere Waren, wie Kohlen, werden durch den See- und namentlich den Land-Transport um das Vielfache teurer. Wenn die Ansiedler auf Samoa Korallen, die als fast wertloses Gut daliegen, von der Bai nach dem Innern chaffen lassen, so steigen sie je nach der Entfernung brs zu einem 1000fachen Werte. Darüber stehen sich aber dre Meinungen entgegen, ob auch Landungssp^sen, namentlich Provisionen für Einkaufs-Kommissionäre mitzuberechnen ind. Bisher sind diese in Apia nicht in Rechnung gekommen. Bei dem früheren niederen Zoll haben die Beteiligten wenig auf diese Dinge geachtet; jetzt aber beschäftigen sie 'ich viel mit ihnen und Abänderungen werden vorgeschlagen. Mit Bezug darauf ist es beachtenswert, daß die „Samoanische Zeitung" vom 8. Juni einen längeren Artikel der Einführung neuer Zollsätze widmet. Da die Zeitung zu der Verwaltung in nahen Beziehungen steht, sind diese fast wie etwas Thatsäckstiches zu betrauten. Darin werden die Weinzölle berührt, die Lizenzen für Händler, weiße Arbeiter und weiße Diener, die Abgaben von Attorneys, Barristers und Solicitors, von Aerzten und Zahnärzten, von Baumeistern u. s. f. Am Schlüsse wird die Erhöhung der Kopfsteuer von den Eingeborenen vorgeschlagen; sie beträgt 1 Dollar, hat voriges Jahr 10000 Dollars eingebracht und ging ohne Schwierigkeiten ein. Es heißt, die Steuer ist wohl nur deshalb so niedrig angesetzt tvor- den, weil man glaubte, die Samoaner könnten nicht mehr aufbringen. Diese Annahme kann nicht als begründet angesehen werden. Die Eingeborenen auf den benachbarten Tonga-Inseln, die mit Bezug auf ihre heimischen Erzeugnisse unzweifelhaft viel ärmer sind, zahlen 8 Dollars jährlich, und die Bewohner der Fidschi-Inseln 5 Dollars. Endlich wird wohl ein angemessenes Zoll- und Steuersystem gefunden werden, durch welches die von jeher in schlechtem Zustande befindlichen Finanzen Samoas endlich, dauernd geordnet werden können. sechs Monate nach unserer Verheiratung". Tanni betete der alte Mann lange Zeit, und zergte stch spate H - gefaßter, ging zur gewöhnlichen Zeit zur Ruh ! ) - die Bibel neben sich, ein. Der Gesandte TrmrsvamsLeyw und Legationssekretär Jonkheer van der Hoeven jinb versum eingetroffen. Gesina Susanna Frederica Wrlhelmma ^u Ple,s^, di im Jahre 1853 dem damaligen Feldkornet ^ul Kruger, nachdem dessen erste Frau gestorben war, dre^Hand reichte, war eine durch und durch ßPJfaniÄ J L e fälschten! Schrot und Korn. Als Wl lie AN yre SSnnb fronte soll sie ihm erwidert haben. „Ich habe nichts, aber'ich kann backen, nähen schenern und Putzes Diesem Grundsatz ist fir während ihres Lebens unerschütterlich treu geblieben, und selbst, als sre die erste Frau der Republik geworden war, wrch sre von rhrer einfachen Lebensweise nicht - Denn sie ü einer SBtt» Hm. Dar ganzen 9871 °on 5895300 :*d)t auch ba» W Verwögen e von 949136 ■ Mai konnte W fefisetzen. I 11510, die Vermögen ^asse deutscher l- 37, Lottm- (Eine köstliche Milchspeise erfordert nur Mondamin und gute Milch. 75 Gramm Mondamin werden einfach mit 1 Liter Milch gekocht und nach dem Erkalten gestürzt. Damit erlangt man die schönen, steifen Flammeris, zu welchen Vanille- oder Fruchtsaucen rc. genügen Eine solche nahr- ' leicht verdauliche Milchspeise ist auch eine köstliche Bel- frischen gekochten Früchten und gesünder als manches Vermischtes. Berlin, 24. Juli. Bei einem Vergnügungsausfluge unternahmen zwei Männer auf dem Müggelsee eine Bootfahrt. Das Boot kenterte. Einer ertrank. * Bonn, 24. Juli. Au, dem Rhein unterhalb Niederdollendorf ist gestern cchend gegen 8 Uhr ein Boot um- ge schlag en. Von den vier Insassen sind der Stad. jur. Earl Rentz aus Poppelsdorf, sowie zwei unbekannte Damen ertrunken. Der vierte Insasse rettete sich durch An- klammern an das Boot. Rentz, der ein guter Schwimmer war, ist von den beiden Damen mit in die Tiefe gezogen worden. .., „ - * Ueber den berei ts erwähnten Unglucksfall auf dem Pflerscher Tribulaun teilt die „N. 8. Lieferung von 280 lfd. Meter ovalen Cement- röhren von50 u.75omDrchm. 2464.— 20 lfd. Meter Cementrinnen- ?»fransen, keil von Getunkte hat sich rerdmtzs er- n. Der Voriger abgellachten stützte, och zu allen ien, noch fähig egrünbung an» en Bescheid er- diese Begründ- des aussührte: nbroirb durch meinen jeber» nicht tzchnd dn Brüchen Anfalles nst durch siun- oor allem auch mg, das durch nd weniger oder enden Menschen ksichten werden >e der geistigen \t verschiedener ms es, soweit sache in Frage . chnten Gefichts- n Falle weitere er Kläger wegen Stellung der lllLMein vom ß»d im Um sie nach ia6 ich brauchet! dm t helfen können, inb. Bei Settw 1 601 W« 4 ReüchÜW »ml »-«->- de Ml n an fö* adiaS /der SÄ „t,n einen ®iUp' .tiS» her" r Twills auS ^gefunden. und Versetzen von 250 Meter Trottoir. steinen aus Lungsteiu 1325.— Zeichnungen, Voranschläge und Bedingungen liegen 26. lfd. Mts. ab auf unserem Büreau während der Geschäftsstunden zur Einsicht offen. Die Angebote müssen in Prozentm ausgedrückt sein und sind biS zum 5. 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