Satzteilen BW. 1M< ^Systeme. Weisst 1 WNn »tUUisLW nehmen unb empfehle» m 178g P. Sann. Steinhäuser. Wtz igstleierlage: neu morgen. 8785 t Getränk. ntje« fein« ®# chM bw«W' 100 unter A- n ds- 81- Nr. 122 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 26. Mai 1901 -glich wM M Montag». Jawtttei« MM«« *rtni btm Km **ri*ekNdmi<„M. •■Mbl« RN» ^Blätter Wr MU •«•UlHnbe“ »in< *< *M*tii* bntekgt. *•••♦•< ln>ti|tn g.»* ■■»■■*■ fl« ftir b« gN**W t«| crf<6eminbtH tamm M wcwi 10 Uhr (pdtcfitH« itmH —rher. IMHh, EhyediNon und •wfcwt UWraM r. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger w *■’ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BtjngsprtH ektHfiiHM VH. 2.20, rncMtl. 76 Jfe mit Brmgrrlohn; durch M KbOokjkEkn tNtrtetilM- Kl. 1.90, menatL 66 Bei Psstbezug viertehiH»! DH. 2.00 ohne Bestell-,». ea< »rirtaen ®tnnrtt(u*M» stcU«» bei Kn- unb »uOlenW nehmen Lnzeigen fir b* •ieOcntr »n»«ger «ntfltwg ßtllenprcic lokal 11 Ag auowLrlS 80 Psg. Adresse für Depeschegr Anzeiger Gießen. FernsprcchanschlußNr. H. Amtlicher Teil. Gießen, den 24. Mai 1901. velr.: Pferdemusterung im Jahre 1901. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Zur Beseitigung von Zweifeln weisen wir daraufhin, wie auch in unserem LuSschreiben vom 29. April l. IS. ausdrücklich hervorgehoben, daß, obwohl sich die Musterung der Fahrzeuge nur auf die Orte Gießen, Großen-Livden, Grün- berg, Hungen und Lich beschränkt, auch die Gr. Burger- «eistereteu der übrigen Gemeinden Verzeichnisse der vorhandenen Fahrzeuge aufzustellen uud dem militärischen Musteruugskom- »iffar im Termin zu übergeben haben. TS sind nur solche Fahrzeuge in die Listen aufzunehmen, die den in der Anlage G zur Pferdeaushebungsvorschrift (Reg.-Blatt S. 541) gestellten Anforderungen entsprechen. Mit Bespannung werden die Fahrzeuge bei etwaiger Mobilmachung nicht gefordert. I. B.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Der nächste Amtstag findet nicht Dienstag den 28. l. M., sondern Mittwoch bett 89. I. M. statt. Gießen, den 24. Mai 1901. Großherzogl. Steuerkommifsariat Gießen. Dr. Metzler. Bekanntmachung. Droschkenbefitzer Peter Wagner in Gießen hat die Erlaubnis erhalten, eine Droschke mit der No. 5 nach Maß gäbe der Polizei-Verordnung für das Droschken-Fuhrwerk in der Provinzial-Hauptstadt Gießen vom 15. Oktober 1900 in Betrieb zu setzen. Gießen, den 24. Mai 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ____________________I. B.: Roth.___________________ Bekanntmachung. Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 30. Mai d. IS. in Lenn anstehenden Viehmarktes an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine den Markt in Leun betreffende Bekanntmachung in No. 42 deS Kreisblattes von 1901 veröffentlicht worden sind. Der Auftrieb beginnt um 9 Uhr vormittags. Aus der Provinz Oberheffen des GroßherzogtumS Hessen dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgetrieben werden. Wetzlar, den 21. Mai 1901. Der Königliche Landrat. Bekanntmachung. Betr.: Gesuch des Spinnereibefitzers Albert Godosar zu Lauter um Genehmigung zur Errichtung einer Dampfteffelanlage. Der Spinnereibesitzer Albert Godosar beabsichtigt aus dem Grundstück Flur IV Nr. 162 der Gemarkung Lauter einen Dampfkeffel zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses iw Gießener Anzeiger an gerechnet, auf dem Bureau der Groß- herzoglichen Bürgermeisterei Lauter zur Einsicht der In- tereffenten offen. Etwaige Einwendungen find binnen dieser Frist bei Meidung deS AuSschluffes bei Großh. Bürgermeisterei Lauter vorzubringeu. Gießen, den 21. Mai 1901. Großherzogliches Kreisamk Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Fohlenimport 1901. Im Anschluß an die Bekanntmachungen in Nr. 2 und 3 deS BereinSorgaaS „Der Pferdezüchter- bringen wir hier- mit zur Kenntnis der Herren Jntereffenten, daß der Termin für die Bestellung auf Zuchtfohlen aus Belgien und Olden bürg bis zum 15. Juni d. I. einschließlich verlängert ist. Etwaige Anmeldungen nach dem 15. Juni können keine Berücksichtigung mehr finden. Für den Vorstand des LandeSpferdezucht-Vereins: v. Westerweller. Naegels. Pfingsten. Tas lieblichste der Feste ist ins Land gekommen, lieber lenzgeschmückte Thäler und Höhen ziehen Glockenklänge, das Maiengrün rauscht an den Pforten der Häuser, und durch die Welt weht der Geist der Freude, der Freiheit, des Friedens. Wahrlich, das Herz sehnt sich darnach^ einmal des Sorgendruckes, wie • ihn der Kamps ums Dasein mit sich bringt, ledig zu sein. Vielgestaltig, wie das Leben selbst, ist die Mühsal des Tages- Der quälende Zweifel läßt Frohsinu und Freude nicht ungetrübt zur Geltung kommen. So ist der Optimismus wohl ein seltener Gast am Tische des Lebens, des privaten wie des öffentlichen. Das Pfingstfest aber, an dem sich das tiefste Thal, die ärmste Trift mit Blumen schmücken, beut seinen lichten Zauber auch der bescheidensten Hütte, dem bängsten Herzen. Ter Strom sieghafter Freude, der heute die Natur durchi- ilutet, rauscht allen ohne Unterschied der sozialen Stellung, der Nationalität. lind auch von der Freiheit bringt er Kunde. Freiheit! Tieses Wort lenkt den Blick mit zwingender Gewalt zum dunklen Erdteil hin, wo Männer einen beispiellosen Kampf um Haus und Herd kämpfen. In der That: Der Geist der Freiheit, der seinen Ursprung in Gott hat, lebt im Burenvolk und stärkt seine Widerstandsfähigkeit einem überlegenen Feinde gegenüber in geradezu wunderbarer Weise. Als im vorigen Jahre die Pfingstglockenklänge durch die Lande zogen, schien der Untergang der Buren besiegelt. Doch das Kriegsglück hat sich gewendet, der große Alliierte verläßt die gerechte Sache nicht, der Geist der Freiheit triumphiert über den Dämon schnöder Goldgier. Möchte dieser Geist, der rechte Geist der Pfingsten, jeden mit Mut und Zuversicht erfüllen, den widerwärtiges Geschick, unverschuldetes Unglück zu Boden zu drücken droht! Und wie mit der Freiheit, so ist es mit dem Frieden, den uns das Fest des Lichtes und des Lebens kündet. Gar sehr bedarf die Welt dieses Friedens. Er ist des Kampfes besserer Teil. Von Oesterreich her ertönte erst in diesen Tagen aus kaiserlichem und staatsmännischem Munde unzweideutiger Friedensruf, und ähnliche Versicherungen kommen audji von anderen sehr bemerkenswerten Seiten. Nun scheint's auch am gelben Meere bald dem Kriegsgotte nicht mehr sonderlich behaglich zu sein. Es waren keine besonders erhebenden Gefühle, die das deutsche Volk zur vorigen Sommerszeit beseelten, als es eine Anzahl seiner Söhne hinaussandte, zum fernen Osten, um vergossenes! deutsches Blut zu rächen. Der Chinafeldzug war nie hervorragend populär. 9hiu tränkt endlich) wenn auch z. Zt. noch! Halo verstohlen, der Friede, und die Seeligkeit, die teure Heimat, die lieben Angehörigen wiederznseheu, darf kühnlich ihren Platz behaupten neben all den bangen Gefühlen, die beim Ausbruch und Verlauf der wunderlichen Expedition in den Herzen wogten. Hallt aber nicht auch daheim jeder Tag von Zank und Streit wieder? Glaubt nicht heute der, morgen jener sich übervorteilt, hintangesetzt? Wer baut die Brücke, die die immer tiefer gähnende soziale Kluft überspannt? Nur der Geist des Friedens vermag es, der Geist friedlicher Weltkultur. Er hat uns die ungewöhnliche Blüte jeglicher Kunst und Wissenschaft gebracht, der wir uns heute erfreuen. Kunst und Wissenschaft gehören zu den zuverlässigsten Friedensträgern. In diesem Sinne führt auch das deutsche Volk gleichsam ein Apostelamt. Was es verkündet in Wort und That in den weltveredelnden Werken des Friedens auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft, das ist nicht nur eine Selbstdarstellung eigener Herzens- und Geistesmacht, sondern! zugleich ein Bekenntnis zu den höchsten Gütern der Menschheit, Gesittung, Wahrheit, innerer Freiheit und innerer Schönheit. Kunst und Wissenschaft blühen in allen deutschen Landen, insbesondere auch in dem! unseren. Während sich die Kunstfreunde aller Welt rüsten zu einem Besuche der in ihrer Art bisher einzig dastehenden Ausstellung der Darmstädter Künstler-Kolonie, um dort in der Höhenluft neuzeitlicher Kunst sich zu erfrischen und zu erheben, schmückt sich unsere Stadt festlich, zur Begrüßung hochwillkommener und hochverehrter Gäste, der Teilnehmer an dem Kongreß der Gesellschaft deutschjer Gynäkologen und dem Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichtes, denen wir nur wünschen können, daß es ihnen hier gefallen möge. Wir freuen uns der Blüte geistigen Lebens in unseren^ deutschen Vaterlande, wir freuen uns voller Stolz, daß in der ragenden Höhe, auf der in deutschen Landen Kunst und Wissenschaft thronen, unser Anspruch befestigt liegt auf eine noch unerfüllte Weltmission, daß wir im Aufschauen zu jener Höhe das Recht des Glaubens empfinden, daß noch einmal am deutschen Wesen die Welt genesen werde. Hegischer Kandtag. Zweite Kammer der KILvde. G. Darmstadt, 24. Mai. Die Sitzung wird um halb 10 Uhr eröffnet. Am Ministertisch: .Finanzminister Gnauth und Ministerialrat Ewald. Vor Eintritt in die Tagesordnung giebt Abg. Reinhardt eine Erklärung ab, zu der in der „Wormser Ztg." veröffentlichten Rede des Freiherrn von Hehl, gehalten in der Ersten Ständekammer am 28. März über die Verwendung von staatstreuen Arbeitern in Staatsbetrieben betr. und seine (R.'s) Stellung hierzu. Er stellt fest, daß sein Standpunkt in dieser Sache der gleiche gewesen sei wie der des Finanzministers Gnauth. Er legt vor dem ganzen Lande Verwahrung dagegen ein gegen die Unterstellung, als habe er mit den Sozialdemokraten ge- liebäugelt. Präsident Haas dankt hierauf der Großh. Regierung für das freundliche Entgegenkommen bei dem gestrigen Ausflug in den Odenwald. Auch den Eisenbahnbehörden spricht der Präsident den Tank der Kammer aus. Eine Regierungsvorlage auf Anstellung eines zweiten Veterinärarztes in Mainz und Bewilligung von 900 Mk. hierfür werden ohne Debatte genehmigt. Feuilleton. Zu unserer Breslauer Notiz über Ludwig Wüllner in Nr. 118 unseres Blattes wird uns von gut unterrichteter Seite geschrieben: „Als Wüllner kürzliche in Breslau den Tannhäuser sang, waren, wie Robert Ludwig in der „Schlesischen Zeitung" in seiner Besprechung der Aufführung erwähnt, schon lange vorher alle Billets vergriffen, das Haus war vollständig ausverkauft. Nach jedem Akt wurde W. drei- bis viermal begeiftert hervorgerufen. Derselbe Kritiker bemerkt: „Ncoch nie iah ich einen Darsteller, der den Tannhäuser mit )o viel Phantasie, mit so großer, verzehrender Leidenschaft verkörpert hat. Wüllner spielte nicht die Rolle, er durchlebte sie, imb zwar ijrit allen Fasern seines Seins." Weiterhin nennt er W.s Tannhäuser „eine ganz eigenartige, in ihrer gütigen Potenz unvergleichliche KinsHeistung, von der gewöhnliche Äeldentenöre gar viel lernen könnten". Tas Publikum in Seiner überwiegenden Mehrheit bedachte den Künstler, wie emch ein anderes Breslauer Blatt betont, „mit stürmischem Applaus", gerade so, wie dies neulich in Darmstadt geschehen ist, wo W. ebenfalls den Tannhäuser sang. Wäh- emb aber die Darmstädter Kritik einstimmig mit warmer Weaeisterung die glänzende Leistung W.s bewunderte, war die Behandlung, die ein Teil der zünftigen Breslauer Beurteiler dem Künstler angedeihen ließ, eine derartige, daß Weser mit Recht darüber entrüstet war. lieber den „Ko n i g Lear" den er dem Tannhäuser folgen ließ, schreibt der „Bresl. Generalanz." am 15. Mai: „,Wer als Darsteller des König Lear, wie es gestern Dr. Wüllner gethan, die grandiose Malerei des Innenlebens mit künstlerischester Verteilung von Licht und Schatten, mit elementarer Ausdrucksfähigkeit nachzuschpsfen vermag, hat den schönsten Lorbeer verdient..... Wir nahmen die Gesamt- Darstellung Wüllners als eine der hochwertigsten künstlerischen Gaden. — — — Tas bis auf den letzten Platz gefüllte Haus würdigte die treffliche Darstellung nach Verdienst und rief die Hauptdarsteller, insbesondere Herrn Dr. Wüllner, nach jedem Aktschluß vor den Vorhang." Aber die verständnislose Kritik, gegen die sich zahlreiche Stimmen aus dem Publikum erhoben, hatte beh Künstler so verstimmt, daß er, allein von sich aus, trotzdem das Haus wiederum ausverkauft war, und trotz den flehentlichsten Bitten des Direktors sich weigerte, den Manfred zu spielen, gerade diejenige seiner Rollen, an der auch Die Leute von der Zunft jetzt nicht mehr zu mäkeln wagen. — In der „Schles. Ztg.", die uns vorliegt, wendet sich eine Dame entrüstet gegen das Gebühren Der Breslauer Kritik und spricht den dringenden Wunsch aus, Wüllner möge danach nicht das Publikum beurteilen und sich nicht vom Wiederkommen abhälten lassen." Soweit die Zuschrift an uns. Unsere Leser werden sich erinnern, daß wir wenige Tage nach dem hiesigen Wüllner- Konzerte ein enthusiastisches Lob über den Wüllnerschen Tannhäuser aus Mainz veröffentlichten. Später fiel uns dann jene abfällige Breslauer Notiz in die Hände. Man sieht hieraus roieoer einmal, wie verschieden die Urteile selbst Kunstverständiger und Berufener in Dingen der Kunst sind. Als der französische Dichter Victor Hugo Mitglied der Akademie wurde, da führte ihn der Akademiker Sal- vanbi) mit folgenden Worten in oen Kreis der 40 „Unsterblichen" ein: Voub avez introduit l'art scenique dar 8 notre ütterature (Sie haben die scenische Kunst in unsere Litte- ratur eingeführt). Tie Akademie, also die Elite dcs geistigen Frankreichs, wollte mit diesen Worten den Dichter preisen. Andere aber urteilten anders über Victor Hugo und sagten Salvandy nach, er habe sehr recht gehabt, von „arsenique“ (statt: art Bceniqae gleich scenische Kunst» Arsenik) bei Victor Hugo zu sprechen. Was die Einen für gesund und schön erachten, sehen andere als giftig und unschön an. Wie über die u. E. außerordentlich nützliche und schöne, von anderen arg verfehmte Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie, so wird auch einst über Wüllner die allen Haß und alle Liebe ausgleichende Geschichte das rechte Urteil fällen. T. Red. Aus Frankfurta M. wird berichtet: „Unser Schauspiel-Personal erfährt als Eraebnis der in der letzten Zeit stattgehabten zahlreichen Gastspiele eine starke Auffrischung. Neu engagiert wurden die Herren Reimann, Pfeil unb Bohrhammer unb bie Damen Sangora und Rott- mann. Fräulein Marie Laue hat in ihren beiden weiteren Gastspielen Beweise einer starken unb vielseitigen Künstlerschaft gegeben unb wird wohl eine willkommene Bereicherung des Ensembles bilden. Wir würden sowohl^für ihr Engagement als für das des Fräulein Vilma Illing plaidieren, die als Francillon auf trat, xie Künstlerin ist ganz etwas anderes, als Fräulein Driesch, zu deren Ersatz Gin Antrag des Abg. B a ck e s über die H a l t e st e l l e n a u s s e h e r der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft ruft eine längere Debatte hervor. Abg. Barkes schildert die schlechten Dienstverhältnisse dieser Beamten und stellt fest, dqK sie bei der hessischen Ludwigsbahn eine bessere Stellung eingenommen hätten. Abg. Tr. David glaubt, daß einen Teil der Schuld an diesen Zuständen die nationalliberale Partei treffe, die bei der Jnaugurierung der hessisch-preußischen Betriebsgemeinschaft zu allem Ja und Amen gesagt habe. Ein Beispiel der preußischen Willkür habe er seinerzeit bezüglich der Gepäckträger in Mainz geschildert, die, obwohl ohne Gehalt, von der Bahndircktion in Mainz zu Arbeiten auf den Güterböden verwendet würden. Als Tank für sein Eintreten in der Kammer für diese Leute werde er jetzt von denselben nicht mehr gegrüßt und wie das Feuer gemieden. Ter Grund hierfür sei, daß sie von der Direktion auf ihren Diensteid aufmerksam gemacht und mit einer scharfen Verwarnung bedacht wurden. Finanzminister Gnauth sagt, soweit thunlich, Berücksichtigung der vorgetragenen Wünsche zu. Tie Betriebsgemeinschaft habe sich in allen Zweigen als eine Wohlthat für das Land gezeigt, und er hoffe, daß sie es auch für die Folge bleiben werde. Er stellt noch fest, daß nach den im vorigen Jahre vorgenommenen örtlichen Prüfungen aller Stationen und Haltestellen es sich ergeben habe, daß eine Ueberlastung der Haltestellenaufseher nicht vorlag. Ter Ausschuß konnte daher den Antrag nur für erledigt erklären. Tie Kammer beschließt demgemäß. Ein Antrag des Abg. Wolff, die Erbauung einer Nebenbahn von Undenheim nach Armsheim wird von der Majorität des Ausschusses abgelehnt. Nach einer längeren Debatte beschließt das Haus nach dem Anträge.des Abg. Wolff. Tie Rückäußerung Erster Kammer bezüglich des Antrags des Abg. Backes auf Errichtung einer Güterverladestelle auf der Haltestelle Klein-Gerau wird genehmigt. Die Vorstellung der E i s e n b a h n t e l e g r a p h i st e n der früheren hessischen Ludwigsbahn um Versetzung in die Klasse der Subalternbeamten wünscht der Ausschuß für erledigt zu erklären. Abg. Dr. David tritt in warmer Weise für das Gesuch dieser Beamten ein/ Er betont, daß die Regierung die Pflicht habe, gegen die von der preußischen Betriebsgemeinschaft den hessischen Beamten zugefügte Zurücksetzung im Amt entschieden Stellung zu nehmen. Tie Kammer tritt hierauf dem Ausschußantrag bei. Ter Antrag, des Abg. Schroeder auf Errichtung einer Haltestelle bei Dienheim wird genehmigt. Die Regierung hat sich gegen.die Errichtung der Haltestelle ausgesprochen in Anbetracht der Kosten von 100 000 Mk. Die Abgg. Molthan und Dr. David bedauern auch hier wieder das geringe Entgegenkommen der preußischen Regierung gegenüber den Wünschen hessischer Gemeinden. Tie Annahme des Antrags findet einstimmig statt. Ein Antrag des Abg. Schmitt, die Eisgewinnung an der Floßlandestelle zwischen Kastel und Kostheim, wird für erledigt erklärt. Einer Vorstellung der Brückenwärter zu Oppenheim und Gernsheim wird vom Ausschuß keine Folge gegeben. Abg. Koch tritt für Genehmigung des Gesuches ein. Oberbaurat Jmroth tritt der Ansicht entgegen, als handele es sich hier um Beamte im Sinne des Gesetzes; es seien Arbeiter mit gewöhnlicher Vorbildung. Der Ausschußantrag findet hierauf einstimmige Annahme. Me Vorstellung der Hochbau aufseh er und K r e i s st r a ß e n m e i st e r um anderweitige Festsetzung ihrer Gehalte wird zur Zeit für erledigt erklärt, ebenso die Vorstellung der älteren Geometer 1. Klasse in gleichem Betreff. Tie Vorstellung der B ü r g e r m e i st e r des Kreises Gießen wegen des Messungsverfahren.s bei Bau- und Nutzholz wird an den Ausschuß zurückverwiesen und die Vorstellung des Verbandes der katholischen kaufmännischen Vereine Deutschlands wegen der Besteuerung der Warenhäuser wird für erledigt erklärt. Tas Gesuch des Pfandmeisters Kammer um Erhöhung seiner Pension wird genehmigt. Hierauf vertagt sich die Kammer bis zum ^November d. I. Zum nennte» Kongreß der Deutsche« Gesellschaft für Gynäkologie. Man schreibt uns: Wie bereits mehrfach im lokalen Teile des „G. A." wiederholt erwähnt wurde, wird am 29., 30. und 31. Mai in unseren Mauern der neunte Kongreß der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie tagen. Schon lange Zeit hindurch hat der geschäftsführende Ortsausschuß eine gar em» sige Thätigkeit unter dem Vorsitz des Geheimrats Prof. Dr. Löh lein, der ganz besonders von Prof. Walther unterstützt wurde, entfaltet. Eine hohe Aufgabe war es, die seiner harrte, eine Aufgabe, die des Schweißes der Edlen nicht unwert erschien, galt es doch in unserer immerhin kleinen Universitätsstadt den zu erwartenden Gästen etwas Vollkommenes zu bieten. Leicht ist es in Berlin, in München, in Wien, die Vorarbeiten für eine dem Dienste der Wisienschaft geweihte Versammlung zu treffen, und von allen Seiten Teilnehmer in Schaaren anzuziehen; stellen doch diese Städte je an und für sich bekannte Centrale wissenschaftlichen Lebens dar, und auf der anderen Seite bieten sie soviel des Schönen und Interessanten, daß auch für die Unterhaltung der Kongreßmitglieder von vorne herein überreichlich gesorgt ist. Naturgemäß wird der sogenannte unterhaltende Teil des osfizrellen Programmes hier in Gießen im Verhältnis zu den von Natur und Kunst verschwenderisch ausgestatteten früheren Versammlungsorten etwas knapp ausfallen, im Wesentlichen beschränkt er sich auf die von der Stadt veranstaltete Feier im Phtlosophenwalde, sowie auf einen am letzten Tage stattfindenden Ausflug nach Wetzlar. Andrerseits aber werden die Gießener Tage allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben, denn hier wird gearbeitet, ernsthaft gearbeitet werden; in wissenschaftlicher Beziehung wird der neunte Kongreß sich seinen Vorgängern würdig anschließen. Die Anmeldungen von Vorträgen und Demonstrationen sind so zahlreich eingelaufen, daß es der Geschäftsleitung nur mit Mühe gelungen ist, sie auf die doch immerhin nur beschränkt zu Gebote stehende Stundenzahl zu verteilen. An allererster Stelle wird die Frage des Uterus carcinoms eingehend erörtert werden. Im vergangenen Jahre fand in Berlin ein Kongreß zur Bekämpfung des Krebses im allgemeinen statt, hier in Gießen wird speziell von den Frauenärzten dieser so unheilvollen Krankheit der Krieg erklärt werden. Sicherlich werden die Verhandlungen das ihrige zur Bekämpfung dieses „Krebsschadens des Menschengeschlechtes" beitragen, trotzdem sie ja selbst „unter dem Zeichen des Krebses" stehen. Die Bedeutung des Kongresses wird so recht augenfällig, wenn man erfährt, baß über 150 Gäste ihr Erscheinen zugesagt habm. Dank dem Entgegenkommen der Hoteliers und nicht minder der Bürgerschaft und der Studierend« ist es gelungen, für alle eine passende, behag« liche Wohnung zu sinken. ES sei gestattet, eine oder andere Berühmtheit des Faches mit Namen aufzuführen. Den Vertretern des Au«» landes gebührt der Vortritt. Oesterreich ist vorzüglich vertreten; erscheinen doch auS Wien die drei bedeutendsten dortigen Gynäkologen, Geh. Hofräte Professoren Chrosbock und Schauta, sowie andere, Wertheim, was einen findigen Reporter verleit« könnte, den gefeierten Arzt mit einem Interview über die serbische Königin Draga Ma sch in zu behelligen. AuS Graz erscheint der Geh. Hoftat Prof. Dr. o. Rosthorn, auS Lemberg Geh. Hoftat Prof. v. Mars. Holland sendet unS die Professoren Nyhofs-Groningen und Veit- Leyden. AuS Kopenhagen werden wir Prof. Leopold Meier vor- finden. Von Schweizern haben Prof. Peter Müller-Bern und Wyder-Zürich zugrsagt. In Deutschland wird die BeteUigung eine allgemeine sein; kommt doch sogar der Nestor der deutschen Frauenärzte Geheimrat Pros. Hegar-Freiburg, sowie der nächstälteste Geh. Rat W. A. Freund, der seit Kurzem seinen Wohnsitz Straßburg mit Berlin vertauscht hat. Der Vorstand der deutsch« gynäkologisch« Gesellschaft ist durch die Geheimräte Löhlein, den derzeitigen 1. Vorsitzenden, Olshausen, den Vorsitzenden des verganam« Jahres, Hofmeyer-Würzburg, Ahlseld «Marburg, Schatt-Rostock, sowie durch dieSchristsührer, Pros. Pfannenstiel-BreSlau und Walther hier, in corpore vertreten. Außerdem haben sich angemeldet die G:h. Räte Fritsch-Bonn, Kehr er-Heidelberg, Zweifel-Leipzig, Felling- Straßburg, Küstner-BreSlau, von Winkel-München, Leopold- Dresden, sowie viele, viele andere, die alle aufzuführen der Raum nicht gestattet, doch wollen wir noch erwähnen, daß sogar Amerika den Mr. Joshua Edwin Sweet, M. D., als Vertreter des Philadelphia Medical Record herübergesandt hat. UnS, den Bewohnern GießenS, liegt es in erster Linie ob, den ftemden Kongreßmitgliedern den Aufmthalt in unserer Stadt so angenehm wie nur möglich zu gestalten, und ihnen für ihr Ericheinen zu danken, denn sicherlich wird eS dazu beitragen, Gieß« weit hinaus über die Grenz« Deutschlands als eine Stätte ernsten, wissenschaftlich« Strebens erschein« zu lassen. Nicht minder gebührt unser Dank Geheimrat Löhletn und Prof. Walther, ohne der« aufopfernde Thätigkeit der Kongreß sich gewiß nicht zu dem gestaltet hätte, was er heute bedeutet, zu einem „Dokument deutscher Wissenschaft". Dm fremden Teilnehmern aber ruf« wir ein herzliches „Willkomm« in Gießen" zu. Unser Stadtrat wird sie am DtmStag ausdrücklich Willkomm« heiß«. Wir fteumAunS ob der hoh« Ehre, der unserer alte Musenstadt teilhaftig wird. Willkommen! Ans Stadt und Land. Gießen, den 25 Mai 1901. ** Ausflug. Eine Anzahl von Studierenden der Veterinärmedizin unternahm dieser Tage unter Führung von Professor Dr. Preuße und in Begleitung von Professor Tr. Geppert einen Ausflug nach Fulda und Umgegend, wo man eine Tampfmolkerei besichtigte, einer Prämiierung von Stuten und Fohlen und einer Stierkörung beiwohnte. ** Das Promenadenkonzert findet an den Feiertagen nicht statt. ** Gutes Wetter wird zu keiner Zeit des Jahres, zu keinem kirchlichen Feste mehr gewünscht, als zu Pfingsten. Traußen in der festlich geschmückten Natur, unter dem grünen Blätterdach, aus schwellendem Rasen, zwischen wogenden Saatfeldern, auf sonniger Halde will man Pfingsten feiern. Pfingsten in der Stube, ohne gutes Wetter und ohne Ausflug ist nur ein halbes Fest. Die Aussichten auf gutes Wetter sind bis jetzt günstige, Volksmund und Meteorologie deuten darauf hin. Nur Falb der Böse redet davon, daß in der Zeit vom 26. bis 31. Mai die Niederschläge recht bedeutend werden und daß die Temperatur sich nur nahe dem Mittel hält. Aber man weiß ja nun nachgerade allgemein den „Wert" der Prophezeiungen dieses Mannes nach Gebühr einzuschätzen. Ter Wonnemonat hat es bisher so gut mit uns gemeint und uns Frühlingstage mit herrlichem Sonnenschein, Veilchenduft, Lerchensang, Amselschlag und linder Luft beschert. Soll er nun, da er seinem Ende nahe ist, zum herrlichen Pfingstfest die Hoffnung der zahllosen Ausflügler zu Schanden machen? Meint es also der Himmel mit uns gut, strahlt über dem lieblichen Feste eine freundliche Pfingstsonne, dann feiern wir ein Fest, so herrlich, wie es nicht oft dagewesen ist. Erscheint uns doch heuer die Natur wie selten zu Pfingsten mit einer verschwenderischen Fülle der herrlichsten Reize geschmückt. Verstockt müßte das Menschengemüt sein, das nicht voll dankbaren Empfindens in wahrer, geläuterter Feststimmung diese überquellenden Festspenden genießt. In dem zarten Grün, das die eigenste Gabe des Frühlings ist, und dem Auge wohlthuende Erquickung bringt, schimmert das junge Laub der Bäume, der üppige Rasen, das sanft wogende Saatfeld. Und aus Feld und Hag schallt der Vöglein süßer Schlag. Mit Freuden begrüßen wir den sanften Hauch der Lüfte, empfinden wir in vollem Maße den Reiz alles dessen, was sprießt und knospet. Alle ihre Wunderkräfte hat die Natur über die Fluren gebreitet, jeder Halm rüstet sich zum Preise des, ewigen Schöpfers, und die lebendigen Wesen der Erde atmen neue Kraft und trinken volle Züge aus dem Becher der schönen Maienzeit. So steige sie denn herauf die goldene, lebenwcckende und lebenspendende Pfingstsonne, so rausche der Wald in mächtigen Tönen, sw' (woge das Saatfeld unter dem sanften Frühlingshauche, damit das Fest für alle ein recht liebliches werde! e. Bad-Nauheim, 24. Mai. Morgen kommen Geh. Oberbergrat Professor Tr. Lepsius, Ministerialrat Tr. Will- brandt, sowie die Abgg. Graf Oriola, Weith, Jöckel und Ulrich hierher, um die Quellen zu besichtigen. — Auf Klagen von leidenden Kurgästen hin, hat die Kurdirektion folgende Bekanntmachung anschlagen lassen: „Aus Grund von Klagen leidender Kurgäste wird an die Tamen die höflichste Bitte gerichtet, auf der Terrasse und im Park die Kleider nicht schleppen zu lassen." Hoffentlich hilft es! — Die Frequenz des Baoes betrug am 23. Mai 3715 Personen, wovon noch 3151 z. Zt. anwesend sind. Ter Zugang in der Woche war also 1201 Personen. 28195 Bäder wurden bis zum 23. Mai verabfolgt. Ober-Bessingen, 24. Mai. Seit langer Zeit wünscht man hier eine W asserleitung für die ganze Gemeinde. Im vorigen Jähre wurden 800 Mk. von der Gemeinde zu Bohrversuchen bewilligt. Man hat in einer Tiefe von 56 Metern gutes Trinkwasscr gefunden. Tas Bohrloch wird nun ausgepumpt, um zu untersuchen, ob das Wasser auch in genügender Menge vorhanden ist. Tie Gemeinde braucht 30 bis 40 Kubikmeter täglich. Ein Motor soll dann das Wasser in die Höhe pumpen; da sich hier am Platze ein industrielles Unternehmen befindet, das sich an der Anschaffung des Motors, zu seiner Mitbenutzung, beteiligen will, so hofft man, daß die hier herrschende Wasserkalamität bald ihr Ende erreichen wird. t Gedern, 24. Mai. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel verbreitete sich heute hier die Nachricht, daß der Trucker und Verleger des hier erscheinenden „Vogelsberger Boten" mit den zwei weiteren Ausgaben „Birsteiner Anzeiger" und „Herbsteiner Anzeiger", August Vonalt, plötzlich spurlos verschwunden ist. Er soll seiner Frau und seinen drei kleinen Kindern einen Brief hinterlassen haben, daß er sie auf Nimmerwiedersehen verlassen habe. Jedenfalls ist er nach der „neuen Welt" abgesegelt. Gestern morgen ist'er auf und davon geradelt. Man spricht davon daß es Zeit gewesen sei, — denn er soll sich mehrerer Wechselfälschungen schuldig gemacht haben, die jedoch von seinen Angehörigen wieder gedeckt worden seien. Ferner war in einer früheren Konkurssache Konkurs-Verwalter und daraus sollen auch noch etwa 2700 Mk. zurückstehen. Auf ein neues Haus, das er vor einem Jahre für 11000 Mk. kaufte und auch bewohnte, hat er noch keine Anzahlung geleistet. Tcksür sollen sich sein Bruder und sein Schwiegervater verbürgt haben. Ten „Vogelsberger Boten" hat er vor etwa sechs Jahren gegründet. In der weitesten Umgegend erregt dieser Fall bedeutendes Aussehen. Man spricht davon, daß er von seiner event. Verhaftung Wind bekommen und sich deshalb ans dem Staube gemacht habe. e. Ockstadt, 24. Mai. In der Welterau betreibt man gegenwärtig mit Hochdruck die Feldbereinigung; es werden in allen Gegenden eifrigst Vermessungen vorgenommen und Karten angefertigt. Diese Herstellung von genauen Karten unserer schönen Wetterau ist sehr löblich, aber die Feldbereinigung sollte nicht allzusehr nach der Sch-ablone und vom grünen Tisch aus ausgeführt, sondern der Eigenart und dem Erwerbszweig der betr. Gemeinden angepaßt werden, sonst entstehen Fehler, die von der weittragendsten Bedeutung sind. Das beste Beispiel liefert unsere Gemeinde. Die Ockstädter Feldbereinigung, die seit dem Herbst vorigen Jahres mit großen Kosten ausgeführt worden ist, hat hinsichtlich der beabsichtigten Wirkung völlig versagt! Der Lebensunterhalt der Gemeinde wird hauptsächlich aus dem Gemüsebau bezogen. Täglich sind viele hundert fleißige Hände mit der B^arbeit- sie berufen scheint, aber sie ist auch etwas. Anfangs hat ihre rasche „dusische" Sprechweise das Publikum fremdartig berührt, dann aber nahm die geist- und temperamentvolle kapriciöse Verkörperung der Rolle einen Teil der Hörerschaft gefangen, und es wurde Fräulein Illing lebhafter Beifall zu Teil. Dresden, 24. Mai. Die Generalversammlung des deutschen Bühnen Vereins faßte Beschlüsse, die auf die Herbeiführung eines deutschen Theatergesetzes abzielen. T-ie Versammlung verbesserte ferner die Paragraphen über den Vertragsbruch. Bei dem Festessen gab Kultusminister von Seydewitz der Erwartung Ausdruck, daß die Bemühungen ^neuUcrein^ um Hebung der Kunst und des Künst- lerstandes auch bei den Bühnenmitgliedern immer größere Würdigung finden würden. — Gmile Zola» berühmter Roman „Der ArrsarnmerrbrrrS»* liegt in der wohlfeilen illustriert« Lieferungsausgabe nunmehr ooL ständig vor (25 Lieferung« ä 40 Pfennig, Siuttgart, deutfch, Verlags- Anstalt). Wie bekannt, bewegt sich btt fesselnde Handlung deSWnkeö auf dem Hintergründe deS Krieges von 1870 bis 1871, brffen elnxdne Phasen der Dichter in groß«, packmd« Zügen vor Augen rückt. Wie bei allen sein« Romanen hat Zola auch hier gründliche Vorstudien gemacht, so daß seine Schilderung« sich streng en dl« Wirklichkeit halt«, genau den geschichtlichen Vorgängen entsprechen und die Oertlichketten deS gewaltig« KriegSdramaS mit topographischer Treue oorsühr«; der Hauptreiz der Darstellung aber besteht darin, daß der Leser von dlef« mühseligen Vorarbeit« nicht daS geringste spürt, sondern den Eindruck der ftischen Ursprünglichkeit empfängt, gleich «16 hätte der Autor mit Im Felde gestand«, die heißen Schlacht« mit- gekämpft und der blutigen Niederwerfung der Kommune als Augm- zeuge beigewohnt. Angesichts deS düster« Stoffes konnte der Dichter nicht mit lachenden Farben mal«, vielmehr ist eS, als schlüge einem aus dem Buch« der Pulverdampf und der Qualm br«nender Wohnstätten mtgegm. Der Roman ist eine Anklage gegm d« Krieg und diejenig«, die ihn verschuldet. Natürlich steht Zola mit ganzem Herz« auf der Seite feines Vaterlandes, aber er hält sich durchaus frei von schnöder Verunglimpfung deS Gegners, von rachsüchtigem Chauvinismus; „Krieg dem Kriege" ist vielmehr sein Losungswort. Die treffliche Verdeutschung ist begleitet von zahlreichen Abbildungen von Adolf Wald, Chr. Speyer und Fritz Berg«. — Dramaturgie de»Schauspiel» von Heinr. Bulthaupt. Bd. 4. Ibsen, Wildmbruch, Sudermann, Hauptmann. (Lad«preis Mk. 6.) — BulthauptL weitverbreitete „Dramaturgie deS Schauspiels", fall sich seit Jahren — zuerst als „Dramaturgie ber Klassiker" — schon ein« Ehrenplatz in bm Bibliothek« ber gebilbet« Leserwelt erobert hat, ist nicht nur ein Lehrbuch unb dazu ein unterhaltenbeS Werk, sie kann wegen ihres ebl« Gehaltes unb ihres weiten Gesichtskreises mit Recht als eine ber heften und wichtigst« Geschichten der dramatisch« Litteratur Deutschlands und Shakespeare» gelt«. Recht eng begrenzt tft die Zahl derjenigen deutsch« Dramaturg«, die mit der! vollen Erkenntnis des Poetisch-Ideal« und Dramatisch-Bedeutsamen auch j«e deS unmittelbar Bühnenwirksam« verein«; unter diesen wmtgm ist aber Heinrich Bulthaupt einer der erst«, wenn nicht der bedeu- tmdste. Zu den drei Bänd« seiner „Dramaturgie deS Schauspiel»" fügt der Verfasser nunmehr btn schon lange mit lebbaster Spannung erwarteten, bed«t«d umfangreicher« 4. Band, der sich mit Den vor. nehmst« Dramatikern neuerer Zeit beschäftigt. Scharf und bestimmt und doch nie persönlich oder gar verletzmd entwirft er die künstlerisch« Bilder von Jbs«, Wildmbruch, Sudermann und Hauptmann, die in dm erst« heiß« TageSkämpf« ebenso oft über- wie unterschätzt wurden, und ordnet sie, gerecht abwägmd, in die große Entwickelung ein, die da« deutsche Drama seit dem 18. Jahrhundert durchgemacht. Ebenso weit von einem sogenannten klassisch« wie von einem ander« Dogma «tfernt, wird er der Eigmart eine« jedm der vier, und der zahlreichen ander«, die da« Buch nur streift, gerecht und gtebt dem noch tastenden Urteil die sicherste Stütze. Zugleich berührt dieser Band, wie es nahe liegt, alle groß« modern« Kultnrftag« und ergänzt dl« dramaturgischen und theatralisch« Lehr« und Erfahrung« seiner Vorgänger, sodaß in der vielbändig« „Dramaturgie deS Schauspiels" jetzt keine einschlägige Frage mehr unerörtert bleibt. Der Stofs und btt D-rstellrmgSkunst beS Verfasser« bakn bm erstm Bänden immer n«e Auflagen gesichert. Der 4. Band mit seinem aktuellen Charakter wird ihn« darin jedmsallS nicht nachsteh«. In der kürzlich erschienenen Nr. 5 der „Arrnaleir de» Deutschen Reich» für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft" (I. Schweitzer Verlag ^Arthur Sellierj In München) veröffentlicht Regierungsrat vr. jar. Seidel in Wiesbaden einen Aufsatz über den zurzeit den hessischen Ständen zur Beschlußfassung vorliegenden Gesetzentwurf über die Errichtung einet hessischen Pfavdbriefbank. Der aus volks- und finanzwirtschaftlichem Gebiet sehr bewanderte Verfasser bespricht In dem Artikel aus Grund der amtlich« Materialien in gedrängter Kürze den nicht allein für den ländlichen, sondern namentlich auch für den städtischen Realkredit der kleiner« Gewerbetreib«den sehr wichtig« Entwurf, sodaß auf den Aufsatz hiermit besonders aufmerksam gemacht werden soll. Gnichtssaat. Bekanntmachung Alten-Buseck Gleiberg V enborn Heinrich Schmidt. Wilhelm Wagner IL Wilhelm Schepp. Ludwig Menz. Heinrich Seipp VII. Kaufmann Wilhelm Strackbein. Jacob Waldschmidt V. Philipp Weber, Gastwirth. Theodor Geller, Gastwirth. Kaufmann Isaak Michel. Heinrich Krämer 1.7 Daniel Schmidt, Gastwirth. Heuser Wittwe. Crumbach Fellingshausen Frankenbach „ Heinr. Becker, Löwengasse. w Gustav Sonntag, Neuen Bäue. „ Wilhelm Haas, Blechstraße. ■ FrauLehrmund Wittwe, Neuenweg. , Friedrich Weber. Tiefenweg 6. „ Hermann Otto, Kltntkstraße 21. , Gastwirth Wagner. „ Anton Dillmann. „ Moses Engel. v Philipp Lenz. „ Ludwig Sommer. * Georg Allendörfer in. „ Wilhelm Balser. „ Ludwig Schwarz. w Johannes Otto n. , Vhtlipp Klotz, Schuhmacher. „ Jacob Bender. „ Johannes Schmidt, Kaufmann. „ Kaufmann Karl Kreiling I. ,, Heinrich Rinn, Kaufmann. , Philipp Feuser, Gastwirth. „ Friedrich Pfaff, Gastwirth. „ Philipp Bechtold, Krämer. „ Kaufmann Anton Konrad Müller. „ Christian Köhler IV. „ Hermann Kltppstein. Frau Joh. Gg. Müller, Wittwe. Herrn Jakob Becker I. Frau L. Kalkhof Wittwe, Westanlage 2. Herrn Christoph Bieker, Neustadt 55. Frau Bernhard, Wolfstraße 9. Herrn Conrad Roth, Wallthorftraße. „ Philipp Stier, Schulstraße. „ Jacob Hengst, Ltcherstraße 20. «mtticha BttKmWttttn für Postwerthzrichen bestehen: m Gießen bet — -------- Grüningen Klein-Linden Lützellrnden Rödgen Trohe Beuern (Hessen) Großen-Ltnden Leihgestern Hörnsheim „ Steinbach (Hessen) , Albach , Steinberg Kr. Gieß en b.Frau _ , Garbenteich bei Herrn Ko »er ad Rahn. n J?* 241 ^Et. (Straskammer.) Zur Verhandlung steht die Strafsache gegen den vielfach, insbesondere wegen RohhettS- delckten vorbestraften, zu Bisktrchm im Jahre 1858 geborenen Dtevst- Cnecftt ^hriTtan Heinrich Usener, der zurzeit der Begehung der ihm zur Last gelegten That auf dem Schisfenberg bedienstet war. Er ist «ngrklagt, in der Nacht anfangs April zwischen Hausen und Schtffen- X)t®P‘ne(yt Ludwig Schäfer von Oppenrod vorsätzlich mittels gefährlichen L-rkzeugs derartig körperlich mißhandelt zu haben, daß er infolge der Körperverletzung sein rechtes Bein unterhalb deS Knie« gelenkes verlor. (Verbrechen gegen SS 224, 223, 223a Str.«G.) Der Jobc Schuld. Durch die BrweiSaufnechme wird jedoch folgender Thatbestand festgestellt: Am fraglichen Abend begaben Usd aL Ä*0 Friedberg und mehr noa> nach, Bad- Nauheim und versorgen z. B. beinahe ganz Nauheim mit dem nötigen Gemüse rc. Tiefe Gemüsckultur entwickelte sich namentlich deshalb so überaus günstig, weil es niemals an der nötigen Feuchtigkeit fehlte. Tie vom Gebirge, vom nahen Winterstein, abfließenden, mit dem Humus der Wälder reich gesättigten Llbwässer bildeten die Grundlage der gedeihlichen Gemüseentwickelung. Tie Feldbereinigung hat nun, in Unkenntnis dieser Bedeutung der Abwässer für die Fruchtbarkeit, ein weitverzweigtes kompliziertes Netz von sehr tiefen Gräben und Röhren angelegt bis hinauf an die Wälder des Wintersteins, die die gesamten Llbwässer mit rapider Schnelligkeit sämtlich bis in die Ufa fortleitcn, also unter den Gemüsefelderff in Gräben her, bis eine halbe Stunde entfernt davon? Ter Effekt davon ist der, daß die Gemüsefelder völlig ausgetrocknet und im Ertrage zuriickgegangen sind. Im Interesse der gesamten Gemarkung bleibt nur übrig, die zu tiefen Ausflußgräben wieder zuzuwerfen. Für andere Gemeinden, die am Fuße von Bergen und Wäldern liegen, sollte diese allzugründliche Feldbereinigung eine Warnung sein! Wie man ehedem in Preußen du» DutU bestrafte. Tiefer Tage ging durch die Blätter die Angabe, der Kaiser wolle zur Verhütung der Duelle im Heere die Ehrengerichte mit Strafbefugnissen ausrüsten. Ob die Meldung siel; bestätigt, mutz abgewartet werden; aber nicht ohne Interesse ist, jetzt daran zu erinnern, wie der erste Preußenkönig, dessen Bildnis auf den Jubiläumsmünzen dieses Jahres neben dem Wilhelms II. prangt, den Zweikampf bestraft wissen wollte. In Abänderung und Erläuterung eines kurfürstlichen Ediktes vom 6. August 1688 erließ er unter dem 28. Juni 1713 ein langes, im schwülstigen Stile der damaligen Zeit und atemlos langen Perioden gehaltenes „Mandat wider die Selbstrache, Injurien, Friedensstörungen, und Tuelle", welches in dem Abdruck von Johann Christian Winter, königlicher llniversitäts- buchdrucker in Frankfurt a. d. O., 19 Quartseiten umfaßt. Zunächst wird dargelegt, wie das Tuell gegen göttliche und menschliche Geiotzc verstößt, und dem gemeinen Besten unersetzlichen Schaven zufüge, und sodann werden die Strafen gegen das „Duellieren, Zweybalgen und Schlagen" festgesetzt. Tiefe bestimmen im einzelnen folgendes: Hohe und niedrige Offiziere, Hof- oder Zivilbeamte, Vasallen und Unterthemen, auch Fremde und Durchreisende sollen, wenn sie zum Zweikampf herausfordern, auch, wenn das Tuell nickst wirklich erfolgt, aller ihrer Chargen und Bedienungen (Aemtcr) auf ewig verlustig sein, und nach Befinden entweder mit einer ansehnlichen Geldbuße zu milden Zwecken oder mit dreijährigem harten Gefängnis bestraft werden. Wenn sie aber keine Bedienungen haben, sollen sie der Hälfte ihrer Einkünfte auf drei Jahre verlustig gehen, wovon die Hälfte dem Fiskus, die andere Hälfte dem nächsten Hospital zufließen soll. SB ernt jemand, der zum Kartelltragen aufgefordert wird, der Behörde davon keine Anzeige macht, verfällt er selbst den oben erwähnten Strafen. Kommt es aber zum Duell, aber nicht zur Tötung, so sollen beide Duellanten im summarischen Verfahren, wenn sie höheren Standes sind, zu je zehn-! jährigem Gefängnis, die ersten fünf Jahre bei Wasser und Brot, verurteilt werden, Personen geringeren Standes zu achtjähriger Festungszwangsarbeit ; alle sollen zugleich ihre Aemter verlieren. Während dieser Zeit sollen alle ihre beweglichen und unbeweglichen Güter dem Fiskus anheimfallen, welcher die daraus fließenden Einnahmen mit Abzug der Kosten für den notwendigsten Lebensunterhalt des Sträflings und seiner Familie bezieht. „Wenn aber jemand Don solchen frevelhaften Balgern auf dem Platze bleiben sollte", so soll der Körper des Entleibten, wenn er höheren Standes war, an dem Orte des Duells selbst, oder an einem „anderen unehrlichen Ort" von dem Schinder eingescharrt, wenn -er nicht von Adel war, „anderen zum Abscheu und Exempel aufgehangen" werden. Wenn beide Duellanten auf der Wahlstatt bleiben, so sollen sie dasselbe unehrliche Begräbnis erhalten. Wer jemand im Zweikampfe tötet, soll seine Aemter verlieren, sofern er vom Adel ist, sein Degen zerbrochen, er selbst aber mit dem Schwerte hingerichtet, und sein Körper auf dem Richtplatze eingescharrt werden. War er nicht von Adel, soll er durch einen sum-- marischen Prozeß zum Galgen verurteilt, das Urteil an ihm vollzogen, und der Körper solange am Galgen bleiben bis er von selbst abfällt. Wenn ein Duellant nachträglich an den Folgen der im Zweikampfe erhaltenen Wunden stirbt, so soll der Adlige in der Stille an unehrlichem Orte durch dew Totengräber, der Nichtadlige durch den Schinder verscharrt werden, dem überlebenden Duellanten wird die Gefängnisstrafe um einige Jahre erhöht. Die Sekundanten und Kartellträger werden bcn zum Duell Herausfordernden gleichgestellt; diejenigen, welche zu Tuellzwecken Hilfsdienste oder Handreichungen leisten, je nach Verhältnis mit zwei oder drei Jahren Gefängnis bestraft. Ter zweite Teil des Ediktes enthält Anordnungen darüber, wie Ehrenbeleidigungen, welche den Anlaß zum Tuell zu bilden pflegen, zu ahnden und zu sühnen seien. Zuvor wird darauf aufmerksam gemacht, daß das „sowohl in Gottes Wort, als and) in den weltlichen Gesetzen, Reichs- Konstitutionibus und Kriegs-Articuln hochverbothene Laster der Trunckenheit und Völlerey" zum „Duellieren, Rauffen und Schlagen gar offt und fast meistenteils Anlaß und Ursach giebt", und die Mahnung ausgesprochen: „Insonderheit haben diejenigen sich vor andern hrebey tn acht zu ffehmen, welche den Trunck nicht vertragen können, und wann sie sich damit überladen, zu Querellen und Zänckereyen geneigt sehn und Urfach geben". Selbftver- schuldete Trunkenheit soll kein Milderungsgrund bei Beleidigungen sein; derjenige, welcher in solchem Zustande jemand beleidigt, soll eine „recht hertzliche und ernstliche Reue bezeugen", ist aber deshalb nicht vollständig straffrei, jedoch soll in solchem Falle nach Befund der Umstände verfahren werden. Schließlich wird noch erUärt, daß eine Milderung der im Edikt auf den Zweikampf und was sich darauf bezieht, festgesetzten Strafen unter keinen Umstanden erfolgen, und daß es bei Vermeidung der königlichen Ungnade verboten sein soll, bei irgend pelck)en Anlässen, wie Geburt eines Prinzen, Heirat in der königlichen Familie, ein Gesuch um Begnadigung oder Milderung ein» der entschiedenen Sprache, welche dies Edikt führt dürfte es schwerlich zur vollen Durchführung gelangt sein; immerhin aber hat es die Folge gehabt, daß das Tuell zunächst aus der preußischen Armee verschwand und, von sehr vereinzelten abgesehen, erst in der Zeit nach Friedrich dem Großen wieder auftauchte. In der napoleonischen Zeit schlugen sich die französischen Offiziere wegen des geringsten Anlasses auf Degen, und dies Beispiel hat allmählich auch in Deutschland Nachahmung ge- funden, und zu dem Ehrenkodex Veranlassung gegeben. zuin herrfu So l er NU Una schänden «r dir ort di. 1 21er Nr. ^«lenden Lteter, 15 die eigen^Ateid-n tetoSfcte der. j d°r «nm S' Und hing. « L?,ld und “r «We Ätn b-- jeiien ' emPfmbcii mir S bkÄ6t und et i;j, über bir i kommen Geh Mmytenalrat Tr. Will- ' Mel und süchtigen. - Auf Klagen 1VUraireftJön folgende "N Grund von Klagen amen die höflichste Ditte «» Park die Kleider »ßentlich Hilst es! - Die ■ 123. Mai 3715 Personen, btI -8195 Bader wurden bis -ai. Seit lanaer Zeit leitung für die ganze luden 800 M. von der ligt. Man hat in einer akwasser gesunden. Tas m zu untersuchen, ob das ,e vorhanden ist. Die Ge- reter täglich. Ein Motor • pumpen; da sich hier am men befindet, das sich an seiner Mitbcnchina, bc- ;e hier herrschende Wasser- n wird. ein Blitz aus heiterem er die Nachricht, daß der Meinenden „Vogelsberger lusgaben „Birsteiner An- [er", August Lonalt, Er foll seiner Frau und Arres hinterlassen haben, n verlassen habe. 3eben» elt" abgesegett. Gestern M. Man spricht davon nn er sott sich mehrerer ckt haben, die jedoch von it worden seien. Ferner chc Konkurs-Verwalter und »«AS icm Jahre ftr 11000 'M er noch keine Anzahlung trüber und sein Zchmegel- nielsberger Bplen hat er t In der weitesten Um- DWL Wetterau XL'JL* vcr nicht aliM h Indern i aus ausgesuhrr.1 betL rroelb-fpntlW NCI- m, sons wlf Deutung L-^|er Feld- nde., mit großen der beab- hat ^ ÄteNtber Wl Launsbach Wißmar Langgöns Langsdorf Bettenhausen Reiskirchen Winnerod _______ Bollenbach Litterarische Neuerscheinungen I - Zaasen Dr. AlbanuS, Amtsgerichtsrat, Das Not-Testame^^ - ö^enrob nach dem B.-G.-B. von dem Gemeindevorsteher oder dem Lor" " »nhfioim a »i.Fi«- selbständigen Gutsbezirkes errichtet werden kann. Das Pr'vat^^I » Nvoye.m a-oreoer (Das eigenhändig geschriebene und unterschriebme Testaments fachste und billigste Testamentsform. Erläutert an Beispielen gn' merkungen. 8. Tausend. Delitzsch. Komm. - Verlag von fin[v i " m,far.pr_ Pabst. Mk. 1.20. 9 ‘ ~ 9- -0 Bulthaupt, Heinrich, Dramaturgie deS Schauspi^ Josen, Wtldenbruch, Sudermann, Hauptmann. Oldenburg, Sch>^, Hofbuchhandlung. Mk. 6.—. Cranz, Heinrich, Segelyacht. Anleitung zur selbstä. . ßaufcn - Herstellung einer lenkbaren Segelyacht. Mit 3 Musterbogen. I * miat,ent)Orn " * , bura Otto Maier. Mk 1.8o. I * -u^enoorn Kaufmann Dreyfuß. 'Falb's, Ru'd., Wetter-Kalender und Verzeichnis der kritischen anaem^m^ ^Är!^"^^agsmäßig verpflichtet, stets einen 2. Halbjahr 1961. Berlin, Hugo St-mitz. ' SjT IKS? °n Postwerthzerchen zu futzren und die einzelnen Gaquoin, Dr. Karl, Denkschrift zum 400. Todestage des ®etraße ihres Wertes an das bertus Gagutnus. Rebst seinen Elegien zum Lobe Heidelbergs und Mgnneinen hat der Verkauf während ber deutschen Geistes. Mit einem Tttelbild. Heidelberg, Carl % °as Geschastslokal des Verkäufers geoffnet ist, ttniv'Bukbbaudluna ftattzufinden, ledenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem "Heckelmann, Aug., Bürgerliches Hausbuch. Ein rechts, ^likum. festgesetzten DienWunden der Postanstalt. geschSftSkundiger Führer und Ratgeber für alle Stände und Berat Kletzen, 17. Mai 1901. m , klaffen. Gießen, EmU Roth. Lbd. 2 Mk. Schäft Postamt 1. , Heuser, Karl, Wie spiele ich am besten Klavier? Eine Methodik deS Klavierunterrichts. Leipzig, Feodor Retnbath. Mk. -.60. Heutig. Otto, Deutsches Recht. Gesamt-LuSgabr der am 1. Januar 1900 tn Kraft getretenen (!) ReichSgesetze und Verordnungen u. s. w. Band I. Abteilung 3. Edda. . Pf°hl, Ferd., Führer durch Richard Wagner« ^TaunhLuser" und der .Sängerkrieg auf Wartburg". Eine produktive Kritik. Vierte orrmebrte und verbesserte Auflage. Edda. Mk. 1.—. _ u _ ® chwarzwald I Schweiz! Vogesen! Prakt. Winke und ^orenz u^^WaetzE ®e^u<^cr Dor unb während der Reise. Freiburg i. B. Sch o o f, Wilh., Hessisches Dichterbuch. (Begründet durch Valentin Traudt) 8. Auflage Marburg, R. G. Elwertsche Verlagshandlung. _n Seemann, Artur, Der Hunger nach Kunst. Betrachtungen. Kit einem Farbendruck. Leipzig, E. A. Seemann Mk. 1.50. Halbmonatsschrift. Herausgeber Dr. Arthur Seidl, München. 18. Jahrgang Erste« Mathest. E. Pierson« Ver- lag, DreSdm. 75 Pfg. Hessenland. Zeitschrift für heff. Geschichte und Litteratur. l0- Jahrgang. Nr. 10. Verlag von Frtedr. Scheel in Kassel. Ein- zetne Nr. 30 Psg., vterteljährl. Mk. 1.50. 49. Jahrgang. Heft 21/22. Stuttgart, Dmtsche Verlagsanstalt. Da« Hest 30 Pfg., jährlich Mk. 8.40. SimplicisstmuS. Jllustr. Wochenschr. 6. Jahrgang. Nr. 9. München, Albert Langen. Vierteljährlich Mk. 1.80. Annalen deS Deutschen RetcheS für Gesetzgebung, Verwaltg. und Volkswirtschaft. StaatSwtssmschastl. Zettschrist und Materialien, sammlung. HerauSg. von Dr. Karl Th. Eheberg und Dr. Anton ... ■ T Ä _- l....... ... B,-r g-ffm,"sich «dtt»"b.-IM^ 341 3a6r6- Münch-n. 2. Schw-itz-r. H.lbjührl. Bastwsrt b«burd;r etanGnte mnr.ur* nie hl. DI« Zukunst. HrSgbr. Martmtlt«n H-rbln. S. I«hrgeme beiden Begleiter alsbäd auf, da er ihnen zu beschwerlich erschien.! 18. Mai. Karl Herr, Schneider und Appreteur dahier mit L>te ließen ihn kurzerhu« auf der Straße liegen und begaben sich | ^uifc Katharine Vellmete Hierselbst. 22. Otto Wagner, Kaufmann dahier nach ihrer Behaufung. Saanbern Morgen fand man den Verletzten I mit Mathilde Wilhelmine Bergen Hierselbst. Heinrich Wülfing, Sattler mit zerschmettert« m Untenchnkel schwer verletzt am Rain der Straße I uud Tapezier dahier mit Marte Katharine Wildner Hierselbst. 23. Ludwig ÄAEN- Die^Großh.Statz^wallschaft hält den Beweis von der Arnold, Bäcker dahier mit Elisabeche Michel, Köchin Hierselbst. August Schuld de« Angeklagten voll erbracht und beantragt gegen denselben I George Bruno Traugott von Bursztini, Hauptmann und Kompagniechef unter Ausschluß muderndersmstände auf eine Zuchthausstrafe von | dahier mit Amalie Haller Hierselbst. 24. Karl Leschhorn, Fuhrmann dahier drei Jahren, sechs Monaten u erkenn«, ihm auch die bürgerlichen I mit Marie Keßler in Rüdgen. Jakob Stecker, Fabrikarbeiter dahier mit Ehrenrechte auf die Dauer )n fünf Jvhren abzusprechen und ihm Elisabethe Lcismann Hierselbst. die Kosten deS Verfahrens auuerlegen. DaS Gericht verurteilt den Motw* Angeklagten, in Ueberzeuguvg,n seiner Schuld in eine Gefängnis- Am 12. Mai. Dem Schlaffer Joseph Pöllenhofer eine Tochter, strafe von drei Jahren, sprtchjhm die bürgerlichen Ehrenrechte «uf |131 Dem Fuhrmann Heinrich Luch eine Tochter, Lina Elise. 16. Dem 2 ^bt^üragte Dauer ab und le ihm die Kosten deS Verfahrens »ur I Sattler Franz Peter Borschbach ein Sohn, Friedrich Hermann. 17. Dem Saft. In ihrer Begründung lä die Kammer «8 unentschieden, ob | Lokomotivheizer Wilhelm Weimar eine Tochter, Paula Elisabeth. Dem die VerletzMgen dem Schäfer a btm Heimwege zugesügt wurden, | He'-er Christian Grünewald eine Tochter, Anna. 13. Dem Friseur ober ob sich der Angeklagte, zuuse angekommen, nochmals zurück F"dinand Maximllian Wißner ein Sohn, Heinrich Hermann. Dem Bäcker begab, und denselben in der^«Ngebenen Art schwer verletzte, wenn! Ludwig Müller eine Tochter, Luise Katharine Frieda. Dem Weißbinder e« auch für wahrscheinlicher hatt,>aß der Vorfall sich in der zuützt!^rl Käs ein Sohn, Karl Bernhard. 19. Dem Telegraphenarbeiter Adolf angegebenen Weise absptelte. Dipürgerlichen Ehrenrechte werden I Sender eine Tochter, Frieda Emilie Katharine. Dem Geometer Wilhelm dem Angeklagten aberkannt wegen hei Begehung der That »u l^chmalb eine Tochter, Elisabethe Katharine Lina. 20. Dem Bierbrauer AS« getretenen gemeinen Gesinnstsweise. - Der Metzger David Andreas Weber ein Sohn, Hans Joseph. 21. Dem Buchbindermeister B e n d h e t m von Griedel, der dur^rkenntnis deS Schöffengerichts Paul Richter ein Sohn. 22. Dem Schneider Heinrich Kasper eine Tochter, Butzbach vom 12. April d. I. wege.angebltcher Entwendung eines! Anna. 24. Dem Schmied Karl Schneider eine Tochter, Lina Luise. P,U™lU.?^5/U ”^nun1er5 0Lf d-ui Hofgul GrI-d-lI „ etfto*»«w. bei Butzbach tn eine Gefängnisstrafe r> drei Tagm verurteilt wordm! Am 20. Mai. Heinrich Thüt, 16 Jahre alt, Handlungslehrling war, wird von dem BeiMungsgertt von der Strafe und den dahier. 22. Susanne PhUippine Förster, geb. Schmidt, 65 Jahre alt, Kosten unter Stattgebung seiner nufung freigesprochen: die! Privatin dahier. Ema Hartmann, 6 Monate alt, Tochter des Metzger« Kosten beider Instanzen werden der ^atßfaffe zur Paß aeleat — und Wirts Karl Hartmann dahier. Die 5 Angeklagten August Kesselring Wirtheim, Ludwig Stroh in -------------------------------- Wißmar, Karl Prüß in Offenbach, Wilh. F^y und Ludwig Frey in Wißmar, Burschen im jugendttchen Alter, angeklagt, mittels gesähr- ttcher Werkzeuge tn gemeinschaftlicher Aus^g That am 10. Mär, ds. IS. abends zwischen 5 und 6 Uhr bi löiäbriaen Schlofferaesellen Theodor Sack °°n Gießen in Oswaldsgartt,^sLen Abend $“S Sttaße Gteßen-Rodhetm mehrere PersonetnSmlich 1) gegen 6 Ubr zwischen dem Viadukt der Mam-Weserbahund der Lahnbrücke den 18jährigen Tagelöhner Karl Marttn in Gies 2) kurz nach 6 Uhr in der Nähe des Schlachthäuser den 39 Jahre Heinrich Gottlieb Kern in Gießen, am selben Abend gegen 7 Uhr 6uft Straße Gießen-Heuchel- heim, da wo sie nach Rodheün abbiegt zwei mnasiasten, nämlich den, löiähngen Hans Klein und den 20iährigen Er^Steinreich von Gießen! körperltch mißhandelt und an der Gesundhert ^digt zu haben Die zugefügten Verletzungen waren zum Teste seh^heblich die Angriffe waren in allen Fällen grundlos erfolgt, die ^lungsweise der Angeklagten charatterisiert sich in jeder Beziehung a.ou unb bruta( Die hx gnienhßrf " Angeklagten sind »um Telle geständig; Keffelrin^ Prüß geben zu > (?^n) " der erstere einen Ochsenziemer, der letztere einen 1(fbeflcn fi(6 führt zu haben. Den Ochsenziemer zum Schlage^hraucht zu haben bestreitet der Angeklagte Keffelring, wie er ti6eLt jebc 8e.z teMgung in Abrede stellt. Die erfolgte 9en>ei3a^me ben vollen Beweis seiner wie der übrigen Angeklagten Die Staatsanwaltschaft ist der Ueberzeugung, daß die Angekla^ bcr 3t6n(bt Radau zu verüben, sich nach Gießen begeben hatten vlädiert für eine exemplarische Sttafe in Anbetracht der Rohheit, die ^gellagten uZ Ausdruck brachten bei Verübung der ihnen zur Last g^„ Sttafthaten und in Anbettacht dessen, daß sie ganz unveranlaßter,-s. unbeteiliate Personen angriffen und überfielen. Sie Beantragt g> Wilhelm und! " Ludwig Frey auf eine Gefängnisstrafe von je 3 Jahren"Nd w Heuchelheim Prüß auf eine solche von 1 Jahr 6 Monaten, gegen ®auf eine> " f solche in Höhe von 6 Monaten zu erkennen und ihnen l fflribJtfdirr Haftbarkeit für die Auslagen die Kosten de« Verfahrens » . r'«7- Das Gericht verurteilt Wsthelm Frey in eine GefängniSstraf ' »^äbren Ludwig Frep in eine solche von 1 Jahr 9 Monaten, Pru J von 1 Jahr 3 Monaten, Stroh in eine solche von 1 Ja Monaten Keffelring in eine solche von 9 Monaten. Jeder der A» t 6 J Vs der Kosten des Verfahrens zu tragen unter Solidarhaft g- lagen. In seiner Begründung schließt sich das Gericht ime^tlikben den Ausführungen der Staatsanwaltscbaft an.* Vrodpreise vom 26. Mai bis 9. 3atü 1901. Der hiesigen Bäcker. 1 Jpg. (2 Pst,.) Tsselbrod 28 Pr. Äg. (2Pfd.) schwarzbrod 24 Pfg 2 Kg. (4 Pfd.) Zefdbroö 56 r 2 kg. (4Pfd.)SLwsr-brod 48 , 1 Kg. <2 Pfd.) Wetßbrod 26 , 3 Kg. (6Vfd.)Schwarzbrod 72 . 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod 52 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot» BH: L. Schmidt, Gr.-Ltnden - 24 W. Weitzel von Lang-GönS 24 , W. Stetnmüller, Lang-GönS 24 $ C. Post oon Wieseck . . 26 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrod bei: I. Kd. VeUe, Kirch-GönS . 46 H W. Steinmüller, Lang-GönS 48 L. Schmidt, Großen-Ltnden 48 , ®. Weitzel von Lang-GönS 48 , Wily. Fabel von Mefrck 48 , C. Post von Wieseck . . 52 , 1 Kilogramm (2 Pstuiv) Lchroarzbrod bei: L. Schmidt, Großen-Lindrn 22 W. Weitzel von L«rg-GönS 22 4 W. Stevrmüller, Lang-GönS 22 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot) bei: Joh. Kd. Seite v. KirchgSnS 42 W. Weitzel v. Lang-GSn« 44 L Schmidt, Gr.-Ltnden . 44 , W.Steinmüller o.Lang-Göns 44 „ Gust. Jakoby, Alten-Buseck 44 w Karl Post von Wieseck . 44 , 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwar;brod bei: E. Post von Wieseck . . 66 Gust. Jakoby, Alten-Buseck 66 H Wilh. Fabel von Wieseck . 66 „ Ernst Christ, Wieseck 69 , Der Brodvertäufer. Bei den hiefigrn Brodverkäu'ern bestehen dieselben Preise wii bei bat hiesigen Böckern. Gießen, den 24. Mai 1901. Großhenogliches Polizeiamt Gießen. I. V : Rotb. PÄBWLDEILW Gelegenheitskauf. Gelegenheitskauf. |ZuS”"w."| Um mein Lager für die Saison zu raumen, verkaufe ich su" R9A7 ®eld' IW _ . Ba c- — ■ ■■ ■ ■ sammen VfciU I gewinne 50 Stnek Fahrräder ■ owaaaI 50 Stück Fahrräder m.87000 V. 1914 Willi, Hamek“S? Osterftr. 62. Prospekt gratis. 3790 ist im Ge- 8802 Seltersweg. Selter^li 8528 ergebenst einladen 3803 wozu A«g 4 Uhr. nach 3f und Stadt Cassel I Seb Ster wozu ergebens! einlabet I. Duill 3n itrilnntfen yrrfdiicbrncs. । zum Würzen (ihnpfchliimicn gegen wöchentliche Abzahlung von 2 Mk. an solide Leute zu verkaufen. Offerten unter 8. 3768 an die Expedition ds. Bl. erbeten. S Ferd. Kröck, Zm Mwareu. Ferd. Kreiling, Zm Treppchen. Ludwig Steinmüller. Ä SB 6 ff ® i ü B - •- I $ Frankfurt a. ®L Zeil 9 Gut rentierendes Haus mit Garten weg,ugShalber per gleich ob. später 1U verkaufe«. 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