9?r. 97 Zweites BInn. i51. Jahrgang Freitag 26 April 1901 eine Schutz Volitische Tagesschau. »EL - WtH • tiflfunbt“ etm ■et ***eRthd) bnfltlt^t ■btffff für DevefchEi iRjeku «ehe». Fernsprkchan^chlußßtr.GL. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Die Besetzung einer Schutzmannsstelle. ©<4 unterzeichne'er Behörde ist alsbald «annsftelle anderweit zu besehen. G»eiqnete Bewerber wollen sich unter Vorlage felbftge schriebener Gesuche, brnen die Militärpapiere, kreiSftrztlichcS Zeugnis über Diensttavglichkeit, sowie Führungszeugnisse an- Suschl.eben sind, bis spätestens 10. Mai l. IS. melden und persönlich vorstellen. Engländer und Buren. Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Hirrysmitb gemeldet: „LouiS BothaS Frau erklärt, cS sei Zeit, baß ihr Mann b n Kampf, besten Fortsetzung nutzlos sei, ein stelle. — General RunbleS Streitmacht war am Sonntag in ein Gef.cht verwickelt und brachte schwere Geschütze in Anwendung." — Man wirb die erste Nachricht mit großer Vorsicht aufzunehmen haben. Naauwpoort lautet eine Meldung be§. „Neuter- scheu Bureaus-folgendermaßen: Die Operationen konzentrieren sich jetzt auf die Gegend ruud um Graaffreinet und Steyns ourg. Sritzinger wird von einer englischen Abteilung »erfolgt. Eine andere Abteilung operiert in der Nähe von Pearston gegen Scheepers und Malan. Zwischen Malan und Victoria Freiwill'gen bat ein Scharmützel stattgefunden £e&tere nahmen nach mehrstündigem Bombardement Malane Stellung Gießen, den 24. April 1901. Großherzogliches PolizeimnL Gießen. Hechler. täglich mit lufflabew OH Montag-. ♦«* leelllen* NMHttr merbrn bttx Deutsches Keich. Berlin, 24. April. Auf Befehl des Kaisers hat sich gestern eine Abordnung des in Münster i. W. garui. foniercnben Kürassier Regiments v. D'iesen Nr. 4 nach Turin begeben, um sich bort dem Herzog von Aosta, dem ncuernannten Chef deS R giments, voizuNellen. — Die neugeschaffene Stelle eines Feldintendantur- and Baurats für China und Asten Überhaupt ist dem erst vor etwa Jahresfrist zum Garnisonbauinspektor ernannten wvtechnßchen H lsSaibeitrr Georg Wyland bei der Intendantur des 11. Armeekorps in Kastel übertragen worden. Wyland wird am 10 Mai Europa verkästen und in Asten ote bautechnische Aufgaben der Intendantur wahrnehmen, wom die bauliche Herrichtung und Instandhaltung von Kasernen, Quartieren und Unterkünften jeder Art gehören, edento die Anlage und Ueberwachuug von Baracken, Krankenhäusern und ähnlichen Ausführungen. Wyland ist Regierungsbaumeister seit 1893 und war vor seiner Beschäftigung vei der Intendantur zu Kastel als Architekt der Miliiär- Verwaltung, u. a. in Spandau, Berlin und Freienwalde, thätig. — Die „Brel. Korresp." erklärt, die Behauptung, seitens des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten feien die für das neue Eta sjahr zu bewilligenden fortlaufenden Unterstützungen an Hinterbliebene von ©eamtqu und Ärbei’tern der Eisenbahnverwaltung nicht rechtzeitig angewiesen, für unzutreffend. Es handele üch vermutlich um einzelne Fälle, in denen Empfänger von Unterstützungen, die nur auf eine bestimmte Zeit bewilligt waren, bei Ablauf der Bewilligungsdauer nicht rechtzeitig um die weitere Gewährung der Unterstützung nachgesucht haben, oder in denen die Ermittelungen der Eisenbahndii ektton über die Notwendigkeit und Zulässigkeit der Weiterbewilligung noch nicht abgeschlosten waren. — Das preußische Abgeordnetenhaus beriet heute den Antrag Ring Mendel Steinfels auf Einführung der obligatorischen Schlachtvieh-Versicherung in er7er Lesung. Im Verlaufe der Beratung erklärte Abgeordneter Dr Hahn, das Nichterscheinen des Landwirtschaftsministers wundere ihn nicht, denn es sei klar, da der Zolltarif in dieser Session nicht eingebracht werde, daß wir einer neuen Wendung in der Politik entgegengehen, die nicht den Interessen der Landwirtschaft dient. — Im Abgeordnetenhause brachten Gamp und Freiherr v. Zedtlitz unter Unterstützung der Freikonservativen folgende Interpellation ein: Ist die Regierung bereit, für Gegenden, in denen Wintersaaten ganz ober zum großen Teile vernichtet sind, den Vorzug wesentlich ermäßigter Eisenbahnfrachtsätze für Saatgut und Brotgetreide einzuführen? Bremerhafen, 24. April. Ein großes Kriegslazarett für heimkehrende erkrankte und verwundete Chinatruppen soll hier am Kaiserhafen errichtet werden. Lübeck, 24. April. Zur Frage des Acht-Uhr'Ladenschlusses veranlaßte die Handelskammer eine Abstimmung nei den Ladeninhabern, wobei sich die Mehrheit für ben Acht Uhr Ladenschluß erklärte. Auf Grund dieser Abstimmung erließ der Senat heute eine Verfügung, wodurch der Acht- Uhr Ladenschluß eingeführt wird. Ausgenommen sind die Geschäfte der Lebensmittelbranche, der Zigarrenhändler und Barbiere. Leipzig, 24. April. Die heutigen Verhandlungen betr. den Aerztestreik waren erfolgreich. Auf Grund der Vergleichsvorschläge der Kreishauptmannschaft wurde eine Einigung zwischen den Vertretern erzielt, vorbehaltlich der enbgiltigen Genehmigung durch die Sasse und die Aerzte. Die Kassenärzte nehmen am nächsten SamStag ihre Thätig- feit wieder auf. München, 24. April. Die „Korresp Hoffmann" schreibt amtlich: In Nr. 203 des „B. T." ist die Nachricht enthalten, die bayrische Regierung gab gestern in Berlin )ie Erklärung ab, daß namentlich die Erhöhung deS Getreidezolles einer längeren Prüfung bedürfe, daß sie daher den neuen Zolltarif mit Sachverständigen beraten müsse und sich kaum vor Ende dieses Jahres darüber äußern könne. Diese Mitteilung entbehrt auf Grund zuverlässiger Information jederthatsächlichenBegründung. Karlsruhe, 24. April. Unter dem Titel „verkehrspolitische Zukunstsfragen" bringt die „Südd. Reichskorresp." einen Münchener Brief, der sich entschieden gegen eine Eisenbahngemeinschaft mit Preußen ausspricht. shNing gesucht ' G-drüder 8a,t, oufaF'urtp. u, benenfonffhioB. 'k'Mg gesucht «kgenangkmeffm _! “'MflUer.Qiünbflrtlr 18. Äs Bt)ug$prell trirrielji*et Mk. 2.20, monatl. 75 mit vrmgkrtohn; durch Ma Abholest,Sen vkrtdfäfcH. Mk. 1.90, monatl. 6F> Kg ©erden konnten. Von dem Er OfflMt MÄklil V MW M. Khrimdche« in HMI UixM 1 MW-g-nVnhmaMgmi^ äbienS ludie aus 1 Ium m n8m5, tW grau Dr. OolU», CubWiflHrafee 32, L Üül!üül'MUZ'bnbofstr 6n,ni SHW tü MkMM ih -in iünaereS-i« torfer, betreffend die Aufhebung des § 64 des Strafgesetzes (Beleidigung von Mitgliedern des Kaiserlichen Hauses) zur Verhandlung. Perners- torfer führte aus: In Erzherzog Franz Ferdinand verkörpere sich der Klerikal Ismus. Deswegen sei es nötig, daß man dagegen ankämpfe. Nun werde man aber in diesem Kampfe durch das Verbot jeder Kritik an der Person des Erzherzogs gehindert. Man müsse gleiche Waffen haben. Redner schildert den Aufschwung, den das geistige Leben in Deutschland gewonnen hat, wogegen in O e st e r r e i ch im letzten Jahrzehnt alles geistige Leben durch den Einfluß der Klerikalismus unterdrückt worden sei. Redner nennt Anzengruber und Hamer- l i n g als die einzigen Dichter, die in der letzten Zeit in Oesterreich erstanden sind. Tie Christlich-Sozialen rufen: „Sie haben Grillparzer vergessen." Ter Deutsche Berger sagt: „Was Grillparzer über den Klerikalismus geschrieben:, sollten Sie sich hinter die Ohren schreiben." Durch diese Worte entsteht zwischen Christlich-Sozialen und Alldeutschen, die um die Bänke der Christlich-Sozialen gruppiert find, ein Wortwechsel. (Großer Lärm, der sich steigert.) Der Präsident versucht vergeblich, die Ruhe herzustellen. Es kommt zu Thä t l i chke i t e n. Ter Präsident unterbricht die Sitzung und verläßt den Saal. Der Lärm dauert fort, bis nach einiger Zeit Ruhe eintritt. Nach einviertelstündiger Unterbrechung eröffnet der Präsident die Sitzung wieder. Pernerstorfer setzt seine Rede fort und schildert die Gefahren des Klerikalismus. Malik ruft Lueger zu: „Lachen Sie nur. Sie verlachen die eigene Schande!" Die Christlich-Sozialen verlangen unter stürmischen Zurufen die Erteilung eines Ordnungsrufes an Malik: sie klopfe nunterlautemSchreienaufdie Pultdeckel, sodaß Pernerstorfer seine Ausführungen unterbrechen muß. Ter Präsident erklärt, er habe den Zuruf Maliks nicht gehört, er werde sich das stenographische Protokoll vorlegen lassen. Stürmische Rufe seitens der Christlich-Sozialen: „Ordnungsruf für Malik!" Sie klopfen auf die Pultdeckel, bis der Präsident erklärt, er ersehe aus dem Protokoll den Zwischenruf Maliks und erteile ihm einen Ordnungsruf. Stein ruft: „Ich wiederhole denselben Zwischenruf gegenüber Lueger". Der Präsident ruft ihn zur Ordnung. Stein ruft: „Ich wiederhole ihn noch einmal." Endlich tritt Ruhe ein, worauf Pernerstorfer seine Ausführungen beendet. Ministerpräsident v. Körber erklärt, daß die Regierung den Antrag Pernerstorfer entschieden ablehnen muß. Ter Antrag Pernerstorfer wird darauf abgelehnt. Am Schluß der Sitzung beschwert sich der Alldeutsche Berger über die Beschimpfungen seitens der Christlich^Sozialen und droht mit dem Faust- recht. Ter Präsident erwidert, er habe stets Beschimpfungen gerügt und werde solche stets rügen. Berger solle jedoch nicht provozieren. Im Einlaufe der Sitzung befand sich ein Antrag Schönerer, betreffend die g e s e tz l i ch e F e st- legung des Deutschen als Staatssprache, ein Antrag Stein, der die Regierung auffordert, eine Prüfung der Lehrsätze der Jesuiten durchzuführen und eine Gesetzesvorlage vorzubereiten, durch die den Jesuiten der Aufenthalt in Oesterreich verboten wird, und ferner eine Interpellation Menger namens der deutschfortschrittlichen Partei wegen Uebernahme des P r o t e k t o r a t s des katholischen Schulvereins durch den Erz- Herzog Franz Ferdinand. Petersburg, 24. April. Zar Nikolaus II. wird mit seiner Familie etwa einen Monat lang in Zarskoje- Selo bleiben und dann nach Peterhof übersiedeln. Zur Zeit der großen Manöver, gegen Ende Juli, wird das Zarenpaar Krasnoje-Selo zu seinem Aufenthalt nehmen und später in Polen Jagden beiwohnen. Wie verlautet, wird der Zar und die Zarin etwa gegen den Herb ft eine Reise nach Dar nrst a d t unternehmen und daselbst einen Monat verweilen. Peking, 24. April. General Bohron trifft Vorbereitung für die eventuelle Räumung der Punkte, die besetzt worden waren, um den regulären chinesischen Truppen Widerstand zu leisten; der Rückzug der Letzteren wird demnächst erwartet. Aus Stadt und Land. Sieben, 25. April 1901. ** Exzellenz von Liudequist ist gestern nachmittag mit seinem Adjutanten wieder nach Frankfurt abgereist; die Kompagniebefichtigungen durch den Generalleutnant v. Per bandt auf dem Trieb dauern noch fort. Der Generalstab deS 18. Armeekorps weilt noch hier zur Rekognoszierung eines geeigneten ManövergeländeS. *• Ernennungen. Der Großherzog hat den Land' richter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Karl Leb recht zum Landgerichtsrat bei diesem Gericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Otto von Pfister zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch Hermann Reuß zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen, den Gerichtsassessor Dr. Gustav Güngerich aus Bensheim zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen, den Gerichtsassessor Dr. Karl Pusch aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg, den GerichtSassxssor Karl Trapp auS Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, den GerichtS- affeffor Ludwig Pfeiffer aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten und den Gerichtsassessor Friedrich Gill er auS Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim ernannt. ** Bürgermeisterversammlung. Gestern fand rm Cafe Ebel hier eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen unter Vorsitz des Geheimrats v. Bechtold Zunächst erstattete Kreisamtmann Boeckmann ein ausführliches Referat über das neue Gesetz vom 17. Januar betreffeiid die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte. Er hob hervor die Neuerungen des Gesetzes 1. Festlegung der Höl>e der Gehalte und 2. Einführung von Ruhegehalten und Hinterbliebenenverforgung, zeigte die Berechnung der Gehalte im einzelnen Fall und erörterte die Art der Aufbringung der Rrchegehalte und Äinterbliebeneu- gelder, entweder durch die gegründete Verbandskasse oder durch die einzelnen Gemeinden auf Grund Statuts. Bis jetzt haben zwei Gemeinden Statut beschlossen. Tie Versammlung war überwiegend der Meinung, daß vom Erlaß eines Statuts vorläufig abznsehen und daß es wünschenswert sei, wenn der vorgesehene Staatszuschuß von 20000 Mark im vollen Betrag der Verbandskasse zufließe. Referent wies noch darauf hin, daß weder ein ungerechtfertigter Eingriff in die Selbstverwaltung der Gemeinden, noch eine übermäßige Belastung derselben vorliege; die Durchführung des Gesetzes erfordere 69 000 Mark jährlich für alle Gemeinden, der Gemeindewald von zusammen 98000 Hektar liefere aber seit 10 Jahren durchschnittlich 92 000 Mk. Mehrerträge, zudem fallen die auf den Gemeindewaldungen lastenden Staatsgrundsteuern im Gesamtbeträge von 74 000 Mk. infolge der Vermögenssteuer weg, sodaß die Gemeinden noch Vorteil hätten. Weiter referierte Bürgermeister Köhler-Langsdorf über die Revision der organ. Forstordnung von 1811 und der Instruktion vom 15. Juni 1880, die zurzeit begonnen wird, und forderte größeren Einfluß der Gemeindeverwaltung bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes durch die staatlichen Forstorgane und größeres Entgegenkommen der letzteren gegenüber den Wünschen der Gemeindevertretung. Regierungsrat Dr. Wagner hob darauf in seinem Referat über das Zwängs- erziehungsgesetz die durch das B.-G.-B. geschaffenen Neuerungen hervor, und gab wertvolle Fingerzeige für die Durchführung der Bestimmungen. Er erörterte dann die Frage der Stempelpflicht von Wirtschaftskonzessionen und wies darauf hin, daß in einzelnen Fällen nur die Hälfte der Normalsätze zu entrichten sei; nämlich bei Wechsel des Wirtschaftslokals im Gemeindebezirk wesentlichen Veränderungen des seiterhigen Lokals oder wenn Witwe oder eheliche Nachkommen des seitherigen Inhabers den Betrieb nach dessen Tod unmittelbar fortsetzen. Dr. Wagner erteilte dann eine eingehende Belehrung über die Bedeutung des § 30 und 34 des Unterstützungswohnsitzgesetzes und § 361, 10 Reichsstrafgesetzbuchs und empfahl bei jedem Unterstützungsfall eine sorgfältige Feststellung aller in Betracht kommenden Verhältnisse. Die Versammlung wünschte die Entwerfung eines dafür zu druckenden Formulars, was zugesagt wurde. Bürgermeister Leun- Großen-Linden erörterte die Frage des Gebührenbezugs der Bürgermeister bei Bürgsch^inen für Holzbezug aus standesherrlichen oder fiskalischen Waldungen. Es wurde Einholung einer authentischen Auslegung der betr. Bestimmungen beschlossen. Kreisamtmann Boeckmann be- richitete über die Bedeutung der sog. Familienstammbücher für Publikationen und Standesbeamte und empfahl warm die Einführung da, wo sie bisher noch nicht geschehen. Bürgermeister Köhler führt lebhaft Klage über die Schädigung der Gemeinden infolge des neuen Messungsverfahrens nach Entrindung der Hokzstämme. Bürgermeister Heller unterstützt dies und bemerkt, die Händler hätten für entrindetes Holz keine höheren Preise gezahlt, als für anderes, die Gemeinde hingegen müsse den Holzhauern Zuschlag zahlen. Bürgermeister Leun zeigte sodann an zahlreichen Beispielen, wie von Bürgermeistern Beurkundungen und Bescheinigungen vollzogen wurden, die streng genommen, unrichtig seien, und wie die Behörden dies geradezu verlangten. Es wurde den Bürgermeistern- die größte Vorsicht empfohlen. Darauf wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. — Es folgte ein gemeinsames Mahl, das wie immer im Cafe Ebel, die Teilnehmer aufs beste befriedigte. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 30, ausgegeben am 23. April 1901, enthält: Bekanntmachung, Abänderungen der Postordnung vom 20. März 1900 betreffend. Dom 16. April 1901. *♦ Bergmännischer Verein. Samstagabend 6 Uhr wird im Hotel „Großherzog von Hessen" eine neue Gesteins- bohrmaschine im Betrieb vorgeführt. Gäste sind will- kommen. (Dgl. Inserat in heutiger Nr.) (!) Frecher Einbruch. Heute Nacht brachen Einbrecher in die Lokalitäten der Bieberthalbahn am Neustädter- thor ein. Sie versuchten den Geldschrank zu erbrechen. Als dieses nicht gelang, trafen sie Anstalten, den Geldschrank, in dem eine größere Summe Geldes war, mitzunehmen. Sie hatten ihn bereits von seinem Standort entfernt, sind aber offenbar gestört worden. Außer einer Kiste Kernseife von 25 Kilo gez. B.S.T. 1823 ist den Dieben nichts in die Hände gefallen. Beschädigt wurde eine Thür durch Werkzeuge. Die Einbrecher waren offenbar nicht lokalkundig, sonst hätten sie sich auf leichtere Art Eingang verschaffen können. (!) Diebstahl. In verflossener Nacht ist ein Dieb durch ein Fenster des unteren Stockwerks eines Hauses in der Goethestraße in ein Zimmer eingestiegen und hat eine Anzahl Schuhe und Kleidungsstücke entwendet. -k- Weiugesetzvorlage. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, nimmt die hessische Regierung bezüglich der neuen Weingesetzvorlage die Stellung ein, daß sie gegen die vorgeschlagene Kontrolle und gegen die räumliche Begrenzung der Verbe.sserung des Mostes ist, dagegen aber für vollständiges Verbot des Kunst meines und für eine zeitliche-Begrenzung derVer besserung eintritt. Der hessische BundeSratSbevollmäch tigte ist beauftragt, in diesem Sinne im Bundesrat zu votieren. ** Schulhygienischer Vortrag. In dem Sitz- ungssaalc des hiesigen Kreisamtsgebäudes hielt um Dienstag Medizinalrat Dr. Haberkorn vor den Lehrern der nächsten Umgebung Gießens einen schulhygienischen Vortrag über „Bau und Einrichtung der Schulhäuser". Er führte aus, daß der Bauplatz eines Schulhauses hell, luftig, womöglich hoch und au einem ruhigen Ort liegen müsse. Bei größeren Dörfern und Städten sei jedoch darauf zu achten, daß die Schüler nur einen Weg von 2, höchstens 4 Kilometer zurückzulegen hätten. Die Umgebung des Schul- Hauses müsse frei sein, damit an Licht und Luft kein Mangel herrsche. Der Boden müsse „gewachsener" sein, am besten Basalt- oder Lehmboden. Das beste Baumaterial seien die Backsteine. Tas Schulhaus soll so eingerichtet sein, daß der Schulsaal nach Süden, Südost oder Südwest, niemals aber nach Westen oder Norden liege. Um die meistens hölzernen Treppen einigermaßen widerstandsfähig gegen Feuer zu machen, empfehle es sich, die Treppen von unten mit Eementmörtel zu bewerfen, wie dies gegenwärtig in Frankfurt a. M. auf polizeiliche Anordnung geschieht. Zeichnungen, Skizzen und Baupläne erhellten den außerordentlich lehrreichen Vortrag. Hiernach wurden den Zuhörern die wichtigsten Arten der Bakterien unter dem Mikroskop gezeigt Interessant mar hierbei die Untersuchung des Gießener Leitungswassers. Am Schlüsse sprachen die Zuhörer allgemein den Wunsch aus, noch öfters solche Borträge über Schulhygiene zu hören. ** Ein Maikäferflugjahr haben wir in diesem Jahre zu erwarten. Maßnahmen zur Vertilgung der Käfer sind geboten. Auch Gespinnstmotten und Raupen sollen massenhaft auftreten. Es ist daher zu raten, sofort mit dem Reinigen der Bäume und Hecken zu beginnen. 4- Grimberg, 24. April. Der Vorschußvereiu Grüuberg, der etwa 1000 Mitglieder aus hiesiger Stadt und den umliegenden Ortschaften zählt, hatte im Jahre 1900, seinem 38. Geschäftsjahre, einen Gesamtumsatz von 6176 000 Mk. zu verzeichnen. Das Stammguthaben der Mitglieder beträgt 185 400 Mk., und der Reservefonds ist auf 28 334 Mk. angewachsen. Bon dem Reingewinn, der sich auf 12 928 Mk. beläuft, sollen auf Vorschlag des Vorstandes und AuffichtSrateS 5i/a Prozent Dividende au die Mitglieder ausgezahlt werden, dem Reservefonds 2400 Mk. und dem Spezial-Reservefonds 860 Mk. zufließen. 8. Grimberg, 24. April. Der Ausstellung des Vogelsberger Geflügel- und BogelzuchtvereinS, die am 17.—19. Mai in Hamels Garten abgehalteu wird, kann man, den Vorbereitungen nach zu urteilen, ein gutes Gelingen zusprechen. Anmeldungen zur Ausstellung sollen schon zahlreich erfolgt sein. Zu Preisrichtern find Fachmänner ersten Ranges gewonnen. Außer den Geldpreisen kommen auch Ehrenpreise zur Verteilung. Sonntag, 19. Mai werden am Tage die Besucher durch Konzert und am Abend durch Brillant-Feuerwerk erfreut werden. Schotte^, 24. April. Die Bahnstrecke Schotten— Nidda führt bekanntlich durch die Orte Rainrod, Eichelsdorf, Oberschmitte« und Kohden. Der Verkehr ist dadurch auf der stark frequentierten Straße nicht nur beengt, sondern es ist auch manche Gefahr für Menschen und Vieh vorhanden. Wie verlautet, geht die Eisenbahn-Direktion nun mit dem Plane um, die Bahn, wenn möglich, aus den Orten herauszulegen. Zu diesem Zweck finden schon seit einiger Zeit Vermessungen statt. Büdingen, 25. April. Die Frauen und Jungfrauen der Stadt haben der Prinzessin Thekla zu Isenburg ein Hochzeitsgeschenk gemacht. Heute flesen wir im »Büd. Allg. Anz." folgende Danksagung: Das wunderschöne Hochzeitsgeschenk der Frauen und Jungfrauen von Badingen hat mich so sehr erfreut und möchte ich, da eS mir leider nicht mehr möglich ist, jeder einzelnen persönlich zu danken, auf diesem Wege allen gütigen Geberinnen aussprechen, welche große Freude fie mir damit bereitet haben. Ich danke Ihnen Allen von ganzem Herzen und bitte, mir ein fteundliches Andenken zu bewahren, wie auch ich mit größter Dankbarkeit und Liebe immer meiner Vaterstadt und ihrer lieben Bewohner gedenken werde. Thekla Prinzessin zu Isenburg und Büdingen. Sch. Darmstadt, 24. April. Wegen Wechselfälschungen in großem Umfange wurde gestern der Fuhrmann G g. H i r s ch b e r g e r aus F ü r t h i. O. festgenommen und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Er hat die Wechsel auf den Namen seines Backsteinliefe-- ranten gefälscht, in Umlauf gesetzt und auch wieder selbst auf der Post eingelöst. Anscheinend hat er noch Mitschuldige. Auffallend war für die Einwohnerschaft schon lange, daß sich innerhalb kurzer Zeit H. sehr in die Höhe arbeitete und zuletzt sogar fünf Pferde besessen hatte. - H. ist 33 Jahre alt und verheiratet. Bis jetzt sollen ca. Mk. 20000 Fälschungen entdeckt sein, doch ist eine genaueUeber- sicht noch nicht zu machen. — Der Abg. Köhler- Lanas- dorf hat an die Zweite Kammer einen Antrag betr. die Regelung der Gehalts-Einkommen und Altersversorgung der Orts- und Poli^eidiener betr., einge- reicht, der verlangt: Regelnng der Gehalte der Orts-, Polizei- und Ortsgerichtsdiener entsprechend der Gehaltsregelung der staatlich bestätigten Forstwarte; Vereinigung der Pensions- und Hinterbliebenen-Versorgungskasse der Forstwarte mit einer zu gründenden Kasse für die genannften! Gemeindediener. - Der freiwillige Erziehungsbeirat für schulentlassene Waisen und sonstige einer Fürsorge bedürfende Kinder hielt heute unter dein Vorsitz von Fräulein Lilly Wolfskehl im Rathaussaale hier seine dritte Hauptversammlung ab, in der Rechnungsrat Hölzinger die Rechnungsablage und den Rechenschaftsbericht des Geschäftsführers vortrug, aus dem die stetige Entwickelung des Vereins und die praktischen Resultate zu ersehen waren. Die Ersatzwahlen, sowie die beantragte Eintragung des. Vereins in das Vereinöregister, sowie die damit zusammenhängende Satzungsänderung fanden keine Beanstandung. Darmstadt, 24. April. Der Großherzog begab fich heute nachmittag zum Besuche der Prinzessin Ludwig von Battenberg nach Schloß Heiligenberg bei Jugenheim. Offenbach, 23. April. Wir lesen im sozialdemokratischen „Offenb. Abendblatt": „Herr Hirschel, der Redakteur des hier erscheinenden antisemitischen Organs, hat in einer Versammlung zu Hungen nach der „Mitteld. Sonntagszeitung" die städtischen Arbeiter als „A b s ch a u m der Bevölkerung" bezeichnet und erklärt, sie lebten herrlich und in Freuden, was er aus Inseraten des „Offenb. Abendbl.", in denen Wirte ihre Lokalitäten empfehlen, „beweisen" wollte. Herr Hirsche! wandte sich auch dagegen, daß man durch das neue Wahlgesetz dem „Lumpen- z e u g", das nach Hessen zugezogen sei, das Wahlrecht geben wolle. Mit dem „Lumpenzeug" meinte der antisemitische „Volksfreund" die Arbeiter. Daß er selbst noch gar nicht so lange hier zugezogen ist, hat natürlich (einerlei Einfluß auf sein Urteil über das „Lumpenzeug". Schließlich hat Herr Hirsche! auch noch behauptet, daß Offenbacher Fabrikanten die Sozialdemokratie „unterstützten". Als unser anwesender Genosse Vetters von Gießen von Herrn Hirschel verlangte, daß er Namen nennen sollte, schwieg derselbe. Wir fordern deshalb den Herrn Hirschel an dieser Stelle ebenfalls auf, uns die Namen der Fabrikanten zu nennen, welche die Sozialdemokratie „unterstützen". Thut er das auch jetzt noch nicht, so beweist er damit, daß er eine grobe Unwahrheit gesagt, eine Verdächtigung ausgesprochen und sich damit selbst gerichtet hat." -k- Mainz, 24. April. In Anbetracht des langen strengen Winters haben die hiesigen Sozialdemokraten beschlossen, in diesem Jahre von einer größeren Maifeier abzusehen. Sie beschränken fich darauf, in einem kleine» Lokal eine Versammlung abzuhaltcn, und am Nachmittag einen Ausflug nach einem benachbarten Dorfe zu machen. *ii«6 8 (i6t e« Tag d 9*"JL 24. äs-?- hdte Veranlassung- von ooo brwnbaMreiben bem s°5 Ä '^^Mendurg, 2 Frohnhausen br ; Lohnhäuser ui sorgten für Sr°^ - meine Ämtu Mao weilte der nett Traber, m ® J valrrMe Mit \ praä) sich in anerle Iefferen M den •In! 15. 3Rc: d. Ji Reichsbankstelle in (teile mit Schnei ^öffnet werben. - beschlossen, eine Str die Zahl der Stadt ititfltn. Lon den f Kainz, Offenbach, L -ard ist nun auch ahritziu BootSunglüc qlkbtt des Verbau nahmen an der Tr erschoß stch in Os uni Der Lehrer f bitrgerschule. Ihr m R In btt heutigen € Baumann zu ihm geh ur 8000 Mk. sreizumach -Ntnb aut, habe aber t P* Der Priiflben! linbniß abzulegen, und jit schwerste Serur/fi/un, rzt |U haben; er habe ! t wolle sie auch mchl wc Näanroalt Rt, Schimmel und Lindem YnMicher Mehr Wtatoti W. Der ’ London, 2 Nch die Nachricht ül 2ladt Leith. Die m nordwestlicher M Regierung beru £uaW*; sie ei Negierung macht , Rom, 24. 9 r,um6 haben ein E ?! * Nonen rst o-ch in s i-t. ^"Ulvarde «ass „hÄ ichen soll10 ble Venenni SÄ®!1 ZSZ!! »vb^ ^lz 2,2 1 Am rtzsK '«tiS;, « biefe. , ^Nllguilg ber kR "Ä;“£ iD*S« er Qu/J^^erein rL-s afiK Reservefonds SW M Ntitfitn. Rettung de- Vogels, NWa Mtb, ton* Ä tin ÖUte« «t. «u«Munö sollen schon ler£ M MÄ cn Geldpreisen fommen »«* 19. Mal 5 1 Uttb am Abend dn«h ^strecke Schotten- Orte Raimod, Sichel-. )er Verkehr ist dadurch W nur beengt, soudm M und Vieh vorhanden. Erektion nun mit dem glich, aus den Orten Den schon seit einiger ien und Jungftauru der ietla zu Zsenburg e mit im M « Frauen und Zungftaei! möchte ich, di ei mir Wkr nlich ju danken, auf tetir welche große Fnick /?/ an len non gMM ittyx und bewahren, wie N ich mit r Baterstadt uii ihm lieben bürg und flübinitn. il. Wegen Wechsel- wurde gestern der Fuhr' rthi.O. sestgenommn .sgesängms eingeliesen. ien seines Bncksteinlief^ unb and) wieder selbst mb/ bat er noch Mit- Anwohnerschaf/ schon it h. sehr in die hohe erde besessen W- - 1 W M Ken ca. »och ist eine genauerer' :Abg.Köhler-Lanatz- unen Antrag bett' die immen und Alters- olizeidiener bett., ernge- • Malte der Orts-, > *» der S-h-lM-S- roarte; Vereinigung der orgungskasse der Forst' Alse für die genannten mqe Erziehung^' und sonstige eines e unter dem Borfly,^ Aathanssaale hier »ML jnif' v' , gf.eriog brgab M ’S'* • t i-i 3«Äolt» li mM»01 yeinitiw &>* naif^t «■ zbjch»"" eitet aß»“ i W und cin” st'„eff* SK.S "T dbft fiiniWi ipenzeug. ^kfenbacye MD ind 'w la"?" !ÄS ?■* Ja der Versammlung wird der Abg. David über die Be neutung des 1. Mai sprechen. In einer Publikation über die Maifeier heißt eS, daß sich alle Arbeiter an den Ber anstaltungen beteiligen werden-, denen die Möglichkeit gt- gebe» ist, den Tag durch Arbeitsruhe zu feiern-. Mainz, 24. April. In der heutigen Sitzung der ©tabt 'erordneten teilte der Oberbürgermeister mit, daß das Ministerium das Statut über das Verbot der mecha nischen Musikwerke (vom 1. Januar 1902 ab) genehmigt habe. — Die Errichtung eines Denkmals für ber verstorbenen Baurat Srey ßig gab zu einer längeren De batte Veranlassung. Schließlich genehmigte die Versammlung zu der bereits vorhandenen Summe von 15000 Mk. einen Zuschuß von 10000 Mk., ferner 1000 Mk. für ein Wett i'ewerbauSschreiben und bestimmte, daß das Denkmal auf dem sog. englischen Garten, zwischen Neubrunnen- und Bopp straße, errichtet werde. — Für die Regulierung von Straßen im Rechnungsjahr 1901/02 wurden 50000 Mk sjenehmigt. G- Dillenburg, 24. April. In dem benachbarten Dorfe Frohnhausen brannten in der vergangenen Nacht '6 Wohnhäuser und 3 Scheunen ab. Die Strohdächer sorgten für Brandmaterial. •• Meine Mitteilungen anl Hessen und be» Nachbarstaaten Montag weilte der Direktor der Gießener Gewerbeschule, Herr Traber, in Grünberg, um die Leistungen der Hand »rrkerschule einer Prüfung zu unterziehen. Herr Traber prach fich in anerkennender Weise über den Umschwung zum Besseren aus, den die Leistungen der Schule aufwiesen. — Am 15. Mai d. IS. wird in Lauterbach eine von der Reichsbankstelle in Fulda abhängige ReichSbankneben stelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. — Nachdem vor kurzem die Stadt Mainz beschlossen, eine Straße nach Gabelsberger zu benennen, ist die Zahl der Städte mit Gabelsbergerstraßen auf 54 ge stiegen. Bon den 54 Städten befinden sich 3 in Hessen: Mainz, Offenbach, Worms. — Auf dem Kirchhofe zu Boppard ist nun auch die Leiche des letzten Opfers des vor .ihrigen Bootsunglücks bei Bingen gebettet worden. Mit glieder des Verbandes der katholischen Studentenvereine «ahmen an der Trauerfeier teil. — Dienstag nachmittag erschoß fich in Offenbach in einem Anfalle von Schwer- mnt der Lehrer Fritz Görisch von der 1. Mädchen- dlirgerschule. Der neue Elberfelder Mi1ardefreilmgs.Proreß. XL Elberfeld, 24. April- In der heutigen Sitzung bekundete der Fabrikant Elscheidt, daß Baumann zu ihm gekommen sei und ihm angeboten habe, seinen Sohn ilr 8000 Mk. freizumachen. Baumann sagt, er kenne den Zeugen von 3ugenb aus, habe aber niemals über Militärangelegenheiten mit ihm gebrochen. Der Präsident ermahnt Baumann sehr eindringlich, ein Ge- ländnis abzulegen, und sagt: „Sie fordern durch ihr Verhalten mutwillig oie schwerste Berurteilung heraus/ Baumann erklärt, die Wahrheit gesagt zu haben; er habe keine Veranlassung, die Militärärzte zu entlaßen; art näckigkeit auf Einstellung bestimmter Positionen, daß Hicks Beach seine Demission an bot. Chamberlain riet, die Demission anzunehmen. Salisbury und Balfour waren Ärt. Die Opposition gegen den Kohlenzoll ist seitens nservativen so stark geworden, daß eine Niederlage der Regierung droht. Im Hinblick darauf, schlägt Chamberlain jetzt vor, das Kabinett solle demissionieren, das Parlament aber nicht aufgelöst werden. Die Folge davon würde sein, daß die widerspenstigen Konservativen sich wieder auf Seiten der Regierung sammeln würden. W. Tienlfin, 25. April. In Schanghaikwan fanden eng lische Soldaten 19 vergrabene Geschütze. Eine Abteilung englischer, französischer unb japanischer Mannschaften grif eine Bande chinesischer Ränder an, und zwang sie, sich zurückzuziehen. Die Bande wurde jedoch nicht vollständig geschlagen. Mehrere Soldaten find verwundet und einige Chinesen getötet. Bon», 24. April. Um 10 Uhr verließ der Kaiser mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Adolf von Schaumburg- Lippe den Kommers. Die Musik spielte das Preußenlied. Der Kultusminister und der Rektor verblieben noch einige Zeit. Der Kommers nahm weiter einen fröhlichen Verlauf. Görlitz, 25. April. Das Schwurgericht verurteilte in London, 24. April. Wie das Reuter'fche Bureau a»S CaracaS meldet, ist der Ausfuhrzoll auf Kaffee aufgehoben, während die Einfuhrzölle am 1. Mai auf 12 pCt. erhöht werden. L«ndon, 25. April. (Lloydmeldung.) Ein amerikanischer Schooner und ber deutsche Dampfer „Manhattan-, nach Savona bestimmt, stießen bei Philadelphia zusammen. Ersterer sank. Der „Manhattan" onnte die Reise fortsetzen. Wie», 25. April. Der sozialpolitische Ausschuß beS Abgeordnetenhauses beendigte die Beratung des Gesetzes, ictreffenb Abkürzung der Arbeitszeit im Kohlen- lergbau, und nahm, trotzdem fich der Regierungsvertreter gegen die Fassung ausgesprochen hatte, mit 15 gegen 11 Stimmen den Antrag Schulmeier an, wonach ausnahmsweise die Bewilligung einer längeren als durch das Gesetz normierten Schichtdauer nur mit Zustimmung des Arbeitgebers und des lokalen Arbeiterausschusses zulässig ist. Turin, 25. April. Gestern abend fand Cercle zu Ehren der deutschen Militärdeputation statt, woran bet Herzog von Aosta, die Generalität und eine große Anzahl Offiziere teilnahmen. Yokohama, 25. April. (Reutermeldung.) Der japanische Gesandte in Soeul hatte bei dem Kaiser von Korea eine Audienz. Gegenstand des Gespräches war die neue koreanische Anleihe. — Die EntschädigungSforderung Japans an China übersteigt nicht 4 750000 Pfuud Sterling. Schisssnschrichtei» Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch bin Agenten Carl Loos. Bremen, 19 April. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Doppelschrauben-Postdampfer „Hannover", Kapitän I. Jantzev, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr morgmS wohlbehalten in Baltimore angekommm.! Der Postdampfer „Zeelond" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist lant Telegramm am 22. April wohlbehalten in New-Park angekommen. Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Bonn- und Feiertagen 20 Pfg. Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße». 8 3 April 748,6 747,9 745,5 5,3 5,6 6,9 24, 25 25. + 12,2 + 8.2 4- 17,8 50 69 39 E. NE. 2 e w 9« 7“ 2« tio if Höchste Temperatur am 23.-24. April Niedrigste , „ , „ Wetter 4 Sternh. Himmel 2 Sonnenschein 4 + 19.40 0. 4- 5.00 c. Ttieptaewbeeher Uareberieht. Frankfurt, den 25. April. 8 August 1901 an hiesiger Stelle anzubringen. 3163 Coblenz, den 23. April 1901. Königliches Amtsgericht IV. FmMMkitt Eine Spezialfabrik für Telephonapparate sucht in Gemeinschaft mit besteh. Jnstallationsgeschäft durch zu gewährende finanzielle Unterstützens Eiusüdrung risi^olosen, hochrm- tablen Artikels. 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Februar 1901 für Recht erkannt: Der Privatbeklagte Paul Albert Julius Listowsky, ge- boren am 9. Oktober 1865 zu Friedland in Ostpreußen, verheiratet, evangelisch, Redakteur, zu Frankfurt a. M. wohnhaft, ist schuldig der Beleidigung im Sinne der §§ 185, 186, 200 Reichsstrafgesetzbuchs und wird dteserhalb zu einer Geldstrafe von einhundcrtundfünfzig Mark, die int Falle der Uneinbringlichkeit mit 15 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, sowie zu den Kosten de» Verfahren» einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. Dem Privatkläger wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil de» Urteils binnen 4 Wochen nach der Zustellung einer Ausfertigung des Urteil! je einmal in dem zu Frankfurt a. M. erscheinenden Frankfurter General - Anzeiger smd in dem Gießener Anzeiger auf Koften de» Privatbeklagten »ffentlich bekannt machen zu taffen. 8162 Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbar- leit des Urteil» bescheinigt. Gießen, den 23. April 1901. (L.8.) Orth, Gerichtsschretber des Großherzogl. Amtsgerichts F- b. A.: Dr Spobr, Rechtsanwalt I 8000 IM. auf erste Hypothek auf HauS in einem Dorfe gesucht. Offerten unter Nr 01620 ai die Expebition bi-seS Blatte» IMF 6. M# 6000 Mark auf sichere zweite Hyvoth k gejuckt. Offerten unter W 01580 an die ©rpebition bieseS BlatteS. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. sos? Heute und worgeu: Schftsflrisch 35 pfg. Stierßtjsch 35 pfg. Schwemkfteisch 35 pfg. für Milte rc. Großer Kosten Messer u. Gabeln unter Einkaufspreis. Großer Posten Gartenmöbel billigst. 01628 st. (. 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