ÄS bad. Ohe ” lnUtt6 N MM? Se-W? ?.** Cfa„ lnl, *Ü™*4w “ fien für hiesiges Engrc; gefuLt. Offerten unter a 2 an die Expedition d. A Wrr Stelle sucht, Verlag »Allgemeine Jakonten.Llfte" irsch Verlag, Raunheim, !*«* im Älter von U W M" 16 Zähren, tagSübn reltttweg 12, h 6m lunger, icinW nädchrn in sehr kleinen M >fueres, fteundltcheS M-c einzelner Dame baldigst M. Weber, Frankltrtzrr: I für d. weither^ niB!lä0.fflöhlenauer uiVu Holz-Rouleaux —— Jalousien etc, l«re bei hoher Prorision überall hin. Sänke, Botgöhlenau Friedlaed, Bez ßr,.^ Pfeevetnecht gesucht, 1 Mter, hamMahe 5. iiSTttS SSSÄ Shetriaiwy! UtfÄPß Ägfes> chM> pllh. Dreh»' ktadt 55.^^-^ W c, Mn MM MM Qtt VeschWgung. Tksi C’ z K 0246 an die TM Branche kundig, sucht 6tt.- 1. April. Cnerten u. * « 46 an die Expedition, d.» Nr. 22 Zweites Blatt. Samstag den 26 Januar 151. Jahrgang 1901 MehenerAnzeiger Heneral-UHeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsftellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, Zeilenpreis: lokal 12 Ps„ auswärts 20 Pf. Bezugspreis »ierteljährl. Mk. 2Ltz monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1.99 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk 2.— viertcljährl. ohne Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 16 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamikienblätter werden dem Anzeiger tat Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde* wöchtl. 4 mal beigelegt. Aints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieszen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hestische UalKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger 6le|ta. Femsprecher Nr. 5L Zum englische« Thronwechsel. lieberbie Proklamierung König EdwardsVII. wird aus Loudon berichtet: Trotz des trüben Wetters sammelte sich morgens eine ungeheure Menschenmenge vor Cem St. James-Palast an, um die formelle Proklamation mit anzuhören. Um 9 Uhr erschien der Herzog von Norfolk mit Herold und Trompeter auf dem Balkon. Nach einem Lrompetentusch wurde die Proklamation von einem Herold verlesen, der zum Schluß laut ausrief: „Gott erhalte den König", in welchen Ruf die Menge einstimmte. Nach einem weiteren Trompetentusch zogen sich die Herolde zurück, um an verschiedenen anderen Stellen die gleiche Ceremonie zu vollziehen. Der Herzog, der ein prächtiges rotgoldenes Gewand trug, sowie die ebenfalls in prachtvollen Kostümen gekleideten Herolde wurden von Leibgarde eskortiert. Das Londoner Amtsblatt veröffentlicht den Wortlaut der Rede, die König Edward im Geheimen Rat hielt und die folgendermaßen lautet: Niemals werde ich unter schmerzlicheren Umständen eine Rede an Sie zu richten haben. Ich habe zunächst die traurige Pflicht zu erfüllen, Ihnen den Tod meiner geliebten Mutter, der Königin, mitzuteilen. Ich weiß, welch tiefen Anteil Sie, die ganze Nation, ja ich glaube nicht zu weit zu gelten, wenn ich sage: die ganze Welt an meinem unersetzlichen Verluste nehmen, der uns alle trifft. Ich glaube wohl kaum zu sagen, daß ich mich stets bemühen werde, ihren Fußstapfen zu folgen. Indem ich jetzt die mir zufallende schwere Aufgabe übernehme, bin ich fest entschlossen, ein konstitutionellerHerr- s ch er im st r en g st e n S in n e des Wortes zu sein und für das Wohl und die Fortentwicklung meines Volkes thätig zu sein. Ich habe mich entschlossen, den Namen Edward anzunehmen, der bereits von sechs meiner Vorgänger getragen wurde. Hierbei unterschätze ich nicht den Namen Albert, der von meinem stets betrauerten großen und weisen Vater geführt wurde, der, wie ich glaube, mit allgemeiner Zustimmung, unter dem Namen Albert der Gute bekannt ist und dessen Name, wie ich wünsche, allein dastehen soll. Zum Schluß gebe ich dem Vertrauen Ausdruck, daß mich Parlament und Nation bei der Erfüllung der mir als Thronerben zufallenden schweren Pflichten unterstützen werden, denen ich mit ganzer Kraft den Rest meines Lebens widmen will. Die Leiche der Königin ruht auf einem Bett, das in der Mitte des Zimmers steht, zur Hälfte mit einer weißen seidenen Decke zugedeckt. Ein weißer Schleier, gleichfalls von feinster dünner Seide, der aber das Gesicht durchscheinen läßt, liegt über dem ganzen Körper. Das Zimmer ist mit Pflanzen und Palmen geschmückt, während auf dem Bett weiße Blumen ausgestreut liegen. Zu Häupten des Bettes ist ein silbernes Kruzifix angebracht und dicht daneben steht ein Bild des Prinzen Albert. Bilder aus der Bibel schmücken die Wände. Eins davon stellt den barmherzigen Samariter dar. In Cowes ist alles ruhig, obwohl die Stadt mit Fremden aus London voll ist, die herbeigeeilt sind, um die Königin zu sehen. Kaiser Wilh elm sieht man sehr wenig. STur manchmal macht er kurze Spaziergänge mit den Prinzen. Er begiebt sich von hier nach Windsor. Nach einer Meldung aus London war, als Kaiser Wilhelm ankam und an das Krankenlager der Königin trat, das Bewußtsein derselben etwas umschleiert und es s ch i e n i h r, als sei ihr Schwiegersohn Kaiser Friedrich zu ihr gekommen. Der Kaiser sagte jedoch sanft und liebevoll: „Nein, nein, ich bin es. Dein Enkel Wilhelm." Diese Worte schienen die Königin zum Bewußtsein zurückzubringen. Im Falle, was wahrscheinlich ist, der Kronprinz nach England reist, dürfte er, der „Kreuzztg." zufolge, seinen Vater bei der Beisetzung der Königin Viktoria vertreten. Der Kaiser bleibt wahrscheinlich nicht so lange in England. Nach demselben Blatte verlautet über den nunmehrigen König Edward VII. in sonst gut unterrichteten Kreisen, daß dessen Beziehungen zu Kaiser Wilhelm in den letzten Jahren erfreulich an Wärme und Innigkeit zugenommen haben. Man weiß auch, daß der bisherige Prinz von Wales — freilich in den durch die englische Verfassung gezogenen Grenzen — sich mit politischen Angelegenheiten beschäftigt und einen entsprechenden Einfluß ausgeübt hat. Er ift, so führt die „Kreuzztg." weiter aus, also keineswegs das unbeschriebene Blatt, als das man ihn in der Oeffent- lichkeit so gerne bezeichnete. In den letzten Lebensjahren seiner jetzt verstorbenen Mutter hat er nicht nur die repräsentativen Pflichten in erweitertem Umfange ausgeübt, er hat auch in den politischen Fragen durch Anknüpfung mit den maßgebenden Persönlichkeiten sich orientiert. Zweifellos seien ihm die gerade jetzt am Ruder befindlichen Staatsmänner sympathischer, ebenso wje sie auch der Königin Viktoria näher gestanden haben, als ihre politischen Gegner. Das dürfe freilich den König nicht hindern, ganz im Sinne seiner verstorbenen Mutter, die wechselnden Ministerien! stets in Betracht zu ziehen. An der Börse versucht man, über die Folgen der Regierungsveränderung in England unfruchtbare Bemerkungen zu machen. Denn, auch den starken Familieneinfluß der dahingeschiedenen Königin, als ins Gegenteil umgeschlageu anzusehen und hieran Befürchtungen für die Politik zu knüpfen, ist Kannengießerei. Wirklich bedeutende Fragen der auswärtigen Politik konnten niemals auf dem Wege von Kabinetteinflüssen erledigt werden, es waren dies nur immer Begleiterscheinungen, wie sie beständig zwischen den verschiedenen Höfen, resp. den mit einander befreundeten Fürsten stattfinden. Augenblicklich kann es sich ja auch nur um die Transvaalfrage handeln, und es wäre mehr' als grobe Unwissenheit, anzunehmen, daß in einer Angelegenheit, in der das englische Volk einmal eine Machtfrage sieht, irgendwelche Verschiebungen in der Herrscherpersönlichkeit etwas ausmachen könnten. Während ihres ganzen langen Lebens ist die verstorbene Königin nicht in der Lage gewesen, Angelegenheiten, die dem Interesse Englands entgegenstehen, anders als im Sinne der öffentlichen Meinung zu entscheiden. Selbst ihr so viel berühmter Einfluß bei Verhütung einer Intervention wegen Schleswig-Holstein ist, bei Lichte besehen, sehr einzuschränken. Man hat daher vor allem wegen der Entwickelung der Transvaalfrage kein Recht, weitgreifendere Kombinationen an die Thronbesteigung des neuen Königs zu knüpfen. Aus Paris wird gemeldet: Die s r a ck z ö s i s ch e Regierung wird sich beim Leichenbegängnis der Königin Viktoria durch eine Abordnung des Militärgefolges des Präsidenten Loubet unter Führung des Generals Dubois vertreten lassen. In einer Beratung kamen die Vorsitzenden beider Kammern überein, daß aus den Reihen der Senatoren und Abgeordneten heraus die Aufhebung der Sitzung Hießener Stadttheater. Niobe. Schwank in 3 Akten von Harry und E. A. Pa ul ton. An die „Biermimiken" meiner Studentenzeit erinnerte mich diese zu neuem Traumleben erwachte „Niobe", an die schlichen »Tage, da wir, triefend von gymnasialer klassischer Philologie, unter abenteuerlichen Witzen den Olymp hinab, den HaoeS hinauf auf die alkoholfeuchte Erde führten, als ebenso strebsame Schüler Otto Ribbecks wie als maßlose Verehrer Jacques Offenbachs. Damals schilderten wir den Lamps zwischen Ideal und Leben recht mit bewegter Seele. Schade, daß wir diese Ausgeburten unserer Bierphantasie damals nicht litteraturfähig machten, wie es in den letzten Lagen Harileben, Bierbaum u. a. gethan haben; vielleicht hätte das damals schon, in einer Epoche längst vor „Charleys Tante", Epoche gemacht. Der klasfizierende Witz der Herren Paulton aus London oder Manchester und des Herrn Dr. Blumenthal aus Berlin ist nicht sehr stark und die Form der englisch-deutschen Parodisten monoton. Niobes Rede müßte schwingen und schweben in allen Versmaßen, „und sie bewegt sich doch" nur in allzu gleichförmigen fünffüßigen Jamben. Diese „Niobe" scheint mir als eine Art Anti.„Hannele" gedacht. Wenigstens Blumenthals Uebertragung und Hauptmanns Dichtung mS demselben Jahre 1893. Ich fasse „Niobe" als ein parodistisches Traumstück für Heiterlinge auf. ES steht in ähnlichem Verhältnis zu den Offenbachiaden wie Hauptmanns »Schluck und Jau" zu Shakespeares „Bezähmter Wlder- spellstiger". Herr Dünn, ein Versicherungsagent, hat Albdrücken, Gewissensbisse und eine böse Schwägerin, die ein volles Dutzend grantiger Schwiegermütter auswiegt. Das Albdrücken dürfte von einem überreichlich feuchten Abend und die böse Schwägerin von seiner Heirat kommen. Näheres darüber nfihren wir nicht; die Gewissensbisse aber hat er als Ge- MftS- und Ehemann. Um einen Riesenpreis hat er die niweincnbe Niobe", eine kostbare antike Statue, für einen reichen Lord versichert, der sonderbarerweise nur für mar tnoicne Weiber schwärmt. AuS Furcht vor Schaden und Dieb Ml hat er das Werk in seine Wohnung genommen, wo die klassische Dame im leichten Gewände bei Weib, Magd, Dich »n8> allem, was sein ist und nicht sein, Anstoß erregt. Der Load hat ihm von der Sage erzählt, nach der die Niobe rersteinte, wie weiland Lots selige Ehefrau zur Salzsäule er-' starrte. Mr. Dünn hat keinen Sinn für Antike, er liebt die Erfindungen der Neuzeit und läßt gerade sein Haus mit elektrischem Licht versehen. Auch um den Fuß der Statue hinter dem Vorhang ist der elektrische Draht geschlungen. Seine Familie fährt ins Theater, Herr Dünn entschlummert auf einer Ottomane und bekommt Albdrücken. Eine sanfte Musik — das Traumspiel beginnt. Niobe, die Statue, belebt sich; sie, die einst dem Zorn der Himmlischen ein Ziel war, steigt, durch den elektrischen Funken auferweckt, von ihrem parischen Marmorblock herab, tritt in die Stube des Citybürgers zu London und wundert sich über nichts mehr, als daß des Hauses hoher Gebieter Hosen trägt! Dann huldigt sie ihm als hohem Herrn, verlangt, daß man ihr ein Bad rüste, und entlüftet sich darüber, daß in London nicht die Gesetze Thebens gelten, die dem Mann zwei Ehefrauen gestatten. Wir sind seit Bellamy und Eugen Richter das VorauS- blicken in kommende Zeit mehr gewöhnt als Parallelen mit der grauen Vergangenheit. Mistreß Niobe schaut zurück und vergleicht ihre Zeit mit der Gegenwart, d. h. leider nur ein paar handgreifliche Aeußerlichkeiten. Immerhin finden sich manche kleinen Einfälle belustigender Art über den Schwank ausgestreut. Ein Radfahrer ist ihr der aus der Unterwelt heraufgekommene Jxion, als Bacchanten erscheinen in ihren Augen bie Kümmelbrüder der Straße usw. Unter derartigen geschmackvollen Ein- und Ausfällen spielt sich ein ziemlich harmloses Ehestandsdrama ab. Die 14kindrige antike Schmerzensmutter stiftet in dem sweet home der englischen Familie alle möglichen Verwirrungen an. Trotz des Götterzornes will sie im neuen Leben lieben. Peter Dnnn aber ift ein Peter, wie er petriger unmöglich ist. Als Schwert des Damokles schwebt über ihm seine orestestch furienhafte Schwägerin. In seiner qualvoll fürchterlichen Enge gibt Dünn die Niobe für die erwartete Gouvernante auS; sie wird in moderne Gewandung gesteckt und muß auf alle möglichen Kreuz- und Querfragen Antwort stehen. In diesen Partien tritt die satirische Absicht ganz in den Hintergrund und dem Schwank wird sein tollstes Recht. Während Niobe ihre Sprache nach der Rhythmik des Sophokles stilisiert und sich in den edlen Maßen der Antike bewegt, kann man ficb etwas Platteres und Hausbackeneres als das Gebühren und die Redeweise des guten Herrn Dünn nicht denken. Weffen Empfindungsweise noch ein bischen auf die „Götter Griechen lands" gestimmt ist, den muß bei den grotesken Kontrast- spielen Wehmut überschleichen, wobei er allerdings aus dem Lachen über die unglaubl'che Narretei nicht herauskommt. Da nun der Lord seine Statue von Dnnn verlangt und dieser ihm statt der stummen Niobe nur eine lebendige Gouvernante in die aristokratischen Arme zurücklegen kann — da hört das Alpdrücken auf und der Versicherungsagent kann sich davon überzeugen, daß bie „würdig Schreitende" statt auf den „Zinnen des Palastes", noch am rechten Orte sich befindet. Schließlich verabschiedet sich Niobe mit ein paar graziösen Versen von dem Publikum. Dem Schwanke liegt eigentlich ein köstlicher Einfall zu Grunde: Zwei litterarische Moden werden auf die Pritsche des parodistischen Humors gespannt, das Spielen mit archäologisch-antiquarischem Kuriositätenkram ü la Ebers, Hamerling und Konsorten, und das Traum- und Märchenstück L la Hauptmann, Rostand rc. Aber er erfordert, wenn er ge- geschmackvoll wirken will und nicht als Farce, ein außerordentlich graziöses Spiel, ein Schweben in sapphischen Rhythmen während des ganzen Schlafwandels. Traumhaft abgedämpft könnten die fürchterlichen Banalitäten wohl als Karikatur von echter Künstlerschaft gelten. Ein Gast aus Berlin, Frl. Thea v. Gordon, gab gestern bei uns die Titelrolle. Wir bewunderten die entzückende körperliche Plastik, die dieser verwegenen Renaissance antiker Formengebung daS wirkungsvollste Relief gab. Der alte Homer hätte ihr daS schöne schmückende Beiwort „ßaWXroc“ gegeben. Wir wunderten uns ferner über bie vollkommene Unbefangenheit, mit der sie die Situation gewissermaßen als etwas Selbstverständliches hinnahm, wir waren erstaunt, mit welcher unvergleichlichen Grazie sich bie 3000 jährige Niobe hineinfand in die moderne Gewandung. Frl. v. GordonS anfänglicher Versuch, das Griechentum mit Ernst zu tragieren, scheiterte leider früh an der mangelnden Glätte deS Zusammenspiels. Den reichen Applaus, den man her schönen Darstellerin spendete, verdoppelte ihr reizendes Lächeln, mit dem sie bie ihr huldigenden Beifallsspender lieblich lohnte. Herr Helm schaute, um mit unserem feuchtfrohen Freunde Datterich zu reden, mit sehr erheblich „geistmäßige Aage" in die Traumwelt DunnS Man merkte diesem Niobiden leider bufl aus heftigem Trankopferfrohsinn entstandene Albdrücken in weit größerem Maße an, als der schwerste Zechertraum es hätte rechtfertigen können. Gegen diesen Dünn wäre ein Offenbach'scher MenelauS wie ein äschyleischer Prometheus erschienen. Frau Kruse brachte als alte Schraube das englische shoking zu wirkungsvoller Geltung. $err scher hatte nicht daran gedacht, daß dieser Marmorweibe - freund auch parodistisch genommen werden kann. . betr. Aenderungen der die erste Lesung beendet. Beratung der Anträge Rintelen zc. dem Reichstagsgebäude, die für den 1. April in Aussicht genommen war, ist neuerdings verschoben worden. Die Enthüllung soll erst Anfangs Mai unter großer Feierlichkeit vollzogen werden. Strasprozeßordnung fortgesetzt und die erste Lesung _________ Eine ganze Anzahl von Paragraphen wurden nach den vorgeschlagenen Aenderungen angenommen; ebenso wurden die Anträge auf Abänderung der Zivilprozeßordnung und bei Strafgesetzbuches, sowie die Übergangsbestimmungen in erster Lesung von der Mehrheit der Kommission gutqeheißen. Der Beginn der zweiten Lesung wurde auf den 30. Januar angesetzt. — In der XI. Kommission wurde heute die Beratung des Gesetzes über das Urheberrecht an Werken der Litteratur und der Tonkunst fortgesetzt. § 15 wurde in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Die §§ 16 und 17 erfuhren einige Veränderungen. — In der Budget- kommission haben zum Etat über den Reichsinvaliden- fondS die Abgg. Graf Oriola und Müller-Fulda einen Abänderungsantrag eingebracht. — Die Kommission hat heute die Beratung des Eisenbahnetats fortgesetzt und die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats bewilligt. Deutsches Reich. Berlin, 24. Jan. Aus Cronberg wird gemeldet: Die Kaiserin Viktoria Augusta traf heute nachmittag 4 Uhr wieder zum Besuch auf Schloß Friedrichshof ein und kehrte nach 5 Uhr nach Homburg zurück. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen haben heute die Reise nach Berlin angetreten. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung die Mitteilung des Präsidenten des Reichstages über den Beschluß des Reichstages zum Anträge des Abgeordneten Dr. Hitze und Genossen auf Herbeiführung gesetzlicher Bestimmungen für die Pflege des Friedens zwischen Ärbeil- gebern und Arbeitnehmern, weitere Ausgestaltung der Gewerbegerichte sowie die Vorlage betr. den Entwurf von Bestimmungen zur Ausführung des Gesetzes über die elektrischen Maßeinheiten den zuständigen Ausschüssen. — Die Enthüllung des BiSmarck-DenkmalS vor Aus Stadt und Land. Gießen, 25. Januar 1901. -o- Städtisches Aulehen. Die Stadtverordneten genehmigten gestern in nicht öffentlicher Sitzung die Ausnahme eines mit 4 Prozent verzinslichen An- — In der Wahlprüfungskommission des Reichs- tages wurde heute die Wahl des Abg. Graßmann (natl.) beanstandet. — In der Justizkommission wurde die Preußischer Landtag. Berlin, 24. Januar. Die Besprechung derJnterpellation Funck- Saenger (frs. Vp.) betr. die Verhinderung von Eisenbahn-Unglücks fällen wird fortgesetzt. Abg. Macco (nl.) spricht seine Ansicht dahin aus, daß an die preußische Staatsbahnverwaltung in Bezug auf Sicherbeitseinrichtungen höhere Ansprüche gestellt werden müßten, als an private Unternehmungen. Die Staatsbahn müsse vorbildlich in ihren Einrichtungen sein für andere. Bei der Staatsbahn zeige sich überall eine übermäßige Ausnutzung von Maschinen, Wagen 'und Personal. In Preußen sei man in dieser Beziehung weit hinter anderen Ländern zurück. Minister v. Thielen wendet sich gegen die Vorwürfe, die neulich der Abg. Saenger gegen die Staatsbahnverwaltung erhoben und die so unerhört seien, wie sie in diesem Hause noch nicht vorgekommen seien. . (Sehr richtig!) Er fordere Herrn Saenger auf, die Beweise für die Thatsachen, aus denen er seine Schlüsse gezogen, zu erbringen. Könne er dies nicht, dann müsse er sich den Vorwurf gefallen? lassen, daß er sich auf das Gebiet einer gewissen Presse begebe, welche die blödsinnigsten Beschuldigungen gegen die Staatsbahnverwaltung erhebt, so z. B. die, gegen Sachsen in geradezu verbrecherischer Weise vorzugehen, obwohl es bekannt sei, daß wir mit Sachsen im besten Einvernehmen lebten. Der Minister wendet sich dann noch gegen die Vorwürfe des Abg. Macco. Die Frage des elektrischen Be- trrebes werde unablässig studiert, und was den elektrischen Schleppbetrreb auf Kanälen betreffe, so werde diese Frage ficher gelöst sein, ehe die Kanäle gebaut seien. Abg. Fritzen - Borken (Zentr.) bezeichnet die Erklärungen "des Ministers für sehr entgegenkommend und verlangt im Interesse der Sicherheit Umbau der D-Wagen und Einführung der elektrischen Beleuchtung. Am Schlüsse seiner Ausführungen bittet der Redner den Minister, seine Aufmerksamkeit auch den Straßenbahnen zuzmvenden, die durch ihr schnelles Fahren immer gefährlicher würden. Abg. Felisch (kons.) findet die Ursachen des Offenbacher Unglücks in einer force majcur. Im übrigen tritt der Redner für eine sicherere Beleuchtung und für den Umbau der D-Wagen ein, die mit Notthüren versehen werden sollten. Abg. Daub (nl.) bezeichnet die Verhältnisse auf dem Offenbacher Bahnhofe als nicht gerade ideal. zum Zeichen der Trauer beantragt werden soll. Alle Minister schrieben sich persönlich beim englischen Botschafter ein, der augenblicklich in Südfrankreich weilt. Alle amtlichen Gastmähler und Empfänge sind bis nach der Beisetzung der Königin vertagt. * * ♦ Telegramme des «ieheuer Anzeiger-. Kiel, 25. Jan. Der Kaiser ordnete an, daß die Offiziere und Beamten der Marine anläßlich des Todes, der Königin von England auf 14 Tage Trauer anlegen. Die Kriegsschiffe verfahren am Beisetzungstage nach dem Trauer-Zeremoniell der englischen Marine. Die „Hohen- zollern"» und die „Nymphe" wurden auf der Fahrt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal durch Dicken Nehel aufgehalten und konnten daher aus Brunsbüttel ihre Fahrt nach England erst gestern nachmittag fortsetzen W ilh e lm sh afe n , 25. Jan. Die Panzer „Sachsen" und „Württemberg" und ein Kreuzer erhielten Befehl, am Montag nach England in See zu gehen. Sämtliche deutschen Kriegsschiffe im Auslande wurden telegraphisch angewiesen, aus Anlaß der Beisetzung der Königin von England Salut zu geben und halbmast zu flaggen. L o n d o n, 25. Jan. (Tel. d. G. A.) Der Tag der Bei - sietzung der verstorbenen Königin soll nunmehr auf den 2. Febr. festgesetzt worden sein. Lo n d o n, 25. Jan. Das hinterlassene Vermögen der Königin Viktoria wird auf 60 bis 70 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Davon sind 24 Millionen persönliches Eigentum und 20 Millionen vom Prinzen Albert hinterlassen, die beim Tode desselben nur 6 Millionen betrugen und seither sich auf 20 Millionen ansammelten. Die Lebensversicherungsgelder betragen bei den verschiedenen Versicherungsgesellschaften 20 Millionen Pfund. — Das Amtsblatt veröffentlicht eine Note, welche die Verfügung enthält, daß der Herzog und die Herzogin von York fortan den Titel C o r n w a l l i s tragen werden. — „Morning Post" ßufolge machen die Behörden große Anstrengungen, möglichst zahlreiche Kriegsschiffe in Cowes am Tage der Beisetzung zu versammeln. London, 25. Jan. König Edward fuhr um halb zwölf Uhr nach dem Viktoria-Bahnhof, von wo er mit Extrazug nach Osborne abreiste. Auf der Fahrt nach dem Bahnhof wurde er von der Volksmenge enthusiastisch begrüßt. In Portsmouth begab er sich sofort an Bord der „Alberta". In Osborne empfing Kaiser Wilhelm den König am Portal. Der Kaiser begrüßte seinen Oheim mit warmer Herzlichkeit. In Cowes erwartete eine große Menschenmenge trotz des Regens den König. — Als der König auf dem Viktoria-Bahnhofe seine Fahrt antrat, wurde ein elegant gekleideter Herr auf sein Verlangen zum Kammerherrn des Königs ^geführt, dem er einen Brief zeigte, mit der Bitte, ihn dem König überreichen zu dürfen. Dem Kammer- Herrn, dem das Verhalten des Mannes und die Adresse des Briefes auffiel, ließ ihn aus dem Bahnhof führen und verhaften. Eröffnete darauf den Brief und fand nur em Telegramm-Formular mit den Worten: „Ich wünsche meine geliebte Königin zu sehen." Es. scheint sich um einen Geistesgestörten zu handeln. — Auf ausdrückliche Anordnung der Königin wird der Sarg auf einer Geschütz-Lafette g-efahren werden. Auch bie Flotte wird beim Begräbnis, eine wichtige Rolle spielen. Das Kanal- Geschwader und alle zur Verfügung stehenden Kriegsschiffe erhielten Befehl, sich am 1. Februar bei Spithead zu versammeln. London, 25. Jan. Aus Pretoria wird telegraphiert: Die Burghers zeigen respektvolle Teilnahme, da sie trotz der politischen Gegnerschaft hohe Achtung vor der Königin hatten. Rom, 25. Jan. Die Kammersitzung wurde zum Zeichen der Trauer aufgehoben. Mehrere sozialistische Abgeordnete stießen Hochrrife auf die Buren aus. N e w - Y o r k, 25. Jan. Die Blätter drücken den Wunsch aus, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den angelsächsischen Völkern sich auch unter dem neuen König von England immer besser gestalten möchten. 'W ium britttn M JSSLMmt g •45t1“ .ifckÄ NflÄ ®8 » •« lb*bt , e« Jw «tia N ®r. *« im 'Srr? -üKr-A IS ktb i ’N. "11' btt8» S»»n4 ■ sjt Politische Tagesschau. Es ist nicht zu verkennen, daß Syndikate oder Kartelle für die wirtschaftliche Entwickelung eines Landes von Nutzen sein können, insofern sie übermäßige Preisreduktionen und Ueberproduktion verhindern und dadurch die einzelnen Industriezweige existenzfähig erhalten. Aber die Gefahr liegt sehr nahe, daß die Syndikate ihre Macht in gewinnsüchtiger Absicht mißbrauchen. Die im letzten Jahre in Deutschland ausgebrochene Kohlennot, die sich dem ganzen Volke in so empfindlicher Weise fühlbar machte, hat zu wiederholten Malen den Anlaß gegeben, die Thätigkeit der Kohlensyndikate einer kritischen Betrachtung zu unterziehen, und eine Reichsaufsich-t über die Syndikate zu verlangen, namentlich dann, wenn deren Geschäftspraktiken einen nachweislich monopolistischen Charakter angenommen haben. Eine solche Reichsaufsicht wäre dringend zu wünschen; die erste Voraussetzung für ihre Einführung aber müßte sein, daß sie nicht vom grünen Tisch aus ausgeübt würde, sondern daß sie durchaus sachgemäß wäre. Mit Rücksicht hierauf sind die Erörterungen von Interesse, die der Gießener Pri- vatdozent Dr. Robert Liefmann kürzlich in der „Sozialen Praxis" über die Frage eines Kartell- oder Syndikatsgesetzes veröffentlichte. Liefmann ist sich darüber klar, daß die hier zu erfüllende Aufgabe äußerst schwierig und ooti größter Tragweite für ganze Industrien ist; deshalb stellt er als Hauptgrundsatz für das Eingreifen des Staates in die Preisfestsetzungen monopolistischer Bereinigungen das Prinzip auf, daß dergleichen nur durch ein unbedingt sachverständiges Organ erfolgen dürfe. Darum müßten die Beteiligten selbst im weitesten Umfange herangezvgen werden. Ein ttartellgesetz habe in der Hauptsache nur die Bestimmung zu enthalten, daß der Reichskanzler beauftragt werde, wenn llir u 190lf 2660° 0«*“bei Äatf *S*» ..ÄiS DaS daraus * Men, btr Eiabi und WW M Wewn W her Aadtverordllrttn Schee neu* wurden Staütv. Loos, in die 2 bii Schuidepntatilm Sta! " AreiS-GtsnudheitSa aizte- Dr. Tjaden n Miger getreten. ■o- EM blt, W MltullM'orde, wie bet Haden W tzchm Abend dieser Woche von der T faßte Resolution nnterze amtlich festgestellte Zahl betrug 345, sodaß him Beibehaltung der vom 1 5 Uhr früh bis Abends " Die Gießener Fr bei einet sehr zahlteich ihre TeneralvetfaMlun lultnl war folgendes: Friedrich WnrstinS Sch Kaffierer. d. Hchheinr, 24.- Z rines toangtlif^tn ! 0 Grainftlb, 24. H W wurde in der v felM Stall entwendet. Hain da- gefchlachtete Sch befand sich in rinew Sa' wnb man unter dem Bi dem Speicher aufgehana gestanden haben. Man Sa" ®°6nn"8 : in einem Gewerbe monopolistische Bereinigungen zu erheblichen Klagen Anlaß geben, eine aus den beteiligten : Interessengruppen gebildete Kommission zur Untersuchung der Verhältnisse einzuberufen, der das Recht zusteht, Kartellbeschlüsse zu untersagen, bezw. Preismaxima festzusetzen. Als Mitglieder der Kommission, deren Zusammensetzung durch gesetzliche Normativbestimmungen zu: regeln wäre, kommen in Frage 1. Mitglieder des betr. Gewerbes selbst, und zwar Kartellvorstände, als auch etwaige Außenstehende; 2. Verbraucher und zwar, wenn diese verschiedenen Erwerbskreisen angehören, wie z. B. bei Kohle, sowohl Fabrikanten, als auch kleine Konsumenten, letztere vertreten durch Leiter von Konsumvereinen, Bezugsvereinigungen u. dgl.; 3. Händler; 4. Vertreter der Arbeiter des betr. Gewerbes; 5. sach- verständige Beamte, Vertreter der Handelskammern u. dgl. Ueberall wären die besonderen Verhältnisse der betr. Industrie im Rahmen der allgemeinen Vorschriften zu berücksichtigen. Hinsichtlich der an sich sehr wünschenswerten Teilnahme der Arbeiter an den Kartellkommissionen, sowie bei Festsetzung der Vorschriften über die Stärke der einzelnen Gruppen und über die Art und Weise der Abstimmung werden wohl die Wünsche und wirtschaftspolitischen Anschauungen der Volksvertretung für die nähere Ausgestaltung von großem Einfluß sein. Neben diesen, nur für einen bestimmten Fall und Zweck zu berufenden Kartellkommissionen müßte ein dauerndes Kartellamt geschaffen werden, das die Unternehmerverbände fortgesetzt zu beobachten hätte, an welches Klagen zu richten wären, und das über die Berufung von Kartellkommissionen zu beschließen hätte. Die Befugnisse könnten dann zwischen diesen und dem Kartellamt entweder so verteilt sein, daß letzteres nur freiwillig erteilte Auskünfte einziehen könnte, wogegen der Vernehmungszwang u. s. w. der Kartellkommission Vorbehalten bliebe, oder, daß dieses Recht schon dem Kartellamt verliehen würde. Dr. Liesmann schließt seine Erörterungen Mit der Empfehlung der Selbsthilfe als des nächstliegenden Mittels gegen monopolistische Vereinigungen, der Selbsthilfe in Gestalt genossenschaftlichen Z u*- sammenschlusses. Die Bethätigung dieser Selbsthilfe dürfe ein Kartellgesetz nicht beschränken. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 24. Januar: Arm in Arm wollen Konservative und Zentrum im preußischen Abgeordnetenhause den Grafen Bülow in die Schranken fordern, durch ein g e m e in s a m e s Ersuchen an die Regierung, die Z o l l t a r i f r e f o m möglichst zu beschleunigen und für einen möglichst gesteigerten Zoll- chutz der Landwirtschaft zu sorgen. Darnach scheint auch )as Zentrum die Auffassung der Rechten zu teilen, vor der Kanalvorlage müsse der Zolltarif erledigt, vorher der Landwirtschaft die unabänderliche Zusicherung höherer Getreidezölle erteilt werden. Graf Bülow soll also Farbe bekennen. Er hat bei seiner Einführungsrede im Abgeordnetenhause, wie man nachträglich mit unliebsamer Ueber- raschung aus dem offiziellen Stenogramm ersah, nur von einem „gesicherten" Zo.llschutz für die Landwirtschaft gesprochen. Mancher behauptet freilich, das Wort „gesteigerten" Zollschutz gehört zu haben. Um jeglichen Zweifel zu bannen, wird Graf Bülow nochmals zitiert mit Hilfe des Antrags. Die Vertreter der Landwirtschaft lassen nicht locker. „Du mußt es dreimal sagen!" Die „Nationalztg." und die „Voss. Ztg." äußern heute abend den Argwohn, daß es auf eine neue Verschleppung der Kanalvorlage durch alle diese Manöver abgesehen sei. Abg. Funck (frs. Vp.) will es seinem Freunde Saenger : überlassen, auf die Vorwürfe des Ministers au antworten. Die Antwort des Ministers sei teils dilatorisch, teils klausu- = liert gewesen. Eine größere Bestimmtheit würde wünschens- n>ert gewesen sein. Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. Es folgt die Beratung des Antrages v. Korn (kons.), die Regierung zu ersuchen, geeignete Maßregeln zur Beseitigung der Mißstände bei Verschleiß der Kohlen-Produktion und der daraus entstehenden erheblichen sozialen und materiellen Schäden zu ergreifen. Die Debatte über diesen Antrag wird morgen fortgesetzt.___________________________ (£hiua« »Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen, Strht aber doch immer schief darum." Diese Worte Gretchens an Faust könnten täglich dem schier endlosen Zeitungskapitel über China als Motto dienen. Die hoffnungsvollsten Nachrichten und die Hiobsposten laufen fast immer nebeneinander her. Nach der einen Quelle steht die beste Ordnung der Dinge „unmittelbar bevor", bedarf es nur noch weniger „Formalitäten", um zu einem allseitig befriedigenden Abschluß zu gelangen — nach der änderen Quelle macht die unleidlich schleppende Entwicklung die Vertreter der Mächte nachgerade in hohem Grade nervös. Die letzteren Berichte scheinen der Wahrheit näher zu kommen, als die optimistischen Schilderungen. Soeben wird eine Mit. teilung der Petersburger „Wjedomosti" bekannt über die triste Situation in Peking. Graf Waldersee soll die Frucht losigkeit längeren Verweilens erkennen. An der Rückkehr des chinesischen Kaisers wird gezweifelt. Die Rückkehr des Kaisers und des Hofes in eine so total ausgeplünderte, ver wüstete und nach chinesischen Begriffen entheiligte Stadt ist allerdings sehr unwahrscheinlich; auch die dem „Boydochan" zugesagten Ehrenbezeugungen üben schwerlich den Reiz aus, ihn mit der Anwesenheit einer starken fremden Besatzung zu versöhnen und ihm die Rückkehr zu dem Palast, in dem französische Soldaten sich vergnügt haben, begehrenswert zu machen. Die Friedensverhandlungen und Edikte vou chinesischer Seite sehen einer großartigen Komödie immer ähnlicher. Das Doppelspiel, worin die Chinesen ja Meister sind, wird durch die Thatsache beleuchtet, daß 25 000 Mann regulärer chinesischer Truppen sich in der Nähe von Tschen tingfu angesammelt haben. Selbstverständlich werden der biedere Lihungtschang und der ehrliche Prinz Tsching feierlich versprechen, daß die Truppen sich zerstreuen sollen. Ob sie es thun, ist die Frage. Man weiß zur Genüge durch die bisherigen Vorgänge, daß in der Regel zwei Befehle ausgefertigt werden, der eine zu Beschwichtigung der Fremden, der andere, geheime, entgegengesetzte zur Aus führung. Als ob der Schwierigkeiten nicht genug wären, sind zwischen Engländern und Russen Meinungsverschieden. Heiken entstanden, ob die letzteren die Ellioth- und Blonde. Inseln östlich von der Linotung-Halbinsel als „ihr Gebiet" beanspruchen können. Endlich die chinesische Milliarden- Anleihe. ES kommt also richtig dahin, was von Anfang an von Kennern vorauSgesagt wurde: China überläßt groß mütig den Mächten, auswärts und unter Gewährleistung der Mächte die Kriegsentschädigung von rund einer Milliarde, u beschaffen. Dafür sollen dann die chinesischen Seezöll, ' rhöht werden. Ob das eine genügende Unterlage ist bet ' den ganz zerfahrenen Verhältniffen in China, steht keines wegS außer Zweifel. Der „Franks. Ztg." wird aus Peking telegraphiert: Indem die chinesischen Friedensbevollmächtigten dis von dem Kaiser angenommenen Friedens bedingungen den elf Gesandten übermittelten, ;aben sie verschiedenen Wünschen Ausdruck. Ins lesondere verlangen sie, daß China gestattet werde, nach Verlauf von fünf Jahren die Taku- FortS wieder auf zubauen. Waldersee meldet aus Peking vom 21. d. MtS.: In Petschilt bilden sich vielfach Räuberbanden; die Engländer allen mit ihnen bei Schanhaikwan ein leichles Gefecht, unter Verlust von zwei Mann; eine kleine Abteilung unter Haupt mann v. Auer ging am 18 dS. M. von Yangtsu in östlicher ’ Richtung vor, um die dortige Gegend gemeinsam mit der , iber Yangtsun zurückkehrenden Kolonne Hofmann zu säubern. Die Kolonne Thiemig erreichte Thsang am 16. ds. ohne Zwischenfall und trat den Rückmarsch an. Ab ten, ai? nayoten, Leiter h ÖU|^ kleine M WD ^..Starke der ein- ^lle der Abstimm E «*Kä rKten wären, nt°mmq|ionen zu be> i °7«en diesen daß letzteres •*)fn fonnte, wogegen artellkommission vor- t Mn dem Kartell- W feine tkörter- ■W(fe als des tische Vereinigungen, ! chastlichen ig dieser LelbWlfe n. lehens zur Deckung außerordentlicher Bedürfnisse pro 1901/1902. Der Betrag verteilt sich: zur Verwendung für Gruuderwerb 26 600 Mk., für Straßenbauten 219 000 Mk., Erweiterung des Gas- und Wasserwerks 130 000 Mk., für die Erbauung deS Elektrizitätswerkes 735 000 Mk., für die FriedhofSanlage 189000 Mk.,für die Kanalisation 394000Mk., für die Erbauung eines neuen SchulhauseS 300 000 Mk. und für sonstige Zwecke 193 000 Mk. Im ganzen ist der Bedarf auf 2 426 000 Mk. bemessen. Der Rest in Höhe von 426 000 Mk., der nicht durch die Anleihe gedeckt ist, wird durch auf BermögenSrechnung in gleicher Höhe vorhandenen Kapital Deckung finden. *♦ Beileidskuudgebuug, Das Telegramm, das Bürgermeister Mecum in der Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag zur Kenntnis brachte, hat folgenden Wortlaut: Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Darmstadt. Eure Königliche Hoheit bitte ,ch zu dem schweren Verluste, welcher das Großherzogllche Haus betroffen hat, den Ausdruck herzlichsten Beileids namens der Stadt Gießen und deren Vertretung in treuer Anhänglichkeit übermitteln zu dürfen. Bürgermeister Mecum. Das darauf eingegangene Antwort-Telegramm Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, datiert Moskau lautet: Herrn Bürgermeister Mecum Gießen. Ihnen, der Stadt und deren Vertretung herzlichsten Dank für freundliche Teilnahme bei schwerem Verluste. Ernst Ludwig. *• Aus der städtischen Verwaltung. Durch den Tod des Stadtverordneten Scheel sind neue Deputationswahlen nötig geworden. Es wurden gewählt: in die Finanzdeputation Stadtv. Loos, in die Marktdeputation Stadtv. Euler, in die Schuldeputation Stadtv. Loeber. ** Kreis-Gesundheitsamt. An Stelle des KreiSassistenz- arztes Dr. Tjaden in Gießen ist der Schularzt Dr. König er getreten. lter schreibt unterm rvative und Zentrum »en Grafen Bülow gemeinsames rifrefom möglichst Hst gesteigerten Zoll- tarnach scheint auch chten zu teilen, vor erledigt, vorher der Sicherung höherer Gell soll also Farbe be- igsrede im Abgeord- t unliebsamer Ueber- amm ersah, nur von die Landwirtschaft ge* is Wort „gesteigerten" ?n Zweifel zu bannen, \t &ilfe des Antrags. ii nid)t loder. „Tu lztgund die n, daß es auf eine -o- Gegen die Regelung der Geschäftszeit durch die Ver- waltungSbehörde, wie der Detailistenverein sie beantragt hat, haben dis gestern Abend 225 Ladeninhaber, die am Montag dieser Woche von der Versammlung in der „Bavaria" gefaßte Resolution unterzeichnet. Die von der Bürgermeisterei amtlich festgestellte Zahl aller Ladeninhaber in unserer Stadt betrug 345, sodaß hiernach mehr wie die Hälfte sich für die Beibehaltung der vom Gesetz zugclassenen Geschäftszeit von 5 Uhr früh bis Abends 9 Uhr ausgesprochen hat. *• Die Gießener Friseur-Gehilfenschaft hielt gestern abend btt einer sehr zahlreichen Versammlung im VereinS-Lokal ihre Generalversammlung mit Vorstandswahl ab. Das Resultat war folgendes: Johann Serge erster Vorsitzender, Friedrich WurstiuS Schriftführer, Alexander M. Schambach Kassierer. b. Holzheim, 24. Jan. Hier ist man mit dem Bau eines evangelischen Vereinshauses beschäftigt. O Crainfeld, 24. Jan. Dem hiesigen Landwirt August Ruhl wurde in der vergangenen Nacht ein Schaf aus seinem Stall entwendet. Die Gendarmerie fand in Grebenhain das geschlachtete Schaf bei einem Schmied. Das Fleisch befand sich in einem Sack, Lunge, Leber nebst dem Kopfe fand man unter dem Betttuche versteckt, die Haut war auf dem Speicher aufgehängt. Der Thäter soll seine That ein« gestanden haben. Man hatte Spuren und Woll-Reste zwischen der Wohnung des Bestohlenen und der des Schmieds bemerkt. Rudingshain bei Schotten, 24. Jan. In der Kürze wird schon zum dritten Male in unserem Dorfe die Wahl eines Ortsoberhauptes vorgenommen. Beim zweiten Auhlgange kurz vor Weihnachten wurde der Landwirt Deubel mit geringer Majorität gewählt. Da die Gegenpartei Reklamation bei der Behörde erhoben hat, und diese für begründet befunden worden, so steht uns eine dritte Aahlschlacht bevor. Sch-. Darmstadt, 24. Jan. Im „Orpheum" fand am Mittwochabend ein großer Fest-KommerS der Studierenden der Technischen Hochschule zur Feier deS Geburtstages des Kaisers statt, der außerordentlich gut besucht war. Der Rektor Prof. Dr. Schering, das Professoren- Kollegium, zahlreiche Ehrengäste und ein hübscher Damenflor hatten sich eingefunden und gaben der glänzend verlaufenen Veranstaltung ein festliches Gepräge. Mit Geschick führte Mä. Glanz (Rheno-Gaestf.) daS Präsidium; er begrüßte die Anwesenden, besonders die Ehrengäste und Damen, und hielt die Kaiserrede. Es wurde ein Huldigungstelegramm an 6e. Majestät abgesandt, stad. Jahn (Thuringia) gedachte lefl Großherzogs, stuä. Kuntze (wild) ehrte die Professoren, ks wurde ein Salamander auf diese gerieben, worauf Rektor M- Dr. Schering im Namen seiner Kollegen dankte und tim Salamander auf das Gedeihen der Techn. Hochschule iommandierte. stud. Luckas (wild) gedachte hierauf der Stabt Darmstadt und der Damen. Ein fideles Liederbuch, die ausgezeichneten Vorträge der Kapelle Hilge, sowie die cht burschikose Stimmung machten den Kommers sehr fidel. Hochheim a. M., 24. Jan. Da, wo dicht am Main Mn Flörsheim hin die Eisenbahnlinie Wiesbaden-Frankfurt- vochheim Rebenberge durchschneidet, erhebt sich seit dem rl. Mai 1854 hoch am Uferrand des Flusses in Mitten tluljenbcr Weinstöcke ein im englisch gothischen Style auS- geführtes, 28 Fuß hohes Monument aus grauem Sand- piuii, auf dem auf der nach dem Main zugekehrten Haupt siomte das englische Wappen mit den bekannten Devisen: jlhony soit, qui mal y penae“ und „Dien et mon droit“ I1'*; Aufschrift darunter prangt: „Ihre Majestät vl-itorla, Königin von Großbritannien und Jr- rc. hatte die Gnade, diesem Weinberge ihren hohen Smenr?U?erJc^cn* Der erhabenen Monarchin zu Ehren Mo als dankbare Erinnerung an eine so huldvolle Aus zeHuung, wurde dieser Denkstein errichtet von G. M. Pabst °mn Hochheim, 24. Mai 1854." Die Stelle, an der ^s.es Monument steht, führt heute den Namen „Viktoria- tng und hieß ehedem „Dechantenruhe", welche Bezeichnung berg wird gtmelbti: traf heute nachmittag Friedrichs^ ein uni ick. Prinz und N heute bit Reise nach in seiner heutigen a Reichstages über cage des Abgeordneten ’tttf J&t* W»? *s':« Ztzr »utben Ln bi, itn; **2 und bd i-bestlv^M Du - * * ?) flinb' .gfll, I sie dadurch erhielt, daß der Kurfürst Emmerich Joseph von Breidbach-BürreSheim bei seinen häufigen Spaziergängen nach dem zu dem Kurfürstentum Mainz gehörenden Hochheim aüf diesem herrlichen Stückchen Erde, das eine prachtvolle Aussicht auf das Rheinthal gewährt, oft Rast hielt. Nachdem das Kurfürstentum Mainz zu Grabe gegangen war, verödete die früher vielbesuchte „Dechantenruhe", die schöne Baumanlage hierin wurde abgehauen und eine kahle Berg stelle entstand, auf der von dem Eigentümer, dem Inhaber der Wein- und Holzfirma G. M. Pabstmann, im Jahre 1844 mit vieler Mühe ein Weinberg angelegt wurde. Diese Mühe wurde durch ein herrliches Gewächs gekrönt, daS Englands Herrscherin gelegentlich einer Reise durch Mainz kostete und das ihr derart mundete, daß sie dem durch das Andenken an den Kurfürsten Emmerich Joseph geweihten und von der Natur reich gesegneten Berge ihren Namen verlieh. ko. Marburg, 24. Jan. Professor Th. Fischer von der hiesigen Universität ist zwecks einer wissenschaftlichen Forschungsreise, die er im Auftrage der Hamburger Geographischen Gesellschaft unternimmt, nach Marokko abgereist. — Vergangene Nacht wurde hier ein »Handelsmann aus dem Kreise Biedenkopf überfallen und lebensgefährlich verletzt. Die Thäter sind ermittelt. — Der Bezirksausschuß zu Arnsberg hat die Vornahme von Vor arbeiten für die projektierte Bahnlinie Raumbrand — Berleburg —Frankenberg in den in Betracht kommenden Gemeinden des Wittgensteiner Kreises genehmigt. ko. Frankfurt a. M., 24. Jan. In der Loge zur Einigkeit fand gestern auf Veranlassung des Rhein-Main- Verbandes der Gastwirte eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der Haftpflicht beschäftigte. Herr Rei- nemer-Darmstadt erstattete daS Referat. Auf dem Wormser Verbandstage nämlich gab man dem Vorstände auf, dieser Frage näher zu treten und so zu prüfen, besonders, ob ein Abschluß mit einer Haftpflicht Versicherungsgesellschaft erfolgen, oder eine eigene Haftpflicht Versicherungskasse gegründet werden solle. Von neun Gesellschaften hatte sich der Vorstand Material verschafft, die in ihren Prämien sowohl, wie in ihren Grundsätzen sehr verschieden sind. Infolgedessen lehnte die Versammlung es ab, mit Versicherungs-Gesellschaften Verträge abzuschließen, und nahm den Antrag, den der Mainzer Verein eingebracht, an, nämlich „Gründung einer Haftpflichtversicherungskasse Deutscher Gastwirte". Eine Commission, bestehend aus Mitgliedern von Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen, Friedberg und St. Johann, wurde sofort gewählt, die die erforderlichen Garantien ermitteln, das Statut festsetzen und das Recht erhalten soll, sich aus den Verbänden zu kooptieren, die nicht durch Verträge mit Versicherungsgesellschaften verbunden sind. Wiesbaden, 24. Jan. Gegen den 38 Jahre alten Stadtmissionar Hermann Jagdstein, der früher hier thätig, jetzt flüchtig ist, wurde die Untersuchungshaft wegen Sittlichkeitsverbrechens von der hiesigen StaatS- anwaltschgft verhängt._________________________________________ Kirchliche Statistik der evaugel. Landeskirche auö dem Jahre 1900. Auf Grund der von den Pfarrämtern und Dekanaten gemachten Angaben veröffentlicht daS Großh. Oberkonftstortum im kirchlichen Verordnungsblatt die Ergebnisse der kirchlichen Statistik für 1899. Wir entnehmen derselben folgendes: In der Superintendentur Darmstadt besuchten durchschnittlich 35021 Erwachsene und 21992 Kinder allsonntäglich den Gottesdienst oder 16 64 pCt. Erw. und 20.89 Kinder. Der Prozentsatz für die einzelnen Dekanate ist folgender: Darmstadt 12.13 pEt. Erw., 1420 pCt. Kinder, Eberstadt 17.23 Erw., 25 98 pCt. Kinder, Erbach 16.96 Erw., 17 42 pCt. Kinder, Grotz-Gerau 1534 pEt. Erw., 3457 pCt. Kinder, Offenbach 9.42 pEt. Erw., 15.92 pEt. Kinder, Steinheim 22.40 pCt. Erw., 24.85 pCt.Kinder, Grotz-Umstadt 29.90 pCt. Erw., 29.84 pCt. Kinder, Zwingenberg 23.86 pCt. Erw., 26 66 pCt. Kinder. Zum Abendmahl gingen in der Supertntendentur Darmstadt 115 085 Kommunikanten oder 54.68 pEt. der ev. Bevölkerung Hiervon entfallen auf das Dekanat Darmstadt 30.86 pEt., Eberstadt 4937 pEt., Erbach 76.33 pCt., Groh-Gerau 45.93 pCt., Groß-Umstadt 83.04 pCt-, Offenbach 33.78 pCt., Stetnheim 80 55 pCt., Zwingenberg 80.58 pCt. In der Superintendur «Sietzen besuchten allsonntäglich die Kirche 52 537 Erw., 26 494 Kinder oder 32.15 pCt. Erw., 32.42 pEt. Kinder. Dieselben verteilen sich auf die einzelnen Dekanate also: Sietzen 25.64 pCt. Erw., 22.13 pCt. Kinder, AlSfeld 35.33 pCt. Erw., 32.16 pCt. Kinder, Büdingen 34.43 pCt. Erw-, 34.14 pCt. Kinder, Friedberg 37.65 pCt. Erw., 26.88 pCt. Kinder, Grünberg 23.25 pCt. Erw., 33.47 pCt. Kinder, Hungen 52.32 pCt. Erw., 45,04 pCt. Kinder, Lauterbach 38.19 pCt. Erw., 31,75 pCt. Kinder. Nidda 27.92 pEt. Erw., 34.11 pCt. Kinder, Rodbeim 24.75 pEt. Erw., 40.59 pCt. Htnder, Schotten 35.73 pCt. Erw., 41.33 pCt. Kinder. v Zum Abendmahl gingen 206 206 Personen oder 125.58 pCt. der ev. Bevölkerung und zwar im Dekanat «ietzen 112.56 pCt., Alsfeld 135 69 pCt-, Büdingen 89 13 pCt., Friedberg 81.43 pCt., Grünberg 157.49p£t., Hungen 17853pCt.,Lauterbach 141.16pCt, Nidda 142.43 pCt., Rodhelm 8264 pCt., Schotten 149.47 pEt. . ..^QLb,c Superintendur Mainz beträgt dir Zahl der allsonn- täglichen Ktrchenbesucher durchschnittlich 22 040 Erw. und 14 728 Kinder oder 22 98 pCr. Erw., 36.79 pEt Kinder. Hiervon entfallen auf das Dekanat Mainz 16.48 pCt. Erw, 2263 pEt. Kinder, Alzry 24.40 pCt. Erw., 33.76 pCt. Kinder, Oppenheim 33.32 pCt. Erw., 36.50 pCt. Kinder, Wöllstein 27.49 pEt. Erw., 34.54 pCt. Kinder, Worms 20.94 pCt. Erw., 24.80 Kinder. Zum hl. Abendmahl gingen 70 854 Personen oder 73.53 pCt. der Ev. Im Dekanat Mainz waren es 60.25 pCt. Kommunikanten, Alzey 73.34 pCt., Oppenheim 107.98 pGt, Wöllstein 92 pCt., Worms 59.40 pCt. Geboren wurden in der Superintendur Darmstadt 11 440 Kinder, darunter 751 unehelich. Getauft durch ev. Geistliche 10 572. Taufver- Weigerungen find vorgekommen int Dekanat Darmstadt 1 und im Dekanate Reinheim 1. Die übrigen Kinder sind teils ungetauft gestorben, teils, weil aus Mischehm stammend, vom kath. Geistlichen getauft worden. Konfirmiert wurden 5745 Kinder aus rein ev. Ehen, 353 aus Mischehen, 172 unehelich geborene. Konfirmationsentziehungen sind keine vorgekommen. Ohne Geistlichen wurden beerdigt 960 Kinder unter 6 Jahren und 47 Verstorbene über 6 Jahre. In der Superintendur Gietzen betrug die Zahl der Geburten 6863, darunter 332 unehelich. Durch ev. Geistliche wurden getauft 6764. Taufverweigerungen sind keine vorgekommen. Konfirmiert wurden 4762 Kinder aus rein ev. Ehen, 96 aus Mischehen, 104 uneheliche Kinder. Eine Konfirmationsentziehung ist im Dekanat Gießen vorgekömmen. Beerdigt ohne Geistlichen wurden 324 Kinder unter 6 Jahren, 16 Verstorbene über 6 Jahre. In der Superintendur Mainz wurden im ganzen 6053 Kinder, darunter 386 unehelich geborene. Getauft von ev. Geistlichen wurden 5002. Eine Taufverweigerung ist im Dekanate Worms vorgekommen. Konfirmiert wurden 2259 Kinder aus rein ev. Ehen, 498 aus Mischehen und 34 unehelich geborene. Beerdigt ohne Geistlichen wurden 594 Kinder unter 6 Jahren, 10 Verstorbene über 6 Jahre. * Die Zahl der Ehrschließungen in der Superintendur Darmstadt betrug 3381 und zwar rein ev. 2767 und 597 Mischehen. Von diesen wurden von ev. Geistllchen kirchlich eingesegnet 2683 rein ev. Ehen und Kinder aus Mischehen wurden 1693 geboren und von diesen 928 ev. getauft. In der Superintendur Gietzen betrug die Zahl der Eheschließungen 2154 und zwar 2072 rein ev. und 79 Mischehen. Von diesen wurden von ev. Geistlichen kirchlich eingesegnet 2069 rein ev. Ehen und 86 Mischehen. Aus Mischehen wurden 249 Kinder geboren und hiervon 167 ev. getauft. In der Superintendur Mainz fanden 1784 Eheschließungen statt, davon 1050 rein ev. 699 Mischehen. Von den 1050 rein ev. Ehen wurden von ev. Geistlichen 1025 kirchlich eingesegnet, von den Mischehen 320. Aus Mischehm waren 1996 Kinder geborene, hiervon wurden 982 ev. getauft. Von 5889 rein ev. Ehen blieben 112 ohne kirchliche Trauung oder 1,9 pCt. Die meisten Ausfälle kommen auf die Dekanate Darmstadt, Offenbach und Mainz. Von den gemischtm Ehen (zwischen Ev. und Kalh.) haben 49,t pCt. die ev. Trauung erhalten, nämlich 676 von 1375, oder 3,, pCt. mehr als im Jahre 1898. Der Rest von 699 umfaßt die, bei denen katholische Trauung statttand oder bei denen die kirchliche Trauung ganz unterblieb. Von 733 ev. Männem, die in gemischte Ehen traten, haben sich 399 dazu verstanden, die kath. Trauung anzunehmen oder auf die kirchliche Trauung verzichtet, darunter in Starkenburg 168 von 363, in Rheinhessen 204 von 397. Ihnen stehen von 643 ev Frauen, die in Mischehen traten 277 gegenüber die ev. getraut sind. Von den Kindern aus Mischehen mit Katholiken haben 119 mehr als die Hälfte die ev. Taufe erhalten, nämlich 2077 von 3917 im ganzen, darunter 1314 von ev. Vätern (unter 2064 im ganzen), 763 von ev. Müttern (unter 1853 im ganzen) ; doch haben 689 ev. Männer ihre Kinder der kath. Kirche überlasten, wo nicht die Taufe ganz unterblieb. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 27. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanias. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Bormittags 9'/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Vereinigter Militär- und Civilgotteödienst zur Feier deS Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 2f/a Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Kraus. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Donnerstag den 31. Januar, abends 8 Uhr, Bibelfiurrde im Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). Psalm 23. Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. Abendmahl für die LukaSgemeinde. Anmeldungen bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Montag den 28. Januar, abends 8 Ubr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Hebräerbrief Kap. 7. ChristuS der wahre Hohepriester. Pfarrer Dr. Naumann. Dienstag den 29. Januar, nachmittags 51/2 Uhr, Bereinigung der konfirmierten Mädchen der LukaSgemeinde im Schwesternhaus (Johannesstraße). Pfarrer Euler. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 26. Januar. Nachmittags um 4yt Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit im heil. Beichte. Sonntag den 27. Januar. 3. Sonntag nach Epiphanie. Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meste. Militärgottesdienst mit Predigt und Te Deum zur Feier oes Geburtstage- Seiner Majestät deS Kaisers. „ um 9‘/i Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2Va Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gerichtssaal. -o- Gießen, 25. Jan. (G e w e r b e g e r i ch t.) In der heutigen Sitzung, unter Vorsitz des Beigeordneten Wolff, wird wiederum in Sachen des Kutschers Jacob gegen den Droschkenbesitzer Junker wegen Lohnforderung verhundelt. Der Forderung Jacobs von 55 Mark stellt Junker eine Gegenforderung von 49 Mark gegenüber. Zur Feststellung der Richtigkeit dieser Gegenrechnung wurde eine ganze Anzahl Sachverständiger und Zeugen vernommen. Das Ergebnis war, daß die Forderung Junkers an den Kläger sich aus 19.90 Mark beläuft, während der Kläger 18.80 Mark in Anrechnung bringt. Wenn der Kläger 12.50 Mark Entschädigung im ganzen erhält, so will er sich zufrieden geben. Vom Gericht wird die Klage abgewiesen; die Kosten fallen dem Kläger zur Last. — In der Streitsache des Werkmeisters Friedrichsen wegen Gehaltssorderung von dem Fabrikanten Fi eß er verlangt der Kläger wegen angeblicher ungerechtfertigter Entlassung ein Gehalt von 209.80 Mark, während der Beklagte den Werkmeister wegen angeblicher unsittlicher Vorfälle entlassen hat. Der Kläger ist "von seiner Frau vertreten. Wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil lautet: Die Klage wird abgewiesen; die Kosten fallen dem Kläger zur Last. ** Gießen, 25. Jan. Schöffengericht. Eine exemplarische Strafe erhielt heute morgen der Student Kr. vom hiesigen Schöffengericht. Kr. hatte in einer Nacht die Glaskuppel zweier Laternen zerschlagen und wurde zu 150 Mk. Geldstrafe event. 3 Wochen Gefängnis verurtellt. Posen, 24. Jan. Die Strafkammer verurteilte den Redakteur bet polnischen Wochenschrift .Praca", Wladislau8 Siemiontkowski, wegen Aufreizung zu Gewalthätigkeiten und Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, begangen durch einen Artikel „Unser Gefängnis", der Über den polnischen Privatunterricht handelte, zu 9 Monaten Gefängnis. Diese Strafe wurde in eine Zusatzstrafe von 6 Monaten Gefängnis umgewandelt. Wleralur, Wissenschaft und Kunst. — Nach Meldungen aus Mailand ist im Befinden Verdis eine kleine Befferung eingetreten. Der greise Komponist ist wieder bei voller Besinnung und erkennt die Umstehenden. Man darf 1^0(9 Jtovoem keinen trügerischen Hoffnungen über den sehr bedenklichen Zustand hmgeben. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Reichsvauk. Am 11. Februar wird in Hersfeld (Heffen- Kaffel) eine von der Reichsbankstelle in Fulda abhängige Reichsbankneben stell'- mit Kafseneinrirbtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet w^rd n Neueste Meldungen. Darmstadt, 25. Jan. (Tel. d. Gieß. Anz.) DaS in Moskau wettende Großherzogliche Paar reiste heute mit dem auf der Rückreise aus der Krim begriffenen russi scken Kaiserpaare nach Petersburg, und an einem der nächsten Tage zur Beisetzung der Königin Viktoria. London, 25. Jan. (Tel. des „Gieß. Anz.") Gerücht weise verlautet, das Kciegsamt habe die Nachricht von einem siegreichenGesechte derBuren auf der Linie Pretoria- Lorenzo Marquez erhalten, weigere sich jedoch, die offizielle Trauer durch Bekanntgabe der Einzelheiten dieses Gefechtes und der englischen Verluste zu vergrößern. Im KriegSamt lehnt man jede Auskunft ab. Berlin, 25. Jan. Der frühere Berliner Oberbürger meister Zelle ist gestorben. London, 25 Jan. Aus Kapstadt wird gemeldet: Die englischen Behörden beginnen einzusehev, daß infolge der schnellen Zusammensetzung der Miliztruppen sich zahlreiche Spione in die Armee eingeschlicheu haben. Mehrere sind verhaftet worden. Rochefort, 25. Jan. Mehrere unbekannte Individuen versuchten tn der vorletzten Nacht, den hiesigen Pulverturm in Brand zu stecken. Der Milttärposten feuerte rechtzeitig auf die Attentäter und verwundete anscheinend mehrere von ihnen. Die Thäter sind jedoch entkommen. Börsennachrichten. Berlin, 24. Januar. 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 49 50 M. 4°/o do. 8. 5/6 unk. b. 1904 49 50 „ 8Vs0/ do. 8. 7/8, unk. b. 1906 48.00 „ 4 % D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 do. unk. 1905 97 30 M. 89 50 „ 88 90 „ 88 90 , 00 00 » 77.00 , 77.00 , 8V,o/o 4°A> 4% 4 ®/o 8« , 0/o S'/>°/° Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1906 8. 18, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 Preuss. do. do. do. do. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 25 Januar. SV,0/. Rciohsanleihe . . 97.25 8 ®/o do . . 87.40 8V, % KomoIb . ... 97 40 8 o/c do .... 86.95 8Vs °/o Hessen .... 93.50 5 n/c Italien. Rente . . . 95.70 4