Dienstag 25. Juni 1901 151. Jahrgang Nr. 146 Erstes Blatt 01 $32 unb ♦ 7. bürget, den Nibelungen-Jordan, kenne, mit beneidenswert stolzer Selbstgenügsamkeit sagte: „Es wär' aach ohne dem sei' Trilogie 'gange !M so meint dieser oder jener Gießener: .ES geht auch ohne Saalbau, unsere jetzigen Konzert- und Theaterräumlichkeiten haben unseren Vätern genügt, warum sollen sie dann nicht uns genügen?" Nun ja, das sind Ansichten ohne Einsicht, mit denen man mit Vorsicht Nachsicht üben muß. Aber auch diese Leute feiern gern Feste, und so wat denn halb Gießen am Samstag auf den Beinen, um an dem Jahrmarktsfeste teil» zunehmen. Bald war der ganze Jahrmwktstrubel im schönsten Gange. Tausende von sommerfrohen Menschen ohne Unter schied des Alters und des Standes gewährte der Stein'sche Garten gastliche Unterkunft. Das war ein gar luftige« und buntes Hin- uno Herströmen. Havra pet sagt der Grieche. Da wurde geplaudert und gescherzt und gelacht, und manches Glas guten Bieres, mancher Kelch feurigen Weines geleert. „Wer Sorgen hat, hat auch Likör", sagt unser großer deutscher Dichter Wilhelm Busch sehr richtig und schön, aber auch dem sorgenlosen Jahrmarktswanderer ward von schöner Hand köstlicher Likör kredenzt. Der grüne Garten hatte ein entsprechendes Festgewand erhalten. Ueberaö waren Zelte und niedliche Verkaufsbuden aufgeschlagen worden, in denen junge „Mädercher" in den verschiedenartigsten kleidsamen Trachten, ja selbst im exotischen Gewände des thee-, zopf- und wirrenreichen Riesenreiches der Mitte allerhand taugliche und — man wirds nicht leugnen können — untaugliche Dinge mit Anmut und Eifer feilboten. Die Sonne brennt ihm aufs Gehirn, drum kauft er einen Sonnenschirm — von riesiger Kleinheit oder kleiner Riesenhaftigkeit. Dazwischen hüpften mit Bierbrettern oberbayerische Madels umher, andere brachten Brötchen, Würste oder andere Leckerbissen „an den Mann". Hier wurde getanzt, dort wurde charmiert, poussiert und kokettiert, vielleicht von diesem und jenem auch räsonniert, und allerorten musiziert, als ob der Rattenfänger von Hameln seine Flöte, Papageno sein Glockenspiel und Hyon sein Horn zusammentönen ließen. Dieses Gewimmel und Getümmel und Gebimmel! Es scheint wahre „Gleichheit und Brüderlichkeit" zu herrschen. Alles schreitet, hüpft, tänzelt, schwärmt und gaukelt in verwirrender Mannigfaltigkeit durcheinander, daß es schwer ist, einzelne in dem kaleidoskopisch wechselnden Bilde im Auge zu behalten. Aber die verschwimmenden Gestalten der einzelnen setzen sich zu einem Gesamtbilde zusammen, das in wandelbarem Farben- und Formenzauber den Grundzug des luftig Bewegten nicht verbirgt. ES walten hier gar wunderbare Kräfte, eine gewisser patriarchalischer Hauch, der an eine angeblich schönere Vergangenheit gemahnt, ein frischer Zug naiver, überschäumender Lebensfreude, kurzum ein unserer realistischen Zeit sonst ganz und gar nicht eigener Zauber scheint die tausendköpfige Schar, die hier zusammengeströmt ist, erfaßt zu haben, und eint sie in dulci jubilo gleichsam au einer großen Familie, in der es weder Vorurteile noch Heimlichketten gibt und in der das, was man in der Gesellschaft mit „Etikette" bezeichnet, abgesetzt ist. Wehe dem, der, umgürtet mit dem ganzen Stolz seines besonderen Standes- bewußtseinS, in diesen Strudel hineingerät — er würde den Stolz mit manchem Seufzer bezahlen müssen. Und was da alles zu sehen ist! Hier kann man den Pfad der Tugend, und dort den dtS Lasters wandeln, und, wie's so üblich, schlug wohl die Mehrzahl zuerst den letzteren ein, um, wie der Wiener sagt, mit „GschnaS" schnöde genas« führt zu werden. Die ersteren aber gelangten zur Sieges« allce mit den sechs größten Männern Gießens, und nachdem sie an diesen vorzüglichen PortraitS ihre Freude, oder vielleicht auch ihre gelinde Schadenfreude gehabt hatten, knöpfte den einem bösen Wegweiser folgenden Weiterwandelnden die Jahrmarktspolizei wegen unbefugten Betretens eines Rasens einen mit Dank quittierten Obolus ab. Im „Salon Wohlerzogen", einer Parodie des Wolzogenschen Ueberbrettls, wurde, wie man sagt, vortrefflich gemimt. Die Hintenstehenoen konnten freilich von den Vorträgen nur hier und da ein Wort hören, „und das schien schön zu fein", wie den Verspäteten, zu denen leider auch wir gehörten, versichert wurde. Damen und Herren in phantastisch sezesfionistischen, um das viel mißbrauchte Wort mitzumißbrauchen, Ueberkostümen führten Ueberbrettl-Uebertänze auf. Ein Kasperletheater hatte feine aufmerksamen Zuhörer, eine Menagerie wilder Bestien essen in China haben die Großmächte enger zusammengefuhrt: und damit, wie der Kaiser in Cuxhasen hervorheben konnte, den Frieden auf Jahre hinaus gesichert. Wir dürfen daraus chließen, daß auch unser Verhältnis zu Rußland besser geworden ist wie vordem, wie das Bismarck immer erstrebt hat, dessen De n k m a l am Sonntag vor acht tragen in Berlin vor dem Reichstagshause feierlich enthüllt worden ist. Reden hielten dabei der ehemalige Reichstagspräsident v. Levetzow, der feiner Zeit fein Amt niederste, als der Reichstag den Fürsten Bismarck nicht nach einem Wunsche ehrte, sowie der Reichskanzler Gras Bulow. JZad} Ansicht mancher ljat der Kaiser, dem man damals unwillige Aeußerungen über den Reichstag wegen dessen Haltung gegen den Fürsten Bismarck nachsagte, jetzt bet der Enthüllung des Tenkmals zeinerseits den großen Toten nicht entsprechend geehrt, indem die militärische Sette der Feier ihnen nicht genügte und die Inschrift des Kranzes, den der Kaiser am Denkmal niederlegte, lautend: Des großen Kaisers großem Diener, ihnen nicht paßte. Manck>em hat auch die Rede des Reichskanzlers nicht recht ge- ,allen, namentlich nicht in dem Teile, wo es hieß, daß Bismarck von keiner Partei und Coterie in Anspruch genommen werden könne, da er keine starren Dogmen int politischen Leben und in der Wirtschaftspolitik versuchten, nicht an einer Doktrin, einer grauen Theorie unbedingt sestgehalten, sondern stets das.Erreichbare verfolgt habe. Allen es recht zu machen, ist eben ein Ting der Unmöglichkeit. Ueberraschende Meldungen brachte die „Jndependanee Belge" über Versuche, dem Burenkriege eut Ende zu. machen. Angeblich hat die Friedensstimmung unter den maßgebenden Persönlichkeiten der südafrikanischen Republik die Oberhand, und diese Persönlichkeiten sollen es denn auch sein, die Lord Kitchener gebeten haben, von dem an der Strecke Pretoria-Natal gelegenen Orte Standerton aus mit dem Präsidenten Krüger drahtlich zu verkehren. Eben weil es die Friedenspartei ist, hat Kitchener gestattet, daß der Verkehr in Geheimschrift erfolge, was ja an sich immerhin ein großes Zugeständnis ist. Tie Friedensfreunde unter den Buren fetzten dem Präsidenten Krüger die Lage auseinander; Krüger beriet sich mit einzelnen jetzt in Holland anwesenden Buren, kam aber zu keinem Entschlüsse, sondern forderte von der Regierung des Transvaal noch genauere Mitteilungen ein. Auf diese hat er eine Woche lang vergebens gewartet. Frau Botha machte ihm einen Besuch, und die Unterredung der beiden war von langer Tauer. Jeüt wird aus Brüssel berichtet, daß Präsident Krüger nunmehr die bestimmten Erklärungen Steijns und De Wets erhalten habe, daß sie sich niemals aus andere Friedensbedingungen als solche, welche die völlige Unabhängigkeit des Oranjestaats enthielten, ein- , lassen würden. Inzwischen kämpft De Wet weiter. Jin nördlichen Oranjefreistaat hat er sich auf die auf dem Marsch nach Kronstaad befindlichen Truppen des Generals Elliot geworfen, soll aber mit VerluK zurückgeworfen worden sein. : Dafür haben die Buren im Transvaal bei Middelburg eine Hbrtffe für Depesch«»: Anzeiger Stehen. Fernsprechanschluß Nr. K. Das Iayrmarittsfest in Steins Harten. Gießen, den 24. Juni 1901. Mancher gestrenge Hausvater, dem vor Wochen sein Liebliches Töchterchen schüchtern, mit Lippen und Augen bittend, mitteilte, daß eS das am 22. des Brachmondes stattfindende Jahrmarktsfest in irgend einem Kostüm mitzumachen aufgefordert worden sei und daher dieses Kostümes unbedingt benötige, mag dabei gedacht haben: „Schon wieder ein neues Kleid? Da soll doch ein Donnerwetter dreinschlagen!" Aber der Himmel zeigte sich, wie es ihm gebührt, liebenswürdiger als wir Menschm. Als der 22. des Juni herankam, unterließ er es, derartige üble Unwünsche barbarischer Väter zu erfüllen, vielleicht weil er von Engeln bevölkert ist, die mit hellen Gewändern Bescheid wissen sollen. Kurzum, er wußte, daß ein Donnerwetter neuen Jahrmarktskostümen schädlich ist. In der Mehrzahl reizender neuer Damentoiletten stecken recht reizbare Gemüter. Wenn es regnet, dann legen sie sich, wie die Stirnen ihrer schönen Trägerinnen, in häßliche Falten und werden kraus. Deshalb wohl verwarte der Himmel am Samstag seine Thränen auf einen andern Tag. Unb wir müssen es ihm Dank wissen, denn sonst wäre un sagbares Leid entstanden; bad Fest hätte vielleicht nicht statt« gefunden unb es hätte Thränen aus Mädchenaug n gegeben, wenn nicht noch Schlimmeres. Der Himmel war so blau, wie er sonst eigentlich nur am Montag zu fein das Recht hat, und die Sonne, die durchaus mit ganzer Kraft den Rummel mitmachen wollte, brannte mit ganz besonderer Glut, nm erst am späten Abend normale Temperatur eintreten zu ^^Das Jahrmarktsfest war veranstaltet worden zu Gunsten des Saalbaues, den ein Teil unserer Bevölkerung herbeiwünscht wie ein Mädel den Liebsten, den ein anderer Teil unseres guten Gießen aber für so überflüssig hält wie die Restaurierung der alten Burg oder aber wie die ordentliche Wiederherstellung des Pflasters auf dem Seltersweg nach der letzten Umbuddelung. Kunst, Theater, Musik sind manchem gänzlich schnuppe. Wie jener biedere Frankfurter Weinstuben- befitzer, den ich üngst fragte, ob er feinen berühmten Mit WlttM »«Wh de» Kn« ***»*.aß die kaiserliche Politik jemals in den Interessen der Schiffahrt die Gesamtinteressen des Reiches erkennen könnte, daß sie fordern könnte, alle anderen Interessen hätten sich denen der Schiffahrt unterzuordnen, ist elbstverständlich ausgeschlossen. Tie zweite Rede des Kaisers, die bereits am daraufolgenden Tage in Kiel bei der Enthüllung des Tenkmals >es Großen Kurfürsten erfolgte, dürfte weniger von der Parteien Haß und Gunst entstellt werden. Ter Kaiser feierte bei der Enthüllung des Tenkmals des Großen Kurfürsten im Garten der Marineakademie die Verdienste seines großen Ahnherrn in einer Form, die die freudige Zustimmung aller Deutschen, soweit sie nicht grundsätzlich Gegner des monarchischen Gedankens sind, finden muß. In liebevoller Versenkung in die Geschichte seiner Ahnen hat der Kaiser den Lebensgang des Großen Kurfürsten als einen vorbildlichen für sich herausgehoben. Wie der Große Kurfürst unermüdliche bestrebt war, alle Kräfte des Vaterlandes zu pflegen und anzufpornen zum Heil des Ganzen, so null der Kaiser gleichfalls den höheren Aufgaben, die ihm zugefallen sind, gerecht werden. Die Kieler Rede bildet gewissermaßen eine Ergänzung zu der Regattarede von Cur- hafen, unb sie zeigt, daß der Kaiser nicht daran denkt, in einseitiger Förderung der Schiffahrt die vitalen Interessen des Reiches zurückzustellen. Sache des Reichskanzlers Grafen v. Bülow wird es sein, die den Kaiser bewegenden Gedanken in die That umzusetzen unb bas bereits bei der Vorbereitung der neuen Hanbelsverträge. Tie Kieler Woche mit ihren Begleiterscheinungen lenkt auchn ben Blick auf die auswärtige. Politik. Genau vor einem Jahre und auch im Anschluß an die Kieler Woche sandte der Kaiser unser Expeditionskorps hinaus nach dem fernen Osten, um den Frevel chinesischer Boxer zu sühnen, Leben und Gut der deutschen Angehörigen, sowie die deutschen Interessen im allgemeinen in China zu schützen und Maß? regeln zur Verhütung ähnlicher Vorkommnisse zu treffen. Tas deutsche Expeditionsheer unter Führung des Grafen Walderfee hat seine Aufgabe gelöst, es befindet fid)' an der Rückfahrt nach dem Vaterlande, nur eine dauernde Besetzung Hur Wahrung der deutschen Interessen an den wulstigsten Plätzen zurücklassend. Tie Befürchtung, daß wir uns zu sehr in die chinesischen Angelegenheiten em- lassen und damit zu einer Störung des guten Einvernehmens mit den anderen Mächten gelangen könnten, hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Tie gemeinsamen Inter- ii-lageT Gummi-Waren MerArt.Preül.F'^^Ad.ArrM, 1 MiuhelH, *•__ vonLtitz bei ■- feiner — Käufer Dreh". HaarnhrkM. imd Perücken metbn billigst ® SN«' d« w» ÄiwÄ ‘«‘‘Sgi"»”' F< „ der Ham Amtlicher Wl. Gießen, den 21. Juni 1901. Betr.: Vertilgung der Blutlaus. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Auflage vom 19. April I. Js. (Gießener Anzeiger Nr. 96.) v. Bechtold. Gießen, den 21. Juni 1901. Betr.: Die Gewährung der Veteranenbeihilfe bei Herab Minderung der Erwerbsfähigkeit auf weniger als ein Drittel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grofih. Bürgermeistereien deS Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vorn 4. Mai l. Js. noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. Vezvgrprek »ierKlMM Ml. 2.20, moMtl. 76 mit vringerlohn; durch El Adholrstekkn viertttMa. Ml. 1.90, HWMtl. 65 Wch Btt Postbezug vierteljStzM. Ml. 8.00 ohne Bestell*». ea< e«ittUeivBtrmlttIue«e* stellen bei 3n- unb «luManfat ndmten »njcloen für •kfctntr «njfigtr tnigeem Rttlcnfrcte lokal 11 Wst- aufwärts 10 Plg. GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger v w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ^-Wirtschaft. Festlichkeiten. tofigllcheg Bier aus der Hauerei Giessen 10 Pf?-> 5/w Liter 15 Pfg, Hochachtend ig Spuck. looaoacoQüooaac ** "Tas Großh. Regierungsblatt Nr. 41, aus- steuerbeträgc der letzten fünf Jahre verpflichtet sind. Für im Garten. Und immer feuriger wird der Blick und kühner daS Wort des Burschen, und aus gar manchem dunklen oder blauen Maideliguckerl leuchtet beglückender Schein. Auch das Fröhlichsein ist eine Kunst: Was die Welt morgen bringt, Ob sie uns Sorgen bringt, englische Abteilung überrascht, der sie unter anderem auch riroei Maximgeschütze abnahmen. Kritzinger operiert jetzt im Kaplande mit der angeblich ausgesprochenen Absicht, hier Vergeltung für die Verwüstungen der Freistaaten zu -üben, wobei aber die Engländer selbst die Verwüster sein schiedener Nationen sind, hat das Auswärtige Amt in London schon seit längerer Zeit Kenntnis davon, daß die Rechte der Aktienbesitzer von den betreffenden Mächten geschützt werden. wenn der Strafbefehl, gegen welchen die Beschwerde beim Finanzministerium und der Antrag auf gerichtliche Ent- Frankfurter Bürger find die Herren Charles Hallgatten, Dr. Lucius und Herr Wilhelm Bonn. — Eine stark besuchte Versammlung von Vertretern hiefiger katholischer Korporationen, Bereiuen und Geistlichen beschloß die Gründung einer Freien Vereinigung Frankfurter katholischer Anstalt:» und Vereine, die sich mit Werken der Nächstenliebe beschäftigen unter dem Namen Katholischer Charitas-Bund für Frankfurt a. M. _ Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist mit unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Anz.* gestattet.) uachtSstunde schlägt. Zuverlässigen Berichten zufolge sollen aber die letzten Besucher erst in den späten Vormittagsstunden gemerkt haben, daß das Marktfest vorüber sei. Und der neckische Traumgott zauberte wohl wunderherrliche Bilder im verschwiegenen Kämmerlein manchem holden Marktmädel. Möchte der Erfolg deS Festes zu Gunsten des zu er-1 zulässig ist, rechtskräftig geworden ist, die Be- bauendeu SaalbaueS die aufgewandte Mühe reichlich be-1 straften auch noch zur Nachzahlung der hinterzogenen lohne» I W. Morgen ist morgen, Heute ist heut. Ansichtspostkarten werden immer noch aus schöner Hand durch Erlag eines Obolus erworben. Was ein Obolus in deutscher Reichswährung ist? Die Kurse schwanken. Mit einem anderen Obolus erwirbt man beim Tombolastapel Lose. Ob auch Treffer? Dort finden Versteigerungen von nirgends sonst in der Welt zu findenden Meisterhandzeichnungeu statt. Es leert fich immer mehr im Garten, als die Mitten- Vermischtes. • Vohwinkel, 22. Juni. Gestein Nachmittag um 5 Uhr stieß der vou Steele kommende Güterzug Nr. 3590 bei Politische Tagesschau. Die „Nationalzeitung- hat bekanntlich auf Grund vou Mitteilungen der Verteidigung in dem bekannten Gumbiuuer Mordprozeß die MilitäcgerichtSbehördeu ungesetzlicher Handlungsweise geziehen. Demgegenüber veröffentlicht die „Ostd. Rundschau- folgendes: „Bei dem allgemeinen und natürlichen Jntereffe, welches der Prozeß gegen Marten und Genüssen fortgesetzt in allen Kreisen unseres Volkes in Anspruch nimmt, und in dem Bestrebm, auch unsererseits nach bestem Können der Gerechtigkeit unparteiisch zu dienen, habm rohr über die von der „Nationalzeitung" behauptetm Thatsachen sorg, fähigste Erkundigungen eingezogm, auf Grund deren wir heute zur Steuer der Wahrheit folgendes zu berichten habm: „Der am 3. Juni «uf Befehl des Regimentskommandeurs (nicht deS Gerichtsherrn) vorläufig festgenommene Sergeant Hickel ist gemäß § 181 der Militär- Strafgerichtsordnung am 4. Juni durch den Gerichtsoffizier vernommen und am 6. Juni, dem Tage nach Erlaß des neuen Haft befehls, gemäß § 177 d. M -Str.-G -O. durch einen KriegSgerichtsrat über den Gegenstand der Beschuldigung gehört wordm. Eine Verletzung des 8 177, wie sie die „Nat.-Ztg." behauptet, hat also nicht stattgefunden. Die Angabe des Sergeanten Hickel, der KriegSgerichtsrat habe auf seinen, Hickels, Einwand, es lägen doch keine neuen Thal- fachen gegen ihn vor, erwidert: „Die haben wir allerdings noch nicht, aber die Untersuchung ist eingeleitet" — diese Angabe wird unS alS von Hickel erfunden und unwahr bezeichnet. — Sicherlich hat Hickel seinem Verteidiger etwas derartiges mitgeteilt, aber der Beweis der Wahrheit dasür, daß di« Aeußerung wirklich gefallen, ist durch die einseitige Bekundung des Angeklagten doch wohl in keiner Weise erbracht. Hinsichtlich der Verletzung des Briefgeheimnisses erfahrm wir, daß im Laufe der bisherigen Untersuchung niemals ein Brief dev Verteidigers an den Sergeanten Hickel geöffnet worden ist." Immerhin wird man offizielle Erklärungen, die sonderbarerweise bisher immer noch ausgeblieben find, abzuwarten haben. müßten. , Viel erörtert wird jetzt der Bericht, den die nach Südafrika entsandte Finanzkommission über die Möglichkeit der Wiedererlangung der Kriegsausgaben Englands aus den Burenkriegen erstattet lM. Zunächst behauptet die Kommission, aus dem Oranjefreistaat fei überhaupt nichts mehr zu holen. Tas mag wahr sein, da außer dein Ackerbau dort keinerlei Erwerbsquelle bestand und der Ackerbau durch den. Krieg bis auf weiteres zu Grunde gerichtet ist. Unmöglich wäre, es aber auch nicht, daß dieses Ausscheiden des Oranjefreistaates aus den Rückforderungen Englands einen politischen Hintergrund hätte; indem man die südliche der beiden Republiken bevorzugt, glaubt man vielleicht, deren Bewohner eher auf die englische Seite zu bringen. Wahr ist ja, daß englisches Wesen vor dem Kriege im Oranjefreistaat vielfach sich geltend machte und auch die Oranjeburen beeinflußte; einen der Gradmesser dafür hatte man an der von der Presse angenommenen englischen Sprache. Immerhin beschränkte sich Lieser Einfluß doch nur auf die größeren, geschlossenen Ansiedelungen, während auf den zerstreuten, einsamen Bauernhöfen das patriarchalische Burenwesen unverfälscht erhalten blieb. So soll also nach dem Kommissionsvorschlage der Transvaal bluten, und zwar einerseits mittelst Aneignung der Niederländisch-Südafrikanischen Eisenbahn. Der echte Jingo behauptet, diese Bahn habe als eine Art kriegführender Macht ebenso gut ihr Dasein verwirkt wie der Transvaal selbst, den sie unterstützt habe. Nun werden Aber doch auch in England selbst Stimmen laut, die gegen solche einfache Vergewaltigung von Privateigentum sich erklären, und da die Aktien der Bahn in den Händen Veränderung der Verordnung über den Verkehr mit Giften Iden mit 16 000 Mk. Strafe belegten Herrn durfte es sich betreffend. Vom 15. Juni 1901. dabei nochmals um einige Taufend Mark drehen. ** Unfug. In neuerer Zeit haben sich, wie uns! Frankfurt, 22. Juni. Ein Raub Mordversuch von zuständiger Seite mitgeteilt wird, die Fälle der bös- mitten im stillen Westendviertel hat die dortigen Bewohner willigen Beschädigung von Postbriefkasten in auffallender in Aufregung gebracht. Im ersten Stock des Hauses West- Weise vermehrt. Namentlich haben halbwüchsige, unreife endstraße Nr. 21 wohnt der 73jährige Privatier Jakobi Burschen ein Vergnügen darin gesucht, die zum SchützeIKlein-Hoff. Gestern abend wollte er sich nach zehn der Papiertafeln mit den Leerungszeiten dienenden Hart-1 Uhr zur Ruhe begeben, nachdem vorher das Tienftmadchen glastafeln an den gußeisernen Straßenbriefkasten durch in üblicher Weise das Fenster des nach dem Garten zn Steinwürfe oder auf anderem gewaltsamen Wege zu zer- liegenden Schlafzimmers geschlossen hatte. Als Herr Klein trümmern, ohne dabei zu bedenken, daß sie sich durch in das Zimmer trat, war seine erste Beschäftigung, das derartige grobe Ausschreitungen der Gefahr aussetzen, elektrische Licht aufzudrehen. In dem Augenblicke, wo dre wegen Sachbeschädigung vor Gericht gestellt und empfind-«Räume erhellt waren, bemerkte er hinter dem Klewer- lich. bestraft zu werden. In Darmstadt ist es vor kurzem ständer einen fremden Menschen, der sofort auf ihn zugelungen, einen solchen Uebelthäter in der Person des ans stürzte und ihm mit einem Messer mehrere Stiche in München stammenden jugendlichen Schleifers G. zu er- die Brust versetzte. Durch, das Hilferufen eilte das Dienstmitteln. Das Schöffengericht Darmstadt I, dem dieser Fall personal herbei. Ter Thäter flüchtete über den Vorplatz in zur Aburteilung überwiesen war, erachtete eine empfind- ein nebenliegendes Zimmer, sprang durch ein Fenster in liche Bestrafung für angezeigt und verurteilte den G. wegen I den Garten und gewann so das Freie. Tie sofort benach- der zur Nachtzeit erfolgten Zertrümmerung einer Glas-I richtigte Polizei traf energische Maßregeln zur Fefmahme platte an einem Briefkasten zu einer Gefängnisstrafe von Ides Thäters. Ein großer Teil der Schutzmannschaft und vier Wochen. Möge dieses Vorkommnis denen zur Warn- die ganze Kriminalpolizei war die Nacht über in Thattgkett ung dienen, die in nächtlicher Stunde unter dem Schutze und so gelang es heute morgen nach, 4 Uhr, den Thater, der Tunkelheit ihre Zerstörungswut an den Postbriefkasten I der Kopfbedeckung und Stiefel am Thatort zurückgelasstn ungesehen und ungestraft auslassen zu können vermeinen, hatte und daher leicht zu erkennen war, am ^nördlich^n () Bad-Nauheim, 23. Juni. Die Personenfrequenz Güterschuppen festzunehmen. Es ist der 17 ^ahre alte betrug bis zum 20. Juni 8164 Kurgäste. 90 593 Bäder I Christian Simon aus Praunheim, der erst vor vr^ Tagen wurden .bis zu diesem Tage abgegeben. aus dem Gefängnis entlassen worden war. Tie That hat § Rockenberg, 24. Juni. Bei schönstem Wetter fandIer sofort eingestanden. Tas Messer, das er benutzte, ist gestern hier die Fahnenweihe unseres Krieger- etwa 15 Zentimeter lang und so fern zugeschlifsen, daß Vereins, sowie das Bezirksfest des Bezirks Butzbach- sich bei dem einen Stich, der eine Rippe traf, dre Spitze Bad-Nauheim statt. Um 2 Uhr bewegte sich der imposante umgebogen hat. Ackch das Mordinstrument fand man am Festzug, worin etwa 25 auswärtige Vereine vertreten Thatort, ebenso eine Mauerklammer. Tas Bepnoen des waren, unter Musik durch den reich geschmückten Ort nach! Herrn Klein ist s e h r b e so r g n is er r ege n d. >rie Aerzte dem hübschen Festplatz, wo zunächst der Vereinspräsident befürchten, daß einer der Stiche die lunge verletzt hat, die Festteilnehmer begrüßte und die Fahnenbraut das neue außerdem war der Blutverlust sehr stark. Vier Aerzte Vereinsbanner mit sinniger Widmung überreichte. Hieran waren kurz nach dem Vorfall zur Stelle, ^er Thater wurde reihten sich der Weiheakt, eine kernige Ansprache des Be- gleich! nach seiner Festnahme an den Thatort geführt, er zirksvorsitzenden und die Ueberreichung von Fahnenschleifcn gab an, er sei abends gegen 8 einhalb Uhr von dem an durch diesen. Darauf fand ein Konzert statt, ausgeführt den Garten stoßenden Bauplatz über dre Maner m den von der Hanauer Ulanenkapelle, während die Jugend dem Garten gestiegen, wo er sich brs 10 Uhr im Gebüsch ver- Tanz und anderen Volksbelustigungen huldigte. Heute borgen gehalten habe. Tann sei er bevor das Dtenst- wird eine Nachfeier abgehalten, bestehend in Umzug des mädchen das Fenster im Kletnhchen Zimmer geschloffen festgebenden Vereins durch den Ort nach dem Kriegerdenk- hatte, eingestiegen. Nach seiner Flucht irrte er rn oer mal, Gedächtnisrede dort und Niederlegung eines Kranzes Gegend des Staatsgüterbahnhofes umher, wo ihn nie für die verstorbenen Kämpfer und Kameraden, Rückmarsch aufmerksam gemachten Eisenbahnarberter festuaymen, viic- auf den Festplatz, Militärkonzert und Volksbelustigungen, den inzwischen Herbetgekommenen. ^.nEfchMUeuren Friedberg, 22. Juni. Am Sonntag den 30. d. M. Übergaben.Nach! dem Poltzerbertcht hat Snnon nad) findet hier, wie bereits gemeldet, der oberhessische Festnahme noch zwei wntere Einbrüche et^estanden, da^ Katholikentag statt. Als Redner sind gewonnen und unter einen Brillantendiebstahl im Hause 0 *■ sprechen: Reichs- und Landtagsabg. Pfarrer Gerstenberger wo er sich, Brillanten im Werte von etwa 8000 Jet an- über: Die Erhöhung der landwirtschaftlichen Schutzzölle, eignete. ~ ~ und Landtagsabg. Molthan (Mainz) über: Tie Zentrums- () Frankfurt, 23. ^um. Aue Samoaner im Zoolo- politik im Reiche und in Hessen. Tas Präsidium und die I gischen .Garten leben in Europa ziemlich ebenfo, tme i Schlußrede bat Landtagsabg. v. Brentano (Offenbach) über-«ihrer Heimat, auch in Sachen der Ernährung anjöm nommen. des Reis ist allerdings mehr »nd mehr d>e Kar o ftl 1'Grün berg, 23. Juni. Tas von dem blinden Orgel- treten, worauf wohl zum Teck die 'L virtuosen aus der Miesche und der Orakoriensängerin Anna meisten Gestalten znruckzufuhren ist Aie Letbfpeife 0 Wente aus 5)annover in der hiesigen Stadtkirche veran'- beliebte Schpieinebraten, der ihnen denn auch^ wie; mom staltete Konzert war ziemlich gut besucht. Tie Meister- uns mitteilt, außer den täglichen Portionen.an Kocysl werke der klassisch-kirchlichen Tonkunst wurden in treff- wieder in der eigentümlichen Zubereitung S^ornck t^rden licher Weise zum Vortrag gebracht und waren von mächtiger soll, die ihnen besonders zusagt. Mn folch^^Bratsew 1 Wirkung aus die andächtig lauschenden Zuhörer. — In für Tietlstag nachmittag ut Ausficht g^nomnwn, Dam den Waldungen der Umgegend hat die Erdbe er er nie werden die Männer der Truppe das Amt der Koche über- begonnen, die wieder sehr reichlich ausfällt. Den ärmeren I nehmen und das in rohem, nur abgebrühtem Zi^rana Familien der Gegend erwäcknt durch das Sammeln der ihnen überlieferte Schwein, nachdem sie rhm den Bamy Beeren ein recht ansehnlicher Verdienst. Ter Topf (etwa mit heißen Steinen gefüllt haben, tn die als Baaos anderthalb Liter) wird mit 30 bis 40 Pfg. bezahlt. dienende, mit heißen Steinen ausgefullte Grube legen unö G. Burkhardsfelden, 23. Juni. Begünstigt vom mit Blättern zudecken. So verwahrt schmort dav olestcy heiteren Sommerwetter feierte heute der hiesige Krieg er- in kurzer Zeit zu einem vortrefflichen ^vten heran, oe verein sein 25. Stiftungsfest verbunden mit dem Bezirks- alsdann von den Männern den tn erwartungsvollemKr t^ fest des Bezirks Gießen. Ungefähr 30 Vereine aus der gruppierten Frauen serviert wird. Auch, an das Puvurum Umgegend waren erschienen. Nachdem der Festzug sich sollen Koststückchen verabfolgt werden, damit rbd^rmann durch das festlich geschmückte Dorf nach dem Festplatze be- sich! überzeugen kann, daß die Samoaner diesen Braten wegt hatte, begrüßte der Bürgermeister Hofmann die Er- mit Recht als Telikatesse betrachten. ! schienen en. Pfarrer Gombel von Reichskirchen hielt die ^r an kfurt a. M., 20. Ium- N^ kurzem, fch^ sehr beifällig aufgenommene Festrede, in der das Wort Leiden ist hier der bekannte Zauberkunstl „Willst Tu ein Volk kennen lernen, so siehe wie es arbeitet B e l l acht n i (^ock>um) gestorben, ^llachmt stam t und wie es seine Feste feiert" den leitenden Gedankew guter bürgerlicher Familie, hatte eine gründlich Sch aeaeben^ aHl "Juni"1901'"entWt" "Verordnung^ die^Ab- bildete. Mit einem dreifachen Hoch auf Kaiser und Groß- bildung und war ursprüngliche ^richt^attuar gewesen ^ gegeben am ji. Jurn ivui, enthalt. Beroronung, me 4D er feine schöne Rede. Landgerichtsrat San d- Neigung zur Zauberkunst die er anfangs nur m Gefe - ■ ■ m ann von Gießen, Mitglied des Präsidiums der schäft als Tilettant ausgeubt hatte, ergriff er den Berus ihre Besucher ebenso wie daS höchst scherzhafte Raritäten.! Hassia" überreichte ein Gedenkblatt zur 25 jährigen Mit- eines Artisten und war mehrere ^ahre Assistent öed alten Kabinet. Ein neapolitanischer Eseltreiber läßt auf seinem cstiedschaft und brachte ein Hurra auf den festgebenden und weitbekannten Zauberkünstlers BelUlchtni, .d^istn^hmin edlen Tiere kleine und große Kinder reiten. Ueberall findet Verein aus. Unter kurzer Ansprache übergab eine der er auch später annahm. Nach dem Tode seines - 1 man reiche Unterhaltung, genießt man den JahrmarktSklimbim Festjungfrauen die von den Jungfrauen gestiftete Fahnen- inachte er sich selbständig und vereiste mr ' f in vollen Zügen schleife. Bezirksvorsteher Bruchhäuser von Gießen Klara^dre 4hn gewandt und 'verWndn^voll unterswM Und dabei ist erlaubt was gefällt- daS gefällt waS im dankte den erschienenen Vereinen und dem Pfarrer Gombel ganz Teutschiland, Oesterreich und ^Schweiz. 01 und erwähnte die fürsorglichen Verdienste der Hassia; er deutschen Höfen war er emgefuhrt und stets gut auMnoiw AlltagSleben nicht immer erlaubt ist. iL-fUnfi mit eitipm ^>urra nut diese Der EhrenvorsitzendeI men amfii der Zar ließ fielt vor einigen Zähren b i feiner W-lch- Unsummen von Geld verschmaust und v«lr»nk-n W°tz mt ernem^H P^etSr L P Meyer über Anwesenye.t auf Jagdschloß Wvlfsgarten von Bellachim wurden, davon schweigt des Sanger« Höflichkeit. Denn s° sandte aus Kissmaen eine Glückwunschdepesche/ - Küche in die Äeheimnisse der natürlufien Magi« einfuhren und ziemlich ganz Gießen war auf dem Jahrmarktsfest Der Lnb Keller leisteten Vorzügliches und so entstand sehr ergötzte sich! nach der Vorstellnng an semen Kardenkmm sammelt, die Stadt selbst lag verödet da. bald eine recht animierte Stimmung. stücken, in deren Vorführung er eine geradezu staunen» Nur zu schnell vergehen die Stunden. „Die Luft ist — h— Vom Hoherodstopf, 22. Juni. Zum An-iwerte Meistiersch^rft besaß. , . lieblich, lau und labend an diesem schönen Sommerabend", kaufe eines neuen Klcwiers in das Klubhaus sind bist Frankfurt, 22. Ium. Die Stadt Frankfurt wacyt m kann man mit dem Apotheker in Mosers „Krieg im Frieden" jetzt 300 Mark eingegangen. 5)ofsentlich wird die Summe schöner Pietät über ihren geschichtlichen Besitztümern, zu wundervoll dichten. Allmählich, gegen 11 Uhr, lichtet es sich noch vergrößert werden, damit den Besuchern em guter-denen auch das Goeth eh aus gehört. DaS neben demselben - - - ■ • -- ' Instrument zur Verfügung gestellt werden kann. — Nach Agende Gebäude, Hirschgraben 21, sollte durch bauliche und nach sollen die gelben Farben der Wegmarkterungen, «eränderunaen einige Vergrößerungen erfahren, nach anderer da sie der Witterung nicht standhalten, sondern leicht ab- , seinem Grundstück ein Neubau auSgesührt blafsen, durch andere ersetzt werden. Tte Markierung nacht «ergo» juuw uu| । ' f,ätte Um Laubach wurde vor einigen Tagen unter Leitung des Klub werden, der daS So-qq«ttstark IUiw Wirtes Stein neu angefertigt; ebenso soll in der Kürze eine daS zu verhüten und um den Orrginalzufiand des h sch ! Markierung nach Birstein geschaffen werden. Treppenhauses und der Hinterzimmer zu bewahren, Haden Offenbach, 22. Juni. Tie infolge des neuen Steuer einige reiche Mitbürger das Gebäude für 230 000 Mk. an- gesetzes bei der diesmaligen Steuereinschätzung gemachten | zukaufen beschlossen und offerieren es nun zu diesem Selbst- Erfahrungen haben, wie dem „Offenb. Abendbl." mitgeteitt I foftenpreifc der Stadt, die eS hoffentlich erwerben wird, umwird, für eine Reihe hiesiger Einwohner böse Nachwehen « e8 reÄf aut rentiert. Die drei uueigennützigea gebracht. Es hat sich bei den bezüglichen Erhebnngeii I 1 «------ r-- nämlich mehrfach herausgepellt, daß die betreffenden I Steuerzahler bei der Deklaration ihres kapitalrentensteuerpflichtigen Vermögens unrichtige Angaben gemacht. Wad) Ansicht der Steuerbehörde sollen mehrere derselben gewußt haben, d aß s i e i'a l's ch d e k l ari e r t h ät t e n , l weshalb sie zum Teil mit ganz empfindlichen Strafen belegt sind. In einem Falle ist dem Betreffenden eine Strafe Ivon 16000 Mark diktiert worden. Tazu kommt, daß, 4266 Gerichtssaal. 3946 71 Seltersweg 71 Wäsche- und Ausstattungs-Geschäft 71 Seltersweg 71 ___________ ____________ — ■ i ■' ir _ > r • : _ T 1 „ W , Wnr?hnrff\ Gießener Wlksbah 2981 Täglich geöffaet. 3. 4267 4397 <1 >• 1. 2. Dampfbäder, Massage Römisch irische Bäder KaftenLchwitzbäder v. R. P. 76 912 von Schwimmbäder Wannenbäder I. u. II. Kl. der Einfahrt in den Bahnhof Vohwinkel im Gleis 22 auf 19 beladene Wagen. Ein Packwagen, ein leerer Viehwagen, 3 leere Personenwagen und 6 beladene Kohlenwagen wurden erheblich beschädigt. Personen sind nicht verletzt. Der ZugS verkehr erlitt keine Unterbrechung. Die Schuld trifft den dienstthuendeu Assistenten, der das Einfahrtssignal gab, trotzdem das Einfahrtsgleis besetzt war. • Nantes, 22. Juni. Der Zustand eines katholischen Priesters, gegen den eine entlassene Nonne des Klosters der WeiSheitSschwestern ein Attentat ausführte, ist sehr bedenklich. Derselbe hatte durch den Schlag mit einem Hammer einen doppelten Schädelbruch erlitten. * Kufstein, 22. Juni. Ein amtlicher Bericht des Stadt- und Spitalarztes besagt: Seit der strengen Isolier- ung des letzten Blätterns alle» am 6. Juni waren schon gestern 14 Tage (d. i. die Inkubationszeit der Blattern) ab- gelaufen, ohne daß ein neuer Fall vorgekommen ist. Da die Erkrankten sich sämtlich wohl befinden und die strengste Isolierung im Epidemiespital bis zur Beseitigung auch der allergeringsten Ansteckungsmöglichkeit aufrecht bleibt, so könne ärztlich nach bestem Wiffen und Gewisien die durch einen Emzelfall von außen eingeschleppten Blattern in Kufstein für erloschen erklärt werden. Salz und Soolbäder Brausebäder für Herren und Damen. Krau Anna Roth, Korsett Spezialgeschäft, 8 Bleichstraße 8. Wagener fit Schilling Ob erkauf ungen tragen. Diese Einlagen sind nach alle« Seiten biegsam, unzerbrechlich und rostfrer. Man verlange ausdrücklich nur Corsetö oder Mieder mit Stempele Wagener &, Schilling’sche Hercules-Spiral-Einlagen, oder Hercnles-SpiralenD.B.P. 76918 Ueberall za haben. *^0 Tagesordnung: Geschäftsbericht und Rechnungsablage. Berichterstattung über die Generalversammlung der freien Vereinigung hessischer Krankenkassen. Antrag des Vorstandes auf Aushebung des gemäß § 57 Abf. 5 des Statuts gefaßten Beschlufles der Generalversammlung vom 19. Juni 1901. Der Iorstaud. Gg. Da hm er, 1. Vorsitzender. Alice-Schule Donnerstag den 27. Juni beginnt der neue Ollskmlmüch Sich«. (5ratr*tfnmmhmo WM »tn z.z,li I. K, Iteiis 9 W im oLony'schen ZLierLesser. Elisabeth- Keßler hierselbfi. Friedrich Richard Felber, Schlosser dahier mit Bertha Denz Hierselbst. Albert WallenselS, Kaufmann dahier mit Marie Berg Hierselbst. 17. Corneliu« Reinhold Rehme, Handschuhmacher dahier mit EmUi« Semmler hierselbst. Geborene. Am 9. Juni. Dem Müller Heinrich Hammel ein Sohn, Geora Albert. 11. Dem Fabrikarbeiter Peter Kuhn eine Tochter, Elisabeth Dorothea Marie. 12. Dem Privatdozent Dr. Bruno Henneberg eine Tochter, Mathilde Amalie Ilse. 13. Dem Vizcfeldwebel Heinrich Kohlenberg ein Sohn, Heinrich. Dem Fuhrmann Heinrich Häuser eine Tochter, Elise Katharine Emilie. 14. Dem Eisendreher Heinrich Wilhelm Gemmeaer eine Tochter, Katharine Josephine Helene. 15. Dem Kaufmann Georg Schmidt ein Sohn, Gustav Otto Curt. Gestorbene. Am 17. Juni. Bernhard Schmidt, 61 Jahre alt, Fischhändler dahier. 18. Sophie Wallenfels geb. Wortmann, 59 Jahre alt, Ehefrau de« Rentners Wilhelm Wallenfels dahier. 19. Elsa Katharine El se Reinhardt, 3 Monate alt, Tochter des Schutzmanns Richard Reinhardt dahier. 20. Minna Schütz geb. Stein, 43 Jahre alt, Rentnerin dahier. und könnrnnoch 3 bis 4 Schülerinnen eintreten. Anmeldungen bei Oberlehrerin Frl. «oeser oder Frl. «oll, Grunbergerstraße. 4383 Der Borstand. 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Der Händler Heinrich Schweitzer von Katzenfurt, vielfach vorbestraft, insbesondere wegen BctrugS, steht unter der Anklage vor Gericht, den Händler Johannes Schneider in Gießen im Oktober 1900 durch Vorspiegelung der falschen Ttzatsachr, daß er in Frankfurt a. M. um billige« Geld eine Mühlen etnrichtung erwerben könne, um den Betrag von 12 Mk. geschädigt zu haben. Der Angeklagte ist geständig, will aber aus Not gehandelt haben. Da« Gericht yerurtellt ihn unter Einbeziehung einer durch das königl. Amtsgericht tn Hanau erkannten Zuchthausstrafe in i ne solche von drei Jahren und 150 Mk. Geldstrafe, sowie in die Jeder Familienvater sollte daraus sehen, daß seine Frau und Töchter im Interesse ihrer Gesundheit nur Mieder oder Corset* mit Hercules-Spiral-Federn wegen Umbau meiner Geschäftsräume. Otto Rathschlag Bekanntmachung. Die durch den Tod des bisherigen Inhabers frei gewordene Stelle eines Feldschützeu ist alsbald anderweit m besetzen. Mit der Stelle ist ein penfionssähiger Anfangs- aehalt von 1000 Mk., steigend um jährlich 25 Mk. bis zum Höchstbetrage von 1400 Mk., auch Witwen- und Waifen- verforgunq rnch Maßgabe der Satzungen über die Dienst- verhältnisie der Gemeindebeamten der Stadt Gießen verbunden. Militärannärter, welche mit den Besitzoerhältniflen der hiesigen Gemarkung vertraut sind, werden bevorzugt. Selbstgeschriebene Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeug- nisten sind dis zum 20. Juli an die unterzeichnete Behörde zu richten. .... Gießen, den 21. Juni 1901. 4418 Großherzogliche ^Bürgermeisterei Gießen. kraft de» Urteils alsbald an. - Unter Ausschluß der Onfentlichkeit wild gegen den Grorg Schäfer II. von Büdtngrn wegen Verbrechens oegrn S 176, Pos. 3, verhandelt. Da» Urteil lautet auf eine Ge- ängnisstraf« von 9 Monaten. — Der Rentier Heinrich Koch in Büdtngrn hatte gegen einen Strafbefrbl, der gegen ihn ertasten worden war, weil er am 25. Oktober 1900 auf fremdem Jagdgebiet betroffen worden war und zwar mit schußbereitem Gewehr, Einspruch erhoben. DaS Schöffengericht Ortenbcrg, da« infolge dessen zuständig wurde, verurteilte den Angeklagten in seiner Sitzung vom 7. Mat 1901 in eine eventuell mit einem Monat Gesängnt» zu verbüßende Geldstrafe von ICO Mk. und sprach die Beschlagnahme deS benutzten Jagdgewehres auS. Gegen dirieS Erkenntnis legte der Angeklagte da« Rechtsmittel der Berufung ein, um seine Freisprechung zu etliclen. Der Verkündigung der Entscheidung geht eine umfangreiche Beweisaufnahme voraus. Wegen vorgerückter Zeit setzt daS Gericht die Verkündigung deS Urteils durch Beschluß auf acht Tage au«. — Wegen LotterievergehenS war der Lotteriekollekteur Ludwig Steinhof in Lübeck durch Urteil deS Schöffengerichts Nidda vom 3. Mai dS. I». wegen unbefugten LofevertriebS zu einer erbeblichen Geldstrafe verurteilt worden. Gegen da» verurteilende Erkenntnis batte er das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. In der heutigen Verhandlung kommt d«S Gericht zur Freisprechung, bi eS in thalsächlicher Beziehung den Beweis für (cn der Anklage zu Grunde liegenden Thatbrstand nicht für gegeben erachtet. Die Großh Staatsanwaltschaft hatte Verwerfung der Berufung beantragt. — Durch Urteil der Strafkammer wurde außerdem ein falicheS Einmarkstück, daS angebalten worben war, eingezogen. — Zwei gleichfalls auf der Tagesordnung der Kammer stehende Straffachen sanden ihre vorläufige Erledigung durch Vrtaaung. ___ .Ausing aus »tn äianitäamfsrtjißnu der Slidt Sletztn. rrufgedote. , m , Am 13. Juni. Philipp Heinrich Anton Heiler, Tüncher in Braubach mit Margarethe Karoline^Saint-Denis, geb. Hübinger dahier. 15. Georg Heinrich Kraft II., Steinbrecher in Bleichenbach mit Katharine Christiane Müller dahier. 18. Wilhelm Friedrich Karl Anton Schiele, Chemiker tn Freienorla mit Ottilie Elisabeth Rosalie Anna Buderus dahier. 20. Heinrich Volz, Großh. Geometer 1. Klaffe dahier mit Bertha Linn in Romrod. 21. Josephat Brühler, Sergeant dahier mit Anna Barbara Herber in E jährig 'Nu "d w°A° ÄMafA 1 ba3&?J.Ä ÄSÄ * hon. btr’S Meibtt' k Maßreaeln^ ^? :it der Lcki.d Ur Wnuljme ■9en najl \ etfennen mr ® ist h-im, d°r.chw « korben Ä'tien»dte, j» ® ° fm zilgMsin bai. K»ibin)tTumnit janb nm am :,am” * Sktinbmi d,z Al «nzlk Lunge verletzt hat, N ffhr ftark. Vier Amte zur Stelle. Ter Thäter wurde £ • an den Thatort geführt. Er n 8 mhalb Uhr von dem an latz über die Maner in den t) bis 10 Uhr im Gebüsch ver- in sei er, bevor das Tienst- tlein'schen Zimmer geschlossen einer Flucht irrte er in der mHofes umher, wo ihn die bahnarbeiter Mahnten, und mmenen äriminalschuhleutci! ,eibericht hat Simon nach seine: e Einbrüche eingestanden, da, ahl im Hause Mhliusstraße 53, Verte von etwa 8000 Mk anuni. Ae Samoaner im 3* iropQ ziemlich ebenso, nne in ' >en der Ernährung, än stelle ir und mehr die Mtossel ge- Teil die VotilbeleibM der bren ist. Tie Leibspeise ist der er ihnen denn ach, M nm 'lifan Portionen an .Mslem, n Wwtung gegönnt werden 2t Ein W «ratM n ÄnM genommen. W tuppe das Amt der Koche über nur abgebrühtem Zustand । SÄ*«» ipfitcre 3°^ üidint" ch d°m FÄ1» , und bkl-s- 2 unttriwf' SiaiÄ«? 'X’iSA'5 Programm zvm Jelegitttelltag der Kessen - Nassamslhe» Bangeiverks-BerOgenossenschaft am 25. und 26. Zimt 1901 in Hießen, Steins Harten. 25. -runir Vormittags bis 10 Ahr: Empfang der delegierten an den Bahnhöfen. Ausflug der Damen nach Textors Terraffe. — lO'/r Nhr: Beginn des Delegiertentages.— Hegen 2 Ahr: Gemeinsames Mittagessen in SteinS Saalbau. Spaziergang in den Philosophenwald. Geselliges Zusammensein dort, Konzert. 86. Juni: Morgens: Spaziergang zur schonen AuSstcht. — lOVrAyr: Fortsetzung der Beratungen tn StemS Saalbau. — Hegen 2 Ahr: Gemeinsames Mittagessen in SlemS Saalbau. Konzert im Garten daselbst. , Anmeldungen zum Mlttagesten biS Montagabend bet Herrn Hoteltn, S^tetm eder beT (geftion werden ergebenst zur regen Beteilig« ung an der Versammlung und den anderen Veranstaltungen eingeladen. Der Dorstand der Sektion VI. 2, Petri 11«, Vorsitzender. 4368 Pflichtfeuerwehr. Donnerstag den 27. Juni d. I, abends S1/? Uhr, im Turmhause am Braud: Uebung der 3. u. 4 Rotte. Gießen, am 21. Juni 1901. 4385 Der Branddirektor: Traber. Herbstein. Ghesthiießnnllsm i;nc juimi: uun oni ^avuii wiu iw art*. ivu»»v ... v.» Am 15. Juni, ^arl Reiber, Schlosser dahier mit ^blene Margarethe Kosten deS Verfahren«. Der Angeklagte erkennt die sofortige Rechts« I Wagner hierselbst. Wilhelm Rühl, Kaufmann dahter mit Luise Anna ♦ Mhener Geld-Lose II. Serie Kare Geldgkwinsk rc. rc. iiiMciamt aber 10,876 Geldgewinne, welche In zwei Ziehungen zur Entschcihnng gelangen. Marktftrahe 9. Eintritt 50 Pfg. Anfang 8 Uhr D.R.-PatentN? 76720 ^yyyy^yyy-yyyyyyyyyy 'ascbmaschinen Prima Kognak, UMnnU* ezialmarke, garantiert, fianz. •trhuilt ÄrifliA etvmtnhTon not- ' 8697 I. MöbS. Vrrvntwvrtlich fit b#w eÄftmelntn teil: V. «ittUi ftr b?n Äetjrif enteil: 8«®J »M PATENT; .lermietnngen igiif vüi H lull S C.KOCH, ßERLEBURG v Wittgensteiner Holzwaaren-Industrie *, jg JedeEisentraodlung nailsill^ll^allllngMlkelkMMMelier Maschinenteil als 5 Kaaptireffer je 10,000 Mark 5 Gemune je 1OOO Mark 6 Gmiune je 500 Mark Kammerjäger Derksen ift hier, um Ratte«, Mäuse, Schwaben, Wanze«, Ameise« radikal auszurotten. 02381 Bestellungen an die Expedition d. Bl. erbeten. 4072] Elegante ü-Ztmmerwohn- ungen in der Schottstraße zu vermieten. Näheres bei Gebe. Zutt, Steinstraße 84/86. Schöne, vollständig neu herge- richlete Wobnung von 3 Zimmern nebst allem Zubehören ruhige Leute zu vermieten. 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