1 40, i.5q 170 ettbtg# ZeAavd. Nr. 121 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 25. Mai 1001 "täglich mH SsUeä&Rt WC Montag». SMe ftmtliei- Kautt »ttltn dem Hn« ^-Vri»rS • M vermieten. SbnMe 1. TlaiiiF Selierslve^, Laben, Jtorw, mmer und 5 Mansal-emdm, sofort ober später ii'ttmiden, it. zu verkaufen. Whmtz Semttvl- 71, I. rine Wohnung i 4 biS 6 ßimmtr uoifaffend, aHtm Zubehör, lvird zu n acjuit. Anerbieten mit tangabe u Nr. 8881 find A WWk VÖVV^ "«Sä 10081 ff' llchtiger Ss>M d dauemde Beschäftigung^ «ebaFstaeckt, Echan,eK MMch gesucht« -T^uTTeigiHe® isdlll W sofort Mcht. Ätttrowte?*!- —.—ftx inchlt oigelM^ ** »AR wÄ K-KUr SKS» Ä?" ’SgSgt -ld) it Graf Goluchowski über die Politische Lage. In den im Frühjahr regelmäßig stattfindenden Delegationen hat Graf Goluchowski, der österreich-ungarische Minister des Aeußeren am Mittwoch die Unerschütterlich- feit des Dreibundes betont; er hob aber auch noch hervor, daß alle Ausstreuungen, etwaige wirtschaftliche Kämpfe der Treibundstaaten untereinander würden die politische Allianz bedrohen, unrichtig seien. Graf Goluchowski sieht die gegenwärtige Situation nicht allzu rosig an, er warnt vor aller Schönfärberei und läßt es dahingestellt sein, ob die Dinge in Europa auch in Zukunft einen ruhigen Verlauf nehmen. Der Minister hat dabei hauptsächlich die Balkanhalbinsel im Auge, Ivo ja Oesterreich-Ungarn im hohen Grade interessiert ist. Was er mit den Worten sagen will, daß im nächsten Orient selbst das glücklich bestehende Einvernehmen Oesterreich-Ungarns mit Rußland nicht immer wirksam aufzutreten vermöge, ist im ersten Augenblick nicht recht verständlich, aber der Graf wollte wohl damit andeuten, daß Rußland mehr als billig aus dem Balkan Sonderinteressen verfolge, die es verhinderten, seinen vollen Einfluß gegen Machenschaften auszuüben, die auf eine Veränderung des status qua hinauslaufen, und es klingt fast wie eine Drohung, wenn Goluchowski erklärt, Oesterreich-Ungarn könne Anschläge gegen die bestehende politische Ordnung oder Verschiebungen nicht zugeben. Der Form nach mögen diese Warnungen ja zunächst nach Sofia gerichtet sein. Also auch die europäischen Kabinette schreiben die Beunruhigung auf der Balkanhalbinsel dem Umstande zu, daß die bulgarische Regierung der mazedonischen Bewegung nicht energisch genug entgegentritt, sie vielleicht gar noch im Geheimen schürt. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo die bulgarischen Staatsmänner mit Schrecken sehen werden, daß sie die Geister, die sie riefen, nicht mehr los werden können. Vor diesem Zeitpunkt will jedenfalls Graf Goluchowski den Fürsten Ferdinand warnen, denn niemand weiß im Voraus zu sagen, ob nicht eine Aufrollung der mazedonischen Frage verhängnisvolle Folgen für ganz Europa mit sich bringt. Hoffentlich nützt die Warnung, die von Wien aus gen Sofia ergangen ist, ebenso toie die vor einigen Jahren an Serbien gerichtete. Auch die Serben hatten damals begonnen, unklug zu handeln und den Frieden aufs Spiel zu setzen; glücklicherweise besannen sie sich- noch im letzten Augenblick eines Besseren. Alles in allem genommen, kann man aus den Worten Goluchowskis den Schluß ziehn, daß zwar heute noch die Lage ruhig und friedlich ist, daß aber Ueberraschungen nicht ausgeschlossen sind, und jeder gut thue, sich diesen Ueberraschungen gegenüber zu wappnen. • e Unser Berliner Mitarbeiter schreibt unterm 23. Mai: Tie hochpolitische Rede des österreich-ungarischen M i - nisters des Auswärtigen hat in den hiesigen Re- -ierungskreisen, wie bei der öffentlichen Meinung einen günfligcn Eindruck erzielt. Aucb in formeller Hinsicht zollt man dem Bortrage Anerkennung. Man findet, daß die geschickte diplomatische Diktion an die des Grafen Bülow erinnert. Materiell steht naturgemäß im Mittelpunkte des Interesses der auf den Dreibund bezügliche Redeabschnitt. Wirkt auch die Versicherung des Grafen Goluchowski, daß «lle Gerüchte von der Erschütterung des Dreibundes aus der Luft gegriffen seien, nicht gerade mit der Vollkraft der Ueberraschung, so erregt doch die Schärfe und Prägnanz dieses Dementis Aufsehen, insbesondere die ausdrückliche Betonung, daß das politische Bündnis über wirtschaftlichen Meinungsverschiedenheiten (Handelsverträge) nicht in die Brüche gehen werde. Die Bezugnahme auf die extrem-agrarischen Zollkriegsneigungen ist unverkennbar. Ueberhaupt hat die Rede einem Scheinwerfer gleich die Situation beleuchtet. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sich die italienische, russische und französische Presse über die Angelegenheit äußert. Die Lage in China. Wie die „D. W." aus guter Quelle erfährt, hat der unlängst in Urvöle stattgehabte Vortrag des Grafen Bülow beim Kaiser nicht nur, wie wir bereits berichteten, die Zurückziehung eines Teils, der Landtruppen in China, sondern auch) die R ü ckb eord er u n g der dort befindlichen Schlachtschiffe zum Zweck gehabt. Falls nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten und eine Mänderung des Beschlusses nötig wird, ist die Rückkehr der Linienschiffe „Kurfürst Friedrich Wilhelm", „Brandenburg", „Weißenburg" und „Wörth" in die £>eimat schon in nächster Zukunft zu erwarten. An eine Schwächung unseres ostasiatischen Kreuzergeschwaders ist freilich auf lange hinaus kaum zu denken, und die Flotte der Flußkanonenboote und der für die Flüsse armierten Fahrzeuge wird eher verstärkt als vermindert werden. Graf Wal der fee meldet aus Peking vom 22. d. M.: -Lordwestlich Wan, 28 Kilometer von Paotingfu, fanden «'eitere Zusammenstöße von Teilen des Bataillons Wichura mit zersprengten Boxer-Abteilungen statt. Die feindlichen Verluste betragen 110, die eigenen 2 Verwundete. Im englischen Unterhaus erwiderte der Staatssekretär für Indien auf eine Anfrage, betr. Verleihung einer internationalen Dekoration an die Truppen ver- sühiedener Länder, die an den Operationen in China teil- Aenommen haben, die Sache werde erwogen, sei aber noch «richt soweit vorgeschritten, daß er darüber eine Erklärung ergeben könne. Politische Tagesschau. Daß Abdul Hamid bei dem Rechtsbruch, den er in Sachen des internationalen PostdieupeS den Mächten gegen über verschuldete, so glimpflich davongekommen ist, hat er Deutschland zu danken. Die „Köln. Zig." stellt, ersichtlich offiziös, fest, daß der freundschaftliche Rat Deutschlands den Sultan zur PreiSgave seiner Buffaffung bewog, die ihm schwere Demütigungen hätte einbriugen müßen. Man geht wohl kaum fehl in der Annahme, daß der deutsche Botschafter am Goldenen Horn, Frhr. v. Marschall, dem der Sultan sein besonderes Bertrauen zuwendet, hier erfolgreich sich ins Mittel legte. Ts war ein Liebesdienst, denn Deutschland hat niemals das Bedürfnis empfunden, eine leitende Rolle am Bosporus zu spielen. Eine Liebe bleibt gleichwohl der anderen wert, noblesse oblige. Abdul Hamid könnte jetzt recht wohl Anlaß nehmen, die KonzesfionS Erteilung für den Bau der Bagdad-Bahn, auf die bekanntlich ein deutsches Unternehmer-Konsortium seit geraumer Zeit wartet, zu erteilen. Ein stichhaltiger Grund für die Verzögerung ist ohne- din nicht zu ersehen. Deutsches Ueich. Berlin, 28. Mai. Der Kaiser schenkte dem Chef der Firma Schichau, Geh. Kommerzienrat Ziese, der gestern nach Prökelwitz zur kaiserlichen Tafel geladen war, zwei große Bilder mit eigenhändiger Unterschrift. Der Kaiser hat die Weisung gegeben, daß die Bilder in den Arbeiterspeise- sälen der Schichauwerke in Elbing und Danzig aufgehängt werden. — Entgegen dem ursprünglichen Plane werden der Kaiser und das sächsischeKönigSpaar dem am 6. Juni in Danzig stattfindenden Stapellaufe des Schlachtschiffes „D" nicht persönlich beiwohnen, vielmehr wird Prinz Johann Georg von Sachsen als Vertreter des Königs Albert den Taufakt vollziehen. — Staatsminister Dr. v. M i q u e l ist gestern zu zweiwöchigem Aufenthalte in Zeffel, Kreis Oels, eingetroffen. Er geht dann nach Berlin zurück, wo er zu einer Privat- audienz beim Kaiser befohlen ist, und fiedelt Anfang Juni nach Frankfurt über. — Wie ein Berichterstatter mitteilt, sollen Vorkehrungen getroffen werden, damit die unkontrollierte Wiedergabe kaiserlicher Reden in der Preffe möglichst ver mieden werde. Diese Vorkehrungen sollen schon bei der Enthüllung deS Nationaldenkmals für den Fürsten Bismarck Platz greifen. Inwieweit dieses letztere richtig sei, wiffen wir nicht. Bisher war nur bekannt, daß bei dieser Ent hüllung im Namen des Komitees der Abg. Dr. v. Levetzow und im Namen des Reichs der Reichskanzler sprechen werde. — General Bonn al, Direktor der französischen Kriegs- Akademie zu Paris, der militärwiffenschaftlich gebildeten Welt der europäischen Heere als hervorragender Militär-Schriftsteller bekannt, trifft am Pfingstsonntag, vom Kaiser zur Truppenschau eingeladen, in Berlin ein und steigt als Gast des Kaisers im Hotel Bristol ab. In seiner Begleitung befindet sich der Oberstleutnant Gallet, Attachee des Kriegs- Ministers Andree. Als eine weitere Etappe in der Besftrung unserer Beziehungen zum französischen Nachbarstaat darf dieser Besuch wohl allgemeine Beachtung beanspruchen. General Bonnal, in der Militärschule St. Cyr ausgebildet Diente zuerst in Afrika, wurde 1870 schwer blessiert, war 1880 Direktor der Ecole gymnastique in Joinv.lle le-Poni, 1885 Organisator der anamitischen Armee in Tonkin (Ost- Indien), später Professor der Taktik, Strategie und Kriegsgeschichte an der Kriegs-Akademie zu Paris, 1899 Brigade- Kommandeur. Durch die Heirat seinem Bruders, früheren Gouverneurs von Tonkin, mit der Freiin von Steinaecker, einer Enkeltochter mütterlicherseits des 1859 verstorbenen Königlich preußischen Generalleutnants Karl von Bagensky und väterlicherseits des Generals Baron von Steinaecker, früheren Kommandanten von Kolberg, steht der General Bonnal mit hochgeachteten alten preußischen Soldatenfamilien in verwandtschaftlicher Beziehung. Wir heißen diesen hervorragenden Gast unseres Kaisers sowie seinen Begleiter, den Herrn Oberstleutnant Gallet, freundlich und herzlich willkommen. — Der Bundesrat überwies in feiner heutigen Sitzung den Antrag Bayerns, betreffend die Anerkennung der Reifezeugnisse der bayerischen Industrieschulen als vollgiltige ÄorbildungSnachweise für die Zulaffung zur Prüfung der Nahrungsmittel Chemiker, den zuständigen Ausschüssen. Der Gesetzentwurf, betreffend Versorgung der Kriegsinvaliden und der Kriegshinterbliebenen, wurde in der vom Reichstage beschlossenen Faffung angenommen. Dem AuS- schußantrag, betreffend die Rückvergütung der Brau steuer bei der Ausfuhr von Bier, wurde die Zustimmung erteilt; ebenso dem Ausschußantrag zur Vorlage vom 14. Dezember v. I., betreffend die Approbation als Arzt, und den Ausschußberichten über die Vorlage, betreffend den Entwurf eines Nachtrages zu bem Vertrag über die Einrichtung und die Unterst cktung von Postdampfer Verbindungen mit Afrika vom 21./9. Juli 1900, und über die Vorlage, betreffend den Bezug von Unfallrenten durch Hinterbliebene eines Ausländers in ausländischen Grenzbezirken. — Auf Anregung der Deutschen Kolonial-Gesellschast ist die Ausführung von Eingeborenen sämtlicher deutscher Schutzgebiete zu SchuustellungSzwecken uutcrsagt worden. — Wie wir hören, beabsichtigt die Regierung, die Zu» laffungl der Realgymnasial. Abiturienten auch zu« Studium der Rechte durchzuführen. — In Düsseldorf fand gestern eine Versammlung der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl * Industrieller statt, in der einstimmig be- schloffen wurde, den Bundesrat zu ersuchen, er möge der vom Reichstage angenommenen Abänderung des Gewerbegerichls- gesetzes die Genehmigung versagen. — Die gesamte Besatzung der Kaiseryacht Hohenzollern, vom Obermaat abwärts, wurde auf Befehl des Kaisers gestern mit Stroh hüten, nach englischem Muster geformt, versehen. — Unter Vorsitz des Unterstaatssekretärs Fleck bat sich gestern der Landescisenbahnrat konstituiert. Die Vorlagen des Ministeriums wurden ohne Debatte dem ständige« Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. — Der elsaß-lothringische LandeSauSschnß hat nach längerer Debatte eine Resolution angenommen, iw der ein ausreichender Zollschutz für dieLandwirt- schäft bei den abzuschließenden Handelsverträgen verlangt wird. Greifswald, 23. Mai. Nach den bis jetzt vorliegenden Feststellungen wurden bei der am Dienstag er» folgten Reichstags-Ersatz wähl im Wahlkreise Greifswald-Grimmen abgegeben für v. Behr (kvns.) 7304, Gothein (freis. Ver.) 6019 und für Knappe (Sozialdemokrat) 1830 Stimmen. Bremen, 23. Mai. Gegenüber der Behauptung des Generals Spitz erklärt die „Weserzeitung", es sei als gänzlich bedeutungslos unerwähnt geblieben, daß, das Wei la nd- sche Eis en stück nach dem Kaiser noch einen Herrn auL dem Publikum getroffen habe. Dieser habe keine Kontusion, nicht einmal einen blauen Fleck davongetragen. Auch nachdem er vom Attentat erfahren, habe er den Zusammenhang mit dem ihn treffenden leichten Wurf nicht geahnt. Wiesbaden, 23. Mai. Gegenüber verschiedenen sensationellen und unrichtigen Meldungen wird festgestellt- Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar hat sich ant 10. Oktober v. Js. mit der verwitweten Frau Gräfin. Lucchesini geb. Brvckmüller in London trauen lassen. Prinz Bernhard hat freiwillig Verzicht auf seine fürstlichen Titelgeleistet und der Großherzog von Sachsen hat in feiner Eigenschaft als Chef des weimarischen Hauses Prinz Bern- hard und der Gräfin Lucchesini Rang und Titel eine& Grafen und Gräfin von Crayenberg verliehen. DaS- gräfliche Paar plant für die nächsten Monate einen Aufenthalt an der See und wird später seinen dauernden Wohn- sitz in Deutschland nehmen. Ausland. Stockholm, 23. Mai. Ter Reichstag nahm endgiltig einen Gesetzentwurf an, nach welchem das alte System der nationalen Verteidigung nach 6 Jahren ab* läuft, und ein neues auf die Tienstpflicht begründetes System eingeführt wird; und zwar soll danach in Friedenszeiten die Tienstpflicht bei der Infanterie und dem Trairr 240 Tage, bei der Artillerie und der Kavallerie 365 Tage und bei der Marine 300 Tage betragen. London, 23. Mai. Im Unterhaus erklärt auf eine Anfrage bezüglich des Baues schneller Kreuzer durch Rußland und Frautreich der Zivil-Lord der Admiralität Prety- man, daß die Admiralität nach genauer Prüfung dieser Schiffe beschlossen habe, schnelle Kreuzer^ nach dem Mon- mouth-Typ zu bauen. Mmr glaube, daß dieselben den in sie gesetzten Erwartungen entsprechen würden. Paris, 23. Mai. Eine Lex Heinze-Debatte entspann sich heute in der Teputiertenkammer. Bernard (Nationalist) brachte einen Antrag auf Abschaffung derTheater- zensur ein, und führte aus, es würden oft Theaterstücke verboten, die nichts Umstürzlerisches oder Anstößiges enthielten, während der Vortrag obscöner Lieder geduldet werde. Bernard verlangt die Dringlichkeit für seinen Antrag. Unterrichtsminister Leygues erklärt, er sei zwar ebenfalls für Abschaffung der Tl)eaterzensur, meine aber, datz die Sache nicht eilig sei, und beantrage deshalb Ablehnung der verlangten Dringlichkeit. Das Haus lehnt die von Bernard beantragte Dringlichkeit ab. — Tie russische Anleihe ist stark überzeichnet worden. Von den nicht voll eingezahlten Stücken werde«, nur 10 Prozent, von den voll eingezahlten 50 Prozent, zugeteilt. Rom, 23. Mai. Heber den Selbstmord B r e s c i s wird gemeldet: Bresci war seit seinem Strafantritt trübe gestimmt, sprach jedoch sehr gerne. Als ihm ©^^meige»L anbefohlen wurde, erwiderte er: „Sie werden sehen, daß mein Tag nicht mehr fern ist, und Sie werden dann bedauern, mich so behandelt zu haben." In den ersten Tagen der Vergangenen Woche versuchte Brescr sich auf einem Fol- das den der Ao« dem Einkommen Die Rückvergütungen ab Bleibt In 1899/1900 Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein, sowie für die gewerblichen UnterrichtSanstalten ernannt. ** Nach dem Jahresbericht des Oktroi-Inspektors Maser pro 1900/01 beträgt. Aus Stadt und Kand. Gießen, den 24, Mai 1901. Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat Staatsschuldenkassebuchhalter Ludwig Götz zum Rechner »vald verlief in der herrlichsten Weise. Es hatten sich 3 3 Abgeordnete aller Parteien, sowie 8 Herren von der Regierung, darunter Finanzminister Gnauth, Ministerialrat Braun rc. beteiligt. Tie Herren fuhren mittelst Extrazugs vormittags 8.13 Uhr nach Hetzbach; von hier gings per Wagen nach Beerfelden, wo großartiger Empfang und Frühstück mit Konzert stattfand. Beerfelden hatte geflaggt. gender Willkomm-Gruß war angebracht: „Seid willkommen Ihr Herren in unserer Stadt, Tie noch keine Eisenbahn hat. ernteten die lebhafteste Anerkennung der zahlreichen Be- sucher. Auch der Großherzog besuchte nach dem Theater nodj längere Zeit in Gesellschaft des russischen Legationssekretärs von Toubensky, sowie des französischen Malers de Scevola, dem z. Zt. die Großherzogin zu einem Bilde sitzt, in lebhaftester Stimmung die Parterre-Räume der Restauration. — Tie Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung gemäß § 139 f der Reichsgewerbeordnung den Ladenschluß auf abends 8 Uhr fesHu- setzen; ausgenommen sind Bäcker-, Metzger-, Zigarren- und Barbiergeschäfte und alle Geschäfte des Nahrungsmittelgewerbes. Für Vergrößerung des städtischen Elektrizitätswerkes wurden 143 000 Mk. bewilligt. — Tie einzige hessische Stadt mit 8 Uhr-Ladenschluß ist Offenbach a. M. — Voraussichtlich wird es in der Zweiten Kammer wegen des nach der neuen Bestimmung zu wählenden Zweiten Vizepräsidenten lebhafte Tebatten geben. Während von nationalliberaler Seite der Abg. Köhler-Worms, event. Reinhard vorgeschlagen wird, verlangte die in der letzten Session neugegründete freie wirtschaftliche Vereinigung unter dem Vorsitz Schönoergers den zweiten Vizepräsidenten ans ihren Reihen, die Nationalliberalen wollen indessen diese Vereinigung nicht anerkennen. Ter heutige Ausflug der Zweiten Kammer in den Oden- Tieburg angekommenen Herrn Wachtmeister Lommel festgenommen und geschlossen in das Amtsgerichtsgefängnis nach Groß-Umstadt erngeliefert. Frankfurt a. M., 23. Mai. Der BezirkS-Eiseu- bahn rat hielt hier gestern eine Sitzung ab. Die Behänd- ung des Antrags Koch-Gießen betr. Errichtung einer Haltestelle der Main-Weser-Bahn im Norden Gießens wurde von der Direktion auf Grund der Ge- chäftSordnung, die Gegenstände lokaler Natur ausschließt, Wächter zu stürzen. Tanach wurde er tobsüchtig, so daß ihm die Zwangsjacke angelegt wurde. In den letzten Tagen schien sich Bresci ganz geändert zu haben, sprach nicht mehr, und schien über einen traurigen Entschluß zu brüten. Vergangene Nacht riß er aus seinen Beinkleidern vier Streifen, verfertigte daraus ein Seil, dies befestigte er an die Tecke und hing sich daran auf. In die Gefängniswand ritzte er mit dem Fingernagel das Wort „Rache" ein. Ter Minister des Innern sandte den Generalinspektor der Gefängnisse zur Feststellung der Umstände des Selbstmordes nach Santa Stefano. Ebenso reiften dorthin von Neapel der Untersuchungsrichter und ein Amtsarzt ab. Ein Wächter will gesehen haben, wie Bresci mittels eines Handtuches an der 2 Meter über dem Boden befindlichen Gitterstange sich erhängte. Der Wärter sei sofort hinzugeeilt, habe ihn aber bereits sterbend vorgefunden. Bresci hatte jede Hoffnung auf den baldigen Ausbruch einer Revolution, die ihn befreien sollte, verloren. Er geriet in Verzweifel- ung, zumal er das Schweigegebot und die vollständige Isolierung, die sieben Jahre dauern sollten, nicht ertragen tonnte. Es ist noch nicht bekannt, welche Schuld die Ge- kängnisbeamten trifft, die einen Extrasold empfingen und oen Gefangenen nie außer Augen lassen durften. Wien, 23. Mai. Im Polen kl u b provozierten die Demokraten angesichts der Delegationsverhandlungen eine Debatte über den Dreibund. Romanowitz meinte, man dürfte 'sich nur sehr kühl zum Dreibund stellen und die Verfolgungen der Polen in Preußen nicht mehr unerwähnt lassen. Todoszynski sagte, Goluchowsky möge sich mit der Mahnung, den Dreibund in der öffentlichen Meinung nicht zu untergraben, an Preußen wenden; Preußen dürfte nicht vergessen, daß im Ernstfälle mehrere hunderttausend polnische Soldaten aus Oesterreich und Preußen Schulter an Schulter kämpfen sollen und wenn Preußen so weiter fortfahre, dürfte es nicht genügen, daß man sie, wie 1870, mit polnischen Melodien in den Kampf werde führen wollen. Abg. Tanielak behauptet, daß die Allianz mit Preußen in der öffentlichen Meinung bei den Polen bereits gerichtet fei, und daß sich immer mehr slawische und panslawische Sympathien geltend machen. Kozlowski erklärte, auch er werde eine kühle Reserve beobachten; man dürfte jedoch nicht ganz dem Gefühle folgen und erwägen, ob den Landsleuten in Preußen nicht geschadet werde; mit großer Energie müsse gegen die dem Völkerrechte hohnsprechenden Ausweisungen protestiert werden. Franzensbad, 23. Mai. Hier verlautet, die Königin Draga von Serbien werde sich auf ärztlich? Anordnung einer Franzensbader Moorkur zu unterziehen haben. Johannesburg, 23. Mai. Reutermeldung. Der frühere Präsident Pretorius ist am 19. Mai in P-ot- schefshoom nach zweitägiger Krankheit gestorben. Heber 1000 Einwohner und Flüchtlinge nahmen an dem Be- Uräbnis teil. 108 993 04 13 001 57 95 991 47 90 241 54 104 150 66 13 909 12 90 241 64 Eine Nebenbahn haben genehmigt Sie wohl. Darob sind wir des Tankes voll. Wir sollen nvn schauen eine Schmalspurbahn, Auf der kommt man billiger den Berg hinan. Da sagen wir Ihnen, Ihr hohen Herrn, Wir sehen für immer die T^rehscheib nicht gern. Möchten Sie doch, nochmals Kraft entfalten Und eine Vollbahn uns gestalten." (®ine hübsche, aber sehr staubige Fahrt durch Finkenbacherthal brachte die Herren in den Naturalisten nach! Hirschhorn, wo nach hübschem Empfang ein ausgezeichnetes Mittagsmahl, von launigen Reden und Konzert ge- Erzt, eingenommen wurde. Die Gesellschaft brach alsdann nach Neckarsteinach, auf, wo sie ebenfalls großartig empfangen wurde. Dann benutzten sie den weiteren Zug, um über Heidelberg nach Darmstadt abzureisen. Die be- ^sichtigte Bootfahrt auf dem Neckar mußte wegen der Windstille und des niedrigen Wasserftandes unterbleiben, doch wird der Ausflug allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. Allseitig fiel es auf, da'ß an den meisten Plätzen, die man durchfuhr, weitere Wünsche nach Nebenbahnen und Kreisstraßen laut wurden. Dieburg, 23. Mai. Eine wirklich originell-dreiste Gönnerschaft im Fahrkarten schwindel entwickelte in letzter Zeit ein etwa 30jähriger Fuhrknecht aus dem benachbarten bayerischen Grenzdorfe Wenig-Umstadt. Er wußte sich den Tienstanzug eines Lokomotivführers zu verschaffen und fuhr, also legitimiert, wiederholt ohne Bittet auf der Bahn. Als er gestern nachmittag in dieser Weise wieder mit dem Schnellzug 4.02 nach Darmstadt fahren wollte, erregte er Verdacht und wurde zur Vorlegung seiner Papiere aufgefordert. Der geriebene Bursche legte dann auch ein ganz regelrecht abgefaßtes selbstgefertigtes Anstellungs-Dekret als Lokomotivführer auf der Strecke Homburg- Usingen vor, dem aber der behördliche Stempel fehlte. Der Schlaue sah sich entlarvt und entfloh eilig nach Alt- Heim zu. Das dortige Bahnpersonal wurde sofort telegraphisch benachrichtigt und ein Bahnwärter in Begleitung oes Polizeidieners, Beide zu Rad, machten sich schleunigst an die Verfolgunng des Signalisierten. Sie trafen ihn bei Gastwirt Heil gerade noch rechtzeitig in dem Augenblicke an, als er den Wagen des Wirtes besteigen wollte, um ich von demselben als wohlbestallter preußisch-hessischer Lokomotivführer nach Schafheim fahren zu lassen. Er wurde natürlich zurückgehalten und von dem mittlerweile aus .. Das Oktroi'Einkommen der Stadt Gießen: in 1900/01 Mk. Pfg. In 1899/1900 Mk. Pfg. i. Von Schlachtvieh 35 525 98 36 884 63 2. „ Fleisch und Wildpret 5 996 61 6 475 88 s. „ Brennmaterialien 29 625 90 32 678 74 4- „ Mehl und Früchten 4 520 04 5 126 15 5- , Getränken 28 482 13 27 827 64 Im Ganzen 104 150 66 108 993 04 Im 1899/1900 104 150 66 Mithin in 190i /01 mehr 4 842 38 B. Die Rückvergütungen betragen: 1. Für Schlachtvieh und Fleisch { " 861 54 2. „ Brennmaterialien 1 180 27 608 98 3. , Mehl und Früchte H 2 550 47 2 553 06 ©etränle { 6 J“ “ 6 366 22 r. , An das Militär 2 850 44 2 611 82 Im Ganzen 18 909 12 13 001 57 In 1899/1900 13 909 12 Mithin in 1900/01 weniger 907 55 C. Abschluß. Daher in 1900/01 mehr 5 749 98 •* Durchgehendes Pferd. Am Mittwoch ging einem Kutscher, der Mineralwasser geladen hatte, in den Neuen Bäuen das Pferd durch und kam zu Fall, wobei die Scheere brach. Ein größeres Unglück hätte leicht passieren können, wenn nicht sofort Borübergehende hinzu geeilt wären. -a- Saasen, 23. Mai. Bezugnehmend auf eine kürzliche Rotiz über die Haltestelle Wetterfeld, die mit dem etwa 10 Minuten abgelegenen Dorfe durch eine Straße verbunden wurde, machen wir an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, daß es auch im Interesse der hiesigen Haltestelle und unseres Dorfes gelegen wäre, wenn von hier nach der Gtaatsstraße in direkter Richtung nach Harbach ein chauffierter Sßcg angelegt würde, zumal der bereits vorhandene Feldweg »ber sehr nasses Gelände führt, sodaß Reiselustige nicht selten abgehalten werden, die hiesige Haltestelle zu benutzen. a. Allendorf a. d. L, 22. Mai. Da die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Londorf — Lollar infolge der mrVn cjalnteifröJte Jc^r gehindert und durch die bedeutenden Niederschläge teilweise beschädigt wurden, so dürfte die ursprünglich im Herbst beabsichtigte Eröffnung der Bahn nicht vor dem 1. Januar 1902 erfolgen. Ä N deute im Darmstädter Spielhaus stattgehabte Earl Friedberg-Abend hatte sich eines verhältnismäßig guten Besuches zu erfreuen, cmch ber Großherzog war (ganz ohne Gefolge) anwesend. F. spielte Improvisationen über Gedichte von öeme und Holz- «mer, und daraus eine Etüde und eine Ballade von (Stjopin. Morgen findet im Spielhause großes Sinfonie Konzert statt. Die ausgezeichneten Garten-Konzerte der Kapelle „Stix" beanstandet. Der Antragsteller ließ es im Interesse der Sache auf eine Abstimmung hierüber nicht ankommen und zog den Antrag zurück. Nach Beendigung der Tagesordnung nahm er Veranlassung, mit dem Präsidenten diese Angelegenheit zu besprechen, der seine Geneigtheit zu erkennen ab, wegen Errichtung dieser Haltestelle nochmals in Ber- , and langen etnzutreten. Hiermit ist dasselbe erreicht, was eine günstige Abstimmung im Bezirks-Eisenbahnrat hätte erzielen können. Vom Präsidenten des Finanzministeriums, Gnauth, lag der Direktion eine telegraphische Zustimmungserklärung zu diesem Anträge, der sein letztes Schmerzenskind betraf, vor. Der von Kommerzienrat Koch gemeinsam müden Herren Friedr. von Schenk-ArnSberg und Wüstefeld-Münden gestellte Antrag, betr. Ermäßigung der Lagerplatzmieten ür Mafsenprodukte wurde nach längerer Debatte dem Ausschüsse überwiesen, und wird in der November-Sitzung zur Erledigung kommen. Der Antragsteller beschwerte sich speziell über die auf den Oberheffifchen Stationen in jüngster Zeit stattgefundene Erhöhung dieser Mieten um über 50 Pro zent. Es dienen gerade diese vorzugsweise der Ansammlung von Holz, welches meist in Kleinfuhren zur Bildung eines Doppelladers herangebracht werden müße. Zugleich sei in diesen Lagerplätzen auch eine BerkehrSerleichterung für die Stationen selbst zu erblicken, indem dieselben sehr häufig bei geschehener Anfuhr es an der rechtzeitigen Gestellung der Wagen fehlen ließen. Die Erhöhung sei zumal in Anbetracht der geringwertigen Produkte, um welche eS sich handle, nicht zu rechtfertigen. Die Direktion gab Herrn Komerzienrat die Erklärung ab, daß sie betr. der Oberheffifchen Stationen alsbald, nach Einbringen des vorliegenden Antrags die Erhöhungen zurückgezogen habe. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstantt«. Der Schutzmann Zesch in Wiesbaden ist wegen des gegen chn eingeleiteten Meineidsverfahrens auf Veranlassung des Regierungspräsidenten vom Dienst suspendiert worden. — Im sränklschen Dorfe Gersbach wurde die 82 Jahre alte Ehefrau des Landwirts Güllich von einer scheu gewordenen Kuh mit den Hörnern buchstäblich aufgespießt, sodaß der Magen und die Gedärme hervortraten. Nach einigen Stunden qualvollen Leidens erlag die Greisin ihren gräßlichen Verletzungen. Vermischtes. * Hebet die Vorgänge beim Rücktritt Dr. o. Miquels, insbesondere bei dem Besuche deS Herrn v. WilmowSki werden in der liberalen Presse allerlei Geschichten erzählt, die beweisen sollen, daß Herr v. Miquel durch seine Verabschiedung ganz überrascht und erschüttert worden sei. Er soll bei der Mitteilung deS Herrn v. WilmowSki nicht nur auf den Stuhl gesunken, sondern sogar in Thränen auSgebrochen sein. Die Post erklärt diese Erzählungen für Legenden, lächerliche Behauptungen und dümmste Schwin- deleien und versichert, sie wisse bestimmt, daß niemand mehr erstaunt und entrüstet über diese und andere auf freier Et- findung beruhende Behauptungen über seinen Besuch bei Herrn v. Miquel sei, als gerade der Chef der Reichskanzlei. TS handele sich bei den in der linksliberalen Presse beliebten Darstellungen jenes Vorganges nicht um auf tatsächlichen Unterlagen beruhende Angaben, sondern um die Absicht einer Legendenbildung zu dem Zwecke, Herrn v. Miquel noch bei seinem Scheiden etwas anzuhängen, wie in der Fabel der Esel dem toten Löweu. * Heber den angeblichen Eigarrenschmuggel, in den der Name des neuen deutschen Generalkonsuls von Haxthausen in Marschau verwickelt wurde, wird von frort geschrieben: „Der polnische „WarszawSki Kurjer" wußte kürzlich zu berichten, daß in dem UmzugSgut des Generalkonsuls sich 12 000 Cigarren vorgefunden hätten, die somit also zollfrei eingeführt werden sollten, und daß die Strafe für Zollunterschlagung in diesem Falle also 4000 Rubel betragen hätte. Es ist erfreulich, daß der Vorstand deS War» schauer Zollamts selbst sich beeilt hat, in dem halbamtlichen russischen „Warszawski Dnewnik" den wahren Sachverhalt aufzuklären. Er schreibt: „In dem aus Berlin mit Nm- zugSgut eingetroffenen Möbelwagen für beX deutschen Gene- ralkonsul in Warschau, Herrn von Haxthausen, wurde, nachdem die Güter aus dem Wagen im Zollamt auSgeladen worden waren, entdeckt, daß sich dort auch 4500 Cigarren befanden im Werte von 450 Rubel. (Eine sofort angestellte Untersuchung ergab, daß diese Cigarren in den Wagen hinein- gelegt worden waren, um sie zollfrei nach Warschau einzuführen, und zwar von einem der Packer der Firma Gustav Knauer in Berlin, der die Sendung nach Warschau begleitete. Der Packer hat auch sofort ein reumütiges Geständnis abgelegt, war aber nicht in der Lage, die Zollsumme im Betrage von 900 Rubel (doppelter Wert des unterschlagenen Zollgutes) zu entrichten, und infolgedessen wurde einstweilen der Wagen elbst mit Beschlag belegt und in Warschau zurückbehalten." Dieser Sachverhalt erklärt zur Genüge, daß Generalkonsul von Haxthausen persönlich mit der Angelegenheit gar nichts zu thun hat, und von dem polnischen Blatte „WarszawSki Kurjer" ganz unbegründeter Weise hineingezogen worden ist. * Tie Tragödie eines angeblichen beut» chen Offiziers. Eine hochromantische Geschichte er» »ählt der „Newyorker Herald" (Pariser Ausgabe) von einem ireußischen Offizier, der nach 45 Jahren des Exils in wenig Tagen hier in seiner Heimat wieder eintreffen soll, um ich bei seinem alten Regiment vorzustellen und später vom Kaiser in Gnaden empfangen zu werden. Ter Warne des vielgewanderten einstigen Leutnants beim 4. Ulanen» Regiment ist Graf Edmund von Larisch. Er war im Jahre 18Z6 in Salzwedel garnifoniert, damals 22 Jahre alt, und >er schmucksten und schneidigsten Offiziere einer. Eine leidenschaftliche Neigung hatte ihn — immer dem genannten Blatt zufolge — für die schöne Gräfin von Arnim- Boytzenburg ergriffen. Aber auch sein Vorgesetzter, Graf von Ponitza, ein Offizier polnischer Abkunft, war von heftiger Liebe für die gleiche Dame entbrannt. Diese Rivalität führte zu schweren persönlichen Konflikten zwischen )en beiden Offizieren, die zuletzt ein erbittertes Ren- kontre im Kasino fcur Folge hatten. Am selben Tage, es war am 22. Mai 1856, also genau vor 45 Jahren, gerieten )ie Nebenbuhler bei der Regimentsparade an einander. Major von Ponitza nahm Gelegenheit, seinen Untergebenen in Gegenwart des Regiments auf das tiefste zu demütigen. Graf Larisch, in blindem Zorne über diese Kränkung, schleu- >erte seinem Vorgesetzten den Handschuh ins Gesicht. Ter Major, in Erwiderung, zog seinen Säbel und hieb dem Leutnant damit quer über das Gesicht. Graf Larisch zog nun seinerseits blank, ein kurzes Gefecht folgte, Graf Ponitza sank mit durchbohrter Brust tot vom Pferde. In )cr allgemeinen Aufregung gelang es Graf Larisch, zu entkommen. Er fand zunächst Aufnahme bei einer befreun- biteu Familie in der Nähe von Salzwedel und wandte sich von dort nach Calais und segelte später nach Amerika. Tort hat er die buntesten Schicksale erlebt. Unter einem Mädchennamen trat er im Sezessionskriege in die Armee ein und zeichnete sich vielfach aus. Als Kapitän im 2. Louisiana-Rifles-Regimen t wurde er in der Schlacht bet Tonnelsonville im Juli 1863 schwer verwundet. * Würzburg, 23. Mai. Beim Spielen mit einem Revolver hat im Hügel'schen Bad der Realschüler Happt den Sohn des Postoffizials Mahr erschossen. * Straßburg, 23. Mai. In verschiedenen Gegenden des Ober Elsaß, in Altkirch, in der Umgebung von Mülhausen, in Landser, Blotzheim, Niederhagenthal, Kembs uod anderen Orten wurde gestern früh 8 Uhr ein Erdbeben verspürt. • Amsterdam, 23. Mai. Nach einer amtlichen Meldung aus Batavia von heute gingen bei dem Ans brach des Vulkans Kelut heftige Aschenregen über den sechs * Kirchliche Nachrichten. c. 31/10/o Befohsanleihe . . 98.65 8% do tm 5. der der Dilanz pro 1900 1. An 2. H 3. M 4. u Das 3782 Kursbericht 3. 4. 88 05 98 35 87.90 95.85 96.40 43.50 , 25.90 , 26.80 , 82 20 Tendenz oroie gegen den Glaser Bernhard Lewinski auS Könitz eingelettete Verfahren wegen wiffenllichen Meineides, den sie In der Schwurgerichtsverhandlung gegen Maßloff geleistet haben sollten, eingestellt und die drei Nersonen außer Verfolgung gesetzt. vorgerufen, dadurch, daß er sich in heftigen Ausfällen gegen den Regierungsvertretec Zechner erging. Die Sitzung wurde unter großem Lärm geschlossen. über Verteilung des Reingewinns. Erstattung des Rechenschaftsberichts. Ankauf von Gelände und Festsetzung des Bauprojekts für 1901/02. Ergänzungswahl für Vorstand und Ausftchtsrat. Residentschaften Kediri, Madioen, Surakarta, Diogiokarta, Ledu und Samarang nieder. Die Bevölkerung von Blitar hat infolge der Eruption die Flucht ergriffen. Gerüchtweise verlautet, daß schon viele Eingeborene getötet seien. Sonntag dm 26. Mat. 1. Pfiugstfeiertag. Gottesdienst- In per Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatthäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser. In der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießm durch Agent Carl LooS. Bremen, 22. Mai. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doptzelschrauben-Schnellpofidampfer Kaiser Wilhelm der Große, Kapt. H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr vormittags wohlbehalten in New-Aork angekommen. Die Rechnung pro 1900 liegt acht Tage lang zur Einsicht Genossen, Gartenstraße 11, offen. 3781 Gießen, am 23. Mai 1901. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Baugenoffenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Gieße« eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. L. Heyligenstaedt. Meteorologische Beobachtungen bet Station Giefteu.___ Arbeiterbewegung. Budapest, 23. Mai. In Reschitza sind 250 Brückenarbeiter der Oesterreichisch ungarischen Staatsbahn Gesellschaft in den Ausstand getreten. Dieselben fordern eine Herabminderung der Arbeitszeit auf 10 Stunden. Neueste Meldungen. (TelephoN'Meldungeu des „Gießener Anzeigers".) W. Bonn, 24. Mai. 1.45 Uhr. Die Kaiserin tra heute zum Besuche des Kronprinzen hier ein. Am Bahnhof waren anwesend der Kronprinz und Prinz und Prinzessin Schaumburg-Lippe. ct. Kiel, 24. Mai. 1.50 Uhr. DaS Schiff der Süd- Polarexpedition „Gauß" hat heute eine Probefahrt unternommen. W. Kapstadt, 24. Mai. 1.10 Uhr. (Reuter» Meldung.) Wie berichtet wird, überraschte eine Abteilung der Hochländer-Jnfanterie ein Burenlager in der Nähe von Braudfort und zersprengte den Feind. 12 Buren sind getötet, 13 verwundet und 12 gefangen genommen worden. Kassel, 24. Mai. Bei einer großen Schlägerei in dem Dorfe Wollrodej wurden 10 Mann durch Stiche schwer ver» letzt. Der Gendarm wurde mißhandelt. Berlin, 24. Mai. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge, galten die letzitägigen Beratungen im Kultusministerium der Schaffung besserer Gelegenheit für die Volkes chu Hehr er, sich durch eine höhere Ausbildung für die höheren Volks- schuldienftstellcn, also die Kreis schul in spektion und das Lehramt der Lehrerbildungsanstalten vorzubereiten. ES sei anzunehmen, daß ein praktisches Ergebnis erreicht wurde. Madrid, 24. Mai. Gerüchtweise verlautet, zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Innern beständen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der durch die Wahlen veranlaßten Zwischenfälle. Eine Ministerkrisis se möglich. Wie», 24. Mai. Abgeordnetenhaus. Die Regierungsvorlage betr. die Einführung der Neunstundenschicht im Kohlenbergwerk wurde angenommen. Am Schluffe der Sitzung wurde durch den Abg. Breiter ein Zwischenfall her- Famüien-Nachrichten. Gestorben r Wilhelm Stammler, Großh. Oberamtsrichter i. P., in Darmstadt. — Hermann Adler, Teilhaber der Firma Gebrüder Adler, in Darmstadt. Doering. Haas 81/t 8/o KozboIb . . . 8 0/0 do . BVie/' Hewea . . . 5 °/o Italien. Bente . . 4% Griech. Monop.-Anl. 8 o/o Portugiesen . . 8 o/n Mexikaner , . . 41/| 0/0 Chinesen . . . UmversiMs Nachrichten. — Der o. Professor und Geh. Medizinalrat Dr. Karl G a r r 6 in Rostock wurde zum o. Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Königsberg ernannt. — In B e r l i n ist Professor Heinrich I a k o b s e n, Lehrer an der köntgl. Hochschule für Musik, gestorben. — Man schreibt auS Bonn: Dem Geh. Med. Rat Prof. Dr. o. Ley big, der am 21. dS. feinen 80. Geburtstag begeht, wurde aom Rektor und Senat der hiefigen Universität eine Glückwunfch- adreffe übersandt, worin u. a. betont wird, daß er der Zoologie, der vergleichenden und mikofkopischen Anatomie neue Bahnen geöffnet, der Zellenlehre eine gesicherte Grundlage gegeben und manchen wertvollen Baustein in die biologischm Wissenschaften eingefügt habe. Geh. Rat 9. Leydig wirkte von 1875 biS 1887 an hiesiger Universität und nahm später in seinem Geburtsorte Rothenburg a. b. Tauber Aufenthalt. — AuS Marburg wird geschrieben: Der Historiker Prof. Dr. o Below hat einen Ruf nach Tübingen aus den durch Prof, o. Hetnemann'S Tod erledigten Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte erhalten und wird ihm voraussichtlich Folge leisten. — An der Universität Freiburg i. B. studieren tm laufenden Sommersemester 11 immatrikulierte Damen, von denen 9 sich der Medizin und je eine der Philologie und der Archäologie widmen. — Dr. med. R ei n b ach hielt zum Zweck der Erlangung der venia legendi an der Universität BreSlau am 18. dS. seine Antritrrede, die daS Thema behandelte: .lieber den Krebs und seine Heilbarkett auf chirurgischem Wege." Die Habilitationsschrift handelte über: .Untersuchungen über den Bau verschiedener Arten von menschlichen Wundgranulationen." — Nach englisch dänischem Vorbild ist an der Universität BreSlau ein ^Akademischer Verein für praktische soziale Arbeit" begründet wordm. Seine Mitglieder falten, wie man mttteilt, in abendlichen Kursen sür Arbeiter Vorträge über Litteratur, Naturwiffenschaft und Technik und phrerr ihre Zuhörer durch Museen und Sammlungen. — Man schreibt onS Zürich: Unter den 702 in diesem Sommersemester an der hiesigen Hochschule inskribierten Studierenden befinden sich 131 Studentinnen, wovon der juristischen Fakultät 4, der medizinischen 83 und der philosophischen Fakultät 44 angehören. — Als Professor für Nervenheilkunde an der Universität Leiden wurde Dr. G. C. van Walsem, Arzt an der Irrenanstalt Meerenberg bei Bloemendoal berufen. Gesellschafts-Verein. Bei der heutigen Ziehung sind folgende Schuldscheine, und zwar: 1. von dem Anlehen 1. Janusr 1886 Rr. 77, 160 und 244, 2. von dem Anlehen 1. Juli 1882 Nr. 81, 82, 83, 84 und 85, zur Rückzahlung bei unserer Gesellschastskaffe oder dem Bankhaus A. Heichelheim auf den 1. Juli l. I. ausgelost worden und hört von diesem Tage an die Verzinsung auf. Rückständig ist von der letzten Ziehung der Schuldschein Lit. B. Nr. 52 des Anlehrns vom 1. Juli 1882. Gießen, den 18. Mai 1901. Gebhardt. Nach sämtlichen Gottesdiensten Kollekte für die Lutherstiftung. Montag Den 27. Mai. 2. Pfingstfeiertag. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und MarkuS- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Ve Uhr: Kinderkirche für die MarkuSgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Nächstfolgenden Sonntag, den 2. Juni, vormittags 8 Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der MarkuSgemeinde. I« der Joharme-kirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Euler. Vorm t'.agS 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler. An diesem Tagen wird nach allen Gottesdiensten eine besondere Kollekte für die Armen erhoben. Nächstfolgenden Sonntag, den 2. Juni, vormittags 8 Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus her LukaSgemeinde. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohonneSgemeinde. Katholische Gemeinde. SamStag den 25. Mai. Nachmittags um 4Vs Uhr und abends um 8 Uhr: ^Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 26 Mai. Pfingstsonntag. ' Vormittags von 6 Vs Uhr an: Gelegenheit zuryheU. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Mesie; vor und in derselben Austeilung der bett. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. MUitärgotteSdienst mit Predigt. „ um 9 Vs Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; feierliche Vesper. _ um 4’/s Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Montag den 27. Mat. Pfingstmontag. Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. M«sie; vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite hell. Mesie. „ um 9V, Uhr: Hochamt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Kunst und Wissenschaft. Maeterlinck in London. Aus London wird berichtet: Am Samstag fand in einer Matinee im Royalty Tyeatre die Aufführung von Maeterlincks „Pelleas und Melisande" statt. Der Dichter wird von dieser Vor- flelhing sehr angenehme Erinnerungen mit in die Heimat nehmen, denn zwanzig Minuten lang dauerten nach dem Fallen des Vorhangs die Hervorrufe, und als schließlich Mrs. Patrick Campbell den Dichter auf die Bühne führte, war der Beifall außerordentlich herzlich. Aber es gab auch im englischen Publikum viele Leute, denen Maeterlinck und sein Werk völlig unverständlich blieb, und der Widerstreit der Meinungen über den Dichter spiegelt sich in den verschiedenen K-ritiken sehr deutlich ab. So sagt i B. die „Morning Post": „Es ist, um den großen Maeterlinck zu zitieren, „als wenn man ein wenig Wasser in einem Musselinbeutel davontrüge", wenn man sich bemühte, irgend etwas Dramatisches in diesem Gemisch zu finden. Wenn etwas ein so hoffnungsvolles Stück wie „Pelleas und Melisande" hätte retten können, wäre es sicherlich das feine Spiel von Mrs. Patrick Campbell, Mr. Martin Harvey und Mr. G. S. Titheradae gewesen. Die übrigen Mitwirkenden ßchwatzten in dem bekannten feierlichen Singsang. Die bezaubernde Musik von Gabrel Faure iuar bei einem so armen Thema verschwendet, obgleich sie wie das Spiel bemüht war, so weit als möglich die Vorstellung vom Lächerlichen zum Erhabenen zu erheben." Ein anderer Kritiker meint dagegen: „Die Dichtung darf das ganze Königreich der Ein- bildungskraft, von der reinen Phantasie bis zum Ultra» Realismus, umfassen, und es scheint kein Grund vorhanden zu sein, weshalb das Drama nicht eine gleiche Freiheit haben sollte. Thatsächlich ist die Bühne ein wertvolles Mittel für die Phantasie und den Symbolismus, wenn der Künstler ersteht, der diese Dinge beherrscht. Maeterlinck ist im wesentlichen der Künstler, der das thun kann. Mit einem einfachen Dialog und ohne großen Aufwand malt er sein fein abgetöntes Bild des düsteren, phantastischen Schlosses und seiner Bewohner mit vollem über» zeugenden Erfolg." Gerichtssaal. P. Gießen, 24. Mai. Gewerbegericht. Unter dem Vorsitze bei Beigeordneten Wolff kam zuerst die Klage des Herrn LomS Petri II. gegen den Arbeiter Belloff zur Verhandlung. Der Beklagte hatte ohne Kündigung die Arbeit niedergelegt. Den Bemühungen des Vorsitzenden gelang es, chn wieder zur Aufnahme seiner Thättgkeit im Geschäfte des Klägers zu bewegen, wodurch diese Angelegenheit erledigt wurde. Zur zweiten Verhandlung stand die Klage des Kellners Stem gegen den Rtfiaurateur Steegmann. Der Kläger verlangte vom Bellagten für geleistete Arbeit einen Lohn von 8 Mk., während Herr Steegmann angrebt, ben Kellner ohne Salair engagiert zu haben. Auch hier gelang es dem Vorsitzenden nach längerem Zögern der Parteien einen Vergleich zu stände zu bringen, wonach der Beklagte dem Kläger für geleistete Dienste eine Sntschädigung von 5 Mk. zahlt. Darauf kam die Klage des Hautzburschen Nolte gegen den Hotelier Oppenheimer wegen einer Lohnforderung von 31 Mk zur Verhandlung. Der Kläger hatte seine Thätigkeit bei seinem Prinzipal eingestellt, weil dieser eine angeblich nicht zu der Arbeit ernes dauiburschen gehörige Reinigung der Treppen von ihm verlangte. Da bit Sache nicht ganz llar ist, wird zur Beweisaufnahme em neuer Lermin angesetzt. . _ .. 8oh. Darmstadt, 23. Mat. Strafkammer. Der schon ca. 30 Jahre bei der Eisenbahn bedienstete Stationsvorsteher Jakob v e a u r y zuletzt in Rosengarten, ca. 53 Jahre alt, war auf Denuncia- tien einei Stationsassistenten anfangs dieses JahreS wegen Betrug«, Löschung von Büchern, Untreue und Urkundenfälschung ic. verhaftet w irden, wurde aber gegen Stellung einer Kaution von Mk. 5000 nach 62 Tagen Haft wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Untersuchung ergab, daß die Delikte des Betrugs und der Urkundenfälschung mcht erwiesen d erben konnten. Heute hatte er sich wegen Untreue 8 263 D.-R.-G.-B. und Vergehen im Amt zu verantworten; die Verhandlung ergab, daß B. im Jahre 1900 fortgesetzt Waren zu einem niederen Tarifsätze als zulässig beförderte und für die schleunige Abfertigung der Sendungen entsprechende Trinkgelder von den Absendern entgegennahm. — Außerdem hat er m illvei Fällen für seinen eignen Bedarf bestimmte Sendungen frachtfrei be- löirbem lassen, obwohl er bazu nicht befugt war. Er will m gutem Klauben gehanbelt haben, wie es jahrelang bei der Heff. Ludwigsbahn zehandhabt wurde. Sein Verteidiger bestrüt die böse Absicht deS Ange- IlLgten. B. erhielt, da er unbestraft ist, mildernde Umstände zugebrlligt, unb wurde in eine Gefängnisstrafe don 2 M.onaten 14 Tagen verurteilt. 1 Monat 14 Tagen Untersuchungshaft werden «ngerechnett z^i. Die Beschlußkammer des Landgerichts hat da« jetten die Fleischermeister (Sisenstädt 'schen E h e l e u t e auS Schlochau, Die Zahl der Mtglieder betrug Ende 1899 98 Während 1900 gingen zu..... 4 102 „ „ „ * ab..........7_ Daher Stand der Mtglieder Ende 1900 95 Mitgliederguthaben beträgt Ende 1900 Mk. 8847.— Die Haftsumme der Mitglieder beträgt Ende 1900 „ 18500.— Baugenossenschaft des ev. Arbeitervereins zu Gieße«. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dr. Nauman». Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und JohonneSgemeinde Hauptgottesdienst. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. ; «uf „b «'s™ i1? h «eigen SÄSSS 5. !i» Siäfirift J. J besuche bts Hnrll ' H htn b. jn;QU,f r nn,9 be5 v. W. W en, sondern sogar in erklärt diese SrzShInngen en unb dümmste Sinfin. E» daß niemand mehr !? *e ans freier fr. bet (einen Besuch bei der Reichskanzlei, uberalen Presse beliebten >k um ans thatsächlichrn >etn um bit «bsicht einer enn v. Miquel noch bei die in ber Fabel der ligarrenschmuggel, ien Gentralkonsuls wickelt wurde, wird von arszav-ki fturjet" wußte mzußSgut des Genera!, mben hätten, bit somit unb baß bit Strafe ittt also 4000 Rubel bt» ß bet Vorstand des War» at, in dem halbanMn Dtu wahren Sachverhalt n aus Berlin mit Um= für delt deutschen Vene. Haxthausen, würbe, nach» im Zollamt auSgtlaben iott auch 4500 Tigarren . Eine sofort angestellte ien in den Wagen hinein - ch Warschau einzuführen, r Firma Gustav -trauer arschau begleitete. Der 18 GeMbni» abgelegt, Wmm im lSrtragr von Mtrschlagenrn Zollgutes) :bt tinsiweiltn ber Wagen Darschau zurückbehalten." nüge, vaß Gentralloch Angelegenheit gar nichts hen Slatte FarszMli hineingepgen worden ist. anaeblid)en deut- wh» fer Wabe) Mit einem Lndes^lsm« XI eiittteffen W zu Tww- ”^a9»*eaU,unb ."-SÄ» i‘ clL tbrn W * i vor einander, heü, delnütige"- fte ste.SU ^ ichieu» btt Me 2er mdschuh ^2 hieb be» neu Säbbl M M nß l.sj einer mit eil!« 6®' “'spiel-” „i Ä”e>let $ ?« UN1*1?? jit«6*«'! Äfi*?** titnge® - über w* Höchste Temperatur am 22. biS 23. Mai 21,1° Riidriaste , 22. „ 23. 6,2° 0. Baugenoffenschaft -es evangel. Arbeitervereins zu Gießen eingetragene Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Kintadung zu der TamStag den 1. Juni l. I, abends S1/* Uhr, in der Herberge zur Heimat dahier stattfindenden ordentlichen Gcnernlnersnmmlnns. Tagesordnnug: 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der Jahresrechnung und Bilanz pro 1900 und Beschlußfassung Mai Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit । ömy-raquiW Windstärke __ Wetter 23. 24. 24. 9» 7" 2« 754,6 751,4 752,9 10,9 10 4 17,4 6,4 5,7 6,8 65 60 46 E.N.E. N.E. E. 1 2 4 leicht dew. H. Sonnmschet» dew. HtmmN Frankfart, den 21. Mai. Kreditaktion .... . 214 80 Diskonto-Kommandit . . 184 50 Dannßtfidter Bank . . . 181.90 Droedener Bank . . . . 147.00 Berliner Handelpgen. , . 148 50 Ueoterr. ötuaiMbahn . 144.20 Gotthardbahn . . . . 160.00 Laurahütte . . - . . 209.00 . 188 00 Harpen er..... . 175 00 schwach. Aktiva: v* <3 Passiva: Kapitalien- 1. Per Zinsen-Konto 136.47 Konto 215.57 2. „ Geschäfts- Immobilien- Anteil-Konto 8847.— Konto 202172.34 3. „ Anlehen- Mobilien- Konto 193483.65 Konto 38.05 4. „ Spareinlagen- Kassa-Konto 8805.51 Konto 1498.97 5. „ Reservefoud- Konto 1620.84 6. „ Spezial- Reseroefond- Konto 2789.69 7. n Betriebs.Rück- lage-Konto 2200.— 8. „ Gewinn Saldo 654.94 211231.47 211231.47 'd von allen Cacaotrink^-rn wegen seines Wohl geschnackt und seiner Nährkcaft bevorzugt. l/r Kilo genügt für 100 Tiff-n. PAHKRADER Gelegenheitskauf. Gelegenheitskaut einzureichen find. 3746 Wieseck, den 24. Mai 1901. 02023 1914 WilH Käamel, “Ä.1 Unt .rzei^nete 8775 geb. Kalkhof, Neuwied a. Rh., den 22. Mai 1901. meine Hochachtungsvoll 1788 0 Dr. Kipper, Arzt § 3771 pianinos Näheres folgt morgen 3785 qm qm qm Das beste tägliche Getränk, Herren- ond Knaben-lnzüge Polslerwaren I Spiegel Paletots Damen- fall- oii Bkl-toiiliÄ Mäntel wird von allen Cacaotrink-rn von Regnlaleire Betten 3773 Herren- und Knaben-AnzOge Uhren 3.50 tränt. 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