!*ht ? Ul>*' »ben4, ^Vereins: ’ [“lll'ei* (Kola). D°PPdgln6e, !BVeh (Narih) ,) Arf Jj’M, o) Mit Myrflu» Q,®Ra'Mmi. piche gigairensabn/ fl$t irt ober später eine» ^ehxtixkg H'?' , m iCTtb rn btt IfroMion v. a Hivbkklehklim bt. 3BoHafl'bteSn>Ajl. E BnckßraKe 6j_ auSh,inM"nböE gegen SUten Lrhn ^ ^ '8 01566 00!*!^ MoLoo ‘Äff- <. 2e 6ltie, Ap1 AM iagdal. B»“beP eaüetniteb^be^^ja» :>WG rSKs7 A?z>. 96 Zweites Blatt. 151« Jahrgang. Donnerstag 25 April 1901 tSgllch mit leÄee^ne M MantagS. Bte #t**er Kamtlien- MHItr »erben dem flm> *rc he Sechlel mit „fctff unb „Blätter Oe M ••Itlfunbt“ »in- ■Ml »chchenUtch beifldegt. *r ne***«t«ge ffir btn md— Xe» crtAelnenbf■ ■Nt M wni 10 Utzr t»«Hi>|ta tMxefitn» e**b*. e^biHon und »Ulli j- $*H|re|t 7. GietzenerAnzeiger t-* General-Anzeiger “ Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Vrzvg»preir viertel|4M Mk 2.20, mcnatl. 75 PO. mit Brmgrrlvhn; durch w Lbholkftkllen Diertelj^ft Mk 1.90, monatl. 65 PO Bei Postbezug vier»eliih«l. Ml. 2.00 ohne vefteag-» ■ Oe Antzetgen verMNiluMMA- Hellen bei §n> unb WuOle*—i nehmen Anzeigen Mir b— etcfttnti Lnzerger eMgiM, ßeilenpte(O lokal U Fvfr. eubtiäne so Pfg. Adreffe für Depesch-n« Anzeiger GtetzeR. Fernfprechanichluß Nr. X OMHUHHOHT^ Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Die Lrofdorferstraße von der Rodheimerstraße bis zum Gleibergerweg wird neu eingesteckt und etugewalzt und daher vom 25. bis einschließlich 30. I. MtS. für den Fuhrwerks verkehr gesperrt. Gießen, den 24. April 1901. Großherzogliche- Poli-eiamt Gieße» Hechler. Der Zolltarif. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt enter« 22. April: Es kann jetzt als entschieden betrachtet werden, daß der Zolltarif in diese« Sommer nicht mehr an den Reichstag gelangt, sondern für die nächste Session, die voraussichtlich früher als sonst üblich beginnen würde, berechnet ist. Parlamentarische Führer sollen sich auf private Sondierungen dahin anSgeip ochen haben, daß dieser Modus vorzuziehen sei der Einbringung und Durchberatung des Zolltarifs nach Pfingsten, weil dann bereits die Mthrzahl der Abg ordneten an Erholungsreisen denkt. Debatten vor beschlußunfähigen Häusern würden der Bedeutung deS Gegenstandes ebenso wenig entsprechen wie eine eilfertige Erledigung. Auch wurde als wünschenswert bezeichnet, daß die Abgeordneten noch bis zum Spätherbst Gelegenheit hätten, sich mit den Wählern in Verbindung zu setzen über die Handelsvertragsfragen. Diese Auffassung, die wohl als die der Mehrheit des Reichstags gehen kann, konvertiert der Regiernng. Die größeren Bundes staaten wollen ausgiebige Zeit zur Verfügung haben zu sorgfältiger und eingehender Prüfung des Tarif Entwurfs. Eine sachliche Notwendigkeit, das Erscheinen desselben zu beschleuiiigen, liegt ja auch nicht vor. Daß die Landwirt- schäft gern Slarh it und Gewißheit darüber hätte, in welchem Umfange der Zollschutz auf ihre Erzeugnisse beabsichtigt ist, läßt sich verstehen; aber die Jndustiiellen müffen sich auch gedulden. Näheres Über die sie interessierenden Sätze zu erfahren. Bei den jetzigen Handelsverträgen ist der Regierung zum Vorwurf gemacht worden, die Prüfung hätte gründlicher sein sollen; die Intereffenten in den verschiedenen TrUen deS Reiches halten sich an ihre Regierung, wenn fi. sich nicht genügend berücksichtigt glauben. Man kann hübet wohl begreifen, daß die Regierungen der Bundesstaaten hinreichende Zeit wünschen, bevor sie sich in einer Angelegenheit von so außerordentlicher Tragweite und Verantwortung schlüssig machen. Die Lage in China. Waldersee meldet vom 23. aus Peking: Bis Kal- gau vorgesandte Patrouillen fanden dort und in der Umgegend keinerlei Truppenansammlungen. Li-Hung-Tschang teilt mit, daß die Truppen des Generals Liu von Huolu über Tsinghing nach Schansi zurückgingen. Mittwoch findet die Hinrichtung des Mörders des Hauptmanns Bartsch am Thatort statt. Die Generale Bailloud und Kettler erreichten ohne Kampf an verschiedenen Stellen die die Grenze nad), Schansi bildende große Mauer. Li-Hung-Tschang, der abwechselnd tot oder schwer krank gesagte Ritter der gelben Reitjacke, spielt unter den chinesischen Würdenttägern nach wie vor die Hauptrolle. An seine Adresse richten sich Lob und Tadel des Hofes. Daß die Vertteter der Dtächte die chinesische Ruß noch immer nicht geknackt haben, ist vor allem ba» „Verdienst" des Vizekönigs von Kanton, jetzt wird ihm in einem kaiserlichen Edikt eine Rüge erteilt, weil er die deutsche Expedition nach Schansi nicht verhindert habe. Nach der Auffassung des chinesischen Hofes hält also Li-Hung-Tschang gewissermaßen Krieg und Frieden in seiner Hand. Die Entschließungen der verbündeten Generale gelten der chinesischen Regierung nichts; nur was der „allmächtige" Li-Hung- Tschang thut oder unterläßt, hat Wert für sie. Die Gesandten werden diese aussckstaggebende Bedeutung des „chinesischen Bismarck"' keinen Augenblick außer Acht zu lassen haben, auch wenn er wieder einmal für so krank erklärt wird, daß sein Tod jeden Tag zu erwarten steht. Li-Hung-Tschang bleibt in jeder „Maske" — und er ist stets maskiert — der geistige Leiter der chinesischen Bewegung. Wenn es gelänge, ihn auf eine erlaubte Weise unschädlich zu machen, würde der endgilttge Abschlüst dieser unseligen Kampagne um ein beträchtliches Stück näher gerückt sein. Toch das Ende der Triumphe Li-Hun gTschangs scheint noch lange nicht gekommen. — In Berliner politischen Kreisen wird die Reise öeS französischen Ministers des Aeußern, Delcasse, nach Petersburg mit lebhafter Aufmerksamkeit verfolgt. Ist man auch nicht geneigt, dieser Reise eine übergroße politische "Zedeutnug beizumessen, da ein persönlicher Gedankenaustausch zwischen den leitenden russischen und französischen Staatsmännern keineswegs zu den Seltenheiten gehört, |e verhehlt man sich doch nicht, daß es der gegenwärtige Stand der Dinge in China gewesen ist, der die vornehmste Ursache des Besuchs Delcasscs bildet, und insoweit hat auch die deutsche Diplomatie ein lebhaftes Interesse an dem Verlaufe dieses Besuches. Dak Delcasse an der Newa sehr freundlich ausgenommen wird, darf nicht bezweifelt wer- oen, eine andere Frage ist es, ob der französische Staatsmann diesmal auch mehr als platonische Versicherungen erlangen wird. Der Reichskanzler Graf Bülow ersuchte den Berliner französischen Botschafter Marquis Noailles im Namen des Kaisers Wilhelm, Loubet und der französischen Regierung den Dank des Kaisers für die anläßlich des Todes des Generals v. Schwarz ho ff bekundeten Teilnahmebezeugungen zu übermitteln, von denen der Kaiser sehr gerührt gewesen sei. Es verlautet, der Reichskanzler gedachte bei diesem Anlaß dem Botschafter gegenüber aufs neue der hingebenden Thätigkeit der von Oberstleutnant Marchand geleiteten französischen Mannschaften, bei Bewältigung des Feuers im Kaiserpalaste. Ter englische Unterstaatssekretär Cranborne erklärte auf eine Anfrage, es sei nie die Rede davon gewesejn, einen englischen General zum Oberbefehlshaber in China zu machen. Dem „New-?)ork Herald" wird aus Peking gemeldet: Tie Gesandten von England, Frankreich, den Vereinigten Staaten, Holland, Belgien und Italien, denen die Frage der Bestrafung von Provinzbeamten zur Vorberatung überwiesen ist, haben dem diplomatischen Korps ihren Bericht erstattet. Sie verlangen, daß noch 4 Beamte hingerichtet und noch 20 Beamte verbannt, bezw. degradiert werden. Die Gesandten haben diese Forderungen an die chinesischen Bevollmächtigten gelangen lassen. ♦ • Telegramm deS ßtztestever Anzeigers. Shanghai, 23. April. (Reuter-Meldung.) Durch einen kaiserlichen Erlaß ilt eine Behörde gebildet worden, bestehend aus dem Prinzen Tsching, Li-Hung- Tschang, Junghi, Kunjang, Wangwenschao und Luohu- anlin, mit Liukunyi und Schangschitung als Beiräten, um die von verschiedenen Provinzialregierungen eingegangenett, Denkschriften über die Einführung von Reformen zu prüfen und aus den gemachten Vorschlägen für die Wohlfahrt des Reiches die praktischsten und bedeutsamsten auszuwählen. — Sobald diese Behörde berichtet hat, wird der Kaiser nach Einholung des Rates und der Zustimmung der Kaiserin-Witwe in Uebereinstimmung mit jenem Bericht Verordnungen erlassen und, wenn der Hof nach Peking zurückkehrt, ein Dekret an das Land veröffentlichen, durch das die angeordneten Reformmaßnahmen in Kraft gesetzt werden. — Shanghaier Blätter melden hierzu noch, die neue Behörde habe den Namen „Generalamt für Staatsangelegenheiten" erhalten und trete an Stelle des Staarsrates, der abgeschafft werde. — Ein kaiserlicher Erlaß fordert Jüjülin auf, den Posten als Gouverneur von Kwangsi niederzulegen, und ernennt den Schatzsekretär vyn Jünnan, Lehingsi zum Nachfolger. Engländer «uv Buren. T-ie knappe Form der mitgeteilten Kitck)enerschen Depesche vom 20. ermöglicht es nicht, aufzudecken, ob eine größere Unternehmung im Gange ist. Die Depesche lautete: Eingebracht seit dem 16. April durch Blood, Beatson, Plumer, Kitchener, Benson 81 Gefangene, 20 Kapitulierende, 100000 Gewehrpatronen, 200 Pferde, zahlreiche Wagen und Rinder. Ein Berichterstatter der Times spricht in einem Telegramm vom Klipspruit (dessen Lage nicht festzustellen ist) aus Bensons Hauptquartier von den andern Kolonnen, die mit Benson kombiniert operieren. Von diesen sagt er, daß Blood mit Erfolg vorrücke, und daß Oberst Park Riet- fontein am 18. erreicht, mehrere Buren gefangen genommen oder als Flüchtlinge ausgenommen und einige Wagen, Rinder und 100 000 Patronen erbeutet habe. Leider fehlt jeder Anhalt, um Zusammenhang in diese Nachrichten zu bringen. Bekannt ist nur, daß General Kitchener über Lydenburg mit einer andern über Dullsttoom gesandten Abteilung nach Norden vorrückt, und daß Plumer von Pictersburg in südöstlicher Richtung vordringt, und den Olifantsfluß erreicht hat. Tem Reuterschen Bureau wird aus Kapstadt vom 23. gemeldet: Tie Aufständischen im Bushmanland haben sich auf die Hügel in der Nahe von Pello zurückgezogen. Während es einerseits heißt. De Wet habe am 18. d. M. die Eisenbahn beiWolvehvcküberschritten, sol? er sich einem anderen Gerücht zufolge in Senekal befinden. Kruitzinger soll auf die Oranje-Kol- D et> e zu marschieren. Aus Rosmead wird telegraphiert: Die Buren erscheinen überall in kleinen Abteilungen, an mehreren Orten haben Zusammenstöße stattgefunden. Von den Höhen bei Middelburg aus gaben die Buren Feuer- signale, auch haben sie einen heliographischen Apparat aufgestellt. Die Eisenbahn wird ost von den Buren überschritten, der häufige Verkehr gepanzerter Züge hindert sie aber daran, die Bahnlinie zu beschädigen. Wie ein Brüsseler Blatt erfährt, hat Dr. Leyds einen Protest an die deutsche Regierung abgesandt, gegen die Li e f e r u n g von Waffen und Kanonen durch deutsche Fabriken an England. Zwei ftühere Proteste seien von der deutschen Regierung nui)t einmal beantwortet worden. T'irgramm hr$ Oiesi-ner Anzeigers Kapstadt, 23. April. Amtlich Die Gesamtzahl der Gefangenen, ausschließlich der noch in der Orangekolonie und Transvaal befindlichen beträgt 17 823. Kapstadt, 23. April. Aus dem Malaienviertel in Kapstadt sollten am Nachmittag mehrere Malaien, die mit Pestkranken in Berührung tarnen, entfernt werden. Die Bewohner des Viertels suchten dies zu hintertreiben, wodurch das Eingreifen der Polizei nötig wurde. — Die Entfernung jener Malaien wurde schließlich auf morgen verschoben. Deutsches Reich. Berlin, 23. April. Der Kaiser nahm heute morgen im Anhalter Bahnhof während seines Aufenthaltes auf de» Durchreise von Kiel nach Dresden den Vortrag des Reichskanzlers entgegen. — Nachdem um 6 Uhr in der Vill« Strehlen bei Dresden eine Familientafel stattgefunden hatte, ist der Kaiser um 8 Uhr abends nach herzlicher Verabschiedung von der königlich sächsischen Familie nach Bonn abgereift. Dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts Frei'herrn v. Richthofen ist vom König Albert vaS Großkreuz des Albrechtordens verliehen worden. — Die Nachricht von der angeblichen Entdeckung eines anarchistischen Komplotts in Rosario (Argentinien) zum Zwecke der Ermordungdes deutschen und des russischen Kaisers ist aud\dem Monarchen nicht vorenthalten worden. Gerade derartige Meldungen müssen, wie eine Korrespondenz mitteilt, dem Kaiser auf spezielle Anordnung auf dem schnellsten Wege mitgeteilt werden. Wie immer, legte Kaiser Wilhelm ai'ffy dieser Nachricht keinen großen Wert bei, da derartige Nachrichten feine Neuheit bilden. Auf die Kaiserin hingegen machen solche Nachrichten immer großen Eindruck, da sie um das Lebe» ihres Gemahls wie um sein Wohlergehen sehr besorgt ist. Ihr werden daher, wenn irgend möglich, angeblich auf de» Kaiser geplante Anschläge nicht bekannt gegeben. Stößt die Kaiserin aber durch Zufall bei der Zeitungslektüre auf eine solche Nachricht, slo ist sie gewöhnlich sehr aufgeregt und teilt ihrem Gemahl das Gelesene als „Neuheit" und zur Warnung sofort mit. Der Kaiser versteht es dann immer burd) heitere Bemerkungen die Sorgen seiner Gemahlin zu verscheuchen. — Kapitänleutnant Graf Platen-Hallermund, Flügeladjutant des Kaisers, ist von seiner Stellung als Militärgouverneuer der Prinzen August und Oskar von Preußen enthoben und zum dienstthuenden Flügeladjutanten des Kaisers ernannt worden. — Friedrich, Großherzog von Baden, Ge- neraloberst der Kavallerie und General-Inspekteur der 5. Armee-Inspektion, begeht am 26. April die Feier des Tages, an dem er vor sechzig Jahren in den heimischen Militärdienst eintrat. Was er der Armee und dem Vaterlande iu guten und bösen Tagen gewesen ist, das verzeichnen die Blätter der Geschichte. Als Vorbild ritterlicher Gesinnung und soldatischer Pflichttreue steht der Schwiegersohn Kaiser Wilhelms I. in unseren Reihen als eine der edelsten Herrschergestalten unserer Zeit. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, daß die Feier der Enthüllung des diationaldenkmals für Bismarck in Berlin, die für den 10. Mai in Aussicht genommen war, auf einen noch näher zu bestimmenden Tag gegen Ende Mai oder Anfang Juni verschoben wurde, da der K a i s e r, der während der ersten Hälfte des Mai in Süd- und Westdeutschland weilen wird, an der Feier teilzunehmen wünscht. — Sein öOjähriges Dienstiubiläum begeht der Generaloberst v. H a h n k e, vortragenoer Generaladjutant und Chef des Militärkabinetts des Kaisers, am 26. April. — Tie Weingesetzkommission des Reichstages begann die zweite Lesung. Im Lause der Debatte erklärte Staatssekretär v. Posadowsky, die verbündeten Regierungen legten auf das Zustandekommen des Gesetzes den größten Wert. Eine definitive Erklärung könne er nicht abgeben. Tie Klippen, an denen das Zustandekommen des Gesetzes scheitern könne, seien das Verbot des Verschnittes von Weißwein mit Rotwein, ferner die räumliche und drittens die zeitliche Begrenzung der Zuckerung. § 3 des Kommissions- beschlusses der ersten Lesung wird mit 16 gegen 4 Stimmen angenommen, ebenso § 2 nach der Kommissionsfassung. — Fortgesetzt erhält sich das üble Gerücht, daß einzelne Mitglieder der Regierung zur Deckung der zu erwartenden beträchtlichen Mehrausgaben des nächstjährigen Etats eine Erhöhung der Tabaksteuer lebhaft befürworten, und zwar außer Miquel auch der Graf Posadowsky, der ja bekanntlich während seiner Thätigkeit als Reichsschatzsekretär zu den eifrigsten Befürwortern einer Erhöhung der Tabaksteuer gehörte. — Tas preußische Abgeordnetenhaus hat seine Verhandlungen wieder ausgenommen, und den Gesetz-Ent- wurs betr. Abänderung einzelner Bestimmungen des Allgemeinen Berggesetzes an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Potsdam, 23. April. Der Kronprinz reifte nach Halle, wo er die Ankunft des Kaisers von Dresden erwartet, um dann die Reise nach Sonn fortzusetzen. Bonn, 23. April. Zu der morgigen Anwesenheit des Kaisers wurden große P^liz einer Stärkung en aus Düsseldorf. Elberseld und Köln «ommandiert, au^r. dem wird die Feuerwehr zum Ordnungsdienst in den Straßen herangezogcn. Für die Feststraßen sind die strengsten Äbsperrmaßregeln getroffen. Der ganze Fuhrwerks- und Pferdebahnverkehr ruht. Die an der Universität vorbeisührenden Straßen sind bis zum Ab- jchlutz der Immatrikulationsfeier, über drei Stunden, selbst für Fußgänger, gesperrt. Die Strenge geht so weit, daß nicht einmal die Anwohner jener Straßen hindurchgelassen werden. Tie Bewohner dürfen die Häuser nicht verlassen. Diese Maßregeln rufen in der Bürgerschaft bedenkliches Aufsehen hervor. — Ta eine Rede des K a i s e r s bei I m - matrikulierung des Kronprinzen erwartet wird und man Mißverständnisse bei der Berichterstattung verhindern zu wollen scheint, sollen die Vertreter der Presse, die zu der Feier Eintritt haben, verpflichtet sein, den Text der Rede, die sie aufnehmen, vor der Veröffentlichung dem Universitätsrektor vorzuwege n. ' Stuttgart, 23. April. Im Landtage erklärte der Minister des Innern Pischek, die württembergische Regierung werde wie 1894 eine etwaige Reichsweinsteuer ablehnen. Ausland. Loadou, 23. April. Bei der Beratung des Etats der Zivilverwaltung bringt Roche im Unterhause einen Antrag ein, in welchem die Errichtung einer römisch» katholischen Universität in Irland gefordert wird. Der Antrag wurde abgelehnt. — Einer der Londoner Missionsgesellschaft in Sidney zugegangenen Meldung zufolge find außer den zwei englischen Missionaren auch zwölf farbige Mission- zöglinge von den Eingeborenen in Neu-Guinea er» mordet worden. Einer der ermordeten Missionare hatte versucht, Frieden zwischen den im Kampfe liegenden feindlichen Stämmen zu stiften. Luxemburg, 23. April. Die Feier zur goldenen Hochzeit des Großherzogs begann gestern mit Zapfen« streich, Fackelzug »nb Konzert auf dem Paradeplatz. Heute Vormittag erfolgte ein feierliches Tedeum in der Kathedrale. Dann auf Einladung des StaatSminifterS Eyschen ein Dejeuner für die Regierung, das Diplomatenkorps und die Kammer. Eyschen toastete auf die Gesundheit deS Jubelpaares. Eine von der Kammer votierte Summe von 20,000 Mk. für die Festfeier soll auf Wunsch der Jubilare zu einer mildthätigen Stiftung verwandt werden. Die Jubi- iare haben ihrerseits eine Stiftung gleichen Betrages für alleinstehende dürftige Greise eingesetzt. Paris, 23. April. Hier verlautet, daß eine Verlobung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien mit der Prinzessin Clementine von Belgien bevorstehe. Prinzessin Clementine, die am 30. Juli ihr 29. Lebensjahr vollenden wird, ist die jüngste Tochter des Königs der Belgier. Falls sich das Gerücht bewahrheiten sollte, so würde der Fürst die Tochter seine« Cousins heiraten. Fürst Ferdinand ist seit 1899 WUwer. Bari, 23. April. Nach einer Rede des Deputierten Luigi Luzzatti, der von 1871 bis 1898 der Hauptvertreter Italiens bei den HandelSvertragSverhaudluvgen mit den verschiedenen ausländischen Staaten war, nahm eine Versammlung von Weiuproduzenten eine Tagesordnung an, in der gesagt wird: Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Erhaltung der grundlegenden Gesichtspunkte der gegenwärtigen Handelsverträge, die Italien und den kontrahierenden Staaten in gleichem Maße vorteilhaft wäre» und die Stabilität des Handels sicherten, wünschen die Mitglieder der Handelskammer von Apulien, daß die Italien verbündeten und befreundeten Regierungen den fchutzzöllnerischen Be- strebuvgen widerstehen, die den wirtschaftlichen Frieden zwischen den Völkern schädigen würden, der der größte Schutz des Politischen Friedens sei. Schließlich wird in der Tages ordnung die Hoffnung ausgesprochen, daß bei den neuen Handelsvertragsverhandlungen die der Weinindustrie durch die bestehenden Handelsverträge gesicherten Vorteile, namentlich die, die sich aus der Klausel des Vertrages mit Oesterreich Ungarn herleiten, gewahrt bleiben. Wien, 23. April. (Abgeordnetenhaus.) Die Sitzung wird anfangs durch Anfragen an den Präsidenten und heftige Szenen zwischen den Christlichsozialen und dem deutschvolklichen Abg. Völkel ausgefüllt. Völkel greift die Christlichsozialen anläßlich der Interpellation des christlichsozialen Wohlmeyer betr. den Kriegsgerichtspräsidenten von St. Pölten an. Zwischen Völkel und Wohlmeyer kommt es zu heftigen Auftritten. Wohlmeyer ruft Völkel Lügner zu. Völkel erwidert: „Perfider, gemeiner Kerl. Sie find eine Schmach für Ihre Partei.- Die Ausführungen Wohlmeyers bleiben in dem Lärm unverständlich. Man hört nur die Rufe: Lüge, gemeiner Lügner und Pfuirufe. — Der Abg. Abt Treuinfels protestiert namens aller Katholiken gegen die Aufnahme der religionsfeindlichen antikatholischen Interpellationen in das stenographische Protokoll. Die Katholiken werden dieses wenig ehrenhafte Treiben sich nie gefallen lasten. (Vielfache stürmische Zwischenrufe und Unterbrechungen seitens der Alldeutschen, andauernder Lärm.) Der alldeutsche Abg. Stein sagt: Der zukünftige Träger der Krone wurde durch eine feudal-klerikale Clique und schwarze Hintermänner bewegt, das Protektorat des klerikal- politischen Kampfvereins zu übernehmen, und habe sich heute schon mit den bestehenden Staatsgesetzen in Widerspruch gesetzt. (Händeklatschen bei den Alldeutschen, Widerspruch. Der Redner wird zur Ordnung gerufen.) Millionen von Katholiken wollen von dem Mumpitz, der vom Papste und den Pfaffen gelehrt werde, nichts wissen. Eine kolostale Gefahr bestehe darin, daß eine Invasion der potugiesischen Jesuiten über unsere Reichs- grenzen kommt. Der Vizepräsident entzieht ihm das Wort. (Andauernder Lärm.) Der Alldeutsche Hofer verlangt, daß dir Hetzapostel Pater Abel und Kolb darüber belehrt werden, daß die Pfaffen nicht immun find. (Beifall bei den Alldeutschen, lebhafter Widerspruch.) Der Alldeutsche Stein, der wieder da« Wort erhält, führt unter Lärm aus: Ti otzdem ich kein Patriot bin und stolz darauf bin, kein olcher zu sein (Rufe: Hört!), weil wir unser deutsches Zaterland über Alles lieben, will ich doch, daß vom deutschen Vaterlande die Gefahr der Jesuiteninvasion abgewendet werde; olossales Unglück haben die Pfaffen über die Fam'lie der Habsburger gebracht. (Händeklatschen >er Alldeutschen.) Der Redner fragt, wie das Präsidium die unverschämte Mogelei mit den Interpellationen verantworte» könne. — In einer christlich-sozialen Massenversammlung sprach Bürgermeister Lueger über die Angriffe, denen er von den Deutsch-Nationalen und Sozialdemokraten ausgesetzt ist, und ägte: Ich teile dieses Schicksal mit anderen, die hoch über mir stehen, wie der Erzherzog Franz Ferdmand. (Hochrufe.) Die Alldeutschen beschimpfen den Erzherzog womöglich noch gemeiner als mich. (Stürmische Entrüstung.) Wie eS aber mir nicht schadet, wird eS dem Erzherzog auch nicht schaden. Jemehr der Erzherzog von diesen Leuten beschimpft wird, esto mehr ist er uns ans Herz gewachsen. (Brausender Beifallssturm.) Ich möchte ihm sagen: Bleibe hart, Erz- -erzog Franz Ferdinand, bleibe hart und unbarmherzig und chütze uns, die wir hier in Oesterreich leben, daß es uns endlich vergönnt sei, in Oesterreich Oesterreicher sein zu dürfen und auch zu bleiben.- Dr. Lueger wurde, als er auf die Straße trat, von Alldeutsche» angegriffen. Der Wagen, mit welchem er fortfahren wollte, wurde umgeworfen. Petersburg, 22. April. Die Warschauer „Gazeta PolSka" >at eine Enquete veranstaltet und die Fabrikanten, Kauf- eute und Landwirte in Russisch Polen aufgesordert, sich über )en künftigen russisch-deutschen Handelsvertrag zu äußern. Die Zeit veröffentlicht jetzt die eingelaufenen Antworten. Die Fabrikanten sprechen für Herabsetzung deS etzigen russischen Einfuhrzolls auf Baumwolle, Wolle, Kupfer- >raht und einige andere Materialien aus, die in ihren Fabriken verwendet werden. Die Landwirte wünschen die Einführung eines Ausfuhrzolles auf Kleie, Oeltrester, Gemüsesamen, die )ie Gutsbesitzer in Russisch-Polen nicht entbehren könnten und )ie jetzt in großer Menge nach Deutschland ausgeführt würden, daher in Polen im Preis gestiegen seien. Die Gutsbesitzer wünschen ferner, daß eS den russischen Landarbeitern möglichst erschwert werde, sich nach Preußen zu begeben, um sich dort als Feldarbeiter zu verdingen. — Der französische Minister des Auswärtigen, Del- cass6, stattete dem Minister des Auswärtigen, Grafen Lams- dorff, einen Besuch ab, den dieser später erwiderte. Gestern abend fand in der französischen Botschaft zu Ehren Delcassä's ein Diner statt. Der neue Werfrlder MitarbefrelimgS'Proreß. X. Elberfeld, 23. April. Bei Beginn der heutigen Verhandlung machte der Vor- itzende die Mitteilung, daß der -für heute als Zeuge geladene Tr. Lindemann nicht erschienen ist. Zeuge Handlungsgehilfe Friedrich Karl F u ch s i u s hatte das einjährigfreiwillige Zeugnis, wollte aber nicht Soldat werden. Auf Veranlassung seiner Mutter habe er sich an Baumann gewandt. Wie viel er an Baumann gezahlt habe, wisse er nicht mehr. Er habe sein Jahr abdienen müssen. <5r äf.: Was dachten Sie sich, auf welche Art Baumann Ihre Freimachung bewirken könnte? — Zeuge: Ich glaubte, er stehe mit dem untersuchenden Arzt in Verbindung. — Baumann erklärt auf Befragen des Präsidenten, daß er den Zeugen überhaupt nicht kenne. -- Zeuge Fabrikant K. I. Sieper hat sich auf Veranlassung seines Vaters an Baumann gewandt. Er sei zum Landsturm mit Waffe geschrieben worden. Was sein Vater an Baumann gezahlt habe, wisse er nicht. — Präs.: Run, Baumann, was sagen Sie dazu? — Baumann: Ich kenne die Siepersche Famtne nveryaupr' nicht. (Heiterkeit im Zuhörerraum.) Zeuge Kaufmann Keßler: Als er sein Jahr abdienen ollte, sei er auf Veranlassung seines Vaters zu Baumann gegangen. Zur Generalmusterung habe er sich auf Anraten Baumanns in Remscheid gestellt und sei auch dort ür dienstuntauglich erklärt worden. Was sein Vater an Baumann gezahlt habe, wisse er nicht. Kaufmann Keßler sen. (Vater des Vorzeugen) bekundet, er habe sich an den inzwischen gestorbenen hiesigen praktischen Arzt Tr. Hammel gewandt. Dieser habe ihm gesagt, er werde die Freimachung seines Sohnes bewirken, es koste aber 3000 Mark. Ta er seinen Zweck erreichen wollte, habe er sich zur Zahlung dieser Summe verpflichtet. Er habe diese in Raten bezahlt. Als er dem Tr. Hammel einmal 1500 Mark brachte, habe dieser heftig geschimpft und dabei den Namen Baumann erwähnt. Er habe zunächst geglaubt, Baumann sei ein Diener detz Dr. Hammel. Später habe er Baumann persönlich kennen gelernt. Er habe Baumann auch einmal besucht, da er einen Verwandten reimachen lassen wollte. Baumann habe damals weder eine zusagende, noch eine ablehnende Antwort gegeben. Präs.: Nun, Baumann, kennen Sie diesen Zeugen? — Baumann: Ich kenne wohl Herrn Keßler, ich habe aber niemals über Militärangelegenheiten mit ihm gesprock>en. Den jungen Herrn Keßler kenne ich gar nicht. Handlungsgehilfe Otto Putsch (Remscheid) bekundet, er habe sich auf Veranlassung seines Vaters an Baumann gewandt. Dieser habe ihm Pillen gegeben, und ihm geraten, sich in Münster bei den Kürassieren zu melden, vor der Gestellung Pillen einzunehmen und anzugeben, daß er ein Herzleiden habe. — Präs.: Was hat Ihr Vater an Baumann gezahlt? Zeuge: 2400 Mk. Der Vater des Vorzeugen bestätigt im wesentlichen die Bekundungen seines Sohnes. Sanitätsrat Dr. Holzschneider (Cronenberg), der danach als Zeuge erscheint, bekundet, er habe Putsch jr. seinerzeit an Gelbsucht behandelt, und diesem auf sein Ersuchen ein Attest ausgestellt, da er angab, daß er sich als Einjährigfrei,oilliger bei den Kürassieren in Münster melden wolle. Baumann bemerkt auf Befragen des Präsidenten, er kenne die Familie Putsch nicht. (Heiterkeit im Zuhörer- raum ) Nach einer kurzen Pause bemerkt der Erste Staatsanwalt Dr. Ionen. Ich fühle mich veranlaßt, zu erklären, daß gegen Herrn Sanitätsrat Dr. Holzschneider nicht der geringste Verdacht vorliegt. Herr Sanitätsrat Tr. Holzschneider hat vollständig korrekt gehandelt, er ist lediglich getäuscht worden. Bei dieser Gelegenheit will ich erkläre«: ein Verdacht, mit Baumann in Verbindung gestanden zu haben, besteht bloß gegen den Oberstaatsarzt Dr. Schimmel und Generalarzt a. D. Dr. Lindemann. Alle anderen Aerzte, die hier genannt worden sind, ober noch genannt werden sollten, sind in keiner Weise verdächtig, sondern lediglich.getäuscht worden. Tie Verhand- ung hat den Zweck, festzustellen, ob der Verdacht gegen Dr. Schimmel und Dr. Lindemann b e g r ü n d e t ist, oder ob diese auch getäuscht roorben sind. Es erscheint sodann als Zeuge Kaufmann Karl Menz (Remscheid). Auf Veranlassung seines Vaters habe er sich zwecks Freimachung an einen Mann in Elberfeld gewandt. Soweit er sich erinnere, habe dieser Baumann geheißen. Präs.: Nun, Baumann, was sagen Sie dazu? — Baumann: Ich kenne den Mann nicht, ich weiß nicht, wie der Zeuge auf meinen Namen kommt. — Präs.: Merkwürdig ! — Ba u m a n n: Mir ist das nicht merkwürdig, Herr Präsident. (Zum Zeugen):) Wie kommen Sie dazu, mich derartig zu beschuldigen? — Zeuge: Sie haben ja gehört, daß ich gesagt habe: Sie können es gewesen sein. Es wird hierauf wieder zur Verhandlung gegen die zur Anklage stehenden Fälle geschritten. Kaufmann Karl Wilhelm Tesche jr. bemerkt auf Befragen des Präsidenten, auf Veranlassung seines Onkels habe er sich zwecks Freimachung an Baumann gewandt. , Sein Vater habe an Baumann 2500 Mk. gezahlt. — Kaufmann Tesche sen. betätigt diese Angaben seines Sohnes. — Präs.: Nun, Baumann, bestreiten Sie auch diesen Fall? — Baumann: Ich kenne auch die Tesches nicht, ich habe mit diesen Leuten niemals etwas zu thun gehabt. — Präs.: Es ist-wirklich eine große Geduld notwendig, um Ihr Leugnen gegenüber o vielen bestimmten Angaben ruhig hinzunehmen. Kreisarzt Dr. Wolf, der den Angeklagten Tesche jr. untersucht, hat gefunden, daß dieser wegen Herzfehlers mit Recht für dienstuntauglich erklärt worden sei. Die Verhandlung wird hierauf auf Mittwoch, vormittags 9 Uhr, vertagt. Aus Stadt und Aanö. Gießen, den 24. April 1901. J. Mil dem kaiserlichen Sonderzuge von Dresden kommend rassierte der deutsche Kaiser nebst Gefolge und Diener- chaft heute früh 6 Uhr 6 Minuten die hiesige Station. Während des kurzen Aufenthaltes wurde das vorher telegraphisch bestellte Frühstück in den Zug hineingereicht. ** Falsches Gerücht. Heute morgen verbreitete sich ba» Gerücht, daß gestern nachmittag ein 3jährigeS Mädchen aufi >er Lahnstraße ertrunken sei. Glücklicherweise hat sich riese Befürchtung als unbegründet erwiesen. Ein Schutzmann and in der Steinstraße das Kind und konnte eS den aufgeregten Eltern gesund und munter wieder zufÜhreu. Ei» neues vollständiges Verzeichnis der Ferufprechstelle» Gießens und der mit Gießen angeschloffenen Ortschaften ist soeben im Berlage der Firma Ernst Balser hier, erschienen. Infolge der durchgreifenden Umnummerierung der Anschlüffe ist dieses neue Verzeichnis für jeden Teilnehmer unentbehrlich. Auch sind die bereits angemeldeten, aber noch nicht an den Fernsprechverkehr angeschlossenen Firmen im Verzeichnis zu finden. Ferner enthält eS die Namen der mit Gieße» verbundenen Fernorte nebst Gesprächsgebühr in alphabetischer Reihenfolge. Deutscher Flotteuverein. Wie wir schon mehrfach berichteten, findet am Sonntag nachmittag in Steins Garten eine große Festlichkeit statt, zu der alle im Großherzogtum Hessen wohnenden Mitglieder deS Flottenvereins eingeladen find. Zum erftenmale wird eine solche Feier außerhalb Darmstadts abgehalten, und unserer Stadt ist der besondere Vorzug zu teil geworden, als Versammlungsort gewählt z» werden. AuS dem reichhaltigen Programm, das ausführlich im Inseratenteil veröffentlicht ist, heben wir besonders de» Vortrag des Geh. Hofrates Profeffor Dr. W. Oncke nüber Deutschlands Eintritt in die Weltpolitik und die Darstellung dreier lebender Bilder hervor. •* Der Vorsitzende des deutsch-natioualen Handlungsgehilfen- Verbandes, Herr Edw. Meckler teilt unS mit, daß Herr Hofmann in der Generalversammlung deS kaufmännischen Vereins die Erklärung abgegeben habe, wonach der deutsch- nationale Handlungsgehilfen Verband freiwillig auf jede Tagung im kaufmännischen Bereiushause verzichtet. Wieseck, 23. April. Ein zum ostasiatischen Geschwader gehörender Unteroffizier, der mit dem letzten Transport abgelöster Mannschaften zurückgekehrt war, hatte einen vierzehn- tägigen Urlaub erhalten, um seinen in Wicseck wohnende» Vater zu besuchen. Als der junge Krieger in der Nacht von Freitag zum Samstag in feine Heimat zurückkehrte, gewahrte er noch Licht in der Schlafstube seines Vaters, er öffnete die Thür und stand im nächsten Augenblicke vor einem Toten. Der Vater war am Nachmittag vorher gestorben, ohne daß der Sohn, von deffen Heimkehr seine Angehörige» keine Ahnung hatten, davon benachrichtigt werden konnte. Man kann fich den Schrecken des Letzteren vorstellen. §§ Butzbach, 23. April. Kürzlich erwarb die Stadt Butzbach von Bernhard Seulburger deffen Gartengelände hinter der Kirche mit 512 Quadratmeter zu dem Terrain her neuen Realschule für den Kaufpreis von 4096 Mk.; hiernach kostet 1 Quadratmeter 8 Mk. Bad-Nauheim, 23. April. Gestern nachmittag weilten hier die Herren Gnauth, Präsident des Finanzministeriums, Ministerialrat Milbrand und Geh. Oberbergrat LepsiuS, um die Vorbereitungen für den Beginn der Saison zu besichtigen. Die Herren sprachen sich anerkennend für schöne Herstellung der alten Badehäuser aus und waren befriedigt von dem Fortschreiten der Arbeiten. Die Herren bewunderten die gerade im Gang befindliche äußerst schwierige Neufaffung deS oberen Teils deS Ernst LudwigsprudelS, welche ohne Unfall dem Tiefbauamt gestern gelang und ermöglicht, ben neuen Sprudel in schönerer Form demnächst springen zu (affen. Bis zur Vollendung des BadehauS VII wird Sprudel XIV im BadehauS I Sprudelbäder liefern. Allgemein be- friedigte die schöne Neuherstellung des Lese« und Spielsaals, des Vestibüls im Kurhaus, deffen Wirtschastsbetrieb begonnen hat. Vom Mittwoch an wird Badehauses VI und I ganz i» Atrirb flML ßfif b(8 fn --S -Z werben (ofl. die «Wda" »t Stel-M Lr M fc. 8r««,f°rt “s „Md Stiftel“«« iaib’ »d OttS« MM btt betn ® litt» r-risi str d' Heftiger, welche in > -der Siecheuhäusern mar soll auf W dachte Satz M i mheitlich für Stadl namentlich Sieifliat hessischen ÄÄtei solchen Tarifs aus spezialärztliche Veha nicht von den Anßa dem Beigeordnete» A btu Zarif wurde tn In Preußen beträgt Meine Mell ßa -hren des Vadec 2vMgeS Jubiläum jMtttn die dortig attieugrsellschast eine mittelte Kurgäste, wc — In einem Wen Oppenheim wurd auf Sonntag oder SiieSlingstöcke abgefä wiitelt. - Einem n Lensheim auf die »egen SittlichkeitSver suchungshast genomm in gleicher Richtung «bitiirient ans Gen Groß.Zimmern, von Aull nach G, Kunde gtuflty. A fN'Ne gefunden schlacht bei Diez a.d. Dem Lrre^rru, ™ prächtige Fahre ,, Berlin, 23 »W» ergab die Mr Frieürii Ä ? ^Sreich hat der Hinter S V vielfach verbe bld,u dodenbeplattum L un Jüe M aus das Sß Sö?lln btt ad Entzündung de«f Mr *«b«iV «Äty23; 'e;r8«i*eLT MeibiaT ^rlbri tötben9 «nhch retten i?®. !ein _ Änivxi & ’■ 6,1?,i| Jt» bet l&K S-tzsr ’-riZ“ «n b,? !* S(Äfn aJAotr * Än $?a(ehobr9tnif| Zä»\ Betrieb gesetzt. Die Herrichtung der Parkanlagen, die Dege, der Neubau der Usastcaße gehen ihrer Vollendung entgegen. Längs der Ballehäuser wird ein bequemer Asphaltweg geschaffen statt des früheren Basaltpflasters und gepflasterte Lebergänge nach BadehauS VI find angelegt. PA. Offenbach, 23. April, vergangene Woche wurde durch die Baufirma Hch. Korb hier mit der Errichtung der Baulichkeiten für das im Juli stattfindende 25. Mittelrhein. Jubiläums-Kreisturnfest begonnen. Die große Festhalle emschließlich der inneren Ausschmückung wird ea. 50 000 Mk. kosten. Gleichzeitig wurde auch mit dem Bau einer Kantine begonnen, die in den nächsten Tagen in Betrieb genommen werden soll. Bon Seiten deS Empfangs-Ausschusses find au die verschiedenen Eisenbahnverwaltungeu Anfragen ergangen, zur Einlegung von Extrazügen direkt nach und von Offen« buch unter Umgehung des Frankfurter Hauptbahnhofs, wie auch um Fahrpreisermäßigung und Verlängerung der Giltig keitSdaucr der Rückfahrkarten. fo. Frankfurt a. M., 23. April. Gestern tagte im »Hotel Bristol" eine Versammlung von Vertretern hessischer Land- und OrtSarmenverbände. Die Versammlung beschloß, bei dem Ministerium deS Innern die Einführung eines Tarifs für die Erstattung von Pflegekosten Hilfsbedürftiger, welche in hessischen Krankenhäusern, Armenhäusern »der Siechenhäusern untergebracht find, zu beantragen, und zwar soll auf Antrag des Medizinalrats Dr. Vogt in Butzbach der Satz von 1.40 Mk. in Vorschlag gebracht werden, einheitlich für Stadt und Land. Das Letztere befürwortete namentlich Kreisrat Dr. Göttelmann Heppenheim. Don 18 hessischen Kreisämtern haben sich 16 für Einführung eines solchen Tarifs ausgesprochen. Eine Sondervergütung für spezialärztliche Behandlung soll nur dann erfolgen, wenn sie nicht von den Anstaltsärzten vorgenommen wird. Der von dem Beigeordneten Wolff-Offeubach ausgearbeitete Entwurf für den Tarif wurde mit den erwähnten Zusätzen gutgeheißen. In Preußen beträgt der Armenpflegesatz 1 Mk. •* Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. Zu Ehren des Badearztes Geheimrats Dr. Marc, der sein 25jährigeS Jubiläum als Badearzt in Wildungen feierte, gründeten die dortigen städtischen Behörden und die Badeaktiengesellschaft eine „Doktor Marc Stiftung" für unbe- mittelte Kurgäste, wozu bereits 15 000 Mk. gezeichnet wurden. — In einem Weinberg der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim wurden vermutlich in der Nacht von SamStag auf Sonntag oder von Sonntag auf Montag ungefähr 60 Rieslingstöcke abgeschnitten. Die Thäter sind noch nicht ermittelt. — Einem unsauberen Treiben ist man kürzlich in Bensheim auf die Spur gekommen. Der Gärtner H. ist wegen Sittlichkeitsvergehens nach § 175 St.-G.-B. in Untersuchungshaft genommen und zwei andere junge Männer sollen in gleicher Richtung schwer belastet sein. — Ein Gymnasial- «bitürient ans Gensingen kam als Schulverwalter nach Groß-Zimmern. — Bei dem Ausschachten der Straße von Aull nach Gückingen wurden allerlei intereffante Funde gemacht. So wurden alte Gewehre, Säbel und Knochenreste gefunden. Diese rühren sicherlich aus der Schlacht bei Diez a. d. Lahn her, die im Jahre 1797 stattfand. — Dem Kriegerverein Darmstadt hat der Kaiser eine prächtige Fahnenschleife verliehen. Vermischtes. * Berlin, 23. April. Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ergab die Untersuchung des Linienschiffes «Kaiser Friedrich III.", daß die Beschädigungen nicht so umfangreich find, wie anfangs befürchtet wurde. Zwar hat der Hinterfieven einen Querriß, auch die Außen haut ist vielfach verbeult und leck, doch ist die innere wasserdichte Bodenbeplattung bis auf eine Stelle unverletzt. Das ganze Bausystem und die Lanzeinrichtung des Schiffes bewährte fich auf das Vorzüglichste. Alle größeren Abteilungen, ausgenommen der achtern Backbordheizraum blieben trocken. Die Entzündung des Theeröls war die Folge des Aufsteigens deS OelS durch ein EntlüftungSrohr, eß werden die Luftrohre künftig außerhalb der Heizräume hochgeführt werden. Die Keffel haben nirgends gelitten, nur im mittleren Steuerbordheizraum ist die Armatur der beiden Zylinderkeffel, sowie die Hilfsmaschine beschädigt. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schließt, die Reparaturkosten find noch nicht genau festzustellen, bleiben aber sehr erheblich hinter den Schätzungen zurück, die nach der Havarie von einigen Zeitungen aufgestellt worden find. 'München, 23. April. Der im Ausland lebende hiesige Schriftsteller Dr. med. Panizza, der vor Jahren wegen einer Broschüre steckbrieflich verfolgt wurde, die eine Kaiserbeleidigung enthalten haben soll, stellte sich den Behörden, um sein Vermögen vor der Beschlagnahme zu retten. Er wird vor dem Schwurgericht erscheinen. Universitäts-Nachrichten. — In München ist der seit längerer Zeit leidende Staatsrechts- lehrer v. Seidel gestorben. Max v. Seydel würbe 1846 zu Germersheim in der Rheinpfalz geboren. Nach Absolvierung seiner Rechtsstudi-n * München und Würzburg trat Seydel in den bayerischen Staatsdienst. Ä war als StaatSrechtslehrer eine Autorität, die wiederholt in staats- »mhtlichen Fragen beachtenswerte und auch ausschlaggebende Gutachten ab ^b und die besonders die staatsrechtliche Stellung Bayerns im Deutschen Mich gegenüber allerlei politischen Strömungen wissenschafUich verteidigte. Auch in der Ltppe'schen Thronfolgefrage gab Seydel s. Z. sein Rechts- z-iltachten ab. Die deutsche Rechtswissenschaft verliert in Max v Seydel einen ihrer hervorragendsten und scharffinnigsten Gelehrten und die Hni- »rrsttät München eine ihrer ersten wiffenschaillichen Zierden. — Der 80jährige Senior der Unioerfität Heidelberg, Honorar- pwfcssor der Anglistik Dr. Ihne, stellt mit laufendem Sommersemester seine Dorlesungen ein. — Für den Fall, daß in Marburg ein Lektor d-er französischen Sprache für das Sommersemester nicht ernannt wird, ist b'tr Lektor an der Universität Gießen, M. Goetschy, bereit, öffentliche Hotlefungen über französische Literatur in Marburg zu halten. — Dr. E. Schellwien, Privatdozent in der philosophischen Fakultät der Universität Uönigsberg, wurde zum a-o. Proseffor ernannt. — Man schreibt aus Aürich: Der Profesior für Baumechanik und Technologie der Baumaterialien am eidgenössischen Polytechnikum und Borstand der db- z-mösfischen Materialprüsungsanstalt, Lubwig Tetmaier, hat einen Ruf « das Polytechnikum in Wien erhalten, dem er Folge leisten wird. M den 24. April 1901. e von DreSdk» kounnevd t Gesoige und Dieuer- rn die hiesige Station, tes wurde das vorher . den Zug hinringeM. >rgen verbreitete fiif M i WrigeS Wtn an» Glücklicherweise hat sich wiese». ^«SchutzMM und tonnte ti den ach wieder zufihrrv. Ich-18 btt FnchnW« chlosseuen Ortschaften ifi i Baffer hier, erschienen, imitiening der Anschlüsse n Zeilnttyntr unenlbech beten, aber noch nicht an Mett im verzeichn lauten der mit Gieht^ hßMr va otyWfo ie wir schon mehrfach be- mittag in Steins Garten r alle im SroßherzoM AoMvercks ei* . solche Feier :r Stadt ist der beson ere sammlvngsort iogramm, das an fü rllch heben wir besonders den M. W. Onckeu über Uuud die Darst^ »lnng w habe, wonach- l .and fr* ** Seschwader lta K einen W* L|ect$ wohnende« in in Nacht von »t ö«°ß-°» w «UM i gefloßen. »,,W ke,lt' « Lkhteren 4096 ®’” -88 fr* en- (fa®i«r10eM1.f(j)e ohllt ”31, d" K-SsZ läbtr nnb, nt korben hnh1 a n n- « feiner ß «er 'orden. Tie E?^- ' der 9Uh Jet^b. QnneqrSs9e9en i sind. 9 ünbeHft, 'in ElbersG* er “Mm SB* I ö,e dazu°> l^inen- R zwecks Frei- b°en f-iÜ 8 KL; Leugnen gegenüber hwzunehmen. Angeklagten Tesche jr xr wegen Herzfehlers Mit worden sei. auf Mittwoch, tot« ■ Alleinige Jabri kanten-. \ M «Stuttgart. System Prof Dr G Jaeger Unterjacken poros 3135 Pafentirt in allen Culfursfaaten. . Schulze Kreuzplatz. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des »Gießener Anzeigers".) W. Bonn, 24. April, 1 Uhr 45 Min. Der Kaiser und der Kronprinz trafen heute morgen lO^UHr auf dem Bahnhofe ein. Sie wnrden von Prinz und Prinzessin von Schaumburg.Lippe, dem Bürgermeister Spiritus und einigen höheren Beamten empfangen. Unter Hochrufen passierten sie die Straßen und fuhren nach dem Palais des Prinzen. A. Hamburg, 24. April, 11 Uhr 20 Min. Hier droht ein neuer Streik der Hafenarbeiter wegen Lohndifferenzen auszubrecheu. B. Pofen, 24. April, 10 Uhr 45 Min. Bei der Auflösnng einer polnischen Versammlung in Gösthn kam es Detter April + 12,3 4- 16,7 22.-23. April am Frankfurt, den 24. April. Beiohsanleihe . . 98.25 Sternh. Himmel lcht. beb. Himmel 1 3 749,7 751,0 748,9 1 3 8‘/l% 8% WIq 8°/o 8Vl% SB. NE. B Höchste Temperatur Riedrigste „ . 88 15 . 98 15 . 88.15 . 94.40 . 96.00 44.96 . 25.70 . 27.40 . 8080 Tendenz Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthard bahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpen er . . . . befestigt. do Konsole do Hessen 4- 21.90 e. + 4.0® C. Wteratur, Wissenschaft und Kunst. N. H. Gießener Kochbuch für de« bürgerliche« Haushalt. Das kürzlich im Verlag von Aug. Frees, Hofbuchhandlung in Gießen, erschienene Buch legt erfreulicher Weise ben Hauptwert auf guten, bürgerlichen Mittagstisch unb vermag burch bas Fortlaffen meist unbrauchbarer komplizierter Rezepte fich eingehenber mit bem alltäglichen zu beschäftigen: ein bebeutenber Vorzug vor anberen ähnlichen Erzeugniffen. Gleichzeitig bietet es auch noch in mancherlei anberen Dingen für bie Hausfrau sehr erwünschte Anleitung. So z. B. nur um etwas herauszugreifen, behanbelt es eingehend bie Zusammenstellung von größeren Gesellschaftseffen, bas Tisch- unb Tafelbecken bei verschiedenen Gelegenheiten, Zerlegen unb Anrichten, Servieren u. s. w. Außer biefen empfehlenswerten Eigenschaften ist noch hervorzuheben, baß bet Preis des Buches, Mk. 1,50 bei eleganter Ausstattung, so mäßig gestellt ist, baß es fich wohl schon bald in weiteren Kreisen Eingang verschaffen wirb. 5% Italien. Bente . . 4O/o Grieoh. Monop.-Anl. 3 o/o Portugiesen . . 8 0/0 Mexikaner . . . 4Vi % Chinesen . , . frau, 1 Frau zum Wecketragen. Lehrlinge» 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 3 Schlaffer, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger. zu stürmischen Szenen. Die Gendarmerie mußte mit blanker Waffe um fich schlagen. Der Polizeikommiffar mußte fich vor der wütenden Menge flüchten. M. Kopenhagen, 24. April, 11 Uhr 40 Min. In Hofkreisen wird behauptet, daß König Christian beabsichtige, wegen der kritischen innerpolitischen Lage binnen Kurzem abzndanken. (?) Berlin, 24. April. Die „Berl. Pol. Nachr." bestätigen, daß die Teilung des Regierungsbezirke- Arnsberg durch Errichtung eines neuen Bezirkes in Dortmund in naher Aussicht steht. Köln, 24. April. Auf der Wahner Haide wurden durch Explosion eines Geschosses zwei Personen getötet und drei schwer verletzt. Einzelheiten fehlen noch. Halle, 24. April. Bei Wallwitz stürzte ein Bierwagen einen hohen Abhang hinunter. Der Wagenführer war sofort tot, die Pferde find schwer verletzt. Holtenau, 24. April. Die Durchschleusung deS havarierten Panzers „Kaiser Friedrich III." gelang vorzüglich. Das Schiff geht langsam aber sicher den Kanal landeinwärts. Karlsruhe, 24. April. Die „Südd. ReichS-Korr." schreibt, daß die süddeutschen Regierungen zu verstehen gaben, sie wünschten das Votum in der Tariffrage erst nach eingehendem Studium und kollegialischer Beratungen sowie nach Anhörung ihrer Landcssachverständigen zu erlaffen. Die Rücksicht auf die Kanalvorlage könne bei den süddeutschen Regierungen nicht mitsprechen. Loudon, 24. April. Unterhaus. Der Handelsminister Balfour erklärte, das Auswärtige Amt erwäge die Frage der Subventionierung der DampffchifffahrtS-Gesellschaften zur Schaffung eines direkten Dampferverkehrs nach Sansibar. Die Regierung fei mit der Einsetzung einer Kommission einverstanden. Die Frage der SchiffahrtSprämien werde in Eng- layd mit großer Sorge betrachtet. — Die beantragte Unter- suchung des Systems der Schiffahrtsprämien in ftemden Ländern fand die Zustimmung des Hauses. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. fc. Frankfurt a. M., 23. AprU. Auf bem Frühjahrspferbemarkt waren am gestrigen Haupttage 1321 Pferbe angefahren. Außer m Reitpferben ging bas Geschäft sehr flott. In schweren Arbeitspferben würben Mk. 1000 bis 1600 per Stück angelegt. Leichte Arbeits- pferbe würben mit 300 bis 500 Mk. bezahlt, mittelschwere erzielten 600 bis 800 Mk. fc. Ararrkftttt «49R., 23 April. (Heu- und Sisiohmarkt.) Angesahreo: 20 Wagen mtt Heu, 3 mit Stroh. Heu Mk. 4.40 bis Mk. 4.80, Stroh (Roggenstroh) Mk. 3 00 bis Mk. 3.40. Alle« per 50 Kilo. Jede sorgsame «Utter soll auf ben Rat bes Arztes hören unb beim Waschen der Äinber bie ärztlich empfohlene Patent - Myrrholin - Seife anwenben. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt: »Bei meinem Kindchen (z. Z. ‘/s Jahr alt) wegen oberflächlicher Hautschrunden rc. zu Waschungen in Gebrauch genommen, hat sich aroßartig be* währt". Die Patent-Myrrholin-Seife, welche überall, auch in ben Apotheken, erhältlich, ist bereits in vielen Familien unentbehrlich geworben. . 218 30 . 188 80 . 184.50 . 149 00 . 164 20 2148.40 . 164.00 . 214 50 . 199.25 . 180.40 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraße 2. Angehot der Arbeitnehmer: 1 Glaser, 1 Küfer, 1 Schmied, . Schlosser, 1 Schreiner, 1 Fahrbursche, 1 HauSbursche, 1 Arbeiier, i Taglöhner, 1 Dienstmädchen. Nachfrage der Arbeitgederr 1 Spengler, 1 Metzgergeselle, . Schlosser, 3 Schubmacher, 1 Schreiner, 1 Knecht, 3 HauSburschen, > Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Putzfrau, 1 Taglöhnerin, 1 Waich» Arbeiterbewegung. S Butzbach, 24. April. Der bei hiesigen.Maurern und Handlangern in voriger Woche dngetretene AuSstand ist wieder beigelegt; den Arbeitern wurde die oerlangie Kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde bewilligt, auch der seitherige Tageslohn aus weiteres zugesichert. Darmstadt, 24. April. Die hiesigen Schreinergehilfen wollen in den AuSstand treten. Anläßlich drffen fanden gestern abend, wie die „Darmst. 3m vorigen Jahre ein großes wissenschaftliches Unternehmen aus zur E« forschung der Tierwelt im Südsee-Jnselmeer. E< hatte vom Fü> ft n 1 von Mtzpeco für 300,000 Mk. beften Dampsjocht „Prinzessin Alice" er standen, die er auf einer Werft in Hamburg vollständig umt-amn ließ und zu Ehren feine- verstorbenen VaterS „Eberhardt" nannte. Mtt einem Stab wissenschaftlicher Mitarbeiter fuhr er mit dieser Jach< im Südseeinselmeer umher; die Reise war bisher vorzüglich verlausen, hatte auch schon reiche wissenschaslliche Ausbeute gebracht. S^att deS Kapitän- Doogdt aus Papenburg führte von Singapore au- ein anderer Kapitän daS Schiff, lieber ben Uebeifatt, bei dem Bruno Mencke fein Leden verlor, ist näheres noch nicht bekannt; man vermutet in Hannover, daß eS sich um einen Raudanfall handelt, da Mencke kurz vorher eine größere Bankanwttsung erhalten hatte. Dafür scheint der Umstand zu sprechen, daß gleichzeitig auch der Postoerwalter Caro auf St. Mathias ermorbit worden ist. Auch ein Matrose namenS Krebs ist getötet, wählend Dr. Heinrotb, ber bie Reise als Sch ffs- arzt mitmachte, verwunbet wurde. Die Einrichtung und Ausrüstung der Jacht soll von den Wilden vollständig zerstört worden unb auch sein Stevenrohr soll beschäbigt sein, boch geht ber Dampfer, wie eS in der auS Cooklown, Australien, eingetroffcnen Meldung heißt, übei Brisbane nach Matupi weiter. Der seemännische Leiter ter Reise, Kapitän Doogbt, wellt zurzeit in ber Heimat, um Erweiterungen bet Pläne ber Gesellschaft Mencke u. Co., bie bie Fahrt auSrüstete, an zubahnen. Kapitän Voogdt ist von bem Vertreter beS Bruno Mencke^ nach Hannover berufen worben; er soll bie Zurückfübrung deS Sch sie- übernehmen. DaS traurige Geschick bes jungen Forscher-, ber er« 24 Jahre alt war, wird allgemeine TeUnahme erwecken. Eine Schwester deS @rmoibeten ist mit Rittmeister Mackensen v. Ast- felb, beim Hessischen Leib-Dragoner-Regiment in Darm- ftabt, verheiratet. Weimar, 23. April. Die heutige Generalversammlung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft wurde durch Dr. Oechelhäuser eröffnet. Großfürst Constantin wurde zum Ehrenmitglied ernannt Wrimar wurde als Ort der nächstjährigen Versammlung wiedergewählt. Intendant v. Poffart hielt den Festvortrag „Hebet die Art, Shakespeare am besten in Szene zu setzen". Nach dem gemeinsamen Festdiner wurde am Abend im Hottheater „Macbeths aufgefübrt^ ' 4 I wengers pa renrirrej Umerttleidunq Schwägerin Tante Gestern Katharina Jahren. Lehrer. il 1901 i., nachmittags stilles Beileid bittet Annerod statt. Tochter. Schwester. ng findet Donnerstag den 25. Leiden im Alter verschied meine liebe Gattin, unsere Unsere liebe, kleine ist heute morgen 6V< Uhr sanft entschlafen. 3141 Vkchffor Dr. Oscar Holtzmann u. Fran Marie geb. Staeliu. Gießen, 24. Aprll 1901. Dt'ckttkmliksklmig. Dre zum Walzen der Kreis Araßeuftrecke vom L«m- penwaausbrunuen bis «ach Steinbach erforderlich werocnben 1600 cbm Basalt« kleinschlag sollen am Mittwoch dem 1. Mai 1901, vormittags 9 Uhr, im Wege schriftlichen Angebots im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst die Bedingungen zur Einsicht offen liegen, vergeben werden. Angebote find bis zum gleichen Termin daselbst abzugeben. Gießen, am 19. April 1901. Der Großh Krei» bauinsp^klor _________Stahl. 3136 Bekanntmachung. Donnerstag den 85. d. SR., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich dahier im Bieker'schen Saale — Neustadt 55 — i. 4000 Cigarre« und 48 Tabakspfeife«, 2. einen größeren Posten Schuh- waren, 3. eine Ladeneinrichtung, 4. Haus- u Küchengeräte all. Art gegen Barzahlung. D>e Versteigerung der Sachen unter ad 1 findet bestimmt statt. Gießen, den 24. April »901. 8103 Seipel, Gerichtsvollzieher Stadt. Schlachthaus. Sreibauk. 3087 Heute und morgen: Schskufleisch 35 Pfg. Sdjmrmrfltifdj 35 Kfz. MitiiiS Arisch eingeiroffen: Prima Schweizer käse, per Pfd. 9b Plg., prima Edamer Säse, bollfett, per Ptd »0 Pfg., prima Limburger «äse, vollfeit.pr. Pfd 42 Ptg, vtahmkäse zu 12, 15 und LOPfg., echt westf.PttMpernickel. 7 Schlofigaffe 7 früher WievertS Filiale. MasckmvAickrm!! 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