Nr. S77 Zweites Blatt 151. Jahrgang Sonntag 34. November 1901 Die akademische Jugend von Athen. Zweite hessische StändeKammer. Chamberlain und fein Ende! gelegt. Redaktion, Grpebitto* und Druckerei: Gchnlstratze 7. Ddreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen, g-ernsprechanschluß Nr. 51. : Mißstandes erforderlichen Maßnahmen treffen. Der Berichterstatter Abg. Dr. Frenay (Ztr.) führt : zu diesem Antrag des Ausschusses folgendes aus: Der Antrag Ulrich bezwecke in erster Linie die öffentliche Gesundheitspflege intensiver zu gestalten, aber auch das Heilwesen in ein öffentliches überzuführen. Bei eingehendster Beratung im Ausschüsse habe man aber diesen prinzipiellen - Standpunkt nicht billigen können, namentlich nicht die Beseitigung des Privatheilwesens, sei aber doch der Ansicht : gewesen, daß nach verschiedenen Richtungen hin ein weiterer Ausbau der öffentlichen Gesundheitspflege erwartet werden ' dürfe. Ter Antrag Ulrich habe das Verdienst, die Frage 1 der öffentlichen Gesundheitspflege angeschnitten und der Regierung die Gelegenheit gegeben zu haben, sich hierzu zu äußern. Und der Regierung danke er für ihr ausführliches 1 Exposee über ihre seitherigen Anordnungen und Thätigkeit. Man dürfe wohl mit Recht hinzufügen, daß die Regierung dieser Frage- ihre vollste Aufmerksamkeit gewidmet habe, und daß sich die seitherigen Einrichtungen bewährt hätten. Es seien natürlich im Ausschuß trotzdem noch Wünsche ge- ’ äußert worden, die sich zu dem vorliegenden Antrag desselben verdichtet hätten. Drei Fragen seien im Ausschuß näher geprüft worden. Zunächst die Frage der Wohn- ungs für sorge. Man wisse, was gesunde Wohnungen für das Volk bedeuteten und wie notwendig es sei, hier Abhilfe zu schaffen, nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Lande. Man wisse auch, wie genügende Aufsicht gefordert werden müsse, und wie Hand in Hand damit eine gesunde Wohnungspolitik zu gehen habe. Es herrsche in der That eine Wohnungsnot. Beim Anblick der Wohnungen in Städten könne man sich nicht der Ansicht entschlagen, daß hier energisch vorgegangen werden müsse. Der Ausschuß sei der Ansicht gewesen, daß vorerst die Wohnungs- aufsicht eingehend gestaltet werden müsse. Größere Aufmerksamkeit müsse auf die Ernennung von Wvhnungs- inspektvren gerichtet werden. Man komme über die Anstellung von solchen Beamten nicht hinaus, solange nicht das Reich die Fürsorge übernehme. Doch werde mit dieser Frage das Haus sich demnächst näher zu befassen haben, wenn die Wohnun gsgesetzvvrlage zu beraten sei. Die zweite Frage, die man geprüft habe, sei die der Beaufsichtigung des Schulwesens. Hier seien zwei Momente zu beachten: einmal der Bau von den ge- sundhettlichen Anforderungen entsprechenden Häusern und dann die innere Einrichtung. In dieser Richtung sei in der Denkschrift der Regierung dargelegt, daß man hierauf ein besonderes Augenmerk gerichtet habe. Er könne der Regierung nur empfehlen, auf diesem Wege weiter zu schreiten. Doch müsse er sagen, daß man in der Weise, wie man für die Volksschulen sorge, nicht auch für Mittel-- und Realschulen sorge; er erinnere nur an Mainz. Nun sei bei der Schulhygiene noch die persönliche Fürsorge zu berücksichtigen. Es beständen seither schon Bestimmungen, sämtliche Kinder bei Eintritt in die Schule zu untersuchen. Würden die Untersuchungen mit Takt geführt, so fei ihm dies Jnstttut sehr sympathisch. Er könne der Regierung nicht darin beipflichten, daß derzeit die allgemeine Anstellung von Schulärzten nicht nötig sei; ein Erfolg könne nur bei einer fortwährenden Untersuchung errungen werden. Doch habe die Regierung den Weg gezeigt, der gegangen werden müsse; das sei die genügende Durchbildung der Lehrer in der Frage der Schulhygiene. Das scheine ihm außerordentlich wichtig. Der Leyrer kenne am besten die Qualität der Kinder; er könne einen großen Erfolg erzielen. Eine entsprechende Ausbildung des Lehrers sei also wünschenswert. Er wende sich jetzt der dritten Frage, der Gewerbe- Hygiene zu. Die Arbeiterfürforge sei zweifellos von eminenter Bedeutung. Vor allem wichtig sei es, dem gesunden Arbeiter seine Gesundheit, Kraft und Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Bei der Gewerbehygiene drehe es sich darum, die baulichen Verhältnisse so zu gestalten, daß sie in Bezug auf Rauch, Licht usw. den Anforderungen der Gesundheit entsprächen und auch darin, daß Betrieben mit gesundheitsschädlichen Einrichtungen entgegengetreten werde. Die Regierung habe anerkennenswerterweise ihren Aerzten schon besondere Instruktionen gegeben. Wünschenswert sei es, einen medizinisch vorgebildeten Beamten als Gew er be- ht- * liwiglW täflUd, «rtl Ausnahme des Montags. Die Siehener Familien, blätter werden dem An- »erger im Wechsel mit bem »Hess. Landwirt« und den JBIättern für Diese Frage ist vollkommen berechtigt; sie enthält auch die treffende Antwort auf die Behauptung der „Times" uno anderer englischer Blätter, daß Chamberlain nichts gegen die Manneszucht und Menschlichkeit der deutschen Truppen geäußert habe. „Zum Glück für die künftigen Beziehungen zwischen beiden Völkern steht an der Spitze des Reiches ein Herrscher mit Blut der Königin Viktoria in seinen Adern, der die Nation, die niemals seine Teilnahme für sie in der Stunde ihres tiefften Grames vergessen hat und niemals vergessen wird, kennt, versteht und würdigt. Die Estrtfremd- un g zwischen Deutschland und Großbritannien würde ein Unglück für die Welt fein, das an Ernst nur der Zwietracht mit einer anderen der zwei großen Zweige der angelsächsischen Rasse nachstehen würde. Leider giebt es in England wie in Deutschland Leute, die einen solchen Bruch herbeiführen würden, wenn sie es vermöchten." „Daily Graphic" polemisiert gegen die Auslassungen Die englische Presse beschäfttgt sich jetzt natürlich sehr Landtag. 73. Sitzung. Freitag, den 22. Noo. 1901. eingehend mit den deutschen j^mdgebungen gegen die Rede Beginn der Sitzung 9.20 Uhr. Am RegierungZtisch t ^eS...bt* t'*UI KqhnnalsebetarB. i-hamberlam wird selbst- Staatsminister Rothe, Geh. Rat Emmerling, Ministerialräte verständlich von den meyten englischen Blattern warm Dr. Breidert, Braun und Eisenhuth, später Präsident des vertechlgt. ^v >cyrerbt dle „Wir können nicht Finanzministeriums Gnauth, Ministerialrat Milbrand, Geh. zugeben, bau die kinp,u>dlichkelt der dentsthen öffentlichen Obersinanzrat Becker, Geh. Medizinalrate Dr. Neidhardt und Meinung durch irgend etwas, was Chamberlain gejagt ! Dr. Krause, Oberregierungsrat Weber, Oberfinanzrat Rohde. Inspektor anzustellen. Nach den Erfahrungen in England und der Schweiz verfchlage ein solcher Versuch nichts. Noch die Frage der Ersetzung der Privatärzte durch öffentlich angestellte Aerzte wolle er streifen. Er könne sich dazu nicht entschließen, da man das Heilwesen nicht wie die Rechtspflege verstaatlichen könne. Es sei auch ein Bedürfnis nicht vorhanden; überall hätten sich Aerzte nieder- gelasfen. Ein Bedürfnis sei um so weniger vorhanden, als durch Gemeindesürsorge und Krankenkasse für Aerzte gesorgt werde. Doch habe es sich! bei der Berattmg gezeigt, tmß Zunächst wird die Wahl des Abg. Breimer inatl.) für giftig erklärt. Sodann wird der Antrag des Abg. Ulrich (soz.) und Genossen, die Bildung kleinerer Sanitätsbezirke und Anstellung staatlich vollbesoldeter Bezirksärzte, beraten. Der Ausschuß hatte dazu'beantragt, die Regierung solle in erhöhtem Maße der öffentlichen Gesundheitspflege ihre Aufmerksamkeit zuwenden, insbesondere für ausreichende Wohn- ungsvolizei, möglichst unter Zuziehung von Wohnungsinspektoren, Sorge tragen, eine gründliche Ausbildung des Lehrerpersonals in der Schulhygiene anordnen, für größere Städte und Gemeinden die Anstellung von Schulärzten in Anregung bringen, und einen Arzt als Gewerbeinspektor anstellen. Auch solle die Regierung Ermittelungen darüber anstellen, ob und inwieweit sich im Großl)erzogtum ein Mangel an ärztlicher Hilfe gezeigt oder ärztlicher Hilfe nur unter Anwendung unverhältnismäßig hoher Kosten zu erlangen ist und sollte darnach die zur Begegnung dieses hat sich, offenbar aus falsch verstandenen nationalen Beweggründen, dem Gerste kirchlicher Uirdüldsamkeit zugewandt. Tie erregten und zum Teil blutigen Vorgänge, deren Schauplatz in den letzten Tagen die Universität und die Straßen von Athen waren, haben chre Ursache in einem von den Lehrern der Athener Theologieschule erlassenen und von den Studierenden durch gewaltthcttige Mittel unterstützten Bibelverbote. Die brttische Bibelgesellschaft, der man die Uebersetzung der heiligen Schrift in mehr als zweihundert Sprachen und Mundarten verdankt, ließ einen igegen der Etat so erd . ? er' Ttti)em vergleiche an stellte zwischen dem eng- 8 bis 14 Tage' später Dorgehen in Südafrika und jenem der Deutschen im ~ ‘ ~ • - • - 'Kriege von 1870, nicht wünschte, Deu tschland zu beleidigen? ichl per !• Wc ortier, AuW jeden uni. 04/14 >n dieiesAall^ a, junger Mam' hl Stellung als M übernimm! ls einem Bureau an biejFP^ AbarerSlW W Tff^Bereä? SZ engan. E 2 unter & fZilL«6 'd. Ä iitrtrin. !?kr suchen wir wchen als zweit« 7663 ; W » & ttltzow & usmadchenzsM. iftraße 13, M, woberl'aMdj, Vleichslraxrl«, 111 ves Mqca. otn anbe, von fuxber= flefutflL Cfieden öie thp. ö. Bl. Dalttische Tagesschau. I Vor der Reichstagseroffmmg. deutschen Armee jemals bezweifelt." Ter „Daily Tele- Unser parlamentarischer Bearbeiter schreibt unterm^int, daß nicht alle Sckichten der deut- 22. November: 1 scheu Bevölkerung von blindem Brrtenhasse m Reichstagsabgeordneten rüsten sich zur Fahrt nach beseelt seien und fährt fort: Berlin. Schon jetzt bemerkt man in den Straßen der Reichs- Hauptstadt den einen oder anderen Parlamentarier, den Ungeduld, Thatendurft, oder das verantwortliche Bewußt- seiil, später eintreffende politische Freunde wohlunterrichtet empfangen zu müssen, nicht länger am sttllen Herde rasten iojien. Im Palast am Königsplatz entfaltet sich das geschäftige Leben und Treiben, das dem Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen vorauszugehen pflegt. Da find vom Bureau des Reichstags zahllose, natürlich sämt- lich als „dringend" bezeichnete Anftagen zu beantworten, Briefe und Boten zu entsenden, und die Kunst, es allen den „verehrten Herren" recht zu machen, ist hier eine besonders schwere. Jede Fraktion hat ihre Mitglieder, die«. T c11 sich nut ,chönem Eifer der Aufgabe widmen, die Stätte "Rordd Allg. Ztg." und sagt: „Was Chamberlains würdig zu bereiten, dafür zu sorgen, daß die Kollegen bei P^e betrifft, so können wir nur wiederholen, daß sie ihrem Erscheinen alles nach Wunsch vorfinden. Die Sitz- B el erdig en b e3 (?) jur die deutsche Nation, reihen stnd Putte im Saale werden gemustert, dieVerfamm- Ungenaues hiufichtlich des Vorgehens der deutschen liiugsräume der Fraktionen nochmals in Augenschein ge- ?jrmee von 1870 enthalt." Der „Standard" schreibt: „Es nommeu und — ein wichtiger Akt — auf der schwarän durchaus Nichts geschehen, was die Freundschaft mit Tafel in der Wcuidelhalle Ort und Stunde der ersten ^utschland stören müßte. Die Agitation, die plötzlich in Frattionssitzung zur Kenntnis gebracht. Deutschland entstanden ist, ist größtenteils ein künstliches Gleich die erste ist diesmal von Bedeutung- mitten bewachs; doch sind solche Kilndgebungen nicht immer harrn- Ü ine in ins Gefecht wird der Reichstag geführt. Nicht wie to8/' Mail" verlangt eine weitere Erklärung von sonst wird zuerst der dickbändige Reichshaushattsetat in Chamberlain, weil es wünschenswert sei, den Antagonismus die Wohnungen und Quartiere der Mgeordneten getragen Zwischen Deutschen und Engländern zu beseitigen. Sei irgend sondern es rückt sofort das „schwere Geschütz" heran der r111 wirklicher Grund vorhanden, warum Chamberlain der Zolltarif-Entwurf. Beretts morgen (Samstag) soll die Ver- stAAt nicht eine freimütige, offene Erklärung ab geben sollte, senduilg der Vorlage beginnen, dagegen der Etat, so er- er, indem er Vergleiche anstellte zwischen dem eng- sährt die „Kreuzztg.", erst etwa 8 bis 14 Tage später 1^^ehew in Südafrika und jenem der Deutschen im eingehen, da die Beratungen im Bundesrat iwch nicht sowett fortgeschritten sind, und da ihm auch die Etats- eutmürfe für die Schutzgebiete, die jetzt Beratungsgegen- stand im Kolonialrat sind, noch nicht unterbreitet werden konnten. Wir glauben, die hauptsäHiche Ursache der ungewöhnlichen Verzögerung liegt in den bekannten Finanz- schwierig leiten des Reiches. Solange „heidenmäßig viel Geld" da iwi. wickelten sich die Etats-Erörterungen im Bundesrat ziemlich rasch und glatt ab. Heute aber muß aller Ecken und Enden gespart, muß jede von den einzelnen Ressorts ongemeldete Forderung geprüft und wieder geprüft werdeii, ob sie unumgänglich notwendig ist, oder ob sie sich nicht doch noch hinausschieben läßt. Kürzlich war als 'Aushilssmtttel offiziös vorgeschlagen worden, im Interesse der finanziell schwächeren Bundesstaaten zur Vermeidung einer Ueberlastung mit Beiträgen an die Reichskasse einen Teil der sonst aus laufenden Einnahmen des Reiches zu bestreitenden Ausgaben aus Anleihen zu decken. en oer&rmtt, ucB ein«, herauszukommen, Widerspruch erfahren, und zivar nicht nur und^^erteilteStra seitens der Parteipresse, auch, wie man wissen will, seitens “inen modernen tn mehrerer Bundesregierungen. Auf welche andere Weise das übertraaen Tos t Dialekt zu Problem der Finanzkalamität, der Bewahrung der Abschlüsse gediehen ftaaten vor allzu kräftigen Ansprüchen fettens des Reiches, tchm hfftnht ^ei Bertungen der ^rechi- zu löseii ist, das dürfte ebenfalls den Mitgliedern des ho^n I Mrckenaelebrt^^ aebt^es^Ä?^^ Bundesrats nod) keit und Mübe kosten. mrcyengeteyrten geht es wider den Strich, daß das bisher Ter Reistag hctt c^bess^r E daß er fich ver- ber Sprache abgefaßte Neue Testament sammelt hat, j'orgt jovüll^r und llugmr^nn^Graf B^ül^v w I JugMd^l^t^sM ^von?er W ± dafür, daß ein parlamentarischer b e n i)' im S-an J |Xeitim! b^e^^^?IfennSi^ Ä ler-Palais die Volksvertreter vereinigt. Schon für Mittwoch, xcr ariecbifrhpn den 27. ds., ist dieser erste parlamentarische Mend in Aus- sicht genommen. Eine vortreftliche Gelegercheit, alsbald ?ufüaen^könne^D^b^ eine zwanglose Unterhaltung beim Glase Wein über den I qA ^ie Redaktionen der Zwlltarifentwurf herbeizuführen, Verständigungen vorzu-lStranenanilönsp und hi? c-' ?xe Bereiten unter den parlamentarischen Fübrern und in flein^n ö hS intimen Zirkeln Parolen auszugeben üser die Intentionen 3er Und Auffassungen der Regierung. Auf parlamentarischen ^Personen a e t ö t e t und pthm ? Abenden ist schon so manches Kompromiß im Zettraum hem erlitten äne arnfarp 9r»znh\ Außerweniger Stunden zu stände gebracht worden, das SBocfien nnter ben Tektpren heti^hpt xid? Är hindurch nicht gelingen wollte. Und Graf Bülow mit seinen SL1& gesellschaftlichen Gaben, seiner geschickten Art, die Gemüter HfLJLon.3 he^ ß^n^?mprip (%fll ,tos ^€tcu^^tien bewegende Fragen des „tragischen" Charakters zu en^ ISÄtätP^n beS verwundeten kleiden, die Dinge von der besten und günsttgsten Seite %u h^nten ^der Truvven pmnntif5 ß betrachten, Graf Bülow ist der ^ann baäu/bie Bontan^ Me ilnioerfität^ekt Studenten halten z. Z. Freunde zu sammeln und unter einen Hut zu bringen. t Es gilt, die maßgebenden Persönlichkeiten des Zentrums, h^t einen ftürmifrfiPTT Anblick Zusammen, sie der beiden toiiservativen Fraktionen und der Ratronallibe- seiend wnrpn hP^rfirnffPM '^^st^^er Nicht an- ralen für den Gedanken empfänglich zu machen> daß der Tarifentwurf im einzelnen wie jedes Werk seine Schwächen L,. 2nMimPr J, hPnAP^e riL uach uni) Fehler hat, im ganzen aber wert ist, mit vereinten hnn ^klarten der Ab- Kräften durchgesetzt zu werden. Da die erste Lesung des Lr- Drhtninn bi^fi?^?-^Herftellung Zolltarifentwurfs bald, jedenfalls vor der Etatsberrttung, si?nPrb n^P b^^E^bbungen ergreifen beginnen soll, da die ersten Frakttonssitzungen den Entwurf ,,.nmbnpn nbPr^^mUrb1^^^6^ ®T^un9 Kammer bei- eiuer üorläufigen Kritik unterziehen werden, so ist jeder bcr Samstags-Sitzung teil- Tag nach Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungen kost- ^üan0ett- Die Oppo- bar, auch wenn die Begründung zum Zolltarif, wie es neuer-l M^i^,..^ ^'^^^? ^.ossentliche^^rdnung nur durch die dings heißt, wegen Umarbeitung noch auf sich warten lassen LJ* i^e&üt lü^bie sollte. Die Begründung ist beachtenswert, aber sie übt hn« hp? hnr hül ben Saal verlaßt, wird schwerlich auf die Stellungnahme der Parlamentarier entJ^Su ^er &x,r ^au,e versammelten Menge mit Beifall scheidenden Eiiisluß, und wäre es ein Meisterstück der Recht-! [ertigung der Regierungsabsichten. —11 —2'-j ' ■ GietzenerAnzelger W General-Anzeiger v KSWffi v *7 UmoerfUatS - Druckers Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ " zeigenteil: HanS Beck Listen 8eh6,4kS eroetgi- «Ä ftia emarnt ®l(8eu. « 8n St’*'* '5lm°n, Lollar >t Äursche verstossen -beitcr ,a9(> oder m... 7691 lb.Lieusünädchin 'M fDtäityti, ibeit QuinNid/ is kochen kann, Lohn M schov t\. ptoi tUM 11,1. dchen vom Lande mchten zu mitten Üchcrstrasie 5. von, Lande tm| n gesucht. 748? , Neuenweg 29. braves, fleißiges L Sleueimeg 6ll chf« 1^' isoädchtll, Md- duwädlheo, |omii loch nicht l-Htellun; höchsten lohnen .Taubenhojstr.tt ’ r, . cm fierte Vandervelde den belgischen Minister deS AuSwär- stimmungen des mit den Amerikanern abgeschloffenen trakteS. Ligen, er werde ihn Dienstag wegen der K o n ze n t rat i o n s- lager in Südafrika interpellieren und die Dringlichkeit haben, scheint jetzt auch die Meinung der englischen Liberalen öU fern. Gemäß den Beschlüssen des internationalen sozialistischen Bureaus in JBrüffel benachrichkgtr der sozialistische Depu- Birmiogham, 22. Nov. Chamberlain, der der Preis- Verteilung in der Technischen Schule zu Handsworth bei Es wäre zu hoffen gewesen, daß England die Gelegenheit! benutzt hätte, um seine Differenzen mit den südafrikanischen Republiken zu schlichten. Es wäre dies eine ehrenvolle Lösung gewesen und ein solcher Beweis von Edelmut hätte der Welt, die in Afrika begangenen Ungerechtigkeiten und | Grausamkeiten vergessen machen können. England hält sich aber in dieser Angelegenheit so engagiert, daß es bis zu Ende gehen muß, auch wenn seine Macht und sein Wohlstand dadurch zu Grunde gerichtet würden, das verlangt der falsche National stolz. Daß England die imperialistischen Gelüste mehr unterdrücken und den Buren wenigstens eine Verwaltungs- Autonomie lassen sollte, wie sie die großen britischen Kolonien Vom Vureukriege Reuter berichtet aus Pretoria über verschiedene Gefechte, worin insgesamt 32 Buren gefangen, drei getötet wurden. Diese Gefechte fanden bei Bastardsdrift am Ealedonflusse am 19. d§., am Rpidehill im südöstlichen Transvaal am 19. ds., im' Pongotabusch am 18., bei Villiersdorp am 20. ds. und endlich bei Pictretief statt. — Kapitän Elliot, der eine Abteilung int Macclear-Territorium in Grtqualand-East befehligte, hatte am 20. d. Mts. ein Gefecht mit einem Burenkommando. Die Buren wurden zurückgetrieben; sie mußten ihre Pferde im Sttch lassen. Sechs Buren fielen, einer wurde verwundet. Auf englischer Seite fiel Kapitän Elliot, und drei Offiziere wurden verwundet. Die „Jndep. belge" schreibt zur Entscheidung des Haager Schiedsgerichts in der Burenfrage und wird Mädchen aus Rodheim." Als das Pferd den herannahenden Zug merkte, wurde es scheu und sprang aus das Bahngeleise. Der Fuhrmann sprang ab und hrelt das Pferd am Kopf. Allein das tobende Pferd war nicht zu^halten. ^as Mädchen kam auf dem Schienengeleise zu ^-all m dem ' .. . . , -' v i ex.»..Xhnrlß Yd aöI Avin hAnr mitunter viel Unglück bringe. Abg. Ulrich (soz.): Was Weidner vom Lande tage,! gelte mitunter auch für die Stadt, wo oft auch unerschwing-1 hidje Honorare verlangt würden. Die Aerzte rönnten ja ais \ Gewerbetreibende verlangen, was sie wollien, und alle Taxe \ werde wertlos, wenn nach Ansicht des Arztes eine besonderes Leistung von ihm verlangt werde. Dieser Zustand habe» seinen Antrag veranlaßt, und dieser habe seinen Zweck, eine L größere Aufmerksamkeit auf die Sache zu lenken, erreicht. I Er bedaure aber, wenn Frenay meine, die tzeilpflege könne nicht verstaatlicht werden. Wenn wirkliche eine Angelegenheit I derart fei, in öffentlichen Normen gebracht zu werden, so fei es die Heilpstege. Die Herstellung kleinerer Bezirke |ei absolut notwenmg. Es sei den Kreisärzten unmöglich, das! zu erfüllen, was ihnen in der Zustruclion vorgeschrieben sei. Mit Vergnügen werde er sür den Ausschußantrag stimmen; doch bitte er die Regierung, in einzelnen Gegenden dazu überzugehen, besoldete Aerzte aitzusrellen. Abg. Dr. Hei den reich (nall.) verlangt, daß die Gemeinden zur Besoldung der Aerzre ein Fixum beisteuerten. Doch müsse auch dre smatliche Hilfe meyr hercmgezogen werden. Er hoffe, daß die Regierung reiche Anregung aus der Debatte mttnehme. I Abg. Wolf (freie wirtsch- Vereinigg.) wünscht, daß sich! die Ausbildung der Lehrer nicht nur auf die Schulhygiene, sondern auch auf dre Volkshygiene beziehe. Für Staats-! arzte sei er nicht; es würde alsdann oer Eifer erlahmen.» Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhardt bleibt wegen! großer Heiserkeit auf der Journalistentribüne zumeist unverständlich. Er dante Frenay, daß er die Bestrebungen der Regierung anerkannt habe. Ulrich yabe allerdings recht, daß! die Bezirtsärzte nickst mehr ihren Instruktionen nach leben könnten; das komme daher, daß die Instruktion schon 187 < erlassen worden sei. Tie Regierung stehe dem Antrag des Ausschusses sympathisch gegenüber. Was der Ausschuß be-l züglich der Wohnungsfrage wolle, werde zum Teil schon» durch die Einrichtung des Wohnungsiuspektors erreicht.! Was die Schulhygiene betreffe, so werde demnächst^ eine entsprechende Jnslrutcion erlassen werden. In den Semi- narien 'sei bereits seit einem Jahre em diesbezüglicher Unterricht eingeführt; die Erfolge blieben iwch abzuwarten. Von der Einführung von Schulärzten Haberman bis jetzt in Deutschland außer Meiningen abgesehen. In den hessischen Städten hätten wir solche und zwar in Darmstadt o, ließen 2. Was die Anstellung von Aerzten in armen Gegenden anlange, so habe man schon 1877 eine Reihe von Subven- tionsstellen geschaffen; die Regierung habe darauf gehalten, daß die Gemeinden Zuschüsse leisteten. Die Regierung sei überall bereit, Zuschüsse zu geben, wo es nötig sei. Wenn die Aerzte zu hohe Honorare verlangten, so stehe ja da^ gegen das Recht der Beschwerde zu. Man dürfe unseren! Aerzten nicht allgemein den Vorwurf machen, daß sie zrn hohe Taxen verlangten. • . . Abg. Sa) vnberger (frei wirtsch Vgg.) erzählt einige Beispiele, dag Aerzte ungeheure Summen verlangten, xie Regierung solle einmal eine Kontrolle anstellen. Abg. Brauer (frei wirtsch. Vgg.) wünscht, daß man nicht so bureaukratisch vorgeye und erinnert daran, daß man früher mehr Kreisärzte gehabt habe. Abg. Häusel (natl.) bemerkt, daß die Höhe oer xaxe von der Wegbeschaffenheit abhänge, wobei die Gebirgsgegenden schlechter ständen. . Es wird darauf der eingangs mttgeteilte Ausschußantrag einstimmig angenommen. Schluß folgt. wurden der Bürgermeister von Wermertshausen und zwei Schöffen telegraphisch nach Marburg in das Landratsamt be > rufen, wo ihnen mitgeteilt worden sein, Wermertshausen und Rüddingshausen müßten vom Erdboden verschwinden. Dic Grenzen des Uebungsplatzes würden nach ihrer Angabe das Bahngeleise Londorf-Lumda, serner Weilershain, Deckenbach, Höingen und das Schulhaus zu Roßberg sein. Das Gerücht sollen nachdem amtlichen Bericht, den die kanadische Re- Schreiben, m welchem er sem Fernbleiben mtt semem gegen- aioruna über das Goldrepublik-Komplott erhielt, wärttgen Gesundheitszustände entschuldigt. Er hauptsächlich Burenfreunde an dem Komplott betei- halte es absolut sür notig, ^me Kräfte für die liat sein politischen Arbeiten aufzu paren. (Den edlen Herren ' ■■■■_! । ■----------- scheinen die deutschen Aufrichtigkeiten doch recht mitgenommen Attffrlvör ZTOotrlr zu haben. Ob auch die Mehrheit des englischen Volles e§ ynU|UjE5 Leute sür so „absolut nötig" hält, daß seine Söhne in vom Derliu, 22. Nov. Heute vormittag ttaf Erzherzog Zaune gebrochenem Raubkriege zum Opfer fallen, das kann Ferdinand Karl aus dem Bahnhose zu Potsdam ein, um man fügl.ch bezweifeln. D Red. des Gwß. Anz.). dem Kaiser anläßlich seiner Ernennung zum Chef des - Der heutige Mi Nist errat beschloß, die China. 5. Jägerbataillons Meldung zu erstatten. Um 12 Uhr trafen anl er he m der Hohe von 265 Mill, vor der Kammer aus- der Kaiser und der Erzherzog zur Vereidigung der Rekrttten recht zu erhalten, zugleich aber auch die Entschadigungs- der Potsdamer Garnison im Exerzierschuppen ein. Hof- und ansprüche der Missionen einer Prüfung zu unterwerfen. Die Garnisonpfarrer Keßler, sowie der kathol. Divisionspfarrer Rechte des Parlaments wird damit gewarnt, daß ichließlill) - ~■" ' - y - . Darauf sprach der die Missionen selbst die Kosten des gestern verfuchten Mmtster- Kaiser zu den Rekruten. sturzes bezahlen dürften. - Der Arbeitsminister ettlärte sich — Otto v. Bülow, der ehemalige pretlßische Gesandtelim Mmifterrat für die Herabsetzung der Arbeitszeit beim Vatikan, ist am Herzschlage plötzlich gestorben. in den Bergwerken, unter der Voraussetzung, daß Die — Der Kolonialrat beschäftigte sich in der heutigen!Zeit der Ein- und Ausfahrt nicht in die Arbeitszeit emge- Vormittagssitzung mit der Vorlage, botr. die Regelung des »rechnet wird. Strafrechts für die Eingeborenen. In der Erörte- ~ ■ ' i. ' rung wurde regierungsseitig betont, daß jede Bevormundung! ÄlüÜI Unb IflUlL wirtschaftlicher Unternehmungen zu vermeiden sei. Der Kolo-1 G " nialrat ging sodann zur Begutachtimg des Entwurfs einer Nachrichten von allgemeinem Interesse finb uns stets roifffommen Verordnung, betr. die Gerichtsbarkeit über die Einge- und werden angemcffen honoriert. borenen des südwestafrikanischen Schutzgebietes in Gießen, 23. November 1901. bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten über. Die Vorlage wird zur! ^.Ü. Ablehnung. Der Vertreter des Strafrechts hier, weiteren Beratung einer Kommission von 5 Mitgliedern über-1 ^r. Ernst Beling — ist nach Halle als Nach- roicfcn- m ± c„ , e , folger R. Franks berufen worden, hat aber erfeulicherweise - Die Postkarte, welche für das deutsche Reichspost- ^uf abgelehnt. gebiet und Württemberg am 1. April n. zur Emführung .. Die Geschäftsräume der Reichsbanknebenstelle bleiben auS gelangt, wird außer der Aenderung des Wertstempels auch! & Geburtstages des Großherzogs am 25. eine Aenderung tm Vordruck erfahren. Die abgeanberte 19 _r, ^s^lanen Aufschrift „Deutsches Reich" wird wegen der Stempe^maschin- „ P-rftn°l.N°chrichten. Der Großherzog hat den prak. inicht mehr in der Mitte, sondern an der linken e>ette Qns|tljc^en pFi med. Wilhelm Zinßer zu Crumstadt zum geordnet. ! Kreisassistenzarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Offenbach mit ~’ Dre deutschen und die österreichischen Anarchisten!^.^ vom i November ernannt Durch Entschließung haben beschlossen, zum Beginn des nächsten Jahres einen I Ministeriums des Innern wurde der ftreiSamtmann Kongreß abzuhalten. Der Ort wird vorläufig noch geheim I ^egierunasrat Böckmann in Gießen mit der Vertretung gehalten. In einer Vorkonferenz m Dux wurden die ent- Kreisrats Irl ein Büdingen während dessen dreimonatlicher Ipr-chenden Beschlüße g-saß^ Ferner wurde daselb t lmb bcc Regiernngsassessor Paul Emmerling chloffen, den Anarchi en Oesterreichs das m Berlin «. . Wahrnehmung der Dienstuerrichtungen em°S Ichemende Anarchistenblatt „Neues Leben als Organ zubei bcm Kreisamt Gießen beauftragt. - empfehlen. »Der Großherzog hat den Buchhalter bei der Hauptstaatskaffe - Verschiedene Abendblätter melden, die Zeitungsnach-! Fröhlich auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung ncht, das Deutschland und Rußland gemeinsam die! Gesundheit mit Wirkung vom 1. Dezember an in den anderen Machte zu einer anti-anarchtstlschen Konfe-!' versetzt renz einladen würden, entspreche in dies« Form nicht ' g^ert Morgen, am Totensonntag, fällt das Pro- den Thatsachen. Richtig sei nur, daß zwischen Berlin undl . « ' , QU§ J Petersburg Besprechungen stattftnden über eine bessere Be- ** Eine n eue Weinsteuer un d ein e Erh öhnn g wachung der Anarchisten, Besprechungen, die sich Voraussicht- e r Vermögenssteuer in Sicht? Wie dem „Mainz, lich auf andere Mächte ausdehnen werden, da selbstverständlich F^rn." aus Darmstadt geschrieben wird, verlautet in parla- zu wünschen sei, daß die zu ergreifenden Maßnahmen einenZmentarischen Kreisen, daß mehrere oberhessische und Oden- »möglichst internationalen Charakter erhalten. Von der Ein-!wälder Abgeordnete beabsichtigen, demnächst im Landtage I beruftmg einer Kanferenz se. dagegen b.sher nicht die Rede I die Einführung eEWe^nsten = rrn H-s^env-n neuem 3 ’C- das „8. T." Höri, wird der Reichs.ag bei ^sen dan^^nr b-unruhegende seinem Wiederzusanimentritt am nächsten Dienstag d«Ent- N nanz Finanzperiode von 2-3 Millionen ihren Auswürfe des Zolltarif-Gesetzes und des^ Zolltarifs nn= L findet. Die Regierung beabsichtigt ferner, wie auf das I schließlich der Begründung als fertige Drucrsache üorpnoen, I yeftimnitefte verlautet, eine Erhöhung der Dermö- doch ist nicht anzunehiuen, daß das Haus bereits in der g en s-St euer in Vorschlag zu bringen. ersten Woche seiner Verhandlungen sich mit ber umfang )( Don der Rabenau, 22. Nov. Schon seit emem Jahre reichen Vorlage wird beschäftigen können, da natürlich bie I man davon, das Gelände der Gemarkungen ,W er - Mitglieder bie Vorlage erst zu ftubieren unb bie einzelnen ^ertShausen und Rüddingshausen solle zu einem Fraktionen ihre Stellung dazu zu nehmen haben, ehe die Z^ß- ober Uebungsplatz des 18. Armeekorps aufgekauft erste Lesung der Entwürfe stattsinden kann. Andererseits kerben. Im Frühjahr haben einige Offiziere, unter ihnen ist nicht darauf zu rechnen, daß das Parlament nun auch General v. Lmdequist, das Terrain besichtigt. Von dem schon den Etat bei seinem Zusammentritt vorsinden werbe,! @cgebni§ der Untersuchung hat man jedoch nichts gehört, da einzelne Spezialetats im Bundesräte noch nicht beraten ^un a5cr scheint eine Entscheidung getroffen zu sein. Gestern worden finb. Unter diesen Umständen ist es daher so gut' " ' * wie sicher, daß der Zolltarif vor dem Etat zur ersten bei einzelnen Landesteilen die Frage geprüft werden dürfe, ob nicht hier und dort für einen Arzt v-om Staate gesorgt werden müsse. Es sei vielleicht möglich, durch» Vertrag mit nnem Arzt der Bevölkerung Hilfe zugänglich zu machen. Abg. Weidner (freie wirtsch- Vereinigg.) stimmt dem Ausschuß darin zu, daß er der Regierung ans Herz legt, zu ermitteln, wieweit noch Mangel an ärztlicher Hilfe such zeige; er könne nur bitten, keinen Adomeut zu versäumen und mit der größten Fürsorge vorzugehen, damit man nicht unzuverlässige Angaben erhalte. Er wisse, wie die Aerzte mitunter bie Leute auszögen. Es seien ihm Fälle beckannt, wo der Arzt für einen Gang 20 bis 30 Mk. verlangt habe, ohne etwas wetteres zu thun- In einem Falle hätte eine Familie binnen kurzer Zeit 800 Mk. Arzt kosten gehabt, woran sie zu Grunde gegangen sei. Hier sei Hilfe dringend notroenbig. Die Maukenkassen könnten den armen Leuten nicht helfen, da ein armer Mann mit einer großen Familie die Beiträge nicht bezahlen könne. Der Staat müsse helfend eingreifen. Er habe früher einmal beantragen wollen, die Regierung solle den Aerzten die Transportkosten, sowie der Weg üoer zwei Kilomerer lang fei, bezahlen, doch sei er wegen llnaussührbarkeit der Kon- Dr. Middendorf hielten Ansprachen, trolle und der Höhe der staatlichen Belastung wieder davon - - - . abgekommen. Aber damit blieben die Fälle bestehen, wo Leute 2—3 Stunden wett den Arzt holen müßten, was Lesung kommt. — In Tschinkiang (China) ist eine deutsche Post- anstalt eingerichtet worben. Ihre Thätigkeit erstreckt sich auf ben Briefpost-, Zeitungs- unb Postauweisungsbienst, auf die Annahme unb Ausgabe von Packeten mit ober ohne o Wertangabe unb mit ober ohne Nachnahme, sowie non I ^ri) u;n den beteiligte« Orten lebhaft besprochen. Briefen unb Kästchen mit Wertangabe. Uebet bie Taxen n Grünberg. 23. Nov. Hier ist das Gerücht verbreitet, und Versenbungsbedingungen geben bie Postanstalten auf daß in einem Orte in der Umgegend eine Leiche aufge- Verlangen Auskunft. Ifunbcn worden fei. Darüber, ob ein Selbstmord ober cm Kiel, 22. Nov. Die Prinzessin Heinrich ist heute Verbrechen vorliegt, ist noch nichts bekannt geworden. abend zu längerem Aufenthalt nach Darmstadt abgereift. Laubach, 22. Nov. Tas jetzt eingetretene Regenwetter Sie wird bis etwa Dienstag bei ihrem Bruder, bcm Groß- ist dem Bahn bau nicht förderlich, da die Arbeiten infolge- Herzoge, beffen Geburtstag bekanntlich am Montag ist, ver- dessen oft unterbrochen werden müssen. Aus Der bet per mit der Großherzogin von Hessen m den nächsten! ^^ne Erde nach der Mulde in der oberen Steinbach zu. Wochen nach Nizza zum Winter aufenthalt. schaffen wo ein mit der Straße nach Schotten gleich hoch lausender Damm, zu dem man auch noch Material vom Hellenburg führen wird, errichtet wird. Dort wird vav ^HblUillL Fundament des Brückenbaues von beträchtlicher ^.iefe und, London, 22. Nov. Die „Times" meldet au8 $cting: breite - 4 einbalb w 3 paagei ... — ---------------- ----- Der amerikanische öcfanöte m Peking erhob Ein - Schotten wurde durch den dort stationierten damtt die Zusttmmung der ganzen gesitteten Welt finden: fpmch gegen die von dem Vizekonig w Kanton emer fr an- ^sam ) cin ^i dem Bahnbau be- - ' ' * 1 ---------' ^'zösischen Gesellschaft für den »au emei: ele tnfen Erhaltet unb in die Untersuchungshaft Bahn von Kanton nach Kuchao erteilten Konzession. 3n|nßQCu^rt Er 'oll bcm „Grünb. Anz." zufolge, Aeußer-^ dem Proteste heißt cs, die Konzession sei eine Verletzung ber I ~ 'n ?flctf)an haben, in benen er den deutschen Kaiser be* Kontrakte mit dem amerikanischen Syndikat, welches die Kon- droht- auch wird er beschuldigt, bei .einen Arbeitskollegen zession zum Bau der Bahnlinie Kanton-Hankau erhielt. Der anarchistische ausreizenbe Rebensarten geführt zu haben, französische Gesandte drängt die chinesische Regierung, die Rup p e r 13 b ur g 22. Jtob Konzession zu ratifizieren, mdern er geltend macht, daß der Güterzug Villingen-Friebrichshutte die! Attecke pok ert, im.t’ben «Anfang abgeschlossene ^ntrakl durch V°r-°us fuhr der Bauer M "Ä, wo d!e eines Teiles der Stammaktien an Belgien hinfällig geworderJ^ung. ^an^ ^?aus. Bei ihm saß ein ist, da dieser nunmehr bie Herrschaft über bie Bahn gesichert»,h. , 7 .->« mc—k k~« fipr,itirirtfipwh<>TT ist. Tie Frage wird durch die Thatsache noch komplizierter, daß Scheng mit einem deutschen Hause ein Abkommen getroffen hat, wonach letzteres 2OOOOO Pfd. Sterling zu schaffen und Material für den Bau einer Seitenlinie nadj |jwiuuu;xu —7v - „ - , Pingsiang -u liefern hat. Tas Abkommen ist zum Teil Augenblicke, in dem sich der Zug ^^rte^Es gelang dem ^schon in Ausführung begriffen, ebenfalls entgegen den Be-1Lotsmotivführer Sigle aus Zaubach, den Zug in dem! DCrlOTTflCH v.»z . z ,- - - . r* x. r Eme'seltsame Nachricht kommt aus Amerika. Danach Birmingham beiwohnen wollte, richtete an die schule em r r. < S.; - iw mufrfxriT» PT iPIN TpinbldbeN Mit leiNCM GCGCn» 23. Nov. Eine Korrespondenz meldet, daß Berlin, ammenstoß 2 Schwadronen zwischen Soldaten und Ausständigen, weshalb Kürassiere dorthin beordert wurden. Führer irischer Freischärler gegen die Engländer kämpfte, erklärte, daß er erst nach der Einberufung des Parlaments nach Loudon gehen werde, weil er sonst Gefahr laufe, verhaftet zu werden. Paris, 23. Nov. Aus London wird gemeldet, daß drei französische Handelsleute im südlichen Nigergebiet, die angeklagt find, den Hauptmann Heyes ermordet zu haben, iaZebba zum Tode verurteilt worden seien. Mehrere Blätter verlangen, daß der Kotonialminister in der Kammer über diese Au» gelegenheit eine Erklärung abgebe. Leus, 23. Nov. Zu Erre kam es zu einem heftigen Zn- Vermischtes. • Bochum, 22. Nov. Infolge schwerer Regengüsse traten Ruhr und Lenne aus den Ufern und überschwemmten die Gegend. * Halle, 22. Nov. Bei einem Kampf mit Wilderern in der Dülauer Haide wurde ein Förster schwer verletzt, ebenso ein Wilderer. • Hamburg, 22. Nov. Der stellenlose Schauspieler Reichmann aus Wien wurde wegen Hochstapeleien und Bril- lantenschwindels verhaftet. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 24. Nov. Prinzesfin HeiurichvonPreußeu ist heute vormittag hier angekommeu und vom Großherzog am Bahnhof empfangen worden. Sie nahm das Refidenzschloß als Absteigequartier. Berlin, 23. Nov. Die Nachricht, daß der Direktor der Trebergesellschast, Bolkmann, verhaftet worden sei, bestätigt fich dem „Lok.-Anz." zufolge nicht. Neustadt i. Oberschl., 23. 9loö. Die Strafkammer verurteilte den Amts an walt Friedr. Wocke wegen Sittlich- keitsverbrechevs zu 3 Zähren Zuchthaus und zehn Zähren Ehrverlust. Ter Staatsanwalt hatte 6 Zähre Zuchthaus beantragt. Karlsruhe, 23. Nov. Das Präsidium des badischen Militärvereins-Verbandes veröffentlicht den Beschluß, von einer Protestkundgebung gegen Chamberlain ab- z u s e h e n. Paris, 23. Nov. Der zum Mitglied des englischen Unterhauses gewählte Zre Lynch, der im südafrikanischen Krieg als Augenblick zum Halten au bringen, in dem das Mädchen nur nvch handbreit vor den Rädern der Maschine lag. e. Bad-Nauheim, 22. Nov. Der hier sehr beliebte Pollzei- Wachtmeister Weiß, ein äußerst tüchtiger Beamter, der früher in Gießen war, hat vor kurzem die Staatsprüfung für Polizeikommissariats-Aspiranten von vier Bewerbern am besten bestanden. Weiß dürste nun bald seiner Anstellung an einem größeren Platz entgegensehen. Bei der Umgestaltung der hiesigen sehr verfahrenen Polizeiverhältnisse hat Weiß vor einigen Jahren energisch Ordnung geschaffen. Darmstadt, 23. Nov. Der „Darmst. Ztg." zufolge ist es gelungen, den steckbrieflich verfolgten Kurpfuscher Schumacher in der Schweiz zu verhaften. Der Auslieferung des unter der Anklage des Betrugs Stehenden, an die hiesige Behörde wird sich wohl kein Hindernis entgegenstellen. Sch. der wegen ähnlicher Handlungen schon öfters mit dem Strafgesetzbuch in Kollision gekommen und u. a. auch mit -Zuchthaus vorbestraft ist, betrieb vor einigen Jahren hier em Unternehmen für briefliche Krankenbehandlung unter dem lockenden Titel „Isis“. Im März befaßte sich die Strafkammer eine ganze Woche mit der Angelegenheit. Sch. hatte es vorgezogen, eine „unaufschiebbare Geschäftsreise" über den Ozean anzutreten. Er war im Anfang der Untersuchung verhaftet gewesen, dann aber in Anbetracht der Dauer der Untersuchung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Diese Kaution im Betrag von 13 000 Mk. ließ er verfallen. Es konnte deshalb nur gegen die Mitangeklagten, den praktischen Arzt Dr. Lang aus Bayern und den Apotheker Kriebel aus Sachsen verhandelt werden. Das auf Freisprechung lautende Urteil sah beide, von denen Lang durch Schumacher für Ordinationen hier als „Aushängeschild" angestellt gewesen war, Kriebel in seinem Wohnort Flöha die Anfertigung mid Versendung der Medikamente an die Patienten besorgt hatte, nicht als Betrüger, sondern als selbst durch Schumacher Betrogene an. Der Verlauf jener Verhandlung führte u. a. auch zu einem Turnier der verschiedenen medizinischen Anschauungen unter den damals vernommenen sieben ärzllichen Sachverständigen. Der gewandte Kurpfuscher (ursprünglich Fabrikarbeiter) hat nacheinander Oesterreich, Deutschland, Holland und Amerika zum Operationsfeld gewählt. )( Merkeusritz, 22. Nov. Der Mühlenbauer Jakob Geier fi-a ch gestern Nachmittag nach einem kurzen Wortwechsel seine Frau mit einem Messer in den Rück en, sodaß Letztere nach einigen Minuten ihren Geist aufgab. Der Mörder wurde verhaftet. Wie es heißt, soll der Mörder die That in angetrunkenem Zustande ausgeführt haben. om. Frankfurt a. M., 22. Nov. Wie in nichtöffentlicher Sitzung den Stadtverordneten mitgeteilt wurde, hat der Militärftskus dem Magistrat den Vorschlag gemacht, die Katharinenkirche niederzulegen, um an deren Stelle das Kommandaturgebäude des 18. Armeekorps zu errichten. ;2)er Fiskus spricht der Kirche jeden historischen und architektonischen Wert ab. Sämtliche Stadtverordnete sollen bei der Mitteilung fast in Ohnmacht gefallen sein. löschordmmg — er war bei erfolgtem Feueralarm zu spät an- getreten — durch Urteil des Schöffengerichts Herbstein vorn 4. Okt. freigesprochen worden. Gegen das freisprechende Erkenntnis hat die Sraalsanwaltichast das Rechtsmittel der Berufung eingelegt, um eine Verurteilung des Angeklagten herbeizuführen. Stach dem Schluffe der Beweisaufnahme beantragt die Staatsanwaltschaft, unter Stattgebung ihrer Berufung auf eine Geldstrafe von 10 2m. au erkennen, wahrend der Verteidiger des Angeklagten auf Frei- prechung plaidiert. Tas Gericht giebt der Berufung der Staatsanwaltschaft statt und verurteilt den Angeklagten in eine GeldUra,e von 10 Alk. unter Znrlastseßung der Kosten der beiden Instanzen. — Ter Reisende Friedrich Max Borner in Leipzig-Reudnitz ist beschuldigt, im August und September zu Gießen in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen der hiesigen Firma Plank u. Schneider um den Betrag von 500 Ml. und zwar durch Aufgabe fungierter Aufträge, geschädigt zu haben. Ter Angeklagte, der 2mal wegen Unterschlagung vorbestraft ist, leugnet die ihm zur Last gelegte Strasthat. Die Vernehmung des Inhabers der geschädigteii Firma bestätigt jedoch den Thatbestand der Anklage. Der Staatsanwalt beantragt gegen den Airgeklagten in Anbetracht seiner Vorstrafen sowie des groben Vertrauensnußbrauches unter Ausschluß mildernder Umstände aus eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten zu erkennen. Ter Angeklagte verteidigt sich nicht. Tas Gericht beschließt nach erfolgter Beratung, die Verhandlung auszusetzen, um nach Vernehmung der angeblichen Cr- garren-Besteller die Sache weiter zu verhandeln. — Ter Kaufmann oafln Strauß in Friedberg, 1858 daselbst geboren, steht unter der Anklage, durch eine fortgesetzte Handlung im Laufe der Jahre 1896, 1897 und 1898 zu Friedberg als Schuldner, der seine Zahlungen eigestellt hatte, und über dessen Vermögen das Konkursve^ fahren eröffnet war, 1. Handelsbücher deren Führung ihm gesetzlich oblag, zu führen unterlassen, ober doch wenigstens so unordentlich geführt zu haben, daß sie keine Uebersicht über seinen Vermögensstand boten, 2. gegen die Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs unterlanen zu haben, die Bllarn seines Vermögens zu den vorgeschriebenen Zeiten zu ziehen. Ter Angeklagte ist nicht geständig; er behauptet, die Bücher so als es ihm bei dem Mangel jeglicher kaufmännischen Bildung möglich war, geführt zu haben, ein Schädigung seiner Gläubiger sei nicht beabsichtigt gewesen. Aus der Beweisaufnahme ergiebt sich, daß der Angeklagte nicht in betrügerischer Absicht, sondern aus Unfähigkeit sich der ihm zur Last gelegten Vergehen schiildig machte. Die Staatsanwaltschaft beantragt deshalb nur eine Geldstrafe gegen ihn. Die Kammer ertennt jedoch auf eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen, in Anbetracht der schwere der Schädigungen. Mainz, 22. Nov. Eine Entscheidung von provinzieller Traa- roeitc hat die erste Zivilkammer des hiesigen Landgerichts gefällt. Ein früheres Mitglied der hiesigen freien christlichen Gemeinde war nach feinem rechtsgiltig erklärten Austritt aus der Gemeinde tu feinem Üebertritt zur katholischen Kirche aus nicht mehr festzu- stellenben Gründen noch zehn Jahre lang zu den Kirchensteuern jener Gemeinde herangezogen worden. Nach der erst jetzt erfolgten Entdeckung dieses Umstandes hatte jenes Mitglied die Ge- membe auf Rückzahlung ber zu Unrecht erhobenen Steuer im Betrage von annähernb 500 Mk. verklagt, unter der Behauptung, es sei wissentlich trotz seines Austritts zu den Steuern ber freien christlichen Gemeinde herangezogen worden. Die Klage wurde ostenfällig abgewiesen, weil in diesem Falle der Rechtsweg ausgeschlossen und nur das Verwaltunasstreitversahren zulässig sei, m dem aber die Beschwerdefristen für den Kläger längst abgelaufen fei. Auch sonst sei die Klage unbegründet. Mainz, 22. Nov. Der Kreisansschüß verurteilte den Rrimi- nalschutzmann Juncker, der die Frau Oberleutnant Richter bei ihrer.Verhaftung geküßt haben soll, zu 50 Mk. Geldstrafe. Gerichtssaal. v. Gieße«, 22. Nov. (Strafkammer.) Der Landwirt Jakob Kitz in Eichen war unter ber Anklage vor das Schöffengericht Friedberg gestellt worden, zu Ockstadt in den Jahren 1900 und 1901 in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermogensvor- teil zu verschaffen, das Vermögen des Georg Wilhelm Jüngling von Eichen um den Betrag von etwa 175 Mk. durch Vorspiegelung falscher Thatsachen beschädigt zu haben. Das Gericht erster Instanz hielt jedoch den Beweis für den Thatbestand der Anklage für unbewiesen und erkannte auf Freisprechung wegen Mangels an Beweisen durch Urteil vom 22. Oktober. Gegen die freisprechende Entscheidung verfolgte die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Berufung. Ein großer Zeugenapparat ist heute in Bewegung gesetzt wordeii, um oen schwierigen Thatbestand festzustellen. Die Rechtsverhältnisse, an die die Anklage anknüpft, sind in der Hauptsache zivilistischer Natur, sodaß die. Zeugenvernehmung sehr ins Einzelne zu gehen hat. Die Staatsanwaltschaft beantragt nach teilweiser Vernehmung der Zeugen Verurteilung des Angeklagten in eine Geldstrafe von 50 Mk. und die Koste,i des Verfahrens. Der Verteidiger beantragt unter Verzicht auf verschiedene seinerseits geladenen Zeugen Freisprechung. Die Kammer setzt die Verhandlung aus. Dem Anzeigenden wird aufgegeben, innerhalb emes Monats im Wege des Zioijprozesses die Feststellung seines angeblichen Sozietätsverhältmsies — um das es sich dreht — zu unternehmen. — Die Privatklagesache Walter gegen Volp wird ausgesetzt. — Der Schlossermeister Georg Hofmann von Oder-Eschbach, beschuldigt, am 23. August d. I. den Beischützen Heinrich Beft von da, einen Beamten, öffentlich beleidigt zu haben, war durch Ent- fcheibung des Schöffengerichts zu Vilbel vom 16. Oktober in eine Gefängnisstrafe von drei Wochen und in die Kosten des Verfahrens verurteilt worden. Der Angeklagte hat wegen der Höhe des Strafmaßes Berufung verfolgt. Nach erfolgter Vernehmung des als Zeugen gelabeneit Beischutzen beantragt sowohl der Verteidiger als ber Staatsanwalt Einstellung bes Verfahrens, ba eine Beamtenbeleidigung nicht vorliege. Die Begründung dieser gemeinsamen Ansicht ist allerdings verschieden. Das Gericht erläßt jedoch Urteil und zwar dahingehend, daß an Stelle ber Gefängnisstrafe von 3 Wochen eine Geldstrafe von 20 Mk. (zwanzig) tritt. Die Staatskasse trägt die Kosten zweiter Instanz. — Die beiden Brüder Phllipp und Christian Walter von Nieber-Mörlen werden beschuldigt, daß sie in gemeinschaftlicher Ausführung der That zu Nieder-Mörlen am 4. August oder um diese Zeit, um sich ober einem Tritten einen rechtswibrigen Vermögensoorteil zu verschaffen, ben Schmieb König vou ba burch Drohung zu einer Hanblung genötigt unb baß sie durch bieselbe Hanblung ben Engelbert Balling zuBurg-Willbach wiberrechtlich mit bemVerbrechenberKörperverletzung genötigt batten zu teuer Hanblung einem schriftl. Schulbversprechen. Die Angeklagten leugnen. Es entwickelt sich eine umfangreiche Beweisaufnahme. Die Staatsanwallfchaft häll ben Beweis für bie Anklage erbracht und beantragt gegen ben Phllipp Walter eine Gefängnisstrafe von 8 Wochen, ben Christian Waller eine solche von 6 Wochen, unter Verurteilung in bie Kosten bes Verfahrens. Dte Verteidigung beantragt unter Nichtschuldigsprechung Freisprechung von Strafe und Kosten. Tas Gericht erkennt beide An- getlagte ber Nötigung für schulbig unb verurteilt ben Angeklagten Philipp Waller tn eine Gelbstrafe von 25 M., ben Christian Wcllter m eine solche von 15 Mk. Freisprechung erfolgt wegen bes Delikts ber Erpressung, bas bie Anklageschrift enthält. Für bie Kosten Haven, die Angeklagten solibarisch zu haften. — Der Landwirt Christian Gred^U. von Steinfurt war ber Uebertretun". der Feser- Heute abeud die allgemeine Begründung zum Zolltarif an die Reichstagsabgeordneten zur Versendung gelangt. -Die Vorlage selbst sowie das übrige Material dazu kommen erst am Montag zur Verteilung, da sich die Drucklegung nicht früher bewerkstelligen läßt. Es besteht dte Absicht, am 2. Dezember mit der Lesung der Zolltarif-Vor- lage zu beginnen. — Das Befinden des Ministers v. Thielen hat sich derart gebessert, daß er die Amtsgeschäfte in vollem Umfange wieder aufnehmen tonnte. Berlin, 23. Nov- Die Krankheit des Abg. Singer ist, wie der „Vorwärts" meldet, wieder behoben. London, 23. Nov- Die sozialistische Arbeitergruppe beschteß einstimmig, die Boykottbewegung gegen die englischen Handelsschiffe auf dem Festlande nicht zu unterstützen. Dieser Beschluß wurde dem internationalen sozialistischen Bureau in Brüssel mitgeteilt. — Die englischen Blätter fahren fort, die E n g l a n d f e i n d l i ch e Bewegung in Deutschland zu besprechen. Sämtliche Blätter erkennen an, daß dieser Zwischenfall eine große Bedeutung habe. Auch ixte ministeriellen Blatter erklären, Chamberlain täusche sich, wenn er annehme, daß diese Bewegung erkünstelt sei. — Die vom Kriegsamte veröffentlichte Verlustliste von gestern beläuft sich auf 3 Tote, 6 Verwundete und 9 an Krankheit Verstorbene. — Hier wird behauptet, die Vereinigten Staaten hätten beim Sultan die Erlaubnis nachgesucht, eine amerikanische Flotte durch die Dardanellen fahret: zu lassen. Die amerikanische Regierung beabsichtigt nämlich eine Flvttetu-Kundgebung gegen Bulgarien im Zusammenhang mit der Angelegenheit der Miß Stone. — Tas Kriegs-Departement kündigt die Einschiffung von zw ei Infanterie-Bataillonen in Bombay für Süd? afrika an. — Aus Caracas wird gemeldet: Die 23er» Haftung des Generals Guerra hat im ganzen Lande den Haß gegen den Präsidenten gesteigert. Die Verhaftung mehrerer einflußreicher Kaufleute trägt zur Vermehrung der Mißstimmung noch bei. — Nach einem Telegramm aus Colon ist der Gouverneur von Panama mit 125 Mann nach Panama zurückgekehrt. Seine Truppen sind vom General Lago geschlagen worden. 400 Mann gingen zu den Liberalen übet; Haag, 23. Nov. Die geheime Sitzung des Friedens-, Ausschusses, in der das ErsuchenderBurenumFrie- dens-Vermittelung verworfen wurde, dauerte genau fünf Minuten. Der Vorsitzende Baron Melville erklärte, die Buren hätten durch den beleidigenden Ton die diplomatische Etikette verletzt. (!?!) Hierauf ging die Versammlung zur Tagesordnung über. Tie Buren wollen jetzt absolut feine Schritte zur Herbeiführung des Friedens mehr unternehmen. Haag, 23. Nov. Der Buren-General Viljoen hatte vor einiger Zeit in dem Fort Het Lage Veld bei Krokodil- River 23 weiße Soldaten überwältigt, unter deren Führung eine größere Anzahl bewaffneter Kaff ern gegen ihn gekämpft hatten. Er ließ die Kaffern nach dem völkerrechtlichen Brauch erschießen und fragte darauf bei Lord Kitchener an, ob er die Weißen, mit denen die Käftern Schulter an Schulter gefochten, für Msarodeure halte ober als seine Soldaten reklamiere. In letzterem Falle würbe er sie als Kriegsgefangene behandeln. Die schriftliche Antwort Kitcheners lautete, daß er sie als Soldaten der regulären englischen Armee anerkenne. Damit ist die volle Bestätigung der immer wieder geleugneten Thatsache gegeben, daß die englische Heeresleitung die Kaffern nicht nur bewaffnet, sondern sogar unter die regulären Truppen eingereiht hat. Das Schreiben Kitcheners befindet sich als Beweisstück in den Händen der Buren-Regierung. Teplitz, 23. Nov. Das Teplitzer Eisenwalzwerk wird infolge der ungünstigen Geschäftslage nur eine Woche voll arbeiten, die darauf folgende Woche aber gänzlich feiern. Budapest, 23. Nov. Zwischen dem Redakteur des liberalen Blattes ,Magyar Szo" und dem Universitätshörer Desider Koepoesdy fand gestern ein Pistolen-Duelh statt, das mit einer lebensgefährlichen Verwundung des Redatteurs endete. Die Vorgeschichte des Duells! steht mit dem Defraudationsfalle Keoskemetys, der bekanntlich zum Schaden der Hauptstadt nahezu 600000 Kronen de- fraudierte, in engem Zusammenhang. Krakau, 23. Nov. An knüpfend an die P rvzes se in Thorn und Gnesen erläßt Heinrich Sienkiewicz einen Auftuf zu Sammlungen für die Kinder der Verurtellten. Er selbst eröffnet die Liste mtt einer Spende von 200 Kr. Der Aufruf enthält heftige Angriffe gegen die preußische Regierung. Bukarest, 23. Nov. Die bulgarische Grenzwache schoß an der bulgarisch-rumänischen Grenze auf türkische Emigranten, welche sich flüchten wollten, wobei mehrere Emigranten getötet wurden. Da die Bulgaren hierbei die rumänische Grenze überschritten, wird die Regierung in Sofia Protest Theben. Atheu, 22. Nov. Bei der Trauerfeier für die beiden Studentenunruhen Getöteten hielt der ehemalige Minister Levidis eine Rede, worin er die Regierung angriff und verlangte, daß sie den aus dem Volke als Opfer ihrer Pflichterfüllung gegenüber dem Vaterlande Gefallenen ein Mausoleum errichte. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Studenten halten die Universttät noch besetzt und erklärten, daß sie dieselbe nur räumen, wenn die gerichtlichen Verfolgungen niedergeschlagen und die Uebersetzer der Evangelien exkornmuniziett würden. Johannesburg, 22. Nov. Es fft den englischen Behörden gelungen, eine V erschwörung im Keime zu ersücken, welche hier angezettelt war. Am letzten Dienstag um Mitternacht wurden etwa zwanzig Verhaftungen in verschiedenen Teilen der Stadt vorgenommen. Als die Nachricht hiervon gestern bekannt wurde, rief sie große Aufregung hervor. Für den Prozeß pegen die Verhafteten ist noch kem Termin festgesetzt. Universitäts-Nachrichten. — An Theodor Mommsen ist, wie das „Heidelb. Tagebl." meldet, aus dem Lehrkörper der Heidelberger Un i d e r f i t ä t die nachstehende Zustimmungsertlärung ergangen: Heidelberd, dm Stiftungstag ber Unioerfität 1901. Hochgeehrter Herr Professor! Sie haben Ihre wärnenbe Stimme erhoben gegenüber neueren Eingriffen, welche bas kostbare Gut der voraussetzungslosen Wahr- heitsforschung bebrohen und für die Gestaltung unserer UnioerfitätS- einrichtungen Gesichtspunkte geltend zu machen suchen, bie bem Wesen ber Wissenschaft unb des wissenschaftlichen Unterrichts innerlich fremd sind. Ungebeugt von ber Fülle ber Jahve, treten Sie mit jugenblicher Geistesfrhche unb unerschrockenem Mannesmut auf ben Plan als unser Vorkämpfer im Geistesstreit. Wir, bie unterzeichneten Professoren unb Dozenten der Ruperto-Carola, bie allezeit ein Hort unb Sitz' ber freien Forschung zu sein sich rühmte, stehen gern an Ihrer Seite unb scharen uns um bas Banner, bas Sie entrollen. Unser Tank gebührt bem hochverdienten Forscher, bem wackeren Manne unb Kollegen, ber uns aufruft zum Kampfe für ein unveräußerliches Gut, bas wir uns nicht antaften lassen wollen. In ausgezeichneter Hochachtung G. Anschütz—I. Amolb — H. Saffermann — I. Bekker — K. Bezolb — S. Branbt — W. Braune — G. Brebig — H. Buhl — SD. Crusius — V. Czerny — A. Teißmann — A. v. Tomaszewski — F. o. Duhn — W. Erb — M. Fürbringer — K. Gegenbaur — R. Gottlieb — I. Hatschek — P. Hensel — A. Hettner — I. Hoops — P. Jannasch — G. Jel-- linek — B. Kahle — O. Karlova — F. A. Kehrer — K. Kindermann — A. v. Kirchenheim — F. Knauff — I. Kneucker — E. Knöoenagel — A. Stoffel— E. Kräpelnr — Th. Leber — S. Lef- mann — E. Leser — K. v. Lllienthal — E. Marcks — A. Merx — Fritz Neumann — H. Ofthoff — A. Passow — $L Rachgen — W. Salomon — D. Schäfer — E. Schneegans — F. Schöll — K. Schröder — A. Schuberg — L. Sütterlin — H. Thode — E. Tröltsch — W: Valentiner — G. Vierordt — I. Wille — M. Wolf — K. Zangemeister. Handel und Verkehr. Volkswülschasl. Gießen, 23. November. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfunb 1,10—1,20 Mk., Hühnereier pr. Stück 8 Pf., 2 Stück 00—00 Pf., Käse pr. Stück d-8 Pf., Käsematte 2 Sttick 0—0 Pfa., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfa., Tauben pr. Paar 0,70—1,20 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,20 All., Enten pr. Stück 1^0—2,50 Mk., Gänse pr. Pfb. 54—64 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- unb Rinbfleisch pr. Pfunb 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfunb 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfunb 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,00—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfa. Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 £01!., Mllch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfb. 9—13 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfb. 18—2OJ3fg^ Todes-Anzeige. Gießen, den 23. November 1901 7694 Die Beerdigung findet Montag den 25. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der alten Klinik aus statt. Heute morgen >/a4 Uhr verschied meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Stationsasfiftent Karolilie Geyer geb. Bartels nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 56 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Z 1.80 u. 2.35 / 2 » Spanische Weine Griechische Weine Italienische Weine Portugisische Weine Französische W eine per Flasche von 85 Pfg. an. Rheinweine Moselweine Pfälzerweine per Flasche von 65 Pfg. an. Cognac, franz. per Flasche Mk. 3.50 u. 4.50 Cognac, deutsch, per Fl. Mk. 1.30, 1.90, 2.40 halbe Flaschen entsprechend Rum, echt per 1 Ltr. Mk. 3.50 u. 4.50 Arac, echt per 1 Ltr. Mk. 3.— u. 4.— „ 7, » , 1.60 u. 2.10 Johannisbeeren Wein Stachelbeeren Wein do. mit Himbeer Heidelbeeren Wein per Flasche 60 Pfg. Champagner per Flasche Mk. 2.—, 3.—, 4.— per 7a Flasche Mk. 1.20, 1.70 und höher Portwein-Punsch-Essenz Arac-Punsch-Essenz Rum-Punsch-Essenz 7688 per Flasche Mk. 2.90, per 7, Fl. Mk. 1.60 Fr. Leo NachfBgr, (C. Herber) —*• Seltersweg 58. Sudwein4mpori. Beerenwein-Kelterei. Gießen, den 23. November 1901. 04738 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste, insbesondere für die liebevolle Pflege der evangelischen Schwestern, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dr. Naumann, sowie für die zahlreichen Blunrenspendeu sagt innigsten Dank Familie Pfeil. Bekanntmachung. In der Zeit vom 16. bis 23. November 1901 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 wollene Pferdedecke; verlorenr 1 silberne Damenuhr, 1 goldene Brosche, 1 Korallenkettchen, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Pelzboa. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 23. November 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Verpachtung des Freiherrlich von Nordeck zur Rabenauischen Geländes in der Gemarkung Reiskirchen, der sogenannte Forst, 23 Morgen, 307 Klftr. oder 59 419 qm . enthaltend. Die Pachtzeit beginnt vom 1. November 1902 und wird dasGelände im ganzen oder in größeren Parcellen anderweit verpachtet und können sich Liebhaber bis spätestens zum 15. Dezember 1901 bei dem Unterzeichneten melden. -Großen-Buseck, 23. Nov. 1901. Althaus, 7684 Gemeinde-Einnehmer. Versteigerung. Mittwoch den 27. d. Mts, von vormittags 10 Uhr au sollen /bei Heinrich Ludwig Schäfer zu $ Bersrod Sterbefalls halber nach- verzeichnete Gegenstände öffentlich smeistbietend versteigert werden: 1. zwei Kühe, beide trächtig und fahrbar; 2. ein Wagen, Pflug und Egge; 3. ein Quantum Heu und Stroh; 4. mehrere Eentner Erdgewächse u. f. w. und 5. eine Häckselschneidmaschine. Bersrod, den 22. Nov. 1901. Der Vorsteher Großh. Ortsgerichts Bersrod. Bocher. 7697 MMliMMH 'Kambusmöbel Th. Brück Schloßgasse 16. Rohrsessel und Blumentische billigste und feinste Theetische Hocker Sessel ’n jeder Lage ohne verstellbar. Telephon 27. 7691 Schweyers Kitt, prämiiert mit der gokd. Medaille F»aris, anerkannt fett 10 Jahr, als das beste Ainde- u.Atevemittel für zerbrach. 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