Wien, enhMen, > :er, 1 Mtm 12 !3 o, <0 fr» « 32 95 74 29 30 07 43 R 56 80 65 517 54 53 44 01 'S X) 9 5 6 22 59 91 0] 15 )5 16 56 29 W 72 907 539 JO1J öS 716 131 72 1 32 on 90 & - <2. cu 6 9 508 )79 44 30 )01 93 150] s ■? a L 3 ß Ä 4 «® « D 01 s cS A W? t i r 6 Nr. 120 Zweites Blatt. LI Jahrgang. Freitag 24. Mai 1901 ' ti-lich mit M Montag-. Äi: Familien- dem An. ai*Mfea ««Md mit „M «*hie***" km* ^Blätter L, V* ®*ÄÜuwbt" »kr. tMi »»chmUich bdpteft. Knietfen «r Hk d«n **W 6*1 trt4)ctncnben nwr M Nm le Uhr GWM*4tion UNd SÄ 7. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngspreir Diertetyft$«& Ml. 2.20, monatl. 75 Bfe mit Brrngerlohn; durch IM -lbhoiestellen ouriflptt*L Ml. 1.90, monatl. 6h Ptzg. Bei Postbezug vlerteltDhwß, Ml. 2.00 ohne ytftcByH Alle »«»«iaen-vermttrtUWMk |eftn bc« §tu und ttu4te«6wt ndjnun »njelgen für dE •k|cn«r Anj«,qrr Zrtlenpr«» lokal 11 WM, •uBMärt« N> Pig. Sdrefft für vkpeschO« Anzeiger Gietze». Fernsprechanschluß Är.M. Valttische Tagesschau. lieber bie „Kais er tage" in Metz wird der ,,Rhein.-Westf. Ztg." geschrieben: Was bie Aufeinanderfolge der verschiebenen Festlichkeiten anbetrifft, so fehlte es nicht an Ueberraschungen, unb man konnte in Wirklichkeit sagen: eskam i m m e r a n b e r s, als die offiziellen Meld- ungen lauteten. Am Moniagilwrgen würbe offiziell ge- melbet: „Ihre Majestäten treffen um 1 Uhr auf Schloß Urville ein." Daraufhin stanben Schulen unb Vereine, Bürgermeister und Gerneinderat in Bereitschaft. Aber es kam anbers! Es verbreitete sich bas Gerücht, in Remilly, yon wo aus bie Weiterfahrt zu Wagen erfolgen sollte, habe bie Polizei zwei Anarchisten verhaftet, und des- halb feien Kaiser unb Kaiserin weiter gefahren, bann in Tournebribe ausgestiegen unb hätten dem Manöver der 145er beigewohnt. Thatsächlich war die Kaiserin um 3 Uhr mit dem Hofzuge in Urville angenommen unb ber Kaiser hatte eine (Sinlabung seines Leibregiments zu einem Frühstück in besten Kasino angenommen. Die Anarchisten geschichte flärtc sich dann später wieber dahin auf, daß man in Remilly zwei Taschendiebe verhaftet hatte, die unter dem massenhaft zusammengeströmten Landvolk reiche Beute zu finden gedachten. In ganz ähnlicher Weise erging es den Metzern am Mittwoch. An den Straßenecken stano groß und breit, daß der Kaiser gegen Mittag dje Templer-Kapelle mit den aüsaegrabenen Altertümern besuchen würde, und soweit es oic Absperrung zuließ, stand alles in der Römerallee unb ben angreuzenben Straßen Kopf an Kops und harrte beS hohen Besuches. Dieser traf denn auch unter zahl- reicher Dragoner-Eskorte, aber erst gegen halb 4 Uhr ein imb fuhr dabei mitten zwischen den beiden Flügeln der Prinz Friedrich Karl-Kaserne hindurch, sodaß das nicht mit starten versehene Publikum nicht einmal das Nachsehen l>atte. Erst der Freitag gehörte den Metzern. Ter Kaiser traf, obgleich um 11 Uhr erwartet, erst gegen halb 2 Uhr von ber Besichtigung der neuen Forts zu Wagen ein und zwar nicht über Ars, sondern von Sauley. Tic Absperrung war diesmal ganz außergewöhnlich streng. Sämtliche in Straßburg und Mülhausen entbehrliche Schutzmannschaft und bie berittenen Gendarmen aus ganz Lothringen waren hierher kommandiert. UeberaU wurde innerhalb der Stadt das Pu- vlikum auf den freien Plätzen auf 40—50 Meter Entfernung zurückgehalten; die engen Straßen wurden ganz gefperrt und stellenweise mußten T h ü r e n u n d F e n st e r- laben geschlossen bleiben. Außerhalb ber Stadt ritten Dragoner Abteilungen vor und hinter und teilweise neben dem kaiserlichen Wagen, und es wurde im st ä r k st e n T r a d gefahren, sodaß ber Kaiser in ber Staubwolke kaum zu erkennen war. Es sollen zahlreiche Verhaftungen von Verbächtigen — wohl meistens Taschendiebe, die die Maimesse so wie so alljährlich anlockt — stattgesunden haben, so ist Gewisses darüber unbekannt, da die täglichen Polizeiberichte, die sonst immer die Zeitungen erhalten, nicht ausgegeben wurden. In unterrichteten Kreisen nimmt man, der „Rhein. Westfäl. Ztg." zufolge, als sicher an, daß der Bundesrat den Diät en an trag des Reichstags diesmal genau so a b l e h n e n wird, wie in früheren Jahren. Besagte Kreise schließen das aus der Thatsack)e, daß dieser Antrag wiederum dem zuständigen Ausschuß sür Ver- sasfungsfragen überwiesen wurde. Das sei regelmäßig gleichbedeutend mit der Ablehnung gewesen. Tie Tradition in Ehren — aber sollte sie jede Ausnahme aus- schließen? Der Tradition hätte es entsprochen, wenn bei der diesmaligen Beratung des Tiätenantrags der hohe Bundesrat durch Abwesenheit geglänzt hätte. Das war nicht der Fall, und darob erblühte in gar manchen Parlamentariers Brust das Blümlein der Säöffnung. Nun kommen die „unterrichteten Kreise" und zerstören mit rauher Hand diesen knospenden Frühling! Aber auch sie können nur „annehmeu". Dieses Wort läßt sich so hoch unmöglich schätzen. Man kennt den Reichskanzler ja noch gar nicht! Vielleicht überrascht er, den unterrichteten Kreisen zum Trotz, die Reichsboten doch mit der ersehnten Toppel- kcone. Qui vivra, verrat In wenigen Wochen tritt der Kolonialrat, die begutachtende Körperschaft für koloniale Angelegenheiten, zur Frühjahrstagung in Berlin zusammen. Er wird sich mit Abschnitten des letzten wie des nächsten Etats fiir die Schutzgebiete beschäftigen. Das ist eine Neuerimg, die es ermöglicht, daß die wichtigeren Positionen dieses Jahreshaushalts bereits einer Durchprüfung unterzogen sind, ehe sie in den gesetzgebenden Körperschaften zur Beratung gestellt werden. Wer im Kolonialrat ein sachverständiges Kollegium sieht, wird diese Vorprüfung zweckmäßig finden inün'en. Bekanntlich hat das Kollegium eine Zeit hindurch uon feiten mehrerer Kolonialpolitiker gewisse Anfeindungen erfahren. Tas war im Herbst 1899, als der Kolonialrat der Verleihung umfangreiche Landkonzefsionen an die Süd- unb Nordwest-Kamerun-Gesellschast zustimmte. Auch im Reichstag kam biese Angelegenheit zur Sprache, unb ber Verdruß über so herbe Beurteilung seiner Politik von dieser Seite aus mag nicht zuletzt bem damaligen Kolonialdirektor 0 Bucht" die Freude am Amt verleidet haben. Eine Aender- mng in der Zusammensetzung des Kolonialrats erfolgte damals nicht. Wohl aber darf erinnert werden, daß die Notwendigkeit einer Reform dieser Körpersdiaft in ber Budgetkommission des Reichstags amtlich anerkannt wurde. Nicht im Hinblick auf die Streitfrage ber Lanbkonzessionen, Öndern aus der allgemeinen Erwägung heraus, daß es das Nebeneinanderarbeiten von Reichstag und Kolonialrat fördere, wenn bei Ernennung von Mitgliedern des letzteren mehr als bisher auf bie Kolonialspezialisten bes Parlaments zurückgegrissen würde. Da man, wie es heißt, im Interesse größerer Beweglichkeit eine Verringerung ber Mitgliederzahl des Kolonialrats überhaupt anstrebt, läßt sich die Reform erst nach Ablauf der Giltigkeitsdauer der zuletzt erteilten Mandate ins Werk setzen, also frühestens im nächsten Jahre. Es würde fiel) empfehlen, bei dieser Umbildung auch auf die Männer der kolonialen Praxis, an denen Deutschland gewiß feinen Mangel hat — ehemalige Gouverneure, bekannte Forscher, Pflanzer — Bedacht zu nehmen. Wenn zu deren Gunsten das Vorschlägs- recht der großen Gesellschaften schließlich geändert werden müßte, so würde das keinen besonderen Nachteil bedeuten. Durch die rüstig fortschreitenden Neubauten der im Flottengesetz bewilligten Schiffe wird es jetzt möglich, m o - deriie Fahrzeuge für den Auslandsdienst einzustellen. Seitdem im vorigen Sommer die Mehrzahl der damals verfügbaren Kreuzer und Kanonenboote im Gelben Meere zusammengezogen wurde, entbehren wichtige deutsche Interessengebiete über See bes Schutzes durch bie Flotte. Besonders stiefmütterlich bedacht ist die a m er i ka n is ch e Station. Wohl von feinem Teile der Erde sind so oft Gesuche an ben Reichskanzler ober bas Marineamt um Entsendung von Kriegsschiffen gerichtet worden, als voii Amerika aus, besonders seitens der in den politisch unruhigen Staaten Mittel- und Südamerikas lebenden oder interessierteii Deutschen. Als der kleine Kreuzer „Geier" vor einigen Jahren in ben Häfen der amerikanischen Westküste die Flagge zeigte, konnten sich die dortigen Landsleute nicht genug thun in Bekundungen der Freude und der Dankbarkeit. Im Herbst soll die so lange vernachlässigte Flottenstation endlich angemessenen Kreuzerschutz erhalten. Dem großen Kreuzer „Vineta" — zur Zeit in den brasilianischen Gewässern befindlich — soll sich der „Geier" — jetzt in Ostasien — und von der Heimat aus bie „Niobe" bei- gesellen. Damit wäre bem bringendsten BebürfniS abge- holsen , unb es bleibt nur zu wünschen, daß bis zum Eintreffen der Verstärkungen die Verhälttiisse in den transatlantischen Staaten friedlich bleiben. Engländer nnd Bure«. lieber die Lage der kriegsgefangenen Buren sind folgende Thatsachen erwähnenswert: Im Oranje-Freistaat sind, wie der englische Kriegsminister Brodrick im Parlamente mitteilte, Anfang April in den Lagern 8435 Erwachsene und 11 245 Kinder Von letzteren starben allein im Februar 261, vou ersteren 141. Wenn bie Sterblichkeit so anhält, sind bort in einem Jahre fast der dritte Teil der Kinder gestorben. Die Aerzte schieben die große Sterblichkeit auf schlechte Verpflegung, mehr aber nod} auf den Mangel an Obdach, denn Zelte könnten jetzt, wo bort der Winter be’ginnt, nicht als Obdach für Frauen und Kinber gelten. Obdach! kann aber die Wohlthätigkeit in den Lagern nicht schaffen, dafür kann nur die Behörde durch Baracken-Bau ober bergl. sorgen. Das Einfachste wäre der Transport der Gefangenen in die kleinen Städte ber Kap- tolonic, statt dessen werden sie als Geiseln benützt, damit die Buren wissen, daß sie durch Wegnahme aller Proviantzüge die eigenen Frauen und Kinder zum Hungertode bringen. — Ter kürzliche Transport von 500 Gefangenen in ben für Pest und Hungersri ot auf der ganzen Erde berüchtigten Bezirk Bombay ist eine ähnliche Maßregel, wie die Unterbringung von Frauen und Kindern in offenen Zeiten zu Beginn des Winters. Daß die Pest nicht allein in Kapstadt, sondern auch in Port-Elizabeth und Durban ist verbantt die Kolonie nachweislich nur den englischindischen Truppentransporten. Selbstverständlick) sind dadurch die Gefangenen-Lager ebenfalls schwer bedroht, zumal England alles nickstenglische Aerztepersonal soviel als möglich verdrängt hat. Einem soeben verösfentiichlen amtlichen Berichte zufolge betrug die Gesamtzahl der britischen Truppen in Südafrika am 1. Mai d. I. (Nichtstreiter mitgezählt) 249 416 Offiziere und Mannschaften, die sick) folgendermaßen zusammensetzen: Reguläre Truppen 138 002, üolonialtruppen 58 821, 2)eomanry 2104, Volunteers 9385, Miliz 20 104. Die Gesamtzahl ber Offiziere ist mit 8468 angegeben. Tie Regulären haben 4183 Offiziere unb 133 819 Unteroffiziere unb Mannschaften Die letzteren verteilen fid) wie folgt: Kavallerie 14 000, Artillerie 11500, Infanterie unb berittene Infanterie 95 700, anbere 13 619. Die Gesamtzahl von Offizieren unb Mannschaften, bie bis Enbe April gefallen ober an Wunben, Krankheit ober infolge von Unfällen gefrorben sind, beträgt 14 978. Die Gesamtzahl der verwundeten Offiziere unb Mannschaften, bie Sübafrika verlassen haben, beträgt 76 582; bavon sinb 22 081 keine- Invaliden, 47 739 Jnvaliben und 4533 Kolonialsolbaten. Ein englischer Berichterstatter will wissen, daß bie Burenkommandos, bie kürzlich Carolina besetzt hielten, kurz vor ber Räumung bes Ortes ein Telegramm von Louis Botha aus Ermelo empsingen, worin sie angewiesen würben, sich zu verstecken unb zu warten, bis bie Engländer vorbei wären. Tas Telegramm besagte ferner, bie britischen Soldaten litten fürchterlich unter der Pest und würden alle fo fdynell wie möglich nach England zurückgebracht. Die Buren hätten fämtlidfe Bahnlinien im Freistaat und ini Kaplande zerstört, und die Englärider seien daher gezwungen, bis an das Meer zu marschieren. Er danke Gott, daß sich .die Friedensverhandlungen mit Kitchener zerschlagen hätten. Im Jahre 1881 sei ein roter Komet er- dyienen, der Krieg bedeutet habe, jetzt sei ein weißer erschienen, und der bedeute Frieden, aber Frieden mit Unabhängigkeit. Botha habe schon vor einer Woche eine ähnliche Bekanntmachung in (Srmelo erlassen. Der Korrespondent des „Morning £eai>er" in Kapstadt teilt folgenbe zwei amtliche Schriftstücke mit, die faum. eines Kommentars bedürfen: „Genommen von Nicolas Bassan, De Pan Farm, Ban Ottos Kvp, Distrikt Standerton. vier Ochsen und zwei Pferde. Die Ochsen werden vielleicht bezahlt und die Pferde zurückgegeben werden, tü-enn seine jetzt beim Koni mando befindlichen vier Sohne fid} ergeben haben: werden. (gez.) W. Rycroft, Major. De Pan, 10. 9. 1900." „Vom Kommandanten, Paardekop, an Feldkornet Franz Badenhorst, Ich mödste Ihnen mitteilen, daß es sehr ratsam ist, daß Sie sich unverzüglich ergeben. Wenn Sie sich setzt freiwillig ergeben, werden Sie mit Milde behandelt und wahrscheinlich nicht verschickt werden, und nach! Beendigung des Krieges werden Sie zu Ihrer Frau und zu Ihrer Farm zurückkehren dürfen. Id} warne Sie, daß, wenn Sie sich nicht ttgeben, innerhalb 14 Tagen Ihre Farm verbrannt unb Ihr Vieh weggenommen werden wird (gez ) I. Vesey, Lager-Adjutant. Paardekop, 2. 10. 1900." * • Telegramme M «ieherrer Anzeiger-. Kapstadt, 22. Mai. Von allen Seiten gehen Nachrichten ein, die bestätigen, daß die Kommandos der Aulst ä n d i s ch e n in der Kapkolonie und bem Oranjefreistaat ben Befehl erhielten, sich! zu konzentrieren. Die Mi- litärbehörben sinb zwar darauf vorbereitet, daß De Wet möglicherweise beabsichtige, das Kommando über die' konzentrierten Truppen zu übernehmen, sie haben aber feine Kenntnis davon, daß De Wet sich schon auf dem Boden der Kapkolonie befindet. Port Elizabeth, 22. Mai. Hier famen hier neue Pesterfranfungen vor.____________' Die Lage in China. Zu den Meldungen über die Zurückziehung der Truppen aus China und über die Stärfe der dort zurück- bleibenden Kontingente wird uns von gut unterrichteter' Seite aus Berlin mitgeteilt, daß vorläufig nur die Zahl der als Gesandtschaftswachen bestimmten Mannsd)aften feststeht, und daß über die Stärke der zur Verbindung mit dem Meer notwendigen Truppen Abmachungen getroffen worden sind. In welchem Maße aber die Zurückziehung, der übrigen Truppen, insbesondere der Deutschen, stattfinden wird, hängt nock) ganz von den Umständen alr, hauptsächlich von dem Verlaufe der Entschädigungsfrage. Jedenfalls werden die deutschen Mannschaften nur staffel- weise zurückgezogen werden, da es immer noch fraglich erscheint, ob es dem chinesischen General Liu gelingen: wird, der Boxer Herr zu werden. Eine zu frühzeitige Entblößung der besetzten Distrikte von den fremden Truppen würde bielleidjt den ganzen Erfolg der China-Expedition in Frage stellen, und deshalb ist hierbei Vorsicht sehr am? Platze. Nach den neuesten Bestimmungen werden als Gesandtschaftswachen in Peking von Deutschland, Frankreich, England, Rußland und Japan je 300 Mann verbleiben, front Italien und Oesterreich-Ungarn je 200, von Amerika 150. In Tientsin bleiben vorläufig zusammen 60Q0 Mann; Ooit diesen werden später 4000 zurückgezogen werden. In Schan- haikwan und Tsinantau werden 1500 Mann belassen. Zur Bewachung der Eisenbahn Peking-Sck)auhaikwan sind neun Posten mit je 300 Mann, immer von derselben Station, vorgesehen. Tie Posten am Pcihoflusse werden von Trupperr aller Kontingente, außer Oesterreich und Amerika, durch, kleine Abteilungen besetzt werden. Im ganzen verbleiben: 12 500 Mann in Petschili. Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet am 20. au& Peking: Li-Hung-Tschang hat sich entschlossen, die Boxer an der südlichen Temarkationslinie ernstlich zul bekämpfen. Jetzt operieren seine Generale im Verein mit französischen Truppen unter Leitung des Generals Bailloud. Hauptmann Knoerzer ereilte und zersprengte mit der 3. und 8. Kompagnie des 3. Regiments- eine entkommene Boxerabteiluug von 400 Manu bei Mant- cheng (22 Kilometer nordwestlich von Paotingfu». Bei der 8. Kompagnie sind bis jetzt 5 Verwundete festgestellt. In der Sitzung der Gesandten front 22. d. M. wurde, mit allen Stimmen gegen die des amerikanischen Vertreters Rockhill eine Ermäßi gung des China auferlegten Sd)adenersatzbetrages als nicht wünschenswert ab^ gelehnt; der einseitige amerikanische Vorschlag, den trag auf 800 Millionen Mark herabzusetzen, hat demnach, keine Aussicht auf Annahme. Tie nächste Sitzung linder morgen statt. Deutsches Reich. Berlin, 22. Mai. Der Kaiser wird an der Aanal- eröffnnng in Emden am 13. Juni teilnehmen und zwei oder drei Tage an Bord der Lustyacht „Prinzessin Viktoria Luise" Wohnung nehmen. Danach wird der Kaiser voraussichtlich mit dem Schiff nach Kiel zur Kieler Woche fahren. Nach der „Schles. Ztg." beabsichtigt . der Kaiser, auch in diesem Jahre wieder als Jagdgast nach Oberschlesien zu kommen und zwar zuerst Ende September nach Neudeck, um dort beim Fürsten Guido Henckel von Donnersmarck Hirsche zu schießen, und dann im November zum Grafen Tiele-Winckler nach Moschen-Kujau und zum Herzog von Ujest nach Slawentzitz. — Zu der Nachricht, daß der K a i s e r dem Pastor von Bodelschwingh auf einen Brief über die buren freundliche Stimmung im Volke sehr unangenehm geantwortet habe, bringt das Missionsblatt Friedensbote eine ausführliche Darstellung. Der Kaiser hat hiernach sofort nach Erhalt des Briefes den Pastor v. Bodelschwingh nach Berlin befohlen, wo ihn Geheimrat v. Lucanus empfing und ihn der allerhöchsten Ungnade des Kaisers versicherte. Pastor v. Bodelschwingh reiste alsbald nach Bielefeld zurück und richtete ein erneutes Schreiben an den Kaiser unter wiederholter Schilderung der Volksstimmung hinsichtlich der Buren. Einige Tage später erhielt er ein herzliches Telegramm der Kaiserin, sowie ein drei Bogen umfassendes Telegramm des Kaisers, worin derselbe seine Anerkennung für die ihm bezeugte Liebe und Verehrung in warmen Worten ausdrückte. Später folgte noch ein Brief des Kaisers, worin er für die Ueberzeugungstreue des Pastors v. Bodelschwingh dankte. — Heute sand im Reichslagsgebäude unter dem Vorsitz des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg die Hauptversammlung des Hauptverbandes deutscher Flott ende re ine im Auslande statt. Der Herzog eröffnete die Sitzung u nd schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, durch dessen Bestimmung dem Hauptverbande nunmehr ein bestimmtes Ziel in der Erbauung von Flußkanonenbooten gesetzt worden ist. Tie Hauptversammlung beschloß die Absendung eines Ergebenheitstelegramms an Se. Majestät sowie auch an den Protektor des Hauptverbandes, den Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg. Ter Jahresbericht ließ die erfreuliche Entwickelung der ausländischen Flotten- rercine erkennen. Tas Vermögen des Hauptverbandes beziffert sich zur Zeit auf ungefähr 350 000 Mk. Zu den Gegenständen der Beschlußfassung gehört u. a. die Annahme eines gemeinsamen Vereinsabzeichens, das von den Auslandsvereinen sehr dringend gewünscht worden war. Zum Schluß beschloß die Versammlung, dem schwer erkrankten Mitbegründer des Hauptverbandes, dem Wirkt. Geh. Rat Sachse Grüße mit dem Wunsche auf baldige Genesung zu übersenden. An die Hauptversammlung schloß sich ein Mittagessen im Automobilklub. — Pensioniert wurden in der deutschen Armee vom 1. April bis 15. Mai 1901: 5 Generäle der Infanterie, Kavallerie re., 10 Generalleutnants, 14 Generalmajore, 8 Oberste, 9 Oberstleutnants, 25 Majore, 26 Hauptleute, 7 Oberleutnants, 5 Leutnants. In Summa 109 Offiziere. — Kosten pro Jahr ca. 570 000 Mk. Tavon erhalten die 29 pensionierten Generäle 300 000 Mk. — Wie wir hören, hat der Bundesratsausschuß in feiner Sitzung vom 13. d. M. die Gleichstellung der Gymnasial- und Realgymnasialabiturienten hinsichtlich der Zulassung zum Studium der Medizin ohne weiteres beschlossen. Dagegen müssen die Abiturienten von Oberrealschulen sich einer Nachprüfung im Lateinischen unterziehen. — Auf Einladung des Kaisers wird der französische General Bonn al, der in Frankreich als taktische und strategische Autorität gilt, und durch seine militürwissenschaftlichen Werke sich einen Namen gemacht hat, in den nächsten Tagen in Berlin eintreffen, um der Parade des Gardekorps beizuwohnen. — Tie Regierung hat auf den Plan, ein staatliches Panzerplattenwerk zu errichten, endgiltig verzichtet, da Krupp jetzt für Teutschland zu denselben billigen Bedingungen liefert wie für Amerika. — Ter Oberpräsident der Provinz Sachsen v. Bötti- d) e r ist als Senior des Tomkapitels in Naumburg auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen worden. — Ter ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrats ist zu einer zweitägigen Sitzung auf den 18. und 19. Juni nach Nürnberg einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Gegenstände: „Die Lage der Landwirtschaft mit Rücksicht auf die bevorstehende Neugestaltung des Zolltarifs". Ferner „Wer trägt den Getreidezoll?" Außerdem „Entwurf einer Branntivein- steuergesetz-Novelle und eines Süßstoffgesetzes." Lüneburg, 22. Mai. Die Landesversammlung der deutsch-hannoverschen Partei ist, wie bereits gemeldet, von dem Polizeidirektor aufgelöst worden, weil ein welfischer Redner unter dem Beifall der Versammlung von „Preußischer Kleptomanie" sprach. Wie nun der „Hann. Cour." berichtet, ist in der Versammlung sofort, insbesondere von einem welfisch gesinnten Rechtsanwalt Vestritten worden, daß in dieser Aeußerung ein gesetzlicher Grund zur Auflösung der Versammlung liegen könne, und es wurde deshalb, allerdings ohne Erfolg, gegen die Auflösung Protest erhoben. Dem Vernehmen nach soll die Sache bis in die höchste Instanz weiter verfolgt werden. Leipzig, 22. Mai. Wie das „L. T." vernimmt, entzogen die ärztlichen Bezirksvereine anläßlich des Streites zwischen den Aerzten und der Ortskrankenkasse den auswärtigen bei der Kasse hier in Tl)ätigkeit getretenen Aerzten das innerhalb der Bezirksvereine gewährleistete Wahlrecht auf drei bezw. vier Jahre. Die Betroffenen legten gegen diese Maßregel beim Ehrengerichtshof Berufung ein. Eronberg, 22. Mai. Auf Schloß Friedrichshof ist heute der englische Bischof Dr. Carpenter eingetroffen und von der Kaiserin Friedrich zur Frühstückstafel eingeladen worden. Dr. Carpenter ist alsdann nach, London zurück- gekehrt. Ausland. Luxemburg, 22. Mai. Tie Regierung plant die Ausarbeitung eines besonderen Arbeiter-Einwanderungs- gesetzes, wonach alle fremden Arbeiter, die sich bei der Einwanderung in das Großherzogtum nicht über den Besitz von Geldmitteln ausweisen können, um bei etwaiger Arbeitslosigkeit wieder in die Heimat zurückzukchren verflögen, am Eintritt in das Land verhindert werden sollen. Paris, 22. Mai. Ter französische Gesandte in Marokko, Revo il, hat endgiltig den Posten des Generalgouverneurs von Algerien angenommen. — Der hiesige Frauenarzt, Dr. C v u l e t, veröffentlicht in einer medizinischen Zeitschrift mehrere von ihm an die Königin Draga gerichtete Briefe sowie das Antlvort- chreiben einer Ehrendame der Königin, um zu beweisen, raß er keineswegs schuld daran sei, wenn die Königin Draga glaubte, in der Hoffnung zu sein. Wien, 22. Mai. Ter Marin e aus schuß der ungarischen Delegation nahm das gesamte Marinebudget unverändert an, und sprach der Marineleitung für ihre ersprießliche Thätigkeit seine Anerkennung und sein Vertrauen aus. Im Laufe der Debatte erklärte der Marine- Kommandant Freiherr von Spann, die Marineleitung habe niemals den Plan gehabt, die Flotte derart zu entwickeln, daß sie mit den Flotten anderer Großmächte rivalisieren könne; sie halte sich stets nur einen erfolgreichen, unter allen Umständen wirksamen Küstenschutz unter Verwertung der neuen Errungenschaften der Technik vor Augen. In nächster Zeit werde außer den im Budget bereits enthaltenen zwei Schlachtschiffen nur der Bau eines neuen1 Schlachtschiffes und mehrerer kleinerer Fahrzeuge, wie Tor- )edos und im Aufklärungsdienste notwendiger Fahrzeuge, erforderlich sein. — Im Abgeordneten Hause richtete der christlich^- oziale Schneider an den Präsidenten die Anfrage, welche Faktoren daran schuld seien, und mit welchen Summen sie bestochen wurden, daß Hilsner nock nicht gehängt wurde und auch nicht gehängt werden wird. (Lärm.) Schneider chreit: Noch alle sind von den Juden bestochen, auch die Minister. Ter Präsident (ohne zu reagieren): Wir schreiten zur Tagesordnung! Wien, 22. Mai. Vor den ungarischen Delegationen gab der Minister des Auswärtigen, Graf Goluchowski, eine längere Erklärung ab, in der er u. a. folgendes ausführte: Was die allgemeine Richtung der österreichischen Politik betrifft, so besteht sie im engeren Anschluß an die Verbündeten und in der Pflege vertrauensvoller Beziehungen zu den übrigen Mächten, namentlich zu Rußland. Die tendenziösen Gerüchte, welche die Solidität des Dreibundes zu erschüttern suchen, würden einer besonderen Erwähnung kaum verdienen, wenn sich nicht die Bestrebungen anderer Kreise dazu gesellten, welche die Allianzfrage in Zusammenhang mit dem Abschluß günstiger Handelsverträge bringen möchten. Allerdings sei diese These, daß sich ein Zollkrieg mit engen politischen Beziehungen vereinigen lasse, kaum mehr aufrecht zu halten. Ein ^Rodus vivendi müsse gefunden werden. Man werde gewiß bei den bevor- tehenden Handels-Vertrags-Verhandlungen mit Deutschland und Italien zu einer billigen Schlichtung etwaiger Differenzen gelangen, aber könne nicht von handelspoliti- chen Fragen politische Bündnisse, die viel höhere Zwecke lerfolgen, abhängig machen und ein politisches Bündnis nicht als Kompensationsobjekt ausspielen. Budapest, 21. Mai. Nach Privatmeldungen aus Belgrad glaubt man dort, daß bei der Affaire der Königin Draga die Hand Rußlands im Spiele sei. Da die russi- che Diplomatie angeblich wußte, daß die Ehe des Königs ünderlos bleibt, wolle sie, daß PrinzMirkovon Montenegro zum serbischen Thron fo-lg er ernannt werde. Ter Prinz soll demnächst in Belgrad eintreffen. P e t e r s b u r g, 22. Mai. Das Amtsblatt der Präfektur meldet: In den Obuchowschen Eisenwerken in Alexcm- drowsky weigerten sich am 20. Mai nach der Mittagspause etwa 200 Arbeiter verschiedener Abteilungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Von dem Gehilfen des Direktors) Oberstleutnant Iwanow, nach dem Grunde ihres Verhaltens befragt, trugen die Arbeiter ihre Beschwerden vor. Die Versuch)« des Oberstleutnants, die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen, schlugen fehl. Die Arbeiter, die in verschiedenen Abteilungen der Werke zerstreut waren, gaben mit der Sirene ein Zeichen zur Einstellung der Arbeit, und begannen mit Gewalt die Maschinen zum Stillstand zu bringen. Iwanow, der nur über 40 Mann verfügte, suchte die Hilfe der Polizei nach. Alsbald wurden zwei Eskadrons Gendarmen, eine Abteilung berittener Polizisten und 200 Schutzleute an Ort und Stelle entsandt. Inzwischen hatten die Arbeiter, deren Zahl etwa 3600 war, die Arbeit eingestellt und begannen unter Pfeifen und Lärmen das Werk zu verlassen. Ein Wächter, der im Thorweg stand, wurde durch einen Messerstich! verwundet. Ein Arbeiter wurde verhaftet. Der Verkehr der Straßenbahn ist unterbrochen. Polizeiminister Palibin gab, in Befürchtung weiterer Verwickelungen, den Befehl, Die Menge zu zerstreuen. Aufforderungen blieben erfolglos, worauf die Gendarmen und berittenen Polizisten gegen die Menge vorgingen, die mit Steinwürfen antwortete. Individuen, welche hinter den Einfriedigungen in die Häuser geflüchtet waren, schleuderten Steine gegen die Polizei, die sich in die Bluchowschen Werke zurückziehen mußte. Palibin zog hierauf die Abteilung Solddaten, die auf dem §ofe und in der Werkstatt bereitstanden, heran. Diese griffen mit den Polizisten zusammen die Arbeiter von neuem an, wurden aber wiederum mit Steinwürfen empfangen. Einige Schüsse fielen aus der Menge, dtunmehr ließ Palibin drei Salven abgeben, wonach die Menge nach verschiedenen Richtungen auseinanderstob. Ein Arbeiter wurde getötet, acht verwundet. In diesem Augenblick trafen mehrere Kompagnien Infanterie ein, mit deren Hilfe Palibin die benachbarten Häuser räumte, aus welchen immer noch Steine geworfen' wurden. 120 Personen wurden verhaftet Beim Zusammenstoß wurde Palibin an den Kops und an die Beine von Steinen getroffen. Ein Polizei-Unteroffizier und 11 Polizisten sind verletzt. Davon sind 7 gestern gestorben. Die übrigen sind in ein Kranken- hcms geschafft._________________________________________ Aus Stadt und Kand. Gießen, den 23, Mai 1901. *• Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat den. Kulturinspektor Meliorationsbaurat Dr. Karl Es er zu Mainz unter Verleihung des Charakters als „Baurat- zum Vorstand >es TiefbauamtS Bad Nauheim mit Wirkung vom 1. Juli 1901 ab, und den Buchhalter bei der Hauptstaatskasse Ludwig Göttmann zum HilsSkasfier bei dieser Kasse ernannt; den Hauptsteueramtsasfistenten bei dem Hauptsteueramt WormS Heinrich Tresser in gleicher Diensteigcnschaft an das Hauptsteueramt Darmstadt versetzt; den Steuereinnebmer des Steueramts Alzey Albert Dexheimer zum HauptsteueramtS- assistenten bei dem Hauptfieueramt Mainz, den FinavzaSPi- ranten Karl Orth aus Groß Umstadt zum Hauptsteueramtsassistenten bei demHauptsteueramtWormS, dieFinanzaSpirauteu Wilhelm Freymann aus Eichelsdorf und Wilh. Bäumer aus Amöneburg zn Steuereinnehmern des SteneramtS Biern- jeim, bezw. Alzey, den ExpeditionSgehilfen bet der Main- Neckar-Eisenbahn Karl Spam er aus Neustadt i. O. zum Stationsassistenten bei dieser Bahn ernannt. *• Ordensverleihungen. Der Großherzog hat am 22. dsS. Mts. dem Miuifierialrevisor Rechnungsrat Karl Schneider aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Hofgartner zu Jugenheim Johannes Gern et die Krone zum Ritterkreuz 2. Masse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem praktischen Arzt Dr. med. Karl Köhl zu WormS daS Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und )er Freiherrlich Riedesel'schen Bureaudienerin Katharina Eichenauer zu Lauterbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste- verliehen. ** Wissenschaftlicher FortbildungskursuS :ür Volksschullehrer. Am 29. Mai werden die Vorträge in der großen Aula anläßlich der Psingstferien ausallen, sodaß Die nächsten Vorlesungen wieder am 5. Juni tattfinden werden. Tie Besucher beabsichtigen, einen Reservefonds für einen späteren Vortragscyclus anzulegen und am Schlüsse dieses ersten Kurses einen Kommers abzuhalten. fc. Kulturkampferinueruugeu. Morgen Freitag den 24. Mai sind eS 25 Jahre, daß Bischof Emanuel v. Ketteler von Mainz infolge der hessischen Kirchengesetze zum erstenmale vor den Schranken des Gerichts zu erscheinen hatte. ES handelte sich um zwei Fälle, die gerichtlich geahndet wurden. Der eine betraf die Anstellung des Kaplans Schaider in Kastel, der andere die Besetzung des Dekanats'Heppenheim a. B- durch den Dekanatsverwalter Pfarrer Vierung zu Mörlenbach i. O. ** Flotteuvereiu. Montagabend fand im Cafä Ebel die satzungsmäßige Jahresversammlung des Provinzial-Ausschuffes des Deutschen FlottenvereinS für die Provinz Oberheffen unter dem 1. Vorsitzenden, Geheimrat Prof. Dr. Oncken statt. Dem Jahresbericht für 1900 des Schriftführers entnehmen wir, daß bei Beginn des Jahres 1900 der Verein rund 2000 Mitglieder zählte. Heute hat er 3228 Einzelmitglieder, wozu noch eine Anzahl von Vereinen mit ca. 1200 Mitgliedern tritt. Vorträge wurden gehalten: am 31. Januar vom Marinepfarrer a. D. Heims und am 14. November vom Kapitän z. See a. D. Foß, der auch in Orten der Umgegend sprach, am 3. Januar 1901 sprach in Lauterbach Gymnasialdirektor Bleuer aus Wiesbaden, am 5. Januar in Schlitz und am 6. Januar in Grebenhain. Zur Agitation wurden 19000 Exemplare verteilt. Es wurde eine Sammlung unter den Mitgliedern veranstaltet, von deren Ertrag die Kosten der verstärkten Agitation gedeckt werden sollen. Dank der Opferwilligkeit der Mitglieder kam ein Ertrag von 1406 Mk., wovon 1000 Mk. dem Kanzleramt in Berlin überwiesen wurden, zusammen. An den Reichstag sind zur Verstärkung der Flotte von Gießen aus ruud 100 Petitionen abgegangen. Die Einnahmen des Vereins an Mitgliederbeiträgen, Propagandaspenden rc. betrug Ende Dezember 1900: 3934,20 Mk., die Ausgaben 3729,45 Mk., sodaß ein Ueberschuß von 204,75 Mk. auf das neue VereinS- jahr vorgetragen werden konnte. Alsdann wurde dem Schriftführer für seine Jahresrechnung Entlastung erteilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden mit Ausnahme zweier ausscheidenden Vorstandsmitglieder alle Vorstandsmitglieder einstimmig wieder gewählt. Bei der Ersatzwahl für die zwei auSgeschiedeneu Mitglieder wurden Bürgermeister Mecum und der Präses des Marinevereins Gießen, Georg Hebstreit, in den Vorstand gewählt. L. Londorf, 21. Mai. Dieser Tage weilten die Vertreter der Kreisschulkommission Gießen hier. Es wurde beschlossen, mit dem Beginn des nächsten Frühjahrs den Bau eines neuen Schulgebäudes in Angriff zu nehmen und die Arbeiten Ende dieses Herbstes zu vergeben. A ©rfinberg, 22. Mai. Auf welche Höhe es unsere Züchter reinen Raffengeflügels gebracht haben, konnte auf der Geflügelausstellung zu Grünberg anfangs dieser Woche erkannt werden. Die Aussteller, weist Mitglieder des Vogelsberger Geflügel- und Vogelzucht-Vereins hatten Stämme von prächtigem Wüchse und typischen Raffekennzeichen auS- gestellt. Die Ausstellung, die in dem Hamel'schen Garten- saale aufgebaut worden war, zeigte denn auch sehr lebhaften Besuch. DaS Preiskomitee hatte eine größere Anzahl des ausgestellten Geflügels mit Ehren- und ersten Preisen ausgezeichnet. Welches Interesse man der Geflügelzucht hier entgegenbringt, zeigte auch der Verkauf der Lose, die am letzten Tag der Ausstellung völlig ausverkauft waren. Ein Glück ist eS für unsere Geflügelzüchter gewesen, daß die Hühnerpest ebenso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen. Sie tritt dagegen in anderen Gegenden, z. B. im TaunuS, auf. § Mucke (Oberheffen), 22. Mai. Auf^der benachbarten sogen. Wadenhäuser Mühle stand ein Knecht auS dem West- aufgelaufen und voll bestanden. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Areiiag UniverMts Nachrichten. sophifchen Fakultät ernannt worbm. — Der GeschichtSprofeffor Erich Marcks in Leipzig nahm einen um 2 Uhr waren beide „Shamrocks" zur Probefahrt bereit. Die Jacht „Sybarita" wollte sich anschließen. Der König und Sir Thomas Lipton waren an Bord von „Shamrock II**. Von Liptons Dampfyacht „(Erin** aus wurde das Signal zum Israelitische Religionsgemeinde. den 24. und Samstag den 25. Mai 1901: Mischen in Diensten; wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen wurde er von dem Fußgendarmen Dörr aus Ruppertenrod verhaftet und dem Amtsgericht Grünberg zugeführt. -4- Hartmauushain, 22. Mai. Wie nunmehr mit Bestimmtheit anzunehmen ist, wird der Weiterbau der Bahnstrecke Lauterbach — G edern von Grebenhain aus bis Gedern doch über die Orte Bermuthshain, Völzberg, Vol- kartshain rc. (nach dem ursprünglichen Projekt) gebaut werden, da die Führung dieser Bahn über unfern Ort nicht gut möglich ist, wegen der hohen Steigung und der Verkehrs fiockungen im Winter. Wie gerüchtweise verlautet, soll von preußischer Seile eine Befürwortung für letzteres Projekt nicht gut geheißen worden sein. A Grebenhain, 22. Mai. Seit sehr langer Zeit ist hier der Sitz einer Distriktseinnehmerei, jetzt Bezirkskasse. Run soll diese plötzlich nach Herbstein verlegt werden, da der neue Bezirkskassierer in unserem Ort keine Wohnung bekommt. Dem Vernehmen nach ist kürzlich von seiner Be- hs'de eine Wohnung für den Bezirkskassierer in Herbstein gemietet worden. Es ist dies ein Schaden für unsere Geschäftsleute. § HoherodSkopf, 21. Mai. Gestern fand hier die letzte Holzversteigerung aus der Oberförsterei Grebenhain statt. Die Preise waren etwas niedriger als bei anderen Holzversteigerungen. Buchen-Scheitholz 1. Kl. kostete pro Raummeter 4,50 bis 5,50 Mk., 2. Kl. 2,60 bis 3,20 Mk. Buchen-Prügel 1. Kl der Raummeter 3 bis 3,50 Mk., 2. Kl. 1 bis 1,50 Mk. Gute ausgebengelte Reisig (Buche) pro Raummeter 80 Pfg. bis 1 Mk. Gewöhnliche Astreiser 10 bis 20 Pfg. der Raummeter. ErlenKnüppel pro Raummeter 2,50 bis 3 Mk. Fichten-Schichthaufen Pro Raummeter 50 Kermischtrs. ♦ Feuersbrünste. In Pechern, Kreis Sagan, kamen bei einer Feuersbrunst, welche vier Besitzungen zerstörte, zwei Personen in den Flammen um. — In Mandoh im ungarischen Komitat Szabolsz sind durch ein Feuer, das bei Sturmwind ausgebrocheu ist, 72 Häuser und 125 Nebengebäude niedergebrannt. • Könitz und Königsberg. Die Staatsanwaltschaft in Königsberg i. Pr. hat die Berliner Kriminalpolizei ersucht, einige erfahrene Kriminalbeamte nach Königsberg zu senden, wo diese an der Aufklärung des dortigen rätselhaften Frauen- mordes Mitarbeiten sollen. Wie man in Königsberg wisien will, halten die Behörden einen Zusammenhang der Morde in Königsberg und Könitz nicht für möglich. Die Art der Verletzung beider Opfer und die Ausführung beider Blutthaten weisen eine überraschende Aehnlichkeit auf. Man könnte annehmen, daß zum mindesten in einem, dem Königsberger Falle, der Beweggrund der Thal Wahnsinn ist, und der Mörder entweder beide Morde auf dem Gewissen hat, oder daß er die Thal in Königsberg in wahnsinniger Nachahmung des Konitzer Mordes verübte. Die Leiche des in Königsberg ermordeten Fräulein Leyde wurde in fast Beginn gegeben. „Shamrock II" kreuzte vier Minuten später unter vollen Segeln die Linie, bei der gestartet werden sollte. Da faßte eine heftige Nordostbrise, den „Evening News" zufolge „Shamrock II" bei der Breitseite, sie legte sich stark auf die Seite und ehe sie die Segel wenden konnte, brach der Topmast. bis 70 Pfg. Fichten Stämme (etwas rotkernig) kosteten pro Feftmeter 10 bis 12 Mk. Es waren viele Käufer erschienen. T a r m st a d t, 22. Mai. Tie Familie des königl. preuß. cS Spatenbräu Johann Sedlmayr vermachte letztwillig der auch die Anmeldungen entgegennimmt. Stabt München 200000 Mk. za einer Stiftung, welche diel,, 22 Mt>. Preubllcher S-°tenst.nddertcht. Förderung der Wohlfahrt und'die Berfchön'erun'g der Stadt bezweckt. Kartoffeln 2,7, K 3,3, Luzerne 3 0, Wirsen 2,8. Wegen Au»- * London, 22. Mai. König Eduard hat heute in Winterung u. f. w. umgepflügtr Flächen von Wmtcrwetzen (Hundert- großer Lebensgefahr geschwebt. Er war heute früh '«»-) «.». Wtntnroggea U 3, Rite.18.2 Sujerne 6,4. D«, imAprll. nach Southampton gefahren, um an ben ^ca“/^'unbUotr»^er.etble «‘ft’ä^nn bes'gelb’.l Probeweltfahrten der beiden „shamrocks" des vorjährigen Linfaat ungemtin. Anfang Riat trat beständige Witterung ein, welch« und diesjährigen Bewerbers um den amerikanischen Jacht d e Färdciung brr Ack-ra,beiten elmögltchte. Wmierwetztn güt n Pokal Teil zu nehmen. Sir Thomas Lipton, der Eigentümer Mehrzahl der B-rtch^woche für verloren, engllfche noch nicht ein- der beiden Shamrock-", schien mit der die-jühngen Jacht weniger zufrieden zu fein als mit der vorjährigen. Bei bet L 8 itn yprl[ abgegebm sind, gelten diese nur für den vom Irrst oer. ersten Probefahrt in der Meerenge von Solent geriet! schont gedttebrnen T.il der Saaten. Auch für Winterroggcn lauteten .Shamrock IP aus den Grund, bei der zweiten Probefahrt die N.chrta-ri «u« «wem -rohe» Teil der öftttch-n " flj, k.a Kt-mhtCtA.T Ma „M.rtllAru tn ment« erfreulich. Jnfo'ge des andauernd kalten, windreichrn Weites erwies sich das Hauptsegel als untauglich, so daß em neues L-inb b(e Felder nur dünn lefknbm und die Saaten spitz geworden, "Segel bestellt werden mußte. Aber dieses blähte sich auf besonders aus leichtem Boden stark auSgewintert. Di- Bestellung der wie ein Sack und hinderte das Schiff. Heule nachmittag! Felder mit Sommerung konnte bei dem btflii.b^en 2ß ti« utnblfct " ” — - werden. Im Gegensatz zur Winterung lauten die Berichte über dir Sommersaaten tm allgemeinen recht günstig. Die Felde sind gut Bt. eu,9 t 5ßitlung M«Xt ft Wß Kaini ^u^eüetW bl ,2' Sitiau^ w» b-' b s: ™ Mut i. D „ ernannt. f l” ^nwtat SatI ''i”" '«d-» RchpMir * ,d-i Bnblenfotbetu ju augtnitim . Wittttlreuj 2,;siajj, bif dm Praktik Worms das Nittertteui fW des Großmütigen nnd iuteaubienedn Katharina llgemeine Shre^eichen mit lehen. 'l'ibildunzskurjuS W werden die W d) der PsirrMerien aus- tnzen wieder am 5. Juni beabsichtigen, einen Re- iVorttagscyclus anzulegen nses einen Kommers ab- iiorgen Freilag den 24. Mai Manuel v. Ketteler von chengesetze zum erflenmale zu erscheinen hatte. ES sichtlich geahndet wurden. deS Saplaus Schaider in DekanatS'Heppenheim a. S. rrer Vierling zu Mörlen- id fand im (Saft Edel die des Provinzial'SuSschuffeS , dir Provinz OdrrWv röat Pros. Tr. Onöec )00 des Schriftführers ent- z Wahres 1900 der Bereir hat er 3228 ßinjtl» ahl von Vereinen mit ca. Sae wurden gehalten: om T o D. Heims und am 3. 3annar 1901 M ® tat au« ®*bm m »he? Milder ta» » «MA M dem stavzleram «nbt«MW l®1»iefien - »°» ®'e, ‘L Benin !ie «««* VetW0 * »wS W h”L mSirift' eSt. »i urben ^“nb8BIüflIiebet SÄÄ’** .... ueitteti W jjioit 1 1U Mieder iflig ie sie f Ügr^^munde^ , Wanyek statt, der auf der Flucht nach erfolgtem Einbruch reits die Klinik. )rei Personen durch Revolverschüffe tötete. Der Deliquent, Mannheim, 23. Mai. Der Eisenbahnunfall, der der den Zuspruch eines Priesters ablehnte, zeigte gleichgiltiges sich am 8. November v. IS. im Bahnhof in Käferthal ab- Benehmen und unerschütterliche Ruhe. Die Justifizierung spielte, hatte ein Nachspiel vor der Strafkammer. Infolge verlief ohne Zwischenfall; Wanyek stellte fich selbst unter den einer falsch gestellten Weiche war damals der stark besetzte Richtbock und starb lautlos. Arbeiterzug 59 auf einen anderen Zug hinaufgefahcen und . . zwei Personenwagen entgleist. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Angeklagt war der Stationswärter Paul jiniöEr|lini5-$inujnnjWlle Hartung, der für die Stellung der Weiche verantwortlich war. Marburg, 22. Mai. Der Privatdozent Profeffor Dr. Eugen Mit Rücksicht auf seine Ueberlastung mit dem gesamten Kühnemann ist zum außerordenllichen Professor in der hiesigm philo-1äußeren und inneren Dienst an jenem Tage erkannte dos 4 Gericht gegen den vom Rechtsanwalt Fiühauf-Karlsruhe Ruf an di- Unw-rsiist h-ib-lb-rg -m. " ' IBerteWen Angeklagten auf 25 Mk. Geldstrafe eventuell Münster i. W., 21. Mat. Der Westfälische Provlnzialaus 5 Tage GefängMS. schuß bew ll gte 75000 Mark für Errichtung einer juristisch en I Mannheim, 23. Mai. Wegen grober Schamve r» Fakultät an der Akademie zu Münster. letzuna. begangen am 27. März in der Wirtschaft zum Klosterkeller an einer Kellnerin, wurden der Baumeister Georg Mteratur, Wissenschaft und Kunst. Wiw SOrttein jun., ffaufmann «arffflide unb ö ~ rr f t V,. Friede. Mart. Abel von hier zu je 50 Mk. Geldstrafe oder . ^EruSstellung be- Küttstlerroloni- iu Darmstadt. Müie\»Q Gefängnis verurteilt. Das Gericht war, wie aus oder Ende nächster Woche soll tm Spielhause eine Röunton für die feine * ‘ । □ Welt gegen hohe Eintrittspreise (mindestens 5 2JlarI) veranstaltet werden, der Verkündigung der UrteilSgründe hervorglNg, ansängltch Die Häuser auf der Ausstellung werden um 6>/s Uhr abends geschlossen. I unschlüssig, ob nicht blC Angeklagten wegen StttllchkeitsVer- Rach Schließung der Häuser beträgt der Eintritt 50 Pfg. brechens vor das Schwurgericht zu verweisen seien. Christiania, 22 Mai. Die Blätter melden, Ibsen war in letzter Gövvinaen, 23. Mai. Hier wurde auf dem Großeik- Zett krank. Dte Krankheit war eme Art Lähmung, dte zur Folge hatte, crttr, daß Ibsen die Sprache fast gänzlich verloren hatte. Er vermag sich nur lmger Feld V0N einem Landjäger elN Nur halb gekleideter mit dem Stock fortzubewegen. Jetzt befindet er sich bereits auf dem fremder Mann aufgegriffen. Er war tM Gesicht Verkratzt Wege der Besserung. unb redete ganz verwirrtes Zeug; unter anderem will er in ~ Bayern einen Mann erschossen haben. Der Aufgegciffene (GteridjtSfitoL wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes ins Kranken- Bonn. 22. Mai. Ein Dentist aus Honnef war mit dem Studenten haus gebracht. . ~ . der Chemie Ferdinand Mayer von dort in Wortwechsel wegen einer Dame London, 23. Mat. Bet dem Dmer, daS zu Ehren der g-raten und hatte schließlich eine Forderung auf Pistolen unter auf dem medtzMtscheN Kollege graduierten Zöglinge verschärfen Bedingungen erhalten. Der Dentist lehnte verständigerweise diel^nstaltet war, sprach Balfour mit hoher BtWUNderUNg V0N Schießerei ab. Referendar Bendey,aus Köln, dem der Vorfall bekannt k etüfcrunfl Deutschland, Frankreich, die Schweiz g worden, nannte später tn emem Hotel zu Honnef den Dentisten „Fetg^ 1 ti M °St n r f r6» ling". Auf Anzeige wurde von der hiesigen Strafkammer Mayer zu drei UNd Italien auf dem Gebiete der medizinisch u -1 Monaten und sein Kartellträger zu drei Tagen Festungshaft verurteilt, UNg übernommen haben. Es sei eine S-cyanoe für oie der Referendar erhielt ioo Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung. I britische Nation, daß die medizinischen Schulen und andere Leipzig, 22. Mai. Das Reichsgericht verw arf die Revisionen ~ '7 g-nolnnds woran medizinische Unterweisung fiatt- der Angeklagten Sternberg und Wender, da fich sämtliche materiellen Anstalten Englands, woran » unb pro|tfjualen L-,chwerb-n als unbegrflnbet erolefe«. finde, ungenügend auSgestattet feien, wett ei Wochenfest. , , 1. Tag. Borabend 7« Uhr, «orgenS Uhr, Predig«. 2. Tag. Borabend li5 Uhr, worgenS 8°' Uhr, nachmittags Beinahe gleichzeitig brach der aus hohlem Stahl gefertigte 4 Uhr, FesteSausgang 9" Uhr. Hauptmast, in dem der Topmast steckte, 12 Fuß unter der „ .. „ . . ..... „ ,. • Spitze und in demselben Augenblick brach auch das Bugspriet Gottesdienst der israelitischen 8Eligl0NSZesellschaft. kurz über Deck ab, und alles ging über Bord. An Freitag den 24. und Samstag den 2o. Mai i Bord herrschte große Verwirrung und zeitweilig schien die T z Vorabend 8 Uhr^ o^mittags 8 Uhr Predigt. Sache ernst zu sein. Der König und Lipton waren auf der 2. Tag. Vorabend 8 Uhr, vormittags 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Steuerbordseite gewesen, als das Unglück stattf.nd, während I FestesauSgaag 9»o Uhr. das Schiff sich nach Backbord neigte. Das erklärt, daß fiel WochengottcSdter.st: morgens 6«> Uhr, abends 7^Uhr. __ unversehrt blieben. Den „Central News" zufolge rettete sich--- “ T x , .. der König unter Deck, um den schlagenden Segeln zu ent Krieskaflen oer Keoalumn. iZ'^S^^beneÄM^e^^ Brise erfaßt, die Gaffel brach ab und riß ein Segel nieder an dieser Stelle abgegebenen unzweideutigen Elklärung nun doch noch, und daS Topsegel wurde vom Winde zerfetzt. Den „Central und zwar ohne jede Silbe der Entschuldigung, einen Beriät über die News" zufolge hat „Shamrock II" jeden Sparren verloren, Hundeausstellung zuzufenden. Unter Papierkorb hat von Ihnen ein und ihre ganze Takelage ist zerstört. Sie treibt in der Ertr-intter w.hrlich nta nötig. Meerenge von Solent als völliges Wrack umher. An der vt H Mrt Küste von Cowes herrschte große Erregung, man befürchtete,! lltUSltt ItltlÜUnQCH« Jemand an Bord könnte verletzt sein. Zwei Torpedojäger .. h 6 dampften sofort nach dem Unglück mit Volldampf heran und ^lom, 23. URttt. 2.10 Uhr. (^l.-Meld. d. »G ß. sie Dacht „Sybarita" schickte ein kleines Boot aus. Der Anz.") Der Köuigsmörder BreSei hat in seinem Ge- Kapttän von „Shamrock II" rief aber hinüber: „Es ist sängnis Portolongono Selbstmord verübt. Niemand verletzt, keine Hilfe nötig!" ------- * Rom, 22. Mai. König Victor Emanuel ist Berlin, 23. Mai. Gegenwärtig finden im KulluSmmi- am Dienstag einer großen Gefahr entgangen. Der Monarch sterium eingehende Beratungen über eine Reform der ;atte der Amme des zu erwartenden königlichen SprößlingsILehrerbildung statt. — Bei einem Neubau in derPolS- einen Besuch abgestattet und sich nach dem Quirinal zurück- damer Straße wurde durch Umstürzen eines Pfeilers ein »egeben. Um zu seinen im zweiten Stock belegenen Ge Arbeiter getötet, ein anderer schwer verletzt. — Der mächern zu gelangen, benutzte der König den Fahrstuhl und Landeseisenbahnrat konstituirte fich unter Vorsitz des wollte, wie gewöhnlich, im zweiten Stock absteigen, war dazu UnterstaatSsekrelärS Fleck. Die Vorlagen des Ministeriums auch schon im Begriff, als der Fahrstuhl weiter emporstieg, wurden debattelos dem ständigen Ausschuß zur Vorberatung Nur mit knapper Not konnte der Monarch den bereits auf überwiesen. — Den Morgenblättern zufolge mußte sich der )en Treppenperron gesetzten Fuß zurückziehen und der Ge- Geschäftsführer des CentralverbandeS deutscher Industrieller, ahr entgehen, zermalmt zu werden. Bueck wegen eines Magen- und Darmleidens in der Klinik • Wien, 22. Mai. Im LandeSgerichtSgebäude fand des Professors Mikulicz in Berlin einer Operation unter- heute früh die Hinrichtung des Tischlergehilfen Stefan!ziehen. Diese ist vollkommen geglückt. Bueck verließ be- fehle. Er lege seinen Landsleuten dringend ans Herz, nicht zarückzubleiben, bei dem großen internationalen Wettbewerb der Wissenschaft, der in gewissem Maße ein Gegengewicht zu bketen verwöge gegen den kostspieligen verderblichen Wettbewerb auf dem Gebiete der militärischen Rüst ungen. — Die Lose der Straßburger Geldlotterie des Männrrveretnb »om roten Kreuz und der 2 Baden-Badener Geldlotterie find seit einiger Zeit zur Ausgabe gelangt. Der General - Vertrieb beider Lotterten ist dtrFirma J. Stürmer, GeneralDchst Straßburg i.E-, Langestraße 107, übertragen. Diese Lotterie, welche namhaste Bsr- gewtnne von Mk. 20000 — Mk. 15 000 — Mk. 6000 - Mk. 5000 u. s w., zusammen nahezu 5300 Geldgewinne »m Betrage von Mk. 87 000 autw.'ts.n, kommen schon in einiger SHt zur Ziehung. Der edle Zweck, sowie d.r billige Preis von nur Mk. 1.— das LoS von jeder Lotterie und das große Genehmtgungsgebtet sichern der kleinen Anzahl Lose fnt B5rauS nicht nur einen guten Absatz, sondern auch raschen Ausverkauf. ES ist daher geraten, sich rechtzeitig mit Losen zu versehen, bevor solche vergriffen find. Alle« Nähere ist aus Inseraten P «laten rc. ersicht'ich. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, qgl 21 Mai H/i O/j Rciohsanlelhe .. . 98.53 jO/; do . . 88 10 Si/g 5/g KOTMClß . , . . 98 60 5 e/a do .... 88.00 SV? 7 Heesen .... 95.80 5 rV" Italien. . . 96.20 4 °/o <4riooh Monop.-Anl. 43.55 8 r’lr_ Portugiesen . . . 25.75 S v/.. Mexikar-er , . . . 26 95 7o Chinesen . . . . 82.75 Teadenz Kreditaktien 216 80 Diakonto-Kommandit . . 187.40 Darmstädter Bank . . . 181.90 Dresdener Bank . . . . 148 CO Berliner Handelage». < . 151.00 Oeaterr. Staats bah? . . 345 10 Gotthardbahn .... 162.00 Laurahütte , . . . 211.00 Bochum......192 50 Harpen er . . 177.00 schwach. Meteorologische Beobachtungen ber Station Giestea Mai c - auf 0° reduziert T-moeralur der Luft Absolute Feuchtigkett Relative Feuchtigkeit c. 5 §• S. s & Windstärke Wetter 22. 9« 7542 12,9 4,8 44 E.N.E. 2 wo'.kenlefir H. 23. 7« 755,1 10,0 5,5 60 N. 2 ©oucenfärtn 23. 2*6 753,7 186 5,4 34 N.E. 2 Sonnenschein Höchste Tempe retur a m 21. biS 25 !. Mai 20 6» c Niedrigste „ , 21. „ 22. , 6,06 C. 1 posten Organdy-Binsen wundervolle Neuheiten mit Durchbruch und Volants darunter viele Modelle aus den teuersten französischen und eng* liechen Waschstoffen angefertigt, von tadellosem Sitz per Stück 6 Mark, V Mark und 8 Mark. 3696 Carl Nowack. Hangbursche sofort gesucht. 3761 Neuenweg 28. 3756 Andrea# Euler. 3764 und S 3759 Naffauerchof. und Zubehör per sofort zu denn. Famllienbillet bis zu 3 Personen L Liebmann Bär. 3467 N mieten. Mäusburg IS Familie Tliöt tMSbliertes Zimmer zu Der« mieten. Sahuhofftr. 51, IV. 8768 8755 Setteraweg 77, I. 8240 Klein-Linden Klein-Linden 3747 Der Vorstand. h 3223 H. 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