Mittwoch 24. April 1901 Nr. 95 ßweitco 'Mion Telegramme deS Siehe»er «nzetgerS. Vslilische Tagesschau. W 151. Jahrgang. König Albert von Sachsen bollenbet heute, am 83. April, sein 73. Lebensjahr. Mit besonderer und tiefer Ibreffe für Depesch—r Lezeiger Stetze». FernsprechanichlußNr.M. NB' *rArttt giftelet täglich mit b<# MonlagS Ute e**e.rr Familie« H4t1«r tserbrn Dtm -ln- e*— hörenden Kontrollmaßregeln („Keller ließ sich in der That unschwer voraussehen, daß Bestimmungen, welche die Weinproduktion gewissermaßen unter Polizei-Aufsicht stellen, böses Blut machen würden. Man rann sich für die Reinheit des Weines begeistern, ohne Solche Maßregeln für empfehlenswert zu halten, wett sie ehr leicht auf alle mögliche andere Produk- i 0 n s z w e i g e, bei denen ein öffentliches Interesse geltens gu machen ist, angewendet werben könnten. Biel zu viel schon Hal die moderne Gesetzgebung die Polizei in Anspruch genommen. Diese Kontrolle fängt an, wenig an» genehm empfunden zu werden! — Tie Versammlung sprach sich für ein wirksames Verbot der Kunstweinfabrikation Mis: unter Aufrechterhaltung des bestehenden Weingesetzes. CMMaa, tflHbition tmb 6k***4- IchMPratz« T. r* 2* s* «SxS vezoyspreir virrrUtStzil Mk. 2.20, inonatl. 75 *U nuiBruigcrlohn; durch iw Abholestellen eierttljäbd. Mk. 1.90, monatl. 65 Bet Postbezug DierteW* Mk. 2.00 ohne Bestell^» aae en|tteen.Bermitt(u** Helten be« Jn» und tiuMewW nehmen «njeioen für bee «Hcfaner »njciarr txtMMW HdleiipretS lokal 11 Wte« •ubwart« 10 pfg. London, 23. April. Ein Telegramm Lord Kitcheuers meldet: 39 Kompagnien Sübafr i ka-Fr e i w il l i aer traten heute die Heimreise an, bezw. erhielten Befehl, sich zur Einschiffung an die Küste zu begeben. ^London 23. April. Die Morgeiiblatter melden «uv Standerwn vom 22. April: Frau Botha die Gattin ' 1 ------- — -Trem Ministerreisen pflegen zu allen möglichen Auslegungen Anlaß zu geben, besonders wenn, es sich um den Staatsmann Wandelt, dessen Händen das Portefeuille für auswärtige An- aeleaenheiten anvertraut ist. Herr Delcässe, der Chef 8eS Pariser Auswärtigen Amtes, hat in Petersburg Einzug gehalten — flugs zieht die dortige Presse die Register der Kombinationen. Doch werden andere Klänge laut, als an der Seine Französische Blätter hatten behauptet, daß m der beabsichtigten Erneuerung .der russischen Anleihe - wersuche der Hauptgrund sur die Reise Telcasses zu finden garren. -«'M.L ^Kilben °n die Suchi Q)Jer?‘i^cn Mana Nwifrr. äS** —Äon Kt Kaufmann ÄdchU %6re a,t Irt rut f v dklvabllNM mü Ä^'^En«abednbiz. MN, der Thlüit, »ffe sowie btt tzehaliz. « nbelen unter C. v 608 a- N-rno litt iw jtü Mtk Tüchtige karbeiter ges. W. Eagühardt teinmetzc n Arbeit finden bei 1011 eh. Martin, Mi», liieret und Steimr^eidiift. GietzenerAnzeiger ” General-Anzeiger v Amts- und Aineiaeblatt für den Ureis Gießen tuchl iMgM rv. tiifeto, u BobnMÜTQhe 21. \tm Mm ax OetonomiMfbfit gesucht. itxid, ®u6en, rling gesucht. Barr, dahirm.u^rrtntontetticr. nm gesuchl gegen aMMfinie lergüwng. A"tt- Mdauer.S'Undg'Ür.t». jssj Für mein Noloniai- un» kaiefientvkrengeichäst eti Lehrling “fe.rje L'»-i »**e* 19t] l6*:K”orte^ ^btt6»Änbo^ i65i'4i?Ät 81n* »M J2J sei. Diese „Verdächtigung" wird von den russischen Prest- männeni mit einer gewissen Entrüstung zurückgewiesen. Nach deren Meinung hat die Finanzfrage völlig auszuscheidem Tie Aussprache zwischen den Ministern könne sich nur auf 83. April, sein 73. Lebensjahr. Mit besonderer uno tiefer . allerdings sehr weiten Gebiete der hoben Politik be- Bewegung feiert fein Volk in diesem Jahre den Geburtstag n Auffassung der Berliner politischen Kreise in seines geliebten Königs und Herrn. Sind«ihm doch m letzter dieser Sache nähert sich der französischen. Thatsache„ist, _ u---- Zeit schwere Krankheitsanfechtungen mcht erspart gebliebeil . Rußland seit länger denn Jahresfrist sich bemüht, ^rftkommandierenden der Buren, ist soeben von ihrem hie das Sachsenvolk und das gesamte deutsche: Volk oft Ausländsanleihe unterzubringen. Aus Wissensdrang Besuche bei ihrem Gemahl zurückgekehrt. Sie scheint stlynerzlich bangen und Schweres befiircksten ließen. GottIQltein Finanzminister Witte schwerlich die Meltaus- hegen, daß ihre Bemühungen, den Frieden sei Tank, scheinen jetzt unmittelbare Besorgnisse nicht mehr e^llung besucht. Doch auch ihm gelang es nicht, die Pariser p»rpeiruführen, Erfolg haben werden. Sie begab sich setzt begründet zu sein. Es hat wenige Herrscher gegeben und Hochfinanz für das Anleiheprojekt zu erwärmen. Der unter-= ' Pretoria, um Kitchener über ihren Besuch bei ihrem fllcbt heute kaum einen, dessen ganzes Wesen und W^kew ^ebene Zarenbesuch hatte diese stark verschnupft. Nun soll ^^n Bericht zu erstatten. so vorbildlich wäre, wie das des sächsischen Königs. Er ist .f?» samten Regierung; aber er verzichtet darauf, überall auch ^uf den französischen Geldnrarkt ausübe. Das " ' ______________ _ hie ausführende Hand zu fein. In feinen Händen laufen et)en ^ehr, wenn es aus dem hochpolitischen ——————— alle Fäden zusammen; aber er hat nicht den Argeiz, su^ Milieu herausgesprochen wird. Daher glänzender ^npfang, q t China, sämtlich selber svinnen zu wollen. Deshalb ist König Albert Auszeichnungen,^^tönende Reden! Frankreich ist das einzige «agk in ein Gegenstand der Verehrung und Bewunderung Nicht nur P Von pem Herr Witte für absehbare Zeit überhaupt das - deutsche Hauptmann Dannhauer telegraphiert bei seinen Unterthanen, sondern im ganzen Deutschen Reiche erhalten kann, dessen Rußland namentlich für feine ßuailon öom 21. April: „Am 18. besetzte ein kleines und über des Reiches Grenzen hinaus. Sehen mir doch alle Gebietserweiterungspolitik dringend bedarf. I Mackem ent der Kavallerie in Niunchuang eine kleine Fluß-- in ihm einen der letzten und bedeutendsten Trager der Ueber- ------- brücke fünf Kilometer von Lincho entfernt. Am Abend gingen lieferungen einer hinter uns liegenden großen und in oer ___. y * ; » ; t * » M »nm nfo f t aeaen benkr,; nnhpmafftiet über die Brücke in eins der- Häuser.^ Zwei von ihnen, der Gefreite Kunz und erprobter Rat dem Kaiser und dem Reiche bei allen! ^1 New-Vork folgende Meldung: Die Polizei inIunk Schm idt wurden, als sie den Hof betraten, an- b,C UnS M$ieben w? arU W taWHete anarchistischen »rief- unb »on 6 i n e f e n ' 8 e t ö t e t. Man erwartet fmb, niemals fehlen werde. schäften auf Veranlassung des deutschen Konsuls bewirkt, ^ine schgrfe Bestrastmg des ganzen Dorfes für diese Mo^ der auf Weisung aus Berlin gehandelt haben soll. .Er that. Tie Leichen i>er getöteten nacf» ^111^0110 In der Kanalkommission des preußischen Ab- ^abe ein Berliner Kabeltelegramm erhalten, worm ihm gebracht." Nach W. T. B. wurden die beiden Retter beim gevrdnetenhaufes scheint nun doch endlich der Zeitpunkt zu ^tgeteilt sei, daß die Berliner Polizei den Plan eines ^erbeifebaffen von Pferde futter getötet. Was bei dieser Lnnnien, da die Karten aufgedeckt werden, d. h. von der Attentats gegen den Kaiser entdeckt habe, dessen Spuren Nachricht am meisten auffäNt, ist der unbegreisliche Leicht- Rechten. Frhr. v. Zedlitz (freikons.) erklärte nut Bezug , die Anarchisten in Argentinien zurückführten. Ein ae- der Mannschaften, in ein feindliches Torf unbesoaffiiet «nf den Mittelland-Kanal, es sei eine 58 ertagun g . -er Romagnori wäre in Berlin verhaftet worden, dessen einzudringen. Wir erfahren ferner, daß die militärischen des Kanals zu erwägen, während beim Dortmund-Rhein- P^ere erwiesen hätten, daß er auf Befehle aus ^atexfon Operationen, trotz des Ediktes des ckstnesischen Kaisers, baft Kanal aus Geländerücksichten Tringlichkettsgrulnde mit- haiidle. Sie enthüllten auch die Existeiiz einer ausgedehnten Enesengeneral Liu sich zurückziehen möge, von Seiten sprecheii könnten. So wie die Vorlage liege, habe sie auf jn ßer Provinz Rosario und Santa Teutidien und Franzosen fortgesetzt werden. Annahme keine Aussicht. Minister v. Thielen ant- hierüber nichts zu ermitteln. Die Tas Wptguartier ist übrigens ohne Meldung über- tuortete darauf, der Mitellandkanal sei der wichtigste Romagnoris behaupten, daß er in den letzten fünf chinesischen Nachrichten, daß Siu fang sich gemäß der Faktor und dürfe nicht ausgeschieden werden. Trotzdem meber in Teutschlanb noch in Südamerika gewesen befehle Li-Hung-Tschangs vor dem Anmarsch der Fran scheint sich die Mehrheit des preußischen Abgeordneten- cL Berlin ist auch von einer Verhaftung des Anar- n und Deutschen zurückzog. Hauses diese Freiheit nehmen zu wollen. Und zwar wirdIRomagnori nichts bekannt geworden. Dagegen war 0 Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet am neuestens die ungünstige Finanzlage des Reiches und diel Erdings durch Blättermeldungen mitgeteilt worden, daß 20 Avril aus Peking: Eingehendste Untersuchung f ch l i e ßt Schaffung neuer Reichssteuern von konservativer ^hn gefahndet werde. Brandstiftung im Winterpalast fast mit Sicher Seite gegen die Kanäle ins Feld geführt. So schreibt die ~--— ” IX - it aus Allen Anhaltspunkten nach hat sich das Feuer „Kreuzztg.": „In dem Moment, wo im Reiche neue ttttb Sitten. von einem' eisernen, zum Wärmen von Speisen bestimmtem Steuern drohen... ist es doppelt geboten, die fmanz- (gttfllatlDet UUV JOHten. {n bem' Anrichteraum neben meinem Speisezimmer- politischen Einwände gegen die Kanalvorlage ZU beachten. I Bei Krügersdorp ging bekanntlich am 18. April das! ^Papier- und Holzbekleidung der Wand trotz schützen- Welche Bewegung der Vorschlag des Frhrn. v. Zedlitz, ben 9 englische Lancer-Regiment in eine Falle; . ' Asbestplatte übertragen. General v. Schwarzhoff, Mittellandkanal zu vertagen, in der Kanalkommisfion hervor- ^^ei würben nad) Kitcheners Meldung ein Offizier und , . Abbruch des Brandes aus einem Spaziergange begriffen, gerufen hat, ist aus der Rede des Vorsitzenden der SJom» U . ^ann netötet unb fünf Mann verwundet. Vermutlich - , , infolge Aufgehens bes Feuers in seine Wohn- niission, Abg. v. Eynern (natl.), zu entnehmen. Herr . ^muts die Falle gelegt, vielleicht auch Delarey oder| ' tUrücf. Die Feststellungen legen den Schluß nahe, ». Cynern kündigte sogar an, es wurde, falls man die irnt- - pers. — Ter Generalmajor Hector Mac Donald hat L p ® infolge z u langenVerweilensin den großen- Niicklung des Westens verhindere - alp bei Ablehnung ^nimando der 3. Brigade niedergelegt, um ein indisches » id)Ot" brennenden, von Rauch erfüllten her Kanalvorlage — fein Abgeordneter aus den -öNdustrie- Fernando an der afghanischen Grenze zu übernehmen. Er Räumen in feinem Schreibzimmer bewußtlos zu Boden Bezirken des Westens im Reichstage für den erhöhten - ber Reise dorthin Kapstadt am 19. schon erreicht, tunken ist unbemerkt von einem auch noch im Hause Getreidezoll stimmen. Es ist zu bezweifeln, daß diese feiner Stelle rückt Generalmajor Fitz Roy Hart. m das »Endlichen Soldaten. Obwohl er sofort vermißt wurde, Drohung wirken wird, umsomehr ba es keineswegs aus- ^mmando der 3. Brigade ein. Es ist bisher nicht bekannt ffl , rajenbe Schnelligkeit ber Feuer aus brei tun g jede Möß- gemacht ist, ob die Abgeordneten des Westens alle,amt für morden, ob Mac Donalds Versetzung mit irgend welchen -^cit e rJr Rettung aus. Vorläufige Beisetzung hat so- nne solche Revanchepolitik zu haben sein wurden. Herr Maischen Vorkommnissen zusammenhängt. eben ™ fXli&r &eife ftattficfunlÄ. ». Eynern hat sich von dem Unmut wohl allzusehr hmreißen ^^rd Kitchener meldet: „Seit der letzten Meldung Verbannungen der Gesandten schreiten nach dec lassen. Aber dann hat er nicht unrecht, als er von dem LQben nnsere Truppen 242 Gefangene gemacht, 248 Ge- ata "befriedigend fort. Der Ausschuß für die Fi Kntschluß der Konservativen für die ^pe-Lmie als Basis ^ehre, einige Munition, sowie Wagen und Karren erbeutet, u beendete seine Arbeiten und erwartet Weisungen des Dortmund-Rhein-Kanals zu stimmen, sagte: Das sei Anzahl Buren ergab sich freiwillig." I her reine Hohn! Tenn da die Regierung unbedingt an Tie gestern von uns mitgeteilte Nachricht aus dem Haupt- & | ' Unterhause erflärte Unterstaatssekretär Met Emsch-r-Linie feiWIt, rote w.-d-r Herr v. Thi-ten km-1quMtieIäGenerals F?-n ch läßt klar ersehen baß (ircu^rneen91blied>ene“ti&ä b igu n a 8 fo r b eru n 8 En-- ftatierte, würde die Zustrniinung der Rechten 5stm ^ort- ^ Säuberungszug" ein für die Engländer keineswegs bbina fei noch nicht enbgiltig festgestellt; sie imund-Rhein-Kanal mit der Bedingung der ^ippe-LiNie l ^.^buliches Ende erreicht hat. Der Widerstand der Buren <7 Entschädigungen der Privatpersonen einschließeu. praktisch ganz wertlos sein. im südöstlichen Transvaal ist durchaus nicht gebrochen, und geroe mtviui y y Beträge der EntschädigungSforder- ------- # . I daß ihre Hoffnungslosigkeit wirklich so groß ist, wie sie ® 1« ^äd)te anzugeben, da mit Ausnabrne Gegen die Novelle zum Weingesetz haben m „ach Aussagen aus Frenchs Hauptguartter sein soll, ist 9 amerikanischen Forderung von 20 Millionen Dollar einer Versammlung in Berlin am,22. d. M. Vertreter des keineswegs anzunehmen. Jedenfalls ist der Einfluß ber b Mächte den Betrag ihrer Forderungen noch deutschen Weinbaues und Weinhandels Verwahrung ein- Führer und ber burischen Zentralregierung nicht nn ge- fefto’efefet hätten. fletegt. Vor allem sei Front zu machen, so führte em ringften erschüttert, und die Sachlage giebt für die Burw- a i r i i v v Washington Wutingfang ” ' gegen die verschärften, den ganzen Stand em- freunde zu pessimistischer Anschauung teilten Anlaß. । , fln bie chinesische Regierung aus, itirollmaßregeln („Ketterkontrolle"). Es, gegen wird in England i>ie ^ittei^ung beä ÄTteg§mln^fter^ arbeU t f[ä ' fei für China Zeit, ben Plan ber Brodick, baß sich in den letzten 10 Wochen die Kosten des worm er , 1 anrunehmen. Ter Gesandte weist Krieges auf durchschnittlich eineinhalb Millionen twen W fanzuneym 'en ben Pfund Sterling pro Woche gestellt haben, n^t em^lenen Re ormen nicht nur keinen gerade freudig ausgenommen worden sein. Z fnX pntaeaenwi’eöen, sondern sogar noch weiter zn Im niederländischen Ministerium des Aeußernsind etwa ^^r^^Ekich de? Errichtung eines auswärtigen Amtes HOO Cntschädigungsforderungen von Niederländern emge-Hetzen hmiiM ch ^r, es solle einem Beamten Ne nichL mr «Ubi«, taMiefet «Beamte rin Geblüt s kammer ru Kapstadt bemerkte der Vorsitzende, der zählen: Ein Abenteuer hatte lungit einer unserer Retter- Handel mit Großbritannien sei sehr gewachsen, dement- Offiziere der m der Heimat ab ^orragendet Herren^ sprechend sei im Handels ve r ke hr mit frembenLandern, reiter bekannte Leutnant Br an dt. Am 14 Rcarz brachte insbesondere mit Teutschlanb, ein starker Rück- er mit nur drei Rettern einen Trupp Gefangener (beim gang zu konstatieren. Mit den Kolonien sei das Handels- Waffenschmuggel abgefaßter Chmefen) nach dangtsun. geschaft fast verdoppelt, namentlich mit Australien und den Plötzlich tauchten in der Nähe eines Dorfes loO mit Lanzen, asiatischen Kolonien. Tas Ende des Krieges werde eine neue Schwertern unb Gewehren bewaffnete Boxer vor ihm aus, Aera bes Aufschwunges einleiten. bie die Gefangenen befreien wollten. Was tyun . . .. Tas aus 106 Mann bestehende Kommando von Nun, der Offizier besann sich nicht lange, vr Bocksburg ergab sich mit Wagen unb Gewehren bei Gefangenen nebst einem seiner Reiter Halt m , ^ren Middelburg. gab letzterem den Befehl, jeden, ber f'A auch den , | mürbe, sofort niederzuschießeu. Er selbst aber winne 'beiden anderen Reitern, und dann ginge in gestreckter Karriere mit lautem Hurra aus die Boxer los. Tas tolle Anreiten versetzte die Kerle in einen solchen Schrecken, daß sie eilends Kehrt machten, und nach dem Dorfe zu ausrissen. Ten meisten gelang es auch, dort zu verschwinden; die Nachzügler aber wurden mit der Lanze niedergestochen. Tann galoppierten die Drei ins Torf, dessen Bewohner sich ihnen, wohl aus Angst vor späterer Vergeltung, freundlich gesinnt zeigten, und sie selbst zu dem Yamen führten, rn dem eine größere Anzahl Boxer Schutz gesucht hatte. Vom Pferde aus war da nichts zu machen. So saß denn Leutnant Brandt mit seinen Leuten ab, drang zu Fuß in das Gehöft ein, und feuerte durch die nur mit Papier beklebten Fenster in das Versteck. In die Enge getrieben, setzten sich die Boxer nun auch zur Wehr, schossen aber zum Glück herzlich schlecht, so daß nur der Reiter Graff leicht verwundet wurde, während der Feind, wie sich später ergab, zwölf Tote verloren hatte. Alle übrigen Boxer hatten es vorgezogen, gegenüber einem solch furchtbaren, „drei Köpfe starken" Gegner abermals Fersengeld zu geben, und waren durch die hinteren Ausgänge des Aamens entkam menAehnlicher Attaken wie die vorgezählte lieh sich noch eine ganze Reihe anführen. So die des Leutnants Düster berg, der auf dem Marsch von Pachu nach Paotingfu weit seitwärts hinausgeschickt, mit seiner drei Mann starken Patrouille auf eine große chinesische Karrenkolonne unter starker militärischer Bedeckung stieß, die vor ihm — ausriß. Erst schoß er den kommandierenden chinesischen Offizier aus dem Sattel, dann noch mehrere Mann der Bedeckung, nahm ihnen darauf zwei Karren weg und fand schließlich als deren Inhalt, unter Uniformstücken und Decken versteckt, für 50000 Mark Silberstufen, mit denen er auch glücklich zu seinem Truppenteil gelangte. Deutsches Reich- Berlin, 22. April. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute nachmittag in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin Heinrich an Lord der Segel-Aacht „Iduna" eine Fahrt in See, von der sie abends 7 Uhr zurückkehrten. Die Herrschaften begaben sich alsdann an Bord des „Kaiser Wilhelm II." Der Kaiser ist alsdann nach Dresden abgereist, um König Albert von Sachsen zu dessen 73. Geburtstage persönlich zu beglückwünschen. Der Monarch wird noch an demselben Abend die Wetterreise nach Bonn fortsetzen. Die Ankunft in der rheini- fchen Musenstadt ist auf Mittwoch, vormittag 10 Uhr festgesetzt. Am Donnerstag wird der Kaiser voraussichtlich einen Ausflug in das Siebengebirge unternehmen und sich alsdann in Begleitung des Kronprinzen nach Schloß Friedrichshof zu einem Besuche bei der Kaiserin Friedrich begeben. In Eisenach wird der Kaiser am 27. d. Mts. erwartet. Im Anschluß an den Aufenthalt auf der Wartburg ist ein Besuch gräflich v. Görtz'scheu Familie auf der Hallenburg in Schlitz geplant; der gegenwärtige Chef dieses Hauses ist bekanntlich ein Jugendfreund des Monarchen. Dort finden zunächst Auerhahnjagden statt; doch dient der Aufenthalt in diesem idyllisch gelegenen Fleckchen Erde dem Kaiser zur Ruhe und Erholung. ’ — Die Kaiserin hat zum Bau einer dritten jüdischen Altersversorgungsanstalt in Berlin dem Vorstand der jüdischen Gemeinde 2000 Mk. überreichen lassen. In der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde wurde gestern der hochherzige SchenkungSakt zur Kenntnis gegeben und in den daran geknüpften Ansprachen und Reden wurde betont, wie dankbar gerade in heutiger Zeit die Huld der Kaiserin, die sie der jüdischen Gemeinde zu erkennen gegeben, aufzunehmeu sei. Auch wird mitgeteilt, daß die Spende von einem huldvollen Handschreiben begleitet gewesen sei. — An den Architekten Bodo Ebhardt richtete der Kaiser in Sachen der Hohkönigsburg ein Schreiben, in dem es heißt: er hege die feste Zuversicht zu E's. bewährter und gewissenhafter Arbeitskraft, die dazu verhelfen werde, „'inen des deutschen Reiches würdigen Wiederaufbau der herrlichen Burg durchzuführen, der uns Zeitgenosieu des 20. Jahrhunderts zeigen wird, wie die Vorväter einst gebaut uno ihr Heim einrichteten. Möge der Bau in der getreuen Nachbildung des alten, allen Besuchern der schönen Reichslande eine Quelle steter und stolzer Freude sein und die Erinnerung stärker an die großen Geschlechter, welche dort einst die Blüte deutscher Kultur und deutscher Ritterschaft gepflegt haben." — Der Geh. OberregierungSrat des Kultusministeriums Dr. Ren Vers ist zum Regierungspräsidenten von Arnsberg ernannt worden. Potsdam, 22. April. Die Königin Emma der Niederlande ist heute abend hier eingetroffen. Cronberg, 22. April. Kaiserin Friedrich unternimmt täglich Spazierfahrten zu Wagen in die nächste Umgebung und dehnt diese häufig auf 2 Stunden aus. Der Geburtstag der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen ist heute auf Schloß Friedrichshof in engstem Kreise gefeiert worden. Ausland. London, 22. April. Der „Birmingham Post" zufolge soll der Zar einem seiner Verwandten in Kopenhagen die Idee einer Versammlung aller europäischen Monarchen daselbst, die im Spätsommer oder Herbst stattfinden würde, mitgeteilt haben. Eine derartige Versamm lung, zu welcher der König von Spanien als Minderjähriger nicht eingeladen und der Sultan sicher nicht erscheinen würde, hätte nach Ansicht des Blattes wohl wenig mehr praktischc Bedeutung als die Haager Friedenskonferenz, doch könnte der Zar meinen, daß eine persönliche Unterredung der Monarchen über die verschiedeneu internationalen Gegenstände, an denen sie alle in verschiedenartiger Weise interessiert find, einige gute Resultate haben könnte. Bezüglich dieser Idee seien bisher nur Sondierungen erfolgt; sollten diese kein beftie. digendeS Resultat haben, so werde man nichts Offizielles über die Angelegenheit mehr hören. Paris, 22. April. Der Unterrichtsminisier richtete ein Rundschreiben an die Rektoren der Mittelschulen, worin er tadelt, daß seit mehreren Monaten versucht wird, die Schüler >n Vereine und Verbindungen hineiuzuziehen, die offen oder verschleiert Politik treiben. Der Minister v-rfügt, daß die Schüler überhaupt keinen Vereinen mehr angchören dürfen. Rom, 22. April. Dem „Avanti" zufolge ist in den Kassen oer römischen Stadtverwaltung ein großer Unterschleif entdeckt worden. Von den für die Volks zählung auSgeworfenen Geldern ist ein Betrag vou 80,000 Lire nicht mehr nachweisbar. Prag, 22. April. DdS offizielle, von der Statthalterei herausgegebene Tageblatt „PrazSke Novlny" brachte in einem amtlichen Telegramm aus Wien zum Besuch: des deutschen Kronprinzen am österreichischen Kaiserhofe die merkwürdige Nachricht: „Am 14. April wird der Prinz einer heiligen Messe im evangelischen GotteShause beiwohnen." Belgrad, 22, April. Hier sind ein Moskauer und ein Pariser Gynäkologe, sowie eine Hebamme und eine Amme aus Moskau eingetroffen. In unterrichteten diplomatischen Kreisen wird versichert, der Zar werde die Pathenschaft bei dem zu erwartenden Kisnde der Königin Draga übernehmen und einen Großfürsten als seinen Vertreter hierher senden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. April 1901. ** Der Präsident des Finanzministeriums Gnauth, der, wie wir gestern meldeten, hier weilte, ist heute morgen 725 wieder abgefahren. •* Personalnachrichten. Der Großherzog hat den Miuisterialrevisor bei dem Ministerium der Finanzen Philipp FritzgeS zu Darmstadt, unter Belassung des Titels „Ministerialrevisor", zum Sekretariatsasststenten bei dem Ministerium der Finanzen, den Geometer 1. Kl. Wilhelm Koch zu Darmstadt zum Ober-Katasteringenieur bei dem Katasteramt, den Hauptsteueramts Assistenten bei dem Hauptteueramt Darmstadt Franz Schenkelberg zum Revifions- kontrolleur bei dem Hauptsteucramt Offenbach, den Steuereinnehmer des Steueramts Viernheim Georg Ruhl zum Assistenten bei der Bezirkskasse I zu Darmstadt, den Stations- assistenten bei der Station Darmstadt der Main-Neckar- Eisenbahn Karl Bonn zum Vorsteher der Güterabfertigung Darmstadt dieser Bahn ernannt, den Steuerkommissär des Steuerkommissariats Beerfelden Karl Schneider in gleicher Diensteigenschaft in das Steuerkommissariat Seligenstadt versetzt. — Der Großherzog hat dem Brückenmeister Heinrich Kissel zu Oppenheim aus Anlaß der Feier seines )0jährigen Dienstjubiläums die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Die Kompagniebefichtiguugea nehmen morgen vormittag aus dem Trieb (Exerzierplatz am Philosophenwald) ihren Anfang und werden bis Freitag dauern. Heute morgen ;at sich Generalmajor v. P l ö tz mit dem Regiments-Kommandeur v. Dewitz nach Butzbach begeben. •VA. Kreisausschuß. In der am Samstag abgehaltenen Sitzunjg wurde zunächst die Entscheidung verkündet jn der Beschwerdefache der Gewerkschaft Gieren e r B r a u n st e i n b e r g w e r k e, vormals Fernie, die ich gegen die Zuziehung zu den Umlagen der Gemarkung Schiffenberg mit der Begründung verwahrt hatte, daß sie nicht Grundeigentümerin sei. Dieser Beschwerde wurde tattgegeben und der Gemarkungsinhaber in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf das Gesuch des K a r l S ch m i t t II in Gießen um Genehmigung zum Schankwirtschaftsbetriebe in dem Hause Neustadt 14. Für dieses Haus hatte bereits im Jahre 1900 der Gastwirt Jörger ein Wirtschaftskonzessionsgesuch eingereicht, welches aber seitens des Kreisaus- chusses wegen mangelnden Bedürfnisses abschläglich be- chieden worden war. Einige Zeit darauf hatte auch Schmitt, in dessen Eigentum das fragliche Haus inzwischen über, gegangen n>ar, um Genehmigung zum Betriebe einer Schankwirtschaft nachgefucht, doch war auch fein Gesuch in Ueber- einstimmung mit Stadtverordnetenversammlung und Polizeiamt abgeschlagen worden, da wegen der großen Zahl der in der Neustadt und angrenzenden Bahnhofstraße bereits bestehenden Wirtschaften ein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft als vorliegend nickft anerkannt werden könne. Schmitt hatte daraufhin Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt. Jn ihr erschienen ein Anwalt des Antragstellers sowie ein Vertreter des Großh. Polizeiamts Gießen. Seitens des Anwalts des Antragstellers wurde vorgebracht, daß sich in der Nähe eine neue Straße gebildet habe und für die dort verkehrenden Arbeiter das Bedürfnis zur Errichtung einer Wirtschaft bestehe. Der Vertreter des Polizeiamts gab zwar zu, daß die Frequenz in fraglicher Gegend sich vermehrt habe, bestritt aber die Bedürsnisfrage für eine neue Wirtschaft. Jn gleicher Weise konnte auch der Kreisausschuß nicht zu der Ueberzeugung gelangen, daß ein Bedürfnis hierzu vorliege. Demgemäß wurde das Gesuch abgelehnt und der Gesuchsteller zur Zahlung eines Aversionalbetrags von 5 Mk. verurteilt. — Hierauf wurde in die Verhandlung betr. die Beanstandung )er Bestätigung der Bürger m ei st erwähl in Ettingshaus en eingetreten. Johannes Keil XVI. von da nmr im vorigen Jahre im zweiten Wahlgange zum Bürgermeister gewählt worden. Gegen diese Wahl war zwar Reklamation eingelegt, diese aber rechtskräftig verworfen worden. Daraufhin hatten drei Einwohner den Antrag geftellt, der Wahl wegen der Persönlichkeit des Gewählten die Bestätigung zu versagen. Es wurden Thatsachen behauptet, die geeignet waren, den Joh. Keil XVI. in ungünstigem Lichte erscheinen zu lassen. Tas Kreisamt war deshalb genötigt, Erhebungen anzustellen, die zur Folge hatten, daß man wegen zweier Punkte es für geboten erachtete, die Wahl vorerst nicht zu bestätigen. Wenn auch nicht in jeder Beziehung vollkommene Klarheit geschaffen wurde, so konnte doch der Kreisausschuß, auf Grund der Bekundungen der Zeugen nicht zu einer Bestätigung der Wahl gelangen. Dementsprechend lautete die Entscheidung, daß der Wahl die Bestätigung zu versagen und die Gemeinde in die Kosten des Verfahrens ;u verurteilen fei. ** Die 42. Generalversammlung der Gewerbebank Gießen, e. G. m. «. H., die am Montagadead im „Einhorn" ftati« sand, war schwach besucht. Der Vorsitzende des AufsiÄtS- rats. Kaufmann C Loos, bemerkte bei Erstattung des JahrcS- beiichtS, daß die politischen Berhältnisie und die schwächere geschästl'che Konjunktur nicht ganz ohne E.ofluß auf die Bark gewesen, sodaß der Zufluß an Barmitteln n'cht immer im gewünschten Verhältnis zum Abgang fLnb; doch könnt-, dank der V rbinduag mit ersten Bankinstituten, dem NeldbedürfniS der Gegossen Rechnung getragen werden. Der Gesamtumsatz hat sich gegen das Vorjahr um zirka 5»/, Millionen Mark erhöht, die Geschäftsanteile der Mitglieder infolge der Erhöhung von 300 auf 500 Mk. um 150,000 Mk. verstärkt. Direkte Verluste im Geschäftsbetrieb erlitt die Bank nicht; der CourS- minberrvert an Effekten im Betrage von zirka 7000 Mk. wird zum Teil aus dem Reservefonds, zum Teil aus dem Rein» gewinn gedeckt. Wie bisher, so wurde auch im vergangenen Jahre die Geschäftsführung in wöchentlichen Sitzungen über» wacht, Kreditgesuche fanden in gemeinschaftlichen Sitzungen mit Vorstand und Aufsichtsrat Erledigung. Der Vorsitzende konstatiert weiter, daß die Verwaltung der Bank gut geleitet wurde, trotz der durch den größeren Umsatz erforderlichen Mehrarbeit. Der Reingewinn hat sich um 6000 Mk gehoben. Die Versammlung genehmigte nach kurzer Diskussion die Jahresrechnung und erteilte dem Vorstand Techarge, ebenso stimmte sie der Verteilung des Reingewinns nach dem Vorschlag dcS AufsichtSrals zu. — Die am 22. April 1900 vorn Verbandsrevisor Diehls aus Kaffel vorgenommene Re- Vision ergab nach dem von demselben erstatteten ausführlichen Bericht die einwandfreie Geschäftsführung der Bank. — Die satzungsgemäß auSscheidenden Auf fichtSratSmitglieder: Spengler- meister C. A. Faber, Kaufmann Louis Fuhr, Justiziar Dr. Gutfleisch, Kaufmann Carl Loos, Rentamtmann i.P. Carl Schmitt wurden wiedergcwählt. (!) Verhaftung. Ein Bettler, der am Samstag in einem Hause der Ostanlage einen neuen Hut von dem Kleiderständer entwendete und an dessen Stelle einen alten schäbigen zurückließ, wurde gestern abend verhaftet. Bei der Arretierung befanden sich in seinem Besitz ein Ebenholz st ock, sowie eine Weckuhr. Beides hat der alte Fechtbruder zugestandenermaßen gestern ober vorgestern hier ober in Großen Linben ober Klein-Linden, wo er ebenfalls gebettelt hatte, mitgenommen. (!) Krämpfe. Gestern nachmittag verfiel ein Arbeiter in der Frankfurterstraße in epileptische Krämpfe, er erholte sich jedoch bald wieder. 8- Im evangelischen Arbeiterverein hielt am Sonntag Revisor Scherf von Darmstadt einen etwa l1/, stündigen Dortcag über das „Jnvalidenv ersicherungSgesetz und eine Wirkungen". Zunächst gab der Referent einen Ueberblitf über die Entwickelung unserer sozialen Gesetzgebung und besprach dann in eingehender Weise das Gesetz elbft. Zum Schluffe ging der Redner auf die Arbeiter- Wohnungsfrage über und erwähnte hierbei auch die in vieler Beziehung als Muster dienenden Arbeiterwohnhäuser n der Landmannstraße hier. — Allgemein wurde der Wunsch ausgedrückt, daß derartige Vorträge zur Belehrung der Stier» rcherlen öftn§ gehalten werden müßten **x. Schweizer Singvögel. Im Eafe Leib konzertierte gestern abend die Sängergesellschaft „Schweizer Singvögel". Leider war der große Saal sehr schwach besetzt. Von den dargebotenen Siebern fanden die meisten großen Beifall, sodaß oft Zugaben gemacht werden mußten. Die Gesellschaft verfügt über ganz gute Stimmen, namentlich im echt schweizerischen Jodeln leistet sie Vorzügliches. Henle abend findet wieder ein Konzert statt. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Nummer. -f- Heuchelheim, 21. April. Heute bewegte sich ein großer Leichenzug durch unseren Ort. Er galt dem am 17. April in Ausübung seines Berufes in der Brauerei Dichter verunglückten Hch. Kr ö ck VI. die letzte Ehre zu erweisen. Die Beteiligung von Verwandten, Bekannten und sämtlichen Bediensteten des Dauses Bichler zeigte, in welchem Ansehen der Vcrstorbenc tanb. Herr Bichler hat die letzten Lebensstunden des Ver- lnglückten durch hervorragende Opferwilligkeit wesentlich er- eichtert. Eine Witwe und zwei unmündige Kinder haben hren Ernährer verloren. + Gedern, 22. April. Verfloffene Woche kam wieder auf Station Gedern ein Waggon junger Fichtenpflavzen für )ie Oberförsterei Grebenhain an, die zur Verteilung für die Oberförsterei, viele Gemeinden in hiesiger Gegend und Privaten gelangen. Die Bestellung geschieht, wie schon seit einige« Jahren, von Seiten der Oberförsterei aus, um so bedeutende Fracht zu ersparen. Viele Gemeinden bekommen alljährlich ziemlich hohe Summen als Beiträge zur Aufforstung von Seiten des Staates. Die Fichtenpflanzen kommen aus West- alen. Man sieht gegenwärtig mitunter ganze Familien auf Höhen, Oebländereien, schlechten Wiesen u. s. w. mit dem Setzen dieser Fichtenpflanzen beschäftigt. ES soll die« den »esten Ertrag geben für unsere Gegend, da die Landwirtschaft ich kaum noch rentiert. Wir werden hier in einigen Jahren wieder halbe Urwälder sehen. § Ilbeshausen, 22. April. Mehrere Schüler spielten gestern in der Nähe unserer Kirche. Ein lOjäbtiger Knabe latte eine sogenannte Holzpfeilfiinte. Er sprach zu seinem Kameraden: Soll ich einmal schießen? darauf drückte er los und traf den anderen so unglücklich in daS eine Ange, daß dieses schwer verletzt wurde. Durch den Arzt würbe fest- gestellt, daß das Auge verloren sei, daS Lind mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werben. -tz- Ranstadt, 22. April. In unmittelbarer Nähe des hiesigen Stationshauses wurde heute, nachmittag ein Rad- fahrer von einem schwer beladenen Frachtwagen Überfahren. Er erlitt schwere innere Verletzungen. Nach Aussage des Arztes wird er schwerlich mit dem Leben davon kommen. Ec ist in die Klinik nach Gießen gebracht worden. z. F r a n f f u r t a. M., 22. April. Tie Zahl neuer Tiere, die in der letzten Woche in den Zoologischen Garten gelangten, war ganz besonders groß, und wir befchränkeTr uns hier daraus, einige Arten zu "hennen, die uns besonders auffielen. Ter neue männliche Silberlöwe, bei 1SM ei’" *5 Ns-Äu 5 'Stent W* ÄtoW “ belI"d L de" neuen SerM’E Sen Der-", f;;,s sahen tmr «AmtgemwS W trüge". 6 fWiS a*rwU ,11 der M Melgelenl Mai fcäftig ausgesuhrte iu treiben sucht- «J Bogel wurde vorla gebracht ' - meine W Bor einigen Tagen bad) sein 25Wg' schmeichle bei dic Wohnung unter Ai Großherzo? in flnt: verliehene Dekorati einiger Zeit zugestos persönlich zu danket das Wort und ba Sonntag wurde be: aus Darmstadt, Darmstadt mitmacht« Schlaganfall betroff« |ti mr «11 Tas Ende bereits anderthalb L gebaute abfpielt, lich den 2. Mai fj dem Vernehmen nc lastungszeugen voi imsaufnahme kaut Aaidoyers dürften, des Umstandes, bi leidiger zum Wort Tage in Anspruch ten Plaidoherv das ter Gerichtshof übe immer 32 Wngellu Prozesses ist dch heute erscheint z- Mng-fieiwUbgru ' I’eier verlangte 1: irurf. Dort sei er gab an. daß er an untauglich erllärt 7 Präsident: luchungsrichter ha lool c in bie 'M Mt richtig, ich hat Generalarzt Ä d'^-ß'U aber fJnp Präs »ran Weitere' ^ilteiL^ tett- Deutung b-j be$ her ki bet Tüll Morl^l . UnterMbach «"ch s^-Ssr' vten. te- er n> MK nun?*'; ""Aich Ak ich AU Uhr «in be- yctier des staatucheu WaffecbaueS, narb in allernächster Zeit Der Kapitän zur See aus seinem Amte scheiden. die der ein 26. das viel für Tr. Per llkue Elberfelder MitalbrsremusL-Nrsjkß. ix. Elberfeld, 22. April. Getaufte. MittbÜusgemeLndr. Den 14 Avril. Dem Rangiermeisttr Karl August H nrarn ein Sohn, Wilhelm Emst Johannes, ßtloren den 17. Januar. Denselben. Dem Lchlossermeister Hermann Llyerzapf eine Tochter, Marie Margarethe Johanna Auguste, geboren den 9. März. Den 17. April. DemSchristsetzrr Wilhelm Lenz ein Sohn, Daniel, geboren den 26. März. o. Usedom, der bisher dem Stabe des Generalfeldmarschalls Waldersee zugeteilt war, ist abberufen worden, da ein Zu- ammenwirken von Armee und Flotte in China nicht zu erwarten ist. St. Berlin, 23. April. 12,15 Uhr. In parlamentarischen Kreisen verlautet mit aller Bestimmtheit, daß trotz offizieller Ableugnung die Reichsregierung entschlossen sei, dem Reichstag in der nächsten Session eine Borlage über eine Erhöhung »er Bier st euer zur Deckung der im nächsten Jahre auftretenden Mehrausgaben einzubringen. St. Kiel, 23. April. 12,05 Uhr. Auf dem Kreuzer .»Jagd- brach Feuer aus, VaS jedoch bald gelöscht werden konnte. Das Schiff hat seine Uebungsfahrt fortgesttzt. W. München, 24. April, 2 Uhr 10 Min. Der stell- vertretende BundeSratS-Bevollmächtigte, Ministerialrat Ritter von Schnell, ist gestorben. Aussig aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. MarkuügrmeindL. Den 14. April. Dem Damysbaggereibesttzer Konrad Ratsamen Sohn, Konrad, geboren den 29. November. LukaSßemeind e. Dm 14. April. Dem Gloßherzoal. Ober'äister Wtlhttm Schlag Sohn, Karl Christian, Friedlich Ludwig Wilhelm, geboren den Mannheim, 23. April. Der Mörder Heckmann wurde vom Schwurgericht zum Tode verurteilt. Berlin, 23. April Gegenüber der Blättcrmeldvr g. daß ne Akten über Weiland in Bremen bereits dem Reichsgericht eingesandt seien, konstatiert die „Natlib. Korresp.", »aß die Voruntersuchung noch nicht abgeschlossen Im weiteren Verlaufe der heutigen Verhandlung wurde noch über einige verjährte Fälle verhandelt, in denen Bau, mann und Dieckhoff als Freimacher thätig gewesen waren. Auf Antrag der Verteidigung wurde beschlossen, Regiment in Osnabrück um Auskunft zu ersuchen, wie Einjährige aus hiesiger Gegend von Dr. Schimmel dienstuntauglich befunden wurden. Und wie viele, als Schimmel nicht mehr in Osnabrück musterte. Alsdann wurde die Verhandlung auf Dienstag 9 vertagt. 17,50 Mk., do. frei hier 17,50 Mk, do. La Plata und Kansas '("ebn ich« Sßeij.-n» 17,60—18 Mk., do. Redwin!« und russische Sorten (flebtueii-er W-.'zen) 17,60 — 18 Mk. Roggen hies. 14,75 Mk. Braugerste, Wlt. rauer gelb und unegal) 16,50 Mk., do. Franken (Ochsenfurter Gau) I .50 bis >7,75 Mk., Pelzer und Ried 17,50-17,75 Mk baser (je nach Qualität, exquis. 25—50 Pfg. über Notiz) 14,25—14,75 Mk. Mac (gesundes nnxeo) per März April 11,40 Mk, Weizenkleie 9,25—2,50 Mk , RvggenNeie 10 10,25 Mk. Malzkeime 9,75—10 Mk. Getrocknete Biertreber 10,50 bis 10,75 Mk. Spelzspreu pr Ztr. ca 2-2,25 Mk Last Hülsen pr. Ztr. —Mk. Roggenstroh (Handdrusch) 2,60—2,75 Mk. Weizen, mehl (automat.) 0 25,50—26 Mk., I 23,50—24 Mk, HI 21,50 bi« 22 Mk., do. exqutl. Qualität pr. Sack 1,50-2 Mk. üb« Notiz, Roggen« mehl 0 22,50 23.50 Mk., 0/1 1.25 - 1,50 Mk. darunter Torsstreu pr. Ztr. 1,25 Mk Die Preise verstehen sich pr. lOOfigr. ab hur, häufig auch loco auswänig« Stationen bei mindesten« 10000 Kgr. Neueste Weisungen. (Telephon Meldungen des „Gießemr Anzeigert".) März. Denselben. D^m Sattler Ludwig Belloff ein Sohn, Reinhard Prtrr Karl Olts, geborm bin 6. März. Arbeiterbewegung. Monetäre le§»m1ues, 22. April. Die Streikenden lehnten die Vorschläge der Regierung bezüglich der Unterbringung der Streikenden in anderen Werken einstimmig ab. Den 13. AprU. August Fr Kor ich Lautb Es-.ntiä^er, cdjreiner Lollar, und^Julia^e Jung, Tochter des verstorbenen Acke^h. anneS Ehrtstoph Jung ll- zu Part^. 8t. Berlin, 23. April. Die Morgenblätter melüen, daß bayerische Regierung für die Frage der E Höhung Getreidezölle einer längeren Prüfung bedürft, und daß sie kaum vor Eude dieses Jahres sich darüber äußern könne. Wie unser Spezial-Berichterstatter aus den Kreisen der bayerischen Gesandtschaft hört, ist Die bayrische Regierung nicht geneigt, einer wesentlichen Erhöhung der Getreidezölle zuzustimmen. — Der Dbecbaudircktor Professor Kummer, der 1. technische Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 22. April. Im Zentralausschusse der Reichs bank erklärte heute bet Bizepräses Gallenkamp, der Bankstatus habe sich wesentlich gekräftigt, sodaß, da namentlich auch der Goldvorrat gegenwärtig groß sei, die Diskontermäßigung aus den seit fast zwei Jahren nicht mehr in Geltung gewesenen Satz von 4 Proz. erfolgen könne. Berlin, 22. April. Die »Voss. Ztg." ist in der Lage die Gerüchte als richtig zu bezeichnen, wonach der Aufsichtsrat der Diskontogesellschaft am 25. April die Frage beraten wird, unter welchen Modalitäten bte der Diskontogesellschaft vom Hause Rothschild zu überweisende Geschäftsthätigkeit zu übernehmen sei. Au« Äontur* der Deutschen «rundschuldbank. Rach em« Meldung der „Voff. Ztg." hat der Konkursverwalter Fischer in Sachen der Deutschen Grundschuldbank Frau Oppenheim Cohn zu Dessau, der Tochter und Erbin des verstorbenen Baron Lohn, den Zahlungsbefehl wegen Regreßansprüchen der Bank in der Höhe von 3 Millionen Mark zustellen lassen, um die Verjährung zu unt«brechen. Die Verklagte hat alsbald Widerspruch erhoben. D'e Gerichtskosten für diesen Zahlungs- befehl allein betragen 3000 Mark- In gleicher Höhe ist noch kein Zahlungsbefehl am Berliner Amtsgericht vorgekommen. View LaMl«, 22. April. Dre Versammlung der Delegierten der Grubenvereme von Northumberland, welche heut- hi« stattfand, nahm eine Resolution an, in welcher der Entschluß ausgedrückt wird, mit den anderen Grubenvereinen zusammenzugehen, um das Kohlengeschäf* Englands zum Stillstand zu bringen, wenn nicht d« Kohlen- ausfuhrzoll roteb« aufgehoben würde. Märkte. «letzen, 20. April. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butt« p« Pfd. JO 1.00—1.10, Hühnereier per ©i. 0—0 j), 2 St 10-11 Entenei« 2 St 12—13 Gänse« ei« p« St 10-11 4, Käse 1 St 5-8 «$, Käsematte 2 St. 5-8 d. Erbsen per Liter 22 $, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar M 1.00—1.20, Hühn« per St. JC 1.50—2 20, Hahnen per Stück M 1.50—2.00, Enten p« St. JC 2.00—2 30, Gänse per Pfd. JH, 0.00 bir e.OO, Ochsenflessch p« Pfd. 68—74 4, Kuh. und Rindfleisch p« Pfund 60—64 Schweinefleisch p« Pfd. 64—74 , Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 «j, Kalbfleisch p« Pfd, 60—66 , Hammelfleisch per Pfd 50—66 4, Kartoffeln p« 100 Kilo 6.50—7.60 Jl, Weißkraut per St. 00—00 4, Zwiebeln p« Ctr. JC 6.50—7.50, Milch p« Liter 18 . Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. — Fronkfurter Getreidemarktdericht vom 22. April. Mt Ausnahme größerer Distrikte Norddeutschlands sind die Ernteausfichten auf der ganzen Erde befriedigend, und der in Deutschland in Aussicht stehende Minderertrag ist nicht «heblich genug, um einen wesentlichen Einfluß auf dre Preisbildung im Weltmarkt zu haben. Weizen war trotz schwachen Verkehrs bei mäßigem Angebot fest. In Roggen war das Geschäft m engen Grenzen. Gerste: Die Mälz«eikampagne naht ihrem Ende. In Hafer unwesentliche Schwankungen. Mais verkehrte in ruhigem Tempo. Für sonstige Futterstoffe bleiben Offerten sehr zurückhaltend. In Spelz preu Heu und Stroh wenig Umsatz. Mehl wurde auf dem seithettgen chwachen Niveau gehalten. — Weizen ab uns«« Gegend 17,40 bis Krieskasten der Redaktian. Deutsch nationaler Kaudtungsgehilsen-Aervaad, Ortsgruppe Hießen. Da Ihre heute an uns gelangte Erklärung leit e Nam ns- unteischnft trägt, so bedauern wir, die Veröffentlichung ablehnen zu müssen, zumal uni« Berichterstatter Ihren Ausführungen wiederstricht. lidj, daß Mörschbach damals wegen allgemeiner Körper- schwäche bienfhintauglid) gewesen sei. — Pros. Dr. B o - land (Bonn) vermag sich diesem Gutachjten nicht anzuschließen. Generalarzt Dr. Stricker: Cs werbe jetzt in Erwäg ung gezogen, das erste Gestellungsjahr in das 21. Lebensjahr zu verlegen, da junge Leute von 20 Jahren vielfach noch nicht die gehörige Muskelstärke haben. Er befürworte diese Einrichtung, diese würde für Westfalen, insbesondere für Gegenden der Eisenindustrie, von höchster Bedeutung sein. Er halte es auch für wahrscheinlich, daß der Zeuge in seinem Gestellungsjahr wegen allgemeiner Körperschwäche für dienstuntauglich erklärt inerden mußte. Im folgenden Jahre wäre der Mann vielleicht diensttauglich gewesen. Es wird alsdann Fabrikant Waller (Barmen) als Zeuge vernommen. Dieser giebt nach längerem Zögern zu, er habe gehört, daß Baumann in Elberfeld junge Leute vom Militärdienst befreie. Er habe daher dem Walter und auch einigen anderen Leuten gesagt, sie sollen sich an Baumann wenden, er habe nicht geglaubt, damit etwas Unrechtes zu begehen. — Präs.: Ich muß Ihnen bemerken, iuerni die Sache nicht verjährt wäre, dann würden Sie nicht als Zeuge erscheinen, sondern hier aus der Anklagebank sitzen. fcAjsS I- unb bi, .?*«- L'Etz Äy «n! nl4t. S8«' '«iS ! F Mt ;.U”IQ6 «forbttliitj, ** M 6000 Ml 7° «««DeWiiM nad) « cun 22. rpul 1900 ^genommene Sie. ^statteten aussühchchtll nn9 der Bank. - Dir USmtgli?drr:Shrvplti Fuhr, Ouftij-at uttntamtDtann i.P t. der am Samstag in 'Hut von dem Lleider. : einen alten schäbigen • Bei der Arretierung benholzstock, sowie htbruder zugestandene:, »der in Großen Linden leit hatte, mügenomm verfiel ein Itbtiit: in ische Stampft, er Plaidoyers dürften, angesichts der Fülle des Materials und des Umstandes, daß zwei Staatsanwälte und acht Verteidiger zum Worte kommen werden, tnindestens zwei volle Tage in Anspruch nehmen. Es ist nicht zu erwarten, daß den Plaidohers das Urteil auf dem Fuße folgen wird, zumal der Gerichtshof über die Schuld bezw. Nichtschuld von noch immer 32 Angeklagten zu entscheiden hat. Der Abschluß des Prozesses ist daher kaum vor dem 10. Mai zu erwarten. Heute erscheint zuerst als Zeuge Handlungsgehilfe Ernst Morsbach (Barmen). Er habe das Zeugnis für den einjährig-freiwilligen Dienst. Er beaab sich zu Baumann. Dieser verlangte 1500 Mk. und fuhr mit ihm nach Osnabrück. Dort sei er von zwei Merzten untersucht worden. Er gab an, daß er an Rachenkatarrh leide. Er wurde für dienstuntauglich erklärt. Er zahlte dafür an Baumann 1500 Mk. - Präsident: Bei Ihrer Vernehmung vor dem Unter» suchungsrickter haben Sie gesagt, Baumann äußerte, er wolle in die Privatwohnung des Arztes zunächst gehen. Zeuge: Wenn ich das gesagt haben sollte, dann war das nicht richtig, ich hatte nur die Vermutung, daß Baumann in die Privatwohnung des Arztes ging. Generalarzt Tr. H ex t e r : Von dem Generalarzt der Armee sei ihm mitgeteilt worden, daß im Jahre 1885 an das Kriegsministerium ein amtlicher Bericht eingegangen sei, der besagt: In dem Bochumer Prozeß sei festgestellt worden, daß Freimacher, um ihrer Zbundschaft zu imponieren, vorgaben, mit Militärärzten in Verbindung zu stehen. Diese Leute begeben sich mit ihren Kunden vor das Haus des Militärarztes, lassen die jungen Leute vor dem Hause warten und fomnien nach einiger Zeit mit dem Bemerken zurück, sie hätten die Sack)e mit dem Arzt abgemacht. Es wurde jedoch schließlich festgestellt, daß diese Freimacher die Wohnung des Arztes nicht betreten und niemals mit diesem gesprochen hatten. — Präs.: Ter Bochumer Prozeß hat mit dem vorliegenden Falle nichts zu fljun. — Generalarzt Dr. Werter : Ich hielt es für nötig, dies hier mitzuteilen, da es ein Bericht des Kriegsministerin ms ist. — Präs.: Für den gegenwärtigen Fall hat es aber feine weitere Bedeutung. — Verteidiger Justizrat Kranz: Tie Verteidigung ist der Meinung, daß diese Mitteilung des Herrn Generalarztes von sehr großer Bedeutung ist. Baumann bemerkt auf Befragen des Präsidenten, er fei vor etwa drei Juhren auf dem Bahnhof in Osnabrück gewesen, die Stadt Osnabrück habe er niemals betreten, der Fall Morschbach sei ihm vollständig unbekannt. Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Spieß: Ich weiß mich ganz genau zu erinnern, daß der Zeuge sagte, Baumann erklärte, er wolle in die Privatwohnung des Arztes -ehen. Oberstabsarzt Dr. Schimmel erklärt, daß dieser Fall chrrakteristtsch für das Vorgehen Baumanns ist. Er weiß genau, daß der Mann zur reitenden Artillerie nicht tauglich ist, deshalb fährt er mit demselben nach Osnabrück und giebt vor, er gehe in die Privatwohnung des Arztes, um mit diesem Rücksprache zu nehmen. Wenn Baumann mit mir in Verbindung gestanden hätte, dann brauchte er nicht selbst nach Osnabrück zu kommen, dann hätte eine Empfehlung genügt. — Präs.: Baumann soll zu dem Zeugen gesagt haben: er wolle in die Privatwohnung 'des Arztes gehen; heute sagte allerdings der Zeuge, .er habe nur vermutet, daß Baumann zum Militärarzt gehe. — Dr. Schimmel: Die Freimacher wenden alle möglichen täuschungsmittel an, um ihren Kunden zu zeigen, daß flie für das viele Geld etwas thun. Ich habe vorgeschlagen, Las Dienstmädchen, das acht Jahre bei uns war, zu vernehmen Wie ich. gehört habe, ist aber das Mädchen nur vmeidlich vernommen worden. ^reiswundarzt Dr. Wolff (Elberfeld) hält es für mög- ita hielt am Sonntag in etwa P/, stündigen icheruniftgefthund ib btt Referent einen serer sozialen Gesetz, nbtt Weise dos Gesetz auf die Arbeiter. inte hierbei auch bit in ttt Arbeitelwohnhäuser ein wirbt bertDunfä r Belehrung der Ler« n Mlschch „Schweizer aal sehr schwach besetzt den die meisten großen t werden muhten. M - Stimmen, namentlich sie Vorzügliches. heM rtt Wir verweisen au, e bewegte sch ein * It dem am H. *PnI ™ ,rei stiftet verunglück sen. Die Beteiligung m L(n Bediensteten W & »«Ä Lkbevsstiinden W Hirt#*** äV eW* wie sch°" ' Mutende a^Ä'li4 * '“““»il««a,f otet g°«! “ „it bi« Lkss i i«h6i« t °«rb- ' * 'L- SJtrW“" b<« ie * ,, fitffr StA«** Tas Ende des Militärbefreiungsprozesses, der nun reits anderthalb Wochen lang sich im hiesigen Landgerichtsgebäude abspielt, ist noch kaum abzusehen. Bis einschließlich den 2. Mai sind von Amts wegen Zeugen geladen. Da dem Vernehmen nach die Verteidiger noch eine Anzahl Entlastungszeugen vorzuschlagen gedenken, so dürfte die Beweisaufnahme kaum vor dem 4. Mai beendet werden. Tie übrigens ganz zahm zu sein scheint, vertritt die rote Rasse dieser Raubtierart. Tie afrikanische Riesenschlange, die am Freitag eintraf, ist ein ungewöhnlich großes Exem plar der „Assala". Ein Tapir aus Amerika wurde jetzt dem lange vereinsamten Weibchen zum Genossen gegeben, und ein Helmkasuar mit prächtig siegellackrotem und hhacinthblauem Halse stammt von der Gewürzinsel Eeram Ein junger Molukkenhirsch hat das gleiche Vaterland, das mit dichtem Urwald bedeckt ist, und da in solck)er Umgebung ein weit ausgelegtes, vielverzweigtes Geweih hinderlich wäre, so treibt der Kopfschmuck der Molukkenhirsche, »viewohl er beträchtliche Schwere erreickst, nur je 3 Enden. Unter den neuen Papageien befindet sich die kleinste Art dieser Tiergrnppe, der Sperlingspapagei, der kaum Meisengröße, also noch nicht die eines Jnseparabel erweist Unter den Tieren, die zum ersten Male in Frankfurt ausgestellt sind, sahen wir ein paar Riesenreiher, über meterhohe Vögel, mit gewaltigen Schnäbeln, Die eine Respekt einflößende Spitze tragen. Ein Schlag mit dieser Waffe genügt, ein kleines Säuyetier sofort zu töten. Auf ganz andere Weise ist der brasilianische „Wehrvogel" geschützt, dem aus dem Flügelgelenk zolllange Hornzapsen »vachsen, die er durch kräftig ausgeführte Flügelschläge dem Angreifer ins Fleisch zu treiben sucht. Ein schönes Paar dieser etwa gänsegroßer Vögel wurde vorläufig neben den Känguruharten untergebracht. •• (Weine Mitteilungen aus Hessen und den NachSarssaateu. Bor einigen Tagen feierte Bürgermeister Rausch in 3eil« dach sein 25jährigeS Dienstjubiläum. KreiSrat Dr. Melior überreichte bei dieser Gelegenheit dem Jubilar in seiner Wohnung unter Anwesenheit des Gemeinderats die ihm vom Großherzoz in Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste verliehene Dekoration. Da der Jubilar durch einen ihm vor einiger Zeit zugestoßeuen Unfall sich nicht ganz wohl befindet, persönlich zu danken, so ergriff sein Sohn, Lehrer Rausch, daS Wort und dankte im Namen seines Bakers. — Am Sonntag wurde der Hofmöbelfabrikant Philipp Bechtold aus Darmstadt, der eine Tour der AipenvereinSfektion Darmstadt mitmachte, beim Mahle in Jugenheim von einem Schlaganfall betroffen und war sofort tot. JobOuneSgemriad:. Den 14. April. Dem Schneider fceinri# Müller eint Tochter, Marie Elise Katharine, geboren den 9. September 1900. Dil. Elisabeth Bauer, geb. Bömberg, E^stau les MustkcrS und Instrumentenmachers Ferdinaud Bauer, 48 Jahre alt, starb den 17. April. Die Stadt SLckngen mvasstng KeschZsttgt m? b n. Vermischtes. ^Altenburg, 21. April. .Hier läßt der böse „F l a ch s- mann" die Gemüter nicht in Ruhe. Einer ^nnstanstalt, die in ihrem Schaukasten eine Ansichtspostkarte mit der Phowgraphie des Flachsmanndarstellers, Regisseur Albert am Hofthcater, und dem zugehörigen „Jawohl, Herr Schulrat" aufgestellt hatte, ging seitens eines Rektors das Ersuchen zu, die „Flachsmannpostkarte" unverzüglich aus dem Kasten zu entfernen, widrigenfalls bei der Polizei Beschwerde geführt würde! * Freiburg i. B., 22. April. Hier ist ein Terti. an er des Gymnasiums verhaftet worden unter dem Verdacht, den Brand im Musikzimmer des Gymnasiums aeleat zu hab»n.______________ Gerichtssaai. Düsseldorf, 22. April. Wegen Entfernung aus dem Heer und Gehorsamsverweigerung wurde heute vom Kriegsgericht der 14. Div.sion der Leutnant v. Bielitz vom 16. Jnf.-Regiment in Köln zu 4 Monat Festungshaft verurtellt. Dresde«, 22. April. Graf Walther Pückler, der bekannte Antisemit, sollte sich heule vor dem hiesigen Landgericht wegen eines Der gehens gegen § 130 des Strafgesetzbuchs (Aufreizung zum Klaffenhaß) ««antworten. Er blieb jedoch ohne genügende Entschuldigung dem Te>min fern, weshalb das Gericht einen Haftbefehl gegen ihn beschloß. — Der Stuttgarter Kuppeltiprozeß, der, wie bekannt sein dürfte, für den würltembergischen Ministerpräsidenten Schott v. Schottenstein so verhängnisvoll geworden ist, hat am Samstag ftattgefunben. Angeklagt war der frühere Gastwirt Wiedmayer und seine Frau. Auf di« Zeugenvernehmung des früheren Mintstnpräsidenten und Kriegs mmlst«s sowie zweier in die Angelegenheit gleichfalls »«wickelt« Justizreferendare hatte Vie Verteidigung endgiltig verzichtet. Unter diesen Um- ständen bor die V«handlung des ganz gewöhnlichen Kuppeleiprozesses keme besondere Bedeutung mehr. Wirt Wiedmayer wurde zu 4 Wochen, seine Frau zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. i aw Detter April Frankfurt, den 23 Reichsanleihe . , 98.35 21.-22. »prit Trndenz behauptet 3112 la. holländische «elterswcg 83. Versammlung Zur Notiz l 8109 in der Stadt Cassel Lehrmädchen ges ärtnnnrTaÄrs' Stadt. 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Das diesige Gemeinde backstaus, b«'stehcnd aus drei Zimmern, Küche und Backofen soll anderweit verpachtet werden. Bewerber können dasselbe vorher einsehen und sich bet der unterzeichneten Stelle mel« den. Seit einer Reihe von Jahren wU'de in demselben eine Kundenbäckerei betrieben. Bellersheim, 22. April 1901. Gr.Bürgermeisterei Bellersheim Bopp 3114 sei. Auch hätten die Aerzte ihr Gutachten über den Gesundheitszustand noch nicht abgegeben. Hamburg, 23 April. An Bord des Dampfe'S .Ramona- fand auf der Fahrt ruch Fraserrwer eine Kesselexplosion statt, wodurch zehn Mann getötet und viele schwer verletzt W'Nd-'N. Posen, 23. April. Auf einer Kontrollversammlung ant wartete em polnischer Reservist beim NamenSauf'us nicht »Hier- sondern „Jethem"; er e.hielt drei Tage Arrest. Athen. 22. April. Beiden Ausgrabungen in Aegmo fand man fünf Statuenküpfe von g'vßer Schönheit. Die Köpfe gehören zu den aeginetischen Standbildern, die sich in der Münchener Glyptothek befinden. Wien, 23. April. Ter Landesschulrat versagte der IDamstM P ndmarkl 1 - » Mk. 1, «Stück Der Stadt Auflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt von Heinrich Kempf, 3$lrt-5>rptt, 8118 Ludwigstraße 26, bei. Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen. ütethiHslritkereil Im Stricken u.Anstricken von Strümpft« empfehle ich mich ange eg<»n lickst- habe ich stets vorrätig 364 Ernestine Hopfner Grnnbergerstraße 17. Cablian per Pfund 20 Psg- Schellfisch per Pfund 23 Pfg. do. PortionSfisch p. Pfd. 80 Pfg. ® Scholle« „ 85 , 2 Zander „ 70 . Gebrüder Berdux Bahnhofstr. 27. Lindenplatz 12. Wäckerverein Arühaus. Mittwoch de» 24 April, uachmittagS 5 Uhr: Mittwoch dkll 28. 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April im Kaisersaal hier stattgefundenen Konzert im Namen sämtlicher Besucher öffentlich Dank. 01598 Betzdorf, 22. April 1901. per Morkaud desMäunner ches.-Aerein» charmonie. &*luiiihtniad)inii]en Lrunf Gelinste Du vermieten Zu uevliiutfcn SlGi'N-GeliiM III i et gelinste EWeWliM Offtne Stellen (Kapitalien verslllitdents «gär BESÄ' ► * * 1 betreffend Die nachstehend. "® hierdurch zur ^[tabuen 8t(r.: 8trtilgur. Das Wtzhcr «u die Orotzh. Postz? A-lch bttn in vl vom 1 tfibtnat H Lauf drS MonalS ? dm Untersuchung I der vlntlau- ftati Untersuchung vorne! bis Snde Mai zu l lichß dieselben Man »a bei denselben eil dlnllauS vorausges samleü muß bei b fchevti werden, an v gefunden wurde. I hier wieder gezeigt, Wird da- Ia/e btt ßütmt nach btu o°lzigeheu. Wegen l anf * blau Ar. M Artr.: Den Dieseng Das Grvhhek an die ge» Sie werden hie gung unsere- AuSsä zriger Kr. 67) erini . 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