151 Jahrgang Nr. 47 Zweites Blatt onntag 24. Februar 1901 Amtlicher Feil. achter Rebahion, Expedilion und Druderfi Zchulstraße 7. Der Dichter des „Talisman" hat, nachdem er einige Schlangenhäute abgestreift, sich selbst wieder gefunden. Ludwig Fulda hat der Modernen den Rücken gekehrt und ist im Galopp ins Märchenland der italienischen Renaissance gesprengt. Wie weiß er da sein Rößlein in allen (Gangarten zu reiten! Er hat einen Stoff gefunden, dem er alle seine Verskünste zugute kommen lassen konnte. Es isr ein Vergnügen, ihn auf der richtigen Fährte zu sehen. Der Zuschauer oder Leser wird gut daran thun, seinen nüchternen Verstand für zwei Stunden auszuspannen,, um williger auf die Voraussetzungen der „Zwillingsschwester" einzugehen. Orlando della Torre, Gutsherr von Albettone in oer Nähe von Padua, ist seit fünf Jayren mit Giuditta vermählt. Er fühlt sich allmählich im Joch der Ehe etwas unbequem, da. Frau Giuditta ihre Liebe zwischen ihm und ihrem Söhnchen zu teilen hat. Gedanken an seine frohe Junggesellenzeit erwachen in ihm. Ueberdies stellt er der Frau feines Jägermeisters nach: aus Abwechslung mehr denn aus Liebe. Giuditta verbündet sich mit dem Mann dieser Zrau, um ihren Eheherrn gründlich zu heilen. Zu diesem Meck schützt sie eine Reise nach Florenz vor zu der Mutter Namenstag; Orlando läßt sie leichten Herzens in der Begleitung des Untergebenen ziehen. Kurz darauf kehrt sie ynütf in der Gestalt ihrer Zwillingsschwester Renata. Diese M ihr zum Verwechseln ähnlich sehen; nicht einmal die Eltern konnten die Geschwister unterscheiden. Das einzige Erkennungszeichen ist ein Muttermal, das Renata an der linken Brust trägt. Frau Giuditta macht den Trug vollkommen, indem sie sich das Muttermal der Schwester aufpinselt. Damit werden Orlandos anfängliche Zweifel beseitigt. Und nun wirbt er mit aller Liebesglut um seine noch unverheiratete Schwägerin. Sie scheint ihm begehrenswerter als seine Ggttin. Der Thor schreibt Giuditta einen Absagebrief, um sich mit Renata zu verbinden. Da kehrt Giuditta vorzeitig von der Reise heim. Das heitere Maskenspiel wird aufgedeckt. Giuditta hat ihren Mann sozusagen mit sich selbst bettogen. Er kann nur seine Dummheit bekennen und um Verzeihung flehen. Wir haben fortan die feste Zuversicht, daß Orlando kuriert ist; denn auch Frau Giuditta hat eingesehen, wie der flatterhafte Gatte zu behandeln ist. Der Stoff von der Verwechslung zweier Menschen, die sich täuschend ähnlich sehen, stammt aus der römischen Komödie. Shakespeare hat ihn in der „Komödie der Irrungen" verdoppelt, indem er noch ein zweites Paar hinzugesellte. Bei Fulda geht es nicht ganz ohne Lehrhaftigkeit ab. Das Maskenspiel zeigt, daß verbotene Früchte besser schmecken. Bei Ovid heißt es: „Immer neigen wir zum Verbotenen und heischen Versagtes." So denkt auch Orlando, als er mit Lisa anbandelt. Die Gattin belehrt ihn: Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Vor der Weisheit dieses Satzes beugt sich £err Orlando in Demut: „--Hier liegt dein Opfer. Lache Zur Krönung deiner unbarmherz'gen Rache Telegramm deS Gießener Anzeiger-. Peking, 23. Febr. Bon dem Distrikt örtlich von Peking im japanischen Kontrollgebiet wurden Räubereien ge- meldet. Graf Waldersee wies die Japaner an, denselben Einhalt zu thun uud deßhalb marschierte eine japanische Streitmacht ob. Adresse für Depesche«: Anzeiger Giehe». FernsprcchanschlußN». 81. Japaner, 2500 Italiener, 1500 Amerikaner, 400 Oesterreicher und 240 Russen. Die Uebergabe der Schanhaikwaner Bahn an die Engländer hat heute begonnen und wird bis zum 28. ds. vollzogen sein. Es ist vorgesehen, daß die Bahn während der ganzen Dauer der Besetzung von Tschili unter britischer Oberaufsicht bleiben soll, selbst wenn die britischen Militärbehörden die Bahn der Zivilverwaltung übergeben. Sollte zwischen den vorläufigen Direktoren, von denen einer ein Dänischer und ein anderer ein Japaner ist, ein Streit über militätische Dinge entstehen, so würde die endgiltige Entscheidung dem deutschen Armee Hauptquartier zustehen. Prinz Tiching und Li Hung Tschang erhielten vom Hofe telegraphisch die Instruktion, den Gesandten mitzuteilen, daß ein Edikt über die Bestrafung der Würdenträger gemäß de» Forderungen der Mächte veröffentlicht worden sei. Unter den Eingängen der gestrigen Sitzung deS öfter- reichischen Abgeordnetenhauses befanden sich eine Inter- pellation Schönerer, betreffend Besitzergreifung eines Gebietsstreifens in Tieutsiu. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 22. Februar: Wenn die „Köln. Ztg." recht berichtet ist, giebt Kolonialdirektor Dr. Stuebel die Msicht, die ostafrika ■ nische Zentralbahn auf Reichskosten zu bauen, aus Die in den Etat eingestellte erste Baurate von 2 Mill. Mk. würde also von der Negierung zurückgezogen werden. Es war ja auch kaum an eine Bewilligung seitens des Reichstags zu denken. Weit eher hat der neue Plan der Kolonial Verwaltung auf die Sympathie des Parlaments zu rechnen, bcr dahin geht, die Ausführung des Bahnbanes einem Banken-Konsortium zu übertragen und von Reichswegcn lediglich Zinsgarantte zu leisten. Eine entsprechende Vor läge soll bereits in allernächster Zeit dem Reichstage zugehen. Es ist erfreulich, daß das Großkapital seine Zurückhaltung kolonialen Unternehmungen gegenüber endlich fallen läßt. Gerade in den Verwaltuugskreisen der Deutschen Bank, die jetzt im Zentralbahn-Konsortium eine führende Stellung einnimmt, wollte man von einer finanziellen Beteiligung an diesem Kolonialprojekt nichts wissen. Abg. Dr. v. Siemens, bis vor kurzem Direktor der Deutschen Bank, hielt vor ungefähr Jahresfrist im Reichstag eine begeisterte Lobrede auf das Seeenbahn-Unternehmen. lieber die Möglichkeit einer Finanzierung durch „seine" Bank schwieg er sich aber vollständig aus, was Abg. Bebel sofort mit bitterem Spott konstatierte und als Beweis für die Unrentabilität der Kolonialbahn ins Feld führte. Durch die Einleitung von Verhandlungen mit den größten Berliner Finanzinstttuten hat Kolonialdirektor Dr. Stuebel den einzig gangbaren Weg gewählt, um das Zentralbahn- projekt diskutierbar zu machen. tu und Aeavzös. ero*8, Sergstr. 15, ion--kkä"ltben. lmM für Ma. DM n, w Damn> urJ tobe Mk. 1500 0511 Keller, U kk-etadt 32. _ China. Nach der „Morning Post" beziffert sich die Garnison non Peking auf 18 000 bis 19,000 Mann, davon wären 4000 Deutsche, 4000 Franzosen, 3500 Engländer, 2500 Petersburger „Handels- und Jndusttiezeitung" gegen die Heraufsetzung der deutschen landwirtschaft- lichen Zölle doch höher ein, als sie im ersten Augen blick zugestehen wollte. Bereits zum dritten Male beschäftigt sich heute abend das Hauptorgan der Konservativen, die „Kreuzztg ", mit den „russischen Drohungen" eines Zollkrieges. Es wird ausgeführt, der geltende Handelsverttag mit Rußland habe Deutschland benachteiligt; mit einem Federstriche seien im August vorigen Jahres Zollerhöhungen in Rußland vorgenommen worden, die auch die deutsche Ausfuhr nach Rußland empfindlich betrafen. Das ist allerdings richtig. „Diesmal", erklärt die „Kreuzzeitung", „wünschen wir nicht wieder als die Dummen dazustehen". Aber die „Kreuzztg." macht bei der Gelegenheit einen Vorschlag zur Güte: sie will die Erhöhung der deutschen Getreidezölle preisgeben — wenn dafür der Antrag Kanitz zur That wird. Es ist demgegenüber an die Resolution des preußischen Staatsrats zu erinnern, die sich gegen den Antrag Kanitz u. a. dahin ausgesprochen hat, daß die staatliche Leitung des Getreideoerkehrs Ursache der größten Unzufriedenheit und gehässiger Verdächtigungen sein würde. Der Staat könne nicht den Einkauf und Verkauf des Getreides übernehmen. Die Vorschläge des Grafen Kanitz seien undurchführbar und hinsichtlich der Erreichung des Zieles einer allgemeinen, gleichmäßigen Preissteiger ung des. Getteides zweifelhaft in ihrem Erfolge. Auch der Kaiser bezeichnete in einer Ansprache an den Staats rat die Vorschläge als praktisch nicht ausführbar, als gefährlich für die Erhaltung der staatlichen und wirtschaftlichen Ordnung. Ludwig Aulda's „Zwilkingsschwcster" Al'fnnntmack'imq. In der Zeit vom 16. bis 23. Februar l. IS. wurde in hiesiger Stadt und deren Gemarkung gefunden: 1 Pelzkragen, 1 Theelöffel, 1 Kinderschlitten oud 1 Kinderspielzeug; verloren: 1 Medaillon, 1 Brache, 1 Trauring, 1 Ohrring, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Notizbuch und 1 Umhängetuch. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Sachen be Äeben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, 19. Februar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Dolitische Tagesschau. Aus Berlin, 22. Februar, wird uns geschrieben: Der Besuch des Königs von England in Cronberg trägt riuen rein familiären Charakter; die Veranlassung zu )ieser Reise liegt in dem schwer leidenden Zustand der Kaiserin Friedrich. So konstatiert heute abcnd die „Nordd. Allg. Ztg." Scheinbar beiläufig; denn die Pointe der offiziösen Notiz richiet sich gegen „giftige Angriffe einzelner deutscher Blätter", die aus dem Besuch ein politisches Ereignis lu machen gesucht hätten. Jene Angriffe müßten auch den Kaiser auf das Tiefste verletzen. Es werde damit ein Grad von Gesinnungsroheit verraten, der die schärfste Zurückweisung verdiene. Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält sich jeder An Deutung darüber, welche deutschen Blätter sie im Auge hat. Wenn man derart kräftige Worte gebraucht, dann sollte man auch den schweren Vorwurf entsprechend begründen, die Aeußerungen vorführen, die den Tadel herausfordern. Kein Blatt von einiger Bedeutung — und auf solche kommt es öoch wohl nur an — hat unseres Wissens seit dem Zeitpunkt, da die betrübenden Nachrichten über das Befinden der Kaiserin Friedrich bekannt wurden, der Reise König Eduards politischen Charakter beigelegt und verletzende Angriffe daran geknüpft. Wohl aber ist von den deutsch englischen Beziehungen im allgemeinen die Rede gewesen, ein Thema, das ja auch von der Londoner Presse vielfach erörtert wurde. Die Sympathieen der deutschen Bevölkerung sind nun einmal nicht auf Setten Englands; diesen Empfindungen haben die Zeitungen Aus druck gegeben, und durchaus loyale und monarchisch gesinnte Blätter wie z. B. die konservative „Kreuzztg." standen dabei in erster Reihe. Bemerkenswert ist folgende Erklärung des W. T. B. ks schreibt uns: In eitlem Blatte wird behauptet, die auf Nr. 759, 762 und 769 unserer Depeschen gebrachte Auslassung der russischen „Handels- und Industrie'Zeitung' sei von uns „auf Bestellung" verbreitet worden. Wir stellen demgegenüber fest daß uns der Auszug jenes Artikels von der ^Russisch,» Telegraphen Agentur" in Petersburg ohne irgend welchen Auftrag unsererseits telegraphiert worden war und daß wir geglaubt haben würden, uns berechtigten Vorwürfen der großen Mehrzahl unserer Abonnenten auszusetzen, wenn wir eine solche Kundgebung unterdrückt Hütten. Bei diesem einfachen Sachverhalte kann von irgend w lcher Ein- Wirkung von dritter Sette, wer sie auch sei, gar keine Rede sein. Man schreibt uns aus Berlin, 22. Februar Die konservative und agrarische Presse schätzt den aus dem russischen Finanzministerium stammenden Arttkel der Lrfcheint täglich mit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener Za mitten blätter werden dem Anzeiger im Mechtel mit „Hess. Landwirt" und „©lätter für Hess Volkskunde" vier- mal wöchentlich beigelegt. Annahme von tlnteigen zu der nackminagv für den folgenden Tag erichetnenden Nummer bi« vorm 10 Nbr Xbbeltell ungen fpäteften« abend« vorher erteilt OK# isängerin i tiroNsherzogl atorlom der Weimar und toi m Milde dort*. ünbergeretraMe 11. Mich tüchtig aus! Ich hab's verdient, und lahm Vom Rückschlag seines abgrundtiefen Falles Krümmt sich mein Stolz vor dir in bittrer Scham." Befriedigt und geläutert kehrt der Zuschauer heim. Ludwig Fuldas Lustspiel gehört zur Gattung der netten Nichtigkeiten. Ter Inhalt ist. null; die Form ist alles Unermüdlich plätschern die Verse dahin. Ihr sanfter Fluß kennt keine Hindernisse. Selbst die schwierigsten Rermworte werden noch mit lächelnder Grazie überwunden. Der Zuschauer oder Leser überlegt bisweilen, welcher Reim auf ausgefallene Wörter zu finden sei; er kann völlig beruhigt, sein, denn der Dichter läßt ihn nie, aber auch nie im Stich. Er sieht sich jedoch vergeblich nach einem Wort um, das in die Tiefe dränge, das nicht glatt an ihm abtröpfelte wie der Regen von einem wasserdichten Mantel. Dabei ist immerwährend von Lieb und Treu und Eifersucht die Rede. Diese Gegenstände gehören zum Dankbarsten, was sich ein geistteicher Poet wünschen kann. Ludwig Fulda ist diesmal nichts eingefallen. Auch bei der Erfindung und Ausschmückung der Nebenfiguren ist ihm nichts eingefallen. Zwar hat er einen Re nüissancegecken, den Grafen Andrea Parabosco, auf die Beine gestellt; das Vorbild ist nicht weit zu suchen: der Dr. Falke aus der „Fledermaus". Des zweiten STrteä siebenter Austritt würde am besten mit der StraußsctMr Musik gespielt. Freilich das Lustspiel enthält eine Bravour- rolle allerersten Ranges; um ihretwillen wird dug» schwester" eine Zeit lang leben und ehier anmutigen spieler in Gelegenheit geben, alle Künste der Verführung, aufzubieten. 4 *" ÄZ Ä I irer filtern, WW t Mil d-W finden freundliche ittl itlior, AK15 MB bei U 5*. SÜSS S*a Maschinen ’Tltw Ä 92vw Maschinen Maschinen. M " »' Swm, rn Heidelberger Falle als Sachverständiger thätig ist, er- itattet wird, darüber, ob rnenschlisches Verschulden oder lediglich ein Zusammenwirken unglücklicher Zwischenfälle, für die Niemand verantwortlich zu machen wäre, oder aber die Folge mangelhafter Einrichtungen anzunehmen ist, hat sich die zuständige hessische Gerichtsbehörde ein endgiltigeS Urteil noch "lcht gebildet. Der preußische Eisenbahnminister v. Thielen ist bekanntlich mit seinem Urteil früher als die die Untersuchung führende.Gerichtsbehörde fertig geworden. Man meint hier, so wird ber „Frkf. Ztg." geschrieben, daß Herr v. Thielen besser gethan hätte, fein Urteil aufzuheden, bis daS Ergebnis ber gerichtlichen Untersuchung vorlag. Sch. Darmstadt, 22. Febr. Gegen ben hiesigen Restaura' teur und Hotelier H. H. sind schon feit einiger Zeit Ermittelungen zwecks Konzessionsentziehung, wegen Kuppelei, Ausbeutung feiner Gäste, Duldung von Hazardspiel rc. im Gange, und haben die Feststellungen bisher sehr belastendes Material zu Tage gefördert. So wurde u. A. feftgestellt, daß er einem bei ihm verkthrenden Einj.-Freiw. d. Jnf.-RegtS. Nr. 115 innerhalb eines Jahres eine Rechnung von ca. Mk. 6000 stellte!? Ein junger Mann, Sohn eines hiesigen Hofzimmermeisters, machte angeblich in einer Nacht eine Rechnung von Mk. 600, die allerdings ber Vater am andern Morgen mit ca. Mk. 300 beglich. Zeitweise hatte er zweifelhafte Personen einlogiert, deren Treiben er unterstützte, auch wurde feftgestellt, daß oft um sehr hohe Summen bei ihm gespielt wurde, waS er ruhig duldete. ES sollen auch einige gutsituierte hiesige Geschäftsleute kompromittiert fein und es steht ein sensationeller Prozeß bevor. — Der Finanz Ausschuß der ersten Kammer ist gestern zur Beratung deS Budgets zusammengetreten und tagte derselbe heute teils für sich, teils in Gemeinschaft mit dem Finanzausschuß ber Zweiten Kammer ben ganzen Tag bis spät abenbs, sodaß heute alle Hauptfinanzfragen erledigt werden dürften. fc. Mainz, 22. Febr. Ein ca. 23 Jahre alter Bettler kam gestern nachmittag in einen Friseurladen Neubrunnen, straße 3, um fln betteln. Da ein junger Frifeurgehilfe allein im Laden anwesend war, glaubte der Bettler, eine Plünderung der Labenkaffe riskiren zu können. Als ihn ber Fri- ieurgehilfe hieran Hinbern wollte, rannte er bemfelben ein Messer in ;bie Brust und entfloh. Zum Glück war daS Messer an einer Rippe abgeprallt, sobaß nut eine Fleisch- rounbe entstaub. Immerhin war der UeberfaDene bis gegen Abend bewußlos. Et hatte vor Schreck Krämpfe bekommen, und wurde von einer zufällig ben Laden betretenden Zeitungsträgerin aufgefunden. Bon dem Thäter hat man keine Spur. Mainz, 22. Febr. Ein Komitee von Geschäfts- und Kaufleuten hat sich hier gebildet, um einen Karnevalzugverein zu gründen. Dieser soll die Aufgabe haben, für das nächste Jahr unter Aufbringung freiwilliger Beiträge einen glänzenden Karnevalszug zu arrangieren. — Die Stadt hat die Genehmigung des Ministeriums zur Errichtung eines Lehrerinnenseminars erhalten. Frankfurt a. M., 22. Febr. Der kürzlich verstorbene Rentner, frühere Buchhändler, Franz Jügel fetzte die Stabt Frankfurt, wie bie „Frankfurter Zeitung" mitteilt, nach Abzweigung einiger Legate zur alleinigen Erbin feines auf 1% Millionen Mark geschätzten Vermögens unb ferner eines äußerst wertvollen Grundbesitzes ein. Die nach beut Willen bes Verstorbenen zu errichtenbe Stiftung wirb ber Alters- unb Krankenverforgung bienen. fc. Homburg v. b. H., 22. Febr. Der Kaiser begibt ich morgen vormittag nach St. Goarshausen, um ben Rheineis Sprengungen beizuwohnen, bie vom 8. Pionier- Bataillon am Loreleyfelsen vorgenommen werben. ** Kleine Mitteilungen an» Hessen und den Aachdarstaale». Wie aus St. Goarshausen berichtet wirb, hat sich baS Rheineis an ber Loreley gestellt. Die EiSmaffen sind fp gewaltig, baß es, natürlich bie Fortbauer ber Kälte vorausgesetzt, nur noch wenige Tage dauern wirb, bis ber.Rhein dort zufriert. (Schiffsuntergänge. Aus New-Pork wird gemeldet: Der Postdampfer „Rio de Janeiro" von China und Japan kommend, a n k nahe dem goldenen Thore. Im dichten Nebel lies das Schiff auf einen Felsen und gingbinnenzwanzig Minuten unter. 234 Personen waren an Bord. Viele sind gerettet. Die Ueberlebenden betreiben Schreckensszenen. Die Mannschaft war disziplinlos. Nur der Kapitän war bis zuletzt auf ber Kommandobrücke. Alle vier Rettungsbote wurden ausgesetzt; indessen ist nur eins an Land gekommen. Viele Menschen wurden von Fischern gerettet. Die Gesamtzahl der weißen Passagiere betrug 36, die ber Chinesen 58, die der Mann- chaft 140. Ter Kapitän war, als das Schiff unterging, angeblich eingeschlossen in der Kabine. (?) ©in deutscher Marine-Offizier Hecker oder Hegge wurde mittels Rettungsgürtel gerettet, ebenso Philipp Nussenblatt. Die Zahl ber Toten wird auf 70 bis 100 geschätzt. Bei dem Untergang ist vermutlich der amerikanische Konsul W i l d m a n n und ein Sohn aus Hongkong um gekommen. Der richtige Name des geretteten deutschen Offiziers ist H e ch t. Der Dampfer „City o f R i o b e Janeiro" ist auf der Fahrt von Hongkong über Yokohama nach San Francisco vor dem hiesigen Hafen gestern abend gesunken. Die Zahl der Ertrunkenen ist noch nicht festgestellt. Die Angaben chwanken zwischen 100 unb 150. Ferner wird gemeldet aus Sau Francisco, 22. Febr. Der Dampfer „City of Rio de Janeiro" gehört ber „Pacific Mail Steamship Compagnie" unb verließ Hongkong am 22. Januar, YoK>- hama am 2. Februar unb traf gestern abend am goldenen Thor ein. Ei' ankerte bis fünf Uhr früh wegen Nebels. Als ber Dampfer bann in ben Hasen einfuhr, stieß er auf ein Riff und sank binnen einer Viertelstunde. brach große Verwirrung aus. Während die Boote herabgelassen ^wurden, sprangen viele über Bord. Wieviel ertrunken sind, läßt sich nicht sagen, da der Zahlmeister, welcher die P a s s a g i e r l i st e in Aufbewahr-' S b" «M Mg ijt, ’ -"°d-r Itbig. *■ fh * d>- iT. . »N-'I ni* '' ”■ Thiel« di- Uni«. tat ®°« • ’ M Herr ">*k Wl orlag, $ Er 3'it Stmttte. »'»'«Stada lf|f Selafienb« MMiOt, ®* Akif'Regts. lun9 von ca. ■ t\ut lt(t aw ander, lQlle er Weisel, vterßühte, auch itnmen bei Hy )IIen auch einige itiett sein und ieöor. - Tn 'st gestern zur ) tagte derselbe dem Finanz- den ganzen rylsrnavzsragen e oller Bettln n Neubrunnen, eurgehilfe allein ung hatte, vermißr wird Man glaubt, daß sich 29 Ka- chtenpassagiere, darunter 7 Weiße, 150 Japaner und Chinesen im Zwischendeck und 140 Mann Besatzung an Bord befanden. Aus Hamburg wird gemeldet: Der Dampfer „Eam den" iMauf der Fahrt von Kardiff nach Malta unweit vom Kap Spartet gestrandet. Ter Kapitän, der zweite Offizier, sowie der Steward sind beim Versuch zu landen, in der Brandung ertrunken. Ter Olden burger Dampfer „Huelva" leistet Hilfe. Das gestrandete Schiff kann erst nach erfolgter Entlöschung abgebracht werden. Die übrige Mannschaft ist in Sicl>erheit. Vermischtes. • Newyork, 22. Febr. Gestern abend fand auf der -öennsylvana Buhn zwischen dem von Newyoik nach Atlanticity .estimmten Expreßzug und ein von Cambdn, New-Jersey, nach Brevton gehenden Zuge ein Zusammenstoß statt. Reuters Bureau zufolae wurden 4 Personen gelobtet, 18 verletzt Universitäts-Nachrichten. N»l»n, 21. Febr. Hier unterzog sich zum ersten Mal eine Studentin, 'katharina Freytag aus Coblenz, an der hi sigen Universität einer Prüfung Nachdem fie Ostern 1899 am hiesigen städtischen Gymnasium daS Ab^ 'urienten-Examen bestanden hatte, studierte sie hier Heilkunde; sie erhielt beute bet der ärztlichen Vorprüfung in allen Fächern das Prädikat .sehr gut*. — Dr. Laenain, Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek in Freiburg i. B., wird dem an ihn ergangenen Ruf als Universitärs Bibliothekar nach Bern zum 1. April Folge leisten. — Der Architekt Fritz Gummersbach in München wurde zum a -o. Professor an der Technischen ochschule in München ernannt. - Am 16. ds. feierte der Professor der nitt'lalterltchen und neueren Geschichte an der Universität Amsterdam, Dr. Hendrik Cornelius Rogge, seinen 70. Geburtstag und scheidet nun mehr, der gesetzlichen Bestimmung gemäß, aus dem Lehrkörper der Uni- »erfiiüt aus. — Prof. Körner, Direktor der Universitätsklinik für Ohren- «nb Kehlkopskranke in Rostock, erhielt einen Ruf nach Straßburg als Nachfolger des verstorbenen Prof. Kuhn. Prof. Körner wird voraussichtlich ablehnen. Gerichtssaal. :r, eine Plünde- 18 ihn der Fri« r demselben em Nlück war daS nr eine Fleisch- iUene bis gegen mpfe bekommen, >en betretenben Haier hat man Geschäfts- und karnevalzag- abe faben, für illiger Wägt i, - Die Stabt rrichtnng eines Da msiadt, 22. Febr. Sitzung des Kriegsgerichts der »>roßh. Hessischen Division. Musketier Franz Kroner aus Fried- 1 rg, jetzt 9. Kompagnie Ins-Regiments Rr. 117, hatte sich hei Gelegen- seit einer Felddienstübung am 9. Januar bei Stockstadt verschiedener Ver- i chen schuldig gemacht. Es war an jenem Tage sehr kalt und so war i on den Truppen die Einrichtung getroffen, daß die Mannschaften in der iweistündigen Pause bis zum Einsteigen in den Militärzug, der sie nach Stainz zurückbrachte, im Ort in einer Wirtschaft Kaffee und Bier erhielten Lnd sich dann fernerhin dort aufhalten konnten. Der Angeklagte trank dort sehr viel und machte Lärm, sodaß ihn ein anwesender Sergeant ermahnte, sich zu entfernen. Er that dies nicht, führte vielmehr mehrere reringschäyige Redensarten und leistete auch einem mehrmals an ihn er -angrnen Befehl keine Folge. Bei dem Marsch zur Bahn erregte er durch Lrunkenheit unliebsames Aufsehen. Er erhielt deshalb s. Z. vom Standlicht in Mainz 3 Wochen strengen Arrest wegen Gehorsamsverweigerung, .Uchtungsverletzung und Trunkenheit im Dienst. Heute wurde die Strafe 4 egen die der Oberst als Gerichtsherr Berufung eingelegt hatte, auf 4 Wochen :ihöht. — W. O. K., der auf eine 14jährige tadellose militärische Dienstzeit ,urückblicken kann, war bann in den Eisenbahndienst übergetreten und nach Sestehung des Assistenten-Examens Stations-Diätar in Nierstein mit einem Jahreseinkommen von 1440 Mk., wovon monatlich 21 Mk. Kleidrrgeld - bgezogen nm den. Er hatte eine sechs Köpfe starke Familie, geriet durch ?rw rbsunfähigkeit der Frau und Krankheit eines Kindes in bittere Not ■j«b unt rschlug etwa 150 Mk ihm bienstlich anvertraute Gelber. Dieser 6 alb würbe er vom Schwurgericht in Main» zu 9 Monaten Gefängnis s «urteilt, wobei bas Gericht ihm mUbetnbe Umstände in reichlichem Maß jsubifliflte. (Es ist im Urteil sogar von seinem „gerabe nicht sehr aus- Ä.mml'chen" Gehalt die Rede.) Heute hatte er vor dem Kriegsgericht zu «scheinen, das auf Antrag des zuständigen Bezirkskommanbos Worms iiber seine, nach bem Militärfirafgesetz nicht mögliche Degrabierung von dem Rang eines Felbwebel Leutnants ber Landwehr entscheiden sollte. Ä. machte einen durchaus sympathischen Eindruck und bat, unte« stützt durch geradezu glänzende Zeugnisse seiner früheren Vorgesetzten, ihm diese Schande )ii ersparen. Das Kriegsgericht erkannte auch demgemäß. — Das Kriegs- g «icht bestand auS Major Frhr. v Seid, Vorsitzender, Rittmeister Mackensen r. Astfeld, Oberleutnant Albert Prinz von Schleswig Holstein und Ober >utnant v. Schmelzing und Wernstein als militärrischen Beisitzern, während die Kriegsgcrichträle Linck, Obenauer und Heß abwechselnd als juristische Beisitzer und Vertteter der Anklage fungierten. N. H. Volkvbl. Frankfurt a. M., 22. Febr. Ein raffinierter Gauner hatte "i - in der Person deS schön öfters vorbestraften Landwirts Joh. Georg Krebs auS Kleinkarben wegen Diebstahl«, Betrug« usw. vor der bie- ngen Strafkammer zu verantworten. In Seulberg sah er in einer :ittrtfchast, wie die Wirtin eben empfangene 116 Mk. in eine offene Schublade legte. Kaum hatte die Wirtin auf einen Augenblick den Rücken gekehrt, als Krebs mit kühnem Giiff die 116 Mk. an sich nehm und verschwand. Er wandte stch nach dem schönen Rheinland und betrog in Düsseldorf die Fiau eines f üheren Regimentskameraden um 30 Mk., indem er ihr vorspiegelte, sein Portemonnaie verloren zu Laben. In Kauberfeld und Eldesheim hat er Zechprellereien verübt. In Eichstädt legte er fich bei einem Gutsbesitzer mehrere Tage ins Quartier und ging sogar mit ibm auf die Jagd. Beim Abschied tagte er, er habe nur einen Tausendmarkschein, und ließ sich 20 Mk. für ein Billet geben. Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten Tiegen der aufgeführten Schwindeleien zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis. Weitere Untersuchungen schweben noch in Großgerau und Hanau. , M dir Stadt tunfl" vitltilh gen Erbin feind gen8 und fern« Die nach dem jtung wird bet Halft r begibt uftn, um bei n 8. V* den. :b, 'M* W •« öM ** ), bis der M Gingesandt. v5ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Großen-Linden, 22. Febr. In Rr. 46 Ihres geschätzten Blattes ist zu lesen, daß die Kälte heute morgen 21 Grad betrug. Ich bitte Sie, dieses Schreiben veröffentlichen zu wollen, damit in weiten Preisen bekannt wird, wie das reisende Publikum unter der herrschenden Kälte zu leiden hat. Hier au: d«er Haltestelle an der Main-Weser-Bahn bestehen Zustande, die jedenfalls in Deutschland ihresgleichen jo leicht u icht jinden werden. Gestern früh fuhr ich mit dem 8 Uhr- j,ug nach Gießen. Tie Zahl der Reisenden, darunter neun- iährige Schüler, betrug« 121. Der Warteraum faßt nur 30 dis 40 Leute, und so mußten denn die meisten Reisenden um Freien aushalten. Dies war um so empfindlicher, als ö-tr Zug mit 25 Minuten Verspätung ankam. Die in Leih- 3 e ft er n wohnenden Schüler hatten sich in den Kohlen- ü.ud Petroleumbehälter geflüchtet. Es ist wirklich traurig, wenn Leute aus Hörnsheim und Hochelheim, die bei rief ec grimmigen Kälte 3 Kilometer marschieren müssen, statt buch hier in einem Warteraum erwärmen zu können, in Mattes freier Natur aufs Warten angewiesen sind. Der Staat verlangt, daß auf einen Arbeiter in Zigarrenfabriken i wäre» I . «»’S L-yr en. & «Li,!.» »cS: et 22. 3aI'u°Jlbeittl '“Ä4«i «SÄ 7 Kubikmeter Luftraum kommen und hier duldet der Staat, daß hundert A rlb e i t e r, die morgens um 6 Uhr fahren, den Unbilden der Witterung ausgesetzt sind. Ter hiesige Warteraum hat eine Bodenfläcbe von 18.50 Quadratmeter und nur 70 Kubikmeter Luftraum, sodaß sich nach den onstigen Regeln eigentlich nur 10 Personen darin aufhalten dürfen. Obwohl fast bei allen Zügen etwa 100 Personen hier verkehren, sind alle meine Anträge um Beseitig ung dieser Uebelstände von der Königl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt bis jetzt unberücksichtigt geblieben, und wenn diese Notiz dazu beiträgt, Besserungen herbeizuführen, dann ist der Zweck derselben erreicht. Hochachtend Leun, Bürgermeister. Vom höheren Vogelsberg, 21. Febr. In Nr. 37 des „Gieß. Anz." befindet sich unter „Eingesandt" ein längerer Artikel bezüglich des Bahn P r o - ekts Gedern-Grebenhain, dessen Aussührung jeder, der nur einigermaßen über die Terrainverhältnisse informiert ist, gänzlich zustimmen muß. Es würde für den Sommer die Linie über Hartmannshain wohl gerade gut genug sein, jedoch bedeutend anders würden sich die Verhältnisse im Winter gestalten. Sollte gegenwärtig hier die Bahn abgesteckt werden, würden wohl die Ingenieure ein anderes Bild von dem Projekt bekommen, da jetzt überall der Schnee durchschnittlich 50 Ctm. tief, an Vertiefungen ogar über 2 Meter und mehr liegt Es müßten demnach in einem Winter, wie der diesjährige, (ber hier meistens vorherrschend ist) alle Einschnitte der Bahn unpassierbar werden. Man findet nämlich feit den letzten Tagen speziell in der Nähe von Hartmannshain bedeutende Schneeverwehungen, odaß es öfters nur mit der größten Mühe gelingt, den festgefahrenen Postschlitten wieder flott zu machen. Kürzlich konnte der Postschlitten mehrmals, nachdem er oft umge- ällen war, nur sehr schwer mit Hilfe der Passagiere wieder aufgehoben und frei gemacht werden. Mitunter mußte der Postillon die Pferde wieder leer zurückbringen und den umgeworfenen Schlitten stecken lassen. Tie Post von Grebenhain kommt meistens nicht rechtzeitig zu dem Zug in Gedern, auch kommt jene öfters mit ein bis zwei Stunden Verspätung in Grebenhain an. Es mußte deshalb der große mit sechs Pferden bespannte sogenannte „Bahnschlitten" von Gedern nach Grebenhain fahren, um die Passage nur einigermaßen herzustellen, auch bleibt die Bahn auf den Straßen überhaupt nicht, infolge der Verwehungen mit Schnee. Deshalb wäre es einzig und allein das Richtige, daß man diese Bahnstrecke durch ein Terrain führt, in dem man diese Einschnitte sparen kann. Dies wäre nur der Fall, wenn man die Bahn nach dem ursprünglichen Projekt, nämlich über Bermutshain, Völzberg usw. bauen würde. Eines weiteren Kommentares bedarf wohl diese Angelegen- heit nicht mehr. Arbeiterbewegung. Pari-, 22. Febr. Die Abendblätter melden aus Montceau-les- Mine«, daß dort im Auftrage deS Staatsanwalts zwei au8 St. Etienne angekommene Kisten mit Gewehren befchlagnahmt feien. Anläßlich dieser Maßnahme habe ein Führer der Ausständigen einem Bericht eistatter erklärt, daß die ausständigen Bergarbeiter nahezu 3000 Ge wehre besäßen. Budapest, 22. F.'br. Die Arbeitslosen wollten heute abermale bcmonftiaitD die Stratzen ber Stadt durchziehen; die Polizei ver -rinderte dtetz jedoch und verhaftete 22 Personen, welche Widerstand leisteten. Auszug aus den Staudesaintsregistcrn der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 14. Febr. Johannes Brücke! 13., Eisendreher in Watzenborn mit Helene Wagner dahier. Karl Lumy Kutscher dahier mit Maria Alb ach in Burkhardsfelden. 15. Paul Romahn, Färber in Stuttgart mit Karo- line Pfaff daselbst. 16. August Friedrich Louis Eisenträger, Schreiner in Lollar mit Juliane Jung dahier 18. Friedrich Philipp Kiefer, Berg, mann i. P. in Guichenbach mit Köchin Ernestine Pauline Fischer in Selters. Ehrfchklestnnsrn* Am 16. Febr. Albrecht Fey, Zuschneider in Euskirchen mit Ottilie Paula Schindler Hierselbst. Philipp Göbel, Stattonsgeh'lfe dahier mit Marie Menges Hierselbst. Jakob Zimmermann, Knecht dahier mit Katharina Kröck Hierselbst. Geborene. Am 10. Febr. Dem Geschäftsführer Heinrich Fourier eine Tochter. 12. Dem Schlosser Adolf Thomas ein Sohn, Hermann Adolf Heinrich. Dem Schneider Georg Nikolaus Leitner ein Sohn, Wilhelm Philipp 13. Dem Buchbinder Hugo Sann eine Tochter, Mathilde. Dem Fabrikarbeiter Jakob Müller eine Tochter, Helene Anna Elisabeth. 15 Dem Dreher Johannes Rohrbach eine Tochter. Dem Dachdecker Wilhelm Röhrig em Sohn, Hermann. Dem Fuhrmann Ludwig Hofmann 3., eine Tochter. 16. Dem Taglöhner Johannes Hofmann ein Sohn, Johann Karl. 17. Dem Restaurateur Karl Lenz ein Sohn. Dem Hilfsheizer Philipp Heeg, eine Tochter. 18. Dem Kaufmann Georg Schmincke ein Sohn, Wilhelm August Georg. 19. Dem Hilfübremser Friedrich Wagener eine Tochter Maria Elisabeth. Gestorbene. Am 17. Febr. Luise Beil, 66 Jahre alt, Privatin dahier. 18. Ka- tfarine Zimmel, geb. Lyncker, 75 Jahre alt, Witwe dahier. 19. Karl Heinkelein, 2 Monate alt, unehelicher Sohn der Dienstmagd Babette Heinkelein in Riedbach, Württemberg. Erna Elisabeth Gemmer, 3 Monate alt Tochter von Schmied Heinrich Gemmer dahier. 21. August Rill, 6 Monate alt, Sohn des Bürstenmachers Friedrich Rill dahier. 22. Christian Ludwig Friedel, 81 Jahre alt, Schuhmachermeifier dahier. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen 7. Woche vom 10. Februar bis 16. Februar 1901. (Einwohnerzahl: angenommen zu 25 560, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 2O,34%o, nach Abzug der Ortsfiemden 12,12o/oo. Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel, der Todesfälle in der betteffenden Krankhett ans von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: 1. im Lebensjahr: vom 2.—15. Jahr Diphtheritis 1 (1) - — 1 (1) Keuchhusten 1 — 1 — Sttmmritzenkrampf 1 — 1 — Hirnentzündung 1 (1) 1 (1) — — Bronchitis 2 2 — —— Lungenödem 1 1 — _ < Krebs 1 (1) 1 CD — — Altersschwäche^ 1 1 — — Verunglückung i (n i (i) — — Summa: 10 (4) 7 (3) 2 1 (1) Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 23. Februar. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per P'd. JC 0.90—1.00, Hühnereier per St. 7—9 2 St 00 - 00 4, Enteneier 2 St 00—>6 Gänse- eiet per St. 00—00 4, Köse 1 St. 5—8 4, Käsematte 2 St. 5—8 4, Erbsen per Ltter 22 Linsen per Liter 34 <), Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1 00—1.50, Hahnen per Stück JC 1.00—1.80, Enten per St. JC 2.00—2 20, Gänse per Psd. JC 0.00 bis " 00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Psd. 64—74 , Schweinefleisch, gesalze», per Pfd. 78 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 , Harnrnttsleisch per Pfd. 50—66 Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—6.00 jK, Weißkraut per St. 00—00 £, Zwiebeln per Etr. JO 6.00—6.50, Milch per Liter 18 4. fc. Frankfurt a. M., 22 Febr. (Heu- und St'obmarkk.) Anqefabrev: 14 Sßaam mit Heu, 3 mit Sh ob. Heu Mk. 4.50 bi6 Mk. 4 80, Stroh (Roggmstroh) Mk. 2 90 bi» Mk. 3.60. Alle» pcr 50 Kilo. Neueste Meldungen. Berlin, 23. Febr. Man meldet aus Cronberg: Die Kaiserin Friedrich empfing Freitagnachmittag mehrere Damen auS Homburg und Frankfurt a. M- Köln, 23. Febr. Nach Meldungen aus St. Goar ist gestern nachmittag 4 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof 5t. Goar der drittletzte Wagen des O Zuges Basel— Kölu infolge RadrcifenbrucheS entgleist und 250 Meter neben dem Geleise hwgeschleift worden. Niemand wurde verletzt. Nachdem die Reisenden der drei letzten Wagen in den vorderen Wagen untergebracht waren, konnte der Zug unter Zurücklassung der drei letzten Wagen die Fahrt fortsetzen. Görlitz, 23. Febr. Prof. Kaskaus, einer der letzten Ueberlebenhen des Frankfurter Parlaments ist 80 Jahre alt gestorben. Paris, 23. Febr. Wie mehreren Blättern auS Laplouat in ©Übalgerien gemeldet wird, wurde am 8. Februar die oon 160 französischen Soldaten besetzte Ortschaft Pimimium von etwa 1000 Angehörigen deS BarabosstammeS angegriffen. Nach einem blutigen Kampfe zogen sich die Barabos, die 100 Tote und über 200 Verwundete hatten, zurück. Auf französischer Seite wurden 9, darunter 3 Offiziere, getötet, 21 verwundet. Loudon, 23. Febr. „Daily Telegraph" meldet auS De Aar: Em Fallen des Oransiflusses, der Hochwasser hatte, ermöglichte den flüchtenden, in die Kapkolonie ein* aedrungenen Buren', den Fluß zu Überschreiten und in den Oranjestaat zurückzukchren. Doch wird De Wet, von General Knox und anderen englischen Führern bei Reeddrift hart bedrängt und sucht nach Priqualand und PrieSka ab* zurücken. Kapstadt, 23. Febr. Amtlicher Bericht. In der Woche vom 10 bis 16. Februar find 20 Personen, 1 Europäer und 19 Farbige, an der Pest erkrankt und drei gestorben. Außerdem befanden fich in derselben Woche 106 Farbige in ärztlicher Beobachtung. London, 23. Febr. Die Morgenblätter melden au« Washington: Auf Verlangen des Schatzsekretärs Gage entwirft daS Staatsdepartement an Rußland, eine in ver* bindlichen Tone gehaltene Note. Dieselbe erklärte: Der Ausgleichszoll auf Zucker sei lediglich eine zeitweilige Maßregel, und ersucht die Russische Regierung, ReprcssionS- maßregeln zu unterlassen, bis die Gerichtshöfe die GesetzeS- interpretation vorgenommen haben. Börsennachrechten. Berlin, 22. Februar. 4% Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 40.30 M. 40/0 do. 8. 5/8 unk. b. 1904 40 30 „ BVe 0/0 do. 8. 7/8, unk. b. 1906 40 20 „ 4 3/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 98.00 M. 8*/.% do. unk. 1905 90 00 „ 4 °/o Preuas. Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 82.50 , 40/0 do. 8. 15-18 unk. b. 1900 82.50 . 4 0/0 do. 8. 19-20, unk. b. 1905 00.00 „ 8 W er. S e s e- 'm C s 22. 9« 752,9 — 13,5 1,5 85 still 23. 7« 750,4 — 12,1 1,8 88 8. 23. 2« 746,7 -5,7 2,4 74 8. g- Wetter e s - sternhell 2 bed. Himmel 2 Höchste Temperatur am 21.—22. Febr. — 2.4° C. Niedrigste , „ „ „ — 21.2» 0. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustraße 2. Attgedot -er Arbeitnehmer: 2 Anstreick er, 2 Baufchloffer, 1 Scknelder, 1 Möbetschreiner, 1 Kellner, 2 Mechanikerlehrlmge, 1 Buckbinderlehrling, 1 Waschfrau, 1 Kochftau. • Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, r Fuhr- knecht, 1 Hausburfche, mehrere Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Lauffrau, 1 Waschfrau, 1 Flickerin. g, .. 8<6rltogo 2 Buchbinder. > ®lafer, I Kellner, 1 Schneid«, 1 Schloffer. Todes-Anzeige ansgeführt von der 1M2 Sölinel Anfang V85 Uhr. Entree 35 Pfg. 0614 Bilanz am 31. Dezember 1900 255.— 171.06 15.— H. H-ttler 1664 Sa. 2006.49 1665 ff 51 suckt zum 1. April 1648 ttausmädchen zum 1. März ge° & sucht. Weftanlage 49, I. bewährt. 1556 Montagabend bei Kamerad Arnold. 3v7 Der Borstand. g Kreuzplatz 13 — Druck und Skr’ofl der Brühl'schen UnwrrstrLlZ-Buch- und Etewdruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Vvinictnnncr Offene Strlhii vkWltdtNts ist es, die Frauen darüber aufzuklären, daß cs nicht gleich ist, mit welchem Fett die Schuhe geschmiert werden. Als bestes Schuhfett hat sich seither immer Krebs-Fett Daher Stand der Mtglieder Ende 1900 Oppenrod, den 14. Februar 1901. 113103 85.06 85.06 450.34 Heute Anstich des berühmten Salvatorbieres -München. e/M 48.22 1634.86 237.25 Landwirtschaftlicher Konsum • Worein. Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Balser, Direktor. Johs. Balßer VI., Rendant. Hohe Zeit Die Zahl der Mtglieder betrug Ende 1899 Während 1900 gingen zu..... 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