Nr 20 Erstes Blatt. Donnerstag den 24. Januar 151. Jahrgang 1901 MeßmerAnzeiger Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 M. Aezagspreis viertrljährl. Mk. 2SQ monallich 75 Pjg. mit Bringrrlohn; durch die Avholestellea merreljährl. Mk. 1.90 monaUich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. Lunahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Vießener N««ilie«V lttter werden dem Anzeiger tin Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wLchtl. 4 mal beigelegt. Amts- und Anzeigeblutt für den Nveis Gieren. nicht geändert haben, daß Sie auf Seite 4 des Protokolls an den dazu vorgedruckten Stellen wörtlich bescheinigen: „Pro 1901 wurde die Reklamation von dem Antragsteller erneuert und wird bescheinigt, daß die Verhältnisse desselben ich inzwischen nicht geändert haben." Ist dagegen in den Verhältnissen eine Aenderung eingetreten, so ist genau und motiviert auzugeben, worin sie esteht. Zu diesem Zwecke wollen Sie gefälligst die betreffenden Reklamationen mittelst Bericht einfordern und mir mit mög- ichster Beschleunigung wieder vorlegen. Boeckmann. Adresse für Depeschen: Anzeiger Welt«. Fernsprecher Nr. 5L Redaktion, Expedition und Druckerei: Schoiftratze Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienbtätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.__ Gießen, 19. Januar 1901. Bitr.: Das Militär-Ersatzgeschiist in 1901; hier Gesuche UM Zurückstellung. Der Cidilvorfitzende der Grotzh. Ersatz-Kommission Gießen an die (6k. Bürgermeistereien deS KreifeS. Unter Bezugnahme auf § 32 der Wehrordnung wache ich Sie darauf aufmerksam, daß wenn Gesuche um Zuruck stellung Militärpflichtiger erhoben werden, dieselben nach dem Reglement vom 12. Mai 1868 (Regierungsblatt Nr. 28) genau zu protokollieren und die Protokolle mit den vorgeschriebenen Beilagen gleichzeitig mit den Stammrollen pro 1901 hierher einzusenden find. Hinsichtlich der früher (1899 und 1900) erhobenen un als begründet befundenen Reklamationen auf Zurückstellung Militärpflichtiger, welche für 1901 erneuert werden sollen, genügt eS, wenn die Verhältnisse des einzelnen Falles sich forbtrir Un^ei( vollständig zu machen, hat auch noch der deutsche Reichstag seine Stellung verändert und dem Reichseisenbahnamt den Rückhalt, den es früher an ihm hatte, entzogen. Im Jahre 1897 war em Antrag auf Vereinfachung und Ermäßigung der Personen- und Gütertarife angenommen worden. Statt die so errungene Positron zu'behaupten, stellte man später im Uebereifer einen neuen Antrag unter Umständen und in Formen, die seine Ablehnung von vornherein wahrscheinlich machte. Der Antrag hat denn auch thatsächlich die Mehrheit nicht erhalten, und so gewannen die Gegner freie Bahn. Der preußische Landtag wollte nicht, der Reichstag schien auch nicht mehr zu iDoUcn, also fehlte für die Verwaltung jeder Antrieb zur Reform. Zwar werden voraussichtlich bei dem Etat des Reichseisenbahnamtes wiederum wie alljährlich Rufe nach Besserung ertönen, doch die Rufenden sind in oev Minderheit, und darum bleibt alles einstweilen beim Alten. Man wird nicht billiger und nicht sicherer reifen,als bisher; aber die Ueberschüsse werdenr^lterwachsen. ^en sich die Bevölkerung, von der etwa sechs.Millionen tag ) die Bahnen benutzen, diesen Zustand gefallen laß, — verdient sie ihn. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. vetr.: UnfallverficherungSgesetz für Land- und Forstwirtschaft; hier: Anzeige und Untersuchung der Unfälle. Die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenoffenschaft für das Großherzogtum Hessen beabsichtigt, künftig von der ihr zustehenden Befugnis, das Heilverfahren für die Unfall verletzten schon während der ersten 13 Wochen nach dem Unfall selbst zu übernehmen, möglichst ausgiebigen Gebrauch zu machen, um durch rechtzeitige Anordnung einer zweckentsprechenden Behandlung eine bessere und raschere Wiederherstellung der Verletzen zu erzielen. Die Durchführung dieser Maßregel ist nur dann möglich, wenn die Unfallanzeigen seitens der hierzu verpflichteten BetriebSunternehmer und Betriebsleiter binnen der vorgeschriebenen Frist von drei Tagen bei der Ortspolizeibehörde und dem Vertrauensmann des Bezirks erstattet wird. Indem wir nachstehend die Vorschriften des § 70 des neuen Unfallversicherungsgesetzes zur Kenntnis bringen, machen wir zugleich darauf aufmerksam, daß jede verspätete Unfall auzeige eine OrdnuygSstrafe bis zu 300 Mark zur Folge haben wird, und daß die Annahme, der Unfall werde eine Erwerbsbeschränkung von länger als 13 Wochen nicht zur Folge haben, die Unterlasiung der Anmeldung nicht zu entschuldigen vermag. Gießen, den 19. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. $ 70 des laud- und forstwirtschaftliche« Uufall- verficheruugsgefetzes vom 30. Juvi 1900. Von jedem in einem versicherten Betriebe vorkommenden Unfälle, durch welchen eine in demselben beschäftigte Person getötet wird oder eine Körperverletzung erleidet, welche eine völlige oder teilweise Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod zur Folge hat, ist von dem Betriebs Unternehmer bei der Ortspolizeibehörde und dem durch Statut zu bestimmenden Genoffenschaftsorgane schriftlich oder mündlich Anzeige zu erstatten. Dieselbe muß binnen drei Tagen nach dem Tage erfolgen, an welchem der Betriebsunternehmer von dem Unfälle Kenntnis erlangt hat. Für den Betriebsunternehmer kann derjenige, welcher zurzeit deS Unfalles den Betrieb ober den Betriebsteil, in welchem sich der Unfall ereignete, zu leiten hatte, die Anzeige erstatten; im Falle der Abwesenheit oder Verhinderung des Betriebsunternehmers ist er dazu verpflichtet. Das Formular für die Anzeige wird vom ReichS-Ver- sicherungSamte festgesteüt. Die Vorstände der unter Reichs- oder Staatsverwaltung stehenden Betriebe haben die im Abs. 1 vorgeschriebene An zeige der vorgesetzten Dienstbehörde nach näherer Anweisury derselben zu erstatten. Gießen, den 19. Januar 1901. Betr.: Wie vorher. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien deS KreifeS. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen, dieselbe ortsüblich zu veröffentlichen. v. Bechtold. _______ löre ihre Bedeutung als Sicherheitsmoment. Die Messrng- tange, die früher das Profil der Fensteröffnung verengte, existiert nicht mehr; es befinden sich Stangen nur noch in der Höhe des Fensterrandes, wo sie einen Handgriff owohl für die Reisenden bilden, die den Gang des Wagens durchschreiten, als auch für die, welche sich durch das Fenster retten wollen. In Bezug auf die Beleuchtung widerstrebt Herr v. Thielen, wenigstens bei dem jetzigen Stande der Technik, der Benutzung der Elektrizität und halt das Mischgas, das bei einem Viertel Acetylen und drei Vierteln gewöhnlichem Fettgas nicht explodiert und an* geblich heller leuchtet als elektrisches Licht, für besser. Nach einer Angabe rollen gegenwärtig auf der Erde 105 000 Wagen mit Mischgas, 8000 mit elektrischer Beleuchtung. Die Gasbehälter endlich will er auch künftig nicht über, ondern unter den Wagen anbringen, weil die letzteren onst zu kopfschwer und schwankend würden. So überzeugt aber auch Herr v. Thielen von den Vorzügen der Durchgangswagen sein mag, ihre Mängel haben ie doch und verbesserungsbedürftig sind sie in mehrfacher Beziehung. In der am 15. Dezember vorigen Jahres unter Heranziehung von Sachverständigen abgehaltenen Konferenz hat man dies auch amtlicherseits anerkannt und besckstossen, die als zweckmäßig befundenen Aenderungen zunächst an einem einzelnen Zuge ausführen zu lassen, um auch dem Publikum Gelegenheit zu bieten, sich über ine neuen Einrichtungen ein Urteil zu bilden. Weitere Ergebnisse erwarten wir von den Verhandlungen, die auf die Initiative des Reichseisenbahnamts gepflogen werden und demnächst bei 'dem entsprechenden Teil der Etatsberatung zur Kenntnis des Reichstages gelangen sollen. „ Die reichlichen Erträge des Staatsbahnbetriebes wurden an sich auch zu einer Reform der Personentarife Mut machen. Die Einnahmen aus der Personenbeförderung beliefen sich im Berichtsjahr 1899 auf 345 Millionen gegen 330 Millionen im Vorjahr, das ist eine Steigerung um 4.64 Prozent. Sollte also wirklich die eine oder die andere Ermäßigung von Tarifsätzen vorübergehend einen AusfaU an Einnahmen verursachen, so würde derselbe schon durch die natürliche Verkehrszunahme sehr bald wieder ausgeglichen sein. Es ist indes ein Erfahrungssatz, daß eine Verbilligung des Verkehrs eine Vermehrung desselben nach sich zieht. Der Fiskus könnte also ruhig sein: die Zahl der beförderten Personen wächst erstens im allgemeinen durch die Zunahme der Bevölkerung und ihrer Beweglichkeit und zweitens im besonderen durch ermäßigte Tarife. Gleichwohl sind die Chancen einer Tarifherabsetzung heute geringer denn jemals. Was Herr v. Thielen jetzt noch zugestehen würde, ist eine Vereinfachung im Tarifwesen, und auch mit ihr hat er's nicht eilig. Was er dagegen so gut wie ganz ablehnt, ist eine irgendwie wesentliche Ermäßigung der Tarife. Eine Zeit lang durfte man noch die Hoffnung hegen, daß durch den Anstoß der übrigen Einzelstaaten der Stern in's Rollen käme. Eine süddeutsche Eisenbahn - g e m e i u s ch a f t schien in der Bildung begriffen nut dem Ziele, Reformen zunächst ohne Preußen vorzunehmen. Aber man kam über etliche Pourparlers und Leitartikel nicht hinaus. Württemberg konnte sich nicht mit Baden, und Bayern nicht mit Württemberg einigen. Der bayerstche Verkehrsminister legte das Bekenntnis ab, daß er der Herabsetzung der Personentarife um einige TemperaturgraDe kühler gegenüberstehe als vor einigen Jahren, daß er oder trotz seiner fiskalischen Bedenken wegen des Ausfalls, immer noch fein prinzipieller Gegner der Ermäßigung sei. Das klang nicht ermutigend. Es liegt etwas von^Passivität, möglicher Weise sogar von stumpfem Widerstand darin, während gerade die tarifpolitischen Aufgaben wegen der großen Schwierigkeiten, die ihrer Losung im Wege stehen, besondere Entschlossenheit und Hoffmingsfreudigkeit er- Gießen, 19. Januar 1901. Betr.: Die Einsendung der für die Landeswaisenanstalt zu erhebenden Kollekten und Büchsengelder. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des KreifeS. Unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 10. Februar 1877 (Amtsblatt Nr. 3) empfehlen wir Ihnen am 31. ds. Mts. die unter Ihrem und eines GemeinderatsmitgliedS Verschluß stehenden Waisenbüchsen zu öffnen und deren Inhalt bis längstens zum 31. März ds. IS. durch eine Kosten nicht verursachende Gelegenheit an uns abzuliefern. v. Bechtold. Cisenbahupolitik. Die preußische Eisenbahn-Verwaltung — und nicht diese allein — empfindet offenbar mehr Freude an Überschüssen als an Reformen. Etwa 30 000 Züge sind nach einer von Herrn v. Thielen mitgeteilten Statistik binnen 24 Stunden in Bewegung und er trägt dafür, daß sie richtig an ihr Ziel gelangen, dem Lande gegenüber die Verantwortung. Daß er die ganze Schwere der Pflicht, die auf ihm ruht, lebendig fühlt, hat er versichert und erscheint glaubhaft. Ob aber alles stets geschehen ist, und noch geschieht, was zur Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe erforderlich wäre, bleibt zweifelhaft. Das Geschäft, das der preußische Fiskus mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen gemacht hat, ist glänzend. Von 504 Millionen im Jahre 1896/97 stieg der Betriebs-Ueber- schuß auf 563 Millionen im Jahre 1899 und wird auf mindestens 571 Millionen für das laufende Etatsjahr geschätzt. Dabei wuchsen die Betriebsausgaben in noch stärkerem Maße, nämlich von 596 Millionen 1896/97 auf 776 Millionen in 1899 und auf 858 Millionen pro 1091.. Die Rente betrug bei der preußischen Staatsbahn 7.16 in 1896/97 und 7.30 in 1899, während die entsprechenden Ziffern in der gleichen Zeit für die bayerische Staatsbahn 4.17 und 3.70, für die sächsische 5.22 und 3.92, für die badische 4.38 und 4.85 betrugen. Aus den Überschüssen wurden tu Preußen zur Deckung anderweitiger etatsmäßiger Aus- gaben im Jahre 1896/97 185 Millionen, nach dem Etat 1901 sogar 384 Millionen verwandt. Auch im Nettoetat ist der nach anderen Grundsätzen berechnete Beitrag der Staatsbahnverwaltung zu anderen Staatsbedürfnissen von 171 Millionen in 1900 auf 186 Millionen in 1901 gestiegen. So ergießt sich aus den Kassen der Eisenbahnen ein befruchtender Strom auf alle Gebiete deS staatlichen Lebens. Die Unterlassung einer für die Betriebssicherheit nötigen Ausgabe läßt sich bei solchem Stande der Finanzen um so weniger rechtfertigen. Daß zur Abwendung von Gefahren noch mancherlei geschehen muß, beweist allein die Ziffer der thatsächlich vorgekommenen Unfälle. Im Jahre 1899 ereigneten sich auf dem preußischen Eisenbahngebiet 470 Entgleisungen und Zusammenstöße gegen 433 und 426 in den beiden Vorjahren. 56 Reisende' wurden bei Zug- und Betriebsunfällen getötet, ungerechnet diejenigen, welche • nach Ansicht der Verwaltung ein eigenes Verschulden trifft. Ilm hier Besserung zu schaffen, wird man sowohl das Ma- : teriaf in möglichst vollkommenen Zustand setzen als auch das Personal vor jeder Ueberbürdung schützen müssen. Nach beiden Richtungen ist, wie das Publikum anerkennen muß, manches geschehen; aber es bleibt gleichwohl, wie die Verwaltung zugeben muß, noch recht viel zu thun. Wiederholte Unglücksfälle lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Durchgangswageu. Der Eisenbahnminister, der kürzlich im Reichstag ein Eifenbahnunglucks- : Minister mit Uebertreibung genannt worden ist, halt die Konstruktion dieser Wagen im allgemeinen für zweckmäßig, i Sie seien, so argumentierte er im preußischen Abgeordneten- , Hause, derart stark gebaut, daß sie die Stoßkraft eines auffahrenden Zuges bald paralysieren. In Offenbach hatte man nur vier Coupees zertrümmert vorgefunden, 1 während die Insassen der beiden letzten Coupees noch im stände gewesen seien, den Wagen zu verlassen, und der 1 darauf folgende Wagen überhaupt intakt geblieben sei. I Seitenthüren hält er trotz aller üblen Erfahrungen auch , jetzt noch nicht für nötig; denn dadurch würde dieLüngs- i Verbindung des ganzen Wagens durchschnitten und ver- mit- ständen das so überhäuft konkurrieren äußert sich Münch. deutsche Produkt mit sozialpolitischen Lasten wäre, daß es mit dem Auslande nicht mehr könnte. (Zustimmung.) Der Staatssekretär weiterhin entgegenkommend zur Resolution Abg. Albrecht (Soz.) spricht über die Lage der Kon- sektionsarbeiter, und greift Dr. Hitze wegen seiner Ausführungen über die Gewerkschaften an. der That einen erhebenden und nachhaltigen Eindruck au alle Teilnehmer gemacht haben. Der Kaiser, umgeben von Vertretern aller Großmächte der Welt, Fürsten und Prinzen । in der Hofloge, das diplomatische Korps, die Minister und ' Staatssekretäre mit ihren Damen in den Prosceniumslogen, die eigentliche Hofgesellschaft im ersten Rang, ein unübersehbares Meer von Uniformen aller Art im Parquet, wo nur der Oase gleich einzelne bürgerliche Gestalten in Frack und weißer Weste sich abhoben, das war in der That eine festliche Umgebung, die auch im Gemüt des Kaisers ihre tiefe Wirkung nicht verfehlen konnte. Vom Festspiel, das man einer so illustren Gesellschaft vorgesetzt hat, möchten wir nicht dasselbe sagen. Die Ausstattungskünste des Berliner Hof theaters in Ehren. WaS au wirksamer Dekoration und Beleuchtung und an tadellos funktionierendem Berwandlungs- Mechanismus geleistet werden kann, das leistet die Berliner Hofbühne, und auch in der Schönheit und Treue der Gewänder wird kein anderes Theater mit ihm konkurrieren wollen. Aber, aber — Herr Laufs! In einzelnen Blättern waren wir der Besorgnis begegnet, daß dieses Festspiel G e- schmacklosigke.it en oder gar Taktlosigkeiten gegenüber den geladenen Gästen aus fremden Ländern vielleicht sogar gegenüber denen aus anderen deutschen Bundesstaaten zu Tage bringen werde. Diese Sorge ist heute gegenstandslos geworden. Wir möchten beinahe sagen: bis zu einem solchen Niveau, auf dem man wenigstens irgendwo anstoßen kann, erhebt sich Herr Lauff längst nicht mehr. Die Dichtung — eit venia verbo — begnügt sich mit Plattitüden und Gemeinplätzen. Wenn nur in jeder dritten Zeile eine dichterische Ab sonderheit wie das „Harfen der Zweige" u. s. w. oder ein verletzender Reim, wie die ewige Wiederholung von „Funkengeknatter" (fl) und „Natter", die Zuhörerschaft daran erinnert, daß jetzt etwas ganz Besonderes los ist. Wir haben zum guten Geschmack des Kaisers selbst das Vertrauen, daß ihm diese dichterische Leistung des Herrn Lauff des Guten zu viel war. Gewiß muß an solchen Tagen eine gewisse Ueberschwenglichkeit mit in Kauf genommen werden. Aber wenn jeder Dichter beweisen muß, daß er mit dem König gehen soll, weil er auf der Menschheit Höhen steht, so wäre es hier angebracht, und gerade hier muß der Befähigungsnachweis erbracht werden, ob dem Dichter diese Gunst zukommen soll, daß er dem Fürsten auf die höchsten Zinnen folgen darf. Daun muß aber auch irgend etwas gesagt werden, was das Empfinden des Monarchen tiefer anfaßt, und gerade den Monarchen in einem solchen Augen blicke weihevoll und lehrreich durchdringt.. Statt dessen dieser Zeitgeist — nicht die Beilage zum „Berliner Tageblatt" — sondern ein alter Harfner, der die unglaublichsten Dinge von seiner Macht und Gewalt erzählt, und diese ober- lächliche, äußerliche Behandlung angeblich symbolischer Ge »anken, die aber sich in ihr Nichts auflösen, sobald man den ymbolischen Gestalten das Theatergewand auszieht. Es wäre beklagenswert, wenn wir derart im gewerblichen und male« riellen Treiben versunken wären, daß keine Dichternatur mehr von hoher Warte aus zum Fürsten und zum Volke zu reden vermöchte. Die Dichter und die 'dichterischen Ideen sind nicht tot und sterben nicht aus, nur, wie Goethe den Faust erkennen lehrt: „Dein Sinn ist zu, Dein Herz ist tot." Berlin könnte und sollte eine Stadt der schönen Künste sein, es brauchte nur der erlösende und erweckende Gedanke von oben herab zu dringen. Hoffen wir, daß das Festspiel auch den Kaiser hat erkennen lassen, daß der Versuch, Herrn Lauff zu einem Sänger der Ver- xangenheit und Gegenwart und ihrer Größe und ihrer Lehren heranzuziehen, verfehlt war, daß also die Dicht- ünst im Dienste der deutschen Geschichte und des preußischen Königtums anderswo geweckt werden muß. Dieses Bedürfnis cheint selbst in der Brust der Excellenzen und sonstigen hoch estellten Personen, auch der Militärs, die das Parquet illustrierten, überwiegend die Empfindung beherrscht zu haben. Natitische Tagesschau. Die peinliche Angelegenheit des Prinzen Alfons von Bayern findet in der bayerischen Presse eine verhältnismäßig ruhige Beurteilung. Anderswo urteilt man schärfer. Schon deshalb ist es zu bedauern,, daß amtliche Aufklärungen ausgeblieben sind. Den Vermut- Deutscher Reichstag. Berlin, 22. Januar. Bei der fortgesetzten Beratung des Etats des Reichsamtes des Innern bestreitet Geheimrat Meißner die gestrige Behauptung des Abg. Sachse, daß in dem Bergbaubetriebe die Zahl der Unfälle von Jahr zu Jahr gestiegen wäre. Abg. Horn (Soz.) bespricht nochmals die Lage der Arbeiter in den sächsischen Glasschleifereien und der Por- zellandreher. Abg. Pauli (Antis.) bekundet dem Grafen Posa- dowsky sein Vertrauen und polemisiert dann gegen die ozialdemokratischen Redner, wobei er den Arbeitern die Organisierung in christlichen Arbeitervereinen empfiehlt. Abg. Münch-Ferber (ntl.) begründet eine Resolution um Errichtung einer Zentralauskunftsstelle für Fragen der Landwirtschaft, des Handels und des Gewerbes. Staatssekretär Graf Posadowsky: Ter Abg. Bebel hat auf Grund einer Broschüre behauptet, daß die vom Reichsversicherungsamt in Verbindung mit dem statistischen Amt auf der Pariser Weltausstellung, ausgestellten Tafeln geeignet seien, eän falsches Bild über die Grundlage und Wirkung der deutschen sozialpolitischen Gesetzgebung zu geben. Dieser Vorwurf hat mich ziemlich empfindlich berührt. Wir Haven in Deutschland das lebhafteste Interesse, daß die Staaten, mit denen wir im wirtschaftlichen Kampfe liegen, dieselben Aufwendungen für sozialpolitische Zwecke machen wie wir. Davon hängt es ab, ob wir überhaupt unsere sozialpolitischen Fortschritte zum Besten der Arbeiter fortsetzen können oder nicht. (Zustimmung.) Bleiben andere Staaten im Stillstand, so könnte schließlich der Erfolg der sein, daß die deutsche sozialpolitische Gesetzgebung zu einem gewissen Stillstände verurteilt wäre, weil dann unter Umungen ist der weiteste Spielrauin gewährt. Die liberale „Augsb. Abendztg." erfährt, der Prinz habe als Brigadier beim letzten Manöver mit dem Divisionär v. Könitz, der den kranken kommandierenden General Prinzen Arnulf vertrat, wegen der Kommandoführung Differenzen gehabt. Die Sache sei vom Prinzen Arnulf an den Kriegsminister geleitet und von diesem am Tage nach der Rückkehr des Prinzen Alfons aus Weimar dem Prinzregenten vorgetragen worden. Den „M. N. N." wird heute noch näheres geteilt: Prinz Alfons habe mit v. Könitz wiederholt Auseinandersetzungen über die Ausführung von Befehlen gehabt, v. Könitz habe die Anordnung des Prinzen, beim Abstiege über ein äußerst steiniges und gebirgiges Terrain die Pferde an den Zügeln zu führen, scharf kritisiert, auf den Einwand des Prinzen kurz erwidert: „Se. Majestät Pferde können ja wieder ersetzt werden", und den Prinzen stehen lassen. Den Bericht des Freiherrn v. Könitz, daß Prinz Alfons zur Führung einer Division nicht befähigt sei, habe Prinz Arnulfunterstützt. Beide Blätter stellen bestimmt in Abrede, daß es sich um Mißhelligkeiten bei der Beisetzung des Großherzogs in Weimar gehandelt habe. Auch die „Allgem. Ztg." versichert, lediglich Gründe militärischer Natur seien maßgebend gewesen. Der „Bayerische Kurier" ergänzt aber seine früheren Mitteilungen noch dahin: der Kaiser habe einen „schlichten" kommandierenden General nach Weimar abgeordnet, der Prinzregent dagegen ein Mitglied seines Hauses; daraus hätten sich Etikettenschwierigkeiten ergeben. 'Aber auch zahlreiche andere Mitglieder regierender Häuser waren in Weimar versammelt und ließen dem Vertreter des Kaisers den Vortritt. Anderseits ist es allerdings auffällig, daß der Zwist am Tage nach der Rückkehr des. Prinzen von Weimar zum Ausbruuch kam. Das niederländische Staatsblatt hat jetzt die von den Generalstaaten angenommene ehegesetzlichen Bestimmungen über die Heirat der Königin der Niederlande veröffentlicht. In erster Linie steht die Genehmigung der von „Ihrer Majestät mit Seiner Hoheit Heinrich Wladimir Albrecht Ernst, Herzog von Mecklenburg, Fürst der Wenden, von Schwerin und Ratzeburg, Graf von Schwerin, Herr der Lande Rostock und Stargard einzugehenden Ehe". Als Standesbeamter tritt der Justizminister auf, der die bürgen liche Eheschließung im königlichen Palaste im Noordeinde im Haag vollziehen wird. Bemerkenswert ist, daß die gesetzlichen Vorschriften über Namensveränderung oder Beifügung von Namen auf die aus dieser Ehe zu erwartenden Kinder nicht anwendbar sind, sodaß also die Königin in dieser Hinsicht durchaus freie Hand hat. Endlich wird der Gemahl der Königin als zu den Mitgliedern und Prinzen des königlichen Hauses gehörend anerkannt. Noch nicht veröffentlicht ist das zweite der angenommenen Gesetze, wodurch der Herzog in den niederländischen Staatsverband ausgenommen wird; die Verzögerung dürfte darin ihren Grund haben, daß die für die Entlaffung des Herzogs aus dem deutschen Staatsverband nötigen Förmlichkeiten noch nicht erledigt find. Wie aus dem Haag mit Bestimmtheit gemeldet wird, wird Herzog Heinrich unmittelbar vor der Vermählung einen höheren Rang in der niederländischen Armee erhalten. — Von ftemden fürstlichen Persönlichkeiten werden, nachdem der König von Württemberg und der Großherzog von Luxemburg abgesagt haben^ bei der Vermählung erscheinen: Großherzog von Mecklenburp-Schwerin, Fürst Heinrich XVIII. und Fürstin Charlotte von Reuß, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Prinz Ulrich von Schönburg-Waldenburg, Erbgraf von Erbach, Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Hermann von Schönburg- Waldenburg, Fürst und Fürstin von Bentheim. Steinfurt, Fürst und Fürstin von Schwarzburg-Rudolstadt, Prinzessin Thekla von Schwarzburg-Rudolstadt, Prinz und Prinzessin Heinrich von Schönberg, Großherzog von Sachsen Weimar- Eisenach, der Fürst von Wied und Gemahlin, Herzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, Fürst und Fürstin von Waldeck, Großfürst Wladimir mit Gemahlin, Großherzogin Marte von Mecklenburg Schwerin, der Herzog-Regent von Mecklenburg-Schwerin, Herzogin von Albany und Prinzessin Alice, Prinzessin Adolf von Schwarzburg-Rudolftadt, Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg. Von dem Schlußakte der Berliner Zubiläumsseierlichkeiteu entwirft der Berliner Mitarbeiter eines Thüringer Blattes ein ansehnliches Bild. Der Bericht lautet: DaS Fest ist aus. Es hat Freitag abend mit einer prunkvollen Vorstellung im Opernhause seinen Abschluß gefunden, und nach ihr zu urteilen, müssen die einzelnen Szenen im Schloß und vor dem Schloß, deren Zeuge zu sein dem gewöhnlichen Sterblichen unmöglich gestattet sein kann, in Abg. B1 ell (fr<.Vp.) äußert sich im Sinne der Anregung; von Münch-Ferber. Abg. v. Vollm ar (Soz.): Herr Pichler war so liebenswürdig, von einem königlich bayerischen Sozialdemokraten äu sprechen, den man mit anderem Maße messen müsse. Mich kitzelt man durch derartige Redewendungen nicht, ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich ein guter Deutscher, und ein ebenso guter Bayer bin, was mich aber nicht hindert, auch an andere Völker zu denken, und was die blau-weißen Farben betrifft, so habe ich sie immer für recht schön gehalten, aber auch gefunden, daß eine gewisse Dosis Rot sehr gut dazu paßt. (Große Heiterkeit.) 2r. Hitze lehnt die Verantwortung für die Sozialpolitik von seiner Partei ab, weil das Zentrum allein nicht maßgebend sei. Wo bleibt denn aber das berühmte Wort: Zentrum ist Trumpf, das aus den Reihen seiner Partei in die Welt gegangen ist? (Heiterkeit.) Und hat man in Bayern nicht gesagt, das Zentrum sei das irdische Werkzeug Gottes? (Heiterkeit.) Hat nicht Dr. Lieber das Zentrum die ausschlaggebende Partei des Reichstags genannt und daraus die Notwendigkeit hergeleitet, daß dasselbe in scheinbar gleichgiltigen Dingen auf den Luxus einer eigenen Meinung verzichten können, um in religiösen Dingen um so mehr Macht ausüben zu können? (Hört! hört! bei den Soz.) Im übrigen, wenn Sie eine ache, die in der Welt bekannt ist, noch bestreiten wollen, dann läge es nahe, an das Jahr 1887 zu erinnern und an ihre Abstimmung zum Septennat, die Sie ausdrücklich damit begründet haben, daß Sie Rücksicht auf Rom damit zu nehmen hätten. (Zuruf im Zentrum: Das gerade Gegenteil ist der Fall!) Sie haben damals das Septennat auf das äußerste bekämpft; der Reichstag wurde aufgelöst. Sie haben sich als Vorkämpfer der Volksrechte aufgeworfen, und als die Wahlen vorbei waren, die doch ausschließlich über die Frage des Septennats stattfanden, haben Sie sich der Abstimmung enthalten, weil Sie einerseits nach den Vorgängen in diesem Hause nicht für das Septennat stimmen konnten und weil Sie andererseits auf die Meinung des heiligen Vaters in Rom Rück-> sicht nehmen mußten. (Sehr richtig! bei den Soz.) Dr. Hitze hat sich gestern zu Gunsten seiner Partei auf die Arbeiterversicherungsgesetze berufen; da möchte ich daran erinnern, daß, als es sich 1897 um die Revision der Unfallversicherung handelte, das Zentrum alle unsere auf weitere Ausgestaltung der Unfallversicherung gerichteten Anträge mit niederstimmen half, obwohl es vorher für die von uns beantragten Verbesserungen selbst eingetreten war. (Hört! hört! bei den Soz. — Unruhe im Zentrum.) Sie erinnern sich wohl aller dieser Dinge nicht mehr? (Heiterkeit.) Es ist viel Wesens davon gemacht worden, daß meine Partei für die Revision der Unfallversicherungsgesetze schließlich gestimmt hat. Ich kann mir wohl denken, daß das aus der Erwägung heraus geschehen ist, das Zentrum könne bei seiner sozialpolitischen Unzuverlässigkeit später noch für ein schlechteres Gesetz stimmen, wenn inan nicht sofort das Erreichte in Sicherheit bringe. (Heiterkeit.) Sie haben sich auch für eine Verteuerung der Lebensmittel, also für eine eminent arbeiterfeindliche Politik rückhaltlos ausgesprochen. Es hat mich gewundert, wie ein so erfahrener Parlamentarier einer so brenzlichen Sache wie der Gewerkschafts- srage nicht in weitem Bogen aus dem Wege ging, sondern sich daran die Finger verbrannte. (Heiterkeit links.) In alten Zeiten hat Bischof v. Ketteler in Mainz den katholischen Arbeitern direkt den Eintritt in die Arbeiter-Orga^ nisationen angeraten. Dann kam eine lange Zwischenpause, und erst als wir angefangen hatten, in den katholischen Landesteilen Organisationen zu schaffen, kamen Sie darauf, daß eine Organisation für die Arbeiter nötig sei, aber nicht um ihrer selbst willen, sondern als Gegen-Orga- nisationen gegen unsere Gewerkschaften, und diese Ihre Gegenorganisationen haben nur zu oft als Hilsstruppen ür die Arbeitgeber und als Streikbrecher gedient. Ich würde kaum eine solche Behauptung wagen, aber auf dem Schweizer Arbeitertage zu Luzern hat Professor Beck erklärt, ne katholischen Arbeiter hätten sich allerdings so oft gegen die übrigen organisierten Arbeiter gebrauchen lassen, beispielsweise als Streikbrecher, daß eine gewisse Mißstimmung besteht. (Hört! hört! bei den Soziald.) Auf dem Kongresse der christlichen Gewerkschaften in Frank- urt wurde ausgesprochen, daß der Platz der christlichen Bergleute an der Seite der Sozialdemokraten sei, und laß sich die Fabrikanten nicht träumen lassen sollten, daß ie sich zum Kampf gegen die Sozialdemokraten gebrauchen assen würden. Ter Fuldaer Pastoralbrief der deutschen Bischöfe ist eine Antwort auf die Beschlüsse jenes Frankfurter Kongresses, die Kirche müsse auch der Leitstern bei der Lösung wirtschaftlicher Fragen sein, die katholischen Arbeitervereine seien stark genug, neben der geistigen Wohlfahrt auch die materiellen und Standesinteressen zu vertreten. Es wurde erklärt, die christlichen Gewerkschaften eien interkonfessionell und würden es auch bleiben; die christlichen Gewerkschaften seien nicht dazu da, die Sozialdemokraten abzumurksen. Wenn man im eigenen Lager nach Scharfmacherart gegen die katholischen Arbeiter vorginge, so würden sie schließlich zu den Sozialdemokraten übertreten müssen. (Hört! hört! und Heiterkeit.) Tie Dinge liegen heute so, daß die herrschenden Kreise sich nur ein Staatswesen vorstellen können, das nach ihren Ideen gemodelt ist, während recht wqhl ein blühendes gerechtes Gemeinwesen bestehen kann ohne die Herrschaft der heutigen herrschenden Klasse. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Tr. Hitze (Zentr.) erwidert auf die Angriffe der sozialdemokratischen Redner und nimmt für seine Partei in Anspruch, daß sie den sozialpolitischen Fortschritt möglichst zu fördern gesucht habe. Abg. Dr. Müller-Sagan (fr. Vp.) erklärt, daß seine Partei den Antrag Fischer aus formellen Gründen ablehne, aber ohne der Ablehnung etwa die Deutung eines Vertrauensvotums geben zu wollen. Darauf vertagt sich das Haus auf morgen 1 Uhr. Anträge über die Wohnungsreform. Aus Stadt und Land. Gieße«, 23. Januar 1901. ** Personalien. Der Großherzog hat zum 22. Januar dem Rechtsanwalt und Notar, Geh. Justizrat Dr. Herman» Weber in Offenbach, au« Anlaß seines 50jährigen Dienst- jabiläumS die Krone zum Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und am 17. Januar de« Ministerialrevisor bet dem Ministerium der Finanzen, Ha a** i f -Diedrich : <2. g* » Uw. SgsT man W ten. tial zu lcher SA?;?- Li- -«" ,in'l 1: Sm um*™1 2-! MM M> &, Ti * «f * r Dawoibruch unser Th Zn? Und «MN Unglüd unter Um Wn Wir hoffen, daß die hcss in einem solchen Unterm dazu ^gefordert werdet 18 S Wollwai SMjtr, Unten Pelzwaren ii. Md Rvrbwar B-ka die SBetmietnng twi der Marga . Dar von her St Rtten Margai-etheM Lagerplätze t 4 >u W Jahren Venn LT JW Geländi wen Grüft sich »M.. jÄ? tu* “w werden. « ^geböte wolle Plätze bn m welchen. 10 Uhr ***«» den 21. gat Hchrrzoglch . Bekkn 1 Ne Saaten ?>.5Ä habe idA.UnblW it9efuN Llmmer 5 ’ lGroke «5? eine Ir bieBgn, ltrexfeit) Zentrum A^alitik !r bas LQJlein nicht i Reih^te Partei ruin fei L 0- ,man "g»firs be\,mE|r Macht i dir Stftj’P 3m »ltzfim Z-nL7 ■tämnH ^ih ^rnilS Mft, bet Seidjstaq Ar-Meidet KU, Zahlen vorbei hiaren Jla9e des Leptennats wMng enthalten, weil in biejem Hause nicht unb weil Sie anderer- «aters in Rom M-. bei den Soz.) Tr. Hitze utei auf die Arbeiter- hte ich daran erinnern, Ln der UnfEversicher- ifere auf weitere Aus- >erichteten Anträge mit her für die von uns -ingetreten war. (hort' lentrum.'i Sie erinnern mehr? (Heiterkeit.) Es Rechnungsrat Friedrich Wimmenauer zu Darmstadt aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- mütig n verliehen. — Der Großherzog hat am 17. Januar den RegierungSasior Karl Platz aus Langen zum Steuer kontrolleur ernannt. wd. Sichenhausen, 22. Jan. Wie man vernimmt, trägt man sich mit dem Gedanken, oberhalb unseres Ortes das Thal zu sperren. Sollte diese Thalsperre wirklich zu stände kommen, welcher Nachteil und welche Gefahren würde für unser Thälchen entstehen! Fast sämtliche Bewohner dieses Thales finden in der Viehzucht ihren Haupterwerb und dazu ist Futter nötig. Als alleiniges und als billigstes Dungmittel wird hier das Wasser benutzt; wer eine gewässerte Wiese mit einer ungewässerten vergleicht, wird sofort erkennen, daß letztere nicht halb so viel Futter wie jene giebt. Dieser Wert wird von jedem Bewohner erkannt. Wer einmal im Herbste um Mitternacht durch unser Thal gegangen ist, ist gewiß Gestalten mit langen Hacken begegnet. Diese Geister wäre» brave Leute, die das Wasser auf ihre Wiesen wandten. Entsteht man also uns das Wasser, werden wir außerordentlich geschädigt. Außerdem welche Gefahren bringt eine Thal' sperre! Wenn auf dichten Schneefall Thau' und Regenwetter rintritt, große Wassermassen in das Thal stürzen, was vermag dem auf die Dauer zu widerstehen? Wenn aber durch einen Dammbruch unser Thal verwüstet wird, wer bezahlt den Schaden? Und was vermag Menschenleben, die einem solchen Unglück unter Umständen zum Opfer fallen würden, zu ersetzen? Wir hoffen, daß die Hess. Staatsregierung die Genehmigung zu einem solchen Unternehmen verweigern wird, wenn sie dazu aufgefordert werden wird. de. Gedern, 22. Jan. Der hiesige Kriegerverein wird den Geburtstag des Kaisers allein feiern. Es sind theatralische Aufführungen und Ball in Aussicht gestellt Zutritt haben nur Mitglieder des Vereins. Patriotische Tag' wurden früher von sämtlichen Vereinen gemeinschaftlich gefeiert, waS nun aufgehört hat. Der hiesige V. H C wird zur Feier ein Festessen unter seinen Mitgliedern abhaltcn, und ebenso werden alle andern Vereine sich getrennt zusammen finden. Frankfurt, 22. Jan. Heute fand auf dem hiesigen Amts gericht eine Gläubigerversammlung in der Marx'sch en Konkursangelegenheit statt, in der Rechtsanwalt Dr Hassel als Verwalter der Masse eine Quote von 6—8 pCt. in Aussicht stellte. Die Gesamtsumme der Unterschlagungen beziffert sich, wie erst nach langwierigen Nachforschungen festgestellt werden konnte, auf etwa Mk. 400 000. Marx hatte alle bezüglichen Akten und Bücher verbrannt, sodaß die Feststellungen sich ungemein schwierig gestalteten. ** Meine Mitteilungen aus Hessen und deu Nachbarstaaten. Die Leiche des Direktors Meurer von der Binger Äktien- brauerei ist aus dem Rhein geländet worden. Meurer hatte bekanntlich durch die Unterschlagungen des Bahnhofrestaurateurs Frank Verluste erlitten und sich ertränkt.— Am 21. Januar brach in demDietz'schen Oekonomiegebäude des „Tulpenhofs" in Offenbach Feuer aus. Die Feuerwehr konnte den Brand auf seinen Herd beschränken. J^ungenleiden Von ärztlichen Autoritäten glanzende Erfolge erzielt mit ,, SanatOgen“. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Bauer & Cie., Berlin SO. 16. Hausens Grossartig In Wirkung bei allen Magen- u. Darinkrankheiten. 416 Kasseler Hafer-Kakao. Soll der Kranke jede Hoffnung anfgeben! Herr« Ernst Weidemann tu Liebenburg (Harz). Nachdem ich meine Rur von 60 Tagen beendet, freut t§ mich, Ihnen das Resultat des russischen Knöterich mittetlen zu können ; da ich 8'/z Monat Bronchial:Katarrh und Lungenspitz n Affrktiomn batte, nachher chronisches Lungenleiden, es quälte mich trockener Husten, A'hemnot quälte meine Brust, Freber trat unvermutet auf, Urin war nie Har, alle Speisen waren mir zuwider. Anfangs September wurde ich heiser, hatte öfter Stechen im Halse und Ohren, jede Nacht kalten Schweiß am ganzen Körper. Der mich behandelnde Arzt gab jede Hoffnung auf Genesung auf, bis zufällig mein Auge auf Ihre Offerte fiel, worin ich meinen letzten Rettungsanker erblickte. Schon nach fünftägigem Gebrauch Ihres Thees fühlte ich eine Erleichterung, Stimmung gehoben, Appetit befferte sich von Tag zu Tag, so daß nach zehn Tagen der Arzt erklärte, daß ich auf dem rechten Lungenflügel nur noch etwaS Geraffel hätte. Nach Gebrauch der dritten Sendung wurde Husten weniger, Auswurf stark, Fieber und Schweiß ließen nach, und verbrachte ruhige Nächte, so daß der Arzt bei seinem Besuche höchst erstaunt war über mein Aussehen. Nach weiterem Gebrauch Ihres goldenen Thees bin ich in der Lage, Ihnen mit teilen zu können, daß ich mich mit jedem Tage wohler und kräftiger fühle, so daß meine Verwandten und Bekannten ihre stete Verwunderung aussprechen, und werde ich diesen Winter, um etwaigen Rückfall zu vermeiden, Ihren köstlichen unschätzbaren Thee, der mich vom Rande des Grabes nß, noch weiter nehmen und werbe nicht verfehlen, jeden Leidenden Ihren so wertvollen Thee zu empfehlen und stelle Ihnen gern zur Veröffentlichung meines Dankes meinen Namen und Adresse zur Verfügung. Louise Sch. in 5t., Büttgerlandstr. 19 I. Das Original liegt zu jedermanns Einsicht bei E. Weidemann, Liebenburg (Harz). 462 Hamburger Engros-Lager Schulstraße 4. Alexander SalOITlOn & Co. Schulstraß- 4. Von Sonntag deu 20. bis Samstag deu 26. Januar werden nachstehend verzeichnete Artikel einem Räumungs - Ausverkauf 740 Nur vom 20. bis 26. d. M. nud bei sofortiger-Barzahlung wird der Rabaft gewährt. A.&G. Wallenfels aus der 695 Alle 225 502 in nur besten Huakitäterr. 806 Mecum. Bekanntmachung Das bisher durch Peter Frees Witwe dahier zur Ans empfiehlt 731 rang za billigen Preisen. 192 Großes Lager in TrittSnfen.'-latten, Dachfahfiegeln, Krippen, ssrogen'nsw. Etogmte englische Wagen 1 Ö ' 1 o ' mit P edergestell, hellem Klappverdeck, Randpolster und Kinderwagen Luxuriöse Ausstattung. Hochmoderne Ausführung. Billigste Preise. Neu! IW* Sicherheits-Gürtel Neu! 222 19 Seltersweg 19 ies Emil Horst, Giessen Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. Rasche Lieferung in gediegener Ausfuh- osgt. Der Plan über die Einteilung des Geländes und die Beschreibung der einzelnen Plätze, sowie die Vermietungs- bedingungen liegen zur Einsicht der Jntereffenten von jetzt biS einschließlich 31. I. Mts. auf dem Stadtbauamt offen, woselbst auch weitere Erläuterungen und Auskünfte stellt werden. Angebote wolle man mit der Aufschrift „Angebot auf Lagerplätze bei der Margarethenhütte" Dis zum 1. Februar, vormittags 10 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde : mreichen. Gießen, den 21. Januar 1901. Groß herzogliche Bürgermeisterei Gießen. tag deu 28. Januar 1901, vormittags 11 Uhr, auf dem Bürgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 15 — ändernden, daß meine Partei serungsgeseße schließlich denken, daß das ans it, da» Zentrum könne assigkeit später noch für in man nicht sofort das itedeit.) Sie haben sich ensmittel, also für eine ickhalllos ausgesprochen, o erfahrener Parlament wie der Gewerkschaft )em Wege ging, sondern (Weiterleit linfö.) A in Wain$ ben tatfyo» in die Arbeiter-Organe. W WöPV* otten, in den W Nur Lerdmgung der Llefcrungen I von 115 cbm Holz, '6300 kg| amerikanischen und russischen Petroleums, Doch«band, Haar- und Piassavabesen, Schrubbern, Borft- wischen, Soda, Seife, der Geschirre von Steingut, Fayence und Glas und der Ste.nkohlenanfuhr für das Rechnungsjahr 1901 findet Freitag den s. Februar 1901, vor» Mittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung ein öffentlicher Termin statt. Die Bedingungen liegen an der bezotchneten Stelle zur Ansicht aus. Garnisonverwaltung Gießen. Das beste Backpulver P und bleibt das anerkannt vorzügliche Backpulver zu 20 Pfennig Ledertuohausschlag, Mk. 17.—. Braune Wagen mit Verdeck Mk. 10.—. mit öffentlich verpachtet werden. Gießen, den 21. Januar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Adler-Drogerie, Seltersweg3S. Otto Schaaf. Schürzen in allen nur denkbaren Sorten. Regenschirme in guter Auswahl. Reste und zurückgesetzte Waren sind aus allenMöteilungen unseres Lagers unter Einkauf zu Haven. Bekanntmachung, die Vermietung von Lagerplätzen aus dem Gelände der Margaretheuhütte betreffend. Das von der Stadt Gießen erworbene Gelände der früheren Margarethenhütte soll nebst den darauf befindlichen Bauten als Lagerplätze vom 1. April 1901 ab auf die Dauer bis zu fünf Jahren vermietet werden. Telephon 46 ä 25, 30 und 35 Pfg., ä 40, 50 „ 60 „ a 65 Pfg. k 80 und 100 Pfg. ä 75 Pfg. ä 45 Pfg. ä 30 und 20 Pfg. k 50 und 6b Pfg. • Gestrickte Herren- und Damenwesten, Schulterkragcn, vllWillVll« Strümpfe, Handschuhe, Capotten, Mützen, Unterzeuge, Tücher, Unterröcke, Blousen in nur neuen Mustern. Pelzwaren u. Tapisserie-Artikel LA'm «ÄS und Korbwareu. ausgesetzt. Trotz billiger Meise werden noch 3O°|0 in Abzug gebracht Christian W allen! eis i Marktplatz 17 T elephon 262 8051 Am Kriegerdenkmal. Mittler pa. Creme-Margarine echten Emmenth. Schweizer-, echten Edamer Käse fst. bair. Rahmkäschen Mainzer Handkäschen fromage de Brie Rollmöpse Bismarckheringe fst. marinierte Heringe Marktplatz 21 empfehlen: Neue getr. Pflaumen, „ Bordeaux-Pflaumen,' „ callforn. Birnen, „ „ Aprikosen, ,, Italien. Brünellen, „ amerik. Bingäpfel, Prima verjähr. Bingäpfel, „ Misch-Obst, Hacbmr-Badeökn O.R.P. Uber 500QQ im Gebrauch D.R.P. fioubtn’söasheizöfen Prospcctc gratis. Ue rtreter an fast allen Plätzeit» J.Mouben Sohn Carl,Hachen. Das ganze Gelände ist in acht Lagerplätze eingeteilt, deren Größe sich zwischen 2650 und 6180 Quadratmeter be» das Herausfallen der Kinder aus Kinderwagen, Bettchen und Stühlen unmöglich machend. D. R. M. angemeldet. August Kübinger itii ,• SW ni schaffen, kamen Sic ! die Arbeiter nötig fei ; ondern als Gegen-Orz°- hasten, und diese m oft als hilfstrupM : frecher gedient R a wagen, aber auf der> Professor Beck erklär., allerdings so oft geW rer gebrauchen lassen, daß eine gewche wv bei den Sozial) e auch ^.^tholisckP 'n fein, W w leben der geij 0 oeI, en es amy sozial- man E J üov j den E Äe Mk ______________ ________ ftellnug einer Verkaufsbude benützte Gelände au der blühendes südwestliche» Ecke von Oswalds Garten soll Mou den bett *•^«>**1 Os"-' 1 Uhr- •’ Korten Zee-uLahMk: Schellfische, Kabeljau, Seezungen, Zander. Kechte, Weißfische, Aarven, Karpfen usw. in stets frifeber, sowie in lebender Ware. Bestellungen zu Gesellsckafts- essen uiw. werden prompt ausqeführt Martin Simon, Asterweg L Kehr gute KpeilkkartoMu magnum bonum empfiehlt billigst 03 Eduard Rieger, Asterweg 3. Hamburger 697 Putzpulver putzt Gold. Silber, Messing vor« züglick. Dose 30 Pfg. empfiehlt Otto Schaaf Se'tersweg 39. Unseren Gruss zuvor! S. C.-Kommcrs ganz ergebens! einzuladen. 81t | | Seltersweg BAU 2 G-eseUseb.af ts - Handsc’ und Gesellschaf ts - Handschuhe in Glace, Seide und Stoff 660 10, 561 Thee-Import 668 275 Literflasche Mk. 2.—. Polster cO Zur Bockbier-Saison Freikerrlick R^edesePsche Brauerei. Gebinden, seitherigen bei H:rrn Gießen, 494 Haupt-Niederlage für engros und detail: Ad. Geisse in Giessen. Kidledercreme Dose 25 Pfg. empfiehlt Otto Schaaf, Zeltrrsmg M Herkules-krikttkämmr, foune Garantie • Zahnbürsten in großer Auswahl billigst bei H. Tichy, ’68 Settersrveg 43, ^cke derchoethestr. gtbaM Edition zchülpraßt Preise stehen auf den Etiketten. Flasche Mk. 1.80, 2.50, 3.-, 3.50, 4.-, 5.- Cognac zuckerfrei Flasche Mk. 3 — Vorzüglich für Genesende und Zuckerkranke. Für die Ball-Saison empfehle meine Fabrikate in allen Der 8. CL zu Giessen. Das präsidierende Korps Teutonia BurgbräiEusstich (hochprozentiges Gesundheitsbier) in Flaschen und sowie helleS und dunkles Burgbier in der anerkannten Güte, kann aus unserer Niederlage H, Heyne, Anm Aquarium, Wallthorstraße, bezogen werden. Lauterbach, den 8. Januar 1901. hellfarbigen Kall- nah Gchllslhasts-HaudsGhen in Htace, Seide und Stoff; ferner Helle und weiße Ball-Kravatten. Anfertigung «ach Matz. Kandfchuhwäscherei. KaudschuhfavriS. W. Schede, Achiilßraße 5. HausmacherEiernudeln.. Maccaroni in allen Preislagen bis zu den denkbar besten Dualitäten* empfehlen 503 ‘ A. & G. Wa8lenfel0s Marktplatz 21. Seine lieben a. H. a. H. und Freunde der Korps, sowie die hiesigen und auswärtigen alten Korpsstudenten erlaubt eich unterfertigter 8. C. zu dem Samstag* den 26. d. Mts., abends 8 Uhr pr. dahier im Saale des man muß aui das alte Rom am geeigneh'ten auf aW--oftinbif(f)en &Wten P Lt ÄS |SEÄ «J. ’ er kommt in feie bfe gemeinen ?t 9e' bi ^tische 9iL7 Unnirei mit Ä. «Munde §chL4m°lbuM agnahute von 81 rh Ä S^ubcfitV Cognac Vfrl^cb Ptrisgtkrenj Man v» 9 verlange - Ärztlich empfohlen. Mechanische Musikwerke Violinen Zithern. g Franz Eyserbeck Bahnhofstrasse 61,1.