Nr. 276 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 23. November 1901 erscheint täglich mit Ausnahmr des Montags. Die Gießener Familien» blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt* und den „Blättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich bet- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Annahme von Anzeigen xu der für den folgenoen Tag erscheinenden dis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen An» »eigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den An- zeigentell: Hans Beck Politische Tagesschau. Die Reichsregieruug und Chamberlain. Endlich ergreift nun auch die Reichsregierung zu der thorrchten Rede Ehamberlains das Wort. Sie bedient sich dazu ihres offiziösen Organs. Die „Nordd. Allg. Zt g." fltebt „Wt)lffsche Depesche aus London über den Brief des Sekretärs Ehamberlains an Marriner wieder und schreibt dazu: Einzelne unserer Kolleginnen haben es als einen Fehler bezeichnet, daß die „Nordd. Allg. $tg." bisher zu dieser Angelegenheit geschwiegen hat. Mit Unrecht. Wir können wenigstens nicht sinden, daß die aus akademischen Kreisen heroorgegangenen Kundgebungen verlebten Nationalgefühls irgend einer offiziösen oder halbamtlichen Aufklärung oder Belehrung bedurft hätten, es sei denn in dem Sinne, daß man den berechtigten Unwillen über außerparlamentarische Redewendungen eines einzelnen Ministers nicht auf die englische Regierung und das englische Volk erstrecken dürfe. Indessen hat eine ganze Reihe erster oeulscher Blätter diesen Gesichtspunkt zur Genüge hervorgehoben und lebhaft bedauert, daß die durch den Burenkrieg erzeugte antienglische Stimmung deutscher Volkskreise durch unbedachte und verletzende Aeußerungen Chamberlains aufs Reue gereizt worden ist. Die Wolff'sche Depesche nötigt uns mm doch, auf die Edinburger Rede des englischen Kolonialministers zurückzugreifen. Rach den Berichten der englischen Zeitungen hatte sich Chamberlain zur Rechtfertigung der engllschen Kriegführung gegen die Buren darauf berufen, daß andere europäische Nationen, darunter die deutsche, in früheren Kriege,: es schlimmer getrieben hätten, als die Engländer in Südafrika. Durch seinen Sekretär läßt Chamberlain nunmehr erklären, daß er in Edinburg nur auf die bei allen zivilisierten Nationen unter ähnlichen Umständen beobachtete Haltung verwiesen habe. Wir stellen fest, daß zwar die Edinburger Rede damit eine Abschwächung erfährt, der Ausdruck der Verwunderung aber über die Empfindlichkeit des deutschen Nationalgefühls ungerechtfertigt und ungehörig bleibt, denn das Mißverständnis, von dem Chamberlein spricht, liegt auf Seiten der sT ochen lang unwidersprochen gebliebenen englifchen Berichterstattung, ober die zur Entschuldigung vorgebrachte allgemeine Wahrheit, daß in allen Kriegen Härten vorkommen, würde Niemand bei uns sich erregt haben. Dem in Volksversamnrlungen hier und da ausgestellten Verlangerr, im Interesse des deutschen Heeres amtliche Schritte gegen außeramtliche Aeußerungen eines fremden Ministers z,i unternehmen, können wir uns nicht anschließen. Das Ansehen, das die deutsche Armee sich sowohl durch ihre Manneszucht und Menschlichkeit, wie durch ihre Tapferkeit in der ganzen gesitteten Welt erworben hat, steht viel zu fest, als daß es durch falsche und unpassende Vergleiche berührt werden könnte. Es hat ja recht lange gedauert, bis man sich in der Wilhelm st raße zu Berlin entschloß, dem Herrn Chamberlain einen Nasenstüber zu geben für seine bubenhaften Ungezogenheiten. Er ist auch ziemlich zahm ausgefallen, der wohlverdiente Reichsrüffel. Aber im großen und ganzen kann man den Ausführungen der „Nordd. Allgemeinen" doch zustimmen. „Amtliche Schritte gegen außerordentlich^ Aeußerungen eines ftemoen Ministers" halten auch wir keineswegs für angebracht, und im übrigen sagt das offiziöse Regierungsblatt so ziemlich dasselbe, was wir wiederholt an dieser Stelle ausgeführt haben. Daß die Unverfrorenheit Chamberlains auch einem Teile der Londoner Presse als Muster gilt, scheint uns bedenklich. Die „Times" erlauben sick, den Grafen Bülow darauf aufmerksam zu machen, daß die täglichen Kundgebungen deutschen Hasses gegen England geeignet seien, im Britenvolk die Annahme Boden gewinnen zu lassen, daß die leidenschaftliche Feindschaft des deutschen Volkes als mächtigerer Faktor in der Gestaltung der Beziehungen beider Länder betrachtet werden müsse, als die werfe und freundliche Staatsttmst der deutschen Regierung. Mit an- oeren, deutlicheren Worten also: Graf Bülow soll seinen Landsleuten nahelegen, unfreundliche Aeußerungen über England zu unterlassen, weil der Herr Vetter sonst ernstlich böse werden könnte, was für die deutsche Regierung ver- drreßlich sei. Tie „Daily Mail" geht sogar noch weiter;, sie bezeichnet die antienglischen Kundgebungen der Deutschen als eine der gefährlichsten inneren Agitationen. Es ist ein starkes Stück, daß Londoner Blätter die deutsche Regierung gegen das deutsche Volk „scharf zu machen" suchen. Diese englischen Unverschämtheiten wird hoffentlich Graf Bülow demnächst im Reichstage mit der Körperbewegung, abschütteln, die hier allein am Platze ist. Der Kolonialrat trat am Donnerstag vormittag im Reichstagsgebäude zu Berlin zu seiner Herbstsitzung zusammen. Der Vorsitzende, Direktor der Kolonialabteilung Dr. Stübel, hieß die alten und die neu einberusenen Mitglieder zu gemeinsamer Arbeit herzlich willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese uneigennützige und opferwillige Mitarbeit sachkundiger Herren den Kolonien wiederum zum Segen gereichen möge. Der Kolonialrat sei gewissermaßen ein Ersatz für die Beiräte in den Schutzgebieten selbst, zu deren Schaffung die Voraussetzungen noch nicht vorhanden seien. Der Vorsitzende gedachte sodann in warmen Worten des im letzten Sommer verstorbenen Mitgliedes des Kolonialrats, Vizeadmiral Schering, und seiner verdienstlichen kolonialen Thatigkeit. Zu Ehren des Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen. In den ständigen Ausschuß des Kolonialrats wurden alsdann Staatssekretär a. D- v. Jacobi, Staatssekretär a. D. Herzog und Staatsminister v. Hofmann durch Akklamation einstimmig wiedergewählt. Ueber die Arbeiten des Ausschusses des Kolonialrates zur Beratung der Sklavenfrage lag ein ausführlicher gedruckter Bericht vor. Domkapitular Hespers betonte hierzu als Referent des Ausschusses, daß der Ausschuß eine generelle gesetzliche Regelung der Sklavensrage zur Zeit für utunöglich gehaltert babe, wohl aber eine vorläufige Regelung nach den einzelnen hier in Betracht kommenden .Schutzgebieten unter Berücksichtigung ihrer besonderen A-r- hältnisse. Die Entwürfe der betreffenden Verordnungen haben auch der Begutachtung der Gouverneure unterlegen. An der Generaldiskussion beteiligen sich Vizeadmiral Valois, Dr. Scharlach, Vohsen, Staudinger, Staatssekretär a- D. Jacobi, Domkapitular Hespers, Kommerzienrat Lucas, v. d- Heydt und der Vorsitzende, der es als Ziel der Regierung bezeichnete, auch in Deutschx-Ostafrika die Befreiung der Sklavenkinder durchzuführen, sobald die Verhältnisse es irgend gestatten. Wie sich aus der Generaldebatte ergab, pflichtet der Kolonialrat in seiner großen Mehrheit dem Standpunkte des Ausschusses bei, von dem aus die Freierklärung der Sklavenkinder zwar in Ostaftika mit Rücksicht auf die vorliegenden Berichte des Gouverneurs iroch nicht ausgesprochen werden solle, wohl aber ein solches Vorgehen in Togo und Kamerun, in letzterem Schutzgebiete mit einigen Modifikationen, als durchführbar angesehen werden könne. Der in der Presse aufgetauchte Gedanke der Einführung eines Arbeitszwanges durch die Regierung wurde dagegen als u'-durchführbar bezeichnet. In der Spczialdebatte wurden die Entwürfe von Verordnungen betr. die Haussklaverei in Deutschostafrika, Kamerun und Togo nach längerer Erörterung mit einigen Abänderungen in der Fassung des Ausschusses angenommen. Einer Anregung des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg folgend, sagte der Vorsitzende eine alsbaldige Veröffentlichung des Entwurfs der Verordnung für Ostaftika zu, während die Veröffentlichung der Verordnungen für Togo und Kamerun erst in Aussicht genommen ist, nachdem bezüglich der letzteren der Gouverneur von Kamerun noch einmal gehört worden ist. In seiner Nacbmittagssitzung beriet der Kolonialrat über den Bericht oes Ausschusses für Prüfung des Entwurfes einer Verordnung betr. die Regelung der Arbeiterverhältnisse in Kamerun. Der Bericht gab Anlaß zu einer prinzipiellen Erörterung der wirtschaftlichen Lage Kameruns, wobei den hervvrgetretenen Schwierigkeiten gegenüber aus dem Kolonialrat heraus auf die schweren wirtschaftlichen Kämpfe hingewiesen wurde, die auch fremde, heute blühende Kolonien in ihren Anfangsstadien gehabt haben. Auf Grund der sachverständigen Untersuchungen der natürlichen Verhältnisse Kameruns dürfe man Vertrauen auf die Zukunft der dortigen Unternehmungen haben. Man müsse fortfahren, Kapital und Arbeitskraft daran hi wenden. Kolonialdirektor Dr- Stübel hob hervor, daß die Regierung stets bemüht gewesen sei, zwischen den Plan- tagen-Leitern und den Arbeitern Licht und Schatten gerecht zu verteilen, und daß namentlich Verfehlungen der Arbeitgeber stets die Ahndung auf dem Fuße gefolgt sei. Die vorliegende Verordnung solle dazu dienen, in dieser Beziehung eine Grundlage zu schaffen und dadurch die bestehenden Uebelstände thunlichst zu beseitigen. Nach einer eingehenden Spezialdebatte, die sich auf die Fragen der Arbeiteranwerbung, der Behandlung der Arbeiter in Krankheitsfällen, sowie des Lvhnguthabens und sonstigen Nachlasses verstorbener Arbeiter, insbesondere auf die Befugnisse der Arbeitskommission erstreckte, und in die der Kolonialdirektor wiederholt eingriff, wurde der Entwurf der Verordnung mit einigen Zusätzen und Abänderungen in der Fassung des Ausschusses angenommen. Ferner hatte der Ausschuß beskimmte, die Disziplinargewalt über die Arbeiter regelnde Grundsätze in Vorschlag gebracht. Das Plenum des Kolonialrats stimmte ihnen nach längerer- Beratung unter Vornahme mehrfacher Abänderungen zu. , Ärweit der Bericht von W. T. B. Wie man sich erinnern wird, hat die deutsche Kolonialpolitik von Anfang an als ein Hauptziel die „Bekämpfung der Sklaverei" hingestellt. Wesentlich durch Geltendmachen dieser Absicht wurde das zunächst widerstrebende Zentrum für die Unterstützung der Kvlonialpolitik gewonnen. Es soll nicht in Abrede gestellt werden, daß die Bekämpfung des Sklavenhandels in nachdrücklicher Weise erfolgt isü Aber die Sklaverei selbst, wenn auch ,jn der milden Form der „Haussklaverei", ist in den Schutzgebieten noch nicht zur Aufhebung gelangt; man müsse, drückte sich der frühere Kolonialdirektor Dr. Kayser aus, solche Sklaverei „mit einem duldenden Auge anfehen". Jetzt sollen zunächst Verordnungen unter Berücksicytigung der besonderen Verhältnisse der Schutzgebiete die Haussklaverei in Deutsch-Oftasrika, Kamerun, und Togo regeln. Hervorzuheben ist, daß die Freierklärung der Sklavenkinder in Deutsch-Ostafrika gemäß den Berichten des Gouverneurs, vorläufig noch nicht ausgesprochen werden kann, wohl aber in Togo und Kamerun. Daß diese Beschränkung einer Maßregel, die einen behutsamen Schritt zur Beseitigung der Sklaverei darftellt, Widerspruch in der Versammlung erfahren hat, läßt sich annehmen, denn der offiziöse Bericht verzeichnet keine einmütige Zustimmung, sondern nur eine solche der großen Mehrheit. Nach Dr. Stuebel ist es das Ziel der Regierung, auch in Deutsch^Ostafrika die Befreiung der Sklavenkinder durchzuführen, sobald die Verhältnisse es irgend gestatten. Wir hoffen, daß dies in naher Zeit der Fall ist, zumal es sich um keine besonders radikale Maßregel handelt. Man wird an dem Inhalt der neuen Verordnungen über die Haussklaverei demnächst erkennen, ob und wieweit die Haussklaverei im übrigen eine der allmählichen Aufhebung zustrebende Reform erfahren soll. Tabaksteuer in Sicht. Der bayerische Finanzminister Frhr. v. Riedel hatte vor Kurzem in der bayerischen Abgeordnetenkammer die Reichsfinanzreform als eine Notwendigkeit bezeichnet, die im Interesse der Bundesstaaten, namentlich der kleineren, liegt. Gleichzeitig bekannte er sich als Gegner einer Reichseinkommensteuer, weil er den Einzelstaaten nach wie vor die Befugnis gewahrt wissen will, ihre Steuerverhältnisse, und insbesondere die direkten Steuern, selbst zu regeln. Nach den Aeußerungen, die Frhr. v. Riedel in der Kammer that,. schwebt ihm als Ziel vor, daß der Reichsftnanzreform die Tabaksteuer als Grundlage diene. Nach dem Bericht der „Münch. Allg. Ztg." führte er aus: Was die Reichsfinanzreform anlangt, so erachte ich vor allem für notwendig die gesetzliche Festlegung des Grundsatzes, daß die Matrikularbetträge die lleoerroeijungcn nicht übersteigen dürfen. Das liegt im Interesse des Reiches, wie der Einzelstaaten. Außerdem bin ich absolut der Meinung, daß das Reich gewisse indirekte Auflagen zur Gewinnung der nötigen Mittel nicht entbehren kann. In Bezug auf die Tabaksteuer hat der Aba. Ehrhardt eigentlich den „Zufriedenheitsapostel" gespielt (Heiterkeit), ihm zufolge wären die Tabaksbauern, die Fabrikanten und Händler vollkommen zufrieden. Aber meine Kenntnis der Sachlage läßt diese Freude nicht recht aufkommen. Die Tabaksbauerii, nicht blos in der Pfalz, sondern auch in Baden, erstreben schon seit einer Reihe von Fahren die Erhöhung der Tabakzölle, was kein Beweis für Zufriedenheit ist. Wir waren von jeher der Ansicht, daß man auf dem Wege der Tabakfabrikatsteuer sowohl dem Tabaksbauer wie der Pfeife des armen Alarmes die gebührende Rücksicht zuwende. Ter Bauer braucht dabei die Steuer nicht direkt zu zahlen und dem Fabrikanten kann sie gestundet werden. Erzielen wir mit der Tabaksteuer ein schönes Stück Geld, jo ist die Reichsfinanzreform von selbst gegeben. Deutsches Mich. Berlin, 21. Nov. Anläßlich des heutigen Geburtstages der Kaiserin Friedrich war das Mausoleum neben der Friedenskirche in Potsdam prächtig geschmückt. Um 9 Uhr vormittags erschien das Kaiserpaar und legte am Sarkophag Kaiser Friedrichs und der Grabesplatte, unter welcher die Kaiserin Friedrich ruht, kostbare Kränze nieder. Später erschienen die kaiserlichen Prinzen, Deputationen von Offizierkorps und Abordnungen von Vereinen und Wohl- thätigkeitsanstalten, deren Protektorin die Verstorbene war, um ebenfalls Kränze niederzulegen. — Zu den seinerzeit von der „Nordd. Allg. Ztg." bekannt gegebenen von den preußischen Landwirtschaftskammern bezüglich der Tierbeförderung auf der Eisenbahn beim Reichseisenbahnamt eingebrachten Anträgen kann das Blatt heute Mitteilen, daß die Verhandlungen wegen Herausgabe eines Kursbuches für den Viehverkehrzum vorläufigen Abschluß gelangt sind. Das Neichs-Eisenbahnamt veranstaltet zum 1. Mai 1902 eine Probeausgabe, fällt der Versuch günstig aus, soll das Kursbuch erstmals am 1. Oktober 1902 für den öffentlichen Gebrauch herausgegeben werden. — Der Stadtverordneten - Ausschuß zur Vor» beratung der Magistratsvorlage, betreffend Umgestaltung der Straße Unter den Lindsn, nahm mit 9 gegen 2 Stimmen das vom Kaiser genehmigte Projekt an. München, 21. Nov. Die Kammer der Abgeordneten nahm einen Antrag an, in dem die Regierung ersucht wird, den Weiterbau der Lokalbahnen thunlichst zu beschleunigen. Im Laufe der Beratung erklärte der Minister Graf Crailsheim bezüglich der süddeutschen Eisenbahngemeinschaft, es seien allerdings Verhandlungen im Gange, welche eine weitere Vereinheitlichung und Vereinfachung der Tarife bezweckten, und es würden darüber in nicht allzu ferner Zeit weitere Besprechungen stattfinden. Allein eine größere Verbilligung der Personentarife sei nur in Zeiten guter Finanzen möglich. Die bayerische Regierung werde jedeVereinbarungablehnen, welche die S e l b st- ständigkeit der bayerischen Staatsbahnen irgendwie beeinträchtige. Ausland. London, 21. Nov. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria meldet: Kommandant Buys wurde, nachdem er einen Angriff auf eine Patrouille von ungefähr hundert Eisenbahnpionieren am Vaal in der Nähe von Villiersdorp gemacht hatte, gefangen genommen. Die Verluste der Briten sind noch nicht berichtet. Die Kolonne Remington kam den Pionieren zu Hilfe. Konstantinopel, 21. Nov. Zwischen Frankreich und der Türkei ist ein neuer Konflikt aüs- gebrochen. Tas zweite, am Bosporus stationierte französische Kriegsschiff „Mouette" verließ mehrere Wochen nach her Abreise des Botschafters Constans Konstantinopel, um im ägäischen Meere Hebungen abzuhalten. „Mouette" sollte jetzt hierher zurückkehren und suchte deshalb wegen der Durchfahrt durch die Dardanellen den üblichen kaiserlichen Ferman nach. Statt an das Schiff eine Antwort gelangen zu lassen, sandte heute der Erste Palastsekretär im Auftrage des Sultans eine Note an den Minister des Aeußern, in 'der demselben erklärt wird, daß für Frankreich keinerlei Grimd zur Stationierung zweier Kriegsschiffe im Bosporus bestehe und daher der Weite Stationär nicht zu- gelassen würde. Ter Minister wird aufgefordert, sich sofort an die französische Botschaft zu wenden, damit diese das Gesuch um Erteilung eines Fermans für die Durchfahrt des Schiffes durch die Dardanellen zurückziehe. Athen, 21. Nov. Bei der heute von den Studenten veranstalteten Protestversammlung gegen die Bibelübersetzung wurden sieben Personen getötet und etwa dreißig verwundet; zahlreiche Personen erlitten leichte Verletzungen, darunter der Polizeipräfekt. Petersburg, 21. Nov. Jn^Rußland lebende orthodoxen Czechen haben an den heiligen Synod eine Bittschrift gerichtet zwecks Heiligsprechung des Märtyrers Johann Huß. Eine neue Anarchisten-Konserenz? D. B- Hd. verbreitet heute folgende Nachricht: Nach, einer dem „Lok.-Anz." aus Petersburg zugehenden Meldung Wird in dortigen politischen Kreisen versichert, daß Deutschland und Rußland in kurzem gemeinschaftlich die übrigen Mächte zu einer neuen Anarchisten-Konserenz ein« laden rvallten. In der Zirkularnote, über deren Fassung jetzt zwischen den beiderseitigen auswärtigen Aemtern Unterhandlungen schweben, werde den anderen Regierungen die Mahl des Ortes, wo die Konferenz tagen soll, ob Berlin oder Petersburg überlassen. Ter Plan zu der Konferenz ist angeblich während der Tanziger Zusammen- kunfr des Kaisers und des Zaren unter dem Eindruck der Nachricht von dem Attentat auf Mac Kinley gefaßt worden. Diese Nachricht ist überraschend, weil bisher sowohl die Etlichen Stellen in Deutschland wie in Rußland dem Gedanken einer solchen Konferenz, der ja sofort nach dem Attentat auf Mac Kinley auftauchte, durchaus kühl gcgen- übergestanden haben. Die nächstbeteiligten Vereinigten Staaten lehnten ebenso wie Italien, ab, die Initiative zu ergreifen. Was soll denn auch bei einer neuen Konferenz herauskommen, da doch über die hauptsächlichen Punkte auf der letzten internationalen Konferenz insbesondere infolge des Protestes Englands kein Einvernehmen zu erzielen war? Irren wir nicht, so wurde damals der Beschluß gefaßt, die Protokolle der Beratungen zu vernichten. Die Arbeit müßte also ganz von neuem begonnen werden — wie kaum zu bezweifeln mit demselben negativen Erfolge. Auch hat der Kaiser in seiner Rede nach der Zusammenkunft zwar die Sicherung des Weltfriedens verkündet, mit keinem Worte aber auf eine derartige Absicht hingcdeutet. Aus Atadt und Kaud. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 22. November 1901. IjU. Die philosophische Fakultät der Landesuuiverfität hat soeben dem Präsidenten des Finanzministeriums, früheren Oberbürgermeister von Gießen, Fedor Gnauth, ehrenhalber die philosophische Doktorwürde verliehen. Das Elogium lautet: Fedoro Gnauth aerarii publici curatoram praesidi ac directori qtri nuper civis nosfer et civitatis noatrae praeaidiatn ac decus academiae noatrae Ludovicianae in defesso studio favebat eiusque rationibos summa saepe sapientia proapiciebat ac 'providsbat civium academicorum quasi pater et vere amicus quem ad honorea amplissimos provectum revocant ad suos honores Universitatis litterarum Hassiacae hio et illio semper patrono jiberarum scientiarum atque artium liberalium adiutori ac promotori in rebus publicis instituendis et administrandis vere philosopho SUMMOS in Philosophie honorea Zu deutsch etwa: Fedor Gnauth, dem Präsidenten des Finanzministeriums, der früher unser Mitbürger, Haupt und Zierde unserer Stadt war, der in unermüdlichem Eifer unserer Ludwigs-Universität feine Gunst zuwandte, und für das, was ihr notig war, voraus- fchauend mit der größten Weisheit sorgte, der studierenden Jugend ein Vater und wahrer Freund, den die hessische Universität nun, da er zu den höchsten Ehren emporgestiegen ist, zu ihren Ehren zurückruft, chm, der stets — hier wie dort — die freie Wissenschaft m seinen Schutznahm, die freien Künste unterstützte und förderte, der sich bei der Anordnung und Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten als achter Philosoph erwies, die höchsten Ehren m der Philosophie .... Man wird diese außerordentliche Ehrung unseres hoch- serdienten Ehrenbürgers in unserer gesamten Bürgerschaft mit besonderer Freude aufnehmen. ** Ans dem Theaterbnrean. Samstag, gelangt als 6. volkstümliche Vorstellung bei kleinen Preisen der Blumenthal-Kadekbnrg'sche Schwank „Hans H u ck e b e i n" zur Aufführung. Am Sonntag, den 24. ds., wird „Die Grille" von Charlotte Birch-Pfeiffer, neuerdings auch wieder Rcpertoirstück des „Frankfurter Schauspielhauses", gegeben. w. Nidda, 21. Nov. Gestern abend hielt der „Gemisch t e E h o r" zu Nidda einen Familienabend im Gasthaus zur Traube ab. Es wechselten Ehorgesänge mit Gesängen des mit dem Ehor verbundenen Männerquartetts und Einzelvorträgen für Gesang und Klavier. Auch ein lebeirdes Bild vaterländischen Inhalts wurde gestellt. Den Schluß bildete eine komische Zaubervorstellung des Lehrers der Gewerbeschule, Herrn Endres; das Ganze nahm einen allseitig befriedigenden Verlauf. Tie Solovorträge wurden ausgeführt von Frau Dr. Heyer und Frl. W e r n d , sowie Hr. P a a r. Die Leitung des Vereins liegt in der Hand des Herrn Pfarrers Werner, das Präsidium in der Hand des Oberamtsrichters R ö m h e l d. Letzterer begrüßte die Gäste und brachte dem Dirigenten ein Hoch. Schreinermeister Neun in g sprach seine Freude aus über die im Verein zu tage tretende Einigkeit der verschiedenen Stände. A. Nidda, 21. Nov. Bei der heute vvrgenommenen Wahl eines Beigeordneten wurde unser seitheriger Beigeordnete Mühlenbesitzer Wilhelm Braun II. mit 78 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Die Wahlbeteiligung war sehr gering, da von 400 Wahlberechtigten nur 78 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. S. Darmstadt, 21. Nov. Unter außerordentlich großer Teilnahme der Bevölkerung fand heute auf dem hiesigen Triedhofe die Beisetzung der bei dem Brande der Turnhalle ums Leben gekommenen Minna Lang aus Linkenhain bei Karlsruhe und Katharina Reith aus Uffhausen bei Kassel statt. Tie Mitglieder der Turngemeinde mit der Fahne an der Spitze begleiteten die Leichen von der Friedhofskapelle nach dem Grabe, wo die Gesangsabteilung des Vereins den Zug mit dem Trauerliede „Wie sie so sanft ruh'n rc." empfing. Der cvang. Pfarrer Belte hielt am Grabe der Minna Lang eine zu Herzen gehende Grabrede. Prof. Friedrich, der erste Sprecher der Turngemeinde, trat hierauf an den Grabhügel und schilderte in bewegten Worten das kaum faßbare Unglück. Noch zwei Stunden vorher seien der Turngemeinde die Räume der Turnhalle eine Stätte der Fröhlichkeit gewesen. Ueber den Verlust des Gebäudes könnte man sich aber, wenn auch mit Thränen im Auge und einem Riß im Herzen, schließlich trösten. Toch der Verlust dreier blühenden Menschenleben mache das fast unmöglich. So schwer wie der heutige, sei ihm noch kein Gang geworden. Im Namen der Turngemeinde sprach er den Hinterbliebenen herzliches Beileid aus und legte dann einen von der Turngemeinde geslisteten Kranz nieder. Es wurden außerdem zahlreiche Kränze, u. a. einer von dem Frankfurter Kellnerverein, an dem Grabe nwdergelegt. „Aufersteh'n, ja Auserstehn" der Turner;mgmannschaft schloß diesen Teil der erhebenden Feier. Inzwischen nahte wieder der Zug der Turner mit dep verunglückten Kath. Reith. In ebenso feierlichen wie bewegten Worten hielt hier der katholische Pfarrer Dr. Schneider eine tief zu Herzen gehende Grabrede. Auch an diesem Grabe legte Prof. Friedrich einen Kranz nieder. Mit einem weiteren Grabgesang schloß die von Tausenden besuchte Totenfeier. — Am Samstag findet die Beisetzung der verunglückten Kath. Haller in ihrer Heimat in Richen im Odenwald statt. Tie Turner werden auch hier in corpore der Toten die letzte Ehre erweisen. Die Turngemeinde hat es sich auch nicht nehmen lassen, die Särge und Be- tattungskosten zu übernehmen. — Großes Aufsehen erregt es, daß die hiesige Volks bank ein der Turngemeinde geliehenes Kapital — trotz der Bürgschaft von 10 solventen hiesigen Bürgern — nach dem Brand gekündigt hat. Darmstadt, 21. Nov. Bei der heute von der Stadt- verordirctcnnersammlung vorgenommenen Wahl eines Beigeordneten der Bürgermeisterei Darmstadt wurde mir 32 von 34 abgegebenen Stimmen 'Amtsrichter G l ä s s i n g -Offenbach gewählt. G., der im Alter von etwa 37 Jahren steht, ist der Sohn des hier verstorbenen Gerichtsschreibers G. Er war früher u. a. auch unter dem ehemaligen Bürgermeister Gnauth in Gießen im Verwaltungsfach mit Erfolg thätig. .— Man schätzt ihn wegen seines großen Wissens, feiner Um- icht, und. seiner populären Umgangsformen. Darmstadt, 21. Nov. Die offiziellen Einladungen zur Feier des diesjährigen Geburtstages des Großherzogs, die an die Staats- und Militärbehörden und an die Kommunalverwaltungen zur Beiwohnung an dem Gottesdienste usw. erlassen worden sind, weichen von den seitherigen Einladungen wesentlich ab. Während seither die Einladungen dahin lauteten, daß die Vertreter der Kommunalverwaltungen zur Teilnahme an der gleichzeitig stattfindenden Geburtstagseier des Großherzogs und der Großherzogin eingcladcn wurden, sind dieselben Vertreter in diesem Jahre zum ersten Male wieder zur alleinigen Geburtstagsfeier des Großherzogs cingeladen. Bingen, 21. Nov. Der tragische Tod der Eheleute Bernhard Groß hier hat sich nunmehr vollständig aufgeklärt. Nachdem bereits durch den Sektionsbefund bei Frau Groß mit Bestimmtheit Vergiftung durch Kohlenvxydgas als Todesursache festgestellt war, hat auch die Untersuchung von Blut und Organen des Herrn Groß, die in Gegenwart des Großherzoglichen Kreisarztes Dr. Schäffer von Professor Dr. Fresenius in Wiesbaden vor genommen wurde, jeden Zweifel hinsichtlich einer anderen Todesursache beseitigt. Worms, 21. Nov. An dem Uebergaug der Straße Rheindürkheim-Guntersblum bei Kilometer 2,6 der Nebenbahn Osthofen-Guntersblum wurde gestern das Fuhrwerk des Arztes Dr. Rolly aus Osthofen um 11.20 Uhr durch den Güterzug 495 überfahren. Wegen heftigen Sturmes hat Dr. Rolly seiner Angabe nach das Herannahen des Zuges nicht wahrgenommen, obgleich genutet wurde. Kurz vor dem Uebergange versuchte Dr. Rolly ras Pferd seitwärts abzulenken. Tas Pferd wurde aber cheu und sprang über den Uebergaug. Ter Wagen wurde von der Maschine am Hinterteil erfaßt und Dr. Rolly aus dem Wagen geschleudert, wobei er eine leichte Verletzung erlitt. Ter Wagen ist zertrümmert. Das Pferd, die Bahnanlagen und der Zug sind unbeschädigt. Wetzlar, 21. Nov. Am Buß- und Bettage wurde der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Schreiner- meister Willy Haupt zu Grabe getragen. Ter große Trauerzug, an dessen Spitze zwei Vereine marschierten, deren Mitglied der Entschlafene war, gab Zeugnis von der allgemeinen Teilnahme, die mau der Familie des Tahin- geschiedenen entgegenbringt. Mit beredten, zu Herzen gehenden Worten schilderte Superintendent Schöler den Schmerz der des Ernährers beraubten Familie, und ries himmlischen Trost auf sie herab. ** Kleine Mitteilungen aus Hcffen und den Nachbarstaaten. In Obermühle bei Braunfels hat sich die Tienstmagd Kath. Räuber, die sechs Jahre lang in der Wirtschaft und Brauerei Obermühle bedienstet war, in dem großen Teich ertränkt. Als Motiv wird Geistesstörung, von anderer Sette jedoch Verzweiflung über einen sittlichen Fehltritt angegeben. — Ein 17jähriger Junge aus Dutenhofen, der in einem Geschäft zu Offenbach beschäftigt war und dort den Betrag von ungefähr 12 Mark unterschlagen hatte, hat aus Furcht vor der Strafe sich in einem Walde bei Offen- bach erhängt. Vermischtes. ♦ Raubmord. Aus Hagenow (Pommern) wird telegraphiert, daß in der Hagenower Haide in der letzten Nacht ein Raubmord begangen worden ist. Der Thäter- schaft sind zwei Personen verdächtig, welche flüchtig sind, und deren Kleider mit Blut befleckt sein müssen. Angaben über die ermordete Person fehlen zur Zett noch. * K a s s e l, 21. Nov. Das Vorstandsmitglied der Treber- trockuungsgesellschaft, Direktor Bo 1 l m a n n, ist dem Vernehmen nach in Hannover, wohin er kürzlich verzogen ist, verhaftet worden. * Petersburg, 21. Nov- Auf dem Baikal-See hat sich eine furchtbare Katastrophe ereignet. Das Fahrzeug Potapow, befrachtet mit 540 Fässern Salzfischen war von dem Dampfer Jakow ins Schlepptau genommen worden. Da brach ein furchtb arer Orkan aus und die Jakow wurde gezwungen, das Schlepptau zu kappen. Jin nächsten Moment schon sank die Potapow und 161 Arbeiter sowie die aus 15 Personen bestehende Sch iffs- mannsch ast ertranken._____________________ Gerichtssaal. Mainz, 21. Nov. Der sozialdemokratische LandlagSabgeord- nete und Redakteur Philipp Haas von hier sollte sich gestern vorder Strafkammer wegen Beleidigung des o st a s i a t i s ch e n Korps verantivorten. Der Angeklagte hatte es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Oberstaatsanwalt Schmidt bemerkte, daß ihm der Angeklagte persönlich mitgeteilt habe, daß er, gestützt aus seine Imin u n i t ä t als Abgeordneter, nicht erscheinen werde. Er beantragte die Vorführung des Angeklagten, da diese nach dem Gesetz nicht ausgeschlossen fei. Ob sie einen Eingriff in die Rechte des Abgeordneten darstelle, darüber ui entscheiden sei Sache des Landtags, dessen Genehmigung zur der Vorführung cinzuholen sei. Nach Entscheidungen des Oberlandesgerichts und des Reichsgerichts sei das Recht zur Vorführung eines Abgeordneten ausdrücklich anerkannt; auch das h e s s i s ch e M i n r st c r i u >n d e r I u st i z^stehe mH diesem Standpunkt. (Bisher wurde noch in keinem Fall die Genehmigung des Landtags zu einer Verhastung oder Vorführung eines Abgeordneten erteilt; sie dürfte auch im vorliegenden Fall nicht erfolgen.) Tie Strafkammer lehnte den Antrag auf Vorführung ab, da sie nach § 229 Abs. 2 der Straf- Prozeßordnung nur dann gerechtfertigt sei, wenn der Angeklagte nicht genügend entschuldigt sei. Es sei aber gerichtsnotorisch, daß seil vorgestern der Zusammentritt des Landtags erfolgt sei, mithin sei die Abwesenheit des Angeklagten genügend entschuldigt. Frankfurt a. M., 21. Nov. In der Sylvesternacht machte der Ingenieur Karl Eduard August Beck, wie er selbst angtebt- in angetrunkenem Zustand über seinen Fremd, den Ingenieur Friy Hofmann, eine lehrenkrankende Bemerkung. Es kam zwischen Beiden zu einem Duells das am Morgen des 8. Januar unter leichten Bedingungen im etabtroalb ausgetragen wurde. Hofmann wurde am Arm leicht verletzt. Beide wurden heut» von der Stras- kammer zu je 4 Monaten Festungshast verurteilt. "Arlieiterbnvegung. Paris, 21. Nov. Im A u s st a n d s g e b i e t von Lens verlief die letzte Nacht ziemlich ruhig. In Avion verringerte sich die Zahl der Ausständigen, in DourgeS hat sic sich vermehrt. Landwirtschaft. — Der Laateustand in Preußen betrug Mille November: Winterweizen 2,2, Winterspelz 2,3, Winterroggen 2,2, junger Klee 2,7, Luzerne 2,6. Die entsprechenden Ziffern des Vorjahres waren: 2,4, 1,9, 2,4, 3,0 unb 2,7. Littcratur, Wissenschaft und Kunst. Berlin, 21. Nov. Zu der Meldung des „Kl. Jour." über eine neueArt dcrSrahlbercitung erfährt die „Nat.-Ztg.", daß sich nicht die techllische Hochschule, sondern die chemisch-technische Versuchsanstalt mit der Erfindung beschäftigt hat, und zwar weil ihr seitens des Fabrikanten Giebeler die Erfindung vorgelegt wurde zur Untersuchung. Das Gutachten dieser Anstalt beschränkt tich aus die Mitteilung des durch die Untersuchung gewonnenen Zahlenmaterials. Von einer Kritik der Erfindung seitens des erwähnten Jnstitllts könne keine Rede feilt. Anioersttüts-Uachrichten. Berlin, 20. Nov. Ter Geh. Lcgationsrat z. T. Proseßor Acgidi ist heute gestorben. (Dr. Ludw. Karl Aegidl war am 10. April 1825 zu Tilsit geboren. Er war 1848 Privatsekretar der prcuß. Minister v. Ailerswald uiid Graf Dönhoff, redigierte später dre „Konstitutionelle Zeitung" in Berlin, habilitierte sich 1853 in Göttingen, wurde 1857 a. o. Professor der Rechte in Erlangen. Nach Krästen förderte er die Gründung des Nationalverems. 1868 wurde er ord. Professor der Rechte in Bonn. Als Freikonser- valiver gehörte er dem Norddeutschen Reichstage und dem preuß. Abgcordncteiihause an. 1871 wurde er ins Auswärtige Amt be» rufen. Als er 1877 aus dieser Stellung schied, erhielt er eine Honorarprofessur an der Berliner Universität. Seine publizistische Thätigkeit ivar sehr umfanqrcid). D. Red. des Gieß. Anz.) Wien, 20. Nov. Der Professor an der hiesigen technischen Hochschule Edler Ra ding er ist heute Nachmittag gestorben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 24. November. 25. nach Trinitatis. Totenfest. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. In der Johanneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die LukaSgemeinde. Pfarrer Euler.. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Pfarrer Dr. Naumann. Montag den 25. November, abends 8 Uhr im Konftrmanden- aal der Johanneskirche. Pfarrer Euler. In der Friedhofskapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Montag, den 25. November. In der Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Vereinigter Eivil- und Militärgottesdienst, zur Feier des Geburtsfestes Ihrer Königl. Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin. Donnerstag den 28. November, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaale (Kirchstraße 9): Bibelstunde. Pfarrer Dr. Grein. Nächstkünftiaen Sonntag, den 1. Dezember als dem 1. Advent, findet in beiden Kirchen im Vormittagsgoltesdienst Beichte und heil. Abendmahl, in der S t a d t k i r ch e für Matthäus- u n d Markusgemeinde, in der Johanneskirche für die Lucas- und Johannesgemeinde statt. 'Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Weitere Abendmahlsfeiern werden gehalten: am 2. Advent abends: in der S t a d t k i r ch e für die Matthäusge- meindc, in der Johanneskirche für die Johannesgemeinde, am 3. Advent abends : in der S t a d t k r r ch e für die Markusgemeinde, in der Johanneskirche für die L u c a s g e m e i n d e. Zu diesen Abendmahlen werden besonders die konfirmierte Jugend feder Gemeinde eingeladen. Am 1. Advent wird an sämtlichen Gottesdiensten eine Kollekte zum Besten unseres Kirchensonds erhoben ivcrden Katholische Gemeinde. Samstag den 23. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hell. Beicht. Sonntag den 24. November. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur Herl. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor rmd in derselben Austeilung der heil. Kommunion „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meise. „ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Ehristenlehre; darauf Adacht für die Abgestorbenen. Montag, den 25. 9!ooember. Vormittags um 97, Uhr: Zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großhcrzogs: Militärgottesdienst. Neueste Melmiugen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. tt Darmstadt, 22. Nov. In der Zweiten Kammer wurde heute die Ersatzwahl des Abg. Breimer für giltig erklärt. Ein Antrag des Abg. Ulrich u. Gen. auf Blldung kleinerer Sanitätsbezirke und Anstellung staatlich besoldeter Bezirksärzte, insbesondere aus Reorganisation des ganzen hessischen Sanitätswesens, wird nach eingehender Debatte einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag desf. Abg. auf Uebersührung derApotheken in den Staatsbetrieb. Zum 2. Schriftführer wird mit 20 Stimmen Abg. Brauer gewählt. Abg. Leun erhält 10 Stimmen. Auf eine Anfrage erklärt^Dr. Gnauth, die Regierung habe gethan, was in ihren Kräften steht, um den Bau der Nebenbahn zu fordern. Eine Kouzes- stouierung von Bahnlinien ohne Mitwirkung der Städte werde in Zukunft nicht mehr stattfinden. Berlin, 22. Nov. Ter Entwurf zu einem Börsen« gesetz ist fertiggestellt nnd geht demnächst an die Einzel« regierungen. — Der neue Reichspostetat weist einen Ueber« schütz von 34646234 Mk. auf, gegen das Vorjahr 3 222 083 Mk. weniger. Aus Anleihemitteln sollen 17345 000 für Fern« sprcchzwecke ausgegeben werden. London, 22. Nov. Wie die Blatter melden, tragt fich Kaiser Wilhelm mit dem Plan, den Kronprinzen eine Weltreise unternehmen zu laffeu, beider auch die großen b ritisch en Kolonien besucht werden sollen. König Eduard verhalte fich dazu sehr sympathisch und wolle dafür Morgen, daß dem Kron« Prinzen in allen britischen Landen die größte Gastfreundschaft und Rücksicht zu teil werde. Loudon, 22. Rav. Der bisherige deutsche Botschafter in London, Hatzfeld, ist heute früh 8 Uhr in der deutschen Botschaft gestorben. Lille, 22. Nov. Die Bergarbeiter haben den Beschluß ge- faßt, falls der Ausstand keinen Erfolg haben sollte, in Maste nach Paris zu ziehen. Corurra, 22. Nov. In der Kaserne entstand eine starke Patronen-Explosion. 20 Mann wurden verwundet. TaS Magazin ist niedergebrannt. Das Feuer ist noch nicht gelöscht, die Explosionen dauern noch fort. Wien, 22. Nov. Tas „Vaterland" vcröstentlicht einen Hirtenbrief der Erzbischöfe und Bischöfe Lesterreichs, die im Laufe des Monats in Wien versammelt waren. Zn dem Schreiben wird den Katholiken die oberhirtliche Anerkennung für das treue Festhalten und die unerschütterliche Anhänglichkeit an Papst und Kaiser ausgesprochen und auf den Aufschwung des religiösen und kirchlichen Lebens hiugcwiesen. Trotz dieser crrfeu- lichen Umstände böten aber die Zeitverhältniste Grund zu Be- sorgniffen für die Zukunft wegen der „Los von Rom"- Bewegung. Tie Oberhirten hielten es für notwendig, vor den Gefahren dieser Bewegung zu warnen. Das Schreiben bespricht sodann den von den Anhängern dieser Bewegung gegen die Katholiken erhobenen Vorwurf und sagt, kein katholischer Priester habe den ungetrübten Frieden der nichtkatholischen Christen angctastet. New-York, 22. Nov. Tie Regierung von Kanada entsandte 600 Mann berittene Truppen nach dem südafrikanischen Kriegsschauplatz. Berlin, 22. Nov. Wie die „Nat. Korresp." vernimmt, besteht bei allen Parteien die Absicht, außer der ersten Lesung des Etats auch die der Zoll Laris-Vorlage .vor Weihnachten zu erledigen. Sollte die Nachricht sich bewahrheiten, daß bei der Beratung des Zolltarifs die wichtigsten agrarischen Positionen gleich im Plenum weiter beraten werden, ohne vorhergängige Verweisung an die Kommission, so könnte eine der wichtigsten Abstimmungen bald nach Neujahr vorgenommen werden. Kiel, 22. 9tov. Eine Versammlung von Hunderten akademischer Bürger erhob einstimmig geharnischten Protest gegen Chamberlains Angriffe auf die deutsche Wasfen-Ehre. Tie Professoren Geheimrat Reincke und Petersen hielten stürmisch aufgenommeuc Ansprachen. Remscheid, 22. Nov. Gestern früh kurz vor 6Uhr lösten sich auf der E i s e n b a h n st r e ck e nach Solingen in der Schlucht, wclcl'.c die eingleisige Bahn bei Remscheid und Westhausen durchschneidet, nach Durchfahrt deo Pcrsonen- zuges 525 Lennep-Düsseldorf g c w a ttige F e l s massen und verschütteten das Geleise. Der Verkehr wurde mit Pendelzügen und Umsteigcn an der Unfallftelle aufrecht erhalten. London, 22. Nov. Aus Kapstadt wird berichtet: 5 P e st f ä l l e sind in Magard, 35 Meilen von der Telagoa- Bai entfernt, vorgekommen. London, 22. Nov. „Central News" melden aus Petersburg, Tolstoi sei gestorben. Die Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt. London, 21. Nov. In Galway (Irland) wurde der Nationalist Lynch in das Unterhaus gewählt. Lynch befehligte eine Zeit lang eine auf Seiten der Buren kämpfende irländische Brigade. Paris, 22. Nov. Tie bis gestern abend 8 Uhr hier eingelanfenen Nachrichten beweisen, daß zwischen den.ge- mäßigten und st r c i k l u st i g e n Bergleuten aller Reviere ein heftiger Kamps entbrannt ist. Heute wird die Zahl der Streikenden wohl auf 30 000 anwachsen. Madrid, 22. Nov. Ter Redakteur Romeo des Blattes „Evangelio" wurde vor dem Kongreß-Gebäude von drei Strolchen tätlich verwundet. Er streckte einen durch einen Pistolenschuß nieder, während ein zweiter verhaftet wurde. — In Meliall kam in kläglichem Zustande ein Deutscher an, welcher unter tausend Gesayren vor drei Monaten aus der Fremdenlegion desertierte. Zwei italienische Kameraden wurden von den Mauren ermordet. Dre Kenntnis des Arabischen rettete den Deutschen. Madrid, 22. ^tov. Zu der Ermordung des Redakteurs Romeo wird norch gemeldet: Die Mörder sollen von mehreren Abgeordneten bezahlt worden sein, um den Anschlag auszufül)ren. Man folgert dies aus mehreren, Drohbriefen, die er infolge seines Feldzuges gegen die Kor- ruption erhalten hatte. Telephonischer Kursbericht. 8Vt% Reichsanleihe . . 100.70 Kreditaktien.....198.60 30/: do. . . . 89.40 Diskonto-Kommand.it . . 175.70 8l/,% Konsols .... 100.60 Darmstädter Bank . . . 122.20 3°, j do..... 89.55 Dresdener Bank .... 125.10 3*/2% Hessen .... 98.20 \ Berliner Handoleges. . . 135.60 50/j Italien. Rente . . . 99.75 Ocsterr. Staatsbahn . . . 134.00 4 /o Griech. Monopo.l-Anl. 41.80 Gotthardbahn.....158.00 80/ Portugiesen .... 26.40 Laurahütte......182.70 3% Mexikaner .... 25.60 Bochum.......166.70 41/i7j Chinesen .... 84.451 Harpener......161.25 Tendenz: ruhig. Meteorologische Beobachtungen Höchste Temperatur am 20. bis 21. Nov. 4- 10,8° C. Niedrigste „ „ 20. „ 21. „ 4- 7,8° C. November 4- 8,3 7,7 4 Wetter c der Station Gießen 4- 9,3, 7,2 4- 9,5 7,3 744,3 742,5 743,1 W. W. SW. 83 83 94 21. 21. 22. I, r. chew. Hunmel Wed. , i Regen 2-° 9" 725 Tmtagsmein für junge Mchen. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saal der Kleintinderschule. Die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und gehen. Um 4 Uhr sindet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Erzählung. Gute, unter- chältende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Wir laden zur Teilnahme freundlichst ein. Der Vorstand des Sonntagsvereins: $7652 Dr. Naumann, Pfarrer. Theater-Verein Dritte Vorstellung: Donnerstag den 28. November. Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. 7640 Gast: Fräulein Luise Willig vom Hoftheater in Wiesbaden. Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende 10% Uhr. gtitgnortrin Gieße«. Dienstag den 26. November, von abends */,9 Uhr ab: Monats-Versammlung verbunden mit der Geburtstagsfeier 7644 Wer Kgl. Sch, des GrHcrWS und der NrHerWiii. Kunst-Ausstellung. im Turmhause am Brand ist täglich, mit Ausnahme Samstags, von 11 bis 1 Uhr geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feiertagen von 11 bis 8 Uhr ununterbrochen. — Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. 7641 Back-Artikel und Zuthaten Kaufen Sie am vorteilhaftesten bei Gebr. Berdux Bahnhofstr. 27. Telephon 231. Lindenplatz 12. Krebs Fett erhall dieSchuhe und inachfsiewasserdichl Arbeitsvergebung Dienstag den 26. November d. I. wird das Chaujsieren von 600 lsd. Meter Weg an der Hermannschneise, Tistr. Lange Buchen und alter Haag, Forstwartei Rem- hardSham, vergeben. Zusammenkunft vorm. 10 Uhr aus dem Schnittpunkt der Her- mannschncise mit der Kleewiesen- schneise im Distr. Lange Buchen. Der Großh. Forstwart Klipstein zu Reinhardshain erteilt auf Verlangen nähere Auskunft. Grünberg, 20. November 1901. Großh. Oberförsterei Grünberg. Schober. 7646 Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: SMfleisch 56 Pfg. Schweinefleisch 50 Pfg. Wer Kognak trinkt und sparen will, der macht feinen Kognak selber aus Mellingholls Kognak-Essenz Kundcrltausende thun es schon und sind seit Jahren treue Abnehmer dieser ältesten und 6c- tieötcstcn Kognak-Essenz, und wer von ihnen je einmal eine der vielen Nachahmungen probierte. kehrte immer wieder zu der bewährten Mellinghostr Fognak-Hssenz zurück. Wer daher vor Nachahmungen und durch diese entstehenden Enttäuschungen sich schützen will, der achte beim Einkauf aus d. Firmenaufdruck Dr. Mellin^hoff & Co., Bückeburg oder auf den Namenszug Dr. F. W. Mellinghoff auf den Etiketten und weise Flaschen ohne diese einfach zurück. Auch Nellinghoffs Rum Arrak, Punsch u.Likör- esMenzen sind sehr beliebt. Anleitung zu derenVerwen dung 5>ic Hetränke - Acstillierkunst für Jedermann ist gratis in den Verkaufsstellen oder direkt von Ar. Wellinghost & Go., Bückeburg, franko zu erhalten. Mellinghoffs Kognak- u. 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Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, heute morgen meinen innigst geliebten Gatten, unsern guten Vater, Schwie ervater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Testes« nzeige. Um stille Teilnahme bitten: Oie trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 22. November 1901. Die Beerdigung findet Sonntag den 24. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbebause, Schillerstrasse 16, aus statt. empfiehlt 6850 Victoria-Drogerie Adolf Bieler,Markte tr.5. Echte geräucherte Zmkf. Bratmirstlhen von heute ab stets frisch uud vorrätig ä Paar 25, 30 und 35 Pfg. Eigene Fabrikation. EF". Schreiner Seltersweg 65. 6105 Bade-, Kinder« und Toilette- Schwämme 'enster-, Tafel-, Pferde-Schwämme Zum Bauen rtserne Säule, 2,81 Mtr. lang, 15/15 dick, mehrere Erkerfenster und Thttren, eine Partie Luug- Zetuplatteu billig zu verkaufen. s473 Marktplatz 17. Kleiner Gasofen | mit Zubehör, wenig gebraucht, Pillig abzugeben. 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Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Wallthorstrasse 13, aus statt. 2- bis 3-Zimmerwohuung von jungen, anständigen Leuten für 1. Dez. zu mieten gesucht. Gest. Off. mit Preisangabe unter Nr. 04750 an die Exp. d. Bl. Bei der unterfertigten Behörde ist die Stelle eines Kanzlisten demnächst zu besetzen. Geeignete Bewerber mit längerer Bureaupraxis wollen sich unter Mitteilung ihrer Gehaltsansprüche, Angaben über persönliche Verhältnisse und Nachweisen über entsprechende Befähigung baldigst melden. 7647 DerGabelsbergerStenographie Kundige sind bei sonst gleicher Qualifikation bevorzugt. Gießen, den 21. Nov. 1901. Gr. Kultnrinspektiou Gießen. Wißmann. Junger Mann zur Aushilfe für Kontorarbeiten per sofort gesucht. Offerte- mter 7655 an die Exped. d. B Wraii 3 ^Ludwigstra, . 64. Am 100,090 Mark ganz oder getrennt, sofort auf erste Hypothek ausznleihen Näheres durch I. Bo eck, Steinstraße 15.7546 Herrn August A im Alter von 56 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich zu rufen. 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Abzugeben gegen Belohnung auf der Starken- burger Kneipe. 7662 Ü[ m Mittwoch wurde vom Bahn- Hof nach der Wallthorstraße ein Portemonnaie mit Geld u. drei Rückfahrkarten Gießen—Butzbach verloren. Wiederbr. Bel. Dr. Pnlzner, Allendorf a. Lda. 7653 (Cafe Ebel). Der Borftand- / Samstag, 23. Novbr., , abends 8'/, Uhr: Großhcrzogs- Gebrutstagsfeicr 7659 7661 Elise Säofminni, eeb. Ganss. Minna Hofmann. Adolf Hofmann« Philipp Schwarz. Giessen, Frankfurt, Schotten, den 22. November 1901.