Nr. 276 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 23. November 190 J Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die- Siebener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit «em „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr.51. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Annahme von Anzeigen zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellcn des In-und Auslandes nehmen An» zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Ps^ auswärts 20 Pfg. Rotattonsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wtttko: für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kelmnntmachung. Der Auftrieb von Vieh zu dem am 26. und 27. d8. Mts. stattfindenden Viehmarkt beginnt vormittags um 8 Uhr. Gießen, 21. November 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Zweite hessische StändeKammer. 31. Landtag. 72. Sitzung. Donnerstag, 21. Nov. 1901. Beginn der Sitzung 9.30 Uhr- Am Regierungstisch: Geh. Rat Emmerling, Ministerialräte Dr- Breidert, Braun, Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhardt und Dr. Krause, Lan- desökouomierat Müller, später Staatsminister Rothe. — Als erster Punkt steht aus der Tagesordnung die Wahl Laines dritten Präsidenten. Abg. Jöckel bittet, die Wahl bis nach der Pause zu verschieben. Abg. Köhler-Langsdorf widerspricht dem, da alles vorbereitet sei; man habe genug Zett zur Ueberlegung gehabt. .Es seien wahrscheinlich, Turchireibereien beabsichtigt. Abg. Molth an spricht sich für den Antrag Jöckel aus- Abg. Ulrich tritt für die Ansicht Köhlers ein, und bezeichnet es als feststehend, daß Durchtreibereien! allerdings gemacht wurden. Präsident Haas weist das Wort „Durchtreibereien" zurück. Schließlich wird der Antrag Jöckel angenommen. — Man geht dann zur Beratung der Regierungsvorlage über die Regelung der Gehaltsverhältnisse der Landwirt- schastslehrer und der Vorstellung der zwetten Landwirtschaftslehrer über. Der Vierte Ausschuß hat zu der letzteren beantragt, die zweiten Landwirtsckastslehrer definitiv staatlich anzustellen, sowie eine gründliche Umgestaltung des gesamten öffentlichen landwirtschaftlichen Unter» vichtswesens zu veranlassen und damit die Vorstellung für erledigt zu erklären. Abg. Wolf: Die Landwirtschaft sei ein Gewerbe, über das sich fein Leitfaden schreiben lasse. In jedem Dorfe seien andere Verhältnisse. Es sei Thatsache, daß ein Lehrer,, bet seine Ausbildung rechts der Elbe erfahren habe, minder- toerfiger sei als der, der bei uns sich vorgebildet habe. Das gelte besonders für den Weinbau. Es müsse darauf gesehen werden, daß nur solche Bewerber gewählt würden, die ihren Kursus in hessischen Betrieben durchgemacht hätten. Er habe früher schon den Vortrag der Landwirtschaftslehrer bemängelt, ohne diesen einen Vorwurf zu machest. Das thue er auch heute noch. Er begrüße es freudig, daß die Regierung bezüglich der Gehälter die Landwirtschaftslehrer nicht als volle Akademiker ansehe, was sie dadurch dokumentiere, daß sie den Höchstgehalt auf 4600 Mk. festgesetzt habe. Seiner Ansicht nach hätten sie die Stellung eines Bereinigungsgeometers. An dem Höchstgehalt wolle er auch nicht rütteln. Abg. M o l t h a n weist die Agitation, die man außerhalb des Hauses in Rheinhessen gegen ihn wegen einer Aeußerung in der letzten Session getrieben habe, als ungerechtfertigt zurück. Abg. Dr. Heidenreich erklärt seine Uebereinstimm- ung mit der Regierungsvorlage und bittet um Annahme des Ausschußantrages. Dagegen stimme er nicht mit dem Vierten "Ausschuß bezüglich der Anstellung der zweiten Land- wirtschaftslehrer überein. Er würde bedauern, wenn die Regierung sich bestimmen ließ, die zweiten Landwirtschaftslehrer anzustellen. Die zweiten Lehrer seien die, die von der Hochschule aus direkt prakttsch verwendet würden. Ehe die Regierung einen solchen Mann anstelle, müsse sie doch prüfen, ob er auch im hessischen Staatsdienst verwertbar sei. Es würde eine Schädigung der landwirtschaftlichen Bevölkerung sein, wenn man jeden zweiten Lehrer anstellt. Ministerialrat Braun hebt hervor, daß die Regierung die Anstellung der zweiten Lehrer wiederholt ersttebt habe. Es sei 1900 im Budget eine dahingehende Anforderung eingestellt worden; der Ausschuß habe aber damals gesagt, er könne die Anstellung nicht empfehlen und die Mittel feien deshalb nicht bewilligt worden. Um aber die Lehrer, die nicht mehr jugendlich seien, sicher zu stellen, habe im Budget 1901/02 die Regierung die Anstellung von 3 älteren zweiten Lehrern beantragt. Sie sei dazu durch ein Vorkommnis in Alzey veranlaßt worden. Dort sei ein alter zweiter Lehrer plötzlich durch Krankheit für immer dienstunfähig geworden und habe sich dadurch dem Nichts gegenüber gesehen. Dieses Vorkommnis habe die übrigen zweiten Lehrer in Unruhe versetzt und sie hätten sich gesagt, dasselbe könne auch ihnen jeden Tag zustoßen. Durch diese Erwägung habe sich damals die Regierung veranlaßt gesehen, von den Ständen die Mittel für Anstellung von wenigstens drei älteren Lehrern zu fordern. Dieses habe aber den Beifall des Hauses nicht gefunden. Nunmehr habe man die Thatsache vor Augen, daß der Vierte Ausschuß einstimmig die Anstellung sämtlicher zweiter Lehrer verlange, obwohl er noch im März, wie das gesamte Haus, gegen die Anstellung von drei Lehrern gewesen wäre. Er nehme den jetzigen Standpunkt des Vierten Ausschusses an, aber nicht ganz so weit gehend. Dr. Heidenreich habe recht; es befänden sich, unter den zweiten Lehrern so junge, daß sie einen Anspruch auf Anstellung noch nicht erheben könnten. Und selbst wenn der Antrag des Vierten Ausschusses zur Annahme käme, so würde er doch nicht daran denken, nun alle 9 zweite Lehrer anzustellen, sondern nur die drei ältesten. Abg. Weidner: Was er zu dem Antrag des Vierten Ausschusses habe sagen wollen, sei durch die Ausführungen des Ministerialrats Brann erledigt. Cs bedürfe keiner weiteren Erwägung mehr, daß der Antrag zu weit gehe insofern, als er allgemein die Anstellung der zweiten Lehrer wolle. Andererseits biete aber auch die Annahme des zweiten Punktes Garantie dafür, daß die Regierung nicht jeden Lehrer anzustellen brauche. Im übrigen müsse er auch etwas zu den Vorträgen der Landwirtschaftslehrer sagen. Auch er habe seinerzeit die Ansicht ausgesprochen, daß die Vorträge nicht ihrem Kostenaufwand entsprächen. Braun meine, sie mären im Irrtum, und er würde zunächst nicht davon abgehen, daß die Vorträge gehalten würden. Er, Weidner, wünsche, daß am Schlüsse des Jahres ihm die Mitteilung werde, daß jetzt das Land zufrieden sei; er glaube aber, daß es doch nicht der Fall sein werde,. Die Vorträge feien seiner Ansicht nach, viel §u theoretischer mache damit keinem Lehrer einen Vorwurf. Wenn aber ein junger Lehrer einen Vortrag halte, so wüßten die Bauern, daß sie doch nichts dabei lernen würden, und gingen gar nicht zu dem Vortrag. Er wünsche also, daß die Borträge von alten Lehrern gehalten würden, damit sich die Anschauung Bahn breche, daß das Geld nicht unnötig ausgegeben sei. Abg. Köhler-Langsdorf teilt mit, daß der Vierte Ausschuß seinen Antrag dahin rektifiziert habe, daß nur drei zweite Lehrer angestellt werden sollten. Er nimmt dann das Thema der Vorträge auf und meint, aus allen Kreisen der Bevölkerung höre man, daß man mit den Vorträgen unzufrieden sei. Das komme daher, daß es den Bauern an der nötigen Vorbildung fehle. Tie Lehrer könnten ihre Wissenschaft nicht los werden, da die Bauen: nichts davon verständen. Es liege nicht an den Lehrern. Man müsse von unten anfangen, und den Bauern schon in der Schule auf das Verständnis der Vorttäge vorbereiten. Er habe in seinem Heimatdorfe den Versuch mit einer landwirtschaftlichen Fortbildungsschule gemacht. Dr. v. Peter aus Friedberg habe die Leitung übernommen. Mit Zuhilfe der Volksschullehrer hoffe er bald günsttge Resultate zu erzielen. Er werde dann die Regierung einladen, damtt sie sich ein Beispiel nehme. Ministerialrat Braun: Weidner wünsche die Vor« träge praktischer gehalten, und Köhler sage, aus der Praxis bräuchten die Lehrer den Bauern nichts vorzutragen und schiebe die Schuld den Zuhörern zu. 'Dieser Widerspruch lasse erkennen, wie schwierig es sei, den Wünschen des .Hauses zu entsprechen. Wäre die Unzuftiedenheit der Bevölkerung wirklich so groß, so wäre der zahlreiche Besuch der Versammlungen nicht zu erklären. Er habe schon ftüher gesagt, was für die ganze Landwirtschaft gelte, wenn man etwas an den Vorträgen auSzusetzen habe, so solle man der Regierung davon Kenntnis geben. In den Landeskonferenzen werde auch den jungen Lehrern immer gesagt, wie ein Vortrag nutzbringend zu gestalten sei. Es werde auch nur über das ein Vortrag gehalten, was die Bezirks- Vereine verlangt hätten. Das Thema werde den Lehrern vorgeschrieben. In der Ausführung könne also ein Vorwurf nur dahin gemacht werden, daß der Vortrag im allgemeinen zu hoch gehalten sei. Generell gegen das Institut einen Vorwurf zu erheben, halte er nicht für gerechtfertigt. Er könne es auch nicht als recht er Hären, daß man nur alte Lehrer Vorträge halten lasse. Einmal müßten die jungen doch auch anfangen; man könne dabei auch sehen, ob er sich wirklich eigne. Wenn im Einzelfall Anstände $u erheben seien, so würde er dankbar sein, wenn ihm Mitteilung darüber gemacht würde. Abg. Korell spricht sich für den Ausschnßanttag aus. Abg. Schönberger glaubt, den Kardinalfehler bei den Lehrern darin zu suchen, daß sie oon der Hochschule aus direkt verwendet würden. Man solle ihnen doch erst in einem großen landwirtschaftlichen Betrieb eine praktische Ausbildung angedeihen lassen. Abg. Dr. Heidenreich spricht sich gegen die pos. 2 des Ausschußantrages aus, da man nicht gesagt habe, worin die Umgestaltung des Unterrichtswesens bestehen solle. Abg. Köhler- Langsdorf: Ministerialrat Braun habe mit der Konstruierung eines Gegensatzes zwischen ihm und Weidner nicht recht, denn sie seien einig. Auch er meine, daß ein anderer Modus für die Vorttäge gefunden werden müsse. Das wisse Ministerialrat Braun auch (Braun: Im Gegentett!) Er spreche nicht gegen die Lehrer, schätze sie vielmehr hoch; aber was sie sagten, das dringe nicht rn das Volk hinein, und das komme daher, daß das Volk nicht genügend vorgebildet sei. Die Regierung solle endlich einmal die Hand dazu bieten, daß das, was dem Volke öorgetragen werde, auch in das Volk hineindringe, und; der Regierungsvertreter solle nicht nur Späße machen. Präsident .Haas: Es sei nicht angängig, daß ein Abgeordneter einem Regierungsvertteter Den Vorwurf mache, daß er Späße mache; er weise den Ausdruck des Abg. Köhler zurück. Abg. Köhler-Langsdorf: Wenn er gesagt hätte, der Regierungsvertreter wäre ironisch gewesen, so hätte er den Verweis nicht erhalten. So aber habe er deutsch gesprochen. Präsident Haas: Dann solle er in seinen deutschen Ausdrücken vorsichtiger sein. Landesökonomierat Müller: Unsere Lehrer seien nicht nur Theoretiker; sämtliche hätten eine praktische Durchbildung genossen. Ihre Arbeitspläne seien auf Grund Verhandlungen mit den landwirtschaftlichen Verbänden auf- gestellt. Für gewisse Spezialzweige seien besondere Lehrer da. Wenn trotz dieser Einrichtung Wünsche bestanden, so solle man sie zu Ohren der Regierung bringen, die abhelfen werde. Schluß folgt. Das Museum des GberheUchcu SelWtsvmivs. Ein Nundgang durch die neu hergerichteten Räume im alten Rathaufe zu Gießen. V. Schluß, Rückwärts gewendet stehen wir vor einem großen Ausbau von römischen und einigen wenigen fränkisch en Gegenständen, die Aufschrift zeigt, daß leider der Fundort unbekannt ist. Römische Münzen aus der republikanischen und der Kaiserzeit, chronologisch geordnet, um gürten den Glaskasten. Wir erwähnen vorn Inhalt des Behälters besonders: Spiegel aus Metall hergestellt, Gewandnadeln mit Bügeln, Rundfibeln, Arm- und Fingerringe. Eine Wage, Schreib griffe!, ärztliche Instrumente, wie,Solchen, Löf felchen, Pinzetten, ferner Schlüssel, etrurische Schnebelkanne von Brwnze und Sieb vom gleichen Metall. Thonfiguren, zum Teil Mattonen darstellend, mögen als Schutz- und Hausgötter verehrt worden sein, die aus Thon au gefertigten Tiere dienten wohl als Kinderspielzeug. ' Sehr reichlich sind die Thonlämpchen vorhanden, tue oft als Grabbeilage gefunden wurden. Verzierungen, bildliche Darstellungen, sowie Stempel des Anfertigers sind vielfach angebracht. Eine Lampe von Bronze ist noch mit Haken für den Docht versehen. Die wenigen Funde, Aufschrift: „Fränkische Zeit" bestehen in der Hauptsache aus Schmuckstücken, wie Adler-Fibeln mit Almendinen (Granaten, besetzt, buntfarbiger Halsschnur aus Thonperlen u. a.' Au Waffen ist ein Scramasax (Hiebkurzschwert) und ein Speereisen ans gelegt; auch sind die Gefäße und Gttiser beachtenswert. Drei Schränke bezeichnet: Sandgrube an der Straße Gießen — Rödgen, nehmen unser Interesse besonders in Anspruch. Der jahrelangen, rastlosen, um- sichttgen Leitung des Professors 'Dr. Gundermann verdanken wir diese hervorragenden Funde. 'Die Fundstätte selbst zeigt uns ein germanisches Urnenfeld ans der zweiten Hälfte der römischen Kaiserzeit. (2. bis 4. Jahrhundert n. Ehr.) Die Gefäße unterscheiden sich auffallend von den gleichalterigen der Rheinlande und zeigen entweder den rein germanischen oder römischen Typus, sowie den des germanischen, unter römischem Einfluß. Zwei sehr schöne, wohl erhaltene Urnen von terra sigillata sind besonders erwähnenswert. Die Außenseite der einen ziert eine bewegte laufende Jagd, während die andere kleinere Figuren, wie Bogenschützen (? Amor) u. a. auf weist; letztere trägt die Inschrift: Cerealis f(ecit) und Constantini. Erstere wird den Töpfer benennen, letztere den Künstler, der den Entwurf M den Darstellungen lieferte. Das bronzene Unterortband einer Scheide, sowie die Spitze eines Eisenschwertes bezeugen, daß die (Germanen ihre Toten mit Waffen begrüben. Bei einer der letzten Ausgrabungen wurde eine große, rote Urne gefunden, die vielleicht der vorchristlichen Zeit augehört, und die beweist, daß sich! hier zwei verschiedene Gräberfelder untereinander befinden. Eine römische Käisermünze Vespasians (69—79), ist wohl die erste römische Münze gewesen, die auf Gießens Gemarkung gefunden worden ist. Reiche Bronzebeigaben, dem Scheiterhaufen einverleibt, haben leider durch Feuer sehr gelitten, darunter Rund-, Bogen-, Scheiben-, Armbrustfibeln, Spangen, Nägel, Knopfe, Durchschläge (Siebe) und andere Gegenstände, die noch nicht bestimmt werden konnten. Reste von Elfenbein-Schmuckstücken zeigen eine solch feine, zarte Ausführung, daß sie noch heute jeder Schnitzerei zu Ehren gereichen würde. Es ist zu hoffen, daß bei weiterem Verlauf der Ausgrabungen noch mancher Fund von historischer Bedeutung zu Tage gefordert wird, der über Leben und Einrichtung der Deutschen, insbesondere des chattischen Stammes, genauere Kunde bringt; denn bisher wissen wir über das Privatleben der Deutschen in den ersten Jahrhunderten unserer Zeittechnung außerordentlich wenig, wie man fiä) überzeugen kann aus der soeben erschienenen Darstellung des bekannten Göttinger Germanisten Moritz Heyne. Ein Wandschrank mit der Bezeichnung: „N achbild - u u g römischer Gefäß e" zeigt eine in Schlesien ausgeführte, kunstvolle Arbeit, die über die Formverschiedenheit der römischen Glasware einen gewissen Ueverblick giebt. Zu Füßen des Schrankes befindet sich eine r ö- m ischeAs ch e n f i ft e unbekannten Fundorts aus Marmor angefertigt, mit Inschrift. Letztere besagt, daß die sterblichen Neste der Trebonia Verecunda in derselben ihre Ruhe gefunden haben, und daß der Gatte Lueius Coelius, Surus dieses Denkmal hat anfertigen lassen. Teile römischer Skulpturen, Fußbodenbeläge u. a. sind hier untergebracht. Nach der Straßenseite folgt nun ein Behältnis mir der Aufschrift: „R o m i s ch", Fundort unbekannt. Schlanke und weitbauchige Topfe, becherartige Gefäße, oft mit Verzierung, bildlicher Darstellung oder Inschrift versehen, Schüsseln und Schalen aus terra sigillata und terra nigra, sowie zwei große Glasurnen, davon eine mit Henkel, sind hier vereinigt. Eigenartige, hübsche dünnwandige Glasgefäße, zum Teil mit einer wunderbar schönen OxydschrchE (Iris) belegt, sehr fein gearbeitet, zeigen uns die große Geschicklichkeit der Römer in der Anfertigung von Glasware. Die form» sca -en Salbenfläschchen sind sehr beachtenswert. Wir tir1' nun am Schluß unseres Rundganges an- Sitzung der Stadtverordneten. 21. November 1901. Anwesend Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi und Wolff, die Stadtverordneten Brück, E m- melius, Euler, Faber, Flett, Dr. Fuhr, Dr. G a f f k y, Hanau, Haubach,tz.elf r ich,Huhn,Jug- hardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Tr. Schäfer, Schiele und Wallenfels. Entschuldigt: Beigeordneter Grüneberg, die Stadtv. Grünewald, Petri und Schmatl. Bürgermeister M e c u m berichtet vor Eintritt in die Verhandlungen, daß sich das Großh. Ministerium der in einem in voriger Sitzung gefaßten Beschluß vertretenen Ansicht, daß Lehrer, die von einer mit geringerem Gehalte dotierten Stelle von auswärts nach hier versetzt werden, Anspruch auf Aufrücken in die hier nach dem Lieftstalter bemessene Gehaltsstufe haben, angeschlossen habe. — Stadtv. Kirch nimmt unter Hinweis auf andere Städte Veranlassung, auf die Möglichkeit von No t stau d s ar b e i- ten in Gießen hinzuweisen. Erfreulicher Weise scheine man in der Provinz Oberhessen von Arbeitslosigkeit nichts zu merken. Er frage aber an, ob seitens der Stadtverwaltung Vorkehrungen für event. eintretende Arbeitslosigkeit getroffen seien. Bürgermeister Mecum erklärt, daß erfreulicherweise hier ein Notstand, wie solcher in anderen Städten herrsche, nicht bestehe. Es habe sich wohl die Zahl der die Naturalverpflegungsstation in Anspruch nehmenden durchreisenden im Vergleich zum Vorjahr um das Doppelte vermehrt, an Arbeitsgelegenheit für die ansässigen Arbeiter fehle es indes nicht. Immerhin müsse man mit der Möglichkeit eines Notstandes rechnen; er habe sich deshalb mit der Provinzialdirektion ins Benehmen gesetzt, und die Zusage erhalten, daß Arbeitslose bei den Erdbewegungsarbeite:: (ca. 20 000 Ebm.) am Provin- zial-Siechenhaus beschäftigt werden könnten; auch der Ausbau der Noonstraßc, der Goethestraße usw. könne dann in Angriff genommen werden. Zur Zeit liege aber Anlaß zur Ausführung von Notstandesarbeiten nicht vor; im Falle solche vorgenommen werden müßten, bedürfe es nur eines Beschlusses der Stadtverordneten-Vcrsammlung. Auf deni Gelände der psychiatrischen Klinik soll eine Gärtnerwohnung errichtet werden. Die Versammlung spricht sich für Befürwortung des Dispenses nach §§ 18 und 26 des Ortsbaustatutes unter der Bedingung aus, daß der Bau 5 Lis 10 Meter hinter die Baufluchtlinie zu stehen kommt. Das Baugesuch des Schreinermeisters Earl Hahn, dessen an der Goethestraße zu errichtender Neubau zu einem Teil in Holzsachwcrk ausgeführt werden soll, wird befürwortet. Fabrikant I. Barn aß hat das Gesuch um Erlaubnis zum Bauen in der Schillerstraße zurückgezogen. Der folgende Gegenstand der Tagesordnung: Ufer- b e fe stigusl gsarb eiten an der Wieseck hat sich anderweit erledigt. Das Kommando der Feuerwehr hat die Anschaffung oon einem Hydrantenstandrohr, zwei Strahlrohren, vier Hakenleitern, einer zusammenlegbaren Tragbahre, 50 Lederhelmen, Gurten, Schläuchen und einigen Ausrüstungsgegenständen beantragt, wofür insgesamt 992 Mark erforderlich sind. T>ie Laudeputation hat den Abstrich der Tragbahre, deren einige jederzeit in der Halle bet der Stadtkirche bereit stehen, sowie der für die persönliche Ausrüstung geforderten Gegenstände beantragt, lvodurch sich der Kostenpunkt auf 610 Mark verringert. Die Versammlung beschließt demgemäß. Stadtv. Dr. Schäfer bemerkt, daß sich beim Turnhallenbrande in Darmstadt das Fehlen von Rauchkappen fühlbar gemacht habe, er möchte, falte solche nicht vorhanden, deren Anschaffung in Anregung bringen. — Bürgermeister Mecum erklärt, daß die Baudeputation demnächst den Bestand der Ausrüstungsgegenstände in Augenschein nehmen werde. — Stadtv. W allen- fels bemerkt, daß der Mangel einer Tragbahre schon gerügt worden sei. Stadtv. Huhn empfiehlt, nachdem Bürgermeister Mecum mitgeteilt, daß vier Tragbahren vorhanden seien, einen Schlüssel zum Aufbewahrungsraum der Tragbahren in einem der Nachbarhäuser aufzuyeben. Seitens der Kreisverwaltung ist die Verbretterung der Straße Gi e ßen — H aus en in der Gemarkung Gießen in Aussicht genommen, da die Straße nur 3 einhalb Meter Fahrbahnbreite hat. Der Kreis ersucht das erforderliche Gelände zur Verfügung zu stellen, damit die Fahrbahn aufl 5 Meter verbreitert werden kann. Stadtv. Huhn spricht sich für die Verbreiterung der Bankets mit Rücksicht auf den zunehmenden Verkehr im Schiffenberger Walde aus. Stadtv. Helfrich ist für Einbeziehung des (von der Stadt her gesehen) rechtsseitigen Fußweges. Bürgermeister Mecum empfiehlt zur Vermeidung von Verzögerungen der Ueber- lassung des Geländes zuzustimmen. Die Versammlung beschließt demgemäß. Für die infolge veränderter Einteilung von Bureau- räumen im Bürgermeistereigebäude nötigen baulichen Veränderungen werden 500 Mk. bewilligt. Das Gesuch des deutschen Patriotenbundes zur Errichtung eines V ö l k e r s ch l a cht d c n k m a l s um Gewährung eines jährlichen Beitrags wird abgelehnt mit der Begründung, d aß mit dem im vorigen Jahre bewilligten Betrag von 100 Mark die Stadt ihrer patriotischen Pflicht genügte. Für die im Stadtwalde für 1902/03 auszuführenden Kulturarbeiten werden dieselben Löhne wie im Vorjahre festgesetzt. Dem Eisverein soll die Erlaubnis zur Aufstellung von 8 Bogenlampen und mehrerer Glühlampen auf der Eisbahn bezw. in den dazu gehörigen Hallen erteilt werden. Bon der nachgcsuchten Ermäßigung des Elektrizitäts- Preises soll abgesehen werden, bis Erfahrungen über die Rentabilität des Werkes vorliegcn. Tie Rechnung der Plock.schen Stiftung für 1*300/01, die an Einnahmen 4688,15 Mk., an Ausgaben 4589,98 Mk- und einen Vermögcnssland von 110 985,71 Mk. verzeichnet, wird genehmigt, desgl. der Voranschlag für 1902/03, der in Einnahme und Ausgabe mit 4768,75 Mk. abschließt. Von der Anstellung eines dritten Lehrers an der t ä d t i s ch e n Vorschule d e s G Y m n a s i u m s soll vorerst abgesehen werden, weil für die infolge Vermehrung der Schüler und Lehrstunden beabsichtigte Teilung einer Klasse ein passendes Lokal nicht zur Verfügung steht. Infolge Verlegung der Vorschule des Gymnasiums zunächst in die Aula der Anstalt und dann in das Turmhaus am Brand sind Kosten im Betrage von 120 Mk. entstanden, die bewilligt werden. Nach dem vom Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule entworfenen Programm für beit im Garten der ehemals Plochschen Besatzung an der Nordanlage zu errichtenden Schulhausbau ist Rücksicht auf spätere Erweiterungsbauten genommen worden. Von den 10 Klassen der höheren Mädchenschule sind 8, in der erweiterten Mädchenschule 7 zu testen, sodaß 33 Klassenzimmer nötig lverden. An Räumen sind weiter vorgesehen ein Zeichensaal, ein Gcsangssaal, ein Physiksaal mit Vorbereitungszimmer, ein Saal für eine zusammenlegbare Klasse, ein Fest- und Turnsaal, Wasch- und Umkleideräume, Direktorenzlmmer nebst einigen Lehrer- und Lehrerinnen- Zimmern, die Zimmer für Aufbewahrung von Karten, Räume zur Aufbewahrung von Lehrmitteln zu Handarbeiten, eine Schuldienerwohnung. Vorläufig sollen 24 Klassen eingerichtet werden. — Stadtv. K i r ch bemerkt, daß die lieber- füllung der Klassen durch die auswärts wohnenden Schülerinnen verursacht werde; diese trügen aber zu den Lasten der Schule wenig bei, er empfehle deshalb eine Erhöhung des Schulgeldes für auswärtige Schüler, wie dies in anderen Städten geschehe, in .Erwägung zu ziehen. — Bürgermeister 'Die cum bemerkt, daß das Kuratorium eine Schulgelderhöhung schon in Erwägung gezogen habe; das Schulgeld für auswärtige Schüler sei nicht überall höher. Das darüber gesammelte Material soll vervielfältigt werden; es werde in nächster Zeit Befchluß zu fassen sein, wie es in Zukunft mit dem Schulgeld gehalten werden soll. — Stadtv. Haubach wünscht bei Erlaß des Preisausschreibens für den Schulhausbau Wert auf möglichst billige Gestaltung des Ganzen zu legen und dem Entwurf die Annahme in Aussicht zu stellen, der Rücksicht auf billige Ausführung und Zweckmäßigkeit der Gesamt- anlage und solide Gestaltung nimmt, nimmt aber den in dieser Richtung gestellten Antrag zurück, nachdem Bürgermeister Mecum einige Punkte aus dem Programm für den Bau der Auguftitterschule in Friedberg zur Aufnahme in die dem Wettbewerb zu Grunde zu legenden Bedingungen empfohlen. — Stadtv. Löber empfiehlt den Bau in möglichst einfachen Formen aufzuführen, wie solche z. B- die Frankfurter Schulhäuser zeigten. — Beig- Georgi hat Bedenken gegen die Aufttahme einer Bauiumme in das Preisausschreiben; damit würde das Preisgericht in seinen Entschließungen behindert. — Stadtv- H a u b a ch vertritt die Ansicht, daß dem Preisgericht und den Architekten die Entscheidung leichter würde, wenn sie bezüglich des Kostenpunktes orientiert seien. — Die Versammlung erklärt sich mit dem Bauprogramm einverstanden. Aus Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten rst.uur unter genauer Quellenangabe:,,Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 22. November 1901. •* Von der Universität. Der mit Lehrauftrag versehene Kreisoeterinärarzt Schmidt ist für das Winter-Semester 1901/02 von der Abhaltung von Vorlesungen entbunden. ** Kein Notstand in Gießen. Wir verweisen unsere Leser heute ganz besonders auf die Ausführungen des Bürgermeisters Mecum in der gestrigen Stadtverordnetenfi tzung, daß z. Z. Anlaß zur Ausführung von Notstandsarbeiten in unserer Stadt nicht vorliege. — Wenn also neulich bei einer sozialdemokratischen Versammlung, in der eine Frau Zietz au5 Hamburg über die .augenblickliche Krisis" sprach, auch viel von „Notstand" die Rede gewesen ist, dann hat man den Teufel recht unnötigerweise an die Wand gemalt. Man hat beunruhigt, statt zu beruhigen. Damit hat man namentlich den Frauen wahrlich keine Weih- nachtssreudc bereitet. *» Lamborg-Konzert (am Mittwoch den 27. November, abends 8 Uhr, in Steins Saal). Dem „Bcrl. Tagcbl." entnehmen wir nachstehende Notiz: Lamborg nennt sich „Klavier-, Gesangs- und Teklamations- Humorist" und entwickelt in dem knappen Zeitraum von nicht ganz 2 Stunden in buntem Durcheinander die verschiedensten Kunst- erngkeiten und Talente. Jetzt^ parodiert er sehr gelungen die Produktionen „einer musikalischen Fainilie", dann läßt er einige Dutzend der heterogensten Melodien, rnie aus der Mitte des Auditoriums aufs geradewohl verlangt werden, mit einer phänomenalen Ringer- ertigkeit durcheinandcrschwirren. Jetzt wiederum trägt er mit einer ungemein volumiösen, geschulten Stimme einige Lieder in österreichischer Mundart mit Klavierbegleitung vor imb giebt zwischendurch mit einer schwindelerregenden Zungengeläufiakeit eine pudel^ närrische Sentenz zum besten. Aus voller yöhe seiner Leistungs-- sähigkeit zeigt sich Lamborg bei der Ausführung eines grotesken Opernfmales; er stellt dabei in einer Person nicht weniger als Primadonna, Altistin, Koloratursängerin, Bariton, Tenor, Baß und beide Chore dar. Alles das uiid nod) einiges andere, was wir saheri und hörten, ist außerordentlich amüsant uiid amüsierte denn auch die zahlreich erschienen Zllhörer aus das beste. ** lieber den Opern- und Konzertsänger Hermann Boldt, der am Dienstag dem 26. im Hotel „Ein'horn" im Verein mit Herrn Julius Hahn konzertieren wird, entnehmen wir einer Dusield. Ztg. folgendes: „Boldt war s. Z. ein sehr gefeiertes und beliebtes Mitglied unseres Stadltheaters, und fein Name ruft die Erinnerung an eine Reihe glänzender Vorstellungen in uns wach. Mit Recht durfte man daher annehmen, daß Boldt bei seinen zahlreichen Freunden und Verehrern hier vor einem vollbesetzten Haufe fingen würde. Geradezu überrascht war man allgemein von der Fülle und Frische des noch immer voll und sympathisch klingenden Organs. Dabei beherrscht Herr Boldt das p. und pp. in vollkommenster Weise, seine Aussprache ist so natürlich und deutlich, daß attch jedes Wort verstanden wird und ein Text-! buch vollständig überflüssig ist. Seine dramatische Dar- stellungsweise ist meisterhaft." ** Aus dem Leben des Großherzogs Ludwig IV. Einen schönen Zug von Unerschrockenheit ans dem Leben des nachmaligen Großherzogs Ludwig IV. von Hessen, erzählte auf dem Kriegerfeste zu Herbstein, dem „Lauterb. Anz." zufolge, ein Augenzeuge, Fabrikant Leinberger. Prinz Ludwig stand mit der hessischen Division am 18. August 1870 bei Gravelotte im stärksten Feuer. Eine Granate krepierte vor seinen Füßen, so daß die Eisensplitter ihn umzischten und die aufgerissene Erde ihm ins Gesicht flog. Die Mannschaften fürchteten für sein Leben; Prinz Ludwig aber rief in der bei ihm bekannten sorglosen Art; „Donnerwetter, das war ein wildes Luder!" Und den Seinen voraus stürmte er weiter im dichten Kugelregen. W. Friedberg, 21. Nov. Das hiesige Kreisamt hat sich veranlaßt gesehen, scharfe Maßregeln gegen die herrumziehenden Zigeuner zu erlassen, die von den Kreiseingesessenen wohl mit Freuden begrüßt werden, aber doch nur ganz zur Wirkung kommen können, wenn da§ Publikum die Behörde unterstützt und unnachsichtlich das braune Gesindel von den Thüren weist. Es wird gar rasch unter ihnen bekannt, in welchem Ort sich das Betteln lohnt, und wo nichts gegeben wird. Auch soll man die Wegzeichen, die die Angehörigen eines Stammes einander hinterlassen, ohne weiteres entfernen. Diese Zeichen bestehen in am Lagerplatz oder Wegkreuzungen hinterlassenen alten Schuhen, Fetzen von Kleidungsstücken und Haaren, die an Bäumen oder Wegweisern hinter kleinen halblosgelösten Spänen eingeklemmt werden. Die neuen Bestimmungen schreiben vor, daß das Kreisamt und die Gendarmeriestation sofort von einem etwaigen Durchzug von Zigeunern benachrichtigt werden, daß das Austtellen von Wohnwagen an öffentlichen Plätzen und Straßen nicht geduldet wird, und die Zigeuner während der ganzen Dauer ihres Aufenthalts scharf bewacht werden. Ferner sollen die Legitimationspapiere geprüft und der Verwaltungsbehörde telegraphisch oder durch Eilboten Nachricht über Herkunft, Staatsangehörigkeit und die Legitimationspapiere gemacht werden. Darmstadt, 21. Nov. Die amtliche „Darmst. Ztg.^ schreibt: Zeitungsnachrichten melden, daß in Darmstadt in den evangel. Kirchen am letzten Sonntag Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin aus dem Kirchengebet weggelassen worden fei. Diese Nachricht ist, wie es nach der ganzen Sachlage selbstverständlich erscheint, nicht richtig, wie denn auch Großh. Oberkonsistorium an den bestehenden Vorschriften nichts geändert hat. Wo Ihrer Königs. Hoheit gelangt, und der Besucher to-irb gewiß mit freudiger Ueber- raschung gesehen haben, was mit nur geringen Mitteln und wesentlich durch die Opferfreudigkeit der Einwohner aus Stadt und Provinz geschaffen worden ist. Möge auch in Zukunft dieses Interesse für die Sammlungen bleiben, dann wird das Museum des Oberhessischen Geschichts-Vereins weiter blühen und gedeihen, und sich zu einem beachtenswerten Provinzialmuseum ausbauen können. Kr. • * In die letzten Artikel über das Museum haben sich einige Druckfehler eingeschlichen. So muß es in Nr. 273 statt „Spinnwickel" und in Nr. 274 statt „Spinnwirbel" „Spinnwirtel", in Nr. 274 statt „Steinteile", „Steinbeile" und statt 400 v. Ehr. — 100 v. Ehr. „400 v. Ehr. bis 100 n. Ehr.", ebenso in Nr. 274 und 275 statt „La Tene“ „La Töne“ und in Nr. 275 statt „Zelte" „Kelte" und statt „Heldring" „Halsring" heißen. Gießener StadttlMer. Leontinens Ehemänner. Schwank von Alfred Capus. Am Mittwoch Abend kam im hiesigen Stadttheater zum ersten Male ein Schwant von Alfred Capus, betitelt „Leontinens Ehemänner", zur Aufführung. Das Stück, da§ für Gießen Novität ist, hat im Berliner Residenztheater schon über hundert Aufführungen erlebt. Der Erfolg, den das Stück hier hatte, war recht mäßig. Es leistet wohl das höchste an Frivolität, was in einem Stück überhaupt geleistet werden kann, wenn es nicht von der Zensur gestrichen werden soll. Die Handlung ist flau, das ganze Stück voll von Unwahrscheinlichkeiten. Der Inhalt ist kurz folgender: Adolf Dubois, der erste Gatte Leontinens, hat sich wegen der allzu großen „Nächstenliebe" seiner Frau von ihr scheiden lassen. Nachdem sie sich mit ihrem Liebhaber, einem reichen Getreidehändler, entzweit hat, gerät sie in Geldverlegenheit. Sie wendet sich an ihren früheren Gatten, der, als guter Kerl, sie unterstützt. Da sie mit ihrem Gelde nicht ausreicht, wird ihre Einrichtung verkauft, sie verliert ihre Wohnung. Was ist nun natürlicher, als daß sie zu ihrem früheren Gatten geht und ihn bittet, sie bei sich auf einige Zeit aufzunehmen. Er ist ja ein guter Kerl und so tritt er ihr feine Wohnung ab. In feiner Verzweiflung, wie er sich von ihr befreien soll, wendet er sich an seinen Freund, den Abg. Plantin, der ihm eine Stellung als Polizeikommissar in der Provinz verschafft. Dubois reist ab und Leontine verliebt sich in den Professor Grimard, weil er sich am ersten Abend ihrer Bekanntschaft so geistvoll mit ihr über „künstlichen Dünger" unterhalten hat, und heiratet — seinen Freund, den reichen Baron de la Jambisre. Eine sehr aristokratisch ernpsindende Tante be5 Barons, die Leontine nicht kennt, will den Professor konsultieren, und kommt gerade dazu, wie er eine Dame, Leontine, auf dem Schoße hält und liebkost. Sie ist höchlichst entrüstet, daß er bei einer solchen Gelegenheit nicht die Thür seines Zimmers verschlossen hat, erzählt c5 dem Baron, der aus ihrer Beschreibung ferne Frau erkennt. Es. giebt einen , kleinen Krach. . Der^ Baron will, sich jcheiden lassen und läßt die Polizei holen. Es erscheint der Polizei- korninissär Dubois! Er findet zu seiner Bestürzung seine frühere Frau wieder. Dubois, in der größten Angst, daß sie ihn nach vollzogener Scheidung vielleicht wieder beglücken könne, nimmt den Baron zur Seite, stellt ihm vor, daß die Sache doch eigentlich nicht so schlimm sei, bringt den Baron dahin, daß er, ein nicht minder guter Kerl als Dubois, seiner Frau verzeiht. Noch weiß der Baron nicht, daß Dubois der erste Mann seiner Frau war. Er bittet ihn aus Freude, daß dieser ihni sein „Familienglück" gerettet, der Freund seines Hauses zu werden. Die Tante deckt das Verhältnis des Kommissars zu Leontine auf. Es folgt wieder ein kleiner Krach, aber da der Baron ja ein guter Kerl ist, folgt auch wieder Versöhnung. Schließlich löst sich alles in Wohlgefallen auf. Zwischendurch bat Dubois einer Cousine des Barons das Leben gerettet und heiratet sie, sodaß schließlich auch er glücklich oerforgt ist. Die Rollen wurden durchweg gut gegeben. Herr Ram * fei)er als Dubois und Frl. Hohenfels als Leontine boten brillante Leistungen. Der Baron de la Chamiöre wurde von Herrn Schneider recht wirksam dargestellt. Lebhafter Beifall belohnte die Darsteller für ihre Mühe. N. N. Berlin, 21. Nov. Der badische Kammersänger Pro» fessor Eduard Feßler ist heute Mittag gestorben. Berlin, 21. Nov. Den Abendblättern zufolge erteilte der Kaiser dem preisgekrönten Entwürfe des Bildhauers Eberlein für ein Berliner Richard Wagner-Denkmal die Zustimmung zur Ausführung. etwa in einem einzelnen Fall nicht ausdrücklich gedacht wurde, geschah dies offenbar nur, weil der betreffende Geistliche überhaupt ein anderes, auch sonst bisweilen von ihm gebrauchtes Gebetsformular anwandtc. Darmstadt, 21. Nov. Wie die „N. H. V." mit» tollen, versammelte sich am Dienstag abend in dem unversehrt gebliebenen Kneipsaal der Tu r n g e m e in de Darmstadt eine größere Anzahl Mitglieder, um Stellung zu den zunächst zu ergreisenden Maßnahmen zu nehmen. Insbesondere wurde beschlossen, für eine würdige Beerdigung der drei Verunglückten Sorge zu tragen. Die Mitglieder werden ersucht, den Verunglückten bei deren Beerdigung die letzte Ehre zu erweisen. Ter Wiederaufbau soll mit allen Kräften und unverzüglich in Angriff genommen werden, und soll an die Mitglieder und Freunde der Gemeinde ein Aufruf zur thatkräftigen Unterstützung ergeben. Seitens der Stadtverwaltung ist bereits ein herzliches Beileidsschreiben beim Vorstand der Turn- gemoinde eingelaufen, in der derselben außer der Anteilnahme der Stadtvertretung und Bevölkerung auch die thatkräftige Unterstützung bei dem schweren Unglück ausgesprochen wird. Die neuen Turngeräte sind fast alle verbrannt, sie allein stellen einen Schaden von über 1000 Mark vor. Die Tische und Stühle sind zum großen Teile geborgen, doch haben sie fast sämtlich durch Brand oder die große Hitze schaden gelitten. Wie groß der Material- schaden ist, ist bis jetzt noch nicht annähernd zu ermitteln. Nach einer Mitteilung des „Tgl. Anz." scheine die Veranlassung zu dem Brand jetzt mit ziemlicher Sicherheit festgestellt zu Jein. Es soll sich nach dieser Meldung bei der Besichtigung ergeben haben, daß auf der Seite nach dem Turnhause hin eine Oeffnung nach dem Kamin zu unvermauert geblieben, und vor diese Oeffnung ein Balken verlegt worden war. Die elektrische Leitung sei abgestellt gewesen, Kurzschluß als Brandursache scheine somit ausgeschlossen. Worms, 20. Nov. Am gestrigen Tage wurden im Ost- hofen-Herrnsheimer Revier der Freiherrl. v. Heyl'schen Jagd geschossen ea. 1297 Hasen, 29 Hühner und 1 Kaninchen. Der Großherzog erlegte 192 Hasen. Das Gesamtresultat der beiden Jagdtage ist: 2269 Hafen, 73 Hühner, 1 Fuchs, 2 Raubvögel und 1 Kaninchen. Gegen das Vorjahr ist dies ein bedeutender Ausfall, indem die vorjährige Gesamt- Ärecke nahezu 3500 Stück betrug. Hanau, 21. Nov. Bei den heute beendeten Ergänzungswahlen zur St ad t oer o rd n et en-Versammlung siegte in der dritten Abteilung zum ersten Male die Liste der sozialdemokratischen Partei über die der vereinigten bürgerlichen Parteien. Damit treten vier Sozialdemokraten in die Stadt- verordneten-Versammlung ein. Parlamentarisches aus Hessen. Der Fußgendarm i. P. Do tzert in Gießen bittet um Erhöhung seiner Pension bezw. Bewilligung der Verstümmelungszulage. D. ist wegen Nervenschwäche und zerrütteter Gesundheit mit 1230 Mk. in den Ruhestand versetzt worden. Er hat sich, wie er sagt, sein Leiden durch einen Fall und angestrengten Dienst zugezogen. Er wurde, schon krank, von Seibelsdorf nach Wenings versetzt, wo der Dienst noch anstrengender als in Seibelsdorf war. Der Mannl flogt jämmerlich über seine traurige Lage. Er hat, während er selber leidend, und seine Frau krank ist, von seinem Privatvermögen zusetzen müssen, zumal ihm von Aerzten der Rat gegeben wurde, nach Gießen zu ziehen, wo Hilfe eher als in Wenings zu haben sei. ~ Eine dringliche Anfrage der Abgg. Dr. Frenay und Genossen lautet: 1. Wie weit sind die Vorarbeiten zur Ausführung der im Frühjahr laufenden Jahres durch die Ständekammer bewilligten 'N e b e n b a h n e n gediehen; find insbesondere die erforderlichen Verhandlungen mit Privatunternehmern zum Abschluß gelangt? Ist die Regierung gewillt, zur Bekämpfung der täglich wachsenden Arbeitslosigkeit schleunigst alle Schritte zu thun, damit in kürzester Frist mit den Bahnbauten begonnen werden kann und bei den diesbezüglichen Arbeiten in erster Linie in Hessen ansässige Arbeiter beschäftigt werden? 2. Will die Regierung nicht dahin wirten, daß bei den großen Bahnarbeiten im Bereiche der Eisenbahndirektion in Mainz in erster Linie einheimische Arbeiter Verwendung finden, und Ausländer so lange.ausgeschlossen werden, als der Bedarf durch inländische Arbeiter gedeckt werden kann? Der Erste Ausschuß hat über die Regierungsvorlage, betreffend die Schaffung einer Weinban-Dvrnäncn- verwaltung in Mainz und den Antrag des Abg. Koch, den gleichen Gegenstand betreffend, beraten und ist zu dem Entschlüsse getommen, der Regierungsvorlage zuzustimmen und den Antrag Koch abzulehnen. Den Antrag des Abg. Roack, betreffend Errichtung eines Neubaues für die L a n d e s b a u g e w e r k s ch u l e zu Tarin- stadt will der Erste Ausschuß für erledigt erklärt wissen. Universltäts-Nachrichten. — Ter G r o ß h e r z o g hat den charakterisierten außerordentlichen Professor Tr. Zeißig in Darmstadt zum außerordentlichen Professor für Physik an der Technischen Hochschule ernannt. — Der bekannte Leipziger Theologieprofessor Geheimrat D. Fricke, früher langjähriger erster Vorsitzender des Eentralvor- standes der eoangel.' Stiftung des Gustav Adolf-Vereins, hat folgendes Z u st i m in u n g s s ch r e i b e n an Theodor Mommsen zu dessen Erklärung über die Voraussetzungslosigkeit der Forschung gesandt: „Verehrter Herr Kollege! Haben Sie Dank für Ihr leider zeitnothwendiges Wort in den „Münch. N. Nachr.", das ich eben lese. Nur mit dem Ausdrucke „Tas gewaltige Geistes werk des Papsttums" bin ich nicht einverstanden. Es ist die gefälschte Religion des entaeisteten Mechanismus, der zu allem mißbraucht werden kann. Wir sind auf dein Wege der Fälschung nicht blos der Wissenschaft, sondern des Eharakters der Nation." Landwirtschaft. Darmstadt, 20. Nov. Obermedizinalrat Dr. Lorenz in Darmstadt, der im Auftrage des Großh. Ministeriums die Versuche mit dem Bacceli'schen Verfahren zur Heilung der Maul- und Klauenseuche geleitet hat, hat, nachdem im Ganzen gegen 130 Stück Rindvieh dem Heilverfahren unterzogen worden sind, folgendes Urteil abgegeben: „Nach den Endergebnissen dürfte ebenso wenig von einem durchschlagenden Erfolg die Rede sein, als von einem vollständigen Fehlschlägen. Vorläufig kann daraus geschlossen werden, daß die Anwendung des Verfahrens an sich ungefährlich ist, daß sie aber auch bei vorgerücktem Krankheitssiadium keine Aussicht auf Erfolg bietet. Ob der scheinbar gute Erfolg der Anwendung des Verfahrens im oder bei Eintritt der ersten Krankheitserscheinungen, so namentlich vor Eintritt deutlicher Blasenbildung im Maul und an den Klauen nicht auf Zufall beruht, muß abgewärtet werden." Birkenau, 19. Nov. In der verflossenen Woche ist auch das letzte Pferd aus dem Stalle des Oekonomen Gilmer eingegangen. Tiefer hat nunmehr den Verlust seiner sämtlichen, teilweise sehr wertvollen Tiere zu beklagen: 10 Acker- und Wagenpferde, 2 Fohlen und 1 Ponny, im Ganzen also 13 Stück. Während bei den zuerst erkrankten Tieren die Krankheit einen ziemlich raschen Tod herbelsührte, dauerte das Siechtum bei den zuletzt gefallenen Pferden nahezu zwei Wochen, und auffallender Weise wurden die Fohlen und ein Ponny am spätesten von der Krankheit ergriffen und zeigten sich auch mn widerstandsfähigsten. Zwei weitere von Gilmer inzwischen angekaufte Pferde und neuerdings lviederuin erkrankt. Wenn auch diese eingchen sollten, so steht man vor einem Rätsel, da diesen doch keine braiidige Frucht, die man von ärztlicher Seite als Krankheitsursache erklärte, als Fütterung verabreicht wurde, schließlich sei noch erivähnt, daß über den Erfolg der chemischen Untersuchiuig eines kleinen Quantums Blutes -und Fleisches der gefallenen Tiere von Seiten einer erstklassigen Untersuchungsstation nichts Definitives in die Oeffentlichkeit ae» drungen ist, und man nimmt deswegen an, sie sei resultatlos verlausen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M., 21. Nov. Tic für heute Abend cinberufem Generalversammlung des Vereins „Effektensoeietät", in welcher über die ev. Liquidation der Gesellschaft verhandelt werden sollte, war nicht beschlußfähig, da von der statutarisch erforderlichen Anzahl von 200 Mitgliedern nur 166 erschienen waren. Der Vorsitzende, Bankier Salomon Merzbach, konstatierte, daß die Versammlung ordnungsgemäß einberufen sei und teilte zugleich mit, daß auf den 2. Dezember eine neue Generalversammlung emberufen werde, welche ohne Rücksicht auf die Anzahl der erschienenen Mitglieder jedenfalls beschlußfähig sein werde. Neustrelitz, 21. Nov. Die Obligationen-Gläubiger der Meck- len b u r g - S t r e l i tz s ch e n Hypothekenbank wählten in der heutigen außerordentlichen Gcncralversammlitng die Deutsche Treu- handgesellschast und, falls diese es ablehnt, die Geh. Justizräthe von Simson und Max Wegner-Berlin zu ihren Vertreten:, zu Auf-- sichtsräten die Herren Hermann Herz, Karl Stoeter, Felix Marsop- Berlin, Eckhaus-Perleberg und Lazarus-Neustrelitz. Müucheu, 21. Nov. Ein unter der Führung von Robert Warschauer u. Eo. stehendes Konsortium übernahm von der Stadt München eine 4proz. Anleihe im Betrage von 25 Millionen Mark. Wie die „N. N." melden, beschlossen heute Vormittag dir beiden Gemeinde-Kollegien in geheimer Sitzung die Beschaffung weiterer Anlehemittel durch Aufnahme einer Anleihe von 30 Mlll Mark. Märkte. W. Friedberg, 20. Nov. Ter heutige Ferkelmarkt war nicht so stark befahren, wie die vorhergehenden. Aus den nahe gelegenen preußischen Orten waren des Buß- und Bettags wegen weder Käufer noch Verkäufer erschienen. Tas Geschäft war trotzdem ungemein lebhaft und die Preise so hoch, daß die Liebhaber von Spanferkeln, die sonst aus dem Novembernrarkt das Gros der Käufer bilden, auf den Genuß dieses delikten Bratens verzichten mußten. Selbst die kleinsten Ferkel fanden heute Abnahme, sodaß der Markt rasch geräumt war. Diese große, sonst in der jetzigen Jahreszeit nicht zu spürende Kauflust hängt mit den hohen Preisen für fette Schweine zusammen. Mancher verkauft da gerne eines seiner zum Schlachten für den eignen Haushalt beftinünten fetten Schweine und legt wieder Ferkel ein, um am Ausgang des Winters noch einmal schlachten zu können. Ganz schwache Ferkel galten per Paar immer noch über 24 Mk., bessere 30, 35 und 40 Mk. ganz gute und schöne sogar bis zu, 60 2)lf. Springer (Einlege schweine) waren sehr wenig aufgetrieben und im Handumdrehen zu hohen Preisen abgesetzt. OrtsMeitose Giessen. Orient!. Muiiq Mittwoch iw 27. Nov. 1901, abends 8’|2 Uhr, im Lony'fchen Bierkeller. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Vorstandes und der Ersatzmänner. 2. Wahl der Rechnungsprüfungskommission. 3. Antrag der Ortskrankenkasse Darmstadt betr. Petition gegen die Getreidezölle. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 7540 Der Vorstand: G. Da hm er, 1. Vorsitzender. Gießener Kisvercin, e.W>. Wcsbeitrag M. MrittsßelNMk. Derselbe wird von dem Vereinsdiener Adolf Schwan im Laufe dieser Woche erhoben werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß jeder Quittung eine Beikarte (nicht übertragbar) beigefügt wird, daß aber weitere Beitarten gegen Ausstellung des mitfolgenden Bezugscheines und gegen Entrichtung von 50 Pfg. pro Stück gefordert werden können. Beikarten können nur für die Hausstandsmitglieder der engeren Familie verlangt werden und sind nicht übertragbar. Mißbräuchliche Benutzung dieser Karten zieht zunächst den sofortigen Ausschluß aus dem Verein nach sich und wird gegebenen Falles gerichtlich verfolgt. Die Bezugsscheine und Eintrittsbeikarten sind beim Vereinsrechner, Herrn H. Hochreut her, Südanlage 5, sowie ^eim Vereinsdiener und an der Kasse am Eisplatz erhältlich. Gießen, den 15. November 1901. 7572 Der Vorstand. Parlömerien. ToilellemiM. Adler-Drogerie, Seltersweg 39. Toilette- und Haushaltungs-Seifen in großer Auswahl. Medizinische Seifen aller Art. Taschentuch-Parfüm, Eau de Eologue, Blumendüfte, zusammengesetzte Gerüche in den verschiedensten Stärken in einfachen und feinstdekorierten Gläsern und Kartons, sowie auch offen zum Auswiegen. Mundwässer, Zahnpulver, Zahnpasta, Zahnbürsten, Haarwässer, Haarfärbemittel, Haut-Cream, Puder, Schminken, sowie alle unschädlichen Mittel für Kopf-, Mund-, Haut- und allgemeine Körper- pfk9e- 7396 Otto Schaaf. Christ Wallenfels r Emil > Fischbach Giessen. 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Scholz. 4. Lieder: a) Ruhe Süssliebchen im Schatten . Job. Brahms. b) Der Kuss.........L. van Beethoven. 5. Trio für Klavier, Violine und Cello in Es-dar L van Beethoven. Billets: Abonnements für 3 Abende: Sperrsitz Mk. 6.—, unnumme- ' riertcr Platz Mk. 3.75. Für • men Abend:. Sperrsitz Mk. 2.50, unnummerierter Platz Mk. 5.75, Studentenkarten Mk 1.— sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier, Rudolphs Nachf., zu haben. Studentenkanen auch beim Hausverwalter Stork. Schürzen aller Art in denkbar großer Auswahl empfehlen billigst 6893 s. Röhr & So. Cervelatwurst fst. Gothaer empfiehlt 7068 Emil Fischbach. Kaiserseet Flasche Mk. 3.—. Adler-Drogerie, Seltersweg 39. Jeinstes Mütenmehl sowie alle Zuthaten zur Weihraaehishaekepei empfiehlt in bekannt guten Qualitäten 7617 Fr. Leo Nachflg., C. Herber, Scltersweg 58, Ecke Volksbadstrage. Frisch geschossene $ Hasen Rehe im Ausschnitt. Klein rieh Klotz 17 Mäusburg 17. 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