Zweites Blatt Nr. 249 151. Jahrgang Mittwoch 23. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit oem »Hess. Landwirt" vnd den .Blättern sür hessische Volkskunde" Mermal wöchentlich bel- gelegt. Nedaktwn, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. ttbteje für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeiger zu der sür den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis öormittagS 10 Uhr. Alle Anzeigen-Verrnitt» lungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der B ruh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschall. Dr. v. Siemens. Aus Berlin wird heute der „Frkf. Ztg." gemeldet: Die Krankheit des Reichstagsabg. Dr. Georg v. Siemens, des früheren Direktors der Deutschen Bank, hat sich ver- schliminert. Es ist kaum mehr Hoffnung auf Genesung. Auf den ehemaligen Direktor der Deutschen Bank, Dr. v. Siemens sind große Hoffnungen gesetzt worden- Damals, als Herr v. Siemens in wiederholten kaiserlichen Audienzen empfangen wurde, als die Deutsche Bank das oielbcneidete, freilich mehr ehrenvolle als einträgliche, Geschäft der Uebernahme einer Reichsanleihe abschloß, damals glaubte man fast mit unfehlbarer Sicherheit in Siemens den kommenden Mann sür das Finanzportefeuille Preußens erblicken zu dürfen. Aber bei der Demission des Herrn v. Miquel blieb die Ernennung aus. Wie behauptet wurde, habe Dr. v. Siemens im entscheidenden Augenblicke keine Neigung gehabt, seine Unabhängigkeit sür eine Laufbahn hinzugeben, die möglicherweise eine Freude von kurzer Dauer war. Nach einer anderen Version fiel die Wahl nicht auf Dr. Siemens, eben weil mit solcher Bestimmtheit damit gerechnet worden sei, was nicht den Intentionen an maßgebender Stelle entspricht. Am meisten hat die Börse bedauert, daß Herr v. Siemens nicht Oer Nachfolger Miquels wurde. Denn sie erwartete von seinen! Einfluß, daß er eme baldige Milderung der Börsen- gesetzgebung anbahnen werde. Auch sonst hatte die Börse von Siemens eine hohe Meinung; sie sah in ihm ein Finanz- und Organisationstalent allerersten Ranges, dessen Aussprüche jederzeit schwer in die Wagschale fielen. Eine geschickte organisatorische That war auch die Begründung oes „Handelsvertragsvereins"". Die Aufgaben dieses Vereins, sowohl .nach der ausklärenden wie nach der agitatorischen Seite hin, nahmen das volle Interesse Siemens in Anspruch. Selbst noch im Beginn der schrecklichen Krankheit — sie hat sich, wie wir im „B. T." lesen, als Magertkrebs herausgestellt, wie beim verstorbenen Abg. Frhrn. v. Stumm — setzte Herr v. Siemens seine Thätigkeit für den „Handelsvertragsverein"" fort. Als Parlamentarier (Freis. Vereinig.) genoß Dr. v. Siemens biel persönliche Sympathien. Die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses war ihm gewiß, wenn er sich.zu einer seiner fesselnden Reden über finanzielle und wirtschaftliche Fragen erhob. Die amerikanische Gefahr. Man schreibt uns aus Berlin, 21. Oktober: Aus oer heutigen Hauptversammlung des „Bundes der Industriellen", der Konkurrenz-Gründung gegen den .^Zentral - Verband deutscher Industrieller", ist sehr bemerkenswert ein Vortrag des Generalsekretärs Dr. Wendland über die amerikanische Gefahr. Verwunderlicherweise ist diese Gefahr, das ungeheure Anwachsen der amerikanischen Einfuhr nach Deutschland einerseits, die Abnahme unseres Exports nach Amerika andererseits, von den heimischen Jnteressentenvereinigungen bisher kaum tragisch genommen worden. Ernster hat von vornherein die Prej'se Den amerikanischen Wettbewerb aufgefaßt. Selbst zu der Zeit, da der Glanz der Industrie zu verblassen begann, sprach der Leiter eines großen deutschen Eisenwerkes mit Ironie von dem amerikanischen „Schreckgespenst". Dr. Wendland bewies durch seine heutigen Ausführungen, daß es sich hier um kein Phantom handelt, sondern um einen recht bedrohlich auftretenden Gegner. Durchschnittlich fünf Mal so hoch sind die amerikanischen gegenüber den deutschen Zollsätzen. Amerika unterhält Geheimpolizisten, welche deutsche Fabriken beobachten. Die Einfuhr ist in den Vereinigten Staaten den raffiniertesten Belästigungen ausgesetzt. Fakturenprüfung und ähnliche Maßregeln liefern die deutschen Geschäftsgeheimnisse an die Amerikaner aus usw. Als Mittel zur Abwehr brachte Dr. Wendland die Anbahnung einer mitteleuropäischen Zollunion — Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Schweiz, Holland und vielleicht Belgien — in Vorschlag, ferner die Errichtung einer Reichshandelsstelle. Vor allem solle man die Amerikaner bei den Handelsvertragsverhandlungen an uns heran- kommen lassen, und zunächst die Beseitigung der schreiendsten Ungerechtigkeiten fordern. Ein anderer Redner der Versammlung warnte jedoch vor einem Zollkrieg mit Amerika, weil dieses die deutschen Artikel auch anderweit beziehen könne, nicht aber Deutschland die amerikanischen Produkte. Die Konkurrenz der amerikanischen Kohle macht sich immer mehr bemerkbar, und zwar erfolgt die Versorgung des deutschen Marktes mit diesem Produkt — zumeist Anthracit und Koks — in erster Reche von Hamburg aus. Die Wirkung dieses Wettbewerbes auf die Preisbildung tritt bereits hier und da im Detailhandel zu Tage. Das Kohlensyndikat scheint dem Zwange der Verhältntsfe allerdings nur zögernd nachgeben zu wollen. Es wird aber zu einer erheblichen Herabsetzung der Preise wohl oder übel chreiten müssen, wenn die Amerikaner chre Abstcht, eine ganze Reihe von Kohlenschiffen nach Europa zu dir:- gieren verwirklichen. Den Newyorker Händlern scheint zur Zeit nicht die erforderliche Anzahl von Frachtdampfern zur Verfügung zu stehen, wenigstens nicht von solchen amerikanischer Flagge, die beim Seetransport bevorzugt werden, weil deren Rheder die verhältnismäßig niedrigsten Fracht- sütze fordern. Jedenfalls hat sich die Vermutung, die Ozeanfrachten würden den Bezug amerikanischer Kohle so verteuern, daß der Einkauf deutscher oder englischer vorzuziehen ist, als unzutreffend erwiesen. Von einer Kohlennot wird also Deutschland im kommenden Winter voraussichtlich verschont bleiben. Die der Preisfestsetzung geltende Versammlung ber Mitglieder des. Kvhlensyndikats findet am 24. d. Mts.' statt. Deutsches Mich. Berlin, 21. Okt. Der Kaiser hörte heute den Vortrag des Ehefs des Zivilkabinetts und später den des Staatssekretärs des Reichspostamts. — An den Sohn des am Freitag verstorbenen F u r )t e n Lichnowsky richtete der Kaiser folgendes Telegramm: Mit inniger Betrübnis habe Ich aus Deinem Telegramm ersehen müssen, daß alle Kunst der Aerzte das Schwerste von Dir und Deinem Hause nicht hat abwenden können. Mich bewegt jetzt nur das Mitgefühl mit Dir, an den Mich so liebe Erinnerungen an die gemeinsame Dienstzeit in Meinem Leibgardehusaren-Regiment knüpfen, sondern vornehmlich auch der Schmerz, daß leider ein so treues preußisches Herz zu schlagen ausgehört hat. Nie werde Ich den Tahingeschiedenen vergessen, wie er in kritischer, schwerer Zeit Meinem in Gott ruhenden Herrn Großvater in patriotischer Hin- gebung die Treue gehalten und bethätigt hat. Ich habe Meinen Vetter, den Prinzen Friedrich Heinrich beauftragt, Mich bei der Beisetzung zu vertreten. Deine Frau Mutter, Deine Geschwister bitte Ich Meiner herzlichsten Anteilnahme zu verschiern. Wilehlm. (Der verstorbene Fürst war ein jüngerer Bruder des im Jahre 1848 von dem Frankfurter Pöbel ermordeten Fürsten Felix Lichnowsky, an dessen Sarge der damalige Demi- urgos-Sänger Wilh. Jordan eine tief ergreifende Leichenrede hielt. D. Red. des „Gieß. Anz") — Der Kaiser hat, wie nachträglich bekannt wird, gelegentlich seines jüngsten Jagdaufenthaltes in Rominten und des hierbei dem dortigen Kinderheim ab gestatteten Besuches bet in diesem Heim angestellten Schwester sein Bild in Kabinettsform überreichen lassen, dem der Monarch folgende eigenhändige Widmung hinzufügte: „In Anerkennung der vortrefflichen Erfolge in der Erziehung und Pflege unserer Dorfjugend. Wilhelm." — Die Kaiserin ist immer noch gezwungen, das Zimmer zu hüten, und wird morgen, an ihrem 43. Geburtstage, daraus verzichten müssen, einen größeren Kreis von Glückwünschenden persönlich zu empfangen. Die Feier wird somit aus die Familie und die nächststehende Umgebung beschränkt bleiben. — Ein Besuch des deutschen Kronprinzen in New-York aus Anlaß des Stapellaufs der für Kaiser Wilhelm gebauten Nacht wird sür nächsten April in Aussicht gestellt. — Beim Reichskanzler Grafen Bülow fand heute ein Diner statt, zu dem u. a. Generaloberst v. Loe, der deutsche Botschafter in Rom, Graf Wedel und der Ehef des Militärkabinetts, Graf Hülsen-Häseler, Einladungen erhalten hatten. — Der Kaiser hat drei Generalärzten, darunter bem Forscher Prof. Ko ch, den Rang als GeneralmajÄv verliehen. Den Rang als Oberst hat Prof. Koch seit dem 21. April 1892; Prof. Koch wird nur a la suite des Sani- tätskorps geführt. Mit Prof. Koch wurden Dr. Schaper, ebenfalls a la suite des Sanitäts^orps und der Korpsarzt des 9. Armeekorps Dr. Meisner durch die Verleihung des Ranges als Generalmajor ausgezeichnet. — Zu dem Beschluß des Berliner Stadtverordnetenausschusses, die Nichtbestätigung des Stadtrats Kauffmann nicht als zu recht bestehend anzuerkennen und eine Entscheidung des Königs zu verlangen, bemerkt die „Köln. Ztg.": Als seinerzeit der Oberpräsident von Brandenburg es ablehnte, die zweite Wahl Kauffmanns dem Könige zu unterbreiten, handelte er selbstverständlich im Einvernehmen mit seinem Vorgesetzten. Nur politische Kinder können in allem Ernst daran glauben, daß diese Entscheidung ohne vorhergehende ausführliche Besprechung mit dem Minister des Innern erfolgt sei, und daß man keine solche Entscheidung gefaßt hätte, wenn man nicht wüßte, daß sie auch der Willen sm einun g des Kaisers entspricht. — Wie die „Berl. N. Nachr." aus bester Quelle erfahren, werden die Unfallverhütungsvorschriften der Soeberufs- genossenschaft zur Zeit völlig umgearbeitet. Im Reichsamt des Innern sollen die Arbeiten so gefördert werden, daß die neuen Vorschriften schon im Januar 1902 in Kraft treten können. Demselben Blatte wird die Blättermeldung, daß zwischen Preußen und den thüringischen Verwaltungen Verhandlungen wegen Uebernahme der thüringischen Privatbahnen durch Preußen gepflogen würden, auf eingezogene Erkundigung als der Begründung entbehrend bezeichnet. <- Die Arbeiterentlassungen und Arbeits-Einschränkungen bei der Berlin-Potsdamer Eisenbahnverwaltung nehmen jetzt einen größeren Umfang an. Bis zum 1. April n. I. soll alle 14 Tage in sämtlichen Betriebswerkstätten ein Arbeitstag ausfallen. Auch im Außendienst macht sich das Sparsamkeitsprinziv der Eisenbahnverwaltung geltend. Hilfsarbeitern wurde mehrfach gekündigt. — Die Sitzungen der Anarchistenklubs werden von jetzt ab ständig durch uniformierte Beamte überwacht, und sind infolgedessen sehr schlecht besucht. Der Rixdorfer Anarchistenklub zählt nur noch 9 Mitglieder. — Das in Süddeutschland erscheinende Anarchistenblatt „Die Freiheit"" hat wegen Geldmangels und weil der Verleger des Blattes sich im Gefängnis befindet, sein Erscheinen abermals eingestellt. Hamburg, 21. Okt. Die Hamburg - Ameribw - Linie erweitert vom 1. Januar 1902 den ostasiatischen Küstendienst durch eine Linie zwischen Hongkong und Wladiwostock. Die Vertretung in Wladiwostock ist der Firma Kunst il Albers übertragen worden. Bremen, 21. Okt. Das Kadettenschulschiff des „Norddeutschen Lloyd", „Herzogin Sophie Charlotte" ist am 20. Oktober in Rio de Janeiro angekommen. Das Schiff wird nach kurzem Aufenthalt in diesem Hasen seine Reise nach Adelaide kortsetzew Düsseldorf, 21. Okt. Die heutige Versammlung der rheinisch-westfälischen Buchdruckerprinzipale beschloß, dem neuen Lohntarif fürBuchdrucker zuzustimmen und für dessen Einführung zu wirken, damit die allgemeine deutsche Buchdrucker-Tarifgemeinschaft Thatsache geworden sei. Ausland. B a st i a (Eorsika), 21. Okt. Bei den gestern stattgehabten Wahlen zum Munizipalrat in Linguizzetta kam es zu Ausschreitungen. Ein Wähler erhielt einen Pistolenschuß und vier Dolchstiche. Zwei Mitglieder des Bureaus wurden getötet; noch sechs Personen wurden verwundet und zwar die Mehrzahl tätlich. Budapest, 21. Okt. Die Polizei fahndet eifrigst auf den gefährlichen Anarchisten, Väckergehilfen Nedzoideri, der aus Fiume verschwunden ist und sich hierher begeben haben soll. Da die Polizei befürchtet, daß er ein Attentat plant, so wurden die Vorsichtsmaßregeln zum Schutze des Kaisers verdoppelt. K o n st a n t i n o p e l, 21. Okt. PrinzAdalbertvvk Preußen ist heute früh hier angekommen. Der Marineminister Hassan Pascha begab sich an Bord der „Charlotte", um den Prinzen im Namen des Sultans zu begrüßen, ebenso der deutsche Botschafter Frhr. Marschall von Bieber- stein mit den Mitgliedern der Botschaft. Als die „Charlotte"" in den Hafen einfuhr, salutierten die türkischen Stationsschiffe. Gestern wurde der Prinz auf der Fahrt durch die Dardanellen von dem türkischen Geschwader und den Forts mit Salutschüssen begrüßt. Marschall Schakii Pascha, der dem Prinzen im Namen des Sultans entgegengefahren war, sowie Admiral Hassan Ramy Pascha, der Kommandant des türkischen Geschwaders und die Kommandanten der Forts der Dardanellen hatten sich zur Begrüßung des Prinzen an Bord der „Charlotte" begeben. — Das Galadiner im Yildizkiosk zu Ehren des Prinzen nahm einen glänzenden Verlauf. Vorher empfing der Sultan den Prinzen und kurz darauf erwiderte er den Besuch im Meraszimkiosk. Beim Diner saß der Prinz zur Rechten des Sultans. Der Sultan, der sichtbares Wohlgefallen an dem heiteren unbefangenen Wesen des jugendlichen Prinzen empfand, konversierte in herzlichster Weift mit ihm. Beim Diner wurde das berühmte goldene Tafelservice verwandt. Der Sultan heftete eigenhändig dem Prinzen den Jftiharorden in Brillanten an die Brust. Im Nebensaale war für sämtliche Kadetten des Schulschiffes „Charlotte"" gedeckt, die vor dem Sultan Aufstellung nahmen. Namens des Sultans richtete Baron Marschall eine Ansprache an die Kadetten, in der er mitteilte, daß der Sultan erfreut fei, die Kadetten, die das Kriegsschiff, auf dem der Sohn seines teuern Freundes Kaiser Wilhelm sich befinde, begleiteten, zu begrüßen. Zur Erinnerung an diesen freudigen Tag verleihe er jedem die goldene Liakatmedaille. Der Sultan übergab hierauf 56 Kadetten persönlich die Medaille, wobei er jedem einzelnen warm die Hand schüttelte. Dem Galadiner folgte eine Vorstellung im kaiserlichen Theater. Man führte „Gran via"" auf, das durch den „Sana an Aegir"" eingeleitet wurde. Beim Abschiede geleitete oer Sultan den Gast bis zum Wagen. Warschau, 21. Okt. Wie gemeldet wird, kam es kürzlich auf dem Mokotauer Felde, dem Uebungsplatze der Warschauer Garnison, zu einer offenen Revolte. Die Soldaten eines ganzen Regiments versagten den Gehorsam, weil sie zu schlecht beköstigt würden. Der Oberst, bei dem Beschwerde erhoben worden war, schob alle Schuld den Unteroffizieren zu, die sich an der Menage- Lieferung bereicherten, doch scheint es, daß der Kommandeur seinerseits sich auch unrechtmäßige Vorteile verschaffte und nur einen Teil des Bedarfs liefern ließ. Die Offiziere gingen gegen die meuternden Soldaten vor, mußten sich aber zurückziehen, da sie beschossen wurden. Ein schwer verletzter Offizier ist bereits ge- storben. Die Rädelsführer wurden nach der Citadelle ge- schafft. Etwa 300 Soldaten dürften vor ein besonderes Kriegsgericht gestellt werden. x New-York, 21. Okt. Aus Kingston (Jamaika) ist nachfolgendes Telegramm hier eingegangen. Nach Meldungen aus Panama haben die ko lum bisch en Aufständischen schwere Verluste in einer Schlacht am 15. d. M- in der Nähe von Panama gehabt. Die Auf- ständischen konzentrieren sich in der Umgegend. Bewt Parteren rüsten zu einem neuen Kampfe. "Mom^südaftiKanischeu Kriegsschauplätze liegen heute zwei Nachrichten von neuen kleinen Buren, erfolgen vor. Aus Kapstadt meldet das Reutersche Bureau- Eine kleine Ab teilung der englischeu Trup» v e n des East Somerset-Distrikts wurde nach einem kurzen Gefechte bei Doornbusch in der Nahe von Zwazeglslwek von Smuthg c fang en genommen. — Ferner wird aus Lourenzo-Marques gemeldet: Die Buren haben verschiedene englische Posten in Swaziland überrumpelt und einige hundert Kriegsge- fang en e dabei gemacht. Nachdem die Engländer dann ihrer Waffen, Munition und eines großen Teiles ihrer Lebensrnittel entledigt worden waren, wurde ihnen die Freiheit zurückgegeben. Das Haus des englischen Konsuls ist mit portugiesischen Schildwachen und nachts auch mit Ü evalleriepatrouillen umgeben worden, da man fürchtet, daß etwas gegen sein Leben geplant fei Die Buren-Delegation im Haag hat keine Nachricht erhalten, welche die Meldung über den To d De- wets als begründet erscheinen lassen könnte. Die Delegierten schenken der betreffenden Meldung keinen Glauben und schreiben dis Unthätigkeit Dewots einer Lanz 'anderen Ursache zu. gestern Abend 6 Uhr sein Ende. Verlauf nahmen teilweise die offenen Schliefen, an denen nur Hunde teilnahmen, die bereits zwei erste Preise bei anderen Konkurrenzen erhalten haben. Auch das Vereinsschliefen war sorgfältig geordnet einer größeren Jnteressenten-Versamm- jung und dann den betreffenden M-inistern zur Begutachtung vorgelegt werden. *• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaates In Wiesbaden ist der Bankier Wawelberg, Inhaber des Bankhauses H. Wawelberg in Petersburg, gestorben. — Unter den Mannschaften des 83. Infanterie-Regiments in Kassel kamen einzelne Typhusfälle vor. Vermischtes. "Danzig, 21. Okt. Auf dem St. Barbara-Kirchhofe erschoß heute früh ein hier stationierter Deckoffizier eine junge Dame, deren Mutter und dann sich selbst. Die Leichen lagen neben dem Grabe des verstorbenen Herrn Loleytis, des Vaters der jungen Dame, die die Braut des Selbstmörders, des Oberbootsmannsmaats Griebe war, mit Schüssen in die Schläfe, die sofort tötlich gewesen sein müssen. Wie der Leichenbefund ergab, erschoß Griebe in voller Uniform zunächst beide rechts und links vom Grabe stehenden Frauen, dann sich am Fußende des Grabes. Aus Briefen geht hervor, daß mißliche Familien- und Vermögensverhäll- nisse die drei gemeinsam in den Tod getrieben haben. Vor zwei Jahren erschoß sich auf demselben Kirchhof Griebes Vater. * B r e s l a u, 21. Okt. Der Mörder der Frau ernes Handelsmannes Pfeiffer in Hausdorf bei Neurode ist tn der Person eines 16 jährigen Schuhmacherlehrlings Halfter ermittelt und verhaftet worden. Halfter, der bereits eur Geständnis abgelegt, hat der ftrau gegen 40 Messerstiche beiaebracht. Es liegt Raubmord vor. * Cuxhaven, 21. Okt. Ein Krabbenfisther wurde aus Eifersucht von einem Marinesoldaten erstochen. * Deutz, 21. Okt. Dem Bahnhofsmjpektor wurden von einem Zuge die Beine abgefahren. Der Ueberfahreno wurde getötet. „ „, , * Brieg, 21. Okt. Hier hat sich der kürzlich von >Bromberg zum 157. Regiment versetzte Major v. Hertel aus unbÄannten Gründen erschossen. Eine recht interessante Meldung kommt heute aus! London. König Eduard ist dorthin am Montag aus Schottland zurückgekehrt und Lord Salisbury sollte heute aus Nizza eintreffen. In der Umgebung des Königs ist man über die Verlängerung des Krieges äußerst verstimmt. Der König soll verschiedenen intimen Freunden gegenüber seiner Unzufriedenheit Ausdruck gegeben haben. Er befürchtet, daß der Krieg sich noch bis nach dem Krönungsseste hinziehen wird. ES verlautet neuerdings, Lord Salisbury werde thatsächlich demissionieren,! da sein Gesundheitszustand ihm nicht mehr erlaubt, die! Negierungsgeschäfte weiterzuführen. Sollte in diesem Ent-1 schlusse leine Aenderung eintreten, so werde Salisburys durch ein anderes Mitglied des Kabinetts ersetzt werden/ damit keinerlei Aenderung in der Politik des Kabinetts eintrete. Ein außerordentlicher Ministerrat ist für Donnerstag anberaumt. Wie es heißt, sollen in demselben wichtige Erklärungen hinsichtlich des Krieges gegeben werden. , ..... 1 , Die „Frkf. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Präsident Krüger hat die vom Ausschuß des Storthings vorgeschlagene Nobelprämie für Förderung der Friedens- iache erhalten. In Dünkirchen fand eine burensreundliche Versammlung statt, in der die Burenoffiziere Low und Plokay Vorträge hielten. Sie protestierten gegen die Unterbringung der Buren-Frauen und -Kinder in den Konzentrationslagern. Die nach Tausenden zählende Volksmenge brachte den beiden Kommandanten begeisterte Ovationen dar. Eine Musikkapelle spielte die Bnrenhymne und die Marseillaise. Bezüglich des Gerüchtes von irgend einer Intervention durch die Vereinigten Staaten zu Gunsten der Buren, schreibt der Korrespondent des „New- York Herald" aus Washington, in maßgebenden Kreisen heiße es, Präsident Roosevelt stimme vollständig mit der Politik seines Vorgängers in allen mit dem südafrikanischen Kriege verknüpften Angelegenheiten überein, und 'soweit unter den dem Präsidenten nahestehenden Beamten bekannt sei, liege kein Grund vor, anzunehmen, Roosevelt werde diese Haltung im mindesten ändern. Weiter fteftt der Korrespondent fest, keine europäische Macht hätte den Vereinigten Staaten irgendwelche Vorstellungen züglich einer Intervention gemacht. sehr gut. Am Schluß erklärte Förster Luban-Remscheid, sollen seit längerer Zeit Accepte der Firma nur in be» der als Richter fungierte, er sei erstaunt über das zahlreiche schrönktcm Umfange genommen worden sein. Spekulations- vorzüqliche Material, das ihm von den Mitgliedern der Verluste kommen nicht in Frage. , Hier glaubt man, daß die " '•••' ■ ' " ' ’ tL-L- Firma ihr Geschäft einschränken wird, sonstige Besorgnisse aber gegenstandslos sind. Zur Beruhigung aller Depotbesitzer Aus Stadt und Sand. srachrichtcu von allgemeinem Interesse sind uns stets willlommen und werden angemeffeu honoriert. Gießen, 22. Oktober 1901. » Boa der Universität. Wie uns heute bestätigt wird,Iverkauf ein Zwanzigmarkstück gestohlen giebt der Prioatdozcnt für alte Geschichte, Dr. ErnsilKurz hinter der Frau kamen noch drei Iveitere Zcgeunerwagen,paZ Feuer angelegt, die ermittelt sein sollen. Kornemann, seine Stellung als Gymnasiallehrer mit Ab. die es gleichfalls sehr eilig hatten. Diese Wagen wurden $ @eftem Abend ist auf das SuÜ lauf dieses Monats auf, um fortan ausschließlich der wissen- aber von dem Gendarm Dörr hier angehalten. Doch fanden - - das bei der Einweihung des Bismarck, schastlichen und der Lehrtätigkeit an der Hochschule zu sich bei ihnen nicht die Diebinnen Gendarm Dörr hwß nun rpßpn die Wagen, ihm m langiamer Fahrt folgen und machte sich V, . , 1 ' a 1 s«. - Theaterverem. Das Gastspiel von Karl Willy m BegLtung der bestohlenen Frau bie $erfoIgung Büller als Wchrhahn IM „Biberpelz" (28.Vorstellung» beiden ersten Wagen. Unterwegs begegnete er dem Gendarm !Kreises aacklar anläßlick/der Eülwcihung des dortigen findet am Mittwoch dem 13. November statt. Reeg, dem die fliehenden Wagen bereits begegnet mären. ’1n/n0^e7 unb® lassen besL E.Ch. Kvnzertjahr 1901/2. In dem gestrigen Konzert- Dieser ellte nun den Flüchtendem aus einem Fahrrade von Allcrböcksien Befehl- Der Geh Kabinetsrat bericht ist bei dem Unternehmen des Konzert-Vereins der der Mücke nach. In Nieder-Ohmen, wo inzwischen auch Gen- dank-'.Auf Allerhöchsten Befehl. Ter uey. »aomcisrai sechste Abend nicht erwähnt. Auch dieser ist vorgesehen, nur barm Dörr angekommen, trafen sie aus die verfolgten Wagen ' 21 Lkt Das Komitee zur Förderung noch nicht in seinen Einzelheiten fertig gestellt. Der Druck- und hielten sie fest. Sie schuldigen Weiber aber waren m Lab n kan alis ation hielt dieser Tage hier eine fehlerteufel hat dann noch das Datum in den Datum um-1den Wald geflüchtet. Die Gendarmen nahmen nun den Zi-ISitzung ab. Aus den Verhandlungen ergab sich, daß trotz geändert, mit welchem Recht freilich der bekannte Kobold geuncrn mit ihrer Einwilligung ein Pferd ab, verpfändeten gegenteiliger Annahme die im Lahnthale vorhandenen Erz° diesem Wesen sächlichen Geschlechts das edle männliche ver- es für 50 Mk. an eine dort anwesende Karusselbesitzerin, lager nichts weniger als erschöpft seien. 100 Jahre lang leibt war nicht au ermitteln. I gaben 25 Mk. den Zigeunern zurück und der bestohlenen I oder zum wenigsten 50 Jahre könnten dieselben noch lohnens ' '** Die Sektion Gießen des D. u. Oe. A.-V. Frau chre 20 Mk. nebst 5 Mk. Wegvergütung. Den Zi- ausgebeutet werden. Generaldirektor Kaiser-Wetzlar stest< machte am Sonntag bei ungewöhnlich milder Witterung geunern steht ihr Pferd gegen Rückerstattung der 50 resp. mit rastlosem Eifer an der Spitze ihren Monatsausflug. Von Großen-Buseck aus, das mit 25 Mk. zur Verfügung. Ein energisches Eingreifen der Po- über die eventuelle Ausnutzung und der Eisenbahn erreicht wurde, ging es nach dem hübsch ist in solchen Fällen gewiß durchaus am Platze. SBie IÄe"ahStta^a üon die°Wande^^deu Salb ^dessen"prächt°che Wrbung^jchi übrigens die Zigeuner in letzterer Zeit auftreten, ^Neumann-Wetzlar über Marmor und Kalk, Speditious. ^>nen^überaus wobltbuenden Eindruck machb In nördlicher "hellt daraus, daß kürzlich eine ganzelKolonne mit 1b Wagen X Jorissen in Oberlahnstein über Basalt, Buderus in miAtnro führ? bie Strafte nach^ Allertshausen und in unseren Ort passierte. Dabei waren Wagen von viel besserer zgetzlar über Eisen und Cement ic. Das von der Firma mäßigt Steigung weiter nach bet Paßhöhe Oben genießt Beschaffenheit, als man sie sonst bei den Söhnen der Pußta Havestabt und Contag in Berlin-Willmersdorf eingereichte ■mnn herrfidien Blick in das breite Lumdathal und zu sehen gewohnt ist. Dem Aeußeren entsprach auch das Bauprojekt wurde von dem Vorsitzenden erläutert. Danach "uTbre M^nüber^e^n Wn S Untot liegt Son- gnnere ber Wagen. Befand sich doch in emem Wagen ein sollLahn aus eine Länge von etwa 131ch Kilometer darf, bas nächste Ziel, links davoil an ber jenseitigen Berg- Kanapee, em weißemaillierter Kochherd und em Spiegelschrank, schiffbar kanalisiert werden Die Kosten wurden ftch be wand erhebt sich Nordeck mit feiner stattlichen Burg und Aber auch Doppelflinten und andere Waffen fehlten Nicht. von Wetzlar b^ Weilburg auf 9 Millio .^ ganz zur Linken im Thal erbiickt mau Allendorf, lauter N. Nidda. üÖ Okt. Heute wurde em ,n erner hiesigen °on dor bis schmucke Dörfer. Bei Londorf wird unter ortskundiger Fuhr- F j,, bedienstetes Mädchen gefänglich eingezogen, weil es Mark. Zu dieser Bausummeoll die"h °ss"ch°R°gi^ una das Schlappsloch besucht, wo der we.land Räuber-,^ I ^et«iM di! Abgabe von zweieinhalb Millionen Tonnen Schiffsgut würde sich schon die kanalisierte Lahn rentieren, es können aber fünfeinhalb Millionen Tonnen Schiffsladungen befördert werden. Das Material über Kosten und Rentabilität soll wand erhebt sich Nordeck mit seiner stattlichen Burg und Aber auch Doppelflinten und andere Waffen fehlten nicht, ganz zur Linken int Thal erblickt man Allendorf, lauter Nidda, 21. Okt. Heute wurde ein in einer hiesigen schmucke Dörfer. Bei Londorf wird unter ortskundiger Führ-!Emilie bedienstetes Mädchen gefänglich eingezogen, weil es' ung das Schlappsloch besucht,^wo derseiner Dienstherrschaft schon seit längerer Zeit namhafte Geld-, M te^ eTn tiefer? re^tefiger ißlaJ betrage entmenbet ^tte. umgrenzt, au dem alljährlich am Sonntag nach Walpurgis () Eifa bei Alsfeld, 21. Okt. Gestern nachmittag wurde das Walpeln" stattsindet. Die Londörfer Burschen und die feierliche Einweihung unseres im Laufe dte.es Mädchen ziehen hinaus in den Wald, und eine Jungfrau Jahres neu erbauten S ch u l h a u s e s vollzogen. Ent statt- nach der anderen wird an den Meistbietenden versteigert, licher Festzug, von zwet Nrustkkapellen begleitet, bewegte Der Erlös liefert die Mittel zu einem fröhlichen Zechgelage, sich durch die sinnig geschmückten Ortsstraßen zunächst nach das hier den ganzen Nachmittag andauert und sich am dem alten Schulsaal. Hier nahm Lehrer Vt e r h e l l e r nach Abend in dem Dorf fortsetzt. Da heute nicht gewalpelt wird, einem von den Schulkindern gesungenen Choral mit ernsten, verlassen die Wanderer die doppelt interessante Stätte feierlichen, allseitig beifällig aufgenommenen Worten von alsbald wieder, wenden sich nach Nordeck und besuchen nack) diesem Abschied, worauf sich der Zug nach dem neuen Schulkurzer Rast die reizend gelegene Burg, um dann über Hause in Bewegung setzte. Hier angekommen, hielt der Winnen die Höhe zu erreichen. Sobald der Kamm Über- Ortsgeistliche, Pfarrer Volp die Wethered^ In form- schritten ist, bietet sich dem Wanderer ein überraschender vollendeter Rede legte er die Aufgabe der Schule dar, der Rimdbück dar, der in der Näl)e der F^ortbach, eines ein- Jugend die Grundlagen religiös-sittlicher und nationaler samen Gehöftes, besonders prächtig ist. Der ganze Ebs- Bildung und die für dLs bürgerliche Leben notigen allge- dorfer Grund mit seinen zahlreichen Dörfern und den um- meinen Kenntnis,e und Fertigkeiten zu gewahren. Nachgebenden Höhen, dem Leidenhöfer Kopf, der Amöneburg dem noch der Kr eis s ch u lin , p e kto r eine kurze An- unb bem Frauenberg, unb bas Lahnkhal bei Frvuhausen, spräche an Schüler unb Ellern gehalten, überreichte ein alles das vereinigt sich zu einem entzückenden Gesamtbild. Schulmädchen dem Kreisbauinspettor den Schluftel; dieser Nur ungern steigen die Wanderer ins Thal hinunter, um gab ihn unter Dankesworten an a fe, bie zur Errichtung in Fronhausen an das Ziel des Marsches zu gelangen, edes Hauses mitgewirkt und mitgearbeitet haben, an Herrn Hier werden noch einige gesellige Stunden verbracht, woraus SfceiSrat Dr. M e lior, dieser wieder unter dorten der bie Eisenbahn die Beförderung der frohen Schar in die Anerkennung für dte Gemeinde Eisa an den Bürgermeister, Heimat besorgt. letzterer die Pforte des neuen Hauses öffnete. Das | ** Der Justizminister hat auf bezügliche An- Schulhaus präsentiert sich als ein höchst praktisch eingerich-! regung die Anordnung getroffen, daß für die Folge in teter Bau mit 2 Schulsälen und einem Seratung^unmer ber Regel nur ein Gerichtsaccessist bei einem Rechts- für den Gemcinderat im unteren, zwei Lehrerwohnungen anwalt im Vorbereitungsdienst beschäftigt werden soll. Ver-1 im oberen Stock und gereicht dem ^vrse auch äußerlich anlaßt war diese Verfügung durch die Thatsache, da ßbei i zur Zierde. einzelnen Anwälten mehrere Accessisten gleichzeitig sich im ed. Darmstadt, 21. Okt. Das Gerücht von dem bevor- Borbereitungsdienste befanden. stehenden Zusammenbruch eines hiesigen bedeutenden ** Der Historische Verein für das Groß- Bankhauses durcheilte in diesen Tagen unsere Stadt und Herzogtum Hessen veranstaltet am Mittwoch, 23. Ok' beunruhigte zahlreiche Gemüter. Tas sehr angesehene Bank. 4. Ausflug unb zwar nach Frankfurt °. M. N. hat seine früher sehr liberal verwilligten Kreblie an zur Besichtigung der Nikolai- und Leonhardskirche sowie , rJ; 1 . , ' .1 einen Gang durch Alt-Frankfurt. Daraus findet eine Zu- Bauipekulanten sehr eingeschränkt, und emgeweihte Perwnlich- sammenkunft in der „Straßburger Tavern" (Biebergasse) ketten wollten dies darauf zuruchuhren, datz die tftnna an statt. einem hiesigen Fahrradwerke, dessen Inhaber zetzt auSge- ** Das große Herbstschliefen an der Schönen Aussicht fand schieden ist, bedeutende Verluste erlitten hat. Man sprach gestern Abend 6 Uhr sein Ende. Einen sehr interessanten I von einer halben Million und hielt die Basis des BankhailseS für erschüttert, was zahlreiche Depotgläubiger mit Rücksichi auf die verschiedenen Bankkrache veranlaßte, ihre Depots bei dem Bankhause zurückzuverlangen. Seitens der ReichSöank vorzügliche Material, das ihm von den yjatQiicöcrn hiesigen Vereins vorgeführt worden sei. Die Resultate von gestern sind die folgenden: Offene Schliefen: Susi von u u . Langerfeld, Besitzer Brunner-Langerfeld, 1. Preis; Map vom wurden aber alle Forderungen glatt und ra,ch abgewickelt, St. Gotthard, Besitzer Förster König-Forsthaus Hinkelstein, obwohl mehrere Hunderttausende nur angefordert worden sein 2. Preis; Jupp, Besitzer Louis Benner-Gießen, Reservepreis; sollen. — Aufsehen erregt die heute Nachmittag erfolgte Ver- Racker v. Zion-Teckellust, Besitzer H. Förster-Gießen, 3. Preis; Haftung des Hauptzollamtsvorstehers Max Dietert hier Hexe vom St. Gotthard, Besitzer E. Fornerod-Lüttich, und wegen Sittlichkeitsverbrechens. D. hatte die zirka Erlkönig von Radeburg, Besitzer Loms Benner-Gießen, je 17 Jahre alte, int gleichen Hause bedienstete Schwester seines Qualifikation zum 2. Preis; Schlüpfer Walhall, Besitzer Dr. eigenen Dienstmädchens, als er allein in der Wohnung war, G. Steffens-Schliersee, Seppel vom St. Gotthard, Besitzer zu sich gelockt und vergewaltigt. Auf das Geschrei des E. Fornerod-Lüttich, und Wildfranz von der Klause, Besitzer Mädchens eilten Hausleute herbei, konnten aber nicht ein- Förster Weber-Niednlbach, Qualifilätion zum 3. Preis; Botha greifen, da die Thür verschlossen war. D. ist geständig; er vom Jägerhaus, Besitzer C. Jsermann-Sondershausen, Lutz ist zirka 45 Jahre alt und verheiratet. Er dürfte dem nächsten vom Mainthal, Besitzer W. Heyl-Offenbach, Hexe-Bingen, Schwurgericht überiviesen werden. Besitzer Carl Gräf-Bmgen, Hexe von Reichenberg, Besitzer Darmstadt, 22. Okt. In der Sitzung der Großh. K. Zimmer-Bingen, und Gert, Besitzer Förstee Weber-Riedel- 5)andelskammer Darmstadt vom 14. Oktober wurde eine bach, je höchst lobende Erwähnung; Waldine-Bingen, Besitzer Mitteilung des Ministeriums des Innern, daß die als Earl Gräf-Bingen, lobende Erwähnung. Sieg er sch lief en: Ergänzung zu den Legttimationvkarten für Alusterkoffer H-x° von St Gotthard, Besitzer E. Forn-rod-Luttich 1 Preis »»n °ve?sWn ?-es C Sbcniitütsfarten für nicht österreichische Handlungsreisende Forster Weber-Riedelbach, 1. Preis; ~om von der Seubach, büm y Januar 1902 ab mitgeführt werden müssen und Besitzer Fr. Schön-Lollar, 2. Preis; Hackel-Eichhorst, Besitzer ^on öflerreichischen Bahnverwaltungen an deutsche Rechtsanwalt Grünewald - Gießen, und Ratzmann - Kismet- 5mndlungsretsende gestellte Verlangen nack) dem Vorweiss l Eichhorst, Besitzer Fr. Schreiner-Gießen, je Qualisitation zum einer Identitätskarte auf Irrtum beruhe, sowie, daß die 2. Preis; Schlüpfer-Walhall, Besitzer Dr. Steffens-Schliersee, fraglichen Certifikate nicht nur auf den österreichischen, 3. Preis; Erlkönig von Radeburg, Besitzer Louis Benner- sondern auch auf den ungarischen und bosnischen Bahnen Gieüen ^ualifitäüon mm 3 Preis Giltigkeit haben, bekannt gegeben. Bezüglich der Erganz- Gleßen, ^uai fitQtion zum d. ^ts. ungswahl 1901 wurde, da Herr Schwab aus der Kammer Explosiv n. In der Bahnhofstraße explodierte ^^z^Kieden ist und die Herren Langenbach und Geh. vorgestern morgen gegen 7 Uhr em Gavbadec's/n mtt emem ienrat Dr. Merck als Dienstältester auszuscheiden donnerähnltchen Knall, so daß die Fensterscheiben t)e5 ,, £ das Los bestimmt, daß von den im Jahre Zimmers zertrümmert wurden. Von den tm Zimmer an- gewählten Mitgliedern noch die Herren Frölich und wesenden beiden Personen wurde glücklicherweise niemand ^mmerzienrat Jakobi auszuscheiden haben. Zum Wahl- I verletzt. Wie wir erfahren, wurde der Ofen richtig be- wurde Herr Ph. Kahlert und zu Urkundspersonen handelt. f _. wurden die Herren Kaiser und K. Egenolf gewählt. — □ Ruppertenrod, 21. Okt. Zwei Zrgeunerwagen Samstag mittag nach 4 Uhr war die große Strohhalle jagten in voller Hast gestern morgen durch unseren Ort. Da der Großh. 5)ofmeierei nächst der Rosenhöhe in Brand ge- Zigeuner sonst alles andere wie Eile haben, so fiel ihre raten. Bei dem überaus brennbaren Inhalt des aus Holz rasche Fahrt auf, und man sagte sich, die müssen kein reines! erbauten Schuppens mußte sich die rasch zur Stelle ge- Gewissen haben. Bald kam eine Frau von Ober-Ohmen eilte Feuerwehr auf die Ueberwachung des Feuers be- athemlos zur hiesigen Gendarmerie mit der Meldung, daß t schränken, das in mächtigen Garben zum abendlichen Himmel ihr von Zigeunerweibern beim Geldwechseln durch Brot- crnporlvderte und weithin sichtbar war. Die 5^>alle mit x 1 - • - - - — mnrhpn I ihren bedeutenden Vorräten brannte gänzlich Nieder. Wie 'es mit aller Bestimmtheit heißt, haben 10—12jährige nichts- richsbau Einsicht zu nehmen. Tendenz: fest. 20.-21, 9/3° C. W/o 3% 3V,o/0 3°/o 8°/o Portugiesen 33/o Mexikaner 4VrVa Chinesen Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . « « Bochum . . . « . Harpener . « * , Kaiser empfangen werden. In hiesigen diplomatischen Kreisen mißt man dieser Begegnung eine ganz besondere politische Bedeutung bei. Konstantinopel, 22. Okt. Hier sind sechs neue Pest- alle festgestellt worden, von denen der eine tödlich ver> laufen ist. Berlin, 22. Cft. Das „B. X" veröffentlicht ein Interview seines römischen Korrespondenten mit dem Minister Baceelli, der aus Berlin krank in Rom eingetrofferv ist. Der Minister ist voll Enthusiasmus über seine Berliner Reise. Seine Ausnahme habe alle seine Erwartungen übertroffen und Prof. Virchow habe chn wie einen Bruder behandelt. Von seiner Aufnahme beim Grafen Bülow sprach Baceelli gleichfalls mit den herzlichsten Worten. Bülow sei gegen seinen großen Mitbürger Virchow wie gegen ihn, Baceelli, von unvergleichlicher Liebenswürdigkeit gewesen. Von einer angeblichen Erkaltung der deutsch-italienischen Freundschaft weiß der Minister nichts. Er kam auch auf die Zollpolitik zu sprechen, und betonte wiederunr den Satz, daß Deutschland nach Italien fertige Waren, Italien aber nach Deutschland Roh-Materialien schicke, daß Italien also der deutschen Industrie nichts entziehe, ein Punkt, der seiner Meinung nach bei den Zollverhandlungen die höchste Beachtung finden müsse. Uebrigens sei zu hoffen, daß, was für beide Seiten das beste wäre, der neue Vertrag mehr oder weniger dem alten entsprechen werde. Der Minister hofft, gegen Ende der Woche wieder hergestellt zu sein. Hamburg, 22. Okt. Gestern wurde vor dem &mb* gericht ein Prozeß a la Sternberg verhandelt. Die Strafkammer verurteilte den Schuhmacher Niedermann und den Schneider Bähr wegen Sittenverbrechen in 26 bezw. 3 Fällen begangen an Schulmädchen in Niederhöfers Schusterkeller zu dreijähriger Zuchthausstrafe und fünf Jahren Ehrverlust bezw. eineinhalb Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. London, 22. Okt. Reuter meldet aus Peking: Hiesige hohe Beamte erhielten Nachrichten, daß ein n e u e r T h r o n^ erbe ernannt werden wird, wenn die Kaiserin mit dem . 194.80 . 170.50 . 116.50 . 118.00 . 130.60 . 132.50 » 154.50 . 179.00 . 160.00 . 134.90 . 100.40 i 89.40 . 100.40 . 89.30 . 98.10 . 98.90 42.30 . 25.40 . 25.40 . 84.50 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Reichsanleihe do. Konsole . , do. . . . Hessen . . Telephonischem Kursbericht- Frankfurt a. 2L, 22. Oktober. Wlo 50/o Italien. Rente . . 4 /0 Griech. Monopol-Anl. * Lemberg, 21. Okt. Bei der Station Krasne stießen rwei Lastzüge zusammen, wobei der eine Zug vollständig zertrümmert wurde. Mehrere Bahnbedienstete wur- 21. Okt. Eine Bande von Einbrechern drang letzte Nacht in das Postgebaude em und stahl Briefmarken im Werte von 76 069 Dol l. • London, 21. Okt. An Bord des Kanaldampfers „Le Nord" fand heute in der Höhe von Dover eine Explosion statt. 10 Mann der Besatzung sollen ernstlich verletzt sein. ______________ Oranje (23:10). Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Christiauia, 22. Okt. Die Nachricht, Präsident Krüger habe die Nobelprämie für Forderung der Friedenssache erhalten, ist unbegründet. Die Verteilung erfolgt erst am 10. Dezember. London, 22. Okt. Der Reichspostdampfer,,Sultan" von der Ostafrika-Linie ist bei der Ausreise von Tanger auf den Grund geraten. Nähere Nachrichten fehlen noch. London, 22. Okt. Die Howardwerke entsenden den englischen Berguugsdampfer „Herakles" nach Dar-es-Salaam zur Hebung des gesunkenen neuen Reichsschwimmdocks. London, 22. Okt. Lord Kitchener telegraphiert vom 21. Oktober: seit dem 14. find 25 Vureu gefallen, 18 verwundet und 190 gefangen genommen worden, während fich 50 ergaben. Die Kommandos, die Botha in den Bezirk von Vrylieid gebracht habe, seien jetzt in der Richtung auf den Bezirk Ermeloo „zurückgeworfen" und „auseinander getrieben" worden. Die Engländer stehen in Fühlung mit ihnen. Das Wetter sei anhaltend ungünstig. Linien von Konstcblerposten seien nach verschiedenen Richtungen hin erreicht worden. Eine Patrouille vou der Abteilung des Obersten Pilcher sei am 19. Oktober in der Nähe von Smitdfield von Buren in Khakiuuiform gefangen genommen worden. Zn der Kap- kolonie wurde Kommandant Smuts hart bedrängt, während im Innern und im Süden mit Ausnahme vou 2 Bezirken, in denen fich die Reste von Scheepers Kommando befinden „alles aufgeklärt" sei. Der Versuch der Kapaufstäudischen, von Colomia ans nach Süden vorzustoßen, sei zurückgewieseu worden. Zm äußersten Osten sei es Fouche und Myburg nicht gelungen, nach Süden durchzubrecheu. Sie seien ins Gebirge gedrängt worden. London, 22. Okt. Der „Standard" meldet aus Shanghai vom 21. Oktober: Zn dem Mandschurei-Abkommen, über das der russische Gesandte und Lihuugtschaug unterhandeln, erklärt fich Rußland damit einverstanden, drei mandschurische Provinzen an China zurückerstatten. China sei einverstanden, fich bezüglich des Schutzes der Bahnlinie Shanghai- kwau—Niutschwang fich allein auf Rußland zu verlafien. China verspricht ferner die Anstellung rusfischer Offiziere zur Ausbildung der Mandschutruppeu des Tartarengeuerals in Mulden. Der Korrespondent bemerkt, diese Bedingungen seien für China so günstig, daß wahrscheinlich noch ein besonderes Abkommen bestehe, oas geheim gehalten werde. Antwerpen, 22. Okt. Eine mexikanische Militär kommissio n, bestehend aus 21 höheren Offizieren, ist hier eingetrofieu und wird die verschiedensten europäischen Krtegshäfeu besuchen, um die bestehenden Einrichtungen zu studieren. Der Aufenthalt der Kommission in Europa soll zwei Zahre dauern. Madrid, 22. Okt. Der Miuisterprösrd^ Sa gasta ist ertrankt und hütet das Bett. Zu der lam es bei Arbeiterbewegung. Paris, 21. Okt. Offiziell wird erklärt, daß die Regierung für den unwahrscheinlichen Fall, daß sich sämtliche Berg ar- beiter am Aus stand beteiligen, alle entsprechenden Maßnahmen bereits seit langem angeordnet habe. Die Departements-Präfekten hätten schon Mitte September Weisung erhalten, sich mit den Mili- tärbehörden ins Einvernehmen zu setzen und sämtlichen Polizei-, Gendarmerie- und Truppenaufgeboten seien bereits die Punkte, wo sie im gegebenen Falle verwendet werden sollen, bekannt. Außerdem seien sehr umfangreiche Maßnahmen in den Hafenorten getroffen worden, damit Kohlen und Rohstoffe ungehindert abgeladen werden könnten. Aus St. Etienne wird berichtet, daß von 7 Deputierten des Bergarbeiter-Syndikats 3 für den Gesamsirreik und 3 für 93er- agung desselben eingetreten sind. Ein Deputierter habe sich bisher noch nicht ausgesprochen. . Paris, 21. Okt. Der Präfekt hat zwei Krsten imt Gewehren, die nach Montcew les Mines bestimmt waren, mit Be- chlag belegen lassen. — Nach einer Meldung aus Saint-Etienne herrscht in dem aus sieben Mitgliedern bestehenden Direktorium der Grubenarbeiter Frankreichs Uneinigkeit. Eine knappe Mehrheit ist für den allgemeinen Ausstand. Die Ausgleichsversuche dauern fort. Theater, Kunst und Wissenschaft. Heber die Frage der Fortführung der RestaurieruugS- orbeiten am Heidelberger Schloß trat am 15. d. Mts in Heidelberg unter dem Vorsitz des Finanzministers Dr. Buchenberger eine Konferenz zusammen, die als sachverständige Mitglieder u. a. Geh. Oberbaurat Hofmann- Dar mst a d t, Professor v. Seidl-München, Oberbaurat Professor Schäfer-Karlsruhe, die Professoren Geh. Hofrat Dr. Zangemeister, Geh. Hofrat Dr. Thode, Dr. v. Oechel- häuser, Oberbürgermeister Dr. Wilckens angehörten. Derselben Spart. — DaS Frankfurter Meeting brachte eine Reihe interessanter Rennen, unter denen der Oktoberpreis oon 15000 Mark an erster Stelle stand. Siegerin war Hrn. Weinbergs Godiva, die bisher keine besondere Form gezeigt batte. Derselbe Frankfurter Stall gewann auch das nächstfolgende Rennen, während der Hamburger Stall des Mr. B. auf die beiden Hindernis-Reimen Beschlag legte. Heute Sonntag folgt der Kamps um den Goldpokal, den Nrcus gegen Juwel gewinnen dürste. Ter Verlauf der Renuen war folgender: 1. Vergleichs-Rennen. (3500 Mk. 1400 m.) Hrn. V. Mays Fremdling 1. (Ellwood) Waldmeister f2. Ruple f2. Tot. : 37:10. Pl.: 18, 10, 10:10. Ferner Ameise 1. 9lodius, Secession. — 2. Kranichstein-Rennen. (1000 9)lf. 2000 m.) Kgl. Hpt-Gest. Graditz Zaunkönig L (Ballentine). Charteret» Gold 2. Champagner 3. Tot: 13: 10. Pl: 12 15 :10. Ferner: Derby, Ship Snap. — 3. Oktoberpreis für Zweijährige. (15 000 Alk. 1400 m.) Hrn. Weinbergs Godiva L (Hill.) Sanct Goar 2. Briscis 3, Ferner: Pakuma, Abbazia, Irmin, Adien, Siesta, Domino, Jonak. Tot.: 20 :10. Pl.: 18, 15, 29 :10. — 4. Hippodrom-Handicap. (4000 Mk. 2500 Meter). Hrn. Weinbergs Andiamo (Hill) 1., Petrarca 2, Tawthorn 3. Tot.: 121:10. Pl.: 17, 19, 12 :10. Ferner: Fifeshire, Medea, Mime, Sanicle, Zinshahn, Offizial, Wife, Rierper, Tartey. — 5. Frankfurter Hürden-Rennen. (6000 Mk. 2800 Meter). Mr. B's. Pestilenz (Gasch) 1., Onyx 2., Landschaft 3. Tot.: 33: 10. Pl.: 15, 36, 15:10. Ferner: Florestan, Rigoletto, Wutach, Goodbye-John, Cassia, Lotte, Pandur. Lotte, die als Zweite einkam wegen Umreitens einer Fahnenstange disqualificiert. — 6. Präsidentenpreis. (3000 Mk. 4000 Meter). Mr. BL Echidna (Gra Sponeck) 1., Balratb 2., Planet 3. Tot.: 23:10. Pl.: 13, 17 :10. Ferner: Risk, Herold Ul. Ten Frankfurter Gold-Pokal gewann M. T. mit Lister im Sattel gegen Niederrad, Gaudy, Nicus, Jch- chyol und 4 Pferde mehr; Tot.: 33:10, Pl.: 13, 27, 19:10. In den übrigen Rennen zu Frankfurt a. M. siegten Connex (51:10), Don Ricardo (22:10), Qual (25:10), Luorezia (23:10) und Freunden und den Gegnern eine Restaurierung des Heidelberger Schlosses auch auf dieser Konferenz, und zwar mit besonderer Be- ngnahme auf den edelsten Teil des Schlosses, den Otto-Heinrichs- Bau, in unverminderter Stärke zutage trat. Gin Teil der Sachverständigen sprach sich aus technischen Gründen für eine Fort- ührung der Restaurierungsarbeiten, die bekanntlich vor 4 Jahren am Fricdrichsbau begonnen haben und für diesen Teil des Schlosses nahezu beendet sind, aus, weil namentlich die Ruine des Otto Heinrichs-Baus ohne ein schützendes Dach und einen wenigstens teilweisen Jnnenanbau aus die Tauer in ihrem Bestände nicht zu eryaien ei. Von anderer Seite wurde die technische Notwendigkeit einer bereit wettgehenden Nestaurierung bestri tten und eine solche auch aus ä st lj e t i s ch e n und k u n st h i st 0 r i s ch e n G rü n d e n widerraten. (Dieser Standpunkt ist u. a. der richttge. Tie bisherigen Restaurierungsarbeiten haben bereits den größten Teil der romon- tischen Poesie der wundervollen Ruine vernichtet. Möge weniglens die Ruine des herrlichen Otto-Heinrichs-Baues unangetastet bleiben! D. Red. d. G. A.) Tie Schäfer'schen Pläne selber, die aus eine Wiederherstellung oer ursprünglichen Toppelgiebel an der Ost- und Westfacade des Otto Heinrrchs-Baus abzielen, rourben übrigens auch von solchen Mitgliedern der Konferenz, die grundsätzlich auf dem Boden der Schloßbau-Sachverständigenkonserenz vom Jahre 1891 standen, d. h. jede irgend wettgehende Veränderung des jetzigen Facadenbildes des Otto Heinrichs-Baus ablehncn, für den Fall einer Restaurierung dieses Schloßtettes als eine an sich int wesentlichen einwandfreie Lösung angesehen. Auch g egen die Wiederher st elluna des gläsernenSaalbaus, in dem nach der Absicht des Finanzministeriums und tm Emver- sländnis mit der Stadt Heidelberg die dieser gehörtgen Samm- lunqen von Schloßaltertümern untergebracht werden sollen, wurde von einigen Mitgliedern der Konferenz Einspruch erhoben; von der Mehrzahl der Könferenzrnttglieder aber würde dre Maßregel teils als unbedenklich,' teils als gradezu wünschenswert bezeichnet. Tte Konferenz gab deren 9)titgtiebent mich vollkommene Gelegenheit, Doit dem Stande der Restaurierungsarbeiten am unb int Fried- Prinzen Tsching in Kaifeng zusammentreffen wird. Dort werde eine allgemeine Beratung über die Angelegenheiten des Reiches stattfinden. Der Kandidat der Kaiserin soll Lun Peitze, ein Neffe Tuans, sein. Die Reformpartei erhebt gegen die Wahl Einwendungen und glaubt, daß auch die Mächte sich derselben widersetzen werden, wenn die Kaiserin auf der Wahl besteht. — Der spanische Gesandte Colögan verläßt heute Peking. Doyen des diplomatischen Korps wird nunmehr der österreichische Gesandte Freiherr vou Wahlbörn. London, 22. Okt. Der Vizekonig von Indien te graphiert, daß reichlicher Regen in Bengalen, Orissa und im östlichen Teile der Zentralprovinzen und in Hyderabad niedergeganacn ist. Wohlthätige Regenschauer fielen in Berar, Norddekah und Jndscherat. Die Aussichten haben sich in Radschputana gebessert, aber der Ertrag der Herbste ernte wird schlecht sein in Gudschherann, Gudscherat, Malwa, Bhowapar und Radjputara. Die Ernte ist fast ganz fehlgeschlagen in den unbewässerten Landstrichen in Ajmar und im Pendschab. Anderwärts wandten sich die Aussichten zum Guten. London, 22. Okt. Lord Kitchener berichtet aus Pre^ toria vom 21. ds.: 151 Gewehre, 6125 Patronen, 160 Wagen und 6500 Stück Vieh wurden erbeutet. Die Linie der Keinen Posten ist bis Wilgeriver und Greyland Stadt im Distrikte des nördlichen Transvaal ausgedehnt worden. Die Truppen Beyers sind völlig zersprengt. Methuen und Kekevich be-- finden sich im Thale von Marico, Flatherstone in Clarksdorp. Aus dem Marsche von Scandinavia nach Kalkspruit nahm die Kolonne Elliot einige Buren gefangen. DU Kolonnen int Norden sind nur auf geringen Widerstand gestoßen. Rom, 22. Okt. In Santo Stefano und Africo wurden 208 Personen, darunter der Bürgermeister von Africo wegen Begünstigung des Räubers Musolinn verhaftet. Die Verfolgung der Briganten kostete dem Staat nahezu eine halbe Million. K a p st a d t, 22. Okt. Gestern wurden die Bestimmungen des Kriegsrechts in der Kaphalbinsel verhärtet Fernerhin soll niemand befugt sein, den Distrikt ohne Erlaubnis auf dent Seeweg oder Landweg zu verlassen. Die Verbreitung von Zeitungen und Zeitschriften, Die aufreizende Artikel enthalten, und der Handel mit Kontrebande werden verboten. Desgleichen ist es unbefugten Personen nicht gestattet, Feuerwaffen, Gewehrmunition und Explosivstoffe zu halten. Briefe und Telegramme sind der Zensur unterworfen. Die Bestimmungen werden durch die Zivils behörden zur Ausführung gebracht__________ der Erörterung der Vorkommnisse in Vijo zu eiuem levhastav Zwischcufall. Ein Deputierter beschuldigte den Finanz- m i n ist c r, der Vijo in der Kammer vertritt, daß er die M c u t erei ermutige. Ter Finanzmiuistcr wohnte der Sitzung nttsst bei. Zürich, 22. Olt. Ein deutscher Amateurphotograp, hat rin neues Verfahren zur Herstellung farbiger Photographieen entdeckt. Tie Erfindung wurde Von einm Berliner Konsortium für 7 Mill. Francs angekauft. Wien, 22. Okt. Der König von Griechenland trifft am 30. Okt. in Wien ein und wird am 2. 9100. vom Miversltüts-Nachrichku. — Zur Habilitation in der philosophischen Fakultät der Uni- versität Halle wird Dr. Georg K a m p s s m e y e r, bisher -prwat- dozent an der Universität Marburg, am 24. Oktober feine Antrittsvorlesung „Ueber Heiligenverehrung im Islam" in vallenser Aula halten. — Die aus der „Franks. Ztg/ stammende Nachricht, daß Prof. Dr. Baum in Dresden einen Ruf nach Gießen abgelehnt habe, wird uns von zuständiger Seite als unzutreffend bezeichnet. — Infolge des Ablebens des Geh.-Rats Pernice wird an der Berliner Universität der neue Ordinarius Prof. Dr. Kipp, der Nachfolger von Eck, neben seiner Vorlesung über den allgemeinen Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs auch noch das von Pernice angekündigte Kolleg über das Recht der L>chull>- verhältnisse übernehmen. Ein Nachfolger des Verstorbenen durfte kaum vor dem Sommerhalbjahr das verwaiste Amt übernehmen. — Der bisherige Hilfsbibliothekar an der könial. Biblwthek in Berlin, Dr. B. Wenzel, wurde zum ersten Bibliothekar an der neu errichteten Kaiser Wilhelm-Bibliothek zu Posen ernannt. — Dr. I. Os er, Professor an der Wiener Technischen Hochschule, ist in den Ruhestand getreten. — Prof. I. P. Kar plus wurde als Prioatdozent für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Wien, der Rabbiner in Smichow, Dr. D. Her z 0 g, wurde als Privatdozent für semitische Philologie an der deutschen Universität in Prag, Dr. F. K r z y s z t a l 0 w i c z als Prioatdozent für Dermatologie und Syphilis und Dr. 2L Bo chenek als Privatdozent für Anatomie an der Universität Krakau zugelassen. — Deutscher freier Studeuleutag. Vom 18. bis 20. d. M. fand m Weimar der 2. ordentliche Vertretertag der Deutschen Freien Studentenschaft statt. Dieser Verband umfaßt die 15 zur Zeit an Deutschlands Hochschulen bestchenden Organisationen der Nichwerbindungsstudenten. Die Tagung wurde am 18. Oktober mit einem Begrüßungsabend eröffnet, der im Restaurant „Erholung" stattfand. Am Samstagmorgen begannen frühzeitig die Verhandlui'.gen der Hauptversammlung. Nach einem Bericht über die Thätigleit der Vorstandschaft wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. Gewählt wurden Badmg, Kohn, Schmidt von Der Berliner Freien Studentenschaft. Die Nachmittagsverhand- lungen beschäftigten sich hauptsächlich mit der Formulierung des sogen. Vertretungsprinzips. Nach langen Debatten wurde beschlossen, daß unter den gegenwärtigen akademischen Verhälttiissen vorläufig die sogen. Bonner Definition zu empsehlen sei, nach welcher zur „Freien Studentenschaft" einer Hochschule jeder immatrikulierte Student gehört, der zu keinem akademischen Verein in offiziellem VerälMis steht, sofern er nicht ausdrücklich erklärt, nicht dazu gehören zu wollen. Am Abend sprach in öffentlicher Versammlung cand. techn. Schlomann-Charlottenburg über „die soziale Bedeutung der „Finkenschastsbeweguna". Ausgehend von den (Einrichtungen, die die Charlottenburger Wildenschast getroffen hat, bezeichnete der Vortragende es als die Hauptaufgabe der Freien Studentenschaften, die soziale Lage der Studenschaft durch Wohlfahrtseinrichtungen zu heben. Am Sonntag legten die Vertreter am Goethe-Schiller-Denkmal einen Lorbeerkranz nieder; daran schloß sich ein Ausflug nach Jena. Gerichtssaal. e. Gießen, 19. Okt. Gewerbegericht. Den Vorsitz führte Beigeordneter Wolff. Es stehen zwei Klagsachen zur Verhandlung. Die Weißbinder Heinrich Ruyl von hier und Adam, Becker von Atten-Buseck verlangen von dem Weißbindermeister Albert Lehr von hier rückständigen Lohn. Da der Beklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung zum heuüaen Termin nicht erschienen ist, beantragen die Klager Erlaß des DerfäumniLurtetts. Das Ge- richt entsprach dem Antrag. Handel und Verkehr. Volkswirtschast. Gießen, 22. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,00—1,30 Aik., Hühnereier pr. Stück 0—0 Pf., 2 Stück 13—17 Pf., Käse pr. Stück 5—9 Pf,. Käsematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,70—1,00 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,40 DÄ., Enten pr. Stück 0,00—0,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfa., jtuh» und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,00—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 5,00—5,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 8—16 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht nn Umherziehen feilgeboten werden. Berlin, 21. Okt. Der Aufsichtsrat der „Berliner Elektrizitätswerke" hat heule beschlossen, der auf den 23. November einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent vorzuschlagen. Breslau, 2L Okt. Blättermeldungen zufolge sind die beiden Jrchaber der Eisenfirma Gebr. Czarlinski Samstag wegen betrügerischen Bankerotts uud Wechselsälschmig flüchtig, gegangen. Der ältere Bruder wurde noch am Sainstaa Abend hier verhaftet; der jüngere ist noch nicht ermittelt uno wahrscheinlich ins Ausland entfommen. lagen die von Professor Schäfer ausgearbetteten Pläne für die Restaurierung des Otto-Heinrichs- und des gläfernen Saalbaus ur Begutachtung vor. Aus den Verhandlungen mag hervorgehoben ein, daß der von jeher vorhanden gewcsene'Gegensatz zwischen den Freunden und den Gegnern eine Restaurierung oes -veidelde Cttober i Barometer auf 0° reduziert 1 c = der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit a -C 'S" 'C 8 Windstärke Wetter 21. 2” 741,5 + 15,2 10.4 81 8. 1 Bew.Himmel 2L 925 743,5 + 10,4 8,9 95 W. 1 23» Ts 744,2 + 5,8 6,8 99 NW. 1 Sek Himmel Höchst« Tem ^eratur I am 20.— 21. Ott. + 1 5,6° C. BeZanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. Oktober 1901 bis 15. März 1902 von morgens 8 bis abends 5 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein »Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. 6973 Gieß en, den 18. Oktober 1901. Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. BekanutMachrmg. In das hiesige Genosscnschaftsregister wurde heute bc- .züglich des Eisenbahn-Konsum-Vereins Gießen e. G. m. b. H." .eingetragen: Eisenbahnsekretär Karl Mathes und Stations- asststent Karl Wagner sind aus dem Vorstände ausgetreten und an deren Stelle Stationsassistent Heinrich Walther und Vureauassistent Friedrich Dörner, beide zu Gießen, in den Vorstand gewählt. Gießen, am 19. Oktober 1901. 7003 Großherzogliches Amtsgericht. Konkursverfahren. Im Konkursverfahren über das Vermögen des W. Ulrich von Gießen habe ich das Verzeichnis der bei der Schluß- vertellung zu berücksichtigenden Forderungen auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Die -Summe der nicht bevorrechtigten Forderungen beträgt hiernach ML. 4332,19 Pfg., während die verfügbare Masse sich auf Mk. 502,53 Pfg. berechnet, sonach 11,6% zur Auszahlung kommen. 7020 Gießen, den 22. Okt. 1901. Emil Fischbach, _____Konkursverwalter. Ktiimrkitei. Samstag den 26. Oktober L Fs., nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Rathause nachstehende Weg- 1 Sauarbeiten an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben. Planierungsarbeiten 120,75 JL Gestückarbeiten 138,— „ Grabenanlagen 645,60 „ Steinfuhrlohn 189,— „ Steinsetzerlohn 7,40 , Sandlieferung 21,— „ Gindeckungsarbeiten **10,20 „ Steinschlagerlohn 129,50 „ Treis an der Lumda, den 2L Oktober 1901. Großherzogl. Bürgermeisterei Treis an der Lumda. Benner. 7019 Bekanntmachung. Donnerstag den 24. d. M., von vormittags 10 Uhr an, sollen dahier Neuemoeg 28 (Gasthaus zum Löwen): L 4 Paar Lorbeerbäume, 50 Stück Palmen, 227 Stück Blumenstöcke (aller Art) in Töpfen, 30 Stück Blumenkörbe und zrrka 3000 Stück Blumentöpfe; 2. eine gr. Ladeneinrichtung ^zwangsweise gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet be- stimmt start. 6996 Gießen, den 21. Oktober 1901. Seipel, Gerichtsvollzieher. EMMmigM Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute uno morgen: Schwtisefleisch 50 Kfg. Schmäh 60 M Der Verkauf des Fleisches be« sinket sich während der Marktzeit am Eingang der großen Schlacht« viebbaüe.__________________________ Ue.Ng!ir.Tilselhsel versendet zu Mk. 14 per 50 Kg. •inn. Korbverpacküng ab Friedberg i. Hessen gegen Nachnahme oder Kassa voraus 6958 Ä= Stahl Wwe(| Inhaber M. Stahl, Friedberg in Hessen. Bei größerer Abnahme be- deutend billiger. 6958 Raupenleim Pergamcntftrcifcn, Kordel empfiehlt [04146 Atz. 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