'M uoner 6- Sher. 5 esc^ her. sdü, iMs? K"Ä. sM*i>el.Auk ” höher Pi eislagen u ■ "«you Massstäbe Rollbandmasae Inhalier- lrri64ara" Luftkissen Bruchbänder Elektrisier- Apparate I Pincenez 4940 idt, DA ta Jein vnMV. tzvpa iM. VSUtt. N chmall, hos. i.Lda. ;erbaulen 6«ii •<’ «-W Dai Conlte. lens tötet »W- Ludwig UH- SW* ir AflferlW ton ickarb* aller Art mpßeh» sich di« MM' litMiÜI«* Ä N». 197 Erstes Blatt 1K1- Jahrgang. Freitag 23. August 1901 Nedaktion, Expedition und Druckerei: Schnlpratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. FcrnsprechanschlubNr.bl. Erscheint ISgiich mit RuLnahm« des Montags. f«ie Gießener Familien- iStter werden dem 'An- Aeiger im Wechsel rnik „Hess. Dandwirt" und „Blätter Mr Hess. Volkskunde" vier» «al wöchentlich beigelegt. M«n«hme von Anzeigen lu der nachmittag« für den wgeitben Tag erscheinrnden fcwnnntT b!S vorm. 10 Nhr. DlöSestellungen spätesten» »dendS vorher. Bezugspreis vierteljährhl Ml. 2.20, inonatl. 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch d,e Adholcstcllen vicrteljährl. Mk. 1.80, monail. 65 Pfg. ci Postbezug vierteljährk. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermitliungS, .ell n deö In- und Aukland«, ^ehincn AnzriAcn für drq ^uficncr Anzeiger entgegen. jetlcnpreiB. lokal 12 P>g^ auvwärtS 20 Pfg. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Hnltlicher Fell. Gießen, den 17. August 1901. Setr.: Die Schulpflicht der Kinder von im Großherzogtum wohnenden Bayerischen Staatsangehörigen. Die Grotzh. Kreisschulkommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Bon nachstehendem Amtsblatt der obersten Schulbehörde geben wir Ihnen Kenntnis zur Nachachtung. v. Bechtold. Darmstadt, den 31. Juli 1901. Betr.: Wie oben. Das Großh. Ministerium des Innern (Abteilung ffir Schnlavgelegeuheiten) au die Großherzogl. Kreis Schulkommissioueu. Nach erfolgtem Einvernehmen mit der Königlich Bayerischrn Staatsregierung Hal Großherzogliches Ministerium des Innern die Bestimmung getroffen, daß die innerhalb des Großherzog' tumS sich aufhaltenden Kinder von Bayerischen Staats angehörigen fortan wie Inländer zum Besuch der Volksschule und der obligatorischen Fortbildungsschule heranzuziehen find. Hiernach haben Kinder Bayerischer Staatsangehöriger, welche fich im Großherzogtum aufhalten, die Volksschule vom 6. —14. Lebensjahre und die aus der Volksschule entlaßenen Knaben die Fortbildungsschule vom 14 —17. Lebensjahre zu besuchen, ohne Rücksicht darauf, daß sie der Schulpflicht, wie sie in ihrem Heimatsstaat normiert ist, etwa bereits Genüge geleistet haben. Sie wollen für die Durchführung dieser Bestimmungen geeignete Vorkehrungen treffen und die Schulvorstände entsprechend bedeuten. Dr. Eisenhuth. de Beauclair. Bekanntmachung. Der Herr Regierungspräsident zu Wiesbaden hat durch Verfügung vom 10. ds. Mts. von jetzt ab bis auf weiteres den Auftrieb von Vieh zu den Viehmärkten des Kreises Ufingen aus dem preußischen Kreise Wetzlar und den hessischen Kreisen Friedberg und Gießen unter der Bedingung gestattet, anß für daS betreffende Vieh ortspolizeiliche Ursprungs zeugniffe vorgelegt werden, aus welchen sich ergeben muß, daß: a) die Markttiere von dem Einführenden selbst auf gezogen, oder wenigstens ein halbes Jahr lang in feinem Besitz gewesen find, sowie daß b) der bisherige Aufstellungsort dieser Tiere seit wenigstens 4 Wochen seuchenfrei gewesen ist. Die Herren Bürgermeister der Marktorte deS Kreises toerben hierauf besonders aufmerksam gemacht. Usingen, den 13. August 1901. Der Königliche Landrat. Dr. Beckmann. Der Gumbirrrrer Prozeß. Tas gerichtliche Verfahren, das sich an die beklagenswerte Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk angeschlossen, I)at, wie die Aussehen erregende That selbst, von Anbeginn an die Teilnahme der öffentlichen Meinung in ungewöhnlichem Grade in Anspruch genommen. Tas Urteil der Berufungsinstanz wird dieses Interesse noch weiter wachhalten, umsomehr, als eine nochmalige Verhandlung der Angelegenheit vor dem Reichsmilitärgericht stattfindcn wird. Tas Oberkriegsgericht hat den Hauptangeklagten Marten zum Tode verurteilt, dagegen die Berufung gegen die Freisprechung Hickels verworfen, der bann auch sofort aus der Haft entlassen worden ist. Diese Entscheidung ist betreffs Martens nicht nur an sich bei der Lage der Verhältnisse erstaunlich, sondern auch deshalb, weil sie über den Antrag, den der Staatsanwalt gestellt hatte, so weit hinausgeht, und vor allem, weil sie den d iametralen Gegensatz zu dem Urteil der ersten Instanz bildet. Auch der Staatsanwalt hatte darauf verzichtet, die Anklage auf Mord aufrechtzuerhalten, und nur Totschlag angenommen und demgemäß seine Anträge bemessen. Der Gerichtshof ist, wie in der Begründung des Urteils ckusgeführt wurde, der Ansicht gewesen, daß Marten schon längst den Entschluß zu der That gefaßt hatte, und demgemäß in vollem Maße mit Ueberlegung gehandelt hat. Das Recht, einen gerichtlichen Wahrspruchi zu kritisieren, wird sich die öffentliche Meinung nicht nehmen lassen, soweit eS sich darum handelt, bei aller Achtung vor der Würde und Autorität der Richter — gleichviel, welches Standes — Entscheidungen und Gründe in nicht völlig klarliegenden Fällen schwer verständlich zu finden und so zu bezeichnen. Aber eS ist immer mißlich,, ein derartiges Urteil abzugeben, wenn man nicht übersehen kann, wie der so gewaltig mitsprechende persönliche Eindruck gewesen ist, den Angeklagte und Zeugen gemacht haben, insofern ist, wie der „B. B. C." ganz richtig bemerkt, gewiß auch hier Vorsicht geboten, und es wäre nicht zu rechtfertigen, wollte man ohne weiteres behaupten, die Richter zweiter Instanz hätten einen Unschuldigen mit der vollsten Strenge des Gesetzes getroffen. Aber eine derartige Gewißheit der Schuld, wie sie in einem solchen Spruche sich ausdrückt, wird man aus den Verhandlungen außerhalb der Kreise des Gerichtshofes schwerlich irgendwo gewonnen haben, und gerade der springende Punkt, daß Marten bei seinem Charakter hinreichend Veranlassung gehabt habe, gegen den Rittmeister v. Krosigk auf blutige Rache zu sinnen, ist, soweit man an der Hand der vorliegenden Berichte nachkornmca kann, nicht im mindesten mit Sicherheit festzustellen. Dieser Punkt hat im übrigen noch eine weitere Bedeutung für die Frage der Handhabung der neuen Militärgerichtsordnung. Vorausgesetzt, daß man nicht bei der jetzigen Verhandlung geflissentlich der genauen Aufhellung des dienstlichen Verhaltens v. Krosigks aus dem Wege gegangen ist, hat sich in dieser Hinsicht gegen den Ermordeten nichts übermäßig Belastendes ergeben, und wenn bei der ersten Verhandlung thatsächlich darüber nicht mehr zur Sprache gekommen ist, als jetzt, so fragt man sich staunend, wie es möglich war, damals so und so oft die Oeffentlichkeit auszuschließen. In diesem Falle war das Erstaunen und der Unwille über das Verhalten des ersten Gerichtshofes völlig begründet, und wenn der jetzige zweite Prozeß nicht mit dem Bedenken belastet wäre, daß möglicherweise ein Unschuldiger von dem Verdikt getroffen worden ist, der schon freigesprochen war, so könnte man sich freuen, daß diese Verhandlung stattfand, die sicherlich dazu beigetragen hat, die Scheu vor der Oeffentlichkeit, die den Militärgerichten bisher noch immer anhaftet, bei diesen zu vermindern, und die Einsicht zu verbreiten, daß der Disziplin durch rückhaltlose Aufdeckung vorhandener Mißstände, die doch nur eine Forderung der Gerechtigkeit ist, kein Schade geschieht. Wie gesagt, wird der Prrtzeß auch die letzte und höchste Instanz noch beschäftigen, da Marten sofort die Revision angemeldet hat. Wenn nach dem Urteil der ersten Instanz, das ihn freisprach, für die Oeffentlichkeit die allgemeinen Verhältnisse der Militärgerichtsbarkeit, die durch den Prozeß zur Erörterung gestellt wurden, von Bedeutung waren, so wird das jetzt zurücktreten vor dem speziellen menschlichen Interesse, das die Frage nach der Schuld oder Unschuld des Verurteilten erregt, und man kann nur hoffen, daß der schließliche Ausgang des juristischen Trauerspiels derart ist, daß er überall als gerecht und angemessen empfunden wird. Volitische Tagesschau. Auf dem Verbandstage des Niedersächsischen Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften Hannovers und angrenzender Länder in Varel fand eine längere Bcrhard- lung statt über dte Frage: Die Katastrophen bei Hypotheken- und anderen Banken, deren Wirkungen auf den Sparkassenverkehr und der Schutz der Kreditvereine durch Einführung gesperrter Sparkassenbücher und Einlagen auf langfristige Kündigungen. Jene Katastrophen hatten zur Folge, daß in verschiedenen Orten Deutschlands, so in Dresden, Leipzig, Jena, Hannover und dieser Tage erst in Lübeck ein Sturm auf die Sparkaffen stattfand, um die Einlagen rasch zurückzuerlangen, auf Kassen, die mit den Zusammenbrüchen der Banken nichts zu thun hatten. In Hannover, Jena und Lübeck waren die Sparkassen in der glücklichen Lage, die RUckforderer sofort ohne Unterschied zu befriedigen, wodurch in der kurzen Frist von zwei Tagen der Sturm abgewandt wurde. In Dresden und Leipzig wurden auch Sparkassen der Kreditvereine insofern in Mitleidenschaft gezogen, daß auch bei ihnen Rückforderungen in größerer Zahl plötzlich gemacht wurden, obwohl bei denselben keinerlei Veranlassung zu irgend welchem Mißtrauen vorlag, da diese Kassen nichts mit den Zusammenbrüchen der Banken in Berlin, Dresden und Leipzig zu thun hatten. Es lag darum nahe, daß auf der Versammlung der Kreditvereine in Varel die Frage aufgeworfen wurde, wie die Kreditvereine sich gegen die Einwirkung solcher Dinge schützen könnten. Man empfahl allen Kreditvereinen die Einführung sogenannter „gesperrter" Sparkassenbücher, durch die den Vereinen Kapitalien auf langjährige Kündigung zufließen würden, auch solle man bestrebt sein, Gelder auf langfristige, etwa fechsmonatliche Kündigung zu erhalten, was mit Erfolg dadurch geschehen könne, daß für solche Einlagen ein etwa- höherer Zins bewilligt werde, dann aber müsse dem Volke immer wieder und wieder vor die Augen geführt werden, daß die Schulze-Delitz'schen Kreditvereine auf Grund der Solidarhaft ihrer Mitglieder eine unzweifelhafte Sicherheit für die Spareinlagen bieten. Hinter jedem Kreditverein steht außer dem eigenen Vermögen an Reserven und Mit- gliedereinzahlungen noch die Solidarhaft seiner sämtlichen Mitglieder. Beim Vergleich der Sparkassen von Kreditvereinen und denen von Aktiengesellschaften kann man nicht schwanken, wo die größere Sicherheit vorhanden ist. Die Einlagen an Sparkassengeldern bei den Kreditgenoffenschasten find darum auch von Jahr zu Jahr gestiegen. Ende 1900 waren bei 980 Kreditvereinen nach Schulze-Delitzsch nicht weniger als 494«/, Mill. Mk. als Spareinlagen hinterlegt. In Deutschland bestehen aber über 12 000 Kreditgenoffen- schäften nach Schulze-Delitzsch, resp. Raiffeisen, und jede dieser Genoffenschaften besitzt eine Sparkasse. Die Summe der Spareinlagen bei diesen Vereinen ist darum nach Schätzung zehnfach höher als obige Zahl, die nach der Statistik genau feststeht. Den Kreditvereinen nach Schulze-Delitzsch wurde in Barel auch der Rat erteilt, fich unbedingt zu Zevtral-Genoffen« schäften zusammenzufchließen, denn solche Kaffen seien ein kräftiges Schutzmittel zur Abwehr plötzlich auftretender Rück- forderuugen an Spareinlagen. Dabei sollten alle Kredit- vereine darauf bedacht sein, ihre Reserven nur in mÜndel- sicheren Papieren anzulegen und daneben für gewisse Summen Gelder reichsbankfähige Papiere zu kaufen und vorrätig zu halten, um diese Papiere zur Lombardierung bei der Reichsbank, oder der Seehandlung, oder der Preußischen Zentral- Genoffenschaftskaffe in Berlin, oder bei den provinziellen nichts, und wie populär die Zweikämpfe heute noch in Frankreich find, braucht wohl in dieser kurzen, sich spezifisch auf englische Verhältnisse beschränkenden Abhandlung nicht weiter ausgeführt zu werden. Aus diesem Grunde sei auch absichtlich aus das deutsche Duellwesen kein Bezug genommen. Man schrieb 1818, als der Leichnam eines jungen Mädchens, Mary Sherwood, in der Themse gefunden wurde. Furchtbare Wunden, die sich an dem Körper vorfanden, ließen keinen Zweifel übrig, daß ein Mord verübt worden sei. Der Verdacht lenkte sich auf einen Mann Namens Abraham Thorton, aber die Geschworenen sprachen ihn frei. Die Verwandten der Ermordeten wollten sich nicht dabei beruhigen und richteten an den Gerichtshof der Kings Bench ein Gesuch um Gestattung eines Gottesgerichts durch Zweikampf. Die gelehrten Herren mußten dem Gefach, das in dem Gesetz begründet war, willfahren. Sie versammelten sich also zu feierlicher Sitzung und ließen durch einen Herold die herkömmliche Herausforderung ergehen. Ein Handschuh wurde auf den Boden geworfen, aber niemand hob ihn auf — der Angeklagte war gerettet. An seiner Schuld wurde übrigens allerorts nicht gezweifelt. Er wurde aus der Gesellschaft der Menschen ausgestoßen, und als er nach Amerika auswandern . „ ..Welche Parteien schlagen sich heute?" war eine leift lang die erste, die sich zwei Freunde oder Bekannte nach dem Tagesgruße zuwarfen. Duran <" >t er das äußerst strenge Vorgehen des Kardinals Richelieu I Booker von Dudley zu einem moralischen Rührstück ver- Feuilleton. Zur Geschichte des Duellwesens. Zur Geschichte des Duellwesens in England schreibt fine englische Zeitschrift: „Im festländischen Europa ist der Zweikampf als Gottesgericht seit unvordenklichen Zeiten mßer Hebung gekommen, in England hat er noch bis etwa 1820 gesetzliche Geltung gehabt. Die Einführung des Luells in England (in Italien bereits im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung bekannt) ist in die Regierungszeit Wilhelms des Eroberers zu verlegen; doch gelangte es trft viele Jahrhunderte später zur Blüte. Aufzeichnungen rus der Regierungsperiode Georges III. berichten von wählend dieser Zeit zu blutigem Austrage gebrachten 172 Quellen. Nicht weniger als 70 der dabei Beteiligten büßten ihr Leben auf dem Kampfplatze ein, während eine weitere beträchtliche Zahl ihren Wunden später erlag. Immerhin iinö diese Ziffern gegenüber denen, die uns aus der Re- aierungszeit Heinrichs III. und Heinrichs IV. von Frankreich bekannt geworden find, verschwindend; wurden doch wäh- rm D der ersten 18 Regierungsjahre des letztgenannten Monarchen daselbst nahezu 4000 Edelleute im Zweikampfe getötet Duelle, aus den denkbar kleinsten Ursachen enr- ifiingend, wurden Tag und Nacht ausgesochten, und die wollte, fand sich kein Schiff, das ihn ausgenommen hätte. Verkleidet und unter falschem Namen konnte er zuletzt .. seinen Plan aussühren. Der Fall hatte jedoch zwei Nachänderte auch I spiele: einmal wurde er von einem gewissen Dr. Lukas rals Richelieu I Booke arbeitet, das unter dem bezeichnenden Titel „Der geheimnisvolle Mord" auf allen Bühnen des Landes das Publikum in Hellen Scharen anlockte, und das andere Mal befaßte sich endlich einmal das englische Parlament mit einem Gesetz, das das Gottesgericht des Zweikampfes end- giltig abschaffte. In den Anfichten über das Duell ist in England seitdem ein Wandel eingetreten. An Stelle des tätlichen Zweikampfes ohrfeigt, boxt und prügerlt mau sich heute. Aus der Geschichte des englischen Duellwesens er- giebt sich also in kurzen Worten dasselbe, was wir heute auf dem europäischen Festlande beobachten: die Duelle sind allmählich minder blutig geworden. Die einzige Ausnahme — das amerikanische Duell — auf ba§ man sich zum Beweise des Gegenteils berufen könnte, ist nicht europäischen Ursprunges. Die alte Sitte, daß auch Sekundanten am Kampfs teilnehmen, begegnet uns noch unter der Königin Anna. Im Jahre 1712 schlugen fidj der Herzog von Hamilton uird Lord Mohnn; das Resultat des Kampfes war der Tod beider; später wurde gegen den Sekundanten Lord Mohnns Anklage erhoben; er habe vorsätzlich einen Doppelmord geplant. Die Regierung bezeichnete den Zweikampf als einen von dem Sekundanten Lord Mohuns, General Macarthey, vorsätzlich genanten Doppelmord, und setzte einen Preis von 500 Pfd. Sterl., von dem die Witwe des getöteten Herzogs volle 300 Pfd. Sterl. persönlich beigesteuert hatte, auf den Kopf des Geächteten aus. Dieser entkam nach dem europäischen Kontinent und kehrte bei dem Regierungs-Antritte Georgs I. unbehelligt nach England zurück. Zenlralkafsen für solchen Ansturm bereit zu haben. ES wurde in Varel besonders betont, daß solche Vorkommnisse, wie die Zusammenbrüche in Berlin, Dresden, Leipzig rc. auch den Kreditgenossenschaften Anregung geben müßten, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um allen Gefahren in Ruhe begegnen zu köunen, da diese auch ohne Verschulden über eine Kaffe kommen könnten, wie die Beispiele in den Städten gezeigt hätten. Die BerbandSleitung des Niedersächsischen Verbandes hatte schon im Jahre 1885 in einer Versammlung in Karlsruhe die Kreditvereine des Allgemeinen Verbandes auf solche Gefahren' aufmerksam gemacht und Mittel zur Abwendung derselben vorgeschlagen; damals unterschätzte man die Größe jener Gefahren und unterließ, den Vereinen die Ergreifung von Vorsichtsmaßregeln zu empfehlen, die Zeit hat gezeigt, wie recht die Leiter des Niedersächsischen Ve-.bandes mit ihren Vorschlägen in Karlsruhe halten. Ha, welche Lust, ein Sühneprinz zu sein! So kann der Bruder der Kaisers von China, Prinz Tschun, singen. Er führt ein Leben voller Wonne. Noch ist er ferne seinem Reiseziel, und schon wieder mit Aufmerksamkeiten überschüttet. Da hat z. B. König Leopold von Belgien dem Prinzen wissen lassen, daß er „sich freuen" würde, ihn in Brüssel zu be» grüßen. Weil aber andere auswärtige Souveräne Europas schon früher den Wunsch äußerten, die Bekanntschaft dieses erhabenen Prinzen zu machen, so wird er nach Erledigung der nicht allzu schwierigen Aufgabe, das tiefe und selbstverständlich „aufrichtige" Bedauern der chinesischen Regierung über .die begangenen Frevel auszusprechen — schöne Worte standen dieser Regierung ja stets reichlich zur Verfügung —, in Ver- legenheit sein, welche Einladung er zuerst annehmen soll In China giebt man unendlich viel auf die Etikette, und nichts kommt dem Verbrechen gleich, den guten Ton zu verletzen. Man darf dort eher jemand über den Kopf schlagen ganz realistisch, als ihn, bildlich gesprochen, auf den Fuß treten. Das ist nun einmal des Landes frommer Brauch. Zunächst nimmt Prinz Tschun in Potsdam Aufenthalt. Dann hat die Reichshauptstadt die Ehre und das Vergnügen, den Prinzen in ihren Mauern weilen zu sehen. Von Berlin aus scheint Prinz Tschun noch etliche andere deutsche Städte besichtigen zu wollen. Ein „Programm" hierfür ist noch nicht festgestellt. So verbindet der Sühneprinz das Angenehme mit dem Notwendigen. Am deutschen Kaiserhose herrscht tiefe Trauer. Veranstaltungen festlicher Art könnte Prinz Tschun überhaupt nicht erwarten. Ehrenbezeugungen werden ihm hoffentlich nur so« wett erwiesen, als e» unumgänglich ist. Daß der sehr ernste Charakter der Mission wenigstens in Deutschland im Vordergründe bleibt, daß nicht etwa offiziöse Begrüßungsartikel er» scheinen bei der Ankunft Tschuns, daß die Berliner Bevölkerung eine würdige Zurückhaltung bewahrt, wenn sich der Sühneprinz in der Oeffentlichkeit bewegt, das sollte selbstverständlich sein. Nachdem man aber mit Staunen gelesen hat, welche vielbegehrte Persönlichkeit Tschun ist, wie auf ihn Einladungen auswärtiger Souveräne herabregnen und förmliche Programme in Vorbereitung sind für einen abwechslungsreichen Aufenthalt in Europa, scheint es doch nicht überflüssig, daß die Presse zu den kommenden Ereignissen Stellung nimmt. Es war eine Zeit, wo allenthalben Uebereinstimmung darüber bestand, daß einem Volk wie den Chinesen gegenüber, die in so unerhörter Weise das Völkerrecht verletzten, eine exemplarische Strenge am Platze sei. Die Vereinigte Staatm-Regierung machte aber den Anfang mit dem Verfahren, durch weites Entgegenkommen die chinesische Regierung von „guten Absichten" zu überzeugen. Zuweilen hat es so ausgesehen, als ob die Chinesen versöhnt werden sollten! Daß die chinesische Regierung sich gewaltig „fühlt", ist garnicht zu bezweifeln. Und dieser Hochmut würde noch wachsen und schlimme Folgen haben, erfreute sich Prinz Tschun in Europa einer ausgezeichneten Aufnahme. Je kühler dieser „Gast" aus dem [fernen Osten behandelt, je eindringlicher ihm die von China begangenen Unthaten zu Gemüte geführt werden, desto besser für das Ansehen der Fremden in China. Die Provinzial-Siechenanstalt für Oberhefseu. D. Gießen, den 22. August. Der Bau des Provinzial-SiechenhauseS schreitet mächtig vorwärts. Es dürste deshalb für unsere Leser nicht uninteressant sein, schon jetzt einiges über die Einrichtung zu erfahren, die für das Haus geplant ist. Ebenso dürfte es nicht uninteressant sein, bei dieser Gelegenheit nochmals auf die Schwierigkeiten zurückzukommen, mit denen man seinerzeit zu kämpfen hatte, ehe eS spruchreif wurde, daß eine Pro- vinzial-Siechenanstalt für Oberhessen errichtet werden und daß sie nach Gießen kommen sollte. Schon im Jahre 1880 hatte sich der Provinzialtag mit dem Anträge zu befassen, die Einrichtung einer Provinzial- Siechenanstalt mit einem Kostenaufwand von 307 000 Mk. zu genehmigen, wobei für einen Bauplatz von etwa zehn Morgen 7000 Mk. und für die Bauten und das Inventar für 300 Pfleglinge 1000 Mk. pro Kopf gerechnet waren. Der Antrag wurde jedoch in der Sitzung des Provinzialtags vom 14. Juli 1880 mit 12 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Die Gründe dafür mögen z T. in der nach Ansicht einiger Provinzialmitglieder nicht genügend klar gelegten Bedürfnis- frage, hauptsächlich aber in der Scheu vor einer so bedeu lenden Ausgabe gelegen haben. Sehr bald veranstaltete aber die Regierung Erhebungen über die Zahl der außerhalb von Pflegeanstalten im Großherzogtum lebenden Irren und Siechen. Es ergab sich, daß man in Oberhessen mit nicht weniger als 1649 Siechen und Geisteskranken zu rechnen hatte, von denen 1129 als in dürftigen Verhältnissen lebend und 813 als zur Aufnahme in eine Siechenanstalt qualifiziert bezeichnet wurden. Im Jahre 1890 wurde die Angelegenheit abermals durch den Kreisausschuß des Kreises Friedberg angeregt. Infolgedessen trat der Provinzialausschuß der Frage wieder näher. Es wurden von der Verwaltungsbehörde nochmalige Erhebungen der Kreisämter und Kreis- gesundheitsämter veranlaßt. Das Ergebnis war, daß sämtliche Kreisräte und Kreisärzte sich für die Errichtung einer Provinzial-Siechenanstalt aussprachen. Gleichzeitig wurde 1890 nochmals eine statistische Erhebung über die Zahl der Siechen in Oberhessen veranlaßt. Es ergab sich, daß 1005 hilflose Personen (einschl. 430 Altersschwache) ermittelt wurden, von denen 660 Personen Armenunterstützung empfingen. Bei 186 Personen waren selbst die Bürgermeister der Ansicht, daß ihre derzeitige Verpflegung nicht zweckentsprechend sei. Nach reiflicher Ueberlegung beschloß deshalb der Provinzialausschuß, von neuem den Bau eines Provinzial-SiechenhauseS bei dem Provinzialtaqe zu beantragen, zu gleicher Zeit Erhebungen zu veranlassen, für welche Anzahl von Siechen die Aufnahme in die Siechenanstatt gegenwärtig wirklich nachgesucht werden würde, und bei der Staatsregierung einen Zuschuß zu den laufenden Unterhaltungskosten zu bewirken. Die Regierung erteilte auch die formelle Zusage, in das Staatsbudget 1900/03 für die Siechenanstalt der Provinz Oberhessen wie für die schon bestehenden Anstalten der beiden an bereit hessischen Provinzen Staatssubventionen von 20000 Mk. einzustellen, wobei eine Erhöhung nicht ausgeschlossen ist. Für einen geeigneten Platz für die Siechen anstatt kamen Gießen, Grünberg und Alsfeld in Betracht, die sich alle bereit erklärt hatten, das erforderliche Areal kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Nach reiflicher Erwägung aller in Betracht kommenden Verhältnisse entschied sich ter Provinzial-Ausschuß einstimmig für Gießen. Da trat die Angelegenheit in ein neues Stadium, indem die ärztlichen Kreisvereine Büdingen, Friedberg und Schotten sich gegen die Errichtung eines Provinzial Siechenhauses erklärten, weil die Zentralisation der Siechenpflege eine für die betreffenden Personen selbst wenig nützliche, für die weitere Ausgestaltung des ärztlichen Berufslebens jedoch hochgradig gefährliche Maßregel sein würde. Der Provinzial- Ausschuß forderte wiederum die Kreisämter auf, die Kreis- auSschüsse und KceiSgesundheitsämter um ihre Meinungsäußerung anzugehen. Diese sprachen sich fast ausnahmslos für die Zweckmäßigkeit der Errichtung einer Provinzial- Siechenanstalt aus. Der gleichen Ansicht war die Landes- Universität. So wurde denn endlich die Errichtung einer Provinzial- Siechenanstalt beschlossene Sache. Sie war ursprünglich für die Unterbringung von 600 Siechen geplant, wobei die Baukosten auf 876000 Mk. berechnet wurden. Doch wollte man die Bauten vorläufig erst in beschränktem Maße ausführen, so daß sie vorerst für die Aufnahme von 300 Siechen genügten. Bei der letzteren Zahl ist man, als mit der Bauausführung begonnen wurde, stehen geblieben. Dementsprechend wurde auch der Voranschlag für die Kosten einschl der Einrichtung auf 600000 Mk. reduziert. Das von der Stadt Gießen kostenlos der Provinz zur Verfügung gestellte Baugelände hat eine Größe von etwa 49 400 Quadratmeter. Das Terrain liegt in südöstlicher Richtung vom Niederdruckbehälter der städtischen Wasserversorgung und zwar zwischen Gießen und der Eisenbahn nach Fulda einerseits und zwischen dem alten Steinbacher Weg im SW. und der Licherstraße im NO. Bei Bauanlagen, die für den vorliegenden oder verwandte Zwecke be- stimmt sind, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, die der Verwaltung und dem Betrieb dienenden Gebäuden auf eine Mittelachse aufzureihen, um durch sie eine Trennung der auf der einen Seite angeordneten Gebäulichkeiten für die Männer von den auf die andere Seite gelegten Gebäude für die Frauen zu erlangen. Diesem Prinzip ist auch bei der Anlage der Pläne völlig Rechnung getragen. Die Anlage selbst wird nun in der Weise hergestellt, daß der Haupteingang an die Licher Straße kommt. An dieser kommt direkt das Verwaltungsgebäude zu stehen, an das sich als Fortsetzung in der Axe das Wirtschaftsgebäude und die Stallungen anschließen. Auf der rechten Seite reiht sich ein Gebäude daran, das für 120—130 gewöhnliche Pfleglinge bestimmt ist, und ein weiteres Gebäude für 20 unreine Pfleglinge. Diese Häuser sind nur für Männer bestimmt. Auf der linken Seite des Verwattungs- und Wirt schaftSgebäudeS wird ebenfalls ein Gebäude für 120—130 gewöhnliche und ein weiteresMr 20 unreine Pfleglinge errichtet. Diese Gebäude sind nur für Frauen bestimmt. Aus dieser Anlage geht schon hervor, was vorhin erwähnt wurde, daß der Hauptwert auf die völlige Trennung der Geschlechter gelegt wird. Was nun das Verwaltungsgebäude betrifft, so find im unteren Stockwerk die Räume für den Pförtner sowie die Diensträume für den Direktor bezw. Verwalter und den Arzt vorgesehen. In das 2. und 3. Stockwerk kommen die Wohnräume für die Beamten der Anstatt. Diese Räumlichkeiten können später, wenn sie für Beamte nicht vollständig in Benutzung kommen, auch zur Unterbringung von Pfleglingen Verwendung finden. Das Centrum der Anlage bildet das Wirtschaftsgebäude. Darin wird getrennt eine Koch- und eine Waschküche, sowie die Räume für die zur Hetzungsanlage bestimmten Kessel untergebracht. In der Mitte befindet sich ein überdachter Raum. Die Einrichtung der Kochküche ist so gedacht, daß die männlichen Personen ihre Speisen auf der einen Seite, die Frauen sie auf der anderen Seite holen. Auch hier ist also darauf gesehen, jede Berührung der Geschlechter unmöglich zu machen. Die Waschküche enthält außer der eigentlichen Waschküche noch verschiedene Nebenanlagen, wie Trocken-, Mangel-, Bügelraum usw. Oberhalb dieser Räume befinden sich die Wohnungen für die Heizer und das Dienstpersonal. In dem dem unteren entsprechenden oberen Verbindungsraum wird eine Art Altan eingerichtet, der überdacht und zum Sonnen der Betten u. bergl. bestimmt ist. Es wären dann die Stallungen zu besprechen. Diese liegen in der Verlängerung der Waschküche. Das Gebäude enthält 2 größere Ställe und eine Remise. Besonders große Räumlichkeiten sind für die Hühnerzucht vorgesehen. Was nun die Gebäude für die Pfleglinge betrifft, die sich links und rechts vom Mittelgebä^de erheben, so werden im Erdgeschoß einzelne Zimmer, z. T. nur mit 2 Betten eingerichtet, die für die Pfründner und die aus besseren Kreisen stammenden Pfleglinge bestimmt sind. Im 1. Obergeschoß befinden sich auf beiden Seiten je 2 Schlafsäle für 24 Betten. Dazwischen wird ein Raum zum Aufenthalt am Tage und ein Speiseraum angebracht. Das 2. Obergeschoß hat dieselbe Einrichtung wie das 1. Der Abteilung für die Männer entspricht die auf der entgegen» gesetzten Seite befindliche Frauenabteilung mit ganz gleichgebauten Räumen. Zum Schluß sind noch die beiden Gebäude für unreine Pfleglinge zu erwähnen. Auch hier sind in dem Hause für männliche wie in dem für weibliche Sieche je 2 größere Säle für je 8 Kranke und außerdem 2 kleinere Säle für je 2 Sieche vorgesehen, wozu dann noch ein Raum zum Aufenthalt am Tage, eine Zelle für Tobsüchtige und die Räume für Wärter usw. kommen. Sämtliche Gebäude werden durch Centralheizung erwärmt, die Kesselanlage befindet sich unterhalb der Waschküche. Die Mauern werden in Backstein ausgeführt und erhalten durch einen in den Flächen gering abgesetzten und verschieden behandelten Putz eine sie belebende Teilung und Tönung. Was die Bauart anbetrifft, so wird der Barockstil vorherrschen. Natürlich wird die gesamte Anlage so ausgeführt, daß sie jederzeit erweitert werden kann. Soweit bat Areal nicht für Baulichkeiten benutzt ist, soll es in Gartenland umgewandett werden. Hier werden dann die riechen, deren Körper stand es zuläßt, mit leichten Arbeiten beschäftigt werden. Aus Stadt und Aand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Oieft. Äui«* gestattet.) Gießen, den 22. August 1901. •• Persoualnachrichten. Der Großherzog hat dem Leder fabritanten Philipp Pfeiffer in Eberstadt das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Staatliche Prüfungen. Nach den Mitteilungen der einschlägigen Prüfungskommissionen findet die diesjährige Prüfung der GerichtLsschreiber-, Gerichtsvollzieher und Poli» zcikommissariatS-ASpiranten am 1. Oktober statt, während die zweite Staatsprüfung im Justiz- und VerwattungSfache Montag den 21. Oktober ihren Anfang nimmt. S. Steinberg, 21. August. Der Kriegerverein Matzen- born-Steinberg feierte, von dem herrlichsten Wetter begünstigt, am vergangenen Sonntag beim Pohlheimer Wald den Gedenktag der Schlacht bei Gravelotte. Jung und Alt hatte sich zu der Feier eingefunden. Der Vorsitzende Leich t hielt die Festrede, in der er die Veteranen feierte. Trotz der übermäßigen Strapazen, die jenem blutigen Schlachttage voraus» gingen, hätten sie nichts von ihrem Kampfesmut eingebüßt gehabt, sondern hatten im Feuer der Schlacht festgestanden. Die fröhlichen Weisen einer Musikkapelle und ein Preisschießen brachten den Festteilnehmern eine angenehme Abwechselung und trugen damit zur Erhöhung der fröhlichen Stimmung bet. Erst am späten Abend wurde unter klingendem Spiel der Rückmarsch angetreten. Mainz, 20. August. In Folge der strengen Kontrole auf der Eisenbahn find in der letzten Zeit von den Bahn- kontroleuren in den Bahnzügen Personen ermittelt worden, die in einer höheren Klasse gefahren sind, als die, für die sie Karten gelöst hatten. Auf der Strecke Bingen-Mainz wurden am Sonntag bei der Revision wieder eine Anzahl solcher Personen getroffen und sämtlich zur Anzeige gebracht, weil sie mit Billeten 3. Klasse auf der Rückfahrt die 2. Wagen- klasse benutzten. Unter diesen befand sich auch eine ganze Familie, aus sechs Köpfen bestehend, für die die Strafe 36 Mk. betrug. Wetzlar, 21. August. Der hiesige Dom, dieses altehrwürdige Denkmal mittelalterlicher Baukunst, bedarf cwrr gründlichen Wiederherstellung seiner zum Teil gänzlich verwitterten Außenseite. Unter Beteiligung von Mtnisterial- Kommissaren hat nun eine eingehende Besichtigung des Domes und eine Besprechung über die zu ergreifenden Maßregeln stattgefunden. Es soll zunächst ein Projekt für die Wiederherstellungsarbeiten ausgestellt werden, dessen Ausführung voraussichtlich über eine Million Mark beanspruchen wird. Es wird gehofft, diese bedeutenden Geldmittel, da die beteiligten Kirchengemeinden leistungsunfähig sind, teils durch Zuschüsse des Staats und der Provinz, teils im Wege der Lotterie aufbringen zu können. Cronberg, 21. August. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen haben von der Kaiserin Friedrich das Schloß Friedrichshof geerbt. Mit Genehmigung sämtlicher übrigen Erben ist ihnen das Besitztum noch vor Eröffnung des Testaments überwiesen worden. Der Hofstaat soll im Testament der Kaiserin Friedrich besonders bedacht worden fein. Im Uebrigen find hinsichtlich der Pensionierung die „Hofdiener" den Staatsdienern gleichgestellt. *• Frankfurt a. M., 21. August. Der vom 5.—21. Oktober stattfindenden Ausstellung für Unfall-Schutz- und -Verhütung, Sanitäts» und Rettungswesen hat die Kaiserin Friedrich kurz vor ihrem Tode drei Porträtmedaillen für die Prämiierung gestiftet. Außerdem sind bis jetzt etwa 60 Staats- und städifche Medaillen (preußisches Handelsministerium, preußisches Ministerium des Innern, preußisches Landwirtschafteministerium, hessisches Ministerium des Innern, württembergischeS Ministerium des Innern, Stadt Frankfurt, Stadt Wiesbaden) bewilligt wvrden. Weitere Stiftungen stehen in sicherer Aussicht. Mit dem Bau der neuen Hallen, Kohlenbergwerk rc. wird nächste Woche begonnen. Schiedsgericht für Arbeiterversichernng. Gießen, den 22. August 1901. In der kürzlich unter dem Vorsitz des Herrn Großherzoglichen Regierungsrats Boeckmann abgehaltenen össentlichen Sitzung des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherung z u Gießen fungierten: als Beisitzer die Herren: 1) Steiribruchsbesitzer Aug. Gabriel jr., Gießen, 2) Kassenschrankfabrikant Krogmann das., 3) Weißbinder L. Best, Gießen, 4) Bierbrauer H. Holtberg; als Protokollführer: Sekretär Schers. 1) Werkführer Schmidt von Heuchelheim war wegen Nichtvorliegens von Erwerbsunfähigkeit mit seinem Antrag auf Invalidenrente von der Invalidenversicherungs-Anstalt Großh. Hessen abgewiesen worden. Der ärztliche Sachverständige, Herr Dr. Bötticher, schätzte nach vorheriger Untersuchung in der Sitzung Schmidt wegen einer kranken Hano zwar in seinem Berufe für gänzlich! invalid, aber auf bent Gebiete des allgemeinen Arbeitsmarktes höchstens um Prozent erwerbsbeschränkt. Tie Sachverständigen, Werkmeister Ehmke-Heuchelheim und Kommerzienrat L. ^mmr lius-Gießen erachteten Schmidt nich-t mehr fähig, als garrenmacher oder als Werksührer in einer Zigarrensabrrc thätig zu sein. Tas Gericht erkannte dem Schmrdt pte Rente zu, da anzunehmen sei, daß er nicift mehr im stände sei, durch irgend eine Beschäftigung, die ihm unter O cniuagl- w« fcort • bhritt 33 cmduu uvfaiß r fdiaft l)att Joh- ^iun Ln 33 cini s fcanb eine 9 Mersuchun qeftellt wori tzcnofsenfÄ« eingelegte' ■ der arztnci nennenswe das Reichs 21. Januar Äerufsgenc gerichts de dem üuhl gelegte Re feilte die C Wieder zu. verficherM fcität bereit nicht erfüll einem Antr Bericht wie dem er ge rieinbe Lun ermerbsunsä n hr< Höhung |ei . Volbringen, von verschi : tige Aiizah i verwendet i in dieser R I löschens dei : trag jiiriid : SdiiebSgendj I seit mehrerer .'HDtvtöeriidjen Eintritts der r'Mtogten, Är : Rente vom 2 9) In de iAmlmann!£ : ungs-Anslalt wegen, weil Gutachten I Zustand des Bericht Der Leiterzahlui • Sonl LZeillwM aut ffiange bei mfitn Zusamir Douglasinstl i 1L25 - Me tombtn die v üllacht war n 4iiie Gefahr i loen er stieß, zertrümmert »and Flöße 'Panik entsti Binder ni bangen. Eiv l u töten, de treten, auf 1 nhob sich ei Rteren. Inn gelten! ymern nack Wen Schrii Ws um sich m zu steh ">urde blut Ä? S.“ fci“, ®?' d° fit' ff ft) Ä» * Auf einer Hochtour erfror am Donnerstag, wie aus Wien gemeldet wird, am Hochkönig in den Salzburger Alpen ganz nahe beim Schotzhause am Grat des Gipfels ein unbekannter Tourist, welcher ohne geeignete Ausrüstung, in Stadtkleidung, mit Stadtschuheu und ohne Führer die lange Bergtour unternommen hatte. Ein zweiter Tourist, der auch nicht viel besser ausgerüstet war, fand ihn erschöpft beim Gletscher liegen und ging in Sturm und Nacht mit ihm weiter, formte aber ebenfalls das Schutzhaus nicht mehr erreichen. Bei Tagesgrauen bemerkte er. daß sein Gefährte erfroren war; er ging zur Hütte und holte mit den Führern den Verunglückten dorthin. Der Tote hatte keine Papiere bei sich und nur wenig Geld. * Ein Damenfeste ssen. Die Frauenfrage macht in Lippe Detmold unleugbare Fortschritte. Am 16. August, dem Hochzeitstage des Erbgrafen Leopold zu Lippe-Biesterfeld, hatte sich abends 8 Uhr im ArminiuShotel zu Detmold die stattliche Zahl von 152 Damen eingefunden, um ein solennes Festessen zu halten. Eine Vorsitzende wurde gewählt, drei beredte und recht lange Trinksprüche wurden ausgebracht, Vorträge zum Besten gegeben, eigens zu diesem Zwecke verfaßte Festlieder gesungen und eine großartige Stimmung erzielt. Nur einer war anfangs in besorgter Stimmung, nämlich der Wirt, denn es hatten sich nur 98 Damen angemeldet, und nun mußten 152 gesättigt werden. * Durch den bevorstehenden Abbruch des alten Berliner Schuldgefängnisses in der Köpenickerstraße, vom Volke gemeinlich nach dem früheren Besitzer des Hauses „MöferS Ruh" genannt, wird das Andenken an einen Olt wachgerufen, ron dem allerhand Schwänke rundgingen. In Mösers Ruh war ein stillvergnügtes Leben, in den einzelnen Räumen ging es kommunistisch zu, viel Speis' und Trank wurde eingeschmuggelt, jeder Empfänger theilte mit den Schicksalsgenossen. Die größte Stube im Parterre, die Gitterstäbe und Drahtgitter hatte, hieß der Polackenkrug. Die Insassen standen morgens mit Gesäßen am Fenster, während draußen sich Knaben mit Blechkannen einfanden, die einen langen, sehr dünnen Hals hatten, der wurde durch eine Masche des DrahtgilterS geschoben, und so floß Kümmel mit Pomeranz oder eine andere Gottesgabe in die Gläser und Tassen der Gefangenen. Einige von diesen hatten sich so lieb gewonnen, daß, wenn einer die Freiheit erhielt, die andern große Trauerakte voll- führten. Bus den Fenstern des oberen Stockes wurden oft, wenn die Atzung zu reichlich gewesen war, Brötchen, Eier rc. den draußen harrenden Kindern zugeworfen. Oft kam es vor, daß Jungen hinaufriefen: Sie, Herr Bedriejer, haben Sie nich ne Wurscht vor mir? Eines Tages begleitete der Anstaltsdirektor selbst einen behäbigen, feingekleideten Herrn bis in den Polackenkrug und stellte ihn vor: Herr Gerichtsdirektor S. Jeder Anwesende erhob sich respektvoll, etliche Flaschen wanderten in die Betten oder hinter den Ofen. Der Gerichtsdirektor nahm einen Stuhl. Allgemeines Schweigen. Plötzlich erhob er ein schallendes Gelächter, dann sagte er: Sie denken wohl, ich sei hier zur Revision? Nein, meine Herren, ich bin a. D. und Schuldgefangener wie Sie. * Wien, 2a August. Der Erzherzog Franz Ferdin and von Oesterreich soll bet einer Jagd im Böhmerwald, wie der „Böhmerwaldbote" in Budweis mitteilt, durch emen Fehlschuß eine beerensuchende Frau getötet haben * Konstantinopel, 20. August. In Haidar Pascha ist gestern eine Feuersbrunst ausgebrochen, welche eine größere Anzahl Gebäude zerstörte, darunter ein von der anatoltschen Bahngesellschaft für Zwecke des HafenbaueS gemietetes Haus. Sämtliche Bücher und Archive der Gesellschaft sind gerettet; auch sonst erleidet die anatolische Bahn keinerlei Schaden. * St. Moritz bad, 20. Aug. Ein Tourist, der mit einem ungeprüften Führer den Julier erstiegen hat, wird seit einigen Tagen vermißt. Man vermutet, daß beide verunglückt sind und unter dem Schnee liegen. *New-Iork, 20. Aug. Einem Telegramm aus Paducah, Kentucky, zufolge sind gestern abend während eines Unwetters, infolge Kenterns des Dampfers „City Golgonda", 17 Personen, darunter 10 Frauen, im Ohioflusse ertrunken. billiger Berücksichtigung seiner Ausbildung und seines bisherigen Berufes zugemutet werden dürfe, ein Drittel des j ent gen zu erwerben, was körperlich und geistig gesunde Personen nut ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend zu verdienen pflegen. o 2) H- Schleuning zu Lauterbach hatte gegen den die Jrcente Oon 50^0^111 aus 88 eindrittel Prozent herabsetzen- ven Bescheid der Tiefbauberufsgenossenschaft Berufung ein- xelegt und Zuerkennung einer öOprozentigen Rente be- ^ntragt.^ ^as Gericht wies nach Anhörung des ärztlichen Sachverständigen und des Zeugen, Maurermeisters Metzen- tort die Berufung zurück und erachtete eine Rente von ""drittel Prozent für die bei Schleuning infolge des Unfalls^bestehende Erwerbsbeschränktheit für ausreichend. 3) Tie Sektion 3 der Süddeutschen Holzberufsgenossen- fchaft hatte dem Conrad P f e f s e r I in Lauterbach die ilente von 33 eindrittel Prozent aus 20 Prozent herabgesetzt Gericht verurteilte jedoch die Genossenschaft nach eid- ltcher Permehrung der Zeugen Karl Heinrich Vollmüller und >'0h. Krommelbein-Lauterbach zur Weiterzahlung der Rente von 33 eindrittel Prozent, da eine entsprechende Lohnzahlung nicht nachgewiesen war. 4) Karl Reuter- Himbach bezog infolge einer durch einen Alchtt hertwrgerufenen Steifheit des Endgliedes des unten Mittelfingers und verminderter Geschicklichkeit der >7and eine Rente von lO Prozent. Nachdem durch ärztliche Untersuchung die Beweglichkeit des Endgelenks wieder sest- ' "Ollt worden war, stellte die Hess.-Nass. Baiigewerksberufs- 6 . uossenschaft die Zahlung der Rente ein. Tie hiergegen ^'"gelegte Berufung wies das Gericht, nachdem sich auch öer ärztliche Sachverständige gegen das Vorliegeu einer nennenswerten Erwerbsbeschränkung ausgesprochen hatte. i Q y 7 Frankfurt ?M. XxT Or 7? Ockenheimer Str. 30. nahe der Oper. Wein Restaurant i rg_s Berühmte Küche, hervorragende Weinkarte. Kleine u.grosse Menuszu festen Preisen u. nach der Karte. Salons für kleinere u. grössere Gesellschaften. * Vermischte». • London, 20. August. Telegrammen Londoner Zeitungen aus Victoria zufolge spielten sich beim Unter« Har ge des Passagierdampfer» „Isländer" nach dessen Zusammenstoß mit einem Eisberg auf der Höhe der LouglaSinsel am letzten Donnerstag in früher Morgenstunde entsetzliche Szenen ab. Die Passagiere — im ganzen 125 — schliefen zur Zeit. Durch eine heftige Erschütterung vur den die meisten aus den Hängematten geschleudert. Die Nacht war finster und stürmisch. Die Offiziere erkannten die Gefahr erst, als der Dampfer durch den Eisberg, auf den tr stieß, während er mit voller Dampfkraft fuhr, bereits zertrümmert worden war. Kaum waren die Rettungsboote niö Flöße Herabgelaffen, als unter den Fahrgästen eine Panik entstand. Männer trampelten Frauen und Sinder nieder, um in wilder Hast auf die Boote zu gelangen. Ein Mann schwang ein Beil und drohte, jedermann z Nöten, der es wage, das bereits überfüllte Boot zu be- bitten, auf dem er stand. Als die Boote endlich abstießen, erhob sich ein Wutgeheul unter den zurückgebliebenen Paffa- gitren. Inmitten der Schreckensszenen machte sich die Goldgier geltend. Goldgräber von Klondyke, die mit ihren Reich- flmein nach der Heimat unterwegs waren, erbrachen die feften Schränke, die Gold im Wert von 75000 Lstr. bargen, teils um sich in den Besitz ihres Eigentums zu setzen, teils iizu stehlen. Um den Besitz weniger Unzen Goldstaub blutig gekämpft. Frauen und Kinder wurden un- \ bEherzig niedergeftoßen. Inzwischen begann der Dampfer i |iu (inten. Ein gewisser Brumbauer aus Portland ließ einen Gold im Wert von 28O0Lstr. im Stich, um das nackte 2 Mut zu retten. Ein anderer Mann sprang mit einer großen < rrch«, die mit Gold gefüllt war, ins Meer, in der Hoffnung, «li i Boot zu erreichen, kam aber nicht wieder zum Vorschein. S Libtre warfen ebenfalls beträchtliche Goldbeträge in die <5 5ü, da sie sich mit ihnen nicht zu retten vermochten. In tW Weise gingen wohl 20000 Lstr. verloren, wäh- fsünf Kisten mitGold imWert v o n 35OOOLstr., fcit verschiedenen Banken gehörten, mit dem Dampfer sanken. Niel e Reisende kamen mit den Ihren um. Der üMitän und andere sprangen in das eiskalte Meer, wo sie i» btc Dunkelheit ertranken. Viele der Geretteten starben 5-Her vor Kälte und Enschöpfung. Die Mannschaft benahm sW hsldeumütig und that das Aeußerste, um Menschenleben zN retten. Als der Dampfer sank, barsten die Kessel, Uvobur ch viele, die mit den Wellen kämpften, getötet wurden, bei runter Kapitän Foote. . 5 toad'iC Karl Kuhl-Staufenberg hat auch schon bev Reichsverfichcrungsamt das durch Entscheidung vom Januar 1901 den seitens der Hessen-Nass. Baugewerks- ^crufsgenossenschaft gegen das Urteil des früheren SchicdS- gerrchts der Sektion 6 dieser Genossenschaft, durch welches < "ne ZOprozentige Rente zugesprochen wurde, eiu- selegte Rekurs zurückwies, beschäftigt. Im April l. I. -k die Genossenschaft die Rente aus 10 Prozent herab, wieder zu^t erkannte dem Kläger die ZOprozentige Rente Ä I o h. Sauer Hl.-Lumda war von der Jnvaliden- reiilcherungsanftalt zurückgewiesen worden, weil Jnvali- tnat bereits seit 1891 bestehe und er im Jahre 1892 wegen NlLit erfüllter Wartezeit durch rechtskräftigen Bescheid mit kni em Antrag auf Invalidenrente abgelehnt worden sei. Tas Bericht wies die Berufung zurück, da es den Sauer, trotz- ini! er gegen ein geringes Entgelt Feldschütz der Ge- mcinde Lumda von 1895 ab ist, für diese Zeit bereits als erwerbsunfähig erachtete. 7) H rch M a u s -Tecrenbach hatte Antrag auf Er- xotzung seiner Invalidenrente gestellt. Aus des Klägers ^'vd.bringen, es feien für seine früheren Beschäftigungen von verschiedenen Arbeitgebern keine bezw. nicht die richtige Anzahl Marken und Marken zu niedriger Lohnklasse verwendet worden, wurde die Entscheidung ausgesetzt, um vi dieser Richtung noch weitere Ermittelungen anzustellen. Karl I o st - Schwickartshausen war wegen Er- ws-liens der Anwartschaft mit seinem Jnvalidenrenten-An- tiag zuruckgewiesen worden. Nach Ermittelungen des »edsgerichts war jedoch festgestellt, daß Kläger bereits snt mehreren Jahren erwerbsunfähig im Sinne des Jnva- ii^nversicherungsgesetzes ist und die Wartezeit z. Zt. des Eintritts der Invalidität erfüllt war. Ter Vertreter der Wagten, Amtmann Dr. Stammler, bewilligte danach die Pente vom 21. November 1899 ab. 9) In der Sache Gregor Hill- Ohmes führte Großh. Amtmann Hechler den Vorsitz. Tie Jnvalidenversicher- Uiig-s-Anstalt Großh. Hessen hatte dem Hill die Rente ent- .öCßt'ii, weil er nicht mehr erwerbsunfähig sei. Nach einem Ha luchten des behandelnden Arztes war jedoch in dem Zustand des Hill eine Veränderung nicht eingetreten. Tas Glicht verurteilte daher die Versicherungs-Anstalt zur Weiterzahlung der Rente. kverficheM ). August 190L LLG erichts fungierter Aug- »K# mann dak ,. j T H. yolloeG MW. t mit feÄ UL *;&• Sport. .,. «rünberg, 18. Aug. Bei dem heute stattgehabtm Preis- ' ® ! * 6 c n des hiesigen K r t e g e r v e r e i n s erbteiten Preise: Christian Kreuder, Hermann Kreuder, Friedrich Jöckel, Dr. med. Hritz, Karl Jungmann, Heinrich Wolf, Friedrich Schmitz, August Jöckel, Jakob Repp, WUhrlm Bock, H. K. Zimmer, Hermann Schäfer,' Heinrich Geßrtnper IV., Georg Stammler, Philipp Müller, Wilhelm RooS, Heinrich Zinßer, Heinrich Schottes, Hermann Heußioger. Die Ehrenscheibe errang Christian Wagner. — Für einen ostfriesischen Hengst zahlte das großh. hessische Gestüt 10000 Mk. — Bet dem Frankfurter Rennen gewann ein Fleischerlehrling die Siegerin des VerlosungSrennenS. DaS Rerm- oferd kam zur Auktion und brachte dem glücklichen Gewinner nur die bescheidene Summe von 700 Mk. hade nicht gestattet, die Katastrophe abzutvenden. Ter Aus- .,.c^tdrat Ift ,nd)t in der Sage, in genügender Weise Vor- sck)lage zu machen und Maßregeln zu empfehlen, um die unvermerdlicheu Verluste der Aktionäre zu mildern- eben sowenig kann über das voraussichtliche Ergebnis des Kon- lurses m genügender Weise Auskunft gegeben werden, weswegen in der gegen die Tirektion und den Aufsichtsrat eingeleiteten gerichtlichen Voruiilei-suchung alle Anfzeickp- uungen, Korrespondenzen und Protokolle ^dem ziiständigen rV^l, r^Ul ^'ilügung gestellt worden seien. Alle gcschäft- ^^Pofitioiicn seien ausschließlich von der .^ontiirs- 6"rosfeil. Zunächst sei hervorzuheben, daß der niiJ!» t)ie fache des Zusammenbruchs der Bank .i sin t)er Verbindung mit der 9H, 'rebertrocknuugsgesellschaft erblicke, nadi bÄ L?°rPh^lC,Qr Verbindung sei die Lage der Bank ßeit siesund und gesichert gewesen. Ter sodann ausführlich die geschäftliche Ent- dieser G^sss^^^^k^^ocknungsgesellschaft. Tie Reserven hnfK betrugen nn Mürz 1899 ca. 16 Millionen, bcr Ansicht, daß die Verbind T .? J e ein Risiko nicht in sich schließe. ^tEUschaft bedurfte jedoch weiterer Mittel. Anzeichen in einer aufsteigenden 9 begriffen schien, und da die uns vorgelegten Berichte^ durchaus günstig lauteten, glaubte der Aunichts- Sr«1? ch"?oresse unserer Bant, der Gesellschaft die weiteren ^n"in ^^^bnthalten zu sollen. Ter Mrebit wurde auch auf 10 Millionen erhöht und gleichzeitig für weitere Sichersten vorgesorgt. Neben dem Kontokorrentkredit blieb ein Wechselobligo, dessen Gesamtziffer festzustellen der Aufsichtsrat heute nicht m der Lage ift Tem Gesamtobligo standen aus; erd em stille Reserven gegenüber. Im November 1899 wurde eine austerordentliche Generalversammlung in Kassel abgehalten, die Aufklärungen über die bekannten Angriffe gegen das Kasseler Unternehmen geben sollte. Es wurde ein Gutachten einer Kommission vorgelegt, die amtlich von der Handeskammer zu Kassel zur Besichtigung und Prüfung eines in Nantes errichteten Zweigetablissements entsandt worden war. Tiefes Gutachten lautete durchaus zufriedeu- stellend. Auch die Generalversammlung schloß sich biefet Auffassung an, inbem sie bie Einsetzung einer Revisionskommission ablehnte. Gegen Enbe des Jahres 1900 wurde das Projekt der Vereinigung der Tochtergesellschaften sowie die Verbindung von drei Konkurrenzfabriken mit Kassel unterbreitet. Tie Vertretung der Kasseler Trebertrockuungs- gesellschast versicherte, daß mit der Turchführung dieses Projektes der eni)gütige Abschluß ihrer Operationen erreicht sei, und daß mit der Verschmelzung der fraglichen Fabriken zu einem einzigen großen Unternehmen dieses für' eine Sicherstellung aus dem Jndustriemarkte gewährleisten werde. Es wurde nachgewieseu, daß die Betriebsergebnisse sich unaufhörlich besserten. Ein Abbruch der Verbindung zu dieser Zeit hätte die Kasseler Gesellschaft voraussichtlich gestürzt und damit die Leipziger Bank schwer geschädigt. Nach reiflicher Erwägung beschloß daher der Auffichisrat, das Kreditverhältnis fortbestehen zu lassen. Eine ernstlichere Gefährdung der Bank würde auch nach dem Dafürhalten des Aufsichtsrats nicht eintreten können, so lange das Obligo den ihm damals bekannten Betrag nicht überstiegen Hütte. Tie enorme Steigerung des Obligo fällt unseres Erachtens tu die Zeit von Oktober 1900 bis zum Schluß des ersten Semesters 1901. Eingehende Mitteilungen darüber, in welcher Weise das Obligo während der angegebenen Periode gewachsen ist, und wann diese Vermehrung des Engage- wents zur Kenntnis des Aufsichtsrats kam, vermöge der Auftichtsrat jetzt nicht zu machen. Tie Erörterung hierüber falle in das Gebiet der Thatsache, die den Gegenstand der gerichtlichen Untersuchung bilde. Ter Zeitpunkt, zu Gunsten der Aktionäre einzugreifen, sei so lange nicht gekommen, bevor nicht eine völlige Abwickelung der Geschäfte der- Trebertrocknungsgesellschaft und ihrer Zweigindusttie erfolgt sei. Auch müsse der Anmeldungstermin zum Leipziger Konkursverfahren abgelaufen fein, bevor die passive Masse eudgiltig festgestellt weiten könne. Alsdann würde es notig sein, Schritte im Interesse der Aktionäre zu unter- ^whmeii. Tie Aufgabe, in dieser Richtung thätig zu werden, bleibe benienigen Herren Vorbehalten, die in den neu zu wählenden Aufsichtsrat berufen werden. Nach längerer ruhiger Tebatte, die insbesondere die Frage be- trast daß den Gläubigern hinsichtlich ihrer Ansprüche an Mitglieder des Aufsichtsrats keine Priorität vor den Aktionären zustehe, wurde durch Zuruf der neue Aufsichts- rat ni folgender Zusammensetzung gewählt: Justizrat Emil Boyen-,, Hauptmann Wilhelm Cramer in Firma Polter & Co., Geheimrat Tr. W. Döhring, Apotheker Benno Kohlmann, Fabrikant Hermann Albert Listtng, sämtlich in Leipzig, Stadtrat Heinrich Meutzner in Plauen i. V., Bankier Erich rtSföx1” fetter & Co. in Leipzig, Graf Vitzthum- Eckstadt in Radebeul bei Dresden und Direktor L. Th. Wenzel in Leipzig. Tie Präsenzliste ergab 15 983 750 Mk ^tretenes Aktienkapital mit 63 935 Stimmen. Unmittelbar nach Schluß der Versammlung trat der neue Aufsichtsrat §u einer konstituierenden Versammlung zusammen und wählte zum Vorsitzenden den Stadtrat Töhring-Leipzig, zum stellvertretenden Vorsitzenden den Tirektor Wenzel-Leipzig. tann. V "««oi bti ’S®* Ä« bn srD ü-ft tle£t6ttein Watz., ©etter btgünL Wald ben? [“nÖ u"b «It hch ^ "chtlage öota» ■®bfeßinut eingtbfii sestgestandki ^demPltiSMa Äbto^gelai; "chen Stimllmg be' nflenöcm Spiel Ja . str^gen RoiM't lt von beti Sch> i ermittelt teotbti als bie, für lif rede Bingen-Mch wieder eine Sich M Anzeige dfahrt bie2.8^it; ch auch eine gaw bie Strafe 36 M om, bitfeS altch llst, bedarf tw \ von Ministemi- ichtignng beltoid reifenden Mastezrii jeft für dir Wirdn- befien beanspruche, litb. bmittel, da die,l- ig sind, teils dich teils im Wege da und Prinzefiii von der ikaifer: Mtzrnchmxn BeMrn N M; orden. TfttyN h befonbert 'M ich der Penfiam Hs-M-, ilEI, )er vorn r Unfall-* föettnngw11 rn Tode bxtiW Außerdem pw* edailleu (pr* terhim des In" K des x ligt vvrden. M Mit dem nächste * Was aus einem Offizier alles werden kau n. der „Kreuzztg." erzählt tziauptmann a. T. von -attors über die merkwürdigen Schicksale eines jungen Offiziers, der im Jahre 1869 in ein brandenburgisches Infanterie-Regiment auf Avaneement eintrat, nachdem er zuvor bie Ober-Sekunda in einer Ober-Realschule besucht hatte. In ber Sck;lacht bei Vionville würbe er burch eine Kugel, bie ihm in bie rechte Brustseite drang, und unter Zerstörung eines Rückenwirbels den Körper linksseitig toieder verließ, schwer verletzt. Nach mehrmonatiger Behandlung in der Heimat kehrte er notdürftig geheilt auf den Kriegsschauplatz zurück, brach aber bei Le Mans infolge Entkräftung zusammen, sodaß er wieder heim befördert werden mußte. Mittlerweile war er zum Leutnant ernannt, und mit dem eisernen Kveuz ausgezeichnet worden, doch- war es infolge seines Zustandes mit der Militärlausbahn für ihn für immer vorbei. Infolge Lähmungserschein- ungen an den Fahrstuhl gebunden, warf er sich energisch auf das Weiterstudium, und ohne Lehrer gelang es ihm nach kurzer Frist, das Abiturienten-Examen in Neu-Ruppin zu bestehen. Während eines Bade-Urlaubes in Teplitz Hatto er aber eine junge Dame kennen gelernt, der zu Liebe, er die Stelle eines Zuchthaus-Inspektors annahm. Tie jungen Leute heirateten und der Ehe entsprossen zwei Müder. Unterdessen war ein ehemaliger Untergebener, ein Unteroffizier, der unmittelbare Vorgesetzte des Inspektors geworden. Kleine Chikanen, die diesem Verhältnis entsprangen, bewogen den 5Mden unserer Sttzze, seinen Abschied zu nehmen, und — Theologie zu studieren, eine Idee, die er schon seinerzeit, als er verwundet auf dem Schlachtfeld lag, gefaßt hatte. Während seiner Studienzeit in Halle wurden ihm noch zwei weitere Kinder geboren Bald legte er auch hier das erforderliche Examen mit Auszeichnung ab und heute ist der Ex-Leutnant — ivob[beftan= ter Pfarrer auf einem größeren brandenburgifchen Torfe. Kandel und KerKehr. Uolkswicksthast. Leipzig, 20. Aug. Generalversammlung der Leipziger Bank. Im Namen des Auffichtsrats er- tattet der Vorsitzende Heinrich Dodel Bericht. Der Bericht bezeichnet die Lage des Unternehmens als überaus chwieng. Tie Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats wird anerkannt. Tie Wahl der Verhältnisse Der Stadtrechncr: Doepfer. 5709 Gießener Anzeigers. 4944 rechtfertigen dauernd ihren Ruf als Original - Packungen mit Firma und Schutzmarke L Mk. 1.20, 1.40, 1.50. 2.— empfieh't 4858 in Sleiuöach bei H Krämer I. 3871 Dr. Oetkers c O L Gebr. Adami. 5898 spater zu vermieten. 4818 9 9 20. Geldschrank-Fabrik 2288 Aalkßeink und grösste fachgemässe Reparaturwerkstatt Oberhessens. 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