! km um ■ «x ^ebenen: K. I iFeta '"jtkiW Wut ***** l»«k tw v'>. MWWMu btvdkrrle. 'M 'fei' Mrjtt bchM Aiikarü. eter Herr. che Vade- vimul-Archck. Meüma. daß dir M ;a , vud lade ch p» SlInameal , in da Lsßalr na ßchchm Sedwtziaga daiE w aft°S» MiÄWg sos 3 M ob; fa ■Uten da Haren 6tnhierenta AMgcnS falb vomittaKt wi tott'lirW M. W p jung bemhizt sei» Um i«heu Men Simda. t IM metgttn i Hl b» ! -f ttMi bis 8 Hi «bi°d!. ' Albert Bib»««L_ Jl* mt - -• V: V"- ; unter güirK^ ww r l} akMK Mfi&JÄüäS! 0L L_ ®ß I 10 tut] [HÄ» «« Sonntag 23 Juni 1$>O1 151. Jahrgang. Erstes Blatt. rrr. 145 WßchVX ««ltch ett WM h M *b *4*m feeittee» WHf ■wrtwa mm Mm Wutir mrt „Blätter G» t4- Mer- aut aGchaNttch bnyktt. »<>*♦■< »• • en • ** fit ter MNta fcet trWtlntubtn 9mm Ml »er* 16 Uhr •M«##H**et* (Httfttnf *MM Mktzrr. MMta, ■WeMHon unk MmI: 7. GichenerAnzeiger " General-Anzeiger v »t)ug$prtts »tftKlMM Ml 2.20, eiOKMtl. 76. 9% mrt 8nngerto|n ; durch Al ilbholrkrllrn oicrtklttch4 Mk. 1.90, menatl. 6b BH» Bk, PoKbtjug oirrtkljächM. Mk. 2.00 «hnt Bcfteat*. »Ul Am»«t«tn VermittluMM fttüta bei In- unb HuUiiMl ntbtnen Un|tiatn für b** • wfccntt a*itiQtr tnttqÄ HtiltnipT«» lokal 11 W» • uteört« SO Vie- Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen kleinen Mengen ins Ausland, unb zwar nur nach dem arger heiliger Lankt schmiedeeisernen Ber- Du -tdiit-ll, «dkffis siir du A,sl»hr mn Snl,ktreidr. Auf wiederholte Anregung der landwirtschaftlichen Ver treter im Reichstage find den deutschen Vertretungen im AuSlande landwirtschaftliche Sachverständige beigegeben worden, vie die Aufgabe haben, die Lage der Landwirtschaft in allen ihren Zweigen vom AuSlande zu studieren und der Regierung Bericht zu erstatten. Diese Beuchte werden im Auswärtigen Amte gesichtet und der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Jetzt liegt der Bericht unseres landwirtschaftlichen Vertreters bei der deutschen Botschaft in Petersburg vor, der sich mit oer Bedeutung Odessas für die Ausfuhr von Brotgetreide befaßt und wertvolles Material enthält. Wir entnehmen dem Bericht das folgende: Das wesentliche Zufuhr»Gebiet umfaßt im Westen Befiarabieu, im Norden Podolien und Cherson, im Osten endlich Tannen und Jekaterinoslaw. Durch die neuen Schwarzmeerhäfen, bezw. deren Erweiterungen hat Odessa eine ohne weiteres beweisbare Abschwächung als Getreide« platz nicht erfahren. Dagegen ist der wirtschaftliche lleber- gang des südlichen Rußland zu verwehrtem Anbau von Getreide in dem Odefiaer Geschäft nicht genügend zum Ausdruck gekommen. Haben die genannten Provinzen eine gute Ernte, so ist Odefia auf zwei bis drei Jahre versorgt Eine schlechte Ernte legt dagegen daS dortige Geschäft derart lahm, )aß beispielsweise im vergangenen Jahre die Oelkuchen- auSfnhr die Ausfuhr von Weizen übertreffen konnte. WaS den Weizen betrifft, so beherrscht den Markt die sogenannte „Ulla", eine braune, Halbharle Sommerweizenart, die an Stelle der früheren „Arnoutka" und „Glucka" getreten ist. Am zweiten Platze steht der Handel in weißem und gelbem „Sandomicka" (weichem Weizen). Allgemein kommt Winzerweizen als roter, rotgelber, gelbroter und gelber auf den Markt. Die goldglafigen harten Weizen gehen in ung von Ausstellungsgegenständen als Pflanzen, Geräten und ähnlichem zu verbinden. Großherzogliches Ministerium des Innern hat die nach- gesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 20 000 Lose zu 50 Pfg. das Stück, avsgegebeu werden dürfen und mindestens 50 Proz. bt» B^üttoerlöseS aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewivngegenständeu zu verwenden sind. Die Abstempelung der Lose kann in Partien von je 1000 Stück erfolgen, jedoch müffen bei Ausgabe der Lose mindestens 1000 Stück zur Abstempelung gelangt sein. Zugleich ist der Vertrieb der Lose im Großherzogtum gestattet worden. Gießen, den 21. Juni 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Heinrichs. - Pie Darmstädter KünstierKolonie. (Ortgiualbericht deS „Gieß. Aoz.") Nachdruck verboten. Mittelmeer. „ Roggen wird hauptsächlich vom Dujeppr und mittels Achse eingeliefert. Die Abnahme des deutschen Geschäfts ist für den Odessaer Markt eine Thatsache und eine Folgeerscheinung des russischen Ausfuhrverbots ton 1891. Tain btu Odessaer Elevator (Süowestbahn) aufgenommene Ge- treibe wirb vor Uebernahme in Klaffen eingeschätzt. DaS Börsen-Komitee arbeitet bie bieSbezüglichen Bestimmungen aus. Jebes Hektoliterkilo mehr oder weniger bient zur Unterscheidung von Klaffen. Wer sich hierüber genauer unterrichten will, finbet genügenben Stoff in ber Beilage Nr. 59 zu Hest 22 ber „Mitteilungen ber bentschen Land- Wirtschaftsgesellschaft". Sämmtliche Erzeugniffe müffen gut, gesund, geruchfrei und trocken (unter 13*/e Feuchtigkeit) aus- geliefert werden. _ .. Die wichtigeren Verkaufsgebräuche find für den betreibe» Ausfuhrhandel Odessa- folgende: Gerste und Hafer. Deutschland und Holland kaufen „fair average quality “ Gerste geht gewöhnlich mit 60 bi« 61 Ailogr. das Hektoliter, Haser mit 4 bis 5 Proz. Besatz. England und Frankreich, neuerdings auch Antwerpen und Bremen, kaufen Gerste unter Bristolklausel (3 Proz. Höchst- besatz). Die Folge davon ist, daß die deutschen und hoÜän- dischen Häfen die billigeren Angebote, zugleich aber auch eine nicht zu verhindernde Sand, Kaff- und Unkrautsamen-Beimischung in der Ware erhalten. Weizen wird mit Angabe des Roggenbesatzes nach Probe und Gewicht mit 1 Proz. Erlaß, Roggen nur nach Gewicht gehandelt. Frankreich hat die Besatzklausel auch ans Weizen ausgedehnt, wobei 3 Proz. erlaubt find (Korn zur Hälfte gerechnet). Italien erlaubt durchweg 5 Proz., rechnet jedoch Bekanntmachung. Der Mainzer Gartenbau-Verein beabfichtigt mit der vom 14. bis 25. September b. I. in Mainz stattsinbenben ..Allgemeinen Deutschen Gartenbauausstellung" eine Verlos anferungen, — aha, wir wissen schon, das ift Gsckyias, Wiener Gschnas. Leider versteht keiner, der den Äusoruck braucht, was Gschnas ist, sonst brauchte er ihn eben nicht. Nur der Wiener versteht, was er mit diesem Worte sagen will, niemand sonst — wie nur der Frankfurter weiß, was Llwel ist. Fragen Sie mal einen Wiener was Olwel bedeutet. v , ... Tie Bauten als wienerisch zu bezeichnen, ist gleichfalls ganz verkehrt. Ter Architekt, also Olbrich, baut nicht wienerisch, sondern reinweg olbrichsch. Ter Mann ist bekannt als der Erbauer des Wiener Tezessionshauses, und das gefällt ihm heute so wenig wie anderen Leuten. Tas Sezessionshaus war ein Totument seines damaligen Äunst- status — muß er nun sein ganzes Lebenlang dasselbS bauen? Erlaubt die Kritik ihm nicht, daß er sich seitdem entwickelt hat, daß er reifer geworden ist? Als Charakteristikum für Olbrichs Bauweise führen einige „Kritiker" ins Treffen, daß er Wagnerschüler sei. Wer nun aber Wagners und Olbrichs Tätigtet! verfolgt, genau verfolgt, ber wird zu einem etwas anderen Resultat kommen, als zu ber Entschuldigung: Llbricb ist Wagnerschüler. Olbrich wird nicht ohne triftigen Grund Wien den Rücken gekehrt haben: in Tarmstadt schien sich ihm zu bieten, was er, besonders in ber Form, in ber es dann entstand, tn Wien nie gesunden hätte, nämlich durchaus ungehinderte Aussprache seiner selbständigen Ideen. Tie ttünstlerkolonie hätte sehr leicht etwas ganz schiefes werden können. Ueberall bilden sich riünstler-Ber- einigungen, bie durch nichts geschützt, protegiert sind, als. burd; die Tüchtigkeit unb lleberzeugungssympathie ihrer Mitglieder. Wo ein fürstliches Protektorat einer solchen, Bereinigung einen .Hintergrund giebt, liegt die (Gefahr im Bereich der Möglichkeit, daß die ftunft durch fleißige Iimmergymnastik mit „Rumpf vorwärts beugt" allmählich verflacht, wie etwa die Kunst des Portraitierens in Byzanz. Tas hätte audh das Schicksal der Tarmftädter Mnstler- lolonie werden können, wenn nicht der Großherzog einerseits ein bemerkenswert taktvolles Verhältnis zur Kunst eingenommen hätte, und wenn nicht andererseits seine Wahl auf einen Mann gefallen wäre, dessen Ideenkreis und Thatkraft aus eigenen Fußen ruht. Tadurch war von vornherein der Gefahr ein Tamm entgegengefetzt, daß die Koloniemitglieder ihre Situation als Gelegenheit zum ge» Wohnhaus, und baut den .Kollegen, die sich gleichfalls ansiedeln wollen, ihre Häuser. Ter Architekt der Kolonie löst also seine natürliche Aufgabe, indem er alles baut. Dazwischen baut ein anderer allein, ein Maler Sehr interessant, aber es bleibt ein Erperiment, wie alle diese Versuche, in denen der Maler einmal Architekt wird. Bitte nicht Michelangelo nennen; es ist die Rede von einer Erscheinung der letzten drei, vier Jahre; wir bleiben ganz in der Gegenwart, unter Zeitgenossen, die Maler sind, unb sich bei Gelegenheit ihr Häuscyen allein bauen. Ter Architekt der Künstler ko lonie baut also alle Häuser da oben, unb außer diesen auch die provisorischen Gebäude, die nur der Ausstellung als solcher dienen; ein anderes Mitglied der Kolonie baut sich sein Haus selbst. Ter Architekt hat viel Rücksichten zu nehmen, auf das Terrain, auf die Landschaft, auf bie persönlichen Wünsche seiner Auf- traggeber, auf bie kosten — und auf seinen eigenen Stil. Alles hat er in Betracht gezogen, aber die Schwierigkeit der Aufgabe hat ihn wachsen lassen. In unglaublich kurzer Zeit ist alles entstanden, überall klappte alles zusammen, und wo es nicht klappte, waren die Handwerker und sonstigen Lieferanten bummlig. Tas kam aber nur ganz vereinzelt vor. Im allgemeinen ist willig gearbeitet worden, wenn auch manchmal mit einigem Äopfschütteln, weils nämlich bei den Bauten keine Profile, Verkröpfungen und steinernen Schnickschnack nach bekannten Mustern gab Und da kommen wir auf den gewissen Punkt. Eine gewisse Kritik kann sich nicht darüber beruhigen, daß sie hier vor Puybauten steht. Sie sieht keine Steinguadern bis unters Tack, sie sieht keine schweren Simse, sie sieht nicht Tächer, die mit Ziergiebeln unb Türmchen gefront sind — was soll das bedeuten'^ Niemand weiß es. Tie reine Loreley. Also Pappschachteln. Ten Ausdruck hat der sehr kunstverständige Sberr E. Engels in der „Magdeb. Zig" erfunden. Pappschachteln — und die noch obendrein mit jeglichem Mangel an Statik ausgebaut. Tas sagt nämlich gleich kunstunverständig der eben citierte Herr Engels in der „Magd ttg.", auch nachdem £err Stahl im „Berk. Tagebl." kurz vorher in ganz demselben Sinne sich — geäußert hat. Seine Steine, sondern Putz, und keine dicken Profile, sondern feine, zarte: fein Wein-, Eichen- unb Lorbeerlaub als Malerei auf den Häusern, kein einziger heiliger Sankt Georg im Trachenkampf darauf; keine schmiedeeisernen Ber- VIL Fortsetzung. Nun kommt eine Sorte Kritik, stürzt sich hinein ins volle Menschenleben und sieht den Wald vor Bäumni nicht, meint, was es hier zu sehen giebt, sei ein Befehl an alle Welt: So baue unb so lebe! — und ahnt nutzt dast alles nichts weiter ist, als wenn ein Maler ein Bild malt unb ausstellt, ohne daß er den Anspruch stellt, der -anzen Welt zu diktieren: So male und so laß .ruh malen; oder als wenn ein Musiker ein Lied komponiert ohne zu befehlen: Es ist unmöglich, diesen Tert anders in Musik zu setzen, als wie ich es gethan habe'. L nein. Es ift bekanntlich sehr wohl möglich, daß ein Anderer zu dem gleichen Gedickt eine andere Musik schreckt, und wie verschieden der glei< c Gegenstand von den unter- ickiedlichsten Malern behandelt werden kann, bedarf keines weiteren Wortes der Erklärung. Unb so hätte bie Mw rbildenhöhe, wären andere stünftler hier thwig gewesen, »Merlich wohl ein anderes Aussehen erhalten aber sie iväre darum nichts anderes geworden, als fie heute ift ein Beispiel wie sich gerade bestimmte Äunstler zu einer bestimmten allgemeinen Aufgabe stellen am ^hud ihrer Charaktereigentumlichkeiten und ihres inbiDibuellen Künstlertums, und wie jeder von ihnen die Aufgabe iw Bereich seines eigenen S^sens zu vertiefen, zu oer innerlichen vermag — oder auch nicht vermag. Sehen mir uns nun nochmals gründlich an, was ge- chaffen worden ist. Tas Terrain war gegeben, ein schöner '?ügel mit alten Bäumen und prächtiger Fernsicht am die Berge und hinüber nach der Rheinebene. Tart oben onnte man bauen. Aber wer baut, wer tu der .Baumeiiier . icht irgend ein beliebiger Architekt, sondern ein t.dtgheb ber Äün stier ko lonie. Tazu ift sie ja, diese Kolonie, baß ihre Mitglieder sich selbst ihre Werke tchatfen, das ist bas -sunäckstliegende. Toch wer von ber Kolonie? Ter Bildhauer / Ter Ciseleur Ter Landschafter ? Ter Archi- eft der Bünstlergruppe baut, baut für bie Kolonie das allgemeine KolonieKrus mit den Ateliers, baut fein eigenes alles voll an. Hessischer Landtag. Lrfie Kammer der SLSude. S. Tarmstadt, 21. Juni. Tas Haus fetzte in Anwesenheit des Staatsministers Rothe, des Präsidenten des Finanzministeriums Gnauth, der Ministerialräte Breidert und Ewald heute vormittag dreiviertel 10 Uhr die Beratungen fort und tritt dem Beschluß der 2. Kammer die Vorstellung des katholischen Meßners M. Frey zu Wimpfen abzulehnen, ohne Debatte bei Ebenso wird der Vorstellung des Bürgermeisters! Zimmer zu Offenthal betr. die Wiederherstellung der zttrche daselbst keine Folge gegeben. Tie Zweite Kammer hat für Wiederherstellung oer Stiftskirche weitere o9 000 Mark zur Verfügung gestellt, sowie die Genehmigung erteilt, baj ber noch nicht verwenbete Restbetrag von 15600 Mart aus ber Bewilligung für 1899 gleichfalls zu Gunsten der vorgesehenen Arbeiten verwendet werden solle. Man tritt Bekanntmachung. AottStage des Großherzoglicheu SreiSamtS Gießen betreffend. Die unterzeichnete Behörde wird Tamstag dea 6. Juli 1901, vormittags 9 Uhr, einen AmtStag im Rathause zu Grünberg abhallen und »itb den LreiSeingeseffeuen aufl den AmtSgerichtSbezirken GrÜoberg, Homberg und Lanbach aaheimgestellt, etwaige An^ liegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 20. Juni 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Gießen, den 20. Juni 1901. vetr.: Wie vorher. Das (Sroßherzogliche Kreisamt Gießen a* die Grofth. Bürgermeistereien der in de« Amts- gerichtsbezirkeu Grüuberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden deS Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weife zur öffentlichen Kenntnis bringen kaffen. .v Bechtold. Bekanntmachung. Das Proviantamt Hanau lauft bereits trockenes unb gut gewonnenes Pferdeheu neuer Ernte; setzt aber auch den Ankauf von Roggen-, Flegel- und Maschiveustroh fort. Beide Strohforten müffen gesund, trocken, ohne Mäusefraß, Abfall oder Gemüll, glatt gelegt und fest gebunden sein. Bei Bahnsendungen ist die Adresie für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof Nord. Die Abfuhr von ber Bahn kostet 15 Pfennig pro Zentner Heu oder Stroh. Abfuhr- und Frachtkosten werden verauslagt. Bei gutem Wetter kann jeden Tag geliefert werden; schnelle Abfertigung und sofortige Bezahlung wird zugesichert. Jede weitere Auskunft wird von dem genannten Amte mündlich wie schriftlich erteilt. Gießen, den 19. Juni 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Liesen Beschlüssen bei. — Tem Gesuche der staatlich angestellten älteren Geometer 1. Kl-, die anderweitige Festsetzung ihrer Besoldungs-Penfionsfähigen V or dienstzeit betr., wird mit der Zweiten Kammer keine Folge gegeben. — Tem Ansinnen der Großh. Regierung daß 1., ein Betrag von 930 000 Mk. auf dem Wege des Staatsanlehens aufgebracht wird, um den neuen Betrieb auf der Grube Ludwigshoffnung einrichten zu können; 2. daß die bisher im Besitze des Großh. Familien-Eigentums befindliche Grube Ludwigshoffnung im Austausch gegen die in der Zusammenstellung genannten Waldparzetften mit einer Flächengröße von 4 337 371 Hektar ohne gegenseitige Herauszahlung in das Eigentum überführt werde, hat die Zweite Kammer zugestimmt und das Haus beschließt in gleichem Sinne. — Auch der Veräußerung resp. Umtausch der zum Landeseigentum gehörigen Parzelle Flur III. Nr. 61 der Gemarkung Kornsand gegen ein gleich großes und gleichwertiges zum Großh. Familieneigentum gehöriges Grundstück der Gemeinde A st h e i m findet keine Beanstandung. — Tie Regierungsvorlage betr. die Abtretung von fiskalischem Gelände zur Erbauung einer evangelischen Kirche in Ba d -N a u h ei m, (es betrifft bekanntlich das Gelände, aus welchem zurzeit das fiskalische Hotel Kursaal steht) wird entsprechend dem Beschluß der Zweiten Kammer genehmigt. Regierungsrat Roßmann in Friedberg soll wegen Aufhebung der Rentämter in den Ruhestand versetzt werden; es fehlen ihm aber zur pensionsfähigen Dienstzeit noch! drei Tage; auf Ansucheri soll die Dienstzeit von 40 Jahren voll angerechnet werden. Tas Gesuch findet in Ueber- einstimmung mit der Zweiten Kammer Annahme. — Die Vorstellung des Großh. Bezirkskassierers Haas in Mainz, der sich, in Romrod eine eigene Wohnung erbaut hat, eine Gewährung von Mietentschädigung usw. wird im Sinne der Zweiten Kammer für erledigt erklärt. Ebenso wird dem Beschluß der Zweiten Kammer beigetreten, der die Vorstellung des Großh. Bezirkskassierers Riet in Mainz, betr. die Regelung seiner Gehaltsverhältnisse für erledigt erklärt. Auch das Gesuch des von dem Direktor der psychiatrischen Klinik in Gießen für dienstuntauglich erklärten Hauptsteueramtsassistenten i. P. Kammer zu Vilbel kann keine Berücksichtigung finden. — Tas andere Haus hat die Vorstellung des Verbandes der katholischen kaufmännischen Ve r ei iiig ungen Deutschlands, die Warenhäuser und V e r s a n d g e schä f t e und deren Filialen mit einer sog. Unisatzsteuer zu belegen, für erledigt erklärt, da die Untersuchungen über eine zweckmäßige Warenhaussteuer oder eine Reform der Gewerbesteuer noch nicht beendet seien. — Das Haus tritt diesem Beschlüsse bei. — Tas Gesuch der Hochbauaufseher und Äreisstraßenmeister um anderweite Festsetzung ihrer Gehalte wird als zurzeit ungerechtfertigt, ebenso wie durch die Zweite Kammer abgelehnt. — Tie Bestellung der Brückenwärter zu Oppenheim und Gernsheim betr. Gleichstellung mit den Brückenwärtern zu Worms wird im Sinne des Regierungsberichtes im Einverständnis mit dem andern .Hause abgelehnt. Tie Regierungsvorlage betr. den Entwurf eines Gesetzes über die Anwendung der Art. 41—51 des Gesetzes vom 21. April 1880 die Tisziplinarverhältnisse, der nicht richterlichen Staatsbeamten, auf die Untererheber staatlicher Gefälle und die Ortseinnehmer wird, wie vom andern Hause, angenommen. Ter vom andern Hause abgelehnte Antrag des Abg. Tr. Schmitt und Genossen betr. die Eisgewinnung an der Floßlandestekle zwischen Kastel und Kostheim findet gleichfalls keine Annahme. Bei Eintritt in die Beratung der Regierungsvorlage betr. die Herstellung weiterer Nebenbahnen erklärt der Präsident des Finanzministeriums Gnauth, daß er sehr gern das statistische Material geliefert habe, damit aus dem Ausschußbericht, wie geschehen, ein anschauliches Bild der Entwickelung des Betriebs v o r und nach dem Abschluß der Preußisch^Hessischen Eisenbahngemeinschaft zu ersehen sei. Mit Freuden sei zu konstatieren, daß sich die Erwartungen, die man an die Preußisch- Hessische Eisenbahngemeinschaft geknüpft habe, erfüllt, ja in finanzieller, wie in verkehrstechnischer Hinsicht übertroffen hätten; ebenso müsse er anerkennen, daß die Gemeinschaftsverwaltung den Wünschen der hessischen Regierung in loyaler Weise entgegenkomme und Rückständigkeiten, wo solche in Hessen noch vorhanden seien, baldigst beseitige. Richtig sei, daß man jetzt nicht mehr in der Lage sei, ohne weiteres vielleicht unrentable Nebenbahnstrecken zu bauen, doch sei die Bewegungsfreiheit nicht gehindert, da man ja event. auf eigene Rechnung bauen könne. Was die von dem anderen Hause als Vollspurbahn genehmigte Strecke Pfungstadt—Gernsheim angehe, so glaube er nicht, daß trotz des von der Regierung von 15 000 auf 20 000 Mk. pro Kilometer in Aussicht gestellten Staatszuschusses, sich so rasch ein Unternehmer finden würde, sodaß dieselbe voraussichtlich doch als Schmal- spurbahn gebaut würde. Zu dem Antrag hatte Freiherr Heyl zu Herrnsheim als Berichterstatter des Ausschusses einen ausführlichen Bericht erstattet, in dem er u. a. ausführt, daß ohne die Eisenbahngemeinschaft die sozialpolitische Steuerreform unmöglich gewesen sei und daß man dadurch die Abhängigkeit des Staates von einer Aktiengesellschaft glücklich beseitigt habe, sodaß die weitere Entwickelung des hessischen Eisenbahnwesens, die Sicherung und Verzinsung der Eisenbuhnschuld, die Verbesserung der Stellung der Eisenbahu- beamten, sowie die glänzende Vermehrung der Staatseinnahmen herbeigeführt worden sei, während Hessen vor dem Abschluß der Verstaatlichung eine uneinbringliche von 43 856 500 Mk. aufzuweisen hatte. Zum Schluß des sehr ausführlichen und interessanten Berichtes wird beantragt, die von dem anderen Hause gestellte Frage 1, die Großh. Regierung zu ersuchen, in eine Revision des 1884er Nebenbahn-Gesetzes einzutreteu und den Landständen wegeu^Abänderung desselben alsbald eine Vorlage zugehen zu lassen, mit Nein zu beantworten und die übrigen Fragen zu bejahen. Ties geschieht und somit ist die ganze Nebenbahnvorlage gesichert. Tas Gesuch der Gemeinden Ebersbach, Schönen und Heisterbach um Errichtung einer Haltestelle an der Odenwaldbahn war von der Zweiten Kammer abgelehnt worden und man tritt diesem Beschlüsse bei. Ter Antrag des Abg. Tr. .Heidenreich, sowie Vorstellungen der beiden Gemeinden Lützelbach und Hammelbach betr. den Bau einer Nebenbahn von Wahlen nach Hammelbach wird im Sinne des Beschlusses der Zweiten Kammer für erledigt erklärt, dagegen beantragt das Haus: nach dem Antrag des Abg. Tr. Heiden reich zu beschließen, an Stelle des von der Regierung in Aussicht genommenen Anschlußgeleises au die Hammelbacher Steinbrüche ein Nebengeleise bis Hammelbach zu führen. Nach dem Bericht der Regierung hat die Zweite Kammer seinerzeit beschlossen, die Vorstellung des Eisenbahn-Komitees Mücke - Ulrichstein, das B a h n p r o j e k t M ü ck e — U l r i ch st e i n — R i x f el d betr., zunächst für erledigt zu erklären, da in Anbetracht der 2 Mill. Mark erfordernden Baukosten mit Rücksicht auf die derzeitige! finanzielle Lage, die augenblicklichen Verhältnisse des Geldwertes an dem Bau der Bahn auf Staatskosten nicht gedacht werden könne. Ta auch über die Führung der Bahnlinie unter den Interessenten die größten Meinungs-Verschiedenheiten bestehen, behalte sich die Regierung vor, in eine nähere Prüfung der Frage einzutreten und zu geeigneter Zeit auf die Angelegenheit zurückzukommen. Das Haus schließt sich diesem Beschlüsse an. — Tas Gesuch der Gemeinde Frischborn um eine Bahnstation wird im Sinne des Beschlusses der Zweiten Kammer für erledigt erklärt, da die Station inzwischen im Bau und somit dem Wunsche entsprochen ist. — Der Finanz-Ausschuß beantragt dem von dem anderen Hause gefaßten Beschluß — ^den Bau der Nebenbahn — Mainz—Essenheim—Alsheim (Selzthalbahn) zu genehmigen, — nicht beizutreten, da man neue Linien nicht bewilligen könne, bis der völlige Ausbau der genehmigten Strecken vollzogen sei. Geh. Kommerzienrat M iche l- Mainz spricht gegen diesen Antrag, mit der Motivierung, daß diese Bahnstrecke sehr wohl ein Bedürfnis, von großer Bedeutung sei. Präsident Gnauth erklärt, daß auch die Befürworter dieses Bahnprojektes dem ablehnenden Standpunkt des Ausschusses beitreten können; denn bis ein Privatunternehmer koinme, der selbst mit staatlich,er Subvention an die Ausführung heran--, trete, kann man ruhig zusehen. — Entgegen Geh. Kommerzienrat Michel findt der Ausschußantrag Annahme. — Auch dem Beschluß des andern Hauses aus Errichtung einer Haltestelle Tienheim — bei Oppenheim wird nickst beige- treten, vielmehr soll der Regierung ein,Ersuchen unterbreitet werden, Erhebungen darüber anzustellen, wie groß die Zahl der Gemeinden im Lande ist, die bei ähnlicher Lage die gleichen Ansprüche erheben könnten. Auch der! Antrag Wolf, die Erbauung einer Nebenbabn von Udenheim nach Arnsheim betr., wird entgegen dem Beschlüsse der Zweiten Kammer aus den gleichen Gründen, wie andere Neuprojekte abgelehnt. Ten Beschlüssen des anderen Hauses entsprechend, werden die Vorstellung der Wag en wär ter der Marn- Neckarbahn, betr. die Regulierung ihrer Gehaltsverhältnisse, sowie der Antrag Backes, die Haltestellen-Aufseher der Preußisch-Hessischen Eisenbayngemeinschaft betr., für erledigt erklärt, und zum Schlüsse wird im Prinzip dem wiederholten Beschlüsse der beiden Kammern betr. die Vorstellung der Eisenbahntelegraphisten der früheren Hessischen Ludwigsbahn, Versetzung ui die Klasse der Subalternbeamten beigetreten, hier aber ein Appell an den Preußischen Minister für öffentliche Arbeiten empfohlen. Hierauf schließt der Präsident die Sitzung mit der Erklärung, daß vorerst eine neue Sitzung des Hauses n i ch t zu erwarten sei. Tie Sitzung verlief ohne erhebliche ^ebatte^ Allgemein erstaunt war man über die Anwesenheit des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim, der aus Gastein hierhergeeilt war. Man hatte besondere Erklärungen verschiedener Art erwartet, namentlich eine Erklärung in Sachen der langen Preßfehde zwischen der notorisch von ihm abhängigen nationallib. „Worms. Ztg." s'md dem soz. „Offenb. Abendbl." des Abg. Ulrich. Seit dem Ausscheiden des inzwischen verstorbenen Grafen Solms-Laubach fehlt in der Ersten Kammer jede Anregung; fast nur die Herren Michel und Frhr. v. Heyl bringen etwas Leben in das sonst eintönige Haus. Volitische Tagesschau. Der Postdampferverkehr mit Südafrika hat durch den Krieg wiederholt unliebsame Störungen erfahren. Namentlich in den kapländischen Häsen war an ein ordnungsmäßiges Löschen und Laden der Schiffe nicht zu denken. Zumeist mußten deutsche Rheder und Kapitäne unter diesen Widerwärtigkeiten leiden. Durch den Subventionsvertrag zwischen dem Reich und der Ostafrikalinie vom Juli vorigen Jahres ist der deutsche Postdawpferverkehr bekanntlich neu geregelt und dahin erweitert worden, daß das Kapland in den regelmäßigen subventionierten Verkehr einbezogen wurde, und Rundfahrten um Afrika in vierzehntägigen Zwischenräumen, abwechselnd von Westen und Osten, statthaben sollen. Infolge der durch den Krieg hervorgerufenen Störungen — auch an Chikanen englischerseit- ist ja kem Mangel — läßt sich der Fahtiplan naturgemäß nicht em- halten. Die Rhederei hat sich deshalb erboten, einstwerlen die Rundfahrt durch die Fahrten zweier getrennter Linien, mit Umgehung der Kaphäfen, zu ersetzen. Obgleich dies eine größere Leistung in sich schließt, wird eme Erhöhung der Subvention nicht gefordert. Die englische Regierung plant übrigens, „um den britischen Handel nicht völlig in deutsche Hände übergehen zu lassen," die Subventionierung einer Schiffsverbindung zwischen England und Sansibar. Seit einer Reihe von Monaten schon verhandelt die amerikanische Regierung mit der dänischen über die Abtretung der dänischen Antillen, ohne daß eine Einigung erzielt wurde. Während eS früher hieß, man könne sich über den Preis nicht verständigen, verlautet jetzt ans Kopenhagen, daß Amerika das Anfinnen stelle, Dänemark solle die Inseln in moderner Weise befestigen, was dieses ablehne. Wenn die Meldung zuttifft, dann muß die Forderung der Herren mächlichen Hineindämmern in den Hofrat und verwandte Berufszweige betrachten könnten. Der Architekt Olbrich hat also die Pläne gehabt, und der Großherzog hat ihm seinen Schutz gegeben zu ihrer Ausführung. Ties Verhältnis ist richtig und gesund. Und Olbrichs Kommilitonen wurden mitgerissen zum Schaffen und zum Hergeben ihres besten Könnens, um gemeinsam hinzustellen, was wir heute auf der Mathildenhöhe sehen. Es hat auch jeder mitgethan, der eine viel, der andere- wewig, der eine hat Gesundes geschaffen, des anderen' künstlerisches Kranksein hat sich voll offenbart. Behrens, der Maler, ist hier auch^ Architekt geworden, und sein Werk, sein eigenes Wohnhaus, erscheint vielen Kritikern ebenso lobenswert wie sie Olbrichs! Häuser tadeln. Vielleicht studieren sie einmal die Südseite des Hauses Behrens, und das Verhältnis von deren oberer Hälfte zur unteren. Umgefallen ist das Haus zwar noch! nicht, aber die ästhetische Wirkung kippt um. Und vb dies Moment so über alles Lob erhaben ist, ist mindestens fraglich«. Was gefällt eigentlich den Leuten am Haus Behrens so gut? Sehr einfach. Es ist das sichtbare Ziegelmauerwerk. Ten Olbrichsschen Pntzbau verstehen sie nickst, weil sie durch Generationen hindurch dem Putzbau kaum mehr begegnet sind, da es das ewige Aufwärmen von abgelebten historischen, von „teutschen" Baustilen mit sich! gebracht hat, daß man in Steinen, in Quadern, in Licken Profilen und weiß Gott sonst noch was geradezu wÄtet. Und ein steinernes Haus zu sehen, wenn es auch: in diesem Falle nur Backstein ist, heimelt die Leute an. Fortsetzung folgt. Gießener Stadttheater. GaSparoue. Operette von Zell und Genee. Musik von Millöcker. Die bekannte und beliebte Operette „Gasparone" ist -am Freitag unter dem lebhaftesten Beifall und zur hellen Freude des erschienenen Publikums in Szene gegangen. Die reizenden Melodien, die uns liebe alte Bekannte sind, ihr köstlicher Humor und das fast durchweg ausge zeichnete Spiel, unterstützt von geschmackvollem Gesang und teilweise mit großem Geschick und Verständnis vou- Einzelheiten gewählten Kostümen, konnten ihren von An- ang bis zu Ende anhaltenden durchiaus günstigen Ein- >ruck auf die Anwesenden nicht verfehlen. Die Aufführ- ung vermittelte uns die Bekanntschaft mit weiteren Mitgliedern des Personals. Als Gräfin Carlotta trat mit unbestrittenem! Erfolge Frl. Opel auf. Eine sehr angenehme, höchst stattliche schlanke Erscheinung, gewandtes, icher abgegrenztes Spiel, guter Vortrag und eine sehr hübsche, wohlgeschulte, umfangreiche und noch in höchster Höhe ausgiebige Stimme, das waren die Eigenschaften, die der Künstlerin allgemein Anerkennung brachten. Gleich ihr Auftrittslied „Gefährlich ist der Aufenthalt zu zwein im dunkeln Pinienwald" gefiel, und immer mehr fesselte die Ausgeglichenheit und wohlthuende Leichtigkeit von Gesang und Spiel. Aufs neue erfreuten wir uns an der kräftigen, sympathischen und biegsamen Stimme des Herrn Jäger, die, mit Vorsicht verwendet, in der Mittellage von blühendem Reiz ist und auch iw der Höhe noch leicht und klangvoll und durchdringend. Tabei ist sein Spiel diskret und taktvoll, seine Bew>egungen haben Maß und sein Gesang Wärme. Wir freuen uns auf seine weiteren, gewiß trefflichen Leistungen. Frl. Tischer (auf dem ersten Theaterzettel war sie Fischer genannt worden) war in der Rolle der Sora recht gut und übertraf die Erwartungen, die ihr erstes Auftreten erweckt hatte; sie fühlte sich gestern entschieden heimischer auf unserer Bühne, und mit ihrer Sicherheit war atlck). die Wirkung, die sie als Sängerin und Tar- stellerin ausübte, gegen den Dienstag erheblich, gewachsen. Ihren! Gatten Benozzo gab Herr Endtresser (neulich! Engeltresser genannt) mit ergötzlichster Wirkung; er blieb der dankbaren Charge in Spiel und Gesang nichts schuldig, gab ihr hier und da sogar etwas mehr, wie den zweifelhaften Wortwitz Sarah-Sora. Seine Nummer im dritten Akte, der Gasparone-Walzer „Er soll der Herr sein",^war von durchschlagender Wirkung. Tas spaßhafte Duett „Stockdunkel war die Nacht" gelang aufs allerbeste. Wir schätzen in ihm einen Künstler von außergewöhnlicher darsteller- rscher Begabung, von leichtem Humor, außerordentlicher musikalischer Sicherheit. In der Besenszene war seine Handfertigkeit aber allzu groß. Eine sehr ergötzliche Leistung bot Fräulein Eckers berg (der Tienstagszettel nannte sie Genell) als Zenobia. Ihre Vortraysart iftl ja wohl von Operetten- und possenhafter Uebertrrebenheit, aber dabei doch auch wieder nicht ohne zureichende Zurückhaltung. Ihr berühmtes Solo „Cs gicbt ja keine Männer mehr" fand jubelnden Applaus. Die Dame ist gesanglich ehr vorsichtig und sparsam, mehr als es hier und da wünschenswert war. Im zweiten Akte unterließ sie sögar den rechten Einsatz. An anoerer Stelle aber erwies sich ihre Stimme als ganz gut erhalten, ja fast von frischem Klange, und ihre Vortragsart dou höchster Wirkung. Herr N o t h m a n n war ein recht erheiternder Sindulso. Er gab uns ein prächtiges kleines Kabinettstück von so eigenartiger wie verständnisvoller Auffassung, hohlköpfig und mutterwitzig, schlapp und verliebt, stutzerhaft und zimperlich in einer Person. Als der „würdige Urheber der Tage" des teils blaubebänderten, teils in tintige Trauer ge tauchten Bürgcrmeistersohnes von Syrakus war Herr Kos- witz nicht so erfolgreich wie als Sck)weinefürst und Nachbar des Zigeunerbarons. Tie übrigen Darsteller und Darstellerinnen führten chre kleinen Aufgaben ganz angemessen durch. Namentlich verdient der Chor für seine Leistung alle Anerkennung. Hier und da freilich zeigte er sich doch nicht ganz teilnahmsvoll genug und nahm er die Sache aus die leichte Achsel. Sein Gesang aber klang immer flott und frisch. Herr Kapellmeister Büchel zeigte große Umsicht und Temperament. Das Zusammenspiel war im ganzen vortrefflich, es klappte fast immer. Manche kleine Unbeholfenheit mag eine Folge der ungenügenden Zustände hinter der Bühne gewesen sein. Was bei den Hauptstützen des Ensembles besonders zu rühmen ist, das ist die deutliche und gute Aussprache, nicht nur im Gesänge, sondern auch die Sprechkunst in der reim- und musiklosen Wechselrede, die hervorragende darstellerische Schulung und Geschicklichkeit. Tas Haus war wieder gut besetzt, und man spendete so reiche als verdiente Anerkennung. Wir sind der Hebet» zeugung, daß die folgenden Operettenabende die größte Anziehungskraft ausüben werden. W. einem seiner Arbeiter, der seinen Lohn verlangte, statt Geld Piugrl Reichsbank angekaust. Sie sind an die Reichsbankstelle in Elberfeld Segnen, und erhielt deshalb 40 M Geldstrafe. -.DLKW« ,n girieren der ReichS- * , wovon 2. 3. CACAO 4397 4406 3. Kuustverein zum Würzen 1. 2. o 00 RcichSbauk. Aw 15. Juli wird in Oschatz eine von der RetchS- bankhauptstelle in Leipzig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kaffen« einrichtung und besckränktem Giroverkehr eröffnet werden. VAN «-—> HOUTEN^ sollte jeder als tägliches Getränk an Stelle von Kaffee und Thee geniessen, welcher seine Nerven schonen und Körper und Geist rege und gesund erhalten will. wenige Hropfen genügen. Zu haben in Fläschchen von 35 Pfg. an bei | Ang. Noll, Drogerie z rot. Kreuz, 13923 Bahnhofstraße 51. Wer auf villtgste Art de« HeschmaL der Suppen, Saucen, Gemüse :c. krästige« und deren Verdauung erhöhen will, verwende Neu ausgestellt: 5 Gemälde vou W Barthel Düsseldorf, 1 Portrait vou A Hammacher-Berlin tm per Verletzung zu 3 Wochen Gefängnis, der andere wrgm des- elben Vergehens zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten und außerdem wegen Tierquälerei zu einer Woche Haft. Mainz, 21. Juni. Einen recht bedenklichm Weg, feine Arbeiter auf ihie Anhänglichkeit an fein Geschäft zu prüfen, hat der Teilhaber der hiesigen Firma Wolff u. Eo. eingefchlagm. Er suchte in dem Inseratenteile eines hiesigen Blattes „zur Gründung einer neuen Kortstopfenfabrik" Arbeitskräfte und einen Werkmeister. Der bet der Firma beschäftigte Korkschneider Julius Meyer hatte sich in einem Offert für den Werkmeister posten gemeldet, worauf er von einem „Spanier" namens „Emanuel Serveaz" in schriftliche Verhandlungen gezogen und bewogen wurde, seinem Prinzipal zu kündigen. Nachdem er g kündigt hatte, schrieb ihm der Spanier, daß er als Werkmeister nicht engaaiert werden könne, weil er nach eingezogenen Erkundigungen sich zu diesem Posten nicht eigne. Er erkundigte sich nun nach dem spamschen Herrn, dieser ixistierle aber nicht. Nun würbe durch den Vorstand des Mainzer HoljarbeiteroerbandeS ermittelt, daß der angeb- ltche Spanier in der Person Wolff«, des Prinzipals des Meyer, zu suchen sei, und Wolff gab schließlich seine Doppelrolle zu, Meyer drehte den Spieß um und forderte, da er von Wolff als Werkmeister engagiert sei, die VerlragSeriüllung. Wolff lehnte ab und Meyer klagte beim Gewerbegericht auf Entschädigung im Betrage von 485 Mk. Wolff erklärte in der Verhandlung, daß er mit dun JnseratenAesuch nur seine Ai beiter habe prüfen wollen, ob sie nicht „kontraktbrüchig" mürbtn. Der GerichtSvorsitzende, Sekretär Schäfer, kritifierie daS Vorgehen des Wolff als ein äußerst verwerfliches, und bemei tle den Beisitzern, daß gegen Wolff auch ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung eingeleitet sei. Der Kläger wurde vom Vorstande des Deutschen HolzardeiterverbandeS, dem Vorsitzenden I. B Weiß, vertreten. Zum Schluß verglich sich Wolff mit dem Kläger, indem er 75 Mk. Schadenersatz zahlte. L-ML Mung Aw beiTe ? zStet Alpha Cakes 4395 von Prov. Dr. Kell, gesetzl. gesch., Kraftnahruna mit 12®/0 bi8 16% leichtverdaul. Eisweiß für Kinder, Rekonv., als ReffeprovmnL Allem- verkauf für Gießen: Geechw. Altenpohl (Hartwig & Bogel). berg (der Jie x* 'Lu«!)» WA it erhalten, ' i-nri von holb! Andnlfv' SW SxshssD AE-K 8 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrafie L. tlngtiot der «rbeitr,eh«er: i Lackierer, 1 Wer, i Heizer, 2 Schreiner, 8 Hausdiener, 1 Taglöhnenn, 1 Wäscherin, 1 Schrerbgehrlfe. Rachfraae der «rbettgederr 1 Spengler, l Schneider, 1 Schreiner, 1 Handlanger, 1 Hausbursche, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Laufftau, 1 Köchin, 1 Kindermädchen, mehrere Wärter. Lehrlinge» 1 Backer, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 1 Metzger, 1 Mechaniker, 1 Scklostcr. 1 Schneider, 1 Schreiner. _______________ Bekanntmachung. Die Stadt Gießen hat aus der von ihr erworbenen Margarethenhülte noch einige Lagerplätze und Lagerräume ,u verpachten. Rkfliktanten wollen sich an UN« oder an das Stadlbauamt wenden, woselbst auch der Plan und bie Beschreibung über bis einzelnen Plätze kinge,-h-n werden können. Gießen, den 14. Juni 1901. 4398 Großherzogliche Mrgermeisterei Gießen. __Mecum.________________. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister wurde heule eingetragen: Die Firma „Georg Schäfers Nachfolger" zu Gießen ist u”9 ihm $«in> er ein Lubaltern- ■ 'ürk 'i ? l den 'Sreuüi- war Man in Ä£r ?rt br'vartel. 111 .^n der langen 'M )nSn abhängigen nationadiK -yienb. Nendbl." des Aba ".des inzwischen verstorbenen der Ersten Kammer jebe Michel und Frhr. v. wl sonst eintönige Haus. Tagesschau. mit Äfrifa Hat durch ben törungrn erfahren. Namenl Häfen war an ein vrdnungt der Schistr nicht zu beulen lebet unb Kapitäne unter dies,! ünrch den SubüentioiMertrc | r Ostasrikalinie vom Je. e PostdWpfnveckehr betannllii itert worden, daß das Wand ntionierten Verkehr eickMi um Afrika in vierzeßchigen von Westen unb Osten, statt« Mih den Krieg hervorgernfim anen englischerseiti ist ja lein chvlan nMgemäß nicht einst- deshalb erboten, einstweilen ftabrltn gn-titr getrennter kaphafen, zu ersetzen. Obgleich )t tot «Mi » im bin britiidjm »anbei * Sni iwMen 1,1 Für die Heise empfehlen 4407 Kreuzplatz 13 Kreuzplatz 13 (früher: 8. Weimersheim Nachfolger). mit dem Wettergasse Marktstrahe 9 4312 Gesucht B ®a Emil Pistor Nachfolger 2.S ©X Selephos 61. Markistraße 10. Giessen* E 4007 Gesetzlich geschützt. 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