kk. en. N Bli. !12. fd 2228 * M »tzMion von £>au5' Nlnn u. s. tv. du adli! in tüitiflet und n- r geltwttt W mögli-ft MU Marn nebst LebenSlaul. ften, SeiunohM “nbanflabVn*S fmbMjumlO»pru 'ftfrl 1901. mjüwxo*_ MtatWjJÜJl; ^erla^Mamchem: 10W -J8 f ll (fit G» KM ’ssss%ä — . wirt QUI fielst A. SuSb^ e-r&r StzS ‘g #»* Nr. 70 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 23. März 1901 Matti tm, Expedition und •rudcrti Zchulftrah« 7. trfdfeiit täglich mit NuSnahme drS MonkagS Die Gießener Kamttien- blätter werden dem Än jetfltr im Wechsel mit „Heft tenbroirt" und ^Blätter fit Hess BolkSlunde" uier» ■ul wSchentlich beigelegl. ■ Den Anzeigen M »er na*mittog6 ffir den Mflenben Zag erscheinenden Kummer bi» Darin 10 Uf)i Abbrßellungen fpätefltn» ■btnbe Darbet. GietzenerAnzeiger Eeneral-Anzeiger ** Bezugspreis vierteljäbrt Mk. 2.20, monail. 75 Psß nut Bringrrlodn; burct du Bbholestellen viertetjahrl Ml. 1.90, monatl. 65 Plß 8a Postbezug Vierteljahr! Ml. 2.00 ohne Besteggr». Alle Anzeiaemvermuilunab- ftellen bt< §n« und Wu Manbe» nehmen Vlntriprn lür de» (Situtncr Anzcinet eiugrgcR. ßcHcnprno total 11 aubwärte 10 Pfg Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 3=s: Vaiitische Tagesschau. Graf Bülow ist ein hart umstrittener Mann. Bon rechts wie von links dringt man mit den wuchtigsten Argumenten auf ihn ein für und gegen den Doppeltarif. Das Organ des „Bunds der Landwirte", die „Dtsch. Tageszetg.", droht mit „grundsätzlicher Opposition", falls der Doppeltarif für die Erzeugnisse der Landwirtschaft nicht -ur Grundlage der Handelsvertragsverhandlungen gemacht würde. Von links beschwört man den Reichskanzler, keinen- falls den Doppeltarif zu wählen, weil die Bindung auf landwirtschaftliche Mindestzollsätze das Zustandekommen von Handelsverträgen leicht völlig vereiteln könne. Rechts heißt es: Eine nationale dchtwendigkeit! Links: Ein nationales Unglück! — Graf Bülow möchte, wie mit den Mächten, auch mit den Parteien „in Frieden und Einigkeit" leben. Die Entscheidung über den Doppeltarif bringt ihn aber jedenfalls um die Sympathieen entweder der Linken oder der Rechten. Denn hier stehen so gewichtige Interessen auf Leihen Seiten auf dem Spiele, daß die Nichtberücksichtigung auf das schwerste und nachhaltig empfunden würde. Bis jetzt sind die Chancen für den Doppeltarif unleugbar im Vorteil. Herr v. Miquel ist dafür, Staatssekretär Graf Posadowsky mindestens nicht dagegen, selbstverständlich ebensowenig der preußische Landwirtschaftsminister Frhr. v. Hammerstein. Man versichert, Graf Bülow sei halb und halb für den Doppeltarif gewonnen, aber er hat eben noch das entscheidende Wort zu spreck)en. Personen, die dem „Zentraloerband deutscher Industrieller" nahestehen, tollen erklärt haben, sie hätten gegen den Doppeltarif ür landwirtschaftliche Erzeugnisse nichts einzuwenoen. Ob nes Autrifft, wird sich ja Herausstellen. Im Ganzen herrscht Mts der Rechten eine zuversichtliche Stimmung. Ta man wachsende Reiguna für die Landwirtschaft bei der Regierung bemerkt, wird die Gelegenheit beim Schopf genommen, um etliche weitere „kleine" Mittel zu erlangen. So fordert die konservative „Kreuzztg." die Herabsetzung der Babn- tarife für Dünger und Tüngermittel auf die Hälfte der jetzigen Preise, im Interesse der Landwirtschaft, der Unabhängigkeit vom Auslande in der Lolksernährung, der Wehrhaftigkeit. „Es wäre sogar ernstlich zu überlegen, ob der Staat Dünger und Tüngermittel aller Art nicht vollständig frei befördern sollte". Diese Tariffreiheit würde für die preußischen Staatsbahnen einen jährlichen Einnahmeausfall von 25 Millionen Mark herbeiführen. Wir glauben, selbst der „Liebling der Agrarier", Herr v. Miquel, wird diesem Antrag gegenüber sagen: „Das ist die Stelle, wo ich sterblich hin". HSrr v. Miquel, der ängstliche Hüteü der preußischen Eisenbahn-Ueberschüsse, ist vielleicht nicht einmal für eine Ermäßigung der Tarife auf die Hälfte zu haben. Der Gedanke, der Landwirtschaft den Bezug des Düngers zu verbilligen, mag erwägenswert erscheinen. Aber daß dies Mittel den Erfolg haben sollte, Deutschland in der Ernährung vom Auslande unabhängig zu machen, das fehlende Getreide selbst zu bauen, und etwa 300 Millionen Mark jährlich an der Einfuhr zu sparen — das ist doch wohl zuviel behauptet. Billiger Dünger macht noch nicht die Landwirtschaft erheblich rentabler, sodaß ein kräftiger Anreiz gegeben würde zur Ausdehnung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Der württembergische Staatsauzeiger veröffentlichle am 20. d. M, rote roir bereits kurz erwähnten, folgende Notiz: Der Präsident des StaatSmtnifieriums, SlaatSmimfier des Kriegswesens, General der Infanterie Frhr. Schott von Schottenstein ist erkrankt und wird d-mnächst einen ihm bewilligten Urlaub antreten. Neber die Dauer seiner Dienflverhinderung ist der Staatsminister der Justiz Dr v. Breitling mit Wahrnehmung der Funktionen des Präsidenten des Staatsministeriums und der Generalleutnant v. Schnür!en mit der Stellvertretung im Kriegsministerium betraut worden." Mil dieser Mitteilung ist Die heikelste Geschichte angeschnitten, die Württemberg und Stuttgart seit langen Jahren erlebt haben. Sehr traurige Vorgänge haben sich da abgespielt und zu erwarten ist ein echter und rechter Skandalprozeß. Das Stuttgarter sozialdemokratische Blatt nannte kürzlich bereits ganz deutlich als Haupibeteiligten „einen Minister", und stellte Vergleiche an zwischen der Gottesfurcht, die den gewöhnlichen Soldaten zur Auslage gemacht werde und derjenigen bei Ministern. Damit war deutlich genug der Kriegsminister, Frhr. Schott von Schottenstein bezeichnet, der seit Mittnachts Rücktritt zugleich auch Mtmsterpräsident ist. Und nun kommt die offizielle Bestätigung aller der vielen Gerüchte: Herr v. Schott wird plötzlich „krank" und wird demnächst einen ihm (den man in den letzten Wochen Tag für Tag mit oder ohne Gemahlin spazieren gehen, Konzerte besuchen sah und zur Hoftafel geladen war) bewilligten „Urlaub“ antreten. Mit Recht bemerkt Der „Schwäbische Merkur" dazu, daß damit eine Angelegenheit ihren vorläufigen Abschluß finde, die in den letzten Wochen vielfach besprochen worden sei. Thatsächlich ist eS der Anfang vom Ende. ES ist ganz undenkbar, daß die Regierung die notwendige Autorität noch besessen hätte, wenn sie unter dieser Führung gestanden wäre. Man denke z. B., daß die viel umstrittene GehaltSvorlage damit anfängt, daß für Herrn v. Schott eine Repräsentationszulage von 3000 Mk. verlangt wird! Mit diesen Auspizien hätte dann die Regierung den Kampf um die Vorlage aufnehmen sollen! Erst kürzlich ist vom Stuttgarter Kriegsgericht ein Gefreiter der Land wehr zum Gemeinen degradiert worden unter der Begründung, daß er die für einen Vorgesetzten unentbehrliche Au turität nicht mehr besitze. Wie viel mehr gilt dies von einem SriegSmimster, der für Zucht und Ordnung zu sorgen ha> und vollends von dem Präsidenten des Staatsministeriums, in dessen Händen die Leitung der Gesamtpolitik ruht Der Entschluß mag dem König schwer gefallen sein. Er konnte aber nicht anders ausfallen ohne die schwerste Schädig ung für Krone und Regierung. Solche schwere moralische Gebrechen verzeiht man dem Privatmann nicht; bei dem verheirateten Staatsmann in dem Alter von 68 Jahren gi t es weder eine Entschuldigung noch *ine Erklärung. Es handelt sich um eine Verfehlung gegen § 180 R.-Str.-G. Der Generaladjutant des Königs, General Bilfinger, bat sich zum Vortrag beim Kaiser nach Berlin begeben Offenbar hängt diese Reise mit der Scholtschen Affaire zu- jammen. ES wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß sich der kommandierende General Falkenhausen seit einigen Wochen auf Urlaub befindet. Engländer und Buren. In der Kapkolonie wäre Kritzinger östlich von Cra dock beinahe in einer Falle eingeschlosien worden. Kritzinger, der von Oberst ©erringe verfolgt wird, lagerte in der Nacht zum 17. März bei PalingSkloof, nördlich von Cradock, und Überschritt am Morgen des 17. den ElandSfluß. Auf einer Farm in der Gabel zwischen dem Elandifluffe und dem Flusse Vlekpoort ließ er abkochen. Etwa um 10 Uhr morgens wurde er vom westlichen Ufer des VlekpoortfluffeS durch zwei Schwadronen und ein Pompom-Geschütz angegriffen, die von Cradock gekommen waren. Er wandte sich darauf nordwärts nach dem MagermanSberg, fand jedoch auch dort eine weit anSeinandergezogene britische Schützenlinie vor sich. Dies waren De LisleS Leute, die nach einem anstrengenden Nacht Marsche aus Osten von Tarkastad herangekommen waren. Infolge gewaltiger Regengüsse waren die Flüsse unpassierbar geworden. Der Plan De LiSleS war nun, die Strecke zwischen den beiden geschwollenen Flüssen zu sperren und die Buren mit Hilfe deS von Südwesten nachdrängenden Gorringe gefangen zu nehmen. Der Plan konnte nur gelingen, wenn die Hochflut anhielt, dis Gorriuge heran war. De Liste verteilte in Ausführung feines Planes seine Leute, 400 Mann, auf die 12 Km. betragende Linie, sodaß also auf je 30 Mtr. ein Mann kam. Seine Artillerie, 2 Zwölpsünder und zwei PompomS, stellte er im Zentrum auf dem MagermanSberge auf. Seine Flügel gewannen in dem ftebenstündigen hart näckigen Kampfe langsam an Boden. Auf dem äußersten linken Flügel entstand jedoch durch irrtümliche Auffassung eines Befehles eine Lücke, indem 100 Mann, die sich scharf am ElandSflusse halten sollten, in falscher Richtung marschierten. Durch diese Lücke gelang eS Kritzinger mit seinen 600 Mann, die überaus tapfer gekämpft hatten, nachmittags 4 Uhr, als das Wasser plötzlich wieder sank, den Uebergang über den ElandSfluß zu bewerkstelligen, ©erringe traf erst eine Stunde später ein, als Kritzinger schon im Osten verschwunden war. Die Engländer räumten die Garnison Vrede im Freistaat und vereinigten sich mit der Truppe deS Generals Campbell, der nach einem schweren Kampfe mit den Buren nach Standerton zurückgekehrt ist. Campbell führt 200 Kranke und verwundete mit sich. Viele Suren» atteilungen befinden sich ih der Nähe von Standerton. Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 20. dS. meldet: General Philipp Botha, Bruder des Generalkommandanten Botha, ist auf dem Doornberg ge fallen; feine Söhne sind verwundet worden. Die Buren in oer Oranjeriver-Provinz sind zerstreut. De Wet ist in der Nähe von Heilbron. • * « Telegramm deS Gießener Anzeigers. Kap stad tt 91. März. Die- neu- find vorgekommen. China. Der ernste Charakter der Lage in China wird auch in Berliner diplomatischen Kreisen nicht ver- fannt Wenn es richtig ist, daß nach einer Pekinger Meldung der Londoner „Daily Mail" der russische General in Tientsin sich geweigert hat, die Vermittlung des Grasen Wal der fee anzunehmen, so ist auch Deutschland in gewissem Grade in den russisch-englischen Zwischenfall mithineingezogen, denn die Ablehnung einer solchen Vermittlung ist natürlich kein Akt des Ver- ttauens und der Freundlichkeit von russischer Seite. Und das bei einem Streit aus so lächerlich geringfügigem Anlaß bei einem Konflikt um das Hoheitsrecht auf einem unbedeutenden Stück Land in der Nähe von Tientsin! Um solcher Lappalien willen droht ein Krieg zwischen zwei großen Mächten, wird die gesamte Diplomatie mobil gemacht! Der chinesischen Regierung kommen derartige Differenzen natürlich höchst gelegen. Hoffentlich bewahrheitet sich eine andere Nachricht nicht, die von dem Petersburger Vorschlag eines russisch-englischen „Arrangements" über China meldet. Für Rußland Nordchina, für England Südchina als „Domäne" — für Deutschland, das bescheidene, und dabei so ruhmredige : n i ch t s . . . Aus Tientsin telegraphiert das „Reutersche Büreau": In der Stellung beider Teile hat sich nichts geändert; dieselben enthalten sich jedes feindlichen Vorgehens. Die Zahl der hier verwendbaren britischen weiße« Truppen beträgt jetzt etwa tausend Mann, .die russische« Truppen sind nicht zahlreich. Im englischen Oberhause teilte aber am Donnerstag der Minister Lansdowne mit, daß der Zwischenfall jetzt thatsächlich erledigt ist, und die Beziehungen der beiden Länder n i ch t g e st ö r t sind. Es wird nun abzuwarten fein, daß die russische Regierung eine ähnliche beruhigende Er- flärung erläßt. In England pflegt die Negierung bekanntlich das Parlament stets mit Rosen zu regulieren und die Dornen behutsam für sich zu behalten. Das deutsche Oberkommando meldet aus Peking vom 21. d. M.: Auf Klagen der Bevölkerung ist in einem Torf sieben Kilometer südlich Thang (48 Kilometer westlich Pao- tingfu) durch Rittmeister Prieß mit einem Zug Reiter eine Räuberbande aufgehoben worden. Bei bewaffnetem Widerstande wurden 7 Chinesen getötet oder schwer verwundet, der Rest gefangen und dem chinesischen Gericht zur Aburteilung übergeben. Gestern sind 3 Kompagnien, 1 Zug Reiter, 1 Zug Gebirgsatillerie unter Major v. Mülmann von Paotingfu nach der Gegend östlich Taomakuan marschiert, wo eine große Räuberbande die Bevölkerung in weiter Umgegend terrorisiert. Telegramme deS Gießener Anzeigers. Peking, 22. März. (Reutermeldung.) In der Konferenz, an welcher Waldersee teilnahm, beschlossen bij Generale Barrow und Wogack, die englischen und russischen Truppen heute früh um 5 Uhr von dem strittigen Gebiete bei Tientsin zurückzuziehen und bte Arbeiten am Bahngeleise einzustellen, bis die Regelung der Frage auf diplomatischemWege erfolgt. Sh a n g h ai, 22. März. Die „North China Daily NewS" wollen aus guter Quelle wissen, der kaiserliche Hok wolle im April nach Siangjang in der Provinz Hupek sich begeben, wo er his zum Abmarsch der Verbündeten aus Peking bleiben wolle. Der Beschluß müsse, bemerkt baS Blatt, als Protest gegen die Befestigung de» Gesandtschaften angesehen werden. London, 22. März. In einer Versammlung hielt Rosebery eine Rede, in der er auch auf die La^S in Tientsin zu sprechen kam. Er hat die Ueberzeugung, daß zivei große Völker sich nicht wegen einer Ausweickssbells entzweien könnten. In der chinesischen Frage handle eS sich nicht um die Annexion von Landgebiet, sondern um die Entwickelung des Handels. Die Politik Deutschlands Frankreichs und der Vereinigten Staaten sei bezüglich Chinas hauptsächlich eine Handelspolitik. Deutsches Reich- Berlin, 21. März. Der Kaiser empfängt morgen Nachmittag das Präsidium des Abgeordnetenhauses. — Der Kronprinz begiebt sich Mitte April auf Einladung des Kaisers Franz Joseph nach Wien. — Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eilte Verordnung, nach welcher das Gesetz vom 16. September 1899 betreffen» die Dienststellung des Kreisarztes und die BilduNg von Gesundheitskvmmissionen am 1. April w Kraft tritt. . „ , — In der heutigen Sitzung des preußischen Abge- ordnetenhauses erklärte der LandwirtschaftsministeP Frhr. v. Hammerstein namens der Staatsregierung, dies« lehne den Antrag Heydebrand, bezüglich gesetzgeberisch^» Maßnahmen, wonach die Ausgabe hnpothekartsG gesicherter Jnhaberpapiere in der Form von Pfandbriefen lediglich öffentlichen Instituten oder Genossenschaften eventuell mit Tilgungszwang Vorbehalten ftnr>, ab. Man könne nicht ohne weiteres Tabula rasa machen, wenngleich er dem Prinzipe des Antrages Wohlwollen» gegenuberstehe^^ Vorsitze des Staatsministers a. D. Frhr«. v Berlepsch nahm die letzte Ausschußsitzung der Gesellschaft für soziale Reform folgende Erklärung an: Es ist durch ein Gesetz ein Reichsarbeitsamt AU errichten mit der Ausgabe der Feststellung und Klarlegung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse bec Lohnarbeiter und der in ähnlicher Lage befindliche« Angestellten. Dem Reichsarbeitsamt wird ein Beirat bd- aegeben, der je zu einem Drittel aus Vertretern bee Arbeitgeber, der Arbeiter und neutralen Sachverständigen besteht. Weimar, 21. März. Wie aus anscheinend glaubwürdiger Quelle verlautet, gedenkt sich Großherzog Wilhelm Ernst nach Verlauf einer gewissen Frist, bie durch die Trauer um den Großherzog Karl Alexander geboten ist, mit der jüngsten Tochter des verstorbenen Herzogs Alfred von Coburg-Goth 6 verloben. Ter Großherzog würde dadurch 1^ richt eines Thüringer Blattes nur mit Vorbehalt wieder. D. Red.) Ausland. Haag, 21. März. In feierlicher Sitzung des Staatsrates erfolgte unter Vorsitz der Königin die Zeremonie der Ein sührung des Prinzen Hei nrich in den Staatsrat, worin ihm eine beratende Stimme zusteht. Madrid, 21. März. Im gestrigen Ministerrat wurde eine Rüge ausgesprochen gegen den Erzbischof vo«n Sevilla. Ter Kriegsminister General Weyler unterbreitete ein Dekret, betreffend die Abschaffung der Feldprediger bei den Regimentern. Ter Unterrichtsminister verlas ein Rundschreiben an die Universitäten, das die völlige Gewissensfreiheit wiederherstellt. Ter Religionsunterricht an den Gymnasien soll fakultativ sein. Alles wurde einstimmig gutgeheißen. Andere Maßnahmen stehen bevor. — Zn Villanueva bei Barcelona hatte der Pfarrer gegen den jüngst verstorbenen liberalen Viktor Balaguer gepredigt; gestern gab es dort eine antiklerikale Kundgebung von 7000 Teilnehmern. Es wurden Pereat-Rufe gegen die Jesuiten ausgestoßen. W i e n, 21. März. Die Blätter melden, der niederösterreichische Landesschulrat hätte die Entlassung des sozialdemokratischen Abgeordneten, Lehrers Seitz, aus dem Schuldienste beschlossen. B u d a p e st, 21. März. Die Veranstalter der Kreuz- demonstration an der Universität beschlossen, trotzdem die vorgesetzten Behörden bereits entschieden haben, daß in den Lehrsälen keine Kreuze angebracht werden dürfen, den Kampf fortzusehen. Die Studenten beschlossen, in der Angelegenheit dem Kaiser ein Gesuch zu überreichen. Aus Stadt und gmriL . Gießen, den 22. März 1901. ** Realschule. Bei der Prüfung am Mittwoch wurden von 20 Primanern 11 vom mündlichen Examen befreit, 7 bestanden die mündliche Prüfung und 2 fielen durch. — Bei der Prüfung am Donnerstag traten von 28 Primanern 7 freiwillig zurück, 9 wurden von der mündlichen Prüfung befreit und 12 bestanden das Examen. ** Persoualuachricht. In den Ruhestand wurde versetzt der Steueraufseher bei dem Hauptsteueramt Mainz Johann Peter Gölz wegen geschwächter Gesundheit, g J. Omnibusverkehr Marburgerstraße—Wieseck. Durch die Verlegung des Depots der Omnibus-Gesellschaft nach dem „Pfau" wird auch eine Aenderung der Linie Gießen— Wieseck insofern stattfinden, als vom kommenden Montag ab die Haltestelle der Omnibusse für diese Linie an das neue Depot verlegt wird und die Wagen nicht wie seither von der Jugardt'schen Hofraite, sondern vom Depot ab- und anfahren. •• Theaterdirektor Kruse hat, wie wir hören, für den nächsten Winter das Stadttheater zu St. Gallen gepachtet. Herr Ramsey er wird ihn dorthin begleiten. — Die Theaterspielzeit nimmt am Tage vor Palmsonntag ihr Ende. Es stehen nur noch Aufführungen von Hartlebens sehr wirkungsvollem Drama „Rosenmontag" und von Gutzkows „Königsleutnant" bevor. — Frl. Kugler soll nach Bremen, Frl. Korn nach Göttingen, Herr Lach mann nach Kreuznach engagiert sein. ** Zu Herrn Ramseyers Benefiz wird am Sonntag in unserem Stadttheater „Zaza" gegeben. Das französische Stück ist unseren Theaterfreunden längst vorteilhaft bekannt, sodaß sich jedes weitere Wort des Hinweises darauf für uns erübrigt. In der Titelrolle wird Frau Sulu Berger, von dem Benefiz des Herrn di Balthyni her bei uns aufs beste angeschrieben, zum zweitenmale in dieser Spielzeit gastieren. Auch über den Benefizianten brauchen wir nicht mehr viele Worte zu machen. Er ist zweifellos eine der tüchtigsten Kräfte unseres Ensembles, der ein ungewöhnlich großes Arbeitspensum in diesem Winter zu bewältigen gehabt hat, zumeist zur vollen Zufriedenheit der Mehrzahl unserer Thraterbesucher. Einzelne seiner Charakterfiguren haben das gewöhnliche Maß, mit dem wir sonst hier darstellerische Lüftungen zu messen uns genötigt sahen, erheblich überragt, so war z. B. die liebenswürdige Kratzbürstigkeit, die ätzende Schärfe und dicht daneben wieder die wohlwollende Wärme seines Schulrats Prell in „Flachsmann als Erzieher" vortrefflich, tüchtige Leistungen auch gab er in Hauptmanns „Webern", in Sudermanns „Johannisfeuer" rc. rc. Seine weitaus beste Leistung war sein Meister Andreas am letzten Triesch Abend. Wir sind gewiß, daß ihm an seinem Ehrenabend die Anerkennung zu teil werden wird, die er verdient, daß ein volles Haus ihm danken wird für alles von ihm nach besten Kräften Geleistete. P. Ueber die „Gründung von Genossen- schäften im Handwerk" sprach am Donnerstagabend Direktor P a e ch aus Frankfirrt im Hotel Einhorn vor etwa 50 selbständigen Handwerkern Gießens. Tie Handwerks- lammer, so sagte der Redner, sei stets bemüht, den Hand Werkerstand zu heben, ihm Vorteile zuzuführen, die sonst nur Großindustrielle genießen. Der .Handwerkerstand hätte einen schweren Kampf gegen die Großindustrie zu kämpfen. Die Tüchtigkeit eines Meisters käme heutzutage leider sehr wenig in Betracht, Maschinen besorgen die Arbeit, und Kaufleute den Absatz der hergestellten Waren. Die Not- lage des Handwerkerstandes käme aber in erster Linie daher, daß die Handwerker uneinig, unorganisiert seien, es herrsche keine Solidarität wie z. B. im Arbeiterstand, der es deshalb Mon zu bedeutend besserer Lage gebracht habe. Leider erblickt der Handwerker neben sich nur Konkurrenten, keine Kollegen, vielem Uebelstande abhelfen könnten nur Werks- und Wirtlchaltsgeno,senschaften. Wie weit hätten es auch V B. die Landwirte gebracht, allen sei wohl noch der' Sieg der Landwirte vor einigen Jahren über die Kaliwerke und zrunfidungerfabriken erinnerlich Diese Werke Hätten eine Preissteigerung beabsichtigt, wären aber durch das entschlossene Auftreten der organisierten Landwirte gezwungen worden, von diesem Vorhaben abzustehen. In Deutschland gäbe es ungefähr eine Million selbständige Handwerker. Tie Errichtung von Genossensck,aften würde dem Handwerker die Lust und Liebe zu seinem Stand erhöhen und die materielle Lage würde sich verbessern Alsdann ging der Redner zur Erklärung der Genossenschaften und deren Ziele über. Er sagte, es müßten Handelsgesellschaften gebildet werden, eine Vereinigung der Handwerker, deren Mitgliederzahl unbeschränkt ist, und wo der Ein- nnd Austritt freiuüllig geschehen kann. An der Spitze einer solchen Genossenschaft steht der Vorstand, der mindestens zwei Mitglieder, besser mehr, umfaßt. Zur Kontrollierung der Thätigkeit des Vorstandes ist ein Aufsichtsrat zu bilden, der mindestens drei Mitglieder, besser ebenfalls deren mehr, zählt. Tie Generalversammlung der Genossenschaft hat den Geschäftsgang zu beschließen. Die Betriebsmittel werden durch Geschäftsanteile aufgebracht, die Höhe des einzuzahlenden Kapitals ist unbestimmt, und damit auch den minderbemittelten Handwerkern der Beitritt ermöglicht werde, tonne das Anteil in Monats-Raten von 10 Mk. eingezahlt werden. Eine solche Genossenschaft (m. b. H.) würde alsdann, so sagt der Redner, in das Handelsregister des Amtsgerichts eingetragen werden und die Rechte einer juristischen Person haben. Das Ziel der Handwerksgenossenschaft wäre, gemeinsam Rohstoffe einzukaufen, den Handwerker mit Kreditgewährung zu unterstützen, und die Errichtung von Maschinenhallen für alle Zweige des Handwerksstandes. Die Vorteile, die die schon jetzt bestehenden Genossenschaften erzielten, wären ganz enorm. So hätten die Frankfurter Handwerker, die der dortigen Genossenschaft angehören, z. B. allein beim Rohstoffeinkauf einen Gewinn von 25—30 pCt. Dieser große Vorteil wäre dadurch erzielt, daß die Genossenschaften direkt von der Fabrik in großen Mengen kaufen, was doch der einzelne Handwerker niemals erreichen könne. Auch die Errichtung der Maschinenhallen .hätte sich bewährt, alle Handwerker, die die Maschinen benutzen wollten, meldeten das an und mieteten für eine Stunde oder für einen halhen Tag die benötigte Maschine. Geld gehöre allerdings hierzu. Ter Staat hätte seine Beihilfe schon zugesagt, und wenn einmal die Handwerker- or^anisation so weit gediehen wäre, dann würde Staats- zuschuß ihr gewiß nicht fehlen. Frankfurt hätte vor drei Jahren eine Genossenschaft gegründet, die jetzt in hoher Blüte stände. Damals wären 120 Mitglieder beigetreten mit einem Gesamtgeschäftsanteil von nur 2000 Mk. Ter Preußische Staat hätte alsdann einen Zuschuß von 24 000 Mk. geleistet und im Nu wäre die Genossenschaft aufgeblüht. Jetzt, nach drei Jahren, zählte die Frankfurter Genossenschaft 700 Handwerker verschiedener Zweige mit einem Betriebskapital von 300 000 Mk. Aller Anfang wäre schwer, wäre aber einmal der Anfang gemacht, so würde bald wieder die Zeit kommen, wo der Handwerkerstand, wenn auch nicht den goldenen, so doch wenigstens den silbernen Boden wieder gewinnen würde. (Lebhafter Beifall.) Nach diesem interessanten Vortrag fand eine allgemeine Diskussion statt, die noch lange die Anwesenden zusammenhielt. In Kürze wird eine weitere Versammlung stattfinden, um die Vorberatung auszunehmen. ** In der Angelegenheit des parlamentarischen Abends zu Darmstadt hatten wir eine Meldung der „Wormser Ztg ' wiedergegeben, wonach das Durea i den Sozialdemokraten die Zusicherung gegeben habe, falls sie dem parlamentarischeri Abend anwohnen würden, keine höfischen Ovationen zuzrr- lassen. Ein Abgeordneter teilt jetzt der „Offenb. Ztg." mir, daß diese Meldung falsch ist. Auch der Abg. Reinhart hot unterdessen, wie wir bereits meldeten, als Mitglied des Bureaus der Zweiten Kammer der „Wormser Ztg." gc- chrieben, daß jene Mitteilung ihres Darmstädter Korrespondenten nicht zutreffe. Es wäre auch in der Thal verwunder tich gewesen, wenn sich aus den Kreisen der Abgeordneten eine Stimme gegen eine derartige Abmachung geregt hätte, falls dieselbe in der Kammer zur Mitteilung gelangt wäre. Vie vom „Offenb. Abendblatt" selbst mitgeteilte Thatsache, daß die „Genossen" sich erst dann zur Teilnahme entschlossen -ätten, nachdem ihnen vom Präsidenten Haas versichert worden ei, daß keine monarchischen Ovationen zu erwarten wären, wird rurch die vorgenannten Richtigstellungen allerdings nicht berührt. — (Anderseits meldet uns ein Mainzer Privattele gramm, daß nach der Sitzung am Tage des parlamentarischen Abends der Präsident die Abgeordneten zur Entgegen nähme einer Mitteilung zu bleiben gebeten habe. Die Gale- rieen seien geräumt worden. Sicherlich sei damals über dieses Thema verhandelt worden. Wir werden abzuwarten haben, in wie weit diese Meldung offizielle Bestätigung findet. — Aus Darmstadt wird uns geschrieben, daß der Präsident der Zweiten Kammer im Namen des Bureaus heute eine ausführliche Erklärung über den parlamentarischen Abend abgeben wollte. •* Für das Großh. Hoftheater zu Darmstadt war von der Regierung an die Zweite Kammer das Ansuchen gerichtet worden, 12000 Mk. zu bewilligen für einen Umbau. Die Gesamtkosten deS Umbaues, wie ec projektiert ist, sollen nach Angabe der bekannten Theaterbau Firma Fellner u. Helmei voraussichtlich betragen: 1. Für den Umbau deS Zuschauerhauses etwa 350 000 Mk. 2. Für den Umbau der Bühne mit Neben- rüumen, einschließlich hydraulischer Bühneu- etnrtchtung, etwa......... 250 000 „ 3. Für ZentralhetzungS- und Lüstungsanlage etwa............ 58000 „ zusammen 658 000 Mk. Hierbei ist angenommen, daß alle brauchbaren alten Bestandteile, wie BeleuchtuugSkörper, Sitze rc. wieder zur Verwendung gelangen. Ueber diese Angelegenheit ist von dem Finanzministerium eine Denkschrift ausgearbeitet worden, in der zur Frage, von wem die Kosten eines als notwendig anerkannten Theater Umbaues zu tragen sein würden, folgendes bemerkt wird: w$)ct Zivilliste deS Großherzogs Ludwig II. wurde seinerzeit fü> die Uebernahrne der baulichen Unterhaltung einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Hofgebäuden, die dem Großherzog zur Benutzung überlasten wurden, und bezüglich deren dem Staate die Baulaft in vollem Umfang oblag, ein Betrag von 5000 st. zugefügt. Dazu gehörte auch da» neue Hoftbeater. Dieses Verhältnis ist bei Vereinbarung aller folgenden Zivillisten erneuert worden. S. K. H. der Großherzog ist nach dieser Uebereinkunst zur baulichen Unterhaltung des Hoftheatertz verpflichtet, in dem Umfange, wie eine solche dem Nutznießer eines Gebäudes obliegt. Die vorerwähnte» Umbauarbeiten überschreiten zweifellos den Rahmen der Unterhaltungsarbeiten In erheblichem Maße, fallen also der Zivillist« nicht zur Last, wie denn auch die BrandverstcherungSdeiträge seitens der Staatskasse getragen werden. Nach Vorstehendem hätte die Staatskasse für die Koste» eines für notwendig erkannten Umbaues aufzukommen. Zieht man ferner r2D?9l?n0,t?ra^ 6iefer Umbau nicht allein in erster Linie wegen deS -L-chutzeS der Theaterbesucher für den Fall einer Panik oder eines Brandes und im Jntereffe erhöhterFeuersicherhrit vorgenommen werden muß, sondern auch zur Hebung der Einnahmen deS Theaters dienen :nd damit wieder dir Erhaltung des Großherzoglichen Hoftheater« in seiner Stellung alS erstes Kunstinstitut deS Lande« und alS eine angesehene Kunststätte unter den Theatern Deutschlands ermöglichen soll, so muß zugegeben werden, daß für die Durchführung deS Um« -aueS auch von diesem Gesichtspunkte aus die Inanspruchnahme de» StaatSkaste behufs Deckung der Kosten gerechtfertigt erscheint..... Zur vollständigen Klärung der Angelegenheit ist beabfichtigt, zunächst durch die mehrerwähnte Theaterbaufirma ein detailliertes Projekt über sämtliche erforderliche Umbauarbeiten, sowie einen speziellen Voranschlag hierzu ausarbeiten zu lassen, wozu nach vorläufiger Schätzung brr in Hauptvoranschlag 1901/02 eingestellte Betrag von 12,000 Mark gasreichen wird." Die Kammer hat diese Summe gestern gestrichen und der Regierung anheimgestellt, die Mittel aus dem Domänen Dispositionsfonds zu nehmen. *♦ Lich, 20. März. Sonntag, 24. März, nachmittags 3 Uhr, wird Regierungsbaumeister Zeller aus Darmstadt im Saale de» Gastwirts Stin „Zur Eisenbahn" im Auftrage des dortigen Ortsgewerbevereins einen Vortrag halten über das Thema „Die Unterhaltung öffentlicher Baudenkmäler, sowie die Rückkehr zum alten Fachwerkbaustyl in ländlichen Bezirken." Jedermann hat, wie man uns mitteilt, freien Zutritt. ES wäre erwünscht, wenn die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden die Interessenten auf diesen Vortrag aufmerksam machen würden. ? Münster bei Gießen, 21. März. Unsere Gemeinde hat in ihrem Basaltsteinbruch am sogen. Steines eine Klopfmaschine (Steinbrecher) aufgestellt, die in aller Kürze fertig und in Thätigkeit sein wird. Die Gemeinde liefert die Steine ium Walzen der Staatsstraße Lich—Laubach und für die Kreisstraße Ettingshausen—Harbach. ?? Ettingshausen, 21. März. Jeden Freitag abend 8 Uhr, während der Passionszeit, hält Pfarrer Wagner einen Gottesdienst ab, der immer stark besucht wird. § Von der mittleren Wetterau, 21. März. Dieser Tage durchzog ein junger Franzose, der nicht deutsch sprechen konnte, verschiedene Orte und offerierte Nadeln zum Verkauf. Er zeigte ein Schreiben vor, worin um Abnahme ge« beten wird. Da der arbeitskräftige Ausländer keine Legitimationsausweise bei sich haben soll, dürfte ihm behördlicherseits eventuell eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken sein. — Hie und da wird von Beamten darüber geklagt, daß sie Diäten für das bevorstehende Steuerjahr zur Veranlagung genau deklarieren müssen, die — obwohl schon im Vorjahre entstanden und rechtzeitig liquidiert — jetzt noch nicht ausbezahlt oder angewiesen worden seien. fo. Friedberg, 21. März. Der Dienstknecht Christian Dörr, geboren 21. Juli 1863 zu Flensungen, Kreis Alsfeld in Oberhessen, der, wie wir meldeten, vor Bad Nauheim das Wagenrad auf die Eiseubahnschienen gelegt, wurde gestern hier in einer Wirtschaft verhaftet. Man nimmt an, ^aß er bei seiner That weniger daran dachte, den Zug zum Entgleisen zu bringen, als das Rad, das er seinem früheren Dienstherrn, einem Wagnermeister, aus Rache für seine Entlassung gestohlen hatte, zermalmen zu lassen. Die Lokomotive hat das Rad zertrümmert und mit bis in die Station geschleift. Sch. Darmstadt, 21. März. Der Finanz Ausschuß der ersten Kammer der Landstände ist heute zu einer mehrtägigen Beratung zusammengetreten; es steht die Einberufung des Plenums der ersten Kammer für nächsten Donnerstag in Aussicht. § Darmstadt, 21. März. Montag 25. März findet im Gebäude der Großh. Centralstelle für die Gewerbe dahier eine Gesamtsitzung des Landwirtschaftsrats statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Festsetzung der Voran« 'chläge des Landwirtschaftsrats pro 1901/1902 und 1902/1903. Festsetzung des Gesamtvoranschlags über die Verwendung der Mittel zur Förderung der Viehzucht, owie des Obst« und Gemüsebaues pro 1901/1902 und und 1902/1903. Rechnungsablage über die LandeSaus« stellung. Beschickung der Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Halle 1901. Zoll« larif für Wein, Obst, Gemüse. Aufnahme der Ge« treidepreise deS Mainzer Fruchtmarktes in die Preis« Notierung des LandwirtschaftSralS. Veranstaltung von landwirtschaftlichen Studienreisen. Einführung einer ein« heitlichen landwirtschaftlichen Buchführung. Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Darmstadt, 22. März. Wie verlautet, hat Ministerialrat Braun einen glänzenden Antrag eines großen rheinischen Bankinstituts zur Uebernahme einer leitenden Stellung erhalten. Hoffentlich bleibt der tüchtige und beliebte Beamte unserem Staatsdienst erhalten. (N. H. Vbl.) Offenbach a. M., 20. März 1901. In unserer Nr. 62 wurde uns gemeldet, daß der Zahntechniker Krämer in Offenbach wegen eines an einem Dienstmädchen während einer Zahnoperation begangenen Sittlichkeitsverbrechens in Untersuchungshaft genommen, aber nach seiner ersten Vernehmung wieder entlassen worden sei. Rechtsanwalt D. Freund teilt uns jetzt namens de» Herrn M. Krämer mit, daß derselbe nicht in Untersuchungshaft war und laut Beschluffes der Staatsanwaltschaft zu Darmstadt vom 15. März 1901 das Verfahren gegen ihn eingestellt worden ist. Mainz, 21. März. Gestern nachmittag wurde an der Ingelheimer An abermals eine männliche Leiche geländet, die noch nicht lange im Waffer gelegen haben kann. Sie konnte bis jetzt nicht identifiziert werden, doch vermutet man, daß der Verstorbene mit Wiesbaden in engerer Beziehung stand. In seiner Tasche befanden sich Visitenkarten, die den Namen Kuhlemann-WieSbaden trugen, auch trug er noch andere Papiere bei sich, woraus hervorgeht, daß der Tote mit noch anderen in Wiesbaden wohnenden Personen in näherer Beziehung stand. — Die Stadtverordneten-versamm- lung genehmigte den Antrag des Oberbürgermeisters Dr. Äaßner, ihm den Eintritt in die Kommandit-Aktiengesell« schaft Christian Adalbert Kupferberg u. Co. zu gestatten. Mit der Stelle sind 10 bis 12 000 Mk. Gehalt verbunden. *♦ Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Die Gemeinde Isenburg hat mit Hofbankier Ferdinand Zander fr ® hfl - Durch SSÖfl s*-* bi! S-Mh«r Srwohnern tit eiufame v scheu ließ- -A and man nur schon zeigende Tod schon vo treten sei. * Taren 12 Hör erschoß einer Wirtschaft versuchte sodani schießen, traf ab, S-rroanbien, bei atmen unb Bei * DteSb1 Sunle! rourbi der Vorstellung ziehungen stau! bahn erschossen Revolver in eil Schüsse auf G. sich selbst, ohne üon ihrem fflan in dem Sönigl. einer der schonst rc schon mit ztve ♦ Eine a zahlte Scherz de schtuß dadurch gebäude thatsüc der Breslauer 9 zurück, den bi Jahren verübt bahn zwischen Land mit ganz sowie mit den tziegelhausen n vindung, welch wattiges Stein, wattigen Thorl mats geschlosst Heidelberger ri hehlten die h trauen wurde vracht, in be. die Briefe unb Verger Philister unterrichten, bet jlostamtszeitung Mer Allgme rdeisheit in kürzte auf die Erforschen, und o-e jenseitige S iffiin gedrängt v'neinkonnten, «oben, die U; Werten, fjinan °ben heran voll, arbeit gewesen' •Werte mehre Untäter sind Lomals ermittel gMen, welch ►Mre Anstrei iS ^konin te4" .. London Kx -'M Ä 'S Wtteih* d'! au plötzti^n Ochers ? "ra^ Nich { In» '"»«tete. •jKe h'bein | Heis-. . vr, l kn Sflft: Z'SL "S« unb beni Mntn irj- uachwit^ iu®Wibt Nn" nn Huf. Le“« Sortrag Wlicher Qu. WBanfiyr in aD uns mitfeilf, 1 SltßtmtifttT rtu auf bitftu Mttt ©tmtinbt "°es einr Slopf- “« «W fertig liefert bie Steine ch unb für die itag abends^ Wagner einen wirb. ■ Dieser Tage deutsch sprechen >eln zum Ber- m Abnahme ge> aber feine Legi- ihm behördlicher- zu schenken fein, m gefaßt, baß jahr zur Beran- bwohl schon im ert - jetzt noch en. tknccht Christian n, KreiS Alsfeld ab Nauheim ba8 v, würbe gestern 1 Man nimmt an, te, den Zug zum ■ feinem früheren ie für ftine r?n. Die Loko- I in die Station ijBW ^vc zu einet mehr- ; die (Einberufung en Donnerstag in . März findet im Gewerbe dahier ratS statt. A ng der Voran- ,1901/1902 nnb chlagS über bu >er Viehzo^. 1901/1902 unb . £anbeun«’ Uftellung btt xlle 1901. Zoll' uftahm?rr ted in die W lpdItnngDi)nIaB ibrung «ner «n ng, Atkärnpsuog 6irobe« ®I1M ff*««* Ibl.) . ir ben werden. Offerten sind bis zum 26. ds. Mts. auf dem Depot ein* hat am 14. Januar 1901 begonnen. Gießen, den 21. März 1901. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. A, wurde eingetragen: Das unter der Firma „Gebr. Scheel" zu Gießen betriebene Handelsgeschäft ist mit Ak-tven und Passiven auf Albert Scheel in Gießen und Heinrich Roth daselbst über- gegangen und wird von diesen als offene Handelsgesellschaft unter der seitherigen Firma weit-rgeführt. Die Gesellschaft Alle Arten 01054 Galikn-.Rchll-.KaumMle iowie Schaufel-, Hacken- u. Gabel- stiele wegen Aufgabe der Artikel bill. zu oert Ä. tgerth, Neustadt 71. 01058) Gut erdalt'nes Tourenrad und 2 alte Violinen billig zu vei kaufen Goetbeslr. 46, Atelier. 01048] Gut erhalt. Badeofen und leere Weinflaschen zu verkaufen. ffrantfurt-rvr. 4, prt Fabrikation alleiniges streng gewahrtes Geheimniss der Firma: MARKE. Gegründet 1846. Gegründet 1846. FABRIK- Anerkannt bester Bitterlikör! 1324 Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm O. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Aromatisch wohlschmeckend em ebenso angenehmes wie wohlthuendcs Getränk. Aut der Reise im Manöver, auf der Jagd besonders zu empfehlen. Bei Magenverstimmungen, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit etc. von vorzüglichster Wirkung. Ein Tbeelöffcl L'nderberg-Boone- kamp in einem Glase Zucker- oder Selterswasser giebt eine durststillende vortreffliche Limonade. Unentbehrlich für jede Familie! Man varlanga ausdrücklich: 'Önderb^rg'-Booneka.mp. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftratze 2. Angebot der Ardettneymer: 1 He zer, 1 Hausbursche, 1 Taglöhner, 1 Scdrerbgebilfe. Nachfrage der Ardeitgederr 1 tüchtiger Spengler, 1 Wagner, 1 Tapefi rer, welcher die Polsterei versteht, i B.rufchreiner, 1 Taufrau, 1 Hausmädchen. Lehrlinger 1 Buchbinder, 1 Kellner, 3 Schlaffer, 1 Schneider, 1 Bäcker, 2 Gloser. Gikftiikt Om«idas-Gchllslhilst. E. G. m. b. H. Freitag de« «V. März I. I., abends 8'/, Uhr: Henerat-Oersammtung im Cafs Bavaria (Feidel). TageS-Ordnunq: a) Geschäft »bericht. b) Wahl des Vorstandes und des Auffichtrrates. c) Allgemeines. Gießen, am 20. März 1901. 2257 Der Vorstand: _____________Ed Hanau. F. Helfrich. Jean Kirch. Freundliche Einladung zu den Evangelisation^ - Vorträgen von Donnerstag den 21. vis Sonntag den 31. März abends 8V2 Uhr, im Saate des Nromeuadeuhaufes (am Lalnthor). _______________________Vtntitt frei.__________________61056 Bürger-Gesellschaft. Samstag den LL. März: AbendUnterhaltung* in der Turnhalle des Turnvereins. 2252 Der Vorstand. Ein Gasherd, eine GaSlawpe, ein Ltehpult und ein ovaler Tisch zu ver- kaufen. Lvdwigstratze 24, 01046] Zwei Paar gut erhaltene Mädcherrfliesel billig zu verkaufen. Näheres W risch ft _______Aum Reiseonkel, I. 2242] En R-Yptnsch-r, 87t Jahre, reine Raffe, wachsam und treu, zu verkaufen. Frau DkUll» mann, Wetzlar-Bahnhof. llcrnrirtuniiei' 2 schöne, große Zimmer, Küche, Speisekammer und zwei Kämmerchen an ältere Dame oder ruhiges, kinderloses Ehepaar per 1. April ober später billig zu vermieten. LudwigSplatz 9, IV. Näh. Gutenbergstr. 80. 2245 1182] Der von Aug. Haßler seither innegehabte Kaden mit Mahnung ist anderweitig zu vermieten. Meine großen Lagerräume in der Wagengoffe, für jedeS Engrosgeschäft geeignet, per bald zu vermieten. A Pfeffer, Marktvlatz 6. Wietgeluche Qur Unterbringung von Bureaux -O werden 6 big 8 Räume in der Nähe der Bürgermeisterei auf mehrere Jahre zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote mit genauer Bezeichnung der Räume und Angabe des jährlichen MietspreiseS biS zum 1. April erbeten. Gießen, den 21. März 1901. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 2238 Offene Wellen Ber dem hiesigen städtischen Elektrizitätswerk sind die Stellen etneS ersten und eines zweiten Maschinisten durch gelernte Maschinenschlosser zu Anfang Mai zu besetzen. Bewerbungen nebst Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Gesundheitsbescheinigung u. Angabe der GehaltS- ansprüche sind bis zum 10. Aprrl bei mir einzureichen. 2258 Gießen, den 21. März 1901. Mecum, Bürgermeister. Eine gute Vertretung können Herren, welche Wirte besuchen, bekommen durch Absatz uns. allerbest. Bierpressions Reinigungsmittels »Eamoriui^. Groß Gon- sum, hoher Verdienst Mit Beginn der warmen Witterung besond. gut einzuführen, da Reinig, auf kaltem Wego geschieht. Bei größ. eig Bezügen geben auch Alleinverkauf Ebert»! i frankf. a. Solider Arbeiter gesucht. 2241 Alexander Mayer. Für ein vornehme- Sieeiame« Prachtwerk (VII. Jahrg.) werden. tüchtige Inseratkll-Agkutku sofort gegen hohe Provision gesucht. Offerten unter 2234 an die Erpedition d. Bl 30 bis 40 tüchtige Erdarbeiter für sofort gesucht. 01047 Zu melden bei Rüffing, An den Bahnhöfen 80 Anternehmer Weimer, °LKansbnrsüie7S oiooo________3M*ntr Kof. fanffraw oö.fcHfmäö^rn per sofort gesucht. Frau Carl Nowack, 2243_______SelterSweg 85, I. sLin tüchtiges, braves Dienst- vv mädcheu per sofort gesucht. Zkeflattfege 61. 1 Treppe [186T Stellen-Gesullie 01050] Suche für meinen Sohn, 17 Jahre alt, eine Lehrstelle cl8 Schlaffer, Kost und Logis im Hause. Off erbeten unter 0. D. 01010 an die Erved. d. Bl. Kapitalien ___________________'___________________- . • Darlohn fiteren Personen UtillCUU gegen Bürgschaft und Lebensversicherung koulantest und schnell. 1846 Offerten an Rudolf Moffe, Aaffek, unter F. C. 1018. 10000 Mk. gran kwL Stelle gesucht. Offerten gnt 01021 an die Expedition erbeten Weisszengnäherin nimmt noch Ounbep in und außer dem Hause an. 0989 NäbereS in der Erved. d. Bl. ©arten in der Marburgerflr. zu verpachten.__Marburgerstr. S7. «X>ÖO«> 01051] Allen unseren Bekannten und Gästen nachträglich rill herrliches lcbkivohl! G Kasparbauer mit Familie. Sti-fmokes Technikum Limbacbs* Maschiaeihi Elektrotechnik. Hach- end Tiefbau Staatliche Aufilcht Progr. keeteelos. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Aittlo; für den Anzeigenteil. pan8 Beck. — Drnck und Berlaq der Brübl scheu Umverkitätr.Bnch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. -ft. gftdetfi- LÄ« werden bt N«S-chsil'N. K-ife* und „ TlJ golistunb' ^»lchenilich b, ^»tNu'ienI fletr: Werl Das Grv! an dle Wroßl Lmdeo 3« Sani bestltllöeS des f ffirbi MM welchen das D Sewrillden, ein werden. Äaf Ersllch wir Sie, die Zc welche den W znr Pferde-Au- Seite 541) gefi Sie bis 10. A] Da zur L zengbefitzer mit ist, empfehlen 1 zustcllen, damit rungen zu wah 8etr.: Anfpri 1890 bei B Das Gw co bit Gtt Lie Großh lasche Erledigun bti BranMeu an die Laude Formular herc «nfirem Besttzk rintretenden F ^llzeige-Formu verwenden zu: M bringe Nre SmtSläum oefinden. DieAntt- nachmittags 2 bi ließen, ?< P Ä'i fr $a,et‘et -- Ufr Th "®,n Tdi», *6’ da» Di». . ~ «Ä I* ü's? aoe an 9 A°Ur, ' 8|i db Hit tz^breq