Nr. 301 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 22. Dezember 1901 Erscheint täglich mü Ausnahme des Montags. Die Eichener Zamilien. blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: GietzenerAiMiger ™ General-Anzeiger w ** iehen Annahme von Lnzetae« au der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt- lungsstellen deS In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 13 Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen UnwersitätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Bekanntmachung. Betr.: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schul- zeugniffe die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam genracht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne weiteres zurückgegeben werden. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungß-Kom- Mission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Grohherzogtum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre und muff spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgcsucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Ter Nachweis- der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. (Wenn z. B. mit Rücksicht auf das Lebensalter die Einreichung des Gesuches nicht weiter hinausgcschobcn, das vorschriftsmäßige Schulzeugnis aber erst am Schlüsse^des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugnis bis 1. April nachfolgen werde. L. Tas Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Aktenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adreffe anzugeben. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilstands-Register, nicht Taufschein). b) Tie Einwilligung des gesetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für die Dauer des einjährigen Dienstes die Sxoftcit des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung von dem Bewerber getragen werden sollen; statt dieser Erklärung genügt die Erklärung des geschlichen Vertreters oder eines Dritten, daß er sich dem Bc- werber gegenüber zur Tragung der bezeichneten Kosten verpflichte rind daß, soweit die Kosten von der Mili- tärverwaltung bestritten werden, er sich dieser gegen- übcr für die Ersatzpflicht des Bewerbers als Sclbst- schuldncr verbürge. Die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters und des Tritten, sowie die Fähigkeit des Bewerbers, des gesetzlichen Vertreters oder des Tritten zur Bestreitung der Kosten ist obrigkeitlich zu bescheinigen, lleber- r.imtnt der gesetzliche Vertreter oder der Tritte die in vorstchendein Absätze bezeichneten Verbindlichkeiten, so bedarf seine Erklärung, sofern er nicht schon kraft des Gesetzes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet ist, der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung : c) ein Unbefcholteuheitszeuguis, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober- Realschulen', Progymnasien, Realschulen, Realpro- gynmasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen Militärberechtigten Anstalten) durch den Direktor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d) das Schnlzeugnis. Sodann wird noch besonders bemertt: zu poe. d) daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämtlich nach Muster 18 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Ncg.-Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen. Im übrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Grotzh. Prüfungs-Kommission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorsitzende: Wick. Bekanntmachung. Tie Benutzung des Cchwcincmarktplatzes und verschiedener anderer Plätze zur Förderung des in der Lahn gewonnenen Eises soll für den lausenden Winter Samstag den 21. Dezember, vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 18. Tczcmbcr 1901. 8271 Großherzogkiche Bürgermeisterei Gießen. _______________________________ M c c ii m. _______________________ _ Bekanntmachung, betreffend: Die Erhebung des Octrois von Getränken in der Provinzial-Hanptstadt Gießen. Nach Beschluß der Stadtverordneten-Bersanunlung wird mit Genehmigung Grosch. Ministeriums des Innern die Erhebung des Octrois von sämtlichen Getränken vom 1. Januar 1902 ab den städtischen Octroihebestellen überwiesen. Tic von auswärts eingesührten oetroipflichtigcn Getränke sind daher vom genannten Zeitpunkte ab wie die übrigen octroi- pslrchtigen Gegenstände von den Einbringern an derjenigen Oclroi- hebestelle, an welche sie zuerst gelangen, oder welche der Behausung, in ivelche das Getränk eingesührl werden soll, zunächst liegt, anzumclden und sofort zu versteuern. Tie mit der Eisenbahn eingehenden oetroipflichtigen Getränke sind sofort bei der Eitrfuhr vom Bahnhose in die Stadt von den Empfängern oder deren Beauslragten (Spediteuren,Tienstmännern, Tienslboten u. dcrgl.) an den Hebestellen Celterslhor oder Ncu- städterthor anzumelden und zu versteuern. Kann die zu versteuernde Cache bei der Einfuhr nicht nach Art und Menge genau angegeben werden, so erhält der Einbringer einen Transportschein, welcher vom Empfänger binnen 2 Tagen unter Vorlage der betreffenden Frachtbriefe, Faßlislen, Rechnungen n. dcrgl. zwecks Feststellung der alsbald zu entrichtenden Abgaben an derjenigen HcbesteUe, welche den Transporlschein ausstellte, einzureichen ist. Bei verspäteter Vorlage der Transportscheine und bei verspäteter Zahlung der "Abgabe tritt wie seither Ordnungsstrafe von 1 bis 5 Mark gegen den Empfänger ein. Von dem im Oelroigcbiete hergestellten Branntwein und Bier wird das Octroi aus Grund der von Großh. Hauptsteueramt Gießen geführten Bücher rind Ncgistcr nach Ablaris eines jeden Kalender-Vierteljahres durch den Oetroi-Inspettor festgesetzt und zur Erhebung an die von uns bestimmte Octroihcbestelle überwiesen. Tas von den Wei,i° und Obstwein-Produzenten, den Wein- rnid Bräunt,veiii-Großhändlern zu entrichtende Octroi wird ebenfalls drirch den Octroi-Inspektor auf Grrmd der bestehenden Bestimmungen noch vorheriger Kontrollierung der hergestellten Mengen oder nach vorheri^r Prüfung der cingcreichten Buchauszüge über den Verkauf innerhalb des Octroigebietes festgesetzt und zur Erhebung an die von uns bestimmte Octroihebeftelle überwiesen. Gießen, den 18. Dezember 1901. 8268 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ________________________F. V.: Wolff.________________________ Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur ösfcnllichcn Kenntnis gebracht, daß Sonntag ben 22. und Mittwoch den 25. d. Mts., vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, im Wcihnachts- vcrkehr cintrcffende AuSlandsscndungcn in unseren Geschäftsräumen zollamtlich abgesertigt werden können. Gießen, den 21. Dezember 1901. 8285 Großherzogliches Hauptsteueramt. Weissenbru ch. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Stadt Grimberg für das Fahr 1902/03 liegt vom 23. Dezember 1. Js. ab acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgcr- meisterei-Büreau dahier offen. Grün berg, den 19. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer, 8287 e volle Schuld an dem Nichtzustande- messe. Es würde den Wünschen und fett bezw. Unthätigkeit der Regierung m die Erste Kammer den Antrag ihres g-Büdingen zieht hierauf seinen An- zu Hernsheim wünscht eine andere nenden Standpunktes der Ersten Kammer wat Michel bittet, dem Antrag auf enthalbahn nur zur Zeit keine Folge tliegern an der projektierten Bahn doch bzuschneiden. g findet dann der Ausschußantrag An- noch auf der Tagesordnung stehenden 2 Kammer ohne Debatte den Beschlüssen ei; die Regierungsvorlage betr. Staats- x und Oldenburg wegen Vertriebes der adcslotterie in Oldenburg findet gleich- sine. f) das Haus auf unbestimmte Zeit. ng 11 Uhr._________________________ sche Tagesschau. ie Kunstrede des Kaisers (oben und von unserem eigenen Standen, liegen nur wenige Preßsttmmen eundliche Berliner „Germania" denkt h daraus Kapital zu schlagen. Sie Icoderne feindliche Stelle hervor und daß der Kaiser die „sogenannten en und Strömungen" in der Kunst ers erfreulich aber, daß er von der solle „mithelsen, erzieherisch auf das sie solle „auch den unteren Ständen nd Arbeit die Möglichkeit geben, sich teber aufzurichten". Der Kaiser Wilk n, „die erhebt, statt daß sie in den t". Diele Worte des Kaisers enthalten .g an die ganze deutsche Kunst und die berufen sind, mitzuhelfen, daß ch auf das Volk einwirke, aber auch die Kunst in den „Rinnstein" der niedersteige. Die Erinnerung an die gt sich hier unwillkürlich auf, und on über diese Kaiserrede wird wohl egenheit bieten, diese'Gedanken weiter ’yC freundlichen Parteien denkt die wenn sie schreibt: at über Kunst, Kunstübung und Kunsv- :sönliche Ansicht ausgesprochen. Tie n zu gleichen Auffassungen bekennen, t zujubeln." lieber die andere Partei t: „Die anders meinenden werden den sein." • r r.", der sich stets sehr gemäßigt iesem Fall offen aus, daß die der der Jachenau, jenem einsamen Wald- gries am Jnnflusse nach dem Walchen- schönes Radelthal — teils auf dem 'pielt und das Publikum sehr zu bebte Kunst durch die Bauerndarsteller t Seen gewinnt, habe ich schon in 'esprechungen der Schlierseer Abende m, unbewußt und unbeabsichtigt, auf bei, dem Realismus in der Kunst t, indem sie uns Volksszenen bieten, wch eine vortreffliche, ja mustergiltige .ändlichcn Sitten und Gebräuche unoer- nmen, wenn die Daxsteller sich so recht : Beziehung erinnern sie an die ver- luv ia) Mw oocy Oie sw eie Stimmung, die die Tegernseer wachrufen selbst mit einer so beinahe grotesken Symbolik und so erz-hausbackenen Moral. Man sieht auch aus diesem Erfolg der Tegernseer so etwas von großdeutscher Brüderlichkett. Die gute Darstellung trug zu dem Erfolg wieder wesentlich bei. Die Sklavenmoral Petrucchios gegenüber dem schönen Geschlecht kommt in dem Stück der wandernden Komödienspieler von Tegernsee in der Person des Flosser- Martl von Lenggries zur Geltung, freilich lange nicht in der rücksichtslosen Weise Shakespeares, immerhin aber in eindrucksvoller Weise, und für die richtige Wirkungder Zähmungskur ist Martls überlegene Kraft — dies Wort in seiner Bedeutung nach allen Richtungen hin genommen — erste und unentbehrliche Vorbedingung. Nirgends darf sein Gebahren den Eindruck von Brutalität hervorbringen. H'tet|ter der Kindererziehung, wurde von Herrn Moser brillant bargestellt, am amüsantesten in ber Rauschszene, bie ein kleines Kabinetstück war. Die Kreszenz ber Hanni Bergmoser mit ihrer Jugendgeschichte und ihrer aus eigenen Erfahrungen schöpfenden Lebensweisheit bildete den Chorus des Liebes- bramas und zwar in einem etwas prebigerhaften Tone. Aber sie gab doch einen wirksamen Kontrast zu ihrem taprigen Bruber und ihrer fuchsteufelswilden Nichte. Resl Einöds- hofer hatte sich gestern entsitzebutzelt und war ein putziges, busserliges Puffelchen. Einige Genresiguren, ber prächtige Hausierer des Edi Hartl mit seinem Geschäftseifer und seiner weibisch-sächsischen Schwatzhaftigkeit, ber ländliche Medizinalrat, ber Bader bes Beni Glas, der das Kunststück fertig bringt, daß einer seiner Patienten, der eine Flasche Jod austrinkt, nun tagelang jod—eit, ber Hallobri deS Fritz Fuchs 2C. rc. vervollständigten bas alpenibyllrsche Gesamtbild ber 2 haben dieselbe Andacht zum Unbe» n für eine belebte Bühne und ebenso ilere, Gerätschaften. Aber sie müffen . , _ z , , ,c Kunst verschwinden, wenn sie nicht von der ewigen Wiedergabe ihrer Normalstücke sich abroertben unb einem wirklichen Dichter bas Wort abtreten. In ihrer Mittelposition sind die Bauerndarsteller freundlicherer, ja ber freundlichsten Teilnahme wert. Schule für andere zum Los- reißen aus den heimischen Verhältnissen und zum Losreisen auf Gastspiele dürfen sie aber nicht mehr machen. Das wäre ein Unheil, nicht allein für die Kunst! Mit ihnen unb ben Schlierseern ist es wahrlich genug! P. W. — Die „Amberger Volksztg " meldet: Seminarpräfekt Dr. Beck fand in ber Provinzialbibliothek einen größeren Teil des Manuskriptes be§ Epos „Parsival" von Wolfram v. Esch en b ach. Das Manuskript diente seither als Buchumschlag und entstammt wahrscheinlich dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts. Das Sanatorium Kinder -Krankenpensionat für erholungsbedürftige und kranke „Emma-Heim“ Kinder besserer Stände in Bad-Nauheim ist Sommer und Winter geöffnet. SanitätSial Öl’. Danksagung Jamikie ( Beilage zum Gießener Anzeiger Gießen, den 19. Dezember 1! Kaufmännische D) edtffbt bei 8300 Kaufmann l. |Uf’llBürfltl Mitglieder mit ihren Damen sind Gegenstände zur Verlosung nimmt de gegen, eventl. sind solche abends mitzu Ernst 11 Mä Allein-Verkauf und Niederlage von Edler & Krische Hannover pavfiimevien TorleLte-Artikel Adsls Bieler, Drogerie, Matttstr. 5 Hießen. Samstag to 21. Dgember 1901 im Bereinshause NenhtiteniiPc Colliers, Muffen un von den billigsten bis zu empfiehlt in größter Au J. Kaan jr., XasfaiMbckt f; Sonntag den 22. Dezember, an, findet in der Turnhalle, Steinst. WeihnachLsf des Kaufmann. Leh statt, wozu die Mitglieder des kaufmö Schüler der kaufmännischen Fachschule, und Angehörigen hierdurch steundlichst 8290 Aus Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Auz." gestattet.) Gießen, den 20. Dezember 1901. ** Prüfungen im Finanzfach. Die Gesuche um Zulassung zu den am Donnerstag, den 3. April 1902, in Darmstadt beginnenden allgemeinen Prüfungen im Finanzfach und in den technischen Fächern, sowie zu der speziellen Prüfung der 1. Kategorie des Finanzfaches sind mit den verordnungsmäßig vorgeschriebenen Bescheinigungen und Anlagen bei der „Gvoßh. Prüfungs-Kommission für das Finanz- und technische Fach," bis spätestens den 30. Dezember d- I, unter Beobachtung der gesetzlichen Stempelvorfchriften einzureichen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß zu der speziellen Prüfung nur solche Kandidaten zugelassen werden können, welche am Tage des Beginnes der Prüfung das 20. Lebensjahr zurügckelegt haben- ** Erhöhung der Druckpreise. Ter Hauptvorstand des deutschen Buchdrucker-Vereins in Leipzig veröffentlicht eine Bekanntmachung, in der es heißt: „Im deutschen Buchdruckgewerbe tritt mit dem 1. Januar 1902 eine neue Lohn Vereinbarung zwischen den Buchdruckereibesitzern und ihren Gehilfen in Kraft, welche infolge der gesteigerten Preise der Lebensbedürfnisse nicht zu umgehen war. Durch diese Lohnsteigerung, sowie durch die allgemeine Verteuerung der Produktionskosten, die sich in den letztverflossencn Jahren auch im Buchdruckgewerbe geltend gemacht hat, sehen sich die deutschen Buchdruckereibesitzer in die Notwendigkeit versetzt, eine entsprechende Erhöhung der Druck preise eintreten zu lassen, um ihre Geschäfte auch fernerhin auf solider Grundlage erhalten zu können. Indern wir den verehrlichen Auftraggebern des Buchdruckgewerbes dies hiermit anzeigen, weisen wir gleichzeitig und ausdrücklich darauf hin, daß diese Preiserhöhung im ganzen deutschen Reiche und in allen Buchdruckereien notwendigerweise eintreten muß, die ihren Arbeitern dasjenige zukommen lassen wollen, was zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart und festgestellt worden ist, und was allgemein als recht und billig anerkannt wird. Wir richten an die geehrten Auftraggeber des Buchdruckgewerbes die höfliche Bitte, die von jedem einzelnen Buchdruckereibesitzer nur in den notwendigsten Grenzen zu haltende Preiserhöhung bewilligen zu wollen, um nach ihrem Teil mit dazu beitragen zu helfen, daß das Gewerbe seine im heutigen Konkurrenzkämpfe ohnehin stark gefährdete solide Grundlage zu erhalten und die mit den Arbeitern auf Treu und Glauben getroffenen Vereinbarungen zu erfüllen vermag." — Der Vorstand hat das Maß der notwendigen Erhöhungen auf 10 Prozent festgesetzt und beschlossen, für deren Durchführung mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln einzutreten. fc. Worms, 18. Dez. In der Schleifmühle an der Mainzer Chaussee, Gemarkung Worms-Neuhausen, entstand in der vergangenen Nacht aus bisher unbekannter Ursache Feuer. Das Mühlengebäude mit der daran befindlichen Wohnung brannte vollständig aus, dagegen blieben Scheuer, Stall und Maschinengebäude unversehrt. Der Schaden ist groß. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Vei innigsten Dank. Ein wirklich natürliches kohlensair Germania-B Schwalheim in He Garantiert rein natürliche Quellenfi und ohne Ausscheide Hervorragendstes Gesundheits- Slaupt-Nlederlage in G Jean Weisel, Sonnenstrass Fr. Dörr hat um Ueberlassung eines Lagerplatzes on der Margarethenhütte nachgesucht. Tas Gesuch wird genehmigt, die Pacht auf 25 Pfg. pro Quadratmeter festgesetzt. — Dem Entwurf einer Instruktion für -en Platzwärter an der Margarethenhütte stimmt die Versammlung zu. Stadtv. Heichelheim empfiehlt entsprechend dem Vorgehen anderer Städte Bekanntgabe der h ie s i g en M är kte durch Plakate in den umliegenden Orten, auch dann, wenn infolge Ausbruchs von Seuchen die Viehmärkte ausfallen und nur Krämermärkte stattfinden. — Die Stadtv. Schwall und Hanau sprechen sich für die Bekanntgabe im Sinne des Stadtv. Heichelheim aus. — Bürgermeister Mecum verspricht, nachdem Beig. Wolff die bisher übliche Bekanntgabe durch eine Anzahl auswärtiger Blätter mitgeteilt, im Sinne des Heichelheim'schen Vorschlags probeweise vorzugeben. An dem Gesuch! oes Wilh. Fische r, um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Lenz'schen Felsenkeller wird die Be- dürfnisfrage bejaht. Sitzung der Stadtverordneten. 19. Dezember 1901. Anwesend,: Bürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, die Stadtverordneten Emmelms, Euler, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gaffky, Hanau, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Leib, Löber, Orbig, Petri, Schiele, Schm all und Wallenfels. Entschuldigt: die Stadtv. Brück, Faber, Haubach, Heyligenstaedt, Krumm, Loos und D-r. Schäfer. Betreffs des vor kurzem gefaßten Beschlusses über die Erhebung des Oktrois auf von auswärts eingeführte Getränke teilt Beig. Wolff mit, daß Gvoßh. Ministerium der Bürgermeisterei die Ermächtigung erteilt habe, bekannt zu geben, daß vom 1. Januar 1902 das bez. Octroi von den städtischen Erhebstellen erhoben wird. Zu dem Gesuch des Aug. Scheppelmann um Erlaubnis zum Banen im Großen Steinweg wird Befürwortung des Dispenses bezügl. Ueberschreitung der zulässigen Höhe für einen au dem betr. Gebäude anzubringenden Giebel beschlossen. Bezüglich der Gesuche der Gebr. Zutt um Erlaubnis zur Erbauung zweier Wohnhäuser in der Verlängerung des Asterwegs erfolgt Befürwortung des wegen Bauens außerhalb des Bebauungsplanes und Ausführung eines Stockwerks in Fach werk erforderlichen Dispenses. Zum Ausbau der Straße „Mi11elwe g" ist Austausch -ib Ankauf kleiner Geländeslächen nötig. Die über den ..stausch mit Gg. Bichler und Lio uisSpieß gefertigten Verträge, sowie der Kaufvertrag mit Friede. Klin kel werden genehmigt. Stadtv. H uhn fragt an, wie es mit der Revision der allgemeinen Bauordnung stehe, bezw. ob nicht ein Weg gegeben sei, um über die vielen Dispensgesuche der Bau- -ustigen Hinwegzukommen, etwa durch einen Anhang zum Or-sbaustarut. Bürgermeister Mecum erklärt, daß die Sacke noch wie früher stehe; die Beschlüsse, die s. Z. die Städtcvertreter über die Aenderung der Bauordnung ge- faßt,-seien dem Ministerium unterbreitet worden. Der p s ychi a tris che u Klinik wurde vor etwa Jahresfrist ein Stück Gelände pachtweise überlassen, um für die ungefährlichen Insassen der Klinik einen Spazierweg im Freien anzulegen. Infolge Anlage eines Gartens ist die Verlegung des betr. Weges und damit eine Verlängerung desselben nötig geworden. Die Versammlung stimmt der Erweiterung des Pachtvertrags und Erhöhung der Pacht von 2 auf 3 Mk. jährlich zu. Dem Gesuch des Garnifonlazaretts um pachtweise Ueberlassung von Gelände für eine etwa bei Annäherung oder Ausbruch der Pest zu errichtende zweite Baracke zur Unterbringung pestverdächtiger Personen, stimmt die Versammlung zu. Tie 307 Mk. betragende Rechnung über vor Beginn der Renovierungsarbeiten im alten Regierungsgebäude ausgeführte Tagelohn- rc. Arbeiten wird genehmigt, desgl. eine Rechnung über 543 Mk. für freihändig vergebene Erd- und Maurerarbeiten beim Ausbau des G r oßen Stein Wegs, sowie eine Rechnung über 363 Mk. für J)cu Verputz des Polizeigebäudes. .Das zur Verbreiterung der Ro dHeimerstraße erforderliche Gelände haben die Anlieger abzutreten sich bereit erklärt. Oekonom Troß beabsichtigt, die Graben- böschung schon jetzt aufzufüllen, um mit der Anlage und Einfriedigung eines Gartens beginnen zu können. Die dafür zu gewährende Vergütung soll später festgesetzt werden. Bon den sechs für die an der Hammstraße errichteten Sckuibaracken nötigen Oefen sollen drei den vorhandenen Beständen entnommen, die übrigen drei neu beschafft werden, wofür einschließlich der Aufstellung und des Zubehörs 798 Mk. bewilligt werden. Auf Anregung des Stadtv. Euler soll bei hiesigen Finnen angefragt werden, ob sie die Oefen zu Originalpreisen liefern können. dluf die im Einverständnis mit der Baudeputation veröffentlichte Bekanntmachung betr. Notstandsavb eiten haben sich am Mittwoch früh 20, ain Donnerstag 8 Arbeitslos gemeldet. Bürgermeister Mecum wird nach Einstellung der NotstandIarbeiten Mitteilung darüber machen, toie hoch sich die Kosten der Arbeiten im Vergleich zu den durch einen Unternehmer ausgeführten belaufen werden. Liebigstrasse 37, in schöner Lage Gießens, sind 3 Siebenzimmer-Wobnungen mit Bad, Balkon und allen Bequemlichkeiten der Neuzeit ausgestattet, neosl großem Garten per 1. April 1902 oder früher zu vermieten. 9101). Bleichstraße 11, p. 8056 8221) Kleine Mansardenwohn- Veibchis-Peis der Sonntag den 22. Dezember 1901, abends 772 Uhr, auf dem Lenz'schen Felsenketter. Freunde des Vereins sind willkommen. 8288 Der Borstand. Verein Jugendfreund Unsere diesjährige Weihnachts-Bescherung sind et Sonntag den 22. Dezember, abends 6 Uhr, in der Turnhalle der höheren Töchterschule statt, und laden wir hierzu unsere Mitglieder,