Nr. S23 Drittes Blatt 151. Jahrgang Sonntag 22. September 1901 fi-Bss in IP KP n PT 21 Hir l (I PT »ss SS V/WVIIV1WV1 UlljvlUVl » 0C^e9t* AAt* WX Rotationsdruck u. Ver- Redaktion, Expedüion Vzvllvl-Ul* *111'ivlllvl' lag der Brühl'schen und Druckerei: v UniversitätS - Druckerei ZM Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen sSs Der Nebel sinkt, die Gegend wird klar. Bald sieht man Reiterscharen den Gleiberg Heraufziehen, Fahnen wehen, Trompeten erschallen. Unter dem Schutze des Nebels hatte man unbemerkt von dem Turmwächter Wurfmaschinen vor der Burg auffahren lassen, die einen Hagel von Steinen gegen die Zinnen des Turmes schleuderten. Auf angelegten Leitern erklimmt die feindliche Mannschaft die Mauern, und ehe sich der Graf von seinem Schrecken erholen konnte und nachdachte, wessen Banner die feindliche Schar folge, hatte der Fähnrich die Reichsfahne auf der Burgmauer aufgepflanzt. Den gewaltigen Wurfmaschinen können die schweren Burgthore nicht stand halten. Vergebens ist der Widerstand der schwachen Burgbesatzung, und bald strömt zum Burgthor herein eine Schar Ritter und Reisige, voran der junge König, über dessen Jugend Graf Hermann stets gespottet. Staunend und sprachlos steht der Burgherr da vor dem vermeintlichen Knaben. „Herr Gras", so redet der junge König den Erstaunten spöttisch an, „ich habe mich nur von Eurem Groll überzeugen wollen, den Ihr gegen mich hegt, weil man mich zum König gewählt. Euer Leben will ich Euch schenken, streckt die Waffen und folgt mir in die Acht!" Was half da Widerstand? Schweigend folgte Graf Hermann in die Haft, in der er Zeit hatte, nachzudenken, daß Thatkraft oft auch der Jugend innewohnt. Gleiberg blieb von dem Gegner besetzt. Als Hermann sich ver^bnlich zeigte, und versprach, aus Seite des jungen Königs zu treten, wurde er aus der Haft entlassen und die Burg ihm wieder zurückgegeben. * * Von einem Leser unseres Blattes wird uns folgendes nette, im oberhessischen Dialekt geschriebene Gedichtchen freundlichst zur Verfügung gesiebt! D's nau Schulhaus. E Schulhaus hun m’r, doaß eas wuhr, Deas; eas bewuruenswirdia. Goar lang schund hott m'rsch ohgefange, Etzt eas aach beinah firdig. Zwa naue Schulsäl wurnerschie, M'r ärwed joah noach druff ean druff, Die Leut bleiwe uff de Gasse stieh, Ean schbearn do Maul ean Aage uff. E Drebb meat Gelender huch ean bräht, Täi fihrt bis ean dreatte Stoack, Daß do sich aach goaut jed Keand droh läht Wann morsens reust die Gloack. Eam zwäte Stoock, doa eas e Stubb, Ihr gläbt. doas »ihr e klee, To solle Bicher ean Koarte enean, Fir die Schul oawer fir die Gcmee. Eam dreatte Stoack seih aach zwo Stuwwe, Vo do kamm'r sehe die Nonn, Toach gläw eich, d's eene inner d'm Dach, Toas kräit bei Noacht kah Sonn. mag, daß in den Kreisen der französischen Exportkaufleute verhältnismäßig geringe Begeisterung für das Russenbündnis anzutreffen ist. . Die russische Regierung zeigt sich indessen letzt bereit, einem langgehegten und oft geäußerten Wunsch der französischen Weinproduzenten nach Zollerleichterung zu entsprechen, worüber die Staatsleiter in Parrs so entzückt sind, daß sie eine Gegenleistung in Gestalt von Zollvergünstigungen auf russisches Petroleum anbieten — ein für Rußland höchst gewinnbringender Handel. Der Leidtragende bei der Sache wird die nordamerikaniM Union resp. der dortige Petroleumring sein, dessen Dampfer in erster Reihe und zumeist von Havre aus, Frankreich bisher mit dem Brennstoff versorgten. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß in der letzten Reichstagssession von dem konservativen Führer Abg. Graf Kauitz der.Bevorzugung des russischen Petroleums vor dem amerikanischen gleichfalls lebhaft das Wort geredet wurde. Feuilleton. (Nachdruck verboten.) Erstürmmg -es Gleibergs durch Heinrich V. (1103). Auf seiner Burg zu Gleiberg stand an eine Fensternische gelehnt, sinnend ins Lahnthal schauend, Graf Hermann. Gedanken voll Unmut durchziehen seine Seele. Im deutschen Reiche siehts gar übel aus, überall Aufruhr und Erhebung gegen des Reiches Oberhaupt von Fürst und Volk. Ter alte Kaiser Heinrich IV., auf dessen Seite er in der Schlacht an der Unstrut (1075) siegreich gekämpft, steht heute von den Großen des Reiches verlassen da. Nur ivenige Getreue sind ihm geblieben; treu halten zu ihm nur die Städte. Man hat des Kaisers Sohn zum römischen König gewählt. „Nimmer soll es geschehen", stößt zornig der Graf aus, „daß, das Reich von einem Jüngling, einem Knaben, regiert wird. Morgen entbiete ich den Heerbann; die Fehde ist bereits angesagt. Der Hilfe der G-rafen des Lahngaus bin ich sicher; Nassau-Äeilburg, Kassau-Dillenburg hat bereits zugesagt. Wir werden des Men Kaisers Glück versuchen; nein, einem Knaben, einem Empörer, gehorchen wir nicht!" Die Sonne brach durch den dichten, grauen Nebel, bet sich über das Lahnthal gelegt, und allmählich erschien tos Bild der Gegend. „Doch, halt! was ist das? Mich lfünkt", so rief der Graf, „ich sehe dort ein Zeltlager".! Danzig und Dünkirchen. Kaiser Nikolaus ist eine vielumworbene Persönlichkeit. Es mag in seinem Leben Momente geben, in denen er sich, wenn auch nicht als Herrn der Welt, so doch als den obersten Schiedsrichter in allen internationalen Fragen betrachtet, und er hat das Recht zu solchem Selbstbewußtsein nicht erlangt, weil etwa die militärischen und wirtschaftlichen Hilbsmittel seines ausgedehnten Reiches ihm die Ueberlegenheit über die anderen Mächte sichern, sondern weil eine kluge und geschickte Ausnutzung der bestehenden Gegensätze ihm die Möglichkeit bietet, stets das entscheidende Gewicht in die Wagschale zu legen. Die Eroberung der Mandschurei kann als das klassische Beispiel für eine Politik gelten, die ruhig den Raub heim trägt, während die andern erbittert sich streiten. Zar Nikolaus ist von Danzig nach Dünkirchen gegangen. Gr hat damit der Welt den Beweis erbracht, daß die enthusiastische Einseitigkeit des Galliertums im kühlenNorden keine Stätte findet, daß man sich hier nicht von heißen Empfindungen, sondern lediglich von kühlen Erwägungen leiten läßt, und daß man das eigene Interesse höher stellt, als alle Sentimentalitäten. Trifft überdies die Mitteilung zu, die in glaubwürdiger Form verbreitet wird, daß ursprünglich nur ein Besuch in Danzig geplant war, daß man sich zu der Fahrt nach Dünkirchen eust auf die dringenden Vorstellungen hin entschloß, die seitens der ftanzösischen Regierung beim Zaren erhoben wurden, so muh sich oer Eindruck immer mehr befestigen, daß dieser Besuch eher einer innerpolitischen Notwendigkeit Frankreichs, als einem internationalen Bedürfnis Rußlands entspricht. Waldeck- Rousseau und feine Leute wären von dem Sturm der Nationalisten hinweggefegt, und selbst die Stellung des ^Präsidenten Loubet wäre schwer erschüttert worden, wenn Zar Nikolaus ungerührt dem Lande Ludwigs 'des Heiligen ferngeblieben wäre. Und es kann gerade jetzt -ivo sich im Südosten Europas allerlei neue Dinge vorbe- ceiten ,wo überdies in Asien noch immer die letzten Entscheidungen ausstehen, den Russen nicht daran gelegen sein, ■>ie Kraft und die Autorität des offiziellen Frankreichs s)U schwächen. Man will überdies in Petersburg vermeiden, daß die so überaus bequeme, an Verehrung grenzende Freundschaft der Franzosen sich in allzu hohem Maße ab- kiihlt. Ist doch Frankreich das Land, in dem die Milliarden blühen, ist es doch außerdem bescheiden genug, keine Gegenforderungen zu stellen und selbst die Schmach von Faschoda solange geduldig zu ertragen, als e$. dem heißgeliebten Väterchen gut dünkt. Es wird in Frankreich, auch wenn ein Reif auf die Mitten fiel, an überschwenglichen Kundgebungen nicht fehlen .Die Stimme der nationalen Würde, wie sie doch noch immer in Deutschland zur Geltung kam, dringt durch den Lärm nicht hindurch Eine kleine Dämpfung würde der Jubel nur erfahren, wenn der junge Zar tatsächlich dem ^iebeswerben der Pariser sein Ohr verschlösse und kalt- ßerzig an der „Leuchte der Welt" vorüberzöge. Denn Paris vst ja nun einmal Frankreich!, und wer nicht in Paris war, her war auch nicht in Frankreich. Aber Zar Nikolaus scheint zu befürchten, daß gerpde das lebhafte Temperament der Bewohner der Hauptstadt sie zu Kundgebungen hinreißen könnte, die nicht in Uebereinstimmung zu bringen wären mit dem abwiegelnden Charakter der Politik, die man jetzt an der Newa zu befolgen für gut befindet. Schon bei dem ersten Besuch war die Herzlichkeit, die man dem Gast bezeigte, so groß, war das Liebeswerben so zudringlich, daß das so lange keusch im Busen bewahrte Wort von der „Alliance" in letzter Stunde doch noch dem wider- roilligen Zaren entrissen wurde. Und noch ein anderes Moment kommt hinzu, um heute die Stimmung zu verändern. Damals, als Zar Nikolaus zuerst den Boden Frankreichs betrat, hat die römische Kurie mit heißen Wünschen den Bund gesegnet, der ihr die neue Erstarkung ihrer Lieblingstochter verhieß, jener Tochter,. der man selbst die republikanische Staatsform willig verzieh, weil sie den vornehmsten Hort gegen das protestantische Germanentum bildete; jetzt haben die herrschenden Männer durch die „Verfolgung" der Kongregationen das Herz des Unfehlbaren auf bas Tiefste gekränkt, und schwerlich wird heute der Erzbischof Vermischtes. * Sayn bei Engers (Rhein), 18. Sept. In der Nacht vom 14. zum 15. d. M. sind dem Arzt Dr. Brosius hier mittelst Einbruchs 10 000 Dollars in Obligationen der North Pazifie-Railway, 10 000 Mk. preußische Bodenkredit- Aktienbank und ein Stück Lstr. 200 5proz. Mexikanische Anleihe gestohlen worden. Auf die Wiedererlangung der Wertpapiere ist eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. * Toulon, 18. Sept. Während der letzten Nacht wurde bei den an der Küste von Korsika vorgenommenen Ueb- ungen das Torpedoboot 124 von einem anderen Torpedoboot angerannt und sank eine Stunde später. Die Mannschaft wurde gerettet. * Der Kaiser und die Norweger. Zwei Dinge aiebt es, so plaudert ein englischer Reisender, in einem Londoner Blatte, die der Norweger von ganzem Herzen liebt — den deutschen Kaiser und fein Pony. Man gehe jetzt in Norwegen, wohin man wolle, überall wird man den Kaiser rühmen hören. In dem lieblichen Stalheim, wo die Größe des Naerodal (des engen Thals) sogar den Adjektiven des Mannes trotzt, der Führer für den „entzückten Touristen" schreibt, sprechen die Gastwirte nicht von der Aussicht, sondern von Wilhelm von Deutschland und von den Wegen, die er zu seinem eigenen Behagen und Norwegens Vorteil baut. 100 000 Mark sind seine letzte Gabe für diesen Zweck, und nicht zufrieden mit dem dafür gebauten Wege nach Stalheim, plant er jetzt einen Umweg, um den Lawinen zu entgehen. Uebrigens ist diese Groß- mut keine Ueberraschung für diejenigen, die den ersten aller Deutschen und seine erstaunliche Voraussicht richtig verstehen. Dieses so einsame Königreich, voller Einöden, dieses Land des zögernden Tages und der langdauernden Nacht, ist glücklich über einen solchen Freund, wie es der deutsche Kaiser ist. Nicht immer wird es den Schweden und seine Verachtung ertragen. Gebt dem Knaben am Wege eine kleine Silbermünze, wozu wird er sie brauchen? Fragt ihn, und er wird sagen: „Ich stecke sie in die Büchse, um ein gezogenes Gewehr zu kaufen; eines Tages werde ich einen Schweden erschießen." Ein merkwürdiger Ehrgeiz! Aber er liegt tief in den Herzen des Volkes. Der Kaiser aber ist ihr Freund. Man zeigt in Stalheim viele Erinnerungen an den Kaiser Wilhelm: seinen eingerahmten Namenszug, zahllose Porträts, den Felsen, auf dem er gern steht, die Zimmer, die er bewohnt, (daß das Hotel kürzlich abbrannte, und der Kaiser die jetzigen Räume noch nie benutzt hat, macht nichts aus), und dann sprechen sie von der Gegend. „Ja, ja, das Thal ist sehr schön; der Kaiser sagt es." „Und die Berge sind hoch!" „Ganz richtig; das ist des Kaisers Meinung". „Das Wasser ist blau". „Cs ist die Farbe, die der Kaiser haben möchte." „Ein lieblicher Ort!" „Wie könnte es anders fein — der Kaiser ist hier gewesen." * Die Zweihundertjahrfeier Petersburgs. Petersburg bereitet sich vor, die Zweihundertjahrfeier seiner Gründung glänzend zu begehen. Zu diesem Zweck rst von dem Stadtrat der russischen Hauptstadt eine sehr bedeutende Summe ausgesetzt worden. Prächtige Feste, zu denen auch die französische Regierung und der Pariser Ge- von Paris, wie einft> die Ankunft des Zaren mit einem Tedeurn begrüßen. So sind jetzt in Frankreich sogar Stimmen laut geworden, die kühl und rechnerisch die Bilanz aus dem einst so laut begrüßten Bündnis von Kronstadt ziehen und die, wenn ihr Blick auf die mit Anleihezahlen gefüllte Rubrik „S o l l" und die noch immer greulich leere Rubrik „Habe n" fällß, die Bilanz ziehen mit den Worten: „Das ganze Bündnis nützt uns nichts." Bei dem Nationalcharakter des französischen Volkes müßte allerdings noch vielerlei geschehen, ehe diese Auffassung zum Allgemeingut würde; es müßte noch manche Demütigung und manche Enttäuschung ertragen werden, ehe die Auffassung Cassagnaes durchdringt: „Ich habe den Mut, es zu jagen, das Russenbündnis nützt uns nichts, kommt uns nicht nur furchtbar teuer zu stehen, sondern drückt und verurteilt uns zu ewigem Verzicht; dieses Bündnis sollte uns die verlorenen Provinzen wiedergeben, seine Wirkung ist im Gegenteil, daß es uns verbietet, jemals wieder an sie zu denken" — aber wenn sogar ungestraft die Frage gestellt werden kann, ob denn nicht ein Bündnis mit Deutschland vorteilhafter sei, als alle Händedrücke des Zaren, so scheinen doch Die realen Thatsachen eine gewisse Wirkung selbst auf Den blinden Enthusiasmus der Franzosen geübt und ihrem Auge wenigstens einen Lichtschimmer gebracht zu haben. Heute herrscht allerdings in Frankreich trotz allem noch lauter Jubel; aber wenn die Festtage vorüber sind und der graue Tag ünd die nüchterne Erwägung ihre Rechte fordern, dann wird auch ein gewisser Katzenjammer nicht ausbleiben, und von neuem wird man zu dem Resultat kommen: „Das ganze Bündnis nützt uns nichts." Und es kann in der That im allgemeinen Interesse nur erwünscht sein, daß man in Frankreich zur Besonnenheit zurückkehrt. Dann wird man vielleicht auch zu der Erkenntnis kommen, daß mit dem ewigen Grollen ob der Vergangenheit es nicht gethan ist, daß dem Auge, das nur starr auf die Vogesen gerichtet ist, all die Vorteile entgehen müssen, die der Tag bietet, und daß man thatsächlich nur die Dritten fördert, wenn man sich selbst sestlegt auf eine Politik des Gefühls, statt verständig mit den Faktoren des realen Lebens zu rechnen. Die deutsche Politik aber scheint auf einem guten Wege zu sein. Politische Tagesschau. Zu dem Kapitel der Reichstags diät en schreibt uns unser parlamentarischer Mitarbeiter unterm 20. September: Bezüglich der Frage der Gewährung von Tagegeldern an die Mitglieder des Reichstags äußerte kürzlich ein den Bundesratskreisen nahestehender Herr, daß bei den Verhandlungen der Bundesratsbevollmächtigten über den in der letzten Session vom Reichstag angenommenen Antrag (Anwesenheitsgelder) u. a. das Moment berücksichtigt werden würde, ob es rätlich sei, kurz vor Ablauf der Legislaturperiode diese Neuerung einzuführen. Dieses Bedenken soll besonders bei denjenigen Mitgliedern des preußischen Staatsministeriums obwalten, die ohnehin nicht geneigt sind, die Wirkung der Diätenzahlung auf die Beschlußfähigkeitsziffer sonderlich hoch zu veranschlagen. Doch man glaubt, daß die Auffassung des Reichskanzlers int Bundesrat schließlich durchdringen werde. Graf Bülow stand bekanntlich^ der Frage von jeher wohlwollend gegenüber, und er ist, wie es heißt, der Ueberzeugung, daß nur durch Gewährung von Tagegeldern ein beschlußfähiges Parlament auf die monatelange Dauer der Zolltarif-Beratungen zusammenzuhalten sein wird. Tie Diätenzahlung dürste aber schwerlich vor dem nächsten Jahre praktisch werden. Französischer Wein — Russisches Petroleum. Das in Dünkirchen von neuem besiegelte Bündnis zwischen Frankreich und Rußland ist von ersterem bekanntlich stets als rein politisches Gebilde bewertet worden, während Rußland durch wiederholte Inanspruchnahme des französischen Kredits die Allianz sich wirtschaftlich nutzbar zu machen verstand. Ter Ausftthrhandel Frankreichs nach Rußland hat seit dem Bestehen des Bündnisvertrages keine wesentliche Steigerung erfahren, woraus es sich erklären Mark 1 WHdeinalogeh V NÄHR KAKAO Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittman n. 'h Kräftigend für Blutarme Bleichsfichtige Schwache Kinder und Kranke. ^Dahnaz vAechf nur in versiegel ben \( grünen Packelen ä 30u.50 Pkg. Tötet sicher alle Jnsecten sammt Brut. ______ T11. amam (besonders auch in 81&11- WegGH * liegen, ungen), Flöhe, Schnacken, Russen u. s. w. ist die ‘Wirkung des Dalma geradezu überraschend und wird von keinem anderen Mittel erreicht. In 10 Minuten lebt kein Stück mehr. Garantiert giftfrei. Fabrikant: Apotheker E. Lahr Würzburg. In Giessen zu haben in d. Hirsch-Apotheke und bei Aug. Noll, Drogerie zum roten Kreuz. Vanity Fair — ob sie wahr ist, bleibt allerdings die Frage. — 2er Zug, in dem der Kronprinz fuhr, wurde lange ehe er erwartet wurde, auf der Station signalisiert. 2er Stationsvorsteher drahtete daher eine eilige Botschaft nach dem Schloß. Lord Lonsdale, der sah, daß er unmöglich die Station zu der Zeit erreichen konnte, die der ängft- liche Beamte angegeben hatte, war anfangs ratlos, dann aber faßte er sich und drahtete zurück: „Schiebt den Zug auf ein Nebengleis" — ein glücklicher Einfall, der sofort befolgt wurde. 2er nichtsahnende Prinz wurde von einem Nebengleis auf ein anderes geschoben und fuhr erst in die hübsche kleine Station ein, als der Wagen aus Lowther mit seinen berühmten Postillonen und Vorreitern draußen vorgefahren war, während Lord Lonsdale ruhig auf dem Bahnsteig wartete, als ob er schion lange da wäre. Der Prinz erfuhr nichts von dieser gutgemeinten kleinen List. List. — ♦ Die Redner des Reichstags. Im Folgenden ei eine Zusammenstellung der im letzten Tagungsabschnitte )es Reichstags gehaltenen Reden gegeben, wobei zu bemerken ist, daß daraus bindende Schlüsse auf die Intensität der Arbeit der einzelnen Reichstagsabgeordneten nicht gezogen werden können, weil nicht nur ivirkliche und ausführliche Reden, sondern auch persönliche und sonstige kleinere Bemerkungen mitgezählt werden mußten. 2en Reigen der Redner eröffnet, wie schon ftüher so oft, der Abgeordnete Richter, der 87mal das Wort ergriffen hat. Es folgen dann: Dr. Müller-Sagan (freisinnige Volks- Partei) mit 62, 2t. Paasche (nationallib.) mit 54, Prinz von Arenberg (Zentr.) mit 49, 2t. Atendt (freikons.) mit 45, Singer (Sozialdem.) mit 41, 2t. Oettel (kons.) und 2t. Spahn (Zentr.) mit je 40, Bebel (Sozialdem.) mit 35, Freiherr von Hertling (Zentr.) und von Kardorff (fteikons. mit je 34, Graf Roon (kons.) und Bassermann (nationallib.) mit je 31 Reden. Mehr als zehnmal haben außerdem das Wort ergriffen die Konservativen Schrempf 19, Gras zu Stolberg 13, Graf Kanitz 11;die Freikonservativen Gamp 29 und von Tiedemann 26; — die Zentrumsabgeordneten * Ein Studentenstreichl Wir lesen in der „Ti Wochenzeitung in den Niederl.": In den Reichshallen in der Warmoesstrat zu Amsterdam trat jüngst ein Taschen- pieler auf, der sich erbot, im Zylinder eines der Anwesenden eine Omelette anzurühren und zu backen. Er empsing einen Hut, schlug die Eier hinein, fügte Mehl hinzu und begann zu rühren. „Tas kann id> auch", rief ein Student und bestieg unter ermunterndem Gelächter der Anwesenden das Podium. Er erbat sich ebenfalls einen funkelnden Zylinder, schlug die Eier hinein und rührte eifrig mit dem Kochlöffel um. Plötzlich hielt er inne, kraute sich hinter den Ohren, und gab den Hut an den Eigentümer zurück mit den Worten: ,,Nehmen Sie's nicht übel, aber ich habe faktisch mein Kochbuch vergessen." Sprach's und entfernte sich unter brüllendem Gelächter des Publikums. Der Mann mit dem Zylinder machte wirklich kein gescheidtes Gesicht. metnberaf eingeladen werden, sollen bei dieser Gelegen--1 heit stattfinden. Es wird allerdings noch zwei Jahre dauern, bis Petersburg das Alter von zweihundert Jahren erreicht hat; aber unr die Feier möglichst großartig ge-I stallen zu können, macht man sich jetzt bereits an die Vorbereitungen. Petersburg verdankt bekanntlich ferne Gründung Peter dem Großen, der keinesweas ursprünglich die Absicht hatte, den Grund zu einer Stadt zu legen, als er im Jahre 1703 an den Ufern der Newa erne Festung bauen jie& __ * Anekdoten von Mac Kinley werden in der englischen Wochenschrift „M. A. P." erzählt. Tie eine spielt während seines Lebens zu Hause. Er wurde gebeten, für seinen Bruder David, der zu einem Tanze auf dem Lande fahren wollte, den leichten Wagen anzuspannen. „Tante Martha", sagte er, indem er sich zu seiner Tante Mrs. I Waller wendete, „meinst Du nicht, daß es für einen Methodisten und Studierten demütigend ist, für seinen Bruder, der zum Tanze fahren will, das Pferd einspannen zu müssen?" Dabei hatte er sicher nicht die Absicht, Spaß zu machen. Sein Einspruch wurde in allem Ernst erhoben. —1 Mac Änley genoß im allgemeinen nicht den Ruf als Erzähler, wie etwa ehemals Präsident Lincoln; aber eine sehr spaßhafte Geschichte wird ihm in New-Pork nacherzählt. Bor seiner Präsidentenzeit — in seinen Anwaltjahren — ging er sehr häufig auf seinem Wege nacfy und von dem Bureau bei dem Laden eines Schweineschlächters vorbei. Nborgens bemerkte er gewöhnlich!, daß das Pfund Wurst 20 Cents kostete; abends kostete es manchmal auch 20, häufiger jedoch 12, manchmal sogar auch nur 10 Cents. Die Sache quälte ihn sehr, meinte er. Würste verderben doch nicht so leicht, daß sie sich nicht bis zum nächsten Tage halten würden. Daher blieb er eines Tages bei dem Laden stehen, sagte, daß es nach! Regen aussähe und fragte nach dem Preise der Wurst. „Zehn Cents", sagte der Ladenbesitzer. „Aber heule früh kostete sie zwanzig Cents", sagte Mac Kinley. „Gewiß, Mr.'Mac Kinley", erwiderte der Wurstverkäufer ohne das geringste Zeichen von Verlegenheit, ,,soviel kostete sie. Heute früh hatte ich welche, jetzt habe ich keine. Sehen Sie, diese Wurst zu zehn Cents soll mir einfach — den Ruf der Billigkeit verschaffen. Verstehen Sie?" Der künftige Präsident sah das 'ein, und hatte seitdem die Gewohnheit, zu sagen, dich so mancher Ruf auf dieselbe Weise gewonnen werde. * Kant-Anekdoten. In dem soeben erschienenen Heft der „Kantstudien" werden einige zeitgenössische Notizen über Kant abgedruckt, die ein paar interessante Anekdoten von dem großen Königsberger Philosophen enthalten. Ein hübsches Urteil Kants über die Frauen wurde in „Berlin oder der Preußissche Hausfreund" von 1810 mitgeteilt. In einer Gesellschaft, in der von dem schönen Ge- schlecht die Rede war, sagte der Philosoph einmal: „Eine Frau muß sein wie eine Turmuhr, pünktlich!, und auch nicht wie eine Turmuhr, nicht alle Geheimnisse laut ausplaudern; sie muß sein wie eine Schnecke, nicht alles, was sie hat, an ihrem Leibe tragen". Im „Preußischen Vaterlandsfreund" von 1811 wird erzählt: In einer Gesellschaft, in der sich auch Kant befand, kam das Gespräch auf die Fortdauer in einer anderen Welt. Einer von der Gesellschaft sagte zu Kant: gebogenen Knien, den Hut in der Hand. Botha fragt: Was kann ich für Euch thun? — Nichts. Wir haben zwei Engländer gefangen genommen, zwei Spione. — Wo habt Ihr sie erwischt? — Auf der anderen Seite von Eolenso, General. Wir waren heute morgen ausgeritten, um ein wenig zu spionieren. Zuerst gingen wir durch Colenso, um zu sehen, ob irgendwo vielleicht Engländer versteckt seien. Dann haben wir den Ort verlassen und sind der Eisenbahn gefolgt in der Richtung von Chiveley. Kaum waren wir unterwegs, als wir zwei Männer auf der andern Seite der Bahn sahen, die auch naa) Chieveley gingen. Um wahr zu sein, wir achteten nicht besonders auf sie, da wir sie für Unsrige hielten, denn sie waren genau gekleidet wie wir, trugen weiche Filzhüte und saßen auf Pferden mit langen Schwänzen. Nachdem wir eine Zeit lang parallel mit ihnen galoppiert waren, setzte der eine über das Geleise, kam ibiicePl' auf uns zu und sagte: fine morning to' day. (Schöner Morgen heute.) Kaum hatte er dieses gesagt, als mein Kamerad auf ihn anlegt und ruft: Hands up! (Hände hoch.) Der Engländer war so erschrocken, daß er sich sogleich ergab. Der andere jedoch! gab seinem Pferd die Sporen und entfloh. Ich stieg nun ab und wollte ihn durch einen Schuß nieoerstrecken. Und ich hätte ihn leicht töten können, denn ich bin ein alter Jäger. Aber ich sagte mir, wozu oslstl Du den armen Kerl treffen, er ist ein Mensch wie ich, wenn er auch! Engländer ist, in diesem Augenblick will er nur sein Leben retten und kann sich nicht verteidigen. Ich zielte darauf auf sein Pferd und traf ! direkt aufs Blatt. Ein schöner Schuß! Das Tier war tot, „Sie wird man da wohl wenig habhaft werden können, wenn Sie in der Gesellschaft aller Weisen alter und neuer Zeit einen himmlischen Klub schließen werden?" „Ach Freund, bleiben Sie mir weg mit den Gelehrten!" versetzte Kant;,^«.^ —-w —- -..... —, „wenn ich in der änderen Welt meinem Lampe (so hieß sein der Mann dagegen unversehrt, aber mein Gefangener Wenn Bedienter) begegne, so werde ich froh sein und ausrufen: ich eine Dummheit gemacht habe, mußt Ihr entschuldigen, , Gott Lob, ich bin in guter Gesellschaft!" General. — Während der Schlacht am Spionskop, einer der * Ein Kellner als Tenor. Nichts scheint heut- blutigsten Les Sieges uls der Kampf am heißesten tobte, hitfün für die Entdecknna berböraener Talente fanden einige Buren die Leichen von zwei engli chen SSor- Ver wart bei posten, die dort wahrscheinlich schon seit zwei Tagen lagen. nur für ^ün^t^er Sa3 ist eine Schande, schrie ein Leutnant der So^nne^ Politie, daß die Engländer nicht ihre Solen be^ ^itentna^u tierSnen mtibem berühmten Tenor des graben! Seht, die armen Teufel sind schon am Verwesen! w^Nnrker OveZÄf^ das Mer kommt mit? Zwei Mann genügen. Wir wollen sie Ve^i^nst^di^erb^neuen ^Jdee ^Cw veranstaltete ein ^Preis-1 fregretben. Und gleich daraus verließen der Leutnant und WeTrfinfte Stimm^ die sich unter den Mei Mann den sicheren Hinterhalt, machten sich daran, Anzahl von F^ ^Kugelregen eine Grub, zu graben und betteten die ■Mtmtttprrt fnfffp Preisrichter funaieren Der au5ae)cKte I Seicfjeii der beiden Engländer, welche ihre eigenen Waffen- Preis ist nun einstimmig einem Kellner des fashionablen brüder im Stiche gelassen hatten, in das einfache Grab. bet Monico^Cafes", Guillaume Duchxsne, zuerkannt war- * Von den jün g sten Kin d e rn un s e r c s Kars e r- den. In diesem Glücklichen soll eine Stimme entdeckt wor- Paares und von ihrem Aufenthalt in Cadmen giebt Die den fein, wie sie seit lange nicht gehört worden, „die „Elbinger Ztg." eine hübscbe Schilderung. Wir lesen da verlorene italienische Stimme", von einem Timbre, weich folgendes: Von kaiserlichen Kindern macht man sich! un und süß, wie sie einstmals in früheren Generationen zu allgemeinen eine ganz falsche Vorstellung. Man meint, finden war und [b(a&. jEntzücken aller Welt bildete. Der Prinzen und Prinzessinnen werden schon von früh an in neu entdeckte Tenor hat daraufhin sofort sein Kellneramt eine Art Zwangsjacke gesteckt zur Erlernung all der For- niedergelegt und wird sich! nunmehr an die Ausbildung men, die bei Hofe gang und gäbe sind. Ein Prinz oder seines wundervollen Organs machen. eine Prinzessin, ganz gleich!, ob jung oder alt, ist für das * Von einem Kleinbahn-Idyll entwirft das Publikum die Verkörperung des „Steifen", des Formvollen -„Säckinger Volksblatt" folgende Schilderung: Sechs Sinn- In reiferem Alter mag das ö)ltrefsen, ^er im übrigen gilt den auf und ab und seitwärts fahren im Markgräflerland |im Kaiserhause der Grundsatz, daß die ^ugend austoben gar viele Bahnen. Aber unter dem Bähnle versteht man I muß, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder hierorts nur die Great Castern Railway, die von Müll-«Geist erzeugt werden kann. Und wie konnte em gesunder heirn-Zentralbahnhof, Müllheim-Turnhalle, Mülleim-Amts-1 Körper bess^ gefordert werden als durch „Austoben /durch aericht, Müllheim-Rathaus usw. bis zum vielbesuchten Kur- ausgiebige Bewegung .iw Freien! Die kaiserlichen Kinder iort Badenweiler fährt und umgekehrt. Dieser umge- geben sich ebenso natürlich wie alle anderen Kinder ihres kehrte Weg scheint der weniger harmlose zu sein wegen der «Alters, sie zerren sich gern mit einem £uni)e, sie jagen großen Biegungen des Bahngeleises, die an die Gelenkig- einem „Karnickel" nach, wenn auch dabei die Haare schier im feit des Bähnchens große Anforderungen stellen. Glückt Busch hängen bleiben, und sie können recht unglücklich es einmal nicht, die Biegung zu gewinnen, sodaß das Bähn- sein, wenn sie das Karnickel Nicht bekommen. Eme „Scharlein aus dem Geleise hüpft, so ist das immer werksmarjell" sah gestern (Montag) nachmittag, wie ine blos ein komisches Intermezzo. So wird folgender Fall er- kleine Prinzessin sehnsüchtig nach emem Kaninchen aus- iählt: Pustend und schnaubend lärmt eines Tages das! lugte, das sich hinter emem hohen Zaun befand. Fa Bahnlein seinen Weg herunter, und statt die Gelegenheit für schien es, als wollte die Prinzessin den Zaun „nehmen eine graziöse Wendung zu benützen, sprang es brutal in|Da kam ihr die „Mariell" zur Hilfe; un Nu hatte sie sich die breite Straße hinein zum höchst überflüssigen Entsetzen über den Zaun geschwungen und ebenso schnell kehrte sie der Passagiere, die alsbald heraus eilten und sich! die aus demselben Wege mit dem Kaninchen zurück Nun war Situation besahen. Das war aber nichits Besonderes, da alles gut. Auch einen kühnen Versuch, zur Nackmhmung für solche Fälle vorgesehen war und Hebeisen, Krähnchen, des Entengeschnatters unternahm die Printe)sin. Kurz und Stangen usw. stets kriegsbereit lagen. So ging man denn gut, sie .hatte, wie jeder kleme Stadter, der wahrend der unverdrossen ans Werk, das ausgesprungene Bähnlein Schulferien aufs Land kommt, bald mit allem Getier wieder in seine Schranken zu bringen. Da gerade eine Freundschaft geschlossen. Auch darin, daß sie aus ihr Truppe fahrender SNusikanten vorbeizog, hatte einer von weißes Kleidchen gar Nicht so große Rücksicht nahm, sieht den zuschauenden Passagieren die luminöse Idee, in diesem ,ie ihren munteren Altersgenossen sehr ähnlich. Sie ist würdigen Augenblick aidii für die würdige Weihe zu sorgen, reich an Einfällen und plaudert sehr lebhaft Kutschieren 50 Pfennige tijaten es schon! Die Maschine hob sich, aber scheint ihr ein besonderes Vergnügen zu machen; ihr Pony- ihr Aeckizen wurde übertönt durch die liebliche Melodie von gespann lenkt sie mit einer Sicherheit,, die überrascht. Resten der „Holzauktion im Grünewald". So floß die Arbeit munter soll sie ebenso sicher. Prinz Joachim ist vielleicht nicht fort. „Ho — topp'." auf der einen Seite —, „Ist denn kein ganz so lebhaft, aber immerhin em aufgeweckter Knabe, Stuhl da?" auf der anderen Seite, und bis das klassische der am Spiel und jugendlichen Scherz viel Gefallen findet, und reichhaltige Programm abgewickelt war, konnte das Nun darf man aber nicht annehmen, daß die kaiserlichen rebellische Bähnchen in gewohntem Geleise sich wieder weiter Kinder m (Sabinen von morgens bis abends sich dem siften bewegen unter den Klängen des schönen Liedes: „Wem Gott Nichtsthun hingeben dürfen. Durchaus nicht. Die Hous- will rechte Gunst erweisen» den schickt er in die weite ordnung, die täglich so und soviel Lern- und Unterrichts- Welt!" «stunden vorschreibt, muß strikt eingehalten werden. Die » Südafrikanische Kriegsbilder. Unter dem Prinzessin war am 13. September 9 Jahre alt, Prinz Titel: „Südafrikanische Augenblicksbilder" veröffentlicht Joachim befindet sich un 11. Lebensfthre. Jonkheer C. G. S. Sandberg, vvormals Wbjutant des Gene- * EindrolligesGesch ich t chen vonderEng- Jonkheer C. G. S. Sandberg, vormals Adjutant des Gene-, land reise des deutschen Kronprinzen erzählt Gits" eine Reihe von Anekdoten, welche besser als umfangreiche Bücher uns den Burencharakter verstehen lehren. Interessant ist der Bericht über die Gefangennahme von drei bewaffneten Engländern durch einen alten, kranken Buren. Die Sache trug sich folgendermaßen zu: Bei einem Rückzüge konnte ein alter Bur mit feinen steifen Beinen nicht schnell genug fein Pferd besteigen und blieb zurück. Er verbarg sich, so gut es ging, hinter einem Felsstück, als er zwei englische Soldaten unter Führung eines Offiziers ganz vorsichtig den Berg herunterklettern sah. Als diese ziemlich nahe herangekommen waren, schrie er mit fürchterlicher Stimme: „Hands up!" (Tie Hände hoch!) Die überraschten Engländer gehorchten und warfen ihre Gewehre fort. Der Bure, ohne aus seinem Versteck hervorzukommen, befahl ihnen nun, geradeaus zu marschieren und kletterte, als dieses geschehen, nicht ohne Mühe auf sein Pferd. Zu spät bemerkte der Offizier, daß er sich einem halbgelähmten Feinde ergeben habe. In aller Gelassenheit führte nun der Bur die Gefangenen zum General und meldete ihm den Vorfall. Dieser fragte: Und wieviel war't ihr? — Ich ganz allein! — Wie zum Teufel hast Du denn das gemacht? Du kannst ja kaum stehen? — Das ist wahr, General. Maer ek het huttie eers vmsingelt generael, en toe gebet. (Ich habe sie zuerst „umzingelt" und dann gefangen genommen.) Eines Tages war General Botha mit seinem Sekretär beschäftigt, als er durch zwei Buren unterbrochen wurde, die ins Zelt traten. Guten Morgen, General! — Guten Morgen, Freunde! Stumm warten die beiden Männer, daß der General sie nach dem Grunde ihres Besuches fragen soll. Setzt Euch Freunde, es giebt zwar keine Stühle. Ihr werdet aber wohl noch an Der Erde ein trockenes Plätzchen finden. — Danke, General! Die beiden Männer setzten sich auf die Erde mit 2t. Bachem 24, Gröber 23, Müller-Fulda 21, Trimbom 16, Zehnter 16, Wellstein 14, Kirsch 14, Rintelen 13, Speck 13, Hitze 12; — die Antisemiten Werner 25, Raab 13; — die Nationalliberalen Moeller 27, Graf Oriola 26, Dr. Hasse 23, 2r. Esche 22, Dr. Sattler 20, Büsing 14, Beck 14, Prinz Carolath 12; — die Mitglieder der freisinnigen Vereinigung Dr. Pachnicke 17, Schrader 16, Rickert 13; — die freisinnigen Volksparteiler 2r. Müller-Meiningen 25, Beckh 23, Eickhoff 22, Fischbeck 12; — der süddeutsche Volksparteiler Haust- mann-Böblingen 13; — die Sozialdemokraten Stadthagen 24, Molkenbuhr 22, Wurm 19, von Vollmar 14, Zubeil 13, Ledebour 12, Fischer-Berlin 12, Hoch 10; — die keiner Partei angehörigen Abgeordneten Roesicke-Tessau 26, Stöcker 20, Dr. Roesicke-Kaiserslautern 16, Dr. Hahn 14. — Von den 397 Abgeordneten des deutschen Reichstages haben 213, J. i. etwa 54 Prozent, das Mort ergriffen. Die Verhältniszahlen der Redner sind in den einzelnen Parteien recht verschieden. Von den Antisemiten haben 90 Prozent 0er Abgeordneten einmal und öfter gesprochen, von den Mitgliedern der fteisinnigen Vereinigung 77 Prozent, von )en süddeutschen Demokraten 72 Prozent, von den Sozialdemokraten 65 Prozent, von den Nationalliberalen 62 pCt., von den freisinnigen Volksparteilern 55 Prozent, von den Freikonservativen 52 Prozent, von den Polen und Elsässern je 50 Prozent, von den Konservativen 47 Prozent und von dem Zentrum 44 Prozent. In Giessen vorrätig in der Pelican- Apotheke, Kreuzplatz 2; Otto Schaaf, Seltersweg 89; Löwen progerie, ^^bingej Seltersweg; A. & G. Wallenfels. Marktplatz 21; Eberhard Metzger, am Seltersthor; Ph. Herrmann, Seltersweg 83, Gust. 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Js., nach- mittaaö Vol Uhr, werden durch den unterzeichneten "rosth. Notar auf Antrag des Hessisch-Rheinischen Bergbauvereins in Berlin in Gemäßheit des § 373 des Handelsgesetzbuches Verdingung von Maurerarbeit. Das Verlegen von zirka 250 qm Fußbodenplättchen in den Bauten der neuen Friedhofsanlage soll Samstag den 28. September d. I., vormittags 11 Uhr, öffent- lich verdrmgen werden. Die Bedingungen liegen während der Dicnststunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 6, offen. Angebote sind daselbst bis zum genannten Termin einzureichen. Gießen, 20. Sept. 1901. Das Stadtbauamt. Schmandt. 6292 W. Kilbinger, * Institut von ü>r. Kübel. Planmässige und gründliche Vorbildung für alle Klassen höherer Lehranstalten, für das Maturitäts-, Fähnrichs- und Einjährig-Freiwilligen-Examen, für Vorprüfungen des Finanz- und Geometerfachs und andere Schul - Examina. 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Metz, Jnstizrat, Großherzoglicher Notar. 6267 © Frische • Viele Krankes ® $RlWtW ® HCtbcn au: Bültarmut, Bleich A ollHLl' /x)UUlllU|lr d I sucht, Nerven-, Magen- und Ver ® me Hcllerlinseii 2 maqerung^Angl'l- und Schwindel v % flX •eäsä LWr.Wür|tlhellr ^o^brmnen, Erbrechen usw. nni •d empfiehlt 6293 Z siechen oft langsam dahin, ohu ... .. , , M den wahren Grund rhrer Lei »ChnstianWallentelsg Hrilmittcl zu finden. Eine l?c W 17 M lehrende Schrift mit Krankheit- • Aln^Krieq^enkmal. © beschreibungen versendet an Jeder U Z mann gratis und franko V -elephon 26^. © LsieVerwaltungöerEmma erzeugtV und Kohlenfeuerung, Kloseitanlagen in einfachster vis feinster Ausführung. Dittmann’s Wellenbadschaukel- Emaillierte uud Ziukbadkwaunen. Sitz- und Kinderbadewannen, Fntzwannen usw. OPDFI jterdzt- und Winter Saison 1901/02. 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