ii ü rg a $ btt s.Kr ME Spässe »ii ’^nung tj.;» i>,, , ■tefjitejt* Pfad 38, m UÄ L^L-. e i^öne, Helle, Nohn, mt gubehSr, Rod)fln^tnrid)iung' ipl-Örili unent y» vvnnentz.aße 25, ^lmmekivohnuno pa 5J^eÄ. Qn ru^ tmifltifogU zu oettn. __ Mausburg 12. i dem Hause Vläch» .ch der 3. Stock, fa sputend eingnxbtit d Gas), 5 Quintet, Ddtentümmer, Karten, 'er 1 Aon! zu venn. vismarcküraße 82, !ltettweg?1 ist die >gt, 5 evtl 6 Zimmer vom 1. April oder |U üc mitten. Clio Ratös-lag. >ön möbliertet ZimM u vermieten. 1, II, öcke SahnbM l möbliertes Zimmer p en. WMorstrahe 31, Mgtt HauSbers-i jjfeiö gesucht, itnff, K'euwlatz U. - N |Ui Dltent ein'«! hrling -chulb'ldum. Röhr «Co. SrletiM. - fünfte taW die ftM [ erlernen bei ^aibengestall s f“ riingsstelle [b__OrtoJ^J'üt I MMni iW » N^ hteS, br^ JWVIII reimet «age, tt n lange Jahre eint I getrieben wirb, aba m. M.hi»ed.M ■rbenbrfn' b(S Ses-bal " sucht, ö'JJ M nU 2Ä 1 pttw- . 5jreDu>/ ,) i« »* Nr. 45 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 22. Februar 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener Familien blätter werden dem An, zeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blauer für Hess Volkskunde" vier« mal wöchentlich bergelegt. Annahme von An »eigen »u der nachmittags für den folgenden Tag rricheinrnden Nummer biS vorm 10 Uhr Abbestellungen IpaiestenS abend» vorher. Stedaktion, Expedition und Druckerei Schulstratze 7. GietzenerAMiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis vierletjährü. SOU. 2/20, munatl. 75 Vty- Mlt Bringerlobn : durch Die Abholeftellen »kerieljöhrl. Mk. 1.90, monatl. 65 Psg, Bei Postbezug viertelteihrl. Mt. 2.00 ohne «estellgelb. 8(k Anzeigen vcrmnit«ng»- stellen de» In- und AuSlonde» nehmen Anzeigen für bew S>»ebener Anzeiger entgrar«. grilenprcid lokal in vt9* auswärts SO Pfg. Adresse für Depesche«: Anzeiger Glehe«. Fernsprechanschluß Dir. 5L Zu den handelspolitischen Verstimmungen wird uns aus Berlin, 20. Februar, geschrieben: Zollkrieg zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten, Zollkriegsdrohungen Rußlands an Deutschland — und das alles im schönsten „Handelsvertragsfrieden!" Was ßoll erst werden, wenn die Frage der Erneuerung der Verträge in ihr kritisches Stadium tritt? Die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." druckt heute abend den Aufsehen erregenden Artikel der Petersburger „Handels - und In - dustrieztg." gegen die deutsche Zollpolitik rie unter „Tagesschau" in unserem heutigen ersten Blatt. 3t) ohne jegliche Bemerkung ab. Die konservative „Kreuzzt g." nimmt die russischen Drohungen nicht tragisch, höhere deutsche Getreidezölle mit höheren Zöllen auf die deutsche Einfuhr nach Rußland, sowie höherer Besteuerung in Rußland ansässiger deutscher Kaufleute zu beantworten, und erklärt: „Andere Leute werden sich durch solche Drohungen nicht einschüchtern lassen". Die Berliner Börse, die den russisch-amerikanischen Zollstreit als „lachender Dritter" mit einer Hausse begrüßte, beurteilte die Aussichten auf einen Zollkrieg Deutschlands mit Rußland recht pessimistisch, und bot daraufhin schon jetzt Montanaktien zu herabgesetzten Kursen an. Rußland und Amerika sind zwei Länder, mit denen auf zollpolitischem Gebiete nicht gut Kirschen essen ist Beide wollen möglichst viel an andere Staaten verkaufen, aber möglichst wenig von diesen beziehen. Und wenn nicht alles nach ihren Wünschen geht, greifen sie gleich nach dem Änotenstock. Bedeutung für die Gegenwart hat der russisch- amerikanische Zollstreit. Der russisch-deutsche Zollkrieg ist, da die Verträge noch Jahre bestehen, „Zukunftsmusik". Der Streit zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten dreht sich um den Zucker. Die Amerikaner wollen ihre Zuckerindustrie großziehen. Der Verwirklichung dieses Gedankens steht die fremde Zuckereinfuhr entgegen, zumal da in den meisten Ländern die Ausfuhr des Zuckers durch Prämien gefördert wird. Da soll nun ein Zuschlagszoll helfen in Höhe der Prämie in dem Lande, woher der! Zucker kommt. Es ist bekannt, daß auch der deutsche Zucker von diesem Zuschlagszoll betroffen wurde, und daß darüber viel Tinte in beiden Ländern verschrieben, viele Reden gehalten, und viele diplomatische Noten gewechselt wurden. Freilich ohne Erfolg. Nun war bisher aber der russische Zucker von dem amerikanischen Zuschlagszoll frei. Rußland gewährt seiner Zuckerausfuhr zwar auch eine Unterstützung, aber in einer Form, daß der Prämiencharakter ziemlich verschleiert war. Unter diesen Umständen stieg die russische Zuckereinfuhr nach den Vereinigten Staaten rasch, natürlich izum Schaden der anderen Zuckerländer, auch Deutschlands. Diese Anderen verlangten nun von Amerika dieselbe Vergünstigung wie gegenüber dem russischen Zucker. Darauf wurde, einerseits zu,ausgleichender Gerechtigkeit', andrerseits zu Nutz und Frommen der amerikanischen Zuckerproduktion, der russische Zucker mit dem Zuschlagszoll belegt. Mit blitzartiger Schnelligkeit vergalt die russische Regierung diesen Streich. Ein Edikt bedachte die amerikanische Einfuhr mit einer demnächst in Kraft tretenden Zollerhöhung von 30 Prozent Voll gespannter Erwartung sieht die Welt dem Kampfspiel zu. Warum freute sich die Berliner Börse dieses Zollkriegs? Sehr einfach: Wenn sich die Vereinigten, Staaten und Rußland befehden, gewinnt Deutschland, denn wir sichren dann an Stelle' Rußlands Zucker nach Amerika und Eisenwaren nach Rußland ein. Und in dieser That- sache ist wahrscheinlich der tiefere Grund zu suchen, daß: eben jetzt in der russischen Regierung nahestehendes Preßorgan den Ausfall gegen die deutsche Zollpolitik macht und klipp und klar erklärt: Werden die deutschen Getretdezolle -erhöht, dann läßt sich Rußland auf keinen Handelsvertrag ein. Man hat augenscheinlich in Petersburg Deutschland im Verdacht, daß es die Vereinigten Staaten im Interesse feiner, der deutschen, Zuckerindustrie, zu dem Zuschlagszoll auf russischen Zucker ermuntert habe. Dieser Zusammenhang der Dinge ist mindstens nicht unwahrscheinlich. Nach einem Abendblatt, dem Beziehungen zur Regierung nachgesagt werden, nimmt man in den Berliner leitenden Kreisen die russisch-ofsiziöse Auslassung ziemlich gleichmütig auf. Auch die linksstehende „Voss. Ztg." wirft dem Artikel der „Industrie- und Handelsztg." Uebertreibungen vor. „So einfach liegen die Dinge nicht, daß Rußland, wenn ihm der deutsche Markt verschlossen bleibt, seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse einfach nach anderen Staaten ausführen könnte." Ebenso findet die „National- Ztg." in dem Artikel „Uebertreibungen und haltlose Behauptungen". Für den russischen Roggen sei Deutschland Ger hauptsächliche Käufer, der durch keinen anderen ersetzt werden kann. Mso soviel steht fest: der Zollkrieg schädigt beide Teile. In dieser Erkenntnis wird auch zwischen Amerika und Rußland wohl bald ein handelspolitischer Friede geschlossen werden. Die Vereinigten Staaten haben schon in den letzten Jahren eine namhafte Ausfuhr nach Rußland gehabt. Noch größere Hoffnungen setzten sie für die Zukunft auf den »russischen Markt. Die letzte große Vereinigungsaktion amerikanischer Eisenbahnen und der Kanal durch Zentralamerika kwollen neue vorteilhafte Verbindungen nach Ostasien, also amch nach Sibirien schäften. Auf der anderen Seite liegt Mußland viel daran, endlich mit einer großen Anleihe an boen amerikanischen Markt treten zu können. Wenn beide Kämpen sich wieder vertragen und den Rückzug antreten, dann wird man in Petersburg auch die deutsche Zollpolitik ruhigeren Blickes betrachten, und zunächst einmal abwarten, welche Bedingungen die deutsche Regierung für die nächsten Handelsverträge vorschlägt. Engländer und Buren. Londoner Blätter veröffentlichen Depeschen aus Pretoria, nach denen der Eisenbahnzug, der, wie gemeldet, zwischen Vereeniging und Johannesburg e n t g l e i st ist, das Gepäck Kitcheners enthielt und unmitelbar vor einem anderen Zuge fuhr, in dem Kitchener von De Aar nach Pretoria zurückkehrte. Vier Güterwagen wurden zertrümmert, der Lokomotivführer wurde getötet. Die Buren hielten Karren und Wagen bereit, um den Inhalt des entgleisten Zuges fortzuschaffen, wurden aber durch ein von gepanzerten Wagen des Zuges, in dem Kitchener sich befand, eröffnetes Feuer vertrieben. Es war also offenbar von den Buren ein Attentat auf das Leben Kitcheners geplant, das jedoch vereitelt worden ist. Ueber die Flucht von fünf Buren, die von Colombo aus auf einem russischen Schiff entkamen, wird folgendes berichtet: Am 9. Januar traf das Schiff mit Den gefangenen Buren (unter denen sich auch die deutschen Offiziere v. Trotha und v. Dewitz befanden) in Colombo ein. Nachdem bereits die Hälfte der Gefangenen an Land gebracht war, erlaubte man den Zurückgebliebenen, an Deck zu schlafen. Diesen Umstand benutzten fünf xur Flucht. Zu beiden Seiten des Schiffes ließ man je eine der herumliegenden Bootsleinen ins Wasser und kurz nach 11 Uhr, im Zeitabschnitt von je zehn Minuten — in diesem Zwischenraum passierten die Posten — verschwand einer nach dem andern blitzschnell und unbemerkt in den Fluten des Meeres. Im Wasser angelangt, galt es nicht nur zunächst durch Tauchen möglichst rasch aus dem Bereiche des Schiffes zu entkommen, sondern auch den zahlreichen, die Wasserfläche oft taghell weithin beleuchtenden Polizeibooten zu entgehen. Zwei bis drei Stunden befanden sich die waghalsigen Flüchtlinge, die sich übrigens mit Kvrkschwimm- gürteln versehen hatten, im Ozean, bald an Ankerketten im Dunkel der Schiffswände ausruhend, bald auf einer Boje schaukelnd und neue Kräfte sammelnd. Das Wasser war nicht besonders kalt; nur die Strömung, pie man gegen sich hatte, machte Schwierigkeiten. Ursprünglich hatten rwei der Gefangenen die Absicht gehabt, auf ein in der Nähe liegendes französisches Schiff zuzuschwimnien. Da dieses aber unterweilen die Anker lichtete, faßten sie dasselbe Ziel ins Auge, das die anderen drei von Anfang an sich vorgenommen hatten, den russischen Dampfer „Chersson", dessen Entfernung von der ■ „Catalonia" von den Beteiligten auf etwa zwei englische Meilen geschätzt wurde. Das Glück war den Kühnen günstig, und gegen zwei Uhr nachts befanden sich alle fünf an Bord des russischen Schiffes. Als besonders glücklicher Umstand muß betrachtet werden, daß der erste der Schwimmer von einem Thee verladenden Boote des Dampfers ausgenommen wurde, sodaß er auf das Kommen der übrigen trotz einiger Schwierigkeiten sprachlichen Verständnisses aufmerksam machen und die Auffindung und Anbordnahme erleichtern konnte. Um 5 Uhr morgens gingen die Anker des „Chersson" hoch, und das Schift verließ mit den fünf Geretteten den Hafen. — Die fünf Buren haben Mittwochabend Petersburg verlassen, um nach Berlin und von da nach Utrecht zum Präsidenten Krüger zu fahren. Der Gemeinderat des Londoner Stadtviertels Battersea hat der Regierung folgenden Beschluß zugesandt: Der Gemeinderat wünscht, daß die Regierung zur Ehre Englands und zum Wohl der Menschheit dem Kriege in Südafrika ein Ende mache und Maßregeln treffe, um beiden Burenrepubliken ihre Unabhängigkeit zu lassen und den Führern derselben annehmbare Bedingungen zu machen. Batterseas Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Arbeitern. Ein um die deutschen Kolonien in Südafrika sehr verdienter Deutscher Dr. Valentin schreibt den „Leipziger Neuest. Nachr.": Ein deutscher Reichsangehöriger, aus Leipzig gebürtig, war seit 1891 in Roodepoort bei Johannesburg ansässig: er hatte sich nicht am Kriege beteiligt, sondern sein Geschäft ruhig weiter betrieben. Mitte Juni vorigen Jahres hatte er sogar infolge der Proklamation von Roberts die Neutralitätserklärung für sich und seine Familie abgegeben. Da wurde am 25. August v. I. in der Nähe von Roodepoort das Schienengeleise' leicht beschädigt. Sofort wurden sämtliche männliche Einwohner, auch H. verhaftet und nach dem Johannesburg-Fort geschickt, wo sie im Gefängnis 24 Stunden lang ohne Nahrung gelassen wurden. Als sich H. als Deutscher legitimierte, batte man auf englischer Seite nur ein geringschätziges Lächeln. Die Frau des H. wandte sich an den deutschen Konsul; indessen blieb das Einschreiten des letzteren ohne jegliches Resultat. Im Gegenteil. Nach zwei Wochen wurde H. mit noch anderen Leidensgefährten als „Kriegsgefangener", unter militärischer Bedeckung nach der Bahn gebracht, dort in einen schmutzigenuno stinkenden Viehwa gen eingeschlossen und nach Kapstadt verschickt. Dort langten die „Gefangenen" nach einer beschwerlichen, sechstägigen Fahrt an, wurden unter dem Spott und Hohn des englischen Pöbels durch die Straßen nach Green Point geführt und von da — nach St. Helena deportiert, nachdem ihnen alle Taschen untersucht und alles Eigentum, Papiere, Eßwaren, namentlich aber Geld, ab genommen worden war. H. sitzt heute noch auf St. Helena. Warum? Gewaltsam ist er von seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern getrennt worden. Bis heute hat et von ihnen nichts mehr gehört. Sein sämtlickes Eigentum — mehrere Häuser in Johannesburg, Geschäfte und Geschäftslokake in Roodepoort — hat er zurücklassen müssen, ohne vorher Vorkehrungen für seine Abwesenheit treffen zu können. — Von einem ähnlichen Lose sind viele, viele andere betroffen. Viele haben liegendes Eigentum in Transvaal, sind dann als „verdächtig" oder undesirable verhaftet, über die Grenze befördert und entweder nach Europa oder nach St. Helena oder Ceylon transportiert worden. Nun hat Lord Roberts in einer seiner vielen Proklamationen Bezahlung der Grundsteuer gefordert; er hak auch gleichzeitig angekündigt, daß, wenn die Bezahlung nicht erfolgt, Konfiskation des Besitzes und Grundeigentums stattfindet. Was sollen da die ausgewiesenen Gefangenen und Deportierten machen? Da sie nicht bezahlen können, ist ibr Eigentum einfach dem englischen Fiskus verfallen. Bedenkt man, daß Transvaal nahezu von allem, was nicht englisch ist, „gesäubert" wurde und noch immer gesäubert wird, bann leuchtet der Zweck jener Maßregel ein. „Das Völkerrecht mag ja ein ganz schön Ding sein: ein viel schöneres aber ist der Profit!" Aus Kapstadt wird geschrieben: „Gestern begegnete ich hier einem englischen Liniensoldaten, der bereits dreimal von Buren gefangen genommen war, jedesmal mit zirka 50 anderen Soldaten zusammen. Sie kleiden sie so weit aus, wie efl schicklich ist, und senden sie dann mit einem Führer unter dem Schutze der weißen Flagge nach dem betreffenden Truppenteil zurück, mit der höflichen Botschaft, sie könnten von den Mannschaften keinen Gebrauch machen, daß fie sich aber zur Komplettierung ihrer Kleidungsstücke, Munition und Waffen, die fie sehr gut verwerten könnten, empfohlen hielten. Mein Gewährsmann teilte mir mit, er habe die Buren jetzt schon mit drei vollständigen Ausrüstungen versehen. Er werde jetzt zum biertenmale ausrücken, von dem Gefühle beseelt, daß eS wieder dasselbe Resultat haben werde, sodaß die Tommies den Eindruck hätten, als sei eS ihre eigentliche Aufgabe, die Buren mit Ausrüstungen zu versorgen. — Derselbe Soldat erzählte auch, daß jedesmal, als er und feine Kameraden bei einem Burenkommando ankamen, einer der Buren in trefflichem Englisch eine Ansprache an die Gefangenen hielt, worin er ihnen klar und deutlich auSeinandersetzte, daß da« Recht auf Zeiten der Buren sei und welch großes Unrecht England begehe. Unser Tommy behauptete schließlich, die Ansprache« hätten auf fie alle einen sehr tiefen Eindruck gemacht. • e e Telegramme des Gießener Anzeigers. Kapstadt, 21. Febr. Ein Eingeborener in einem unteren Stadtteil wurde tot aufgefunden. Man glaubt, die Eingeborenen verheimlichen die Peftfälle. Pretoria, 20. Febr. Berichte aus Lydenburg besagen, der stellvertretende Präsident Schalk Burger hielt letzthin m einer Burenversammlung eine Ansprache, worin er aus- führte, er erkenne jetzt, daß ihre Sache ganz Hoffnungs- los und ein weiteres Hinziehen der Feindselig- feiten zwecklos fei. Er wolle eS persönlich nicht auf sich nehmen, ihnen zur Unterwerfung zu raten, aber wenn eS ooch einmal unvermeidlich fei, so wäre es eine Thorheit, dies in Gruppen von zwei und drei Manu zu thun. Der richtige Weg sei der, zu einer allgemeinen Verständigung darüber zu gelangen, daß man sich als ganze Nation ergiebt. China. Ein Telegramm aus Peking vorn 19. Febr. meldet: Tsching und Li Hung Tschang empfingen ein Telegramm vom Hose, das in der Hauptsache besagt, daß der Hof allen Forderungen der Mächte nachkommt, obgleich er über einige minder bedeutende Punkte noch nähere Aufklärung wünscht. Von anderer Seite wird aus Peking telegraphiert: Die Gesandten haben den Chinesen acht Tage Zeit gegeben, befriedigende Edikte zu erlaffen. Die Gesandten erklärten, nies könne nicht als Ultimatum betrachtet werden, da es sich in der Hauptsache nur auf die Einstellung bet Prüfungen unb die Haftbarmachung der Gouverneure derjenigen Provinzen beziehe, wo Frevelthaten begangen worden seien. Die Militärbehörden bereiten eine neue Expedition vor. Sie soll aus sechs Abteilungen bestehen, je zwei sollen von Peking, T'entsin und Paotingfu ausgehen. Alle Truppen, besonders die Deutschen, werden scharf für die Expedition gedrillt. Eine Depesche deS amerikanischen Gesandten in Peking, (Songer, in bet über die geplante neue Expedition berichtet wird, ist dem KabinetSrate zu Washington unterbreitet worden. Dem Vernehmen nach erhob Conger in einer Versammlung der Gesandten in Peking Einspruch gegen der- a tige feindselige Bewegungen. Dem Einsprüche wurde aber nicht stattgegeben, da die anderen Gesandten erklä'.ten. sie hätten keine Ermächtigung, die militärischen Operationen zu beeinflussen. Der japanische Gesandte richtete au die chinesischen Ber tretet Borstellungen wegen der übelberatenen Unterzeichnung des SonderabkommenS mit Nußland über die Mandschurei, während die Friedens« Unterhandlungen schwebten. Der russische Minister v. Wi'te teilte dem chinesischen Gesandten in Petersburg eine Reihe von Vorschlägen mit, die die Grundlage einer Zusatzabmachung zu dem von Admiral Alexejew abgeschlossenen Abkommen bilden sollen. Darunter find folgende Punkte: Die Zahl der chinesischen Truppen in der Mandschurei soll der Genehmigung Rußlands unterworfen sein; ferner soll Rußland die Ernennung der Tatarengenerale zuftehen. Von dem letzteren Rechte machte Rußland bereits zweimal Gebrauch. In jeder Provinz sollen zwei hohe russische Beamte zur Befehlführung über die chinesische Polizei und zur Oberleitung der Bahn ernannt werden. In der Mandschurei soll keiner andern Macht eine Handels konzession zugestanden werden. Die chinesische Regierung soll sich auch verpflichten, keine Bahn in der Mandschurei zu bauen. Die Zinsen der russischen verbürgten Anleihe von 1895 sind monatlich zu zahlen. Alle Zölle in der Mandschurei werden in russische Verwaltung genommen. Hiervon sind vermutlich die Seezölle ausgenommen. Ein Telegramm des russischen Generals Grodekow aus Charbin meldet, daß in den Bezirken Nertschinsk und Troitz kosawSki in Transbaikalien der Kriegszustand aufgehoben ist. Deutsches Reich. Berlin, 20. Febr. Heute vormittag nahm der Kaiser in Homburg die Abmeldung des französischen Marineattaches, Fregattenkapitän Buch ar d entgegen und hörte darauf den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts v. Senden-Bibran und des Ministers der öffentlichen Arbeiten v. Thielen. — Der König von England trifft am kommenden Samstag in Cronberg ein. — In einem Artikel über den bevorstehenden Besuch des Königs von England schreibt die antisemitische „Staatsbürger-Zeitung" folgendes: „Aus der Qualen Angst, der Liebe, aus der schreckenden Sorge der Treue preßt sich der Ruf des deutschen Volkes hervor: Kaiser kehr' um, kehr' um von englischen Schmeichelreden, von britischen Lobgesängen zu der heimischen Sprache Deines Volkes. Am Krankenlager in Cronberg wird König Edward die respektvolle Zurückhaltung des deutschen Volkes erfahren. Weiterem Eindringen ins deutsche Land steht aber das unbeugsame Gefühl der Neutralität entgegen, zu der sich das Deutsche Reich verpflichtet, steht das untrügliche Gefühl der Antipathie entgegen, von dem das deutsche Volk gegen den ehemaligen Prinzen von Wales erfüllt ist. Dem englischen König wird das mahnende und warnende Wort nicht unbekannt fein: „Wer Ohren hat, zu hören, der höre." — Der Herzog Karl Eduard von Sachsen- Ao b u r g^ln d Gotha bestand in Potsdam das Fähnrich-Examen, wie mitgeteilt wird, mit dem Prädikat „Gut". — Der Oberleutnant z. S. Max P e tz e l, der kiirzlich als Führer des Ablösungstransportes mit dem Lloyddampfer „Köln" wegen eines Blinddarmleidens von Ostasien zurückgekehrt war, ist an den Folgen einer Operation in Wilhelmshaven gestorben. Petzel, der seit 1891 der Marine angehört, war zuletzt Wach-Offizier auf dem Kreuzer „Gefion". — Zur Stellungnahme gegen die bekannte Aeußerung Les Justizministers Schönstedt über die Anstellung jüdischer Notare in Preußen zirkuliert gegenwärtig «uter den Rechtsanwälten der Reichshauptstadt eine Liste, um Unterschriften zum Zwecke der Einberufung einer Anwaltskammer-Sitzung zu erlangen. Es sind statutarisch 250 Unterschriften erforderlich, um den Vorstand zu veranlassen, eine derartige Sitzung einzuberufen. Die Anwaltskammer foll dann beauftragt werden, gegen die in den Reden des Ministers zutage getretenen Anschauungen Stellung zu nehmen. — Einem Postschaffner N. war ein Paket abhanden gekommen, er meldet es vorschriftsmäßig bei dem zuständigen Beamten, dieser nimmt die Meldung zu Protokoll, sendet letzteres dem Vorsteher des Postamtes, erhält es aber wegen eines Formfehlers zurück. Der Formfehler bestand darin, daß in seinem Protokoll von dem „Herrn" Postschaffner N. gesprochen wurde. Der Vorsteher hatte die Bezeichnung „Herr" ausgestrichen und dazu bemerkt, Postschaffnern käme der Titel „Herr" nicht zu. („Ob Herr o. Podbielski einen Mann mit solchen Anschauungen pir geeignet hält, das Amt eines Vorstehers den Untergebenen gegenüber zu versehen?" fragt nicht ohne Berechtigung der „Vorwärts".) — In einer Versammlung des Rheinischen Bauernvereins zu Villip führte der Referent aus, daß es sehr gefährlich für die Bauern werden könnte, wenn sie sich durch Versprechungen von wohlwollenden Freunden, welche immer von mäßigen Zöllen redeten, ein» schläfern und beruhigen ließen. Es kommt alles darauf an, fuhr er fort, was man unter dem Wort „mäßig" versteht: „Wir wollen ja auch nur mäßige Zölle, aber sie müssen vor allem genügend sein. Wenn sich aber der Abg. Schmitz im Abgeordnetenhause dagegen verwahrte, daß das Zentrum einen Zollsatz von 8 Mark für das Getreide verlange, dann steht zu befürchten, daß diese Partei unter „mäßig" einen Zollsatz versteht, der für uns nicht genügend ist; denn acht Markt st der geringste Zoll, den wir für unser Getreide haben müssen. Besser leinen Zoll, als einen ungenügenden. Für uns Bauern erwächst darum die Pflicht, an den maßgebenden Stellen energisch vorstellig zu werden, damit unsere gerechte Forderung mit Erfolg vertreten wird. Heute werden in Berlin Millionen Flugblätter von unfern Gegnern verbreitet und zu einem Entrüstungssturm gegen die Brotwucherer aufgereizt, und nur mit Mühe und Not sind die Bauern in ihrer großen Mehrheit soweit aufzurütteln, daß sie begreifen lernen, welche hohe Interessen für sie auf dem Spiele stehen. . ." — Ein Artikel der „Nordd. Allgem. Ztg." erläutert an der Hand aller einschlägigen Zahlen die Frage des Aus »alles an der Eisenbahneinnahme infolge des Rhein-Elbe-Kanals. Der Artikel kommt zu dem Schlüsse, im Gesamkgebiete der preußischen Staatsbahnen werde sich voraussichtlich ein Ausfall an Eisenbahneinnahmen kaum bemerkbar machen, denn die letzteren steigen nach dem Durchschnitt der Verkehrsentwickelung in der Vergangenheit während eines Jahres fast soviel wie der Kanal- Gesämtverkehr, selbst wenn er sofort im ersten Umfange ent» tehen sollte, an Verlust verursachen würde. Die Erfahrungen an allen neueren Kanälen zeigen aber, daß der Wasserverkehr sich erst allmählich entwickelt und demgemäß den Eisenbahnen nur so allmählich Einnahmen entzieht, daß zu gleicher Zeit eine natürliche und durch den Kanal indirekt ogar geförderte Verkehrssteigerung sich geltend machen kann und entweder einen Rückgang der Eisenbahneinnahmen gänzlich verhindert oder auf ein Bruchteil bei vorübergehender Tuner herabsetzt. Würde der Rhein-Elbe-Kanal sich ähnlich entwickeln, wie der Oder-Spree-Kanal, so dürfte der theoretisch berechnete Einnahmeausfall in Wirklichkeit sich auf etwa ein Drittel des rechnungsmäßig ermittelten be- chränken; dagegen wird aber eine überwiegende Vermin- rerung der unfruchtbaren Transportkosten um Hebung der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse eintreten, von der sowohl der Main-Kanal wie der Oder-Spree-Kanal überzeugend Kenntnis geben. Ausland. London, 20. Febr. „Truth" zufolge werden der König und die Königin Ende März Kopenhagen besuchen und ich wahrscheinlich an.Bord der „Victoria and Albert- durch den Kaiser.Wilhelm-Kanal dahin begeben. Der König werde während seines Aufenthalts in Kopenhagen einen Zrivatbesuch beim Prinzenpaar Heinrich von Preußen in Ziel machen. Wahrscheinlich werden der König und die Königin über Deutschland nach Hause zurückkehren. Madrid, 20. Febr. Die hiesigen Zeitungen berichten von Havanna auf Kuba: Die gegen die Vereinigten Staaten errichtete Bewegung im Innern der Insel hat durch das Auftreten einer „geheimnisvollen Jungfrau" neue Nahrung erhalten. Mau erzählt von einem noch fast im AindeSalter stehenden Mädchen, das ähnlich wie Johanna d'Arc auf der Insel umherziehe und den Krieg gegen die Nordamerikaner predige. Sie erzählt von himmlischen Erscheinungen, die ihr zu Teil würden, und wodurch sie die Gewißheit erlangt habe, daß sie berufen sei, die „Kaiserin von Kuba" zu werden. Mehrere Führer der Unabhängig keitspartei haben das Mädchen unter ihren Schutz genommen und ziehen mit ihm durch das Land, indem sie überall iur offenen Auflehnung gegen die Nordamerikaner aufordern. Rom, 20. Febr. Der Papst nahm heute anläßlich des Jahrestages seiner Wahl die Glückwünsche des Kardinals Rampolla und verschiedener Würdenträger des päpstlichen Hofes entgegen. Wien, 20. Febr. Unter großer Erregung begann die jcutige Sitzung des Abgeordnetenhauses. Die Alldeutschen erhoben einen großen Lärm, als Anträge auf Protokollierung der czechischen Petitionen gestellt wurden und riefen: Czechische Mogelei! Wolf: Ich würde nächstens »ebräische Resolutionen einbringen. Der Präsident erklärte odann, er sei gesonnen, das Zensurrecht über die Jnter- rellationen in liberalster Weise auszuüben. Er werde die letrrffende Interpellation in geheimer Sitzung vollinhaltlich vorlesen und das HauS beschließen lassen, ob die Inter lellation vollinhaltlich in der öffentlichen Sitzung vorgelesen werden soll. Abg. Ellenbogen beantragt die Eröffnung der Debatte. Der Antrag wird abgelehnt. Dafür stimmen die Czechen, Alldeutschen und Sozialdemokraten, die großen Lärm erheben. Die Alldeutschen schreien: Unterstehen Sie sich nicht zu zensurieren. Der Jungczeche Brzora fragt, warum der Präsident die czechischen Interpellationen nicht vorlesen ließ. Der Präsident erklärt, er werde diese Frage im Laufe der Sitzung beantworten. Die Czechen schreien: Warum nicht sofort? und machen Lärm. Die Czechen warfen die Vorlagen in die Luft und zwischen Klofatsch und Baron Wassilko entsteht ein Zusammenstoß; sie müssen getrennt werden. Wolf beantragt in längerer Rede, während deren die Czechen und Alldeutschen aneinandergeraten, Schluß der Sitzung. Der Antrag wird abgelehnt. Der Präsident erklärt, er habe sich entschlossen, provisorisch folgenden Weg einzuhalten: Er werde Interpellationen in nichtdeutscher Sprache annehmen und dem Mmister sofort mitteilen, sich dann in Besitz des authentischen deutschen Textes setzen, diesen verlesen und dem stenographischen Protokolle einverleiben. Diese Erklärung wurde fortwährend durch stürmische Zwischenrufe seitens der Czechen und der Alldeutschen unterbrochen. Am Schluffe schrieen die Alldeutschen und die Czechen; die Czechen stürmten die Präsidentenbühne, ballten die Fäuste gegen den Präsidenten und bewarfen ihn mit grünen Ge- schästSordnungSbüchelchen. Der Präsident schloß unter anhaltendem Sturm die Sitzung. — Nach neueren authentischen Mitteilungen hat Wien innerhalb der drei letzten Jahre, etwa 3100 Uebertritte (davon 1100 im Vorjahr) zur evangelischen Kirche gehabt. In Innsbruck ist u. a. ein Neffe des Bischofs von Budweis evangelisch geworden. Budapest, 20. Febr. Großes Aufsehen macht im Abgeordnetenhause eine Rede des Unterrichts-Ministers Dr. Wlassics, der erklärte, daß er seine Hand niemals zu einer Einschränkung des Unterrichts in der deutschen Sprache bieten werde. Diese Erklärung wurde von der großen Majorität des Hauses lebhaft akklamiert. Wlassics verwies auf die ungeheuere Gedankenarbeit der deutschen Gelehrten, speziell auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft; er könne daher nichts einwenden und erblicke keinen Nachteil darin, wenn Professoren der juristischen Fakultät der Budapester Universität sich diesen Geist der vrosnndpn deutschen Wissenschaft assimilieren. Politische Tagesschau. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt aus dem Reichstag untern: 20. Februar: Die Theaterzensur hat es den Reichsboten an-, gethan. Schon der Dritte Schwerinstag ist dein freisinnigen Antrag auf Abschaffung dieser Zensur gewidmet. Heute unterzog zunächst der in den letzten Jahren recht schweigsam geworbene Freisinnsbarde, Abg. Träger, die Thätigkeit des Zensors einer sorgfältig vorbereiteten, stellenweise humoristischen Kritik. Der reichsparteiliche Konsistorialpräsident Abg. Dr. Stockmann bemühte sich alsdann darzuthun, daß der Goethebund, nach seinen bisherigen Kundgebungen zu schließen, unter falscher Flagge segele. Da nunmehr ein Antrag auf Schluß der Diskussion Annahme fand, blieb nur noch das übliche Schlußwort seitens der antragstellenden Fraktion. Man hatte den freiwilligen Anwalt des Goethebundes, Abg. Dr. Müller-Meiningen, da- ür ausersehen. Er richtete seine Pfeile besonders aegen )ie preußischen Minister des Innern Frhrn. v. Rheinbaben und den Zentrumsmann Roeren. Etwa vier Dutzend Kollegen und doppelt soviel Tribünenbesucher hörten ihm anfänglich mit Interesse zu. Je länger aber Dr. Müller prach, desto leerer wurde es im weiten Saale. Als um die vierte Stunde ein Trupp Konservativer vom preußischen Landtag herüberkam und eine geräuschvolle Privatunterhaltung begann, wurde der freisinnige Redner höchst un» l emütlich: „Sie sind hier im Reichstag, und nicht im weußischen Abgeordnetenhaus, wo Sie machen können, was Sie wollen!" rief er mit erhobener Stimme zur Rechten hinüber. Man antwortete ihm mit Gelächter und ironi» chen Bravos. Zu retten war der freisinnige Antrag nicht. Aber die Debatte nahm insofern einen eigenartigen Ausgang, als die Abstimmung über den Antrag Bassermann (nl.) auf Verweisung der Materie an eine Kommission von 14 Mitgliedern durch „Hammelsprung" erfolgen mußte. Dieser ergab die Anwesenheit von nur 147 Mitgliedern (74 ja, 73 nein), also die Beschlußunfähigkeit des Hauses. Präsident Graf Ballestrem beraumte die nächste Sitzung auf 30 Minuten später an. Tagesordnung: Diätenautrag des Zentrums. In der That konnte die Forderung der ausschlaggeben- )en Partei, den Reichsboten „An w e s e n l; ei t s g e l d er" in Höhe von 20 Mark für den Tag — Landtagsdiäten sind in Abzug zu bringen — zu bewilligen, nicht schlagender und zugleich unmittelbarer nachgewiewn werben, als durch die oeben konstatierte Beschlußunfähigkeit der gesetzgebenden Versammlung. Die Abg. Gröber, Dr. Spahn u. Gen. heischen durch ihren Antrag weiterhin freie Fahrt aus ) e n Eisenbahnen für die Reichsboten. Jetzt geschieht die Beförderung bekanntlich nur kostenfrei auf der Strecke zwischen dem jeweiligen Wohnort und Berlin. Mit gewohnter Präzision und glücklichem Humor begründete Gröber )ie Diätenforderung, die so alt sei wie der Reichstag selbst. Auf „diesen" Reichstag ob des schlechten Besuches zu schelten, liege kein Anlaß vor; früher sei nicht minder gesündigt worden. Dies stellte der Redner aktenmäßig fest. Namens der Nationalliberalen erklärte sich Abg. Bassermann irinzipiell für den Antrag Gröber, den er einer Kommission )on 14 Mitgliedern zu überweisen empfahh' Diesem Vor- chlage stimmten zu die Abgg. v. Tiedemann (Rp.), Dr. P a ch n i ck e (frs. Vg.), Rettich (kons.). Abg. B e bei (Soz.) befürchtet, daß dieses „Wenn" die Abänderung des Neichswahlrech-ts betreffe. Doch man rief auf der Rechten flugs und nachdrücklich: „Nein! Nein!" Die Bemerkung des Abg. Dr. Müller-Sagau (frs. Volksp.), die verbündeten Regierungen möchten Vernunft haben, glossierte Präsident Graf B a l l e st r e m witzig mit den Worten: „D i e verbündeten Regierungen haben immer Vernunft !" (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Haußmann- Böblingen (d. Volksp.) appellierte unverzüglich an diese „stets vorhandene" Vernunft, und als Freund der Tagegelder bekannte sich schließlich auch der wohlbeleibte Abg. RöllinaeZ aus dem Elsaß. Der Antrag Gröber konnte also nahezu einstimmig an die Kommission verwiesen werden. Nun hat die Negierung das Wort. Aus Stadt uud Saud. Gießen, den 21. Februar 1901. ** Militärisches. Lt. Frhr. v. Hoiningengen. Huene im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, wurde zum Oberleutnant, Loos, Vizefeldw. im Landw. Bezirk Gießen, zum Lt. der Res. des 3. Großh. Hess. Jnf.-RegtS. (Leib- RegtS.) Nr. 117, befördert. v. Meien, Fähnrich im 5. Großh. Hess. Ins.-Regt. Nr. 168, zur Res. beurlaubt. Unterarzt der Res. Dr. Fischer in Gießen zum Assistenzarzt befördert. ko. Laut bischöflicher Verfügung beginnt für die Diözese Mainz daS allgemeine Jubiläum (hl. Jahr) mit dem 1. Fastensonntage und schließt am 25. August. ** Der Evaug. Kirchengesangvereiu beabsichtigt am Sonntag )en 3. Mälz in der Stadtkirche die „Historta des Leidens und Sterbens unseres Herrn undHeilands Jesu Christi" nach dem Evangelisten Johannes, von Heinrich Schütz in der Bearbeitung des Professors A. Mendelssohn in Darmstadt aufzuführen. Bei vielen werden die Aufführungen der MatthäuSpassion des großen Meisters noch in guter Erinnerung sein. Die erst seit wenigen Jahren der Vergessenheit entrissene JohanneSpassion wird hier zum ersten- male zu Gehör gebracht werden. Sie bringt, wie auch die übrigen Passionen des Meisters einfach die Geschichte deS Leidens Jesu nach den Worten der Schrift ohne jeden Zusatz zur Darstellung. Die Erzählung des Evangelisten, die Worte. Jesu, des Hohenpriesters, deS Pilatus werden von Solisten (Tenor und Baß) gesungen, die deS Volkes vom Chor. Tie* Musik trägt dem entsprechend einen epischen, teils, so in reu ernsten Chören, einen ausgesprochen dramatischen Charakter. •• Eisbahn. Der Eisverein macht bekannt, daß von heute ab die Eisbahn sich wieder in tadellosem Zustande besindet und vom Publikum benutzt werden kann. •• Buren-Versammlung. Am Montag, den 25. Februar 1901 veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschem Verbandes eine öffentliche Burenversammlung in StcrnS Garten, zu der alle Freunde der Buren mit ihren Damen eingeladen sind. Es werden u. a. sprechen der Burenkommandant Jooste sowie der zur Zeit noch im Frankfurter Krankenhause sich befindende Kommandant de Wet. (Näheres buch Plakate und im Anzeigenteil) P. Unser Freund Lattemaun schreibt nnS in arger Entrüstung über die städtische Straßenverfassung in Gießen in einem längeren Briefe u a. folgendes: Die Bürgersteige in ihrer gegenwärtigen Gleischerformation auS Schnee »» M finbitl® S’® iiiülinljeit üngi «8°< Binde m Gesirrt» bra got 2 ühr Stelle der die Bürger! „w y Mr(Ntn neigte Ohrer die Stabt, ei schauer und , W Fest erö Karneval doi b Uhr rin. Jung umjaud thronend, se Hofstaat am -h- D« bet hoherol Herren auS •1. 2anj hier erhielt c Miet wr Sch. Da Mörfelden Ri das Leben sch riet sich durch nngen ergäbe suchung der tot austand. aber in daS langen de Henner Z einzelne Bei nnö zwar i Znfolgedeffer schagnahme fo. Dan slcherungsans i D. erbaut des Großhei erhalten. Damsta «bgehaltenen Distrikt „öti ebenfalls tvtti M nicht schnitt--.^ scheiter ton nahezu 4 M Buchenweller daS Hundert Sch- D allgemein 9 deutschen Hc jiers Me Quelle mito rufes geto fl|3 solider Mer Anspc Gerung get Forderungen d" erfüllen, ermüdlich n NM jt fr "b©fei J®1 die tte «Ö er fr* m E ’ °nders li* $ 8erd« < Ä"'! &S| tz-»: nrnt JSMt hat, Ar i £le8t4* Silent SfiS ÄS ■ ^gele. To I! tens der KL **8; -»et IEr^r. UL °°lc. As m ^"!preußis^ ^Pnvatunter- höchst u„6 ""b nicht im n können, was [e Sur Rechten er und irani- untrag nicht MEaen Ans- Q9 Bchserrnann ue Kommission erfolgen mußte. Mitgliedern eit des Hauses, nächste Sitzung - Aätenantrag ausschlagaeben- eitsgelbe^ lsdiäten sind in chlagender und , als durch die gesetzgebenden 'pahn u. l8en. ie Fahrt aus Jetzt geschieht auf der Streikt erlin. Mit ae. gründete Gröber Reichstag selbst, aches zu schelten, linder gesündigt g fest. Ramens Wassermann inet Kommission h Diesem Bor- iann (Rp.), Dr. bg. Bebel (Soz.) iderung des 211 rief auf der W" Die Be- rf. Wp.), die jähen, glossierte Worten. „Die immer ’&u* hautzmauu« ch au diese „stets c Tagegelder be- bg.Röllinaer ante also nahezu verden. Run Hai ck Sjtinut 190L entöl'11' mit ,»°> 0»«’ Kjii! chAO. n, Wn* 11 . beutlMüt. ’ jum «W* für bie Di!!'!' ' Zchi) »• chG-mS-« iabeiüi'»1 W SA: W g^lchichiefcl? ,‘*%e »i» i««W“ Jaj tabiOol1” en lanI195 gibt16' bis al% SU»1 re*1’ 1 im Seit * $l' s--' Schnee und Eis lassen uns manches Wunder und Zeichen sehen. Hier und da werden junge Damen von den entzücken1 den „Straßenwarzen- geradezu hingerissen. *• Aus dem Theaterbureau. Am Freitag gastiert Herr Hubert Dietzsch vom Nürnberger Stadttheater hier zum letzten Male und zwar als ».Henschel- in Gerhart Haupt «annS Drama „Fuhrmann Henschel". Die „Magd Hanni- spielt Fräulein Henny Schoelermann. X X Lich, 20. Febr. Auch hier hat für einige Tage die Narrheit die Herrschaft geführt, die Narrheit, wie sie das Auge ergötzt und die Lachmuskeln anregt. Am Sonntag wurde in der Turnhalle ein Maskenball veranstaltet. Gestern drang die Rauheit auch in die Oeffentlichkeit. Kurz vor 2 Uhr Mittags versammelte sich die stark modernisierte Kapelle der „Räuber" in Frack und Cylinder und versuchte die Bürgerschaft durch die Klänge ihrer BigotphonS zum „Geben" zu stimmen. Ihr erster Besuch galt den hohen Herrschaften im Schlosse, wo ihr chevalereSkeS Auftreten geneigte Ohren und milde Hände fand. Dann ging es durch die Stadt, ein Triumphzug für sie, was die Menge der Zu schauer und Zuhörer anbetrifft. So war denn mit Musik das Fest eröffnet, die Stadt für den Einzug des Prinzen Karneval vorbereitet. Das wichtige Ereignis trat gegen ö Uhr ein. Bon großem Gefolge umgeben, von Alt und Jung umjauchst, durchzog Prinz Karneval, aus einem Schlitten thronend, seine getreue Stadt, um dann seinem ergebenen Hofstaat am abend eine große Galatafel zu geben. -h- Breungeshain, 19. Febr. Seit einigen Tagen wird der Hoherodskopf von Touristen auf „Skis-, auch von Herren aus Gießen besucht. -1. Lanzenhain, 19. Febr. Schulgehilfe Schreiber hier erhielt ein Bersetzungsdekret nach Schlitz; Schulverwalter Müller von Wallenrod ein solches hierher. Sch. Darmstadt, 20. Febr. Ein junges Mädchen von Mörfelden1 Ried, das vor einiger Zeit heimlich cin<*m Kinde das Leben schenkte, die That anfangs aber ableugnete, verriet sich durch Andeutungen ihrer Mutter. Die Nachforschungen ergaben, daß man das Kind, daS nach der Untersuchung der Sachverständigen gelebt hatte, in der Pfuhlgrube tot auffand. Die Mörderin läugnet noch die That, wurde aber in das Gefängnis hier eingebracht. — Die Er mitte langen der Staatsanwaltschaft in Angelegenheit der GernS Heimer Zuckerfabrik haben nun das u. a. ergeben, daß einzelne Belege zu hohen Buchungsausgabe-Posten fehlen und zwar über Beträge von Mk. 5000 und Mk. 6000. Infolgedessen hat nunmehr die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme der ganze» Akten, Bücher rc. verfügt. fc. Darmstadt, 20. Febr. Dte von der Jnvalidenver- sicherungsavstalt im Großherzogtum Hesien in Sandbach i. O. erbaute Lungenheilstätte hat mit Genehmigung tied Großherzogs den Namen „Ernst Ludwigsheim- erhalten. Darmstadt, 20. Febr. Bei der am 18. und 19. d. Mts. abgehaltenen Versteigerung von Brennholz aus dem D'strikt „Weidenlache- des Darmstädter Oberwaldes wurden ebenfalls wieder recht günstige Preise erzielt, so daß der Tarif nicht unbedeutend überschritten wurde. Durch ichnittS-Erlöse waren: Buchenscheiter 10,60 Mk., Eichenscheiter über 8 Mk., Buchenknüppel über 7 Mk., Buchenstöcke »ahezu 4 Mk., Eichenstöcke 3,50 Mk., für den Raummeter, Buchenwellen nahezu 10 Mk., Eichenwellen 6,65 Mk. für daS Hundert. Sch- Darmstadt, 20. Febr. lieber das seinerzeit allgemein Aufsehen erregende Verschwinden des in den deutschen Heeresdienst kommandierten türkischen Offiziers Memed Akif wird uns heute aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt, daß dieser ein Opfer seines Be-> rufes geworden zu sein scheint. M. A., der allgemein als solider und tüchtiger Offizier geschildert wird, suchte Unter Anspannung aller Kräfte, die ihm von seiner Regierung gewordene Aufgabe, die allerdings besondere Anforderungen an die mit diesem Ehrenamt Vertrauten stellt, zu erfüllen, und war dienstlich und außerdienstlich unermüdlich mit seiner Ausbildung beschäftigt. Jede Minute freie Zeit, ja Tage und Nächte opferte er seinem Studium, dabei seinen Körper oft unverantwortlich vernachlässigend und im Eifer jede Nahrungszunahme meist vergessend. Dazu kam die streng gläubige Lebensweise, die seine Religion verlangt, sodaß die Nerven schließlich überanstrengt wurden. Als er nun auf der vom Regiment veranstalteten Feier zu Ehren der 200 jähr. Krönungsfeier mit einigen Kameraden ausnahmsweise den starken Weinen etwas mehr wie gewohnt zusprach, scheint seine Natur unterlegen zu sein; anders läßt sich sein verhängnisvoller Schritt absolut nicht erklären. Schon am 20. Januar, also am Tag nach seinem Verschwinden, wurde er in der Schweiz angehalten und in Anbetracht seines Verhaltens in eine psychiatrische Anstalt verbracht. Von da sind inzwischen, auf- klärende Nachrichten hierher gelangt. Sein Zustand soll sich soweit gebessert haben, daß er in aller Kürze nach seiner Heimat zurückkehren kann. In das hiesige Regiment wird er schwerlich mehr eintreten. Tas Schicksal des überall beliebten Offiziers, über den sonst in keiner Weise Nachteiliges bekannt ist, wird allgemein bedauert. fc. Wetzlar, 20. Febr. Der Umsatz des hiesigen Vorschuß- und Kreditvereins stieg im Jahre 1900 in Einnahme und Ausgabe auf über 3*/, Millionen Mark. Es werden 6 Prozent Dividende zur Auszahlung gelangen. Der Verein zählte Ende 1900 432 Mitglieder. Frankfurt, 20>Febr. Ein Hausierer, geborener Hessen-Tormstädter, der sich seit 1892 hier aufhielt, wurde ülötzlich geistesumnachtet und durch die Polizei in das Irrenhaus eingelrefert. Bei seiner Aufnahme wurden ihm alle Wertsachen, darunter ein Sparkassenbuch abge- rrommen, und gerichtlich deponiert. Nach mehrmonatlichem Aufenthalt wurde er als geheilt entlassen. Er beeilte sich nunmehr, das Wertdepot zu erheben. Tas Armen- (tint erfuhr nun, daß der Mann Geld hatte, kam aber zu itziät, um das Depositum zu erheben, um davon das aus- Mlegte Geld abziehen zu können. Das Armenamt, nach^- b-cm klar geworden war, daß der Patient noch gar nicht tzier unterstützungswohnsitzberechtigt war, verlangte nun von b*m Ortsarmenverband Darmstadt Kosten er satz, wurde aber Hnrii abgewiesen, weil hier eine freiwillige Spende vor- tikge »nd nicht eine Unterstützung an einen Hilfsbedürftigen Der Betreffende behielt feine 700 Mark, da ein Akt freiwilliger Armenpflege nicht vorliege. Einige Jahre später erkrankte der .Hausierer wieder, und wurde, an Ver folgungswahnsinn leidend — er hielt sich für vogelfrei und dürfe ihn jeder, wer wolle umbringen — auf Grund polizeilicher Anordnung im Irrenhaus ausgenommen. Ties mal brachte er 1100 Mark mit. Als zum größten Teile geheilt wurde er nach einiger Zeit entlassen. Die Stadl bezahlte die Kosten, und erst später erfuhr sie, daß sie es mit demselben Manne zu thun hatte, der die erlangte Freiheit sofort benutzt hatte, sein Depositum zu erheben. Der Prozeß gegen den Ortsarmenverband Darmstadt schlug fehl, weil er nicht mehr den Unterstützungswohnsitz in Darmstadt hatte. Das Gericht wies die Stadt ab, da die Frage, ob dem Armenverband ein Anspruch, auf eine gewährte Armenunterstützung zustehe, ohne daß er darum nachgesucht, durch das Rerchsgesetz geregelt sei. Die Kosten habe der Kläger aufgewendet, ohne daß für ihn eine Verpflichtung dazu vorlag, eine solche sei nur dann vorhanden, wenn es sich um einen wirklich Hilfsbedürftigen handle, eine Hilfsbedürftigkeit sei hier jedoch nicht vorhanden. Eine Hilfsbedürftigkeit könne nur angenommen werden, toemi der Betreffende nicht die not wendigen Mittel, sein Leben zu fristen, gehabt hätte; es fehle demnach an der Voraussetzung der öffentlich rechtlosen Unterstützung und fei es auch nicht nötig, daß der Einweisung ins Irrenhaus seine Entmündigung vorausgehen müsse. Deshalb würde die Klage abgewiesen. fc. Cronberg, 20. Febr. DaS lokale Leiden der Kaiserin Friedrich ist so schwerer Natur, daß man jeden Augenblick auf das Schlimmste gefaßt ist. Herzbeklemmungen und Atemnot setzen der Kaiserin sehr zu. Dabei ist ein beständiges Zurückweichen der Körperkräfte infolge der geringen Nahrungsaufnahme zu bemerken. fo. Fnlda, 19. Febr. Der in allen Kreisen hoch ange sehene Fabrikant August Hohmann in Fulda wurde unter dem Verdacht eines schweren Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. Der Vorfall erregt allgemeines Aufsehen. Uermischtes. * Kiel, 20. Febr. Der Assistent deS physikalischen Instituts der Universität, Bruno Ruppert aus Leipzig, vergiftete sich, indem er aus Versehen einen bisher noch nicht genau festgellten Giftstoff statt des Salzer auf sein belegtes Butterbrot streute. Er war nach wenigen Minuten eine Leiche. Universitäts-Nachrichten. — Der Privatdozent der modernen und vergleichenden Litteratur- geschichte an der Universität München, Dr. R. Woerner, hat einen Ruf als a. o. Professor der neueren deutschen Litteraturgeschiche an dte Unb versität Freiburg i. B erhalten und angenommen. — An der Münchener Tierärztlichen Hochschule ist eine biologische Versuchsstation errichtet worden. Zweck derselben ist, im Interesse der Fischerei und Fischzucht wifftnschaftliche Untersuchungen, insbesondere auf dem Gebiet der Fisch krankheiten, der Fischernährung und Fffchwafferverunreinigung anzustellen, an Fischer, Fischzüchter und sonstige Fischerei-Interessenten Deutschlands Auskünfte und Ratschläge zu erteilen und durch Veröffentlichungen auf dem erwähnten Gebiet ausklärrnd zu wirken. - Der Privatdozent Dr. G. Port ist aus dem Lehrkörper der medizinischen Fakultät der Universität München ausgeschieden. — Der Senat der Universität Berlin hat be schloffen, in der Aula eine Marmorbüste August Wilhelm v. Hofmanns auszustellen, welche die Witwe deS Chemikers der Hochschule zu widmen gedenkt. — Der Prlvatdözent an der Universität Greifswald, Dr. Theodor Posner ist zum Abteilungsdirigenten des chemischen Instituts ernannt worden. — Prof. Dr. Peter, Leiter der Tierklinik im landwirtschaftlichen Jnstilut der Universität Breslau hat seine Professur, zu der er am Anfang des laufenden Wintersemesters berufen wurde, nredergelegt und übe, nimmt die Stelle eines Kreistierarzt.s in Angermünde. — In Berlin hatFräu lein Dr. med. Franziska Tiburtius, die Seniorin der Berliner Aerztinnen das Jubiläum ihrer 25jährigen Berufsthätigkeit gefeiert. — Als Nachfolger des Profeffors Dr. v. Effelsberg in Königsberg, der an Stelle des ver- storbenen Hofrats Albert nach Wien geht, wird Prof. Dr. Bier in Greifswald genannt. — Aus Prag wird berichtet: Hofrat Prof. Dr. Horaz Krasnopolski feierte am Sonntag den 25. Jahrestag seiner Ernennung zum Professor der Prager- deutschen Universität. — Die jüngste europäische Universität, diejenige von Birmingham, hat ein Wappen erhalten. Das oben einfach glatt ab- gffchnittene Schild zerfällt in ein linkes, ein rechtes und ein unteres Feld. Links sieht man einen doppelköpfigen Löwen, der dem Wappen von Sir Josiah Mason, dem Stifter des Mason-College, das jetzt in die Universität aufgegangen ist, entnommen worden ist. Das rechte Feld zeigt ein Meerweib, das die Krönung des Mason'schen Wappens bildete, in der Rechten einen Spiegel, in der Linken einen goldenen Kamm haltend. In dem unteren Feld liegt ein aufgeschlagenes Buch, dessen Blätter die Inschrift tragen: ksr arckua ad alta (Durch Kampf zur Höhe). Gerichtssaal. Soh. Darmstadt, 20. Febr. Durch das Reichsgericht wurde das Urteil der hiesigen Strafkammer gegen den früheren Bahnmeister Stegner, zuletzt in Lampertheim, bestätigt. St war s. Z. wegen Be- trugs, begangen zum Nachteil der ihm untergebenen Bahnarbeiter, zu 8 Monat Gefängnis verurteilt worden. — Ebenso wurde durch Enb scheidung des Reichsgerichts vom gleichen Tage dte Berufung de« Oberlehrers b P. Heinrich Baumann von Lamperth.im gegen das Urteil der hiesigen Strafkammer, die ihn wegen Beleidigung des Kreisschulinspektors, ."sschulkommffsion rc., begangen durch zwei Flugschriften, s. Z. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilte, verworfen. fc. Frankfurt a. M., 20. Febr. Polizeiwachtmeister Altstadt dahier wurde wegen widerrechtlicher Verhaftung eines Wirtes, dem er Feierabend bot, und vorsätzlicher Körperverletzung desselben (durch einen Stoß vor die Brust) zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Darmstadt, 20. Febr. Der Auffichtßrat der „Senf für Handel und Industrie" (Darmstädter Ba-ck) beschloß in seiner heutigen Sitzung, der Generalversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr dte Verteilung einer Dividende von 6 Pro,ent vorzuschlaaen. D'e Bank erzielte einen Reingewinn von 6 858 219,99 Mk.. g eg er übet 8 323 830,09 Mk. im Jehre 1899. DaS Gewinn- und Verlust-Konto pro 1900 ergibt folgende Z ff rn — die korrespondierenden Z ffern d«S Vorjahres find fn Klammern belaefügt: 1. Gewinn auS Effekten (ü er dte Bvchzii sen hinau?) 95 073,58 Mk. (181031,80). 2. Gewinn aus Finanzoperationen und industriell n Unternehmungen (über die Buchzmsen hinaus) 615 429 60 Mk. (1354 716,—) 3 Vereinnahmte Z nsen 8739 54436Mk. (8 044 939,16). 4. Proo sionen 1506405?0Mk. (1 300 979,54). 5 Kommandtten über 4 P ozent Zinsen 760 493 06 Mk. (1548 142,48). 6. Valuten 113 241 74 Mk. (120 261 09) 7. Diverse Emgänge 10 995,62 Mk. (11791.67) 8. Geschäftsunkosten infi. (Steuern und Gratifikationen an dte Beamten 1 903 113,70 Mk. (1660 217,35). 9. Gesch nke und Unterstützungen 60 000 — M' (43000,-). 10. Verausgabte Z'nsen 2 916 933,99 Mk. (2 309 ’ 64,94). 11. Abschreibung auf Immobilien und MobUien 127 839,07 Mk. (129 100,—). 12. Vortrag auf Dekcredere-Konto I.......Mk. (120000,—). 13. Gewinn-Vortrag auf 1901 28269,09 M'.(24923,öS). Die Bilanz wird folgende Z ffrn ergeben: I. Passiva. Aktienkapital 105 000 000,— Mk. (105 000 000). Gesetzliche R s.rve, Besondere Reserve, -sp zia r.scroe iü, ftommenbden und Speztalrefirve für morse R-siken 22 280 261,90 Mk (22 280 261,90). Delc ed-'k Kor to I und II 655 206 66 Mk. (746 458,57). Trotten 36 900636,76 Mk. (34 244 861,20). Avale 6 904 740.90 Mk. (7 030 232 22). Koniokor-ent- Kr-dtio^n: a) täglich sättige Vrrdindlichk.iten 43 210 284 49 Mk. (34 912 667,16). b) D r^tndlichketten mit längeren Terminen 31299093 79 Mk. (23 755 232.05) zus 74509378 28 Mk. (58667899,21). II. Aktiva. Disponible Fonds '8 168 355,97 Mark (72 46U 006,49). Nämlich: Wechsel 26 007 671,15 Mk. (20 383 312,—). Kaffe incl. Kou- pons 11 912 849 93 Mk. (10 617 578,60). Nostri Guthaben 12 «27 377,05 Mark (10 514 504,30). R ports und Lombards 27 620 657,84 Mark (30 944 611,59). Börsengängige Effekten 12 300 929,02 Mk (16 529168,40). Debitoren insgesamt 96 678 685,55 Mk. (82 769 546,83). Hiervon: bedeckte Kredite 73 060 272,32 Mk (66 598 926,63), teilweise bedeckte Kredite 8 523 452,18 Mk.(5 223 634,23), (hierv. nicht bedeckt 3 346 759,68 Mark (2 561 000, - s, unbed-ckte Kredite 8 190 220,15 Mk. (3 9'6 753 75), Aval Kredite 6 904 740,90 Mk. (7 030 232,22). Laufende Operationen (einschließlich Beteiligung bei 5 Terraingeschäften im Betrage von ca. 95 6 000,— Mk. und der früher unter besonderer Rubrik geführten in» dustriellen Unternehmungen 32 239 808,34 Mk. (30 361 735,07). (Som- manditen 27 144 832,67 Mk. (27 147 832,67). Mobilien und Immobilien abzüglich Amortisation 6 069 156,14 Mk. (6 103 419,65). Berlik», 20. Febr. Der „Börse, kurier- elfährt, die Schwierig» ketten 6k Cikßkii Alldeiitschcr ötrboob Montag den 25. Februar, abends S'/2 Uhr ihre Teilnahme bezeugt haben. Alten-Buseck, den 20. Februar 1901. 1505 Mlanz am 31. Dezember 1900 Freiwillige * H vN* Aktiva. Ein« 1000.— Ab- AurgelieheneS Kapital Sa. 554l.iO 1500 Hofmann, Rechner. Müller, Direktor von 1. 2 @ infach möbl. Zimmer auf ersten Mär, zu verm. Steinstr. 66. preis abgegeben. 1504 (1503 Freitag den 22. Februar 1901. Letztes Gastspiel 1498 veraulwortl'ch für den aUgemtinre Zett: P. Wlttko, für den »nzttgemnl: Han« vrck. — Druck und 8erlag der Brühl scd-n UarverfiriNS-Vuch. und ©tevnbruderei (Pietsch Erben) in Sietzen. Vtrslifltdtnts mietnngei LMetgelnche Offene Stellen Zu oerlraufen 10 Pfg 15 Pfg. 20 Pfg. Warenvorrat (n. kauf) Kass noorrat Ausstände Mobilien, 10% fchre bung 4121.22 836 1128.22 660.— 1000 — 168.30 467.75 1293 42 951.63 vMWyooocoowwöK 5 (Siebener tadttheater. Drama in 5 Akten von Hauptmann. 120 — 168.30 Bund der Landwirte, Abt. Hessen. Der derzeitige Landesoorfitzende: Karl Iritfch-Dl-hofm. Wer Rückvergütungsansprüche auf Grund d e r Buchführung unter Entbindung von diesem Vorführ u n g s zw a n ge erheben will, hat sich mit einem diesbezüglichen 'schriftlichen Gesuche an Großh. Bürgermeisterei zu wenden, welche nach Prüfung der vorhandenen Buchführung widerrufliche Genehmigung erteilt. Kommt der Geu>erbetreibende den ihm erteilten Vorschriften nicht nach, oder erhebt derselbe erwiesenermaßen unberechtigte Ansprüche, so kann die erteilte Vergünstigung entzogen werden. Die Vergünstigung kann nur denjenigen Gewerbetreibenden erteilt werden, welche regelmäßig Waren wieder ausführen, geordnete kaufmännische Bücher führen und sich verpflicksien, Auszüge aus denselben nach Ablauf eines jeden Monats, spätestens jedoch bis zum 5. des folgenden Monats an den Oktroiinspektor einzureichen. Später eingereichte Auszüge können eine Berücksichtigung nicht finden. Für die einzureichenden Auszüge sind gedruckte Formulare zu verwenden, welche in der Papierhandlung von W. Klee, Marktstraße 2, erhältlich sind. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Auszüge ist vom Geschäftsinhaber zu bescheinigen, welcher dem Oktroiinspektor auch die Einsichtnahme der Bücher zum Zwecke der Kontrolle gestatten muß. Tie Rückvergütungsbeträge sind in der Zeit vom 15. bis 25. der Monate April, Juli, Oktober und Januar bei der Stadtkasse an den festgesetzten Zahltagen zu erheben. Die bis zum 25. der genannten Monate etwa nicht erhobenen Beträge werden durch den Diener der Stadtkasse gegen Erhebung einer Gebühr überbracht. Diese Gebühr beträgt: bei Beträgen unter 5 Mark „ „ von 5—20 „ Bekanntmachung, betreffend: Die Oktroi-Rückvergütungen. selbst auch nähere Ausku ft zu erhalten ist. Gießen, den 20. ^bru*: 1901. Die Kommission für Gesellen-Prüfungen. I. A.: Traber. Gießen, den 20. Februar 1901. Der einer: Doehler. Drei möblierte Zimmer gesucht zum Sommersemester in der Grünbergerstraße oder deren Nähe. Offerten unter B L 0573 an die Expedition dieses BlatteS- Bekanntmachung. Da» 6. Ziel Gemeindesteuer pro 1900/1901 ist innerhalb 8 Tagrn bei Meldung dec Betreibung zur hiesigen Stadrkoffe zu bezahlen. Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/, Uhr- des Grtsgeweröevereins Hießen. Es werken hierdurch alle Handwerkslehrlioge von Gietzen und Umgegend, w lche ihre Lehrzeit in diesem Früh] ihr ganz oder nihezu b enben, beziehentlich im vorigen Jahre oder noch früher bereits ausgelernt h Uten, amgefo dert, sich an der freiwilligen Gesellenprüfung zu beteil gen. Die Prüfung in kostenfrei. Anmeldungen sind spülest'ns bis zum IO. März d. I. in der Gewerbeschule — Asterweg 25 — abzugeben, wo- Im Namen der Hinterbliebenen: Christian Scriba, Pfarrer, und Frau Meline, geb. Gross. Um eine bessere Kontrolle bei der Wiederausfuhr Waren, für welche Oktroi-Rückvergütung beansprucht wird, zu ermöglichen, und um andererseits den Interessenten, soweit sie eine geordnete Buchführung haben, den Nachweis der Ausfuhr solcher Waren zu erleichtern, sollen nach Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung folgende Bestimmungen vom 1. März 1901 an maßgebend sein: Eine Vergütung der bezahlten Oktroibeträge bei der Wiederausfuhr findet nur dann statt, wenn die int Oktroi- tarife festgesetzten Mindestmengen täglich erreicht werden. Die Gegenstände sind am Ausgangstbore dem Erheber zum Zwecke der Kontrolle vorzuführen und schriftlich nach Quantität und Qualität zu deklarieren. Hausen, den 20. Februar 1901. MmrMastlicher Konsumvttkiu |u Zausen Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. 0579] In fckönem, freigelegenem Hause, Nähe der Aula, gr Sechs- Zimmerwohnung mit Badezimmer, Mansarde, Boden, gr. Trock-nbod, Bleichpl., Garten, Wasserklosett, im 3. St, per 1. Juli für 750 Mk. zu verm Off, u Nr. 0579 bef. d Exv. Gießen, den 19. Februar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Couverts mit Firma bUtigft vrühl'sche llnioersltätr-vrutterel. Provinslat-Versammlung des Mundes der Landwirte für die Provinz Oberheffeu 0580s Ein eleg. Siegtvageu, ein Sirformtlappstuhl, ein Lauf« stuhl, sehr gut erhalten, zu ber 11, i. am Sonntag den 24. Februar, nachmittags 58 Uhr im Gafthaufe Zu den drei Schwertern. Wünner-Hurnverein. Samstag den 583. Februar, _______ abends 8»/t Uhr: Winterfest in Steins Saalbau. Wir bitten um zahlreichen Zusmuck. "88 Dee Vorstand. Tages-Ordnung: 1487 Die gegenwärtige und zukünftige Handelrvertragspolitik. Referent: Der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Herr Reichsiagüabgeordneler Dr. Roes icke-Gerrdorf. Die Bundesbewegung in Südwest-Deutschland. Referent: Herr Reichstagsabgeordpeler C. Lucke-Patershaulen. Alle Mitglieder und Freunde des Bundes der Landwirte werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. £T\er 2. Stock, S Zimmer, Küche nebst all. Zubehör, per 1. Aprtl ob. fröter zu verm. Wolfstr. 17. K hi* Lijutrp i)le I1 «erben“ "' 01 Die Zahl der M tglieder betrug Ende 1899 Während 1900 gingen zu..... 1506 „ M w ab..... Daher Stand der Mitglieder Ende 1900 . guinalW ° SS- Jc( wSchrnNlch fc:?“1” Gießener Mer-Ckd. (Wohlth'ätigkeits.Verein.) Sonntag den 24. Februar, von nachmittags 4 Uhr an: Waslren-KränzHen in Lonys Bierkeller (C. Loth). Nur für Mitglieder. Es ladet freundlichst ein 1601 Der Vorstand. Z)ie Spieler erscheinen im Anzug mit Instrumente«. Ilt ®ttj ।wOtfel ' geworfen. & ^rgrmrifltt ^richlttstatte tagtäo' ©tPÖlferunq | Wanboi Attische «n( 1 Bad) bttn Man so '*Oeffeni IßeMt »urbi trodtttv föw MStn, Sa. 554t.w . . 66 . . 6 . . 8 . . 69 Setrrfsend: ES wird daß 97 Grün bet Gemarkm Feldbereinigu läge von Wc, !a an dieser dimer mit 99 gustandekonM uch vorgeschrü beteiligten Gr der beteiligten Tas Unte zulässig eracht Slrt. 11 des G Tie vdenerwi ühres Ergebt Jlabt vom 20 Ivenbungen des Ergebnis Lfsentlichung rechnet, mitt, Sterium des * und Gewerbe Zugleich I ffadt wohnent Äffen einen it nächtigten zu im Lause de «folgt Friedbl De. Innigsten Dank sprechen wir allen Denen aus, welche uns beim Heimgange unserer unvergesslichen Tochter, Schwester und Schwägerin Anna Scriba „ „ „ 20—50 „ „ über 50 „ 30 Pfg. Falsche Deklarationen an den Hebestellen oder falsche Beurkundungen in den Büchern, durch welche eine unberechtigte Vergütung zu erlangen gesucht wird, werden nach den Bestimmungen des § 22 des Oktroireglements vder im gegebenen Falle nach den Bestimmungen des § 263 des Reichsstrafgefetzbuches geahndet. Gslegenheitskgyfü! Ein Poeten Korsetts wird, so lange der Vorrat reicht, unter Eink&ufa- IFr. Teipel Marktplatz. Marktplatz. Stadt. Schlachthaus. Freibank. usi Heute und morgen: Kchwkivkflkisch 50 Kfg. Achmch 60 pfg. Alle Mintttschuhwatkil offeriere wegen vorgerückter Saison zu bedeut, ermäß. Preisen. 1502 Witt». Herbert, Marktplatz 2. Wir suchen für Ostern einen Lehrling mit guter Schulbildung. 1490 ___«och & Kraatz. Kellner-Lehrling m Ostern gesucht. Hasthaus zu den drei Liudeu. K. Htto. 05v7 hunger HauSbursche per X) sofort gesucht. 0574 Earl KreuSdorf, Ecke Neustadt Ich suche zum 1. April gegen hohen Lohn cm braves Mädchen für die Küche. 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Zu dieser Versammlung laden wir alle deutschgesinnten Frauen und Männer ein. Der Vorverkauf aller Plätze findet statt durch Herrn Hof- und UnioerfitätS-Vuchhändler Angust Frees, Seltersweg. Der Ueberschuß kommt der Burensammlung des Alldeutsch'N Ve bande» zu vnd wird für die Frauen und Kinder gefallener, gefangener ob et im Kampfe stehender Buren verwendet. i4QQ Der Vorstand.