•7 7S j(_ 80 00 i 82 00 ' 82 00 * 00 00 76.50 * 76.30 ’ richt. Februar MMÜt ■nk . )aho - 21116 ■ 1M8O - 18450 ■ U9.3O ' ■ 152 50 • ' 143.10 • >1^50 ' -18110 - • 17810 • - 167 30 fangen Äetttt 1 2 2 ßernhA Ich! ied bimnut 6o«NknIchim - 1-5« €. ■ 14.1» s 0572 ltereim 10^ »ttw pW wW' chU iessen ein-Fabrik 3ahnhöfen. ier Auifüh- jen. rtilfftWi»«!’- 1061 .n jun. r*Ä .ft 1. 6PPD1fs, 6nx6- 12^8 tiLttfr 21^° '! M W*W’ 5^.-* ?L'>L ü”' Kd,"- Nr. 45 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 22. " ebrnar 11)01 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener ZamillkN- blätter werden dem Än, zeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" und „Blätier für Hess. Volkskunde" vier, mal wöchentlich beigclegt. Annahme oon Mnieigen Cber nachmittags für den senden Tag enchrtncnden Rummtr bi6 vorm 10 tlbr Abbrsteilungen fpätcfienB abends vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftrahe 7. GietzenerAnzeiger Genera!-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Bezugspreis vürirliSbri. Ml. 2.20, monatl. 75 Pfß. mlt Bringerlohn; durch b« Abholestcllen vierteljähri. Mk. 1.90, monatl. 65 Plg. Bet Postbezug vierteljährl. MI. 2.00 ohne Bestellgeld. Cdc Slnzriorn BermiiilungK« Hellen dcS In- und SluSlandeA nehmen 81 meinen für ben Gieftenn Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS total iS vfflv auv»SrtS 2V Psg. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sichen. FernsprechauschliißsNr.bl. Amtlicher Fell. Bekanntmachung. Bon dem zur Deckung der Geländeerwerbskosten für den Bahnbau Grünberg—Londorf durch den Kreis Gießen in 1895 aufgenommenen Anlehen von 80 0O0Mark find die Obligationen Lit. A Nr. 33 zu 1000 Mk. und Lit D Nr. 14 und 99 zu je 100 Mk. durch das LoS zur Rück zahlung per 1. März d. I. bestimmt worden. Gießen, den 15. Februar 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Berstadt. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß 97 Grundeigentümer, die mit 543,86 Hektar Land in der Gemarkung Berstadt begütert sind, unterschriftlich die Feldbereinigung in der Gemarkung Berstadt und die Anlage von Wegen in den Obstbaumstücken beantragt haben. Da an diesem Unternehmen im ganzen 403 Grundeigentümer mit 993 Hektar Land beteiligt sind, so ist für das Zustandekommen des beantragten Unternehmens die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheit (mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten Fläche besitzen) vorhanden. Das Unternehmen ist von der Landeskommission für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär nach Art. 11 des Gesetzes vom 28. September 1887 bestellt worden. Die obenerwähnten Anträge nebst einer Zusammenstellung ihres Ergebnisses liegen bei Großh. Bürgermeisterei Berstadt vom 20, l. Mts. bis 27. l. Mts. zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses sind binnen 14 Tagen von oer ersten Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei Großh. Mini» sterium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe in Darmstadt geltend zu machen. Zugleich fordere ich die außerhalb der Gemarkung Berstadt wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in der Gemarkung Berstadt wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, 6a eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Bereinigungsversahrens an sie nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 11. Februar 1901. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Sandmann. Auf fremder Scholle. Der Jahresbericht der Reichskommission für das Aus- wanderungswesen, der in nächster Zeit dem Reichstag zugeht, pflegt diese wichtige Frage der Nationalwirtschaft in den Bereich der öffentlichen Erörterung zu stellen. Auch in diesen auf Grund eingehender Ermittelungen verfaßten Berichten spiegelt sich die wirtschaftliche Entwickelung Deutschlands während des verflossenen Jahres wieder. Da diese Drutscher Reichstag. Berlin, 20. Febr. Bei der fortgesetzten Beratung der Anträge betreffend die Aufhebung der Theaterzensur führt Abg. Träger (fr. Vp.) aus, der Reichstag sei in dieser Frage zuständig. Nicht der Inhalt eines Stückes, sondern die vorauszusehendr Wirkung desselben auf das Publikum soll die Zensur bei ihrer Thätigkeit leiten. Hierbei seien natürlich grobe Fehler unvermeiolich, denen auch ein Sach- verständigen-Beirat preisgegeben sei. Die Freigabe verbotener Stücke sei die größte Reklame für diese. Seine Partei wolle nichts anderes als Preßfreiheit für die Bühne. Hintertreppenromane schlimmster Sorte gestatte man, ernsthafte Dramen würden dagegen verboten. Jene schaden der Volksseele gewiß unendlich mehr als diese. Wenn einem Dichter eine Anzahl gefährlicher Stellen auL einem Stück gestrichen würden, so könne er es doch mit allen diesen Stellen drucken lassen. Wer ihm, dem Redner, hier eine Spur von Logik Nachweisen könne, dem sei er bereit, eine seinen Vermögensverhältnissen entsprechend« Belohnung zukommen zu lassen. Es werde nie möglich sein, daß jedes junge Mädchen in jedes Theater aehen kann; die Eltern müssen eben über den Charakter der Theater unterrichtet sein. Durch die Zensur würde auch der Gewerbe-Betrieb schwer beeinträchtigt. Es liege im Belieben der Polizei, welche Entscheidungen sie fälle. Wir haben eindramatische Litteratur und eine Darstellung, die auf de» Höhe stehen. Der Kunst, die in so.hoher Blüte steht, darf?lichß eine unwürdige Beschränkung auferlegt werden. Abg. Stockmann (Rp.) verteidigt sich gegen den Vorwurf, daß der Goethebund unter falscher Flagge segle. Redner erkennt die Fehler der Zensur an und hält es Hi» wünschenswert, daß eine Zentralbehörde geschaffen weroe, sodaß nicht mehr Stücke in der einen Stadt aufgeführt, in der anderen verboten werden. Hierauf wird ein Antrag auf Schluß der Erörterung angenommen. In seinem Sck)lußwort hebt Abg. Tr. Müller-Meinigen (fr. Vp.) die Lebhaftigkeit der dreitägigen Debatte und die erfreuliche Haltung der Presse hervor. Er wundert sich über die Kampfesweiss des Ministers v. Rheinbaben, sowie daß dieser im Reichstage nicht anwesend sei; ihm fehle wohl hier der Resonnanz^- boden, oen der Minister im Abgeordnetenhause habe. De» Redner wendet sich gegen einzelne Ausführungen der Abgg. Bassermann, Stockmann und v. Kardorff, welch letzterem er nicht in demselben Tone erwidern wolle, den dieses Redner im Abyeordnetenhause angeschlagen habe. Wen« ihn (Müller) nicht die Achtung vor dem Alter des Herr« v. Kardorff und dessen lange Zugehörigkeit zum Hause hindern würde, möchte er seine Redeweise als salopp bezeichnen. (Präsident Graf B a l l e st r e m macht den Redner» Darauf aufmerksam, daß selbst verklausulierte Beleidigungen nicht zulässig seien.) Herr v..Kardorff habe jedenfalls seine Unfähigkeit zu einer sachlichen Debatte bewiesen. Abg. Roeren, der sich auf Prof. Mommsen berufen habe, sei damit gründlich hereingefallen; Mommsen habe, was Roeren von ihm behauptete, bestritten. Wir werden nicht ehe» ruhen, bis Abhilfe vom Reichstage kommt. Damit schließt die erste Beratung; die Abstimmung über den Antrag auf Ueberweisung an eine 14gliedrige Kommission findet durch Auszählung statt. Es ergiebt sich Entwickelung eine ungünstigere Wendung genommen hat, ist anzunehmen, daß ein Steigen der Auswanderungsziffer konstatiert werden wird. In den an der Auswanderung interessierten Kreisen rechnet man dem Anschein nach damit, daß auch im laufenden Jahre zahlreiche Deutsche jenseits des Ozeans ihr Heil versuchen werden. So beabsichtigt der Deutsch-brasilische Verein eine Reihe von Vorträgen über Wirtschafts- und Kolonisationsvcrhältnisse in Brasilien zu veranstalten. Ferner soll durch Herausgabe einer Monatsschrift und Auskunftserteilung die Aufmerksamkeit der Europamüden auf Brasilien gelenkt werden. Grundsätzlich läßt sich gegen die Wahl des hier in Betracht kommenden südlichen Brasilien, wo bereits blühende deutsche Kolonien sich befinden, nichts einwenden. Es wäre falsch, auf Grund von Privatbriefen dorthin ausgewanderter Landsleute, wie sie -ab und zu von Zeitungen veröffentlicht werden, ein absprechendes Urteil au fällen. Es ist dort, wie überall: dem Einen glückt es, oem Andern nicht. Fest steht aber, daß nur der Aussicht hat, vorwärts zu kommen, der ein wenn auch bescheidenes Kapital sein eigen nennt und körperliche Arbeit nicht scheut. Die meisten Auswanderer treten erfahrungsgemäß mit ganz unklaren Vorstellungen die Reise an. Vielfach ist es Abenteuerlust und die alte deutsche Wanderleidenschaft, die sie in die Ferne treibt. Deshalb erwächst der Presse die Pflicht, immer wieder darauf hinzuweisen, daß in der Mehrzahl der. Fälle die Heimat ungleich größere Garantien für eine auskömmliche Existenz bietet, als die Fremde. Das mögen sich besonders die Ackerbauer gesagt sein lassen. Eine aller Sorgen enthebende Unterstützung können auch Kolonisationsgesellschaften dem Ackerbauer beim besten Willen nicht bieten, weder in Brasilien noch irgendwo sonst. Der Verein für Auswandererwohlfahrt hat sich die dankenswerte Aufgabe gestellt, die Auswanderung in nationale Bahnen au lenken. Die Möglichkeit, heimmüde Landsleute für Die deutschen Schutzgebie te au interessieren uno so unmittelbare Beziehungen zwischen den ausgewanderten Volksgenossen und dem Mutterlande aufrecht zu erhalten, ist in der im Mai Vorigen Jahres zu Hannover stattgehabten Konferenz für Auswanderungsfragen eingehend erörtert worden. Die Versammlung war der Auffassung, daß von den deutschen Kolonien zur Zeit nur Südwestafrika zur Besiedelung geeignet sei. Die Auswanderung namentlich Unbemittelter dorthin verspreche jedoch nur dann Erfolg, wenn sie im Anschluß an eine solide Siedelungsgesellschaft geschehe. Diesen Gesellschaften müsse aber die Regierung ein größeres Entgegenkommen bezeigen, wenn sie zum Träger der Auswanderung nach dem Schutzgebiet werden sollen. Zur Zeit kann also von einer Organisation der Auswanderung nach Deutsch-Afrika noch nicht die Rede sein. Die Wenigsten von denen, die in diesem Jahre, und in den Frühlingsmonaten besonders zahlreich, zum Wanderstab greifen, werden der deutschen Volksgemeinschaft erhalten bleioen. Möchten sie nur dem Deutschtum nicht verloren gehen! Sie werden es nicht, wenn sie den Rat der sich mit Auswanderungsfragen beschäftigenden deutschen Vereine und Gesellschaften einholen und mit diesen in Fühlung bleiben. Tie Zeit ist hoffentlich nicht mehr fern, wo auch in Deutschland ein staatliches Auskunftswesen für Auswanderer errichtet wird, wie es in England, Belgien und der Schweiz bereits besteht. Gießener Stndtthealer. Augeudfreuvde. Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda. In der I. G. Cotta'schen Buchhdlg. Nachf. in Stuft gart erschien kürzlich ein vortreffliches Buch unter dem Titel: „Die deutsche Lyrik des 19. Jahrhunderts. Eine poetische Revue, zusammengestellt von Theodor v. Sos «osky." Dieser 464 Seiten zählende Band will ein Spiegelbild der gesamten deutschen Lyrik des verflossenen Jahr Hunderts geben, und erfüllt diese Aufgabe fast lückenlos. Von Ernst Moritz Arndt, Chamiffo und Schenkendorf bis auf den jungen Wiener Hugo v. HofmannSthal, Georg Busse Palina und Max Dauthendey ziehen die deutschen Lyriker in langer Reihe vor uns auf mit ihren besten und charakteristischsten Gedichten. Auch Ludwig Fulda ist in der umfänglichen Quartierliste der deutschen Lyriker aufgeführt mit einem Gedichte. Es heißt „Hoffnung", und ich möchte ein paar Berfe daraus um so lieber zitteren, als dadurch wieder einmal der Beweis geliefert wird, wie fich das liebenswürdige und anmutige Talent dieses Dichters, sein feiner Witz und seine ernste Betrachtung der Dinge in einem kleinen Gedichte vollkommener offenbaren kann, als in einem langen Theater stück. Ein paar einfache Bcrse vermögen unter Umstanden die Anteilnahme des LcserS eher zu wecken, als ein abendfüllendes Stück. Man denke sich einmal hinein in Fuldas Serse: Hoffen, hoffen, ewig Hessin! Wie das Trugbild lockt und zerrt! Immerdar der Himmel offen Bub der Weg dahin versperrt. Unbelehrbar, weit und weiter, Non der Hoffnung überhitzt, Steigt man auf der Himmelsleiter, Bis man in den Wolken fitzt. Und er fährt fort: Tief im Nebel, in der Näffe Hält man triefend, keuchend Schau und gelangt zu der Einsicht, daß alle „Püffe nach der Klarheit, nach dem Blau" verrammelt find. Anfangs war er darüber „arg verschnupft", nun aber hat er fich philosophisch beschieden: „Druiden hofft es sich am besten, Und wer stcigt, der zweifelt schon/ Er hat empfunden, daß er einst mit seinem f. Z. sehr günstig aufgenommenen „Verlorenen Paradies", einem recht tüchtigen Schauspiel, und dem sehr hübschen, aber doch über Gebühr bestaunten „Talisman" höher gestiegen war als er es Der diente und als er für feine Zukunft gehofft hatte. Er hat eingesehen, daß er nur noch „drunten" auf Lohn zu hoffen hat, daß feine Sphäre von den Höhen der Dichtkunst himmelweit entfernt ist. Sein enormes formalistisches Talent hatte ihn weit über seine Kraft hinaus geführt auf ein Ge filde, auf dem er unsicher tastete und experimentierte. Und als man da Bestimmtes und Sicheres von ihm verlangte, da gab er uns „feine Zwillingsschwester", die, nach allem, waS man von ihr hört, hübsch, recht amüsant, nett re. ist eine niedliche Nichtigkeit. Auch mit feinen „Jugendfreunden" ist seine Kunst nach Brot gegangen, das er, der reiche Frankfurter Kaufmannssohn, Gott sei Dank wahrlich nicht nötig hat. Stofflich hat diese? Stück einige Ähnlichkeit mit einem alten Beneoix'schen Stücke, das Bcnedix selbst wohl für ein Mufterlustspiel hielt, denn er gab ihm den Titel: „Ein Lustspiel", wohl weil alle sich kriegen. Allerdings zeigt gerade die stoffliche Verwandtschafi )en Unterschied zwischen Fulda und Benedix. Dieser führt in philisterhafter und unkontrollierbarer Weise die Ehescheu eingefleischter Junggesellen ad absurdum, indem er jeden eine Frau finden läßt und mit den vier Verlobungen den Schluß macht. Von FuldaS vier Jugendfreunden sind drei schon im ersten Akte für den Ehepantoffel reif vom BuUM der 20jährige» Freundschaft gefallen, und nur bet vierte bewahrt feine Ehescheu bis zum letzten Akt, wo auch er sich bencdixisch verlobt. Das Wichtigste aber für Fulda sind die beiden müderen Akte, in denen auf ergötzliche Art und lebensecht dargestellt ist, wie alte treue Kameraden auseinanderkommen könne» wegen lächerlicher Nichtigkeiten, wenn es den bösen Frauen so gefällt. Wie das geschieht, wie ein hingeworfeneS Wort verletzt und erbittert und von Mund zu Mund sich verschlimmert, wie sich die Frauen gegenseitig in die gefärbten Haare geraten, das ist wirklich höchst amüsant gemacht. Ein ernstes Lebensding wird mit heiterer Satire umspielt. Geschmack und Grazie, Witz und Laune sind die vier Trauzeugen der vier Pärchen. Aber Fulda hält sich nicht auf diesem litterarischen Niveau, das ihn von Moser und Schönthau scheidet; anstatt höher zu klimmen, fällt er hoffnungslos in einen Poffenton, dem künstlerischer Ernst und sogar Vornehmheit des Denkens fehlen, weil so etwas manchmal Kassenerfolg hat und populär ist, vielleicht auch macht. Auch wie trotz der trüben Eheerlebniffe der Kameraden gerade der Ehefeindlichste von allen veranlaßt wird, eine Eye zu schließen, das hat der Dichter mit einer Flachheit behaud.lt, die au Benedix grenzt. In der humoristische» Verinnerlichung dieses Gemüts. Motivs hätten Dichter anderen Schlages, hätten Hauptmann oder Wolzogen gerade ihre eigensten Kräfte bewährt. Fulda versagt eben hier und kann auch hier nur leichthin scherzen. Doch das ginge noch; was aber find das für Scherze wie z. B. der mit der Zigarrenkiste. Bisweilen ist ihm der satirische Stachelgürtel ganz entfallen und er trägt das Hanswurstgewand eines Mannftüdt. Fulda soll feinen eigenen Jugendfreundeskreis in dem eine Stimmenzahl von 74 für, 73 gegen Ueberwcifung an eine Kommission; das Haus ist somit beschlußunfähig. Nächste Sitzung um halb 5 Uhr. Tagesordnung: Diäten- Antrag. Schluß der Sitzung gegen 4 Uhr. — Um halb 5 Uhr wird die nächste Sitzung eröffnet. Abg. Gröber (Zentr.) begründet den Antrag auf Gewährung von Diäten an die Mitglieder des Reichstages; der Antrag sei so alt wie der Reichstag selbst. Entscheidend für die Partei des Redners sei die Rücksicht auf die Wähler, deren Interesse eine größere Auswahl unter den zur .staii- didatur geeigneten Personen verlange. Viele vortreffliche Männer seien nicht in der Lage, zu kandidieren, weil sie nicht auf eigene Kosten längere ;3eit in Berlin verweilen können; so seien auch die Klagen über die geringe Präsenz des Hauses seit den 70er Jahren wiedergekehrt. Redner betont schließlich, daß sämtliche deutsche Bundesstaaten ihren Landtagsabgeordneten Diäten gewähren. Abg. Bass ermann (natl.) erklärt, seine Partei stimme dem Anträge zu, behalte sich aber Einzelheiten in der Formulierung vor. Bei den heutigen Zuständen sei eine Auswahl unter den Kandidaten nur sehr enge, deshalb steige auch die Zahl von Inhabern von Toppelmandaten, was nicht wünschenswert sei. Der Redner schlägt die lieber Weisung des Antrags an eine I4gliedrige Kommission vor. Abg. v. Tiedemann (Reichsp.) stimmt dem Antrag Bassermann zu. Abg. Dr. P a ch n i ck e (frei). 53er.) sieht in der Ueberweisung des Antrags an eine Kommission, daß der Reichstag diesesmal energischer vorgehen wolle. Abg. Rettich (kons.) führt aus, ein Teil feiner politischen Freunde verhalte sich dem Anträge gegenüber ablehnend, ein anderer Teil sei bereit, der Frage näher zu treten und sie in der Kommission zu beraten. Abg. Bebel (Soz.): Der Reichstag hätte längst Diäten, trenn eS keine Sozialdemokraten im Reichstage gäbe. Wir haben gegen die Einführung von Diäten nichts einzuwenden. Abg. Gräfe (Reformpartei) betont, die Diätenlosigkeit leiste der Sozialdemokratie Vorschub. Abg. Dr. Müller-Sagan (freis. Volksp.) erklärt, seine Partei halte Kommissionsberatung eigentlich nicht mehr für nötig, habe aber nichts dagegen. Abgg. Haußmann (d. Volksp.) und Röll in g er (Zentr.) sprechen sich für den Antrag ans, her einer vierzehn- gliedrigen Kommission überwiesen wird. Morgen: Post-Etat. Schluß dreiviertel 6 Uhr. Politische Tagesschau. Das offiziöse Wölfische Telegraphcnbureau verbreitele gestern einen längeren Artikel der russischen „Handels- und Industriezlg." Über die Gestaltung unserer Handelsverträge, den wir wegen Raummangels nicht veröffentlichen konnleu. Es hieß darin u. a., daß die russische Regierung sich auch bereits mit der Erneuerung der Handelsverträge mit Deutsch, land beschäftige. Dann setzt das Blatt auseinander, daß die russische Regierung sich nicht mit den Parteien ins Cinvec- nehmen zu setzen brauche. Weiter wurde gesagt: ^,Jeder unabhängige Staat hat das Recht, beliebige Bedingungen für feinen auswärtigen Handel aufzustrllen, und wenn z. B. Deutsch» land, das leit langer Zeit in Beziehungen mit Rußland steht, zugeben i'ann, daß es bei dem enormen Anwachsen der Industrie und dem aufs Aeußerste getriebenen Wettbewerb der Produkte vorteilhaft ist, dem Ar» beiter viel teueres Getreide als von seinem Gegner konsumiert wird, zu bieten, und wenn der Reichskanzler kein anderes Mittel zur Wahrung der produktiven Kräfte seines Landes kennt, als weitere Der teuerung des Getreides, so darf hieraus nicht geschlossen werden, daß der Reichskanzler, dem die gegenwärtige ökonomische Lage der Staaten zur Genüge bekannt ist, bei seiner Mitteilung die Absicht verfolge, jemand glauben zu machen, daß Rußland auf einen solchen Vertrag, bei dem seine landwirtschaftlichen Produkte noch höher verzollt werden, eingehen wird. Die „Jndustriezeitung- meint dann, Rußland könne sein Getreide Überall absetzen; Rußland werde gegebenenfalls gleiche Maßregeln treffen. Auch wird in Aussicht gestellt, daß Rußland den bei ihm Handel treibenden rc. Deutschen ungünstigere Bedingungen stellen würde, und darauf auf merksam gemocht, daß nur wenige Russen im Auslande einer derartigen Thätigkeit sich hingeben. Es ist nun interessant zu sehen, wie sich die agrarische „Dtsche. TageSztg." zu diesem Artikel stellt. Sie schreibt: „Es war vorauszusehen, daß vom Auslande Versuche gemacht werden würden, auf die Gestaltung unserer Handelsverträge Einfluß zu gewinnen. Ebenso wundern wir uns nicht darüber, daß das Wölfische T-legrophenbureau sich zum Sprachrohr derartiger Beeinfluffungs-, saaen wir lieber Einschüchterungsversuche machen würde. ES dient in diesem Falle den Interessen der Börse und kann nicht als offiziös angesprochen werden.....Wir haben diese Auslassung andeutungsweise wieder- gegeben, nicht, weil wir ihr irgend welche Bedeutung beilegen, sondern w il anzunehmen ist, daß die freibändlerische Presse sich mit Gier auf diesen allerdings recht mageren L.ff-n stürzen wird. Die völlige Verständnislosigkeit, mit der die „Hand.lS- und Jndustriezeitung" der deutschen Agrarfrage gegenüber fleht, läßt fast die Vermutung aufkommen, daß unsere Börsenkretse das Material zu jenem Aufsatz geliefert haben, der einer Stilübung im „Berliner Tageblatt" oder einem ähnlichen Blatte wie ein Ei dem andern gleicht." Was für einen Blödsinn einzelne englische Blätter ihren Lesern über den Deutschen Kaiser erzählen, ist manchmal geradezu haarsträubend. Neueroings Hot die Zeitschrift „The Sketch" ein Geschichtchen verbreitet, dessen Absurdität auf der Hand liegt, das aber von vielen deutschen Zeitungen der Wiedergabe für würdig erachtet wird, zum Teil vielleicht aus Gründen, die nicht gerade a's schön und lobenswert zu betrachten sind. Danach soll der Kaiser „auSgerufen" haben: „Hätte dieser Krüger gewagt, nach Berlin zu kommen, so würde er dort von einer Abteilung meiner Infanterie mit geladenen Gewehren em pfangen worden fein." Es ist keine Frage, daß der Kaiser diese Worte nicht geäußert hat und nicht geäußert haben kann. Dieser Ansicht ist selbst der Transvaalgesandte Dr. Leyds, der in Brüssel dem Mitarbeiter eines Frankfurter Blattes erklärte, man brauche über die von einem englischen Blatte dem deutschen Kaiser zugeschriebenen starken Worte in Bezug auf Krüger „fein Wort zu verlieren." Es scheint also nunmehr sicher zu sein, daß der Nachfolger des verstorbenen Gouverneurs von Kian- t s ch o u Kapitäns zur See Jaeschke, der Kapitän z. ©J Truppet werden wird. Er kennt Ostasien ganz genau, als Kommandant des kleinen Kreuzers Prinzeß Wilhelm war ihm in hervorragender Weise Gelegenheit geboten, die chine- ischen Verhältnisse genügend zu studieren.' Fregattenkapitän Rollmann hat nur provisorisch die Geschäfte des Gouverneurs versehen. Truppel ist 1874 Leutnant zur See, 1888 Oberleutnant zur See geworden und 1896 zum Kapitän leutnant emporgerückt. Als Oberleutnant befand er sich auf der damaligen in den außerheimischen Gewässern befindlichen Kreuzerfregatte „Prinz Adalbert", dann kam Oskar Truppel auf das Artillerie-Schulschiff „Mars". Als Kapitänleutnant war er zur zweiten Matrosen-Division kommandiert, dann wurde er Führer der ersten Kompagnie der zweiten Torpedo-Abteilung, später erhielt er beh großen Vertrauensposten als erster Offizier auf der „Hohenzollern", weiter ist er auf kurze Zeit deren Kommandant gewesen (Winter 1890). Hierauf wurde Truppel zum Reichsmarineamt versetzt (militärische Abt. unter Kapitän zur See Büchsel). Nachdem er am 19. Mai 1893 tum Korvettenkapitän befördert worden war, kam er als erster Offizier auf den Panzer „Baden", wieder ging er dann nach Berlin zum Oberkommando der Marine (Chef des Stabes Kap. z. S. Tirpitz). 1897 wurde er Fregattenkapitän und 1899 Kapitän zur See. Unter dem Vizeadmiral v. Diederichs, also zur Zeit der Erwerbung des Kiautschou-Gebietes, kommandierte er den damaligen Kreuzer zweiter Klasse „Prinzeß Wilhelm". Wieder nach Berlin zurückgekehrt, wurde er längere Zeit mit Wahrnehmung der Geschäfte des Vorstandes der militärischen Abteilung des Reichsmarineamts beauftragt. Kapitän zur See Truppet ist, so sagt man, einer der befähigsten Marineoffiziere, frei von engherzigem Büreaukratismus. kein Schablonenmeusch, ein Mann der Tirpitzschen Schule und . durchaus geeignet für den schwierigen und verantwortungsvollen Posten eines Gouverneurs ' in Maut schon. Aus Stadl und Fand. Gießen, 21. Februar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! ** Die Zweite Kammer der Land stände hält ihre 38. Sitzung am 27. Februar, vormittags 10 Uhr, ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Ersatzwahl für den Wahlkreis Haupt- und Residenzstadt betreffend. (Berichterstatter: Abg. Backes.) Zur vorläufigen Beratung im Plenum in Gemäßheit des Artikel 33 und 35 der Geschäftsordnung: 2. Antrag der Abg. Noack und Genossen, das Gesetz die Besoldungen der Staatsbeamten vom 9. Juni 1898 betr. 3. Antrag des Abg. Köhler-Langsdorf, die Stellung der Großherzoglichen Regierung im Bundesrat bezüglich der Getreidezölle betr. 4. Antrag des Abg. Ulrich, die Zollerhöhungen auf Lebensmittel betr. 5. Antrag der Abg. Leuw und Genossen, die Ergänzung des Artikel 47 des Gesetzes vom 28. September 1890, die Brandversicherungsanstalt für Gebäude betr. 6. Antrag des Abg. Schmitt und Genossen, die pensionierten Volksschullehrer betr. 7. Vorstellung der Lehrer an der Größh. Taubsttimmenanstalt zu Bensheim, Neuregelung ihrer Gehalts- und Rechtsverhältnisse betr. 8. Vorstellung des Hauptlehrers i. P. Görig in Darmstadt, Erhöhung seiner Pension betr. 9. Vorstellung der angestellten Kreisamtsgehilfen, ihre Gehalts und Anstellungsverhältnisse betr. 10. Vorstellung des Mainzer Angelklubs, den Angelsport im Rhein im Gebiet des Großherzogtums Hessen betr. 11. Antrag des Abg. Leun, die Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel betr. 12. Antrag des' Abg. Leun, die Abänderungen: a) Nummer 32 des Tarifs zum Urkundenstempelgesetz vom 12. August 1899; b) § I7 der Verordnung, die Gerichtskosten vom 23. Dezember 1899 betr. 13. Vorstellung des Großh. Bezirkskassiers Rink zu» Mainz, die Regelung seiner Gehaltsverhältnisse betr. 14. Vorstellung des Bezirkskassiers Haas in Mainz, Dienst- wohnung'o! ezw. Gewährung einer Mietentschädigung betr. 15. a) Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf über die Gemeinde-Umlagen betr. b) die hierzu eingegangenen Vorstellungen: 1) der Bewohner der Grube Messel, 2) der Handelskammer Mainz, 3) der Handelskammer Bingen, 4) des Farbwerks Mühlheim (vormals A. Leonhard u. Cie.) in Mühlheim. (Berichterstatter: Llbg. Dr. Gutfleisch.) -e- Nidda, 20. Febr. Das gestern im Gambruius gefeierte 25 jährige Jubiläum des Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr Nidda, Vetzberg er (eines geborenen Gießeners), verlief in schönster Weise. Der Jubilar stehtz 34 Jahre im Dienste der Wehr und wurde vor 25 Jahren Kommandant der Wehr zu Hungen, dann zu Ortenberg, dann zu Nidda. Er wurde in Begleitung der Feuerwehr- kapelle von einem Fackelzug nach dem Gambrinus abgehott, wo ihm Namens der Wehren von Hungen und "Nidda ein künstlerisch ausgeführtes Ehrendiploui mit geschmackvoll emj Rahmen überreicht wurde. Das Diplom ist von Kunstmaler Fritz in Gießen, der Rahmen von der Möbelfabrik C. Ringshausen hier ausgeführt. Herr Vetzberger verband mit feinem Dank einen Rückblick auf die Entwickelung des Wehrwesens bis jetzt und toastete auf den Protektor) der Wehr, den Großherzog. Herr Feller von Lollar, Präsident des Wehrverbands Oberhessen, trank auf den Jubilar und hob dessen Verdienst um das Zustandekommen des Löschgesetzes hervor. Oberamtsrichter R ö m h e l d gedachte der Wehr von Nidda, Wehrmann Kessel mahnte zum einmütigen Zusammenhalten; Pfarrer Werner gedachte der Feuerwehrkapelle. Der Gattin des Jubilars wurde em Stück gezeichnet haben. Ich kanns kaum glauben, daß ein so überflüssiger Mensch wie der Techniker Scholz je dem Poeten Fulda nahe gestanden hat. Das Stückchen enthält ein paar famose und dankbare Rollen, die gut besetzt nicht wenig für den El folg des Ganzen ausmachen. Unser Ensemble zeigte am Mittwoch, daß es, wenn eS will, für die Darstellung derartiger Schwonkleistungen nahezu volle Begabung besitzt. Wenn die Regie für das nötige rasche Tempo im Zusammenspiel noch ein wenig mehr Sorge getragen hätte, dann wäre die gestrige Vorstellung eine der besten der ganzen Spielzeit gewoiden. Den „Fulda" des vierblätterigen Freundeskleeblattes spielte als Gast Herr Hubert Dietzfch vom Stadttheater in Nürnberg, früher bekanntlich ein beliebtes Mitglied unseres Theaters. Herr D. ist zurzeit Einjährig-Freiwilliger in einem b ryerischen Feldartillerieregiment, und die bayerische M'litär- Berwaltung hat ihm, wie man sich erzählt, zu seinem auf drei Tage berechneten Gießener Gastspiel bereitwilligst Urlaub erteilt. Wahrlich, man hat allen Grund, diese bayerische Weitherzigkeit vor preußischer Engherzigkeit laut zu preisen. Herr D. hat diese Rolle, wie ich höre, bereits vor zwei Jahren hier in einer ThealervereinS Vorstellung dargestellt und zwar mit schönstem Erfolge. Ich muß gestehen, für einen Dr. MartcnS scheint mir Herr D. doch noch zu jung, nicht weltmännisch gereift genug. Die Sprödigkeit dieses Junggesellen von Profession ist eine Folge seiner Blasiertheit, Herr D. aber ist ganz und gar nicht blasiert. Er war mir zu sentimental und zeigte nicht den überlegenen Humor eines durch Höhen, Tiefen und Untiefen mit gefesteter Sicher heil ge djrittenen Lebemannes. Ich glaube, es mangelt ihm dazu auch an Lebenserfahrung, die em reiferes Alter gerade vornehmlich dem Künstler zu bringen pflegt. Auch vermißte ich fast allenthalben die Ungezwungenheit in Worten und Bewegungen; da war noch zuviel auswendig Gelerntes, zu wenig Intuitives, dem Augenblick unmittelbar herzlich Entquollenes. Wenn z. B. ein Schriftsteller zu stenographischer Niederschrift diktiert, dann fließen ihm nicht wie aus einem Buche die Worte heraus, sondern sie gestalten sich erst, eelisch vom Moment belebt, bald langsam, bald in lebhaftester Ueberhast, zu einem Buche. Ein solches Diktat hat nichts Mechanisches an sich, sondern ist Geist von des Diktierenden Geist, eS wirkt nur, wenn es als solches sich äußert, auf )en Niederschreibenden. Auch der Verkehr mit den Freunden hatte nicht die ungebundene Natürlichkeit. In anberm Szenen wieder zeigte er, namentlich den Damen gegenüber, ritterliche Gewandtheit und vornehme Diskretion, auch wohl hier und da einen hübschen, leichten Anflug von Ironie. — Sein Derblay mag den Wünschen der Allgemeinheit voll kommen entsprechen. Auf seinen „Fuhrmann Henschel" bin ich gespannt. Unsere Damen und Herren waren im ganzen sehr vergnügt und machten ihre Sache recht nett. Der Musiker- Winckler kann freilich mehr Tiefe des Empfindens und Liebenswürdigkeit des Herzens zeigen, als Herr di Balthyni da von sehen ließ, er war aber so munter, von so burschikoser Fidelität, wie ich ihn noch nicht gesehen habe, und erregte mehrfach herzliche Heiterkeit. Auch Herr Marlitz zeigte die ihm vom Autor vorgeschriebene zappelige Burschikosität und drollige Verliebtheit; nur muß sich der jugendliche Darsteller, der übrigens gute Fortschritte macht, das zeitweise zu leise Sprechen abgewöhnen. Herr Helm spielte den phlegmatischen Maler Hagedorn mit befanntec Drastik und bekanntem behäbigem Humor ohne Ucbertreibungen. Der Maske nach schien er freilich eher der Vater alß der Mann der feschen Toni. Ueberhaupt herrschte ein ausfallender Kontrast im Freundschastsquartett: den Herren Helm und Dietzsch gegenüber erschienen die Herren Balthyni und Marlitz gar zu jagendlich, ober umgekehrt bie ersteren, namentlich Herr Helm, gar zu ältlich. Von den Damen war namentlich Frl. Eichenwald als die Toni mit dem kamillentheegewaschenen Haar ganz prächtig, ein so liebes als beredtes Wiener Schnäuzchen von kraftvollstem Temperament. Das „Weanerisch" floß ihr so flott und frisch und echt von den Lippen, daß man feine herzl!che Freude hatte. Frl. Schoelerrnann pflegt den rechten, warmen HerzenSton stets zu treffen. Vielleicht hätte ihr „Herr" Dora Lenz im ersten Akt noch ein wenig reservierter sein können und herber dabei. Frl. Wohlbrück war en niedliches, eifersüchtiges, thörichteS kleines Frauchen, ein Lank» pommeränzchen comme eile faut. Frl. 0 e la Ch apelle hatte keine ihr entsprechende Aufgabe erhalten; an ihre Stelle hätte m. E. Frl. Korn besser gepaßt. DaS Haus war richt gut besucht und nahm Fulda m't großer Herzlichkeit auf. Humoristisches. — Merkwürdig. Serenissimus ließ sich von einer medizinischen Größe das «erfahren mit den Römgenstrahlen erklären. Als der Professor glauben konnte, daß der erhabene Fürst die Sache einigermaßen be. griffen habe, schloß er seinen Vortrag. Serenissimus wandte sich köpf» schüttelnd an seinen Adjutanten. .Merkwürdig", sagte er, „waS hinter unserem Rücken alles erfunden wird". — Rach der Ballsaison Mutter: »Unsere Tochter hat sich die Schwindsucht an den Hals getanzt — aber, Gott sei Dank, sie ist verlobt!" Simpl. — „Das hat kein Goethe geschrieben." In einem hessischen Blatt stand unlängst: „Für bie, nach der, durch das, von dem Kwster Loccum erbaute Hospiz m weiteren Kreisen bekannt gewordene Insel Langeoog kommenden Badereisenden hat sich für die kommende Saison eine weientliche Verbesserung hinsichtlich der Seereise vollzogen." piE." in 9T«ii b Ä* * ® ( Mail,' A Ä1 flirt £>• und Io*1 M N' Lehrer W grelle von Lerichönkrv -n $oi muffen von Walde ein war. M yeu u. dg Fuhuve' Zchnce g UniittH rbre obrooM nut 3Jlaini jltifti gei Dingen fo öei Unfall c quer über öeckhrsstor Fraulfr hie Hebung1 und Sprin, ronin Rö schast ach Pferd so u erlitt. - x habet btt t Heinrich De fierten Mär rounbtn för einen Rache Fmlf traf heute D.ßuge vc im hiesige, tum Borti hatte Beri über bie g tfritbbet 'ahnministc Bahnhofes Friedber verlängert! borg. Di orcifideM *3 zur kaiserl Men Nac reiste am i Fran Iml her Cta ’-'cbeni \n bie hosim stehenden U n i v e 11 durch bicj -chritt nä IN uiifc flfbnufcn gebend ium lautet jo, t ^"irichtiing ;lc lehrst» -"kultät uniere hier Mute jjU ( öamit nan tätliche H ^«'ruinthei gegründet 'Mich !* zu g ben, daß . Mert. A ■i” bteiuierti *nb es dich Endstücke, M’le 3ivcifc 11111 dieser y fie fid erfahren. cu 7 Ritt Kbruar 1901. 1 Vögel! 11 ö ft ä 111> e hält [ Nr ben Wahl, ^richterstatter- ,^Plenum in elW9oibnui\q; das Gesetz die puin 1898 betr. ie Stellung der Ü bezüglich der Ech, die zoll, lg ber Abg. 8uu 47 des Gesetzes ■rungsonftalt für 11 unb Genossen, Erstellung der t zu Bensheim, erhästnisse betr. in Tarmstadt, Aung der ange« and Anstellungs- mzer Angelklubs, Großherzogtums die Ausführung . 1'2. Antrag des er 32 des Tarifs st- W; b 01; 1. Tezember IW kassiers Rink zu> tthältnisfe betr. 11 Mainz, Tienst« Schädigung betr. urf über die Gc« gegangenen Vor« ? Messel, 2) brr kamincr Bingen, Leonhard u. Cie ) (Mfleijd).) im tiambrniu^ bauten der frei» M ^(jokwcvx x Jubilar W 1 vor 25 fahren n zu Crtenbcrg, । der Feuerwehr' Minus abgeholt, n und Aidda ein it aeschnackvoltein , jst von Sin”1’ der Möbelfabrik T Betzberger ver> die GnM'ickeluiig f den Protettoö von Lollar, auf den ^bilut mbetowtnevi« nlt)tU yW t( mch« V. S°d°« ^»rs niildk ' Ö*: (&**** aat7Z mo F \W. Wji hatte i^ 1 WV?-«x iH ’ölbl2n (in 2^' u, Sei-# । sagt- 'k, " .... hat E8 „„ ehifl» *S .u. iv. Km- uni Nnhhnh-DechiMW der Stadt Gießen. hat an die E den des ver- Aus den Wa düngen der Stadt Gr eßen, 3 bis 5 K'lo« meter von der Bahnstation entfernt und an chauffi rte Ab'uhr- wege angrenz nd, tollen Donnerstag den 14. März 1901, Vormittags IO1/» Uhr begin-end, im Saale des Leuz'scheu ^elseukellers zu Gießen, in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden: storbenen Ludwig Hofmann, Schmiedeme.ster in Bieber (P st Rodheim an der Br der) rotrö rriucht, sich spätestens bt6 zum 25. Februar 1901 ,u meiden. 1469 75 Eichen-Stämme, Schnittholz, mit 69,34 fm 61 „ „ Bauholz, 37,44 K 659 „ „ Schwellenholz, „ 349,14 n 431 „ n Grubenholz, , 143,86 V 808 Fichten-Stämme „ 377,01 w 9 Kiefern S ämme „ 5,56 M 10 Escher Stämme „ 2,33 y 18 Erlen Stämme n 6,49 M 31 Eschen-Deibstangen , 3,40 n 248 Fichten-Derbstanatn u 22,26 D 2 rm Eichen Nutz'cheitholz. Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1901 gewährt. Gedruckte Verzeichnisse über die Dimensionen der zur Ver- ßeigerunq komm nden Hölzer sind von der unterz.ichneten Stelle gegen Erstattung d r Druckkoben erhältlich. W gen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die Forstwirte Geisel-Gießen, Arft-Hockwarte bei Gießen, C. Brück Rödgen bei Gießen und Lotz Wieseck. Gießen, den 19. Februar 1901. 1482 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Holz-Versteigerung in der Jürsttichen Köerförsterei Lich. ES sollen versteigert werden: Am Montag den 25. Februar, von vormittags 9>/, Uhr an, im Drstnkr Höler: Buchen: 42 rm Scheiter, 93 rm Knüppel, 23 rm Stöcke, 7000 Wellen (ca. 6000 Forßwellen); Eichen: 22 rm Knüppel, 7 rm Stöcke, 800 Wellen ; 170 Birken-Wollen; Nadelholz: 10 rm Knüppel, 1200 Wellen. Einiges Buchen- rc. Sckert-, Knüppel-, Stock- und ReiShoiz von Windfüllen rc an der Steinbacher Grenze und sonst, welches nicht vorgezeigt wird. Weniges Eichen- und Fichten-Stangenholz. Dre Zusammenkunft ist im vorderen Höler (Wmgerteschlag), auf dem sogen. Wingerteweg, nahe der Hauptschneise. Eine Woche später wird noch eine Versteigerung im Höler statt- tnden, bei welcher Brennholz aller Art von Buchen und E'.chen zum lerkauf kommen wird. ' Am Dienstag den 26. Februar, von vormittags 91/, Uhr an, im Distrikt Hard: Buchen: 75 rm Scheiter, 68 rm Knüppel, 68 rm Stöcke, 2400 Wellen; Elchen: 2 rm Scheiter (nut), 48 rm Knüppel, 61 rm Stöcke (ö bei 1,5 rm Scheitbrocken), 1600 Wellen; 3 rm Kirschbaum-Nund- holz; 2100 Weickbolz-Wellen (dabei 1800 Backwellen; Nadelholz: 6 rm Knüppel, 1300 Wellen. DaS Holz sitzt etwa zur Hälfte nahe bei Kolnhausen, am ArnS- burger Fußpfad und nicht weit davon, die Nadelhol,-Wellen sitzen zumeist am Muschenheimer Weg, der Nest am Fußpfad Lich-Btrklar. Die Zusammenkunft ist auf der Chausiee von Kolnhausen in die Hard, beim Waldrand. 1327 Dr. Dieffenbach. Oefferrtliche Zustellung. Der Schreiner Heorg Zimmer IV. in Villingen, gericht lich bestellter Vormund des Keinrich Sauerwei«, unehelichen Sohnes der Maria Sauerwetn zu Villingen, klagt gegen Lovis Stein, Sohn des Bäckers Heinrich Jakob Stein zu Hungen, zurzeit abwesend mit unbekanntem Aufenthalt, wegen Unterhalt auf Grund des § 1708 B. G. B. mit dem Anträge, den Beklagten durch für vorläufig vollstreckbar zu erklärendes Urteil schuldig zu erktnnen, an Kläger a s gericht lich bestellten Vormund des minderjährigen Heinrich Sauerwein in Vlllingen als Unterhalt den monatlichen Betrag von zwanzin Mark seit Gtburt desselben, 1..September 1900, bis zum zurück ^lrgten 16. Lebensjahre, und zwar für die abgelaufene Zeit alsbald und für die Folge in monatlichen Vorauszahlungen zu entrichten und ihm die Kosten des Rechtsstreits aufzuerlegen und lad t den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großherzogliche Amtsgericht zu Hungen auf den 19. April 1901, vormittags 91/, Uhr. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Hungen, den 18. Februar 1901. Koch, 1479 Gkrichtsschreiber des Großberroolichen Amtsgerichts. I o o r ?ut ökjs. 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Va Kilo genügt für 100 Tassen. Frische Fluß- und Seefische. 678 Telephon 119. Prompter Versandt nach auswärts. Hochfeinen Delikateß- Rahmkäse der Großh. Luxemburgischen Gutsverwaltung in Hohenburg empfiehlt 1156 C. Roth II. Nachfl., Wallthorstratze 8. Aie sparsame Kaussra» verwendet MAGGI Maggi zum Märzen, Maggis Hemüse» n. Kraftsuppen, Maggis ZZouillon-Kapset«^ fn|di omaetroffen bei Carl Bieler, Kreuzplatz 6. Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt aus den < chten Salzen der König Wilhelms-Fel svn- quellen, sind ein bewährtesMiitel gegen Husten, Heiserkeit, Ver- schleih. uegMagenschwäche und Verdauungsstörung. Zum Gurgeln, Inhaliren und zur Verstärkung des Emser Wassers beim Trinken benutze man das aus den nämlichen Quellen hergestellte natürliche Emser Quellsalz mit Plombe. Um keine Nachahmungen za erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ausdrücklich Emser Pastillen mit Plombe oder Emser Quells al z . mit Plombe. 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A fkta,lionS trudtrtr SA«‘ bc- ' «v, Aießknrr Za fibwirt" und Äff S* W QfclW v« Z« de« h vird uns au Zollkneg Staaten, Zoll unb das oUci WI erst werd träge in ihr Älg. Ztg" Artikel dc dustrieztg siehe unter, t, 3t) ohn, Freuzztg. -isch höhere ous die beul Besteuerung i beantworten, solche Drohun korse, die de bei Dritter" sichten aus ( pessimistisch, zu herabgese Rußlanl auf zollpolit Wollen mögi möglichst hx nach ihren Snotenstock. amerikanischk da die Perl Der Streit z dreht sich i Ijuckerindusti dankens steh in den mei Prämien ge helfen in H Wer kommt diesem S viel Vnie i halten, mü Freilich oh Zucker von geivahrt sei über in ein schleiert wa Zuckereinfnh tum Schatze, kiese Ander ffilnstigung n ifurbc, einerfi ju Nutz und ( piejen Strei fuhr mit ei ton 30 Pro Voll ge ipiel zu. 9 slihren l w in SlWUo Aht. bann "" Man 5 S Erdacht, Sel«8ü Z'r Mastere MSB 6116 * Ay«