c' L van Bepik c - Mk ß MhoTei * SpewÄ«“’- 'en Mk .Mk- 2.60 ,h? 81'er Stork habec apäESI n®bmeu( M osten ,a Icher yt« 'S usw. stein, ÖÜe 6761 lligste» Preisen, e fyt/fe25. billigst besorgt. iS zur Wetfugunq. latten ailleplatten 6626 , Giessen, d Grosshandlung. mtmal. Gegründet Iw- tt» -emsten Oufllitdlü 75’0 zu 350 - 3000 Mk. v. 80 ML - an. i Fabriken Lieferung- n. »nnieteo iente 0* iingM* )0 Mk & n ssen »eg91 OrDtS £* Nr. 274 Donnerstag 21. November 1901 Zweites Blatt. 151. Jahrgang Erscheint tagNch MU Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien, blätter iverden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt* Und den ^Blättern für hessische Volkskunde* Viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. KkrnsprkchanschlußNr.51. Ä Annahme von Anzeige» wa ▼ . zu der für den folgenoenl GietzenerAMgerW General-Ameiaer v WIIV1H» llniversitäts - Druckerei Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen v । KF zeigenteil: HanS Beck. , heiteren Volttische Tagesschau. Fortschrütliche Ideen in China? immer wiederkehrenden Meldungen nachdrücklich und ohne Einschränkung für falsch zu erklären. Er habe dies auch dem Präsidenten mitgeteilt, der mit ganz besonderer Genug- thuung davon Kenntnis genommen habe. Neuerdings taucht übrigens die Frage auf, ob der ,^üh ne Prinz" denn auch echt war? Der „Reichsbote"" verzeichnet, allerdings nur als Kuriosum, eine Mutmaßung, ,chie hier und dort int Kreise gerade von Männern, die in China selbst gelebt haben, und mit Land uni) Leuten vertraut sind, aufgetaucht sein soll, nämlich die fast unglaubliche Annahme, der in Europa eingeführte Prinz Tschun wäre gar nicht der echte Bruder des Kaisers Kwan g sü, sondern ein untergeschobenerDoppel- gänger gewesen. Es sind nach dieser Richtung zwei Punkte ausgefallen, erstens, daß „unfei" Prinz Tschun von dem ihn überall führenden, bezw. bevormundenden neuen chinesischen Gesandten öfters in einer Wecke behandelt worden ist, die mit den fast göttlichen Ehren, dre in China der Bruder des Kaisers als „zweiter Kaiser" — so ist sein offizieller! Titel — genießt, Kontrastierte, und sodann die Hautfarbe des Prinzen, die das gewöhnliche chinesische Bolksgelb war. Während die hohen Mandschus durch ihre Rassenvererbung, den fast stetigen Aufenthalt in geschlossenen Stuben eine viel lichtere, feinere, etwas kränkliche Färbung besitzen Köllen." Ein so kolossaler Schwindel, der eines komischen Beigeschmacks allerdings nicht ganz entbehrt, wäre den sauberen Herrn Chinesen schon zuzutranen! Anstand. Wien, 19. Nov. Die Regierung hat heute im Abgeord- netenhause den Gesetzentwurf betreffend die Reform der landwirtschaftlichen Börsen vorgelegt. Derselbe erweitert den staatlichen Einfluß auf diese Börsen und enthält strenge Bestimmungen gegen die unlegitime Benutzung der Terminhandels-Formen. Das Gebiet der Effektenbörse bleibt unberührt. Belgrad, 19. Nov. Der frühere Ministerpräsident Vladan Georgewitsch, der seit längerer Zeit in Wien weilt, richtete an die Skuptschina die Bitte, er möge wegen der bekannten Veruntreuung der Dispositionsgelder strafgerichilich zur Verantwortung gezogen werden. Washington, 18. 9kov. Der deutsche Botschafter Dr. v. Holl eben wurde heute von einem Berichterstatter ausgesucht, dem gegenüber er unter anderem erklärte, der Kaiser habe ihn (den Botschafter) angewiesen, dem Präsidenten Roosevelt Sr. Majestät freundlichste Grüße und besten Wünsche für den Erfolg seiner Regierungs- thättgkeit zu übermitteln. Se. Majestät bewundere aufrichtig den Fortschritt Amerikas und hege die freundlichste und herzlichste Gesinnung für Amerika. Alles Gerede, daß der Kaiser die europäischen Völker zum Kampfe gegen Amerikas Handelswelt zusammenzubringen wünsche, sei natürlich unbegründet, und die Nachricht, Deutschland bemühe sich, in Südcunertta und Weftindien Kohlenstationen oder sonst einen Stützpunkt zu erwerben, sei von feindlich Gesinnten in die Welt gesetzt, die Deutschland nicht gern in zu freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sehen möchten. Der Botschafter schloß, er sei amtlich .zu der Erklärung ermächtigt, daß Deutschland keine deratige Absicht habe; er wünsche ein für allemal diese In allen Meldungen, die in letzter Zeit aus China kamen und Regierungshandlungen betrafen, wurde nicht ^Aendltche Kaiser, sondern die Kaiserin-Witwe als Befehl erteilende Persönlichkeit erwähnt. Auch die neueste Pekinger Depesche berichtet von einer wichtigen Ernennung durch die Katserin-Witwe. Der jetzige Gouverneur von Peking, Hu, wird Direktor der Bahnen für den Nordem Hu, so fugt die Depesche hinzu, ist Fremdcnfteund und dem Bahnbau freundlich gesinnt. Also ein besonders fortgeschrittener Chinese. Ueberhaupt scheint die Kultur des Kes^nS mit aller Macht ihren Einzug zu hallen in das Reich der Mitte. Denn der Suhneprinz T s ch u n helleren Angedenkens, bewies in einer Unterredung in der deutschen Botschaft in Peking, chaß seine Reise ihn mit fortschrittlichen Ideen erfüllt hat". Wenn solche Eindrücke nur von Dauer sind! Lr-Hun g-Tschang brachte auch von seiner Fahrt nach Europa eine Menge von Anregungen mit, was ihn Nicht hiiiderte, dabei zu bleiben, daß es in China doch am weisesten eingerichtet sei. Die Ernennungen von fremdenfreund lich-en hohen Beamten durch die Kaiserin-Witwe lassen ebenfalls nicht darauf schließen, daß diese Frau im Exil ihre Anschauungen gründlich revidiert habe. Eine solche Metamorphose ist der Kaiserin am mindesten zuzutrauen nach .den von ihr gegebenen Proben des fanatischen und ingrimmigsten Fremdenhasses. Die Tallik der Kaiserin ist offenbar daraus gerichtet, vor ihrer Rückkehr nach Peking -möglichst normale Beziehungen zu den Mächten herzustellen, um von keiner Seite Anfechtungen zu erfahren, vielmehr übereinstimmend als berechtigte Herrscherin anerkannt zu werden. Der gute Kwangsü tritt dann wieder in die bescheidene Rolle ein, die er vor der Flucht des Hofes aus Peking gespiell hat. Er ist der mit Ehren behandelle Gefangene der Kaiserin, die Marionette, die sich bewegt, wie an den Fäden gezogen wird. Warten wir ab, ob die Kaiserin noch eine sremdenfreundliche 'und Reformen geneigte Gesinnung bethättgt, nachdem sie, mit dem kräftigen Beistand Rußlands, in den anerkannten Besitz der Macht gelangt ist. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der uMer dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten rst nur unter genauer Quellenangabe: „Gictz. Auz." gestattet.) Gießen, den 20. November 1901. ** Oberhesfische Gesellschaft für Natur» u. Heilkunde. Gestern abend hielt Herr Bergrat Prof. Chelius seinen angekündigten Nottrag über: „Soole, Salz und Mutterlauge von Bad-Nauheim". Zunächst erörterte der Nottragende den Begriff der Mineralquellen und die Frage über den Ursprung der dem Waffer dieser Quellen beigemischten Stoffe, insbesondere des Kochsalzes. Kochsalzlager finden sich hauptsächlich in dem sog. Zechstein und verwandten Formationen. Das Wasser, das auf seinem Wege solche Salzlager trifft, laugt diese aus. Durch Schichtenverwerfung re. infolge plutonischer Einflüffe erklärt es sich, daß derartiges Wasser unter Umständen weit von dem Ursprungsorte des Salzes in Formationen zu Tage tritt, die kein Salze führen, wie es in Nauheim der Fall ist, wo die Quellen in Kalkstein eingebettet sind. Genauer ging der Vottragende dann auf den Prozeß der Salzgewinnung in Nauheim ein. Non dem Sprudel aus wlld das Wasser in Röhren zu den Gradierwerken geleitet. Auf dem Wege dahin scheidet sich Kalk in großen Mettgen als sog. Gttes ab, eine sehr unangenehme Beigabe, weil dadurch kostspielige Neubauten von Röhrenleitungen jedes Jahr veranlaßt werden. Auch am Quellrande" scheidet sich dieser Gttes ab und bildet so eine natürliche Quellfassung. Zwölf Gradierwerke passiert das Wasser, bevor es in die Siedebassins gelangt. Der Zweck der Gradierwerke ist, das Wasser von seinen Beimengungen von Kalk und Kohlensäure zu befreien und die Lösung konzenllietter zu machen. In den Siedebassins wird nun die Salzsoole bis zur Sättigung ein» gedampft, und dann läßt man das Kochsalz auskrystallisieren. Indem man immer weiter abdampft und auskrystallisieren läßt, erhält man schließlich eine Soole, aus der nichts mehr auskrystallisiett, die sog. Mutterlauge. Das Salz, das durch die ersten Eindampfungen gewonnen wird, giebt das Speise - salz ab. Es besteht aus fast einem Kochsalz mit nur wenig Beimengungen anderer Salze. Durch die melieren Prozesse erhält man dann das sog. Viehsalz, die Badesalze und schließlich die Mutterlauge. Die dunkle Farbe des Nauheimer Speisesalzes ist durch ganz minimale Mengen organischer Beimengungen veranlaßt, die das Wasser auf seiner Wanderung ausgenommen hat. Die Beimengung von anderen Salzen ist die Ursache, weshalb das Nauheimer Salz viel leichter löslich und wohlschmeckender ist als ganz reines Chlornatrium, z. B. Staßfurter Salz. Die sog. Badesalze und die Mutterlauge werden zu künstlichen Salzbädern verwendet. Die Salzquellen waren schon den Römern bekannt, wie aus Anlagen von Salzpfannen hervorgeht, die in Nauheim gefunden wurden. Der Vottrag wurde aufs Trefflichste durch die zahlreich herumgereichten Proben aus den Nauheimer Salinen erläutert. ** Karl Buff, der am 4. Dezember, wie wir gestern mitteilten, in Gemeinschaft mit Richard S.trauß und der Geigenkünstlerin Hedwig Strache im großen Saale des Gesellschaftsvereins ein Konzert veranstalten wird, ist vom türkischen Sultan der Medjtdiorden dritter Klasse und die Silberne Medaille für Kunst verliehen worden. 2er Groß- herzog hat dem Künstler di-e Erlaubnis zum Tragen der Orden erteilt. ** Ein kräftiger Burenjunge erblickte in der Neuen Klinik das Licht der Welt. Er ist der Sohn eines aus Johannesburg stammenden, sich gegenwärtig hier aufhaltenden Kaufmanns Namens Kumbruch. A Watzenborn, 19. Nov. Am Sonntag ist unser uraltes Kirchlein, das im Verlauf des letzten Vierteljahres im Innern einer gründlichen Restaurierung unterzogen wurde, durch einen feierlichen Gottesdienst seiner Bestimmung wieder- zurückgegeben worden. Der Festpredigt des Ortsgeistlichen lag das Schttftwort Luk. 19, 46: „Mein Haus ist ein Bethaus" zu Grunde, worin er das Gotteshaus als eine Stätte des Friedens und des Segens pries und die zahlreich versammelte Gemeinde mahnte, dessen allezeit dankbar eingedenk zu bleiben und das in neuem, schönen Schmuck prangende Haus des Herrn lieb und wett zu halten. Erhöht wurde die Feier durch zwei in den Rahmen des Gottesdienstes eingefügte, gut eingeübte und wirkungsvoll zu Gehör gebrachte mehrstimmige Kinderchöre unter der bewährten Leitung des Lehrers Köhler. Mit Freuden tonnten wir hier wieder sehen, zu welch' vottrefflichen Leistungen man es auch mit einfachen ländlichen Stimmmitteln bringen kann, wenn es vor allem dem Dirigenten an Verständnis, Liebe und Eifer für diese schöne Sache nicht mangelt. — Die Renooierungs- arbeiten wurden unter der Leitung des Bezirksbauaufsehers Rohrer-Gießen, des hiesigen Kirchenvorstandes und seines rührigen Vorsitzenden ausgeführt. Den Löwenanteil der Arbeiten hatte Weißbindermeister Heinttch Weiß II. von hier übernommen, der die ihm gestellte Aufgabe mit seltenem Geschick und zur vollsten Zufriedenheit gelöst hat. In einfachen, milden, fein abgetönten, wirkungsvollen Farben sind Decke, Wände, Emporen und die Malereien der ersteren gehalten. Man ist allgemein der Ansicht, daß sich Meister Weiß mit der gelungenen Vollendung dieser Arbeit cm schönes Deutsches Keich. Berlin, 19. Nov. Der Kais er wohnte in Begleittrng des Staatssekretärs v. Tirpitz, des Chefs des Marinekabi- netts v. Senden-Bibran und des Vorstehers! der Konstruktionsabteilung des Reichsmarineamtes Kapitän Eickstedt auch der heutigen Sitzung der schiffsbautechnischen Gesellschaft in der TechnischM Hochschule Charlotten^ bürg bei und hörte die Vorträge des Professors Ernst von Halle über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Schiffsbaues in Deutschland und den anderen Hauptländern sowie des Marineoberbaurates Tjard Schwarz über die Entwicklung des amerikanischen Schiffsbaues im letzten Jahrzehnt an. Anschließend an den zweiten Vortrag führte Werftbesitzer Meyer-Papenburg aus, Wersten sollten nicht ins Unendliche gebaut werden, die bestehenden vielmehr in Vollkommenheit ausgebaut werden. Dafür aber sei ein Teil des Jahresgewinnes für Heranziehung eines gebildeten Arbeiterstandes in der Schiffsbauindustrie zu verwenden. Sei dies erreicht, dann könne man dem ausländischen Wettbetverb, insbesondere auch dem amerikanischen Gespenst ruhig in die Augen sehen. Wir werden dann Sieger bleiben. Die Ausführungen wurden lebhaft applaudiert. Auch der Kaiser bekundete Beifall. Zum Schlüsse dantte der Vorsitzende Professor Busley den beiden Vortragenden, namentlich aber dankt er dem Staatssekretär v. Tirpitz, auf dessen Anregung die Kommission zur Untersuchung der Lage des Schiffsbaues eingesetzt worden sei. Unter den Hochrufen der Anwesenden verließ der Kaiser die Versammlung. — Tie gestrige Rede des Kaisers in der schiffs- bautechnischen Gesellschaft erregt in der englischen Hauptstadt lebhafte Aufmertsamkeit. Sämtliche hervorragenden Blätter geben ihrer Llnerkennung und Bewunderung der vom Kaiser entwickelten Sachkenntnis Ausdruck. „Daily Tel." sagt, der ganze Charlottenburger Zwischenfall ist bemerkenswert, da er unsere Kenntnis von dem begabten und entschlossenen Manne bereichert, dessen Hände auf dem Haupt-Ventil jener mächtigen Maschine ruhen, die das Vereinigte Deutsche Reich darstellt. — Ter „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist als Nachfolger des zum Botschafter in London ausersehenen bisherigen Gesandten in Hamburg Graf Wolff Metternich der bisherige Gesandte in Luxemburg v. Tschirschky und als Nachfolger des letzteren der bisherige erste Sekretär bei der Botschaft in St. Petersburg, Legationsrat Gras von Pückler bestimmt. — Wie erzählt wird, hat bei dem gestrigen Diner bei dem Reichskanzler Grafen Bülow die Unterhaltung des Kaisers mit dem Rektor der Berliner Universität Kekule v. Stradonitz und den Professoren Harnack und Schmvller hauptsächlich die Bewegung betroffen, die in den Kreisen der Universitätshörer durch den Fall Spahn und die Protest-Kundgebung Mommsens entstanden ist. — Wie die „B. N. N." aus parlamentarischen Kreisen vernehmen, beabsichtigt der Reichskanzler Graf Bülow die Mitglieder des Reichstages alsbald nach seinem Zusammentritt zu einem parlamentarischen Abend im Reichstagshause einzuladen. — Das Gerücht, daß der Transvaal-Gesandte Dr. Leyds von der deutschen Regierung ausge- fordert worden sei, seinen Berliner Aufenthalt nicht länger aus zu dehnen, als unbedingt erforderlich sei, ist erfunden. — Ter Kaiser verlieh dem Gesandten z. D. Kjrauel, dem Gesandten am griechischen Hofe Grafen P l e s s e n und dem Gesandten am portugiesischen Hofe Grafen Tatten- b a ch den Charatter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikate Exzellenz. Dem zweiten Sekretär bei der kaiserlichen W)t- schaft in London Grafen Hermann Hatzfeld wurde der Charakter als Legationsrat verliehen. — Die „Berl. Korr." veröffentlicht einen Artikel über die sogenannte „Verschlechterung"" der Handels- bilanzDeutschlands seit den 80er Jahren, die darauf aufmerksam macht, daß bei der Verwertung der handels- statisttschen Ziffern die Verschiebungen der Handelsstatistik selbst ungenügend beachtet werden. Er weist namentlich nach, daß die sprunghafte „Verschlechterung"" von 1889 um rund 768 Millionen wesenllich nicht auf wirtschaftliche, sondern auf statistische Verschiebungen infolge des 1889 erfolgten Zollanschlusses von Hamburg, Bremen 2c. zurückzuführen sei. Die Ziffern vor 1889 sind als zu niedrig anzusehen. Die Feststellung dieses Sachverhalts sei nötig, um unrichtigen Schlüssen aus den Handelsstattstischen Zahlen bei den Zolltarif-Debatten vorzubeugen. Was man bisher als Folge der Schutzzollpolitik von 1879 andererseits als Folge, der Tarifverträge barftellt, erkläre sich beides zum guten Teile, aus der durch den Zollanschluß bewirkten Anpassung, der handelsstattsttschen Zahlen an dem natürlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des Reichs. Dresden, 19. Nov. Das Stadtverordneten-' Kollegium nahm heute einstimmig eine scharfe Protest- Kundgebung gegen Chamberlain an. München, 19. Nov. Die Kammer der Abgeordneten beendete heute die Debatte über die allgemeine Finanzlage. Nachdem Prieger (fr. V.) und Diehl (liberal) gesprochen, führte Finanzminifter Frhr. v. Riedel aus, er sei Gegner einer allgemeinen diretten Reichsein- fio mm en ft euer, well er wünsche, daß die finanziellen Verhältnisse der Einzelstaaten von diesen unbeschränkt selbst bestimmt werden. Eine Reichsfinanzreform müsse den Grundsatz festlegen, daß die Mgtri kularb eiträg e niemals die Ueber- weisungen übersteigen dürfen. Beim Etat des Ministeriums des Aeußern verteidigte Staatsminister Graf v. Crailsheim die Notwendigkell der Beibehaltung der bayerischen Gesandtschaften. Abg. v. Bolllnar beantragte Ablehnung der 100000 Mark, welche der Staat für die Hofhaltung des Prinzregenten, zahlt. Dieser Anttag wird vom Finanzminister Frhrn. von Riedel energisch bekämpft und vom Hause ab gelehnt. Dachstuhl, so daß nachträglich allmählich auf den ganzen Denkmal seiner hier und a".ch in der Umgegend geschätzten Kunstfertigkeit gesetzt Hot. Gerichtssaal. €ri davon 48 Jahre allein in Bingen. Universitäts Nachrichten. i' wurde alsbald vom Großherzog empfangen. von Göltet 0.00 M ODM.( becher heute Borste anmc mffe b Leun Die V die Ve die V mit tu dem 9 läge, \ den B< oas i lang Jnterc 2 He Sdji .«oben die m°ßq-b°nd-n kirchlichen vom Straßcnhydranten eine Schlauchlmie hergestellt werden -.;p sWrttrr für hie ziemlich mußte. Tie Lofcharbeit wurde durch d-e doppelte j>ad)» bte battet für Oie öicnnicr) Bnrastrane. mentenanstalt des Elisabethenstifts zu Darmstadt, aus der sie bezogen sind, alle Ehre. — Vor nicht langer Zeit wurde die Filialkirche zu Garbenteich gründlich renoviert, jetzt ist auch die Mutterkirche damit nachgefolgt. Es ist zu wünschen, daß beiden Kirchen der schönste sonntägliche Schmuck nimmer fehlen möge: eine zahlreiche, gläubig feiernde und anbetende Gemeinde 1 sandt. 8. Darmstadt, 19. Nov. Ueber das Feuer in der Turnhalle schreibt uns unser 8-Berichterstatter folgende Einzelheiten: Die bei dem heutigen Brande der Turnhalle verunglückten Dienstboten sind die 28 Jahre alte Minna Lang aus Linkenhein bei Karlsruhe, die ca. 35 Jahre alte Katharina Reith aus Uffhausen Reg.-Bez. Cassel und die ca. 21 Jahre alte Katharina Haller von Richen i. O. Anscheinend ist das Feuer durch einen nicht genügend gesicherten Kamin des bis 20 Minuten " nach Ausbruch des Feuers die Alarmzeichen gegeben wurden. Die Feuerwehr soll sich viele Mühe gegeben haben; doch wird das Fehlen einer ausreichenden Ringleitung vermißt, sodaß die großen Leitern erst spät und die für ein stets bereitgehaltencs Pferdegespann eingerichtete große Leiter durch Zivilpersonen und Feuerwehr gemeinsam anenyfehl aller' säur eröffn: sorderl k £ stcroez ültbeii Derlei hcrige' Weil n-egen fanxD AM erklär stän! schuß kUNd Ulld aust schar Mittelbaues zwischen der alten Halle und dem Neubau ent- 'Fertm ryang gewesen, vor u ^ayren nacy, ^anr^rc stand- Dieser M°nzt di-ekt °n den SchnLb°d-n der Bühne, das Gebäude nach Westen liegt, verbreitete sich das un I ^erföri)ert. In der laufenden Spielzeit ist Barthel nur östlichen Teil der Halle ausgebrochene Feuer bei dem starken wenige Male aufgetreten. Der frühe Tod des hochbegabten Westwinde über das mit Schiefer und Asphalt gedeckte Dach Darstellers wird in den kunstfreundlichen Kreisen Frank- mit rasender Schnelligkeit. Die in dem östlichen Teil des furts schmerzliche Teilnahme wecken. — Die anmutige H e d - Neubaues gelegenen Wohnräume des Personals und des Re-1 wäg S cha cko , seit vielen Jahren eine Zierde der Fr ank- staurateurs waren alsbald mit dichtem Rauch gefüllt undlfurter Opernbühne, hat dieser Tage einen Kontrakt auf verwehrten den Ausweg über die feuersichere Treppe. Ein Lebenszeit geschlossen; die aufs vorteilhafteste bekannt ge- Kellner unb em H°usburjch° hatten sich auf ba| Dach ge- ^dene S.n^n f&fW' ?on 5°° t71)16 Dienstmädchen Babette empfing, mit dem Rittmeister a. T>. Roßbach aus Hanau. Kast nach nahezu halbstündigem Warten an der Dachrinne Hedwig Schacko wird auch ferner dem Stadttheater zu Frankhalberstarrt durch die Feuerwehr gerettet wurden. Der Kellner a to0 sie seit 1890 zu den Lieblingen des Publikums Richard Petzert, der aus dem Giebelfenster ca. 20 Meter tief angehören. auf das Sprungtuch sprang, hatte sich doppelt überschlagen; *• Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten, er hat zwar große Schmerzen, befindet sich aber auf dem Schule in Hochweisel mußte geschlossen werden, Weg der Besserung. 2 weitere Kellner wurden aus demselben da unter den Kindern die Masern sehr stark herrschen. — Fenster durch die Feuerwehr gerettet; die Haller, welche sich In Mainz starb der Vater des vor zwei.Jahren verstor- durch ein Waschseil retten wollte, ist über 24 Meter tief ge- denen Lustspieldichters Carl Laufs, der frühere städtische fallen, da sich daselbst noch ein Schacht befindet. Sehr viel Hafenverwalter Jpseph Laufs im hohen Alter von 79 wird darüber gesprochen, daß nach den beiden erstickten Mäd- Juhren. Ter Verstorbene war mehrere ^ahre Präsident des rauf aufmerksam gemacht wurde, daß sie noch oben leien. ^lter hessischer Schulveteran und wohl mit einer der Leute, welche ihre Rettung vechichten, wurden gewaltsam zu- Dienstältesten Lehrer des Großherzvgtums trat am 15. d. M. rückgehalten. Angeblich fanden sie sich beim Nachsuchen nicht in den wohlverdienten Ruhestand, der Lehrer Georg Sieben mehr m ihren Betten, man hätte aber alle Räume durch- Bingen. 57 Jahre hat er als Jugendbildner gewirkt, suchen müssen. Auch über das Fehlen von Rauchkappen davon 48 Jahre allein in Bingen. wird gesprochen. Am meisten siel es auf, daß erst 1RI ---- - ------- Verwerfung der eingelegten Berufung. . Mainz, 19. Nov. Ter Korkstopsfabrikant H. Wolff hier hatte ein anonymes Inserat erlassen tind darin für eine neu zu gründende Korkstopfenfabrir einen Werkmeister und Arbeiter gesucht. Einer, seiner Arbeiter meldete sich, für dem Werkmeisterposlen. Auf Meratur, Wissenschaft und Kunst. Darmstadt, 18. Nov. Ter Hessische Goethebund eröffnete seine Winterkampagne mit einem Vortrag seines ersten Vor- itzenden, Prof. Dr. H a r n a ck: „Ueber Goethes Fällst". Der Bund hat trotz der für ihn hier schmierigen Verhältnisse, wie auf der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung fesrgestellt wurde, im ab- gelailfenen Vereinsjahr gute Fortschritte gemacht, eine stattliche Reihe stark besuchter Vorträge, sowie eine Böcklin - und eine Raabe- Feier veranstallet. Auch die Wiederaufnahme der Schüler- und Volksvorstellungen auf der Hofbühne, die für dieses Jahr mit einer künstlerisch ersreulichen Ausführung der „Jungfrau von Orleans" ihren Anfang nahmen, ist in erster Linie auf seine Anregung zurück- zllsühren. geben, als er von einem Schlaganfall betroffen wurde. Er wurde ui die nahe liegende Wohnung eines Lehrers gebracht, wo er nach kurzer Zeit verschied. Halle, 19. Nov. Die von der Studentenschaft einberufene, von etwa 1500 Personen besuchte Protest? ers amm - l u n g g e g c n C h a m b e r l a i n nahm na ch einer Ansprache des Geh.-Rats Prof. Dr. Lindner folgende von Prof. Lindner vorgeschlagene Resolution imter allseitigem lebhaften Beifall einstimmig an: „Da die von Herrn Chamberlain den Kämpfern für Deutsch- laitds Macht und Einheit vorgeworfene Grausainkeit und Barbarei lediglich in seiner persönlichen Einbildung bestehen, hält die Halle'sche Studentenschaft sein Gerede ihrer weiteren Beachtung nicht für wert." (Ganz unsere Ansicht! Red. des „Gieß. Anz.") Lo-ubach, 18. Nov. Vor einer zahlreichen Versamm-> lang im „Schützenhof" hielt Pfarrer Volp gestern abend einen Vortrag über die ,^L o s von Rom"-Bewegung. Nachdem Redner zuerst Ursache und Ausbreitung dieser Bewegung in Oesterreich im allgemeinen besprochen, ging er im besonderen auf diejenige in der Provinz Steiermark -ein, wo sie seit Eintreten durch den Dichter Rosegger an Bedeutung und Umfang erheblich gewonnen habe. Trotz aller Anfeindungen durch Staat und Behörden sind in Steiermark innerhalb der letzten zwei Jahre 2000 Katholiken evangelisch geworden, die Zahl der vorzugsweise evangelischen Orte hat fid^ von 18 auf 52, die Zahl der evangelischen Seelsorger von 8 auf 19 vermehrt. Die Landesversammlung des evangelischen Bundes, in Mainz unlängst tagend, hat einen Aufruf zur Unterstützung der evangelischen Bewegung in Oesterreich erlassen, der am Schlüsse des Vortrags, eine Tellerkollekte ergab im Betrag von 9,41 Mk., zur Verteilung kam- Infolge dieses Aufrufs wurden heute morgen dem Vortragenden noch 5 Mk. über- — Die Zustimmungs-Erklärung der Münchener Professoren zu dem Briefe Theodor Mommsens über die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung hat folgenden Wortlaut: „Hochverehrter Herr Professor! Am Abend eines glorreichen, dem Dienste der Wissenschaft gewidmeten Lebens sind Sie mit der Schärfe, Klarheit und dem Freimut, denen Sie und die Welt die Erfolge Ihres Wirkens verdanken, dafür eingetreten, daß das Vermächtnis großer Verschalung sehr erschwert, sodaß der Löschzug Burgstraße, der • die Arbeiten ausführte, bis halb drei Uhr mit der Bekämpfung des Feuers zu thun hatte. — Im Saal der und bürgerlichen Gemeindeorgane umfangreichen Restaurierungsarbeiten bereitwilligst und in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt, so ist die Liebe ________ _v... _____ _ zum Gotteshaus innerhalb der Gemeinde auch in der Weise Effektensozietät in der Neuen Börse ward gestern eine be- zum Ausdruck gekommen, daß auf ergangene Anregung hin, heutsame Kundgebung gegen den Zollta r ifexntwur f zahlreich freiwillige Gaben gespendet wurden für neuen, wür- veranstaltet. Sie ging von Frauen Frankfurts aus, und diaen Altar- und Kanzelschmuck. Die Gaben flössen so reich- die Versammlung war in ihrer überwiegenden Mehrheit lich, daß gleich zwei Altar- und Kanzelbekleidungen, eine von Frauen und Mädchen besucht. Rach den Ausführungen Stirnseite em wahres Meisterstück ferner, kirchlich stylvollen o Die heute in großer Zahl versammelten Frauen Frank- Kunststickerei aufweist. Beide Lieferungen machen der Para-1 |urtg protestieren energisch gegen die im Zolltarifentwurf geplante Erhöhung der Zölle auf fast alle Lebensmittel, deren Verwirklichung zu einer weitgehenden Verteuerung der Haushaltskosten zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebenshaltung der Familien, wie zu einer schmerzlichen Erschwerung der Kindererziehung führen muß. Mütter und Hausfrauen werden von um so schwererer Sorge erfüllt, als mit den erwähnten bedauerlichen Erscheinungen der allgemeine wirtschaftliche Niedergang und die Verminderung des Einkommens vieler Familienväter unausbleiblich Hand in Hand gehen wird. Die Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. — In München wurde in betrunkenem Zustande auf dem Bahnhofsplatz der aus Frankfurt flüchtige Heinrich Oehl festgenommen. Er war hier bei einer Firma in der Gutleutstraße beschäftigt, der er über 3000 Mk. unterschlagen hat. Mit diesem Betrag ist Oehl in Gemeinschaft mit einer Frauensperson flüchtig gegangen, und zwar zunächst nach Leipzig, von wo das Paar sich nach München wandte. Die Begleiterin ist von da allein nach Frankfurt zurückgekehrt. Sie und Oehl sind schon verhaftet, einem Komplizen ist man auf der Spur. Ein großer Teil der veruntreuten Summe konnte der geschädigten Firma bereits zurückerstattet werden. Frankfurt, 19. Nov. Heute nachmittag dreiviertel 5 Uhr ist Alexander Barthel, der Heldendarsteller des Frankfurter Sch auspielhauses, einem langwierigen Leberleiden er le gen. Man wußte schon seit einiger Zeit, daß der Künstler in Lebensgefahr schwebe, hoffte aber immer noch, seine kräftige Konstitution werde den Sieg davontragen. Nun ist das Traurige dennoch geschehen. Ein bedeutender Künstler von stolzer ritterlicher Erscheinung, ein liebenswürdiger Mensch sinkt mit Alexander Barthel ins Grab. Barthel hat ein Älter von nur 41 Jahren erreicht. Er war ein geborener Braunschweiger und kam, nachdem er an den Theatern in Braunschweig, bei den Meiningern und am Deutschen Theater in Berlin thätig gewesen, vor 9 Jahren nach Frankfurt. Der W tragt- sprech' nahm letzten Teiler aus * * 3 * * 6 nach, Wl zuver war, Staat Aussr komm gefahren wurde. Noch 5 Minuten länger hätten sich die! heil und dem Freimut, denen Sie und die Welt die Erfolge Ihres Leute aus dem Dache und an dem Fensterkreuz, vor ihnen Wirkens verdanken, dafür eingetreten, daß das Vermächtnis großer < . . . ne cm 4. .xc. er' r ,. L , ! Vorfahren, das Prinzip, Mit deül die Wissenschaft steht und fallt, die zirka 25 Meter gähnende ~iefe, hinter ihnen immer naher I un^ welches die deutschen Universitäten zu den ersten der Welt ge- rückendes Feuer und Rauch, nicht halten können. Die Lang macf)t hat, die Voraussetzungslosigkeit der Forschung, ungeschmälert sollte gestern austreten, blieb aber noch über Nacht; die! denen, die aus uns folgen, erhalten bleibe. Im Bewußtsein der Haller'ist gestern erst in den Dienst des Restaurateurs ein- Verantwortlichkeit, die wir tragen, dieses uns überkommene Erbe getreten. - D-t Turngemeinbe hat einen bedeutenden Schaden. da das Mobiliar erst heute versichert werden sollte. Der Hertlina an Prof. Brentano als AnNvort auf dieUeber- Restaurateur ist versichert. Der Einnahme-Ausfall für das l feudung der Mommsen'schen Erklärung. Hertling betont, er nehme lausende Jahr, bis die Halle wieder aufgebaut sein wird, ist m Mommsens Erklärung insbesondere aii dem Passus voii der ein riemlick arofcer Der Neubau kostete ürfa 200 000 Mk «voraus,etzungslofen Forschung An,top, und begründet dies naher, em ziemucy grotzer. ^er jccudou io,ieie 3111a -uu uuu jju. I ^cvncv bCIont ^eillmg: Tie Umverptatssatzungen mehrerer Um- Es stehen säst nur noch die Umfassungsmauern, sodatz die versitäten bestimmen seit bald 100 Jahren für die einzelnen Pro- Landesbrandkaffe einen zienilich hohen Betrag zu tragen hat. I fessuren der Philosophie und Geschichte: der betreffende Professor Mit der Wiederaufrichtuna soll alsbald begonnen werden. — muß Katholik sein. Es sei kein Grund, die Beslnnmungen jetzt zu Oberstallmeister unb Kammerherr a. R.ebesel zu E.senbach ist heute früh vom Coburger Hof zuruckgekehrt. ~ A Sr I Grenzen zu setzen, wo das Ergebnis einem konfessionellen Tognia Der! unbequem werden könnte. Wo es sich um die Feststellung von Oberstallmeister soll heute sämtliches Marstallpersonal zu- Thatsachen-handle, sei auch für ihn^ausschließlichdas Gesetz der Sin ! Wifsenschaft matzgebend. Bei Phstosophen und Historikern handle fammengerufen haben, um ihm die Dankbarkeit I. K. . der I dagegen nicht nur um die Feststellung von Thatjachen, son- Frau Großherzogin zu versichern. — S. K. H. der dern um die ganze Weltanschauung und Stellung zu denreligiösen Großherzog kehrte heute abend mittelst Sonderzuges von!Fragen. Dan daher auch an Universitäten den katholischen Ander v. Heyl'schen Jagd aus Herrnsheim zurück. schauungen Raum verstattet werde, sei ein gerechtes Verlängern am r i n Tn w I Lemberg, 19. 91ov. Mehrere hundert rutheni s ch e ^>tu- t d), 19. ^oö. Ueber ein W ah lku r r 0 s um kenlcn drangen mittags in einen Hörsaal der Unioer, ität, um berüh^ bie „Tagespost": Die Stadtverordnetenwahl zur Versammlung über die Frage der Errichtung einerruthenischcn 1. Klasse hat vertagt werden müssen, weck von den bter uniÜCtfität abzuhalten. Sie hinderten die Professoren gewaltsam Wählern dieser Klasse einer verzogen ist, während die an- am Betreten des Saales. Der Rektor erklärte die Ver,ammlung dern drei verreist sind. I für aufgelöst. Als die Universitätsdiener den Saal ^räumen wollten, Frankfurt a. M., 19. Nov. Gestern nacht wurden schlug cn öie Studenten auf s i e mit Stöcken ein, die beiden Löschzüge Münzgasse und Burgstraße durch verließen dann aber deu Saal und durchzogen daraus, ruhemsche Großfeuer Meldung nach der Pestalozzischule in der Lieder stngend, die Stadt, nm fid) schließlich m Ruhe zu zerstreuen Löwengasse gerufen Bei Ankunft stand ein Dell hea. Dach- Ter Rektor wird die Demonstranten zur VerantwoAung ziehen. WÄ bas Mr _ -u Fr-.burg u B nod> seinen grnßerm Umfang angenommen hatte, jo vor. " P^s. Tr. Paul Geppert, langjähriger Oberlehrer am mit einigen Eimern Wasser sowie mittelst I Grauen Kloster in Berlin, ein Bruder des Gießener Unioersitäts- neiner Liandspvitze den Brand zu löschen, was jedod) 11 icht! Professors Dr. Julius Geppert, ist gestorben. Prof. Dr. Paul gelang. -Ms Aeu^-vAch^rAtele- sichs-infoilPe des, starkenWindes! Geppert betrat den Schulhof, um ^sich in sein Klassenzimmer zu bell, Gießen, 19. Nov. (Strafkammer). Ter Kausi mann Emil Koppe von Wolfenbüttel, im Jahre 1879 geboren,_ift beschuldigt, im Oktober zu Frankfurt a. M. in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu versd)asfen, das Vermögen der Gebrüder Knauer von da um den Betrag von 2 Mk. durch Vorspiegelung falscher Thatsachen geschädigt; außerdem am 12. und 14. Oktober zu Friedberg und Frankfurt a. At. durch zwei felbst- tändige Hanolungen Privaturkunden, die zum Beweis von Rechten von Erheblichkeit sind, 2 Wed)sel auf zusammen 312 Mk. 70 Pfg. lautend und eine Anweisuiig fälsck)lich angefertigt, den Santier Heß in Friedberg um diese Betrage zu schädigen versucht und am 14. Oktober 1901 zu Friedberg sich einem zuständigen Beamten gegenüber eines falschen Namens bedient zu haben. Der Angeklagte ist völlig geständig. Da er in auskömmlid;en Verhältnissen lebte, ist seine Handlungsweise um so weniger zu entschuldigen. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten — unter Anschluß mildernder Umstände in Anbetracht der Raffiniertheit der That und der Gemeingefährlichkeit des Verbrechens — auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahre sechs Monaten und einer Woche, owie eine Haftstrafe von vierzehn Tagen zu erkennen unter Belastung mit den Kosten des Verfahrens. Tas Urteil lautet aus eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr einer Wock)e und eine ^aftstrafe von vierzehn Tagen. Die Kosten der Instanz trägt der Angeklagte. — Die Wäscherin Marie Häusler von Wortmanns- roth war durch Urteil des Schöffengerichts Gießen vom 22. Oktober des Diebstahls schuldig befunden und in eine Gefängnisstrafe von 3 Tagen verurteill wrrden. Der Eröffnungsbeschlutz legt ihr zur Last, zu Gießen im September 1901 der Karl Hochstein Ehefrau von da ein Betttuch rechtswidrig entwendet zu haben. Gegen das verurteilende Erkenntnis verfolgt sie das Rechtsmittel der Scrufung. Die Angeklagte behauptet, das fragl. Tuch von ihrer Mutter er> jalten zu haben, die Bestohlene aber behauptet mit voller Ern- chiedenheit ihr Eigentum. Zum Zweck weiterer Zeugenladung wird darauf die Verhandlung auf den 10. Dezember vormittags 9 Uhr vertagt. — Der früher bei Rechtsanwalt Dr. Spohr hiev beschäftigt gewesene Sck;reibgehülfe Andreas Wagner in Gießen, im Jahre 1886 geboren, ist beschuldigt, im Besitze der zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung erforderlichen Einsicht im Oktober in Gießen 1) fremde bewegliche Sachen, die er in Gewahrsam hatte und die ihm anvertraut waren, Geldbeträge in Höhe von über 14 Mk., die ihm Dr. Spohr zur Einzahlung übergeben, hatte, sowie Briefmarken zur Frankatur von Briefen fid) rechtswidrig angeeignet, 2) eine Privaturkunde, die zum Beweise von Rechten diente, gefälscht zu haben, indem er in einem Postbucke des genannten Rechtsanwalls falsche Einträge bewirkte, 3) fremde Briefe, die nicht zu seiner Kenntnis bestimmt waren, eröffnet zu haben. Der Angeklagte ist geständig, will aber nicht im Besitze der Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlungen gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft nimmt bezüglich der dem Angeklagten zur Last gelegten Unterschlagungen ein fortgesetztes Delikt an, das gefälschte Postbuch qualifiziert sie als öffentliche Urkunde. Ihr Antrag lautet auf eine Gesamtgesängnisstrafe von 7 Monaten und 14 Tagen. Der Verteidiger plaibiert auf wellgehende Zubilligung mildernder Umstände. Die Strafkammer erkennt auf eine Gesamtgefängnisstrafe von insgesamt 5 Monaten 1 Woche und die Kosten des Verfahrens. Der sträfliche Leichtsinn, mit dem der Angeklagte handelte, fällt ins Gewicht. In Anbetracht ssiner Jugend wurden ihm mildernde Umstände bewilligt. Die sofortige Verhaftung des Angeklagten wird angeordnet. — Der sieben Mal wegen Betrugs, zwei Mal wegen Diebstahls vorbestrafte Sattleraeselle Georg Anwn Röhrig von Klein-Linden, der einen großen Teil feines Lebens schon im Zuchthaus zubrachte, saß vor den Schranken unter der Anklage, im Sommer zu Gießen das Vermögen des Fabrikanten Friedrich Krogmann von hier um den Betrag von 70 Mk. — den Preis für ein Fahrrad — durch Vorspiegelung falscher Thatsachen beschädigt, einen dem Sattler Friedrich Groß von hier gehörigen Koffer im Wert von 14 Mk. sich rechtswidrig angeeignet, schließlich fremde bewegliche Sachen, die er im Gewahrsam hatte, nämlich einen ihm von dem Sattlergesellen Ernst La n g e von hier zum Ankauf von Koppelschlössern übergebenen Geldbetrag von 2 Mk. für sich verwendet zu haben. Der Angeklagte sucht in gewandter Rede die ihm zur Last gelegten Strafthcllen zu entschuldigen und sie ihres strafrechtlichen Charakters zu entkleiden. Die Beweis- au'nahme läßt jedoch den Thatbestand in anderem Licht erfcheinen. Die Staatsanwaltschaft beantragt gegen den Angeklagten wegen Betrugs unb Diebstahls im Rückfall aus eine Gesamtzuchthausstrafe von 3 Jahren sowie eine Geldstrafe von 300 All. zu erkennen, ba- gegen Freisprechung wegen ber ihm zur Last gelegten Unterschlagung. Die Kammer erkennt auf eine Gesamtzuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten unb 150 Mk. Geldstrafe unb Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf bic Tauer von 5 Jahren wegen des ihm zur Last gelegten Diebstahls und Betrugs; auf Freisprechuag wegen der Unterschlagung, die die Anklagesck)rift als vorhanden anniinnll. Die Kosten des Veiffahrens fallen dem Angeklagten zur Last. — Die früher in Gießen bedienstet gewesene, im Jahre 1882 geborene Dienstmagb Lina Streck von Kaltenwestheim ist angeklagt, daß sie durck) drei selbständige Handlungen Mitte August, anfangs September unb am 20. Oktober zu 9libba bem Kreistierarzt Ohl von da Geldbeträge in Höhe von insgesamt 19^Mk. entwendet, diesen Diebstahl auch durch Anwendung falscher Schlüssel bewirkt habe. Tie Angeklagte leugnet hartnäckig jede Schuld. Die Beweisaufnahme erbringt jedoch den Beweis des unter Anklage stehenden dellltischen Thatbestandes. DaS Urteil lautet auf eine Gesanllgefängnisstrafe von 9 Monaten gegen die Angeklagte. — Wegen Forstfrevels — weil er 60 vierräderige Wagen Steine über der Grenze angeblich gebrochen hatte — war gegen den Schachtmeister Karl Keller m Weitershain Strafbefehl erlassen worden unb bet Bauunternehmer Busch von Homberg haftpflichtig gemacht worben. Tas Schöffengericht Homberg, an bas bic Sache burch erfolgten Einspruch gelangte, sprach durch Erkenntnis vom 24. September bie_ Angeklagten des ihnen zur Last gelegten Deliktes frei. Gegen bas frelsprechenbe Urteil hat die Staatsanwaltschaft das Redftsmittel der Berufung eingelegt. Nach umfangreicher Beweisaufnahme vor der Strafkammer, als dem Gerichte zweiter Jiistanz, beantragt bte Staatsanwaltschaft selber kostenlose Freisprechung der Angeklagten unter Absick Aus 1 Gegei leben als e ■ den b Eüwe Genda aus L> Staat- zogen nm IP folgen! verneii Fleck! Tode Urteil Wi verhc Hai Gesuch erhielt er aus Wiesbaden mehrere Schreiben und später ein Telegramm aus Weisenau, die sämtlich mit dem Namen „Manuel Kerveza" bezeichnet waren. Ter angebliche Spanier engagierle den Arbeiter als Werkmeister und empfahl ihm in der Tepejchc sofortige Kündigung bei dem seitherigen Prinzipal. Ter Arbeiter kam diesem Verlangen nach, es stellte sich aber später heraus, daß sein bisheriger Prinzipal Wolff selbst der angebliche „Kcrveza" war. Der Arbeiter drehte nun den Spieß um und verklagte seinen Prinzipal wegen Nicbtansiellung als Werkmeister beim Gewerbegericht. Es kam damals ein Vergleich auf 75 Mk. zustande. Außerdem zog sich Wolff eine Anklage wegen Urkundenfälschung zu. Ter Angeklagte erklärte, daß er mit dem Inserat seine Arbeiter auf ihre Beständigkeit habe prüfen wollen, da sie mehr oder minder Vorschuß von ihm gehabt hätten. Tas Gericht erkannte ihn der Urkundenfälschung für schuldig, weil er durch die gefälschten Briefe und das Telegramm den Arbeiter getäuscht habe. Er'wurde zu 3 Tagen Gefängnis verurteil!. Gncscu, 19. Nov. In der heutigen Verhandlung des Schulaufruhrs zu Wreschen beantragte der erste Staatsanwalt nach scharfer Verurteilung der Vorgänge gegen Piasecka 2*,? Jahre Gc- fÖHgniß, Franz Korzeniemski, der gegenwärtig eine Zuchthausstrafe verbüßt, eine Zusatzstrafe von 6 Atonalen Zuchthaus. Gegen 21 Angeklagte werden l14 Jahre Gefängnis bis 4 Wochen Hast beantragt. Einen Angeklagten beantragte der Staatsamvalt sreizu- sprechen. Augöburg, 19. Nov. (Prozeß Kneißl.) Ter Staatsanwalt nahm in zwcsiiündiger Rede dem Angeklagten Kneißl noch den letzten Rest von Nimbus, der den Kneißl etwa noch in gewissen -^len der Bevölkerung umgiebt. Kneißl sei kein muthiger romantischer Räuber, sondern ein feiger Meuchelmörder. Ter Staats- anwalt ging alle einzelnen Verbrechen durch, verwies insbesondere mrs die Gendarmen-Ermordung m Irchenbrunn und wies auch nach, daß es sich hierbei um einen voroereiteten Mord handele. Knechl sei als der Mörder, Rieger als der Mithelfer beim Morde zu verurteilen. Tas Land, für das Kneißl eine wahre Landplage war, müsse dauernd von ihm befreit werden. Nach der Rede des Staatsanwalts sprach Rechtsanwalt Tr. v. Pannwitz in dreistündigen Ausführungen. Er konzentriert seine Verteidiguiig auf das Vorkommen bei der Gefangennahme Kneißl's und plaidiert auf ToL- fchlag bexro. Körperverletzung mit Totfolqe an den beiden Gendarmen Brandmeyer und Scheidler. Redner bestreitet, daß die Absicht zur Tötung der beiden Gendarmen erwiesen worden sei. Aus dem Benehmen Kneißl's bei seiner Gefangennahme gehe das Gegenteil einer solchen Absicht hervor. Er beleuchtet das Vorleben Kneißl's und die steigende Erbitterung gegen die Gendarmen als eine notwendige Folge seiner Erlebnisse. Die Nachmittags- sttzung wurde ausgefüllt durch das Plaidoyer des Verteidigers für den Flecklbauer Rieger, Rechtsanwalt Brest!. Dieser bestritt jedes Einverständnis zwischen Rieger und Kneißl vor der Tötung des Gendarmen und verlangte Freisprechung Riegers von der Anklage auf Beihülse zum Mord bezw. Totschlag. Rach kurzer Replik des Staatsanwalts und nach Erwiderungen der beiden Verteidiger zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. Die Geschworenen sprachen Kneißl des Mordes, der Körperverletzung mit nachfolgendem Tot, des Raubes, der räuberischen Erpressung schuldig, verneinten aber die Teilnahme des Flecklbauer am Morde. Der Flecklbauer wurde daraus sreigesprochen und Kneißl zum Tode und 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem das Urteil verkündet worden war, schrie die Mutter Kneißl's laut: Juftizmörder! Als sie weiter großen Lärm machte, wurde sie verhaftet. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Köln, 19. Nov. Wie die „K. Z." erfährt, wird der Betrieb aller Abteilungen der Gesellschaft „Fabrik feuerfester und s ä_u refester Produkte" in Vallendar nach der Konkurseröffnung im vollen Umfang weitergesührt. Die hierzu erforderlichen Nlittel seien bereits zur Verfügung gestellt worden. Limburg a. d. L., 19. Nov. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.83—00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00—00.00 Alk., Korn 10.10—00.00 ML, Gerste 9.00 bis 0.00 ML, Hafer 7.22—0.00 ML, Erbsen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00—0.00 Mk. Familien Nachrichten. Gestorben: Großh. Gerichtsschreiber Heinrich Schmecken- becher in Groß-Umstadt. Neueste Meldungen. OriginaldrahLmetdungen des Gießener Anzeigers. ff. Darmstadt, 20. Nov. Die Zweite Kammer setzte heute morgen y210 Uhr ihre Beratungen fort unb lehnte die Borstellung der Hilssgerich 18 schreib er und der Staats- auwaltschaftsgehilseu die Regelung ihrer Gehaltsverhält- niffe betr.nach dem Ausschußantrag ab, ebenso den Antrag des Abg. Leun, die Abänderung der Ziffer 32 des Urkuudenstempels. Die Vorstellung der Gerichtsvollzieher des Großherzogtums die Verstaatlichung des Gcrichtsvollzieherinstituts betreffend und die Vorstellung der hesfischeu Juden um Gleichberechtigung mit den Bekeuncrn anderer Glaubensbekcuntniffe sanden nach dem Ausschußantrag Erledigung. Die Regierungsvorlage, den Denkmalsschutz im Großherzogtum Heffeu betr., fand den Beifall der gesamten Kammer und wurde nach den Regierungs- Vorschlägen au genommen. Schluß der Sitzung ytl Uhr. Fortsetzung morgen früh 9 Uhr. Berlin, 20. Nov. Tie Ausschüsse der Kommission für Arbeiterstatistik werden am 29. November hier zusammentreten, um über die Verhältniffe im Fleischerei- und Transportgcwerbe zu beraten. Stiel, 20. Nov. Tie große Tampfpinaffe des Linienschiffes „Weißenburg" überrannte im Kriegshafen ein Segelfahrzeug, das sofort sank. Tie Jnsaffen wurden durch die Piuaffe gerettet. London, 20. Nov. Campbell Bannermann hielt gestern in Plymouth eine Rede, in der er ausführte, der Einfall Jam eso ns würde nicht vorgelommcn sein, wenn eine liberale Regierung am Ruder gewesen wäre. Er glaube nicht an eine Verschwörung zu dem Zweck, die Engländer aus Südafrika zu vertreiben. Er glaube, diese Behauptung sei lediglich ein nachträglicher Gedanke, erfunden zu dem Zweck, Härten zu beruhigen und das öffentliche Cewiffen in England zum Schweigen zu bringen. Ter Rcduer bestritt, jemals ein Wort geäußert zu haben, das von irgend einem noch so feinen Kopfe als Ermutigung der Buren gedeutet werden könnte. Er habe einzig und allein auf die Thorheit der Art und Weise hmgewiesen, wie die Regierung die Burenaugelegenheit betreibe. Banncrmann erklärte ferner, es sei keine Hoffnung vorhanden, daß die Gefahr, der England jetzt gegenüberstehe, beschworen werde, so lauge Chamberlain im Kolonialministerium wird Milncr in Pretoria verbleibe. Schließlich gab er der Ansicht Ausdruck, daß England die Verpflichtung gehabt habe, trotz eifrigster Fortsetzung des Kampfes die militärischen Aktionen zu begleiten mit der Veröffentlichung annehmbarer, bestimmler Friedensbedingungen. London, 20. Nov. Die „Times" melden aus Valparaiso: Amtlich werden die Meldungen von neuen Verwicklungen mit Argentinien infolge von Grenzübertritten für grundlos erklärt. Wien, 20. Nov. Bei der Beratung, des Kapitels „Hofstaat" im Budgetausschuß beantragte Abg. Wolff, von der Civilliste des Kaisers 2 Millionen zu streichen, mit der Begründung, der Kaiser sei reich genug. Zu diesem Antrag ergriff niemand das Wort. Bei der Abstimmung wurde der Antrag mit allen Stimmen gegen die Wolffs und des Soz. Pernersdorfer ab gelehnt. Rcw-Vork, 20. Nov. lieber den weiteren Inhalt des englisch-amerikanischea Kanalvertrags verlautet, Amerika kou- frottiere ausschließlich den neutralen Kanal und sei berechtigt, dort Befestigungen anzulegeu und Schiffen im Kriege die Durchfahrt zu verweigern. Alles übrige bleibe den Verträgen mit Nicaragua und Columbia Vorbehalten. Offenbach, 20. Nov- Der unter Mitnahme von 12 000 Mark Kassengeldern am 7. Oktober von hier geflüchtete Sparkassenrechner Maier wurde -in Antwerpen verhaftet. Berlin, 20. Nov. Ter preußische Eisenbahnminister v. Thielen muß seit einigen Tagen wegen eines Zahn- geschwürs das Zimmer hüten. G r a u d e n z, 20. Nov- Major Homann vom Jnf.- Regt Nr- 141 wurde auf der Entenjagd infolge Ent-' ladens des Gewehrs die Armschlagader zerrissen. Der Verunglückte erlitt den Tod durch Verblutung. Kiel, 20. Nov. Durch Anschlag am schmarzen Brett der hiesigen Universität ist aus morgen eine allgemeine Studenten-Versammlung zum Zwecke einer Protest- Kundgebung gegen die Rede Chamberlains einbe- rusen. Mehrere Professoren haben Ansprachen zugesagt. Hamburg, 20. Nov. Aus der Fahrt nach Malmoe unweit Landskrone ist das Briggschiff Primus mit einer Ladung Zuckerrüben gekentert. Sämtliche an Bord befindliche Personen, darunter auch die Kapitänsfrau mit zwei Kindern fanden den Tod in den Wellen. Paris, 20. 9Lov. Tie Erklärung des Sozialisten Sembat in der gestrigen Ehina -Debatte in der Kammer, im Marine-Ministerium befände sich seit drei Tagen ein Rapport des Generals Voyron, worin der General bestätigt, daß Plünderungen vorgekommen seien und sagt, daß diese von Missionaren angeftiftet wurden, erregt großes Aufsehen. Tie Angelegenheit wird mit der kurz: Antwort des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau ter. erledigt sein, kann vielmehr in der Donnerstags-Sitzu. no'ch ein Nachspiel haben. Dena in (Dep. Nord), 20. 9iov. Eine Versammln: der Grubenarbeiter beschloß, in den Aus stand treten. Madrid, 20. Nov. Tie Studenren-unruyeir wiederholten sich heute, wobei mehr als 20 Studenten verletzt wurden, darunter der Sohn eines höheren Beamten im Ministerium des Innern. Tie Studenten zündeten mehrere Straßenbahnwagen an. Genua, 20. Nov. Die große lombardisch-ligurische Raffinerie ist n i e d e r g e b r a n n t. Eine Person kam dabei ums Leben. Wien, 20. Nov. In der gestrigen Sitzung des Reicbs- rates hielt der böhmische Radikale Klofae eine Rede, die er böhmisch ansing und deutsch beendete. Tas tschechische Voll, so sagte er, hätte keinen Grund, Rom zu Hilfe zu kommen. Ter Held der böhmischen Nation sei Huß. Tas böhmische Volk muß und wird an seine Hussitin scheu Angelegenheiten anknüpsen. Das „Los von Rom" werde auch in Böhmen erschallen, aber ein tschechisches „Los von Rom." Wien, 20. Nov- Wie die tschechischen Blätter melden, wird der T s ch e ch e n k l u b in seiner heutigen Mnferenz beschließen, die Arbeiten des Budget-Ausschusses nidjit zu stören, aber darauf zu bestehen, daß die in Aussicht genommene Ausgleichs-Konferenz mit den Deutschen, in der die Frage der nationalen Abgrenzung in Böhmen zur Sprache kommen soll, nicht erst naWWN!M!!^Pl> Uil-Jb Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Treis a. d. Lda. für vas Jahr 1902/03 liegt vom 22. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Treis a. d. Lda., den 20. November 1901. Großh. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. Benner. 7605 : <^W Fran Oberschulrat Dettweilen, gestern ahond plötzlich infolge einer Herzlähmung sanft entschlafen ist 7613 öie trauernden Hinterbliebenen Giessen, den 20. November 1901. geb. 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