«r. 195 M nnta|l. ytmu Hattten* mim ■weWw bt* Ln. «r*eNtewbtn Mm 1« Ht. ■« ■ »atcRenl ■ ■* i*»l‘ *** „Stätter U« Hl lilWIwk“ »Wr« Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 21. August 1901 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger ■**’ Mtz-undAnzeigeblatt für den Kreis Gietzen Btpigsprcis »icrfrtjiM Mk. 2.20, monstl. 76 Mz mitvrrugerlobn; durch t« Abholestrllen tnerttliifrvl Mk. 1.90, mir all. 6b W* Bri Postbezug Vierteljahr. Mk. 2.00 ohne BestelltzeM, KQt Unfetetn Sßtm?ttt(u*6fle »tütn bei In- und OulhuM nehmen Anzeigen für Hl W»ebener Anzeiger cntgCMNi. ZetlenpreiS fofa\ 11 #4, «ueeärt» io Wg. Adresse für Depeschem Anzeiger Sied«». Fernsprechanschluß Wr.M. Cine zweischneidige Waffe. Die Vorschläge, mittelst „Obstruktion", durch überlange Reden, zahllose Anträge und Abstimmungen, den Reichstag dauernd beschlußunfähig zu machen und dadurch den Zolltarifentwurf zu Fall zu bringen, sind vor ungefähr Jahr und Tag mit derselben Gründlichkeit und mit demselben Eifer diskutiert morden, wie gegenwärtig. Aber wenn man die damaligen Aeußerungen der Parteiorgane in die Erinnerung- zurückruft, so fand dies schärfste parlamentarische Kampfmittel Volte Zustimmung fast nur in der Presse der äußersten Linken. Die Soziakoemo- kratie hatte ja auch die Obstruktion gegen die Lex Heinze im Reichstag geführt. Dagegen erblickten die Blätter anderer linksstiehcnden Parteien in der Obstruktion eine zweischneidige Waffe. Zudem Jei der Erfolg zweifelhaft. Selbst, die ^Franks. Ztg." glaubte nicht, daß eine Minderheit auf die Dauer eine solche Vorlage verhindern könne, und die „Nat.- Ztg " sagte von der Obstruktion, diese lege die Axt an die Wurzel der parlamentarischen Einrichtungen. Heute wird unverkennbar, unter dem Eindruck des Zolltarifeiuwurfs, der Obstruktionsgedanke auch in liberalen Kreisen günstiger aufgenoinmen. Die Gegendrohung mit einer Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags taucht zwar auch wieder auf, aber sie wird vorsichtiger, mehr andeutungsioeise zur Sprache gebracht. Ein weites Feld hätte allerdings die Obstruktion; es könnten im Anschluß an die Positionen das Zolltarifs mehrere hundert namentliche Abstimmungen durchgesetzt werden. Die „Kreuz- ztg."richtet schon jetzt an die Konservativen die Aufforderung, Mann für Mann auf dem Posten zu sein im. kommenden Winter. Auch im Zentrum hofft man durch dies „einfache Mittel" der Obstruktion die Spitze abbrechen zu können. Das Mittel ist gewiß an sich einfach — aber es ist zur Genüge bekannt, wie außerordentlich schwer es in der Praxis sich handhaben läßt. Die Fraktions-Disziplin versagt da fast vollständig; briefliche und sogar dringende telegraphische Aufforderungen an die Mitglieder, zu erscheinen, der Appell, daß es Ehrensache jedes einzelnen sei, richt ohne triftigsten Grund auszublciben, ja die Ankündigung, unbarmherzig die Fehlenden in der Parteipresse „festtzunageln" — alles das wirkt im besten Falle für zwei oder drei Sitzungen, aber dann verlieren die Bitten und Schrecknisse ihre Macht. Die Beratungen über den Zolltarifentwurf werden viele Wochen in Anspruch nehmen. Keine einzige Fraktion des Reichstags wird sich dafür stark machen können, so lange ihre Leute zusammenzuhalten. Also Chancen hat die Obstruktions-Taktik auf den ersten Blick Dennoch wäre es nicht wünschenswert, daß diese Taktik zur Anwendung gelangte. Bloße Demonstrationen haben reinen Zweck; schon jetzt findet das Demonstrationsbedürfnis in Bezug auf den Zolltarif Bethätigung genug, im Jn- laitbe wie im Auslande. Bei einer Vorlage wie die Lex Heinze konnte die Obstruktion aus dem Grunde mit der Möglichkeit eines Sieges rechnen, weil dieser Gesetzentwurf mannigfache Bedenken gegen sich hatte auch in denjenigen Parteien, die ihn grundsätzlich empfahlen. Aber beim Zolllar ifentwurf kommen die allergrößten Interessen, Punkt für Punkt, in Betracht. Setzt hier die Obstruktion ein, so stiebt es gewissermaßen einen „Kampf auf Leben und Tod". So energisch wie das Mittel der Obstruktion, werden sicherlich die Mittel der Abwehr sein. Das Zentrum hat schon an bete Schwenkungen gemacht, als es diejenige sein würde, ine Abänderung der Geschäftsordnung geradezu als eine „Pflicht" gegen die Verschleppungstaktik zu bezeichnen und darnach zu handeln. „Tas Zentrum macht nicht mit", so schreibt die „Voss. Ztg.", „und ohne die regierende Partei ist die Rechte ohnmächtig". Warten wir ab, ob das Zentrum dies „felsenfeste Vertrauen" rechtfertigt, falls es mit der Obstruktion Ernst werden sollte. Ueber solche „Zwirns^ fabelt" stolpert das Zentrum gewiß nicht. Ist aber die Geschäftsordnung abgeändert — und mit Hilfe des Zentrums hält die Herbeiführung dieses Resultats durchaus nicht schwer —, so würde die Opposition gegen Teile des Aolltarifentwurfs vollständig und dauernd matt- gesetzt sein. Was immer sie einzuwenden hätte, wäre leerci- Schall, denn daß dje Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags, einmal vom Zentrum und der Sichten ins Werk gesetzt, derart radikal ausfallen würde. Las Hindernis hinwegzuräumen, sondern auch den Gegner Vermöchte, das liegt auf vbcr Hand. Und dann könnte leicht »Oil) eine andere Folge entstehen: Die ihrer Stärke ge- nissen Mehrheitsparteien hätten es nicht nur in der Hand, das Hindernis hinpegzuräumen, sondern auch den Gegner bir Ueberlegenheit dadurch fühlen zu lassen, daß „nun erst recht" Beschlüsse gefaßt werden, die der anderen Seite unliebsam sind. Auch die Politiker sind Menschen und Man glich dem „Hochgefühl des Triumphes". Die Kosten dieses Kampfes um das parlamentarische Hausrecht hätte schließlich gar mancher „Draußenstehende" zu tragen, der jetzt noch zur frischen, resoluten Obstruktion rät. Tie Obstruktion wird erfolglos bleiben, das ist das äußerst Wahrscheinliche, und darum sollte sie gar nicht erst begonnen werden. DolMfche Tagesschau. Die Landeszeitung für das Fürstentum Reuß i.2., das Organ Heinrichs des Unartigen — in unserer Mgen Nummer machte der Druckfehlerteufel aas dem Fürsten Heinrich einen „Hermil" — besttzt die Gabe, auch dem ernst Mleüen Gedanken, selbst wenn sie ihn einen Augenblick ernst ;cst behandelt hat, eine derartige Wendung zu geben, daß er »Lächerlichen versinkt. So tadelt das genannte Blatt mit Wem Rechte eine ungemein rohe Auslastung der Wiener Ost- deutscken Rundschau über die Heimgegangene Kaiserin Friedrich Es geschieht dies aber überwiegend um der Unterstellung willen, oaß es „unter den Verehrern des vor den himmlischen Richter nunmehr gestellten Herrn Fürsten Otto v. Bismarck thatsächlich eine Kategorie von Menschen giebt, die es für ein nationales Werk halten, jede noch so hochgestellte Person, die es einmal gewagt hat, diesem Manne zu opponieren, in der niedrigsten, gemeinten Weise anzupöbeln". Wohin dlese Verdächtigung zielt, macht die Landeezeitung noch deutlicher durch die Hinzu sügung: „2Bie haben die Glieder und Anhänger der 1866 dcpostedierten deutschen Fü stmfamilien, wie unser Landesherr, wie hat ferner ein v. Arnim, ein Liebknecht, überhaupt jeder, der sich dem Säbelschleifer entgeg'nstellte, bei dieser Preßmeute Spießruten laufen wüsten!" Den Greizer S.renstsimus Hand in Hand mit dem „Genosten" Liebknecht bei der „Bismarck meute" Spießruten laufen sehen — dieses Bild ist so bezaubernd schön, daß es dem Fürsten von Reuß ä. L. den Schmerzensruf entlocken wird: Gott bewahre mich vor meinen Freunden! König Alexander von Serbien entwickelt gegenwärtig eine geradezu erstaunliche Geschäftigkeit. Kürckich erst ist die Verabredung mit dem Zaren über den Herbstbesuch des serbischen Königspaares in Petersburg getroffen und die sich anschließende Visite beim Sultan angemeldet und acceptien worden. Jetzt wird aus Rom gemeldet, daß auch ein Besuch de» Königspaares im Quirinal als gesichert gilt. Es soll dort eine Begegnung mit dem Fürsten von Montenegro, dem Schwiegervater des Königs von Italien, herbeigeführt und ein Garantievertrag bezüglich der Thronfolge in Serbien abgeschlossen werden. In dem Regenten Montenegros, dem „Herrn der schwarzen Berge", sieht man allgemein die Per« sünlichkeit beruß n, das Erbe b:r Obrenowitsch in Serbien anzutreten, falls die Ehe König Alexanders kinderlos bleibt. Der Sohn Milans scheint hiermit zu rechnen und diplomatisch genug zu sein, noch bei Lebzeiten unter Zustimmung der an der Orientpolitik interessierten Mächte die Erbfrage zu regeln. Daß er nach allen Richtungen hin Anschluß sucht, giebt zudem eine gewisse Gewähr für die Neigung des Serbenkönigs, seinerseits alles zu vermeiden, was zu einer Komplizierung der Verhältnisse auf dem Balkan führen könnte. China. Die „Times" melden aus Peking vom 18. August: Gestern wurde der Text des Protokolls amtlich den chinesischen Bevollmächtigten übermittelt. Lihungtschang sandte hierauf den Gesandten zugleich mit der Empfangsbestätigung eine Note, worin er noch einige Einwände erhob. Die Ge sandten erwiderten heute, daß sie es ablehnen, die Angelegenheit wieder zu eröffnen, da der Text als endgiltif anzusehen sei. Die chinesischen Bevollmächtigten hoffen, daß sie von Singansu zur Unterzeichnung des Protokolls ermächtigt werden und daß diese dann am Samstag erfolgen kann. — Ein soeben erschienenes kaiserliches Edikt setzt als Tag der Abreise des chinesischen Hofes von Hsiansu den 6. Oktober fest. Nach den bisherigen Bestimmungen sollte der Ausbruch bereits am 1. September erfolgen. Die 93er schiebung der Reise wird mit dem durch die Regenzeit hervorgerufenen schlechten Zustand der Wege begründet. Mitteilungen des preußischen Kriegsministeriums über die Fahrt der TruppentranSportschiffe: Dampfer „Bayern" 19. August Port Said an und ab. Dampfer „König Blvert" 17. August von Schanghai ab mit Kommando des ExpeditionS- korps, Stab, 1. und 4. Eskadron Reiter Regiments und 2. Pionier-Kompagnie. Auf Dampfer „Alesia" befindet sich 2. und 3. Eskadron Reiter Regiments. Dampfer „Pisa" mit 2. Seebataillon, Marine-Feldbatterie am 15. August ab Tsingtau, Transportführer Hauptmann von Bsottnitz. Dampfer „Tucuman" mit 1. Seebataillon, Pioniere, Marine Lazareth am 18. August ab Tsingtau, voraussichtlich 16. September in Aden, Transportführer Oberstleutnant von Madai. Die mit dem Dampfer „Straßburg" in Bremerhaven eingetroffenen ofiasiatischen Truppenteile werden zur Auflösung nach dem Uebungsplatz Münster überführt. ^n^änber und Bnrerr. Lord Kitchener meldet vom 19. aus Pretoria: Kapitän Wood unternahm gestern früh mit einem Teil der Polizei- truppc und einer anderen unter dem Befehl des Kapitäns Morley stehenden Abteilung in Stärke von etwa 150 Mann von seiner Stellung südlich vom Elands River aus eine Rekognoszierung gegen Bronkhorst Spruit und überraschte in der Nähe von Middelburg ein starkes Burenlager; 23 Buren wurden getötet. Da der Feind bedeutend stärker war — man schätzte ihn auf 600 bis 800 Manu — war Kapitän Wood nicht in der Lage, seinen Erfolg auszunutzen. Beim Rückgang hatte er einen Toten und sechs Verwundete, darunter Kapitän Morley schwer verwundet; 14 Mann werden vermißt. Dre Haltung aller war ausgezeichnet; der Feind muß mehr als 23 Tote gehabt haben. Danach also ist es mit dem angeblichen „Erfolge" des Herrn Kapitän Morley nicht weit her, wenn er selber und andere von seiner Truppe auf dem Rückzüge schwer verwundet worden sind. Der Rückzug wird sich wohl von einer sehr eiligen Flucht kaum unterscheiden. Ueber die englische Armee-Einteilung wird folgendes bekannt: An der Spitze bestimmter Bezirke stehen: Generalleutnant Frvnch, Oberbefehlshaber sämtlicher Truppen in ^er Kapkolonie; Generalleutnant Hildyard, desgleichen in Vcatal nut dem Unterbezirk Newcastle (Nordspitze der Kolonie), den der Brigadegeneral I. F. Burn-Murdach befehligt. In Transvaal finden sich die Bezirke Barberton (T. E. Stepheusou), Lydenburg (F. W. Kitchener), Machado- dorp (H. Reeves), Middelburg (I. C. Barker), Pretoria (C. Barton), westlich Pretoria (Inigo Jones», Standerton (R. A. P. Clements), Heidelberg (C. D. Cooper), Rand (E. O. T. Hamilton), im Westen von Johannesburg (M. W. Willson), Ventersdorp (H. C. Hamilton); schließlich int Freistaat Harrismith (Gen.Lt. Leslie Rundle», Kroonstad (W. G. Knox), Bloemfontein (Gen.-Lt. Charles Tucker), Kimberley (G. Pretyman); Eisenbahn nördlich von svroouftab (G. G. Cunningham) und südlich von Bloemfontein (A. F. Hart). Man sieht, daß die festeingeteilten Bezirke in den beiden Republiken vorzugsweise die Bahnlinien umfassen und daß weite Flächen — namentlich im Norden und im Westen — keinen Bezirk aufweisen. Hier bat die Thätigkeit der fliegenden Kolonnen einzusetzen. Solche fliegende Kolonnen befehligen Gen.-Lt. Lord Methuen im Westen und Gen.-Lt. Bindon Blood im Nordosten Transvaals (unter letzterem als Kavallerieführer Gen.-M. Babittgton); Gen.- Major Barrington Campbell; Charles Knox im ganzen Osten des Freistaates; Bruce-Hamilton zwischen Petrus- berg und der Eisenbahn; E. L. Elliot im nördlichen Freistaat; dann befehligen noch selbständige Kolonnen die Generäle (immer mit dem örtlichen Rang für Südafrika) R. S. R. Festerstonhaugh, H. C. O. Plumer, G. G. Dixon, S. B. Beatson, R. G. Broadwood, G. M. Bullock und I. Spens. Die meisten der Genannten sind neue Leute. Wo gelegentlich andere Führer fliegender Kolonnen genannt wurden, handelt es sich um Unterbefehlshaber der Ausgeführten oder auch der Distriktskommandeure. Aus Kapstadt werden dem Reuterschen Bureau weitere Einzelheiten über die Einnahme von Van Rhyns- dorpdurch die Buren berichtet. Eine kleine Abteilung der Buren unter Maritz wechselte am 5. August mit einem britischen Vorposten am Van Rhyns-Paß Schüsse. Die Buren kehrten am 6. früh Morgens zurück und erreichten den Fuß des Passes. Sie nahmen einen berittenen Polizisten und einen Eingeborenen, der Depeschen beförderte, gefangen. Während des Tages hielten sich die Buren zwischen den Felsen am Fuße des Passes verborgen. Am frühen Morgen des 7. schlossen sie die Stadt ein, deren Garnison unter Leutnant Greenshields 7 Stunden lang kämpfte und sich dann ergab. Die Buren nahmen aus dem Depot elf Gewehre und einige Munition, sowie 21 Pferde. Sie plünderten die Läden im Ort, und nahmen alle Kleidungsstücke mit. Sie machten einige politische Gefangene, denen sie die Freilassung anboten. Die Gefangenen weigerten s'.ch jedoch, das Anerbieten anzunehmen. Eine Depesche des Bureau Dalziel aus Trouville vom 19. d. M. meldet, ein dort von Haag angekommener Pariser Finanzier, der das Vertrauen der Burensfihrer genieße, behaupte, daß diese Woche ernste Entwickel-, ungen im Zusammenhänge mit dem Ende des Krieges erwartet werden. Die Kasse der Burenführer in Europa sei erschöpft. Ihre Verpflichtungen würden mit niederländischen Bahnaktien gedeckt. Das Befinden Krügers sei bedenkl ich, trotz amtlicher Dementis. Krügers Rat-' gebet sähen endlich ein, daß das Ende nahe sei. — Die ganze Nachricht scheint müßiges Geschwätz zu sein. — „Free- mans Journal" veröffentlicht Einzelheiten der bereits gestern erwähnten Unterredung, die der irische Abgeordnetei William Redmond mit Krüger in Holland hatte. Ueber die Proklamation Kitcheners äußerte Krüger: „Mein Volk läßt sich durch solche Proklamationen und Reden nicht einschüchtern, diese Dinge können jene, die kämpfen, nur ermuntern, den Kampf fortzusetzen." Redmond fragte, ob es wahr sei, daß eine große Verschwörung bestanden habe, zu dem Zwecke, die (ntglänber aus Südafrika zu vertreiben. „Niemals", rief der Präsident entrüstet aus und schlug mit der Faust auf den Tisch; „eine solche Verschwörung existierte nicht; wir wollten nur in unserem Lande zufrieden gelassen werden. Wir machten Zugeständnisse, um den Krieg zu vermeiden". Hinsichtlich der Zukunft erklärte Krüger: „Wenn wir unsere Unabhängigkeit wieder erlangen, mürben wir unser Land wieder aufrichten, aber dazu bedürfen wir unsere volle Unabhängigkeit^. Svrüger legte besonderen Nachdruck auf das Wort „volle . — Diese Unterredung widerlegt deutlich die Meldung von dem schlechten Befinden Krügers.___ Die Ermordurrg^es Rittmeisters v. Krosigk vor dem Oberkriegsgericht. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.) Es werden nunmehr die gesamten Mannschaften der Schwadron v. Krosigks aufgerufen, dis bereits im Juli eidlich vernommen worden sind. Die Leute werden befragt, ob sie erfahren hätten, wer der Thäter ist oder ob sie Martens Aeußerung gehört hätten: Der Hund soll heute noch rot seben. Das Ergebnis dieser Vernehmung ist vollständig negativ. Dragoner Mocken berg : Skopeck hat noch am Mordabend erzählt, daß er zwei Leute an der Bandenthür im Korridor zur Reitbahn gesehen hätte. Die beiden hätten Unteroffiziermützen aufgehabt. Präs.: Früher haben Sie ausgesagt, Skopeck habe das erst am anderen Tage erzählt. Zeuge: Ja, ich sagte: Des Abends oder den anderen Morgen. Zeuge Dragoner Edel er : Ich habe nicht gehört, daß Hickel im Stall mit Domning gesprochen hat. Staatsanwalt Meyer: Wenn die Beiden zehn Minuten miteinander gesprochen haben, hätten Sie das dann nicht hören müssen? Zeuge: Ich glaube, ja. Präs.: Haben Sie nicht genau Acht gegeben oder ist es möglich, daß Sie das überhört haben? Edeler : Das letztere ist auch möglich Deres Auftreten auf. Er konnte niemand in die Augen sehen. Präs.: Glaubten Sie, daß Griegat der Thäter sei? Kohlmeyer: Mir kam es so vor. Präs.: Haben Sie gehört, wer es gewesen ist? Zeuge: Nein. Präs.: Glauben Sie, daß Griegat der Thäter ist? Zeuge: Nein, das kann ich nicht sagen. Staatsanwalt Meyer: Bei der ersten Ver- handlung ist festgestellt worden, daß Griegat zur-Mordzeit auf der Handwerkerstube war. Leutnant v. Wedel: Rittmeister v. Krosigk lobte einmal mir gegenüber Marten und sagte, der junge Mann mache seine Sache sehr gut. Einmal hat Herr v. Krosigk das auch vor allen Unteroffizieren gesagt. Präs.: Hat Rittmeister v. Krosigk vielleicht bet anderen Gelegenheiten geäußert, daß er ein persönliches Mißtrauen gegen Marten hege? Lt. v. Wedel: Nein, im GegenteU, er sagte immer: Das ist meine beste Llbteilung. Frau v. Krosigk, die Witwe des Ermordeten, gibt ihre Aussagen in sehr erregtem Tone ab. Mein Mann hielt den Unteroffizier Marten für einen im Dienste tüchtigen und brauchbaren Soldaten. Persönlich hegte er aber.ein Mißtrauen und eine Antipathie gegen Marten, die von Jahr zu Jahr zunahm. Mein Mann hätte deshalb Marten sehr gern von seiner Schwadron entfernt. Im Herbst 1899 sagte mein Mann einmal zu mir, er werde jede Gelegenheit wahrnehmen, um Marten auch auf Kommandos zu schicken. Marten wäre ihm in hohem Grade unsympathisch. Aus diesem Grutrde schickte ihn mein Mann auch im Jahre 1900 nach Berlin zur Telegraphenschule. Präs.: In welcher Hinsicht war denn Marten dem Herrn Rittmeister unsympathisch? Frau v. Krosigk: Darüber hat er sich mir gegenüber nicht ausgelassen, er hielt ihn eben für (sich besinnend) für einen minderwertigen Eharakter. Er hielt ihn für unaufrichtig. Er meinte, daß er vom Wachtmeister Marten aufgehetzt würde. Präs.: Wann kam der Rittmeister nach Stallupönen? Zeugin: Im April 1897. Sehr bald schon liefet: anonyme Briefe ein. Ich zog im Herbst nach. Im Winter wurden uns die Fenster mit Steinen eingeworfen, dreimal. Präs.: Dann soll auch auf den Rittmeister geschossen worden sein? Zeugin: Ja, zweimal, in der Dunkelheit durch die Fettsterscheiben, das zweite Mal waren wir gerade von einem Ausgang heimgekommen. Die Kugel schlug in der Kinderstube ein. Beide Male ist das Geschoß unauffindbar gewesen. Später passierte nichts Derartiges mehr. Nur einen Drohbrief erhielt mein Mann des Inhalts, er solle sich aus Gumbinnen entfernen. Andernfalls würde ihm mit dem Tode gedroht. Die Briefe sind sämtlich in Stallupönen aufgegeben worden. Sie waren mit der verstellten Handschrift eines anscheinend gebildeten Mannes geschrieben. Präs.: Hat Ihr Mann sich in letzter Zeit über Marten geäußert? Frau v. Krosigk: Nein. Unteroffizier Kahl, Bursche des Rittmeisters v. Krosigk in Stallupönen: Eines Tages waren Herrn v. Krosigk die Wagenpolster zerschinitten worden. Ein Soldat hatte den damaligen Dragoner, späteren Unteroffizier Marten in der Nähe des Stalles gesehen. Es bestand der Verdacht, daß Marten an den Ehikanet: gegen Rittmeister v. Krosigk beteiligt sei. Zeuge Sattler Kuhnert aus Eharlottenburg diente 1897 in Stallupönen: Ich kann mich aber nicht daran erinnern, daß ich gesagt habe: Marten ist in der Nähe des Wagens gesehen worden. Wenn ich das gethan hätte, so könnte ich nur Scherz gemachst haben. Gegen Marten konnte ich nichts Schlechtes aussagen. Als Marten auf der Telegraphenschule in Berlin war, besuchte er mich und sagte bei dieser Gelegenheit, er sei dem Rittmeister dankbar für dies Kommando. Unterroßarzt Kant: Ich ging am Mordabend um 4 einhalb Uhr vom Marktplatz in Gumbinnen nach der Kaserne zur Schmiede. Auf dem Wege dorthin kam ich auch durch den Bprraum zur Reithalle. Ich blickte durch das Guckloch, sah aber noch durchaus nichts Auffälliges! Der Rittmeister unterhielt sich mit Oberleutnant v. Hoffmann. Ich schritt dann weiter zur Schmiede. Dort hielt ich mich kurze Zeit auf und ging dann zur Llpotheke und durch die Stallungen. Es war noch keine Unruhe in den Ställen bemerkbar. In einem Stall brannte Licht; es wurde geputzt. Ich sah den Sergeanten Bunkus mit einem anderen Unteroffizier stehen, den ich aber nicht erkennen konnte. Präs.: Wie lange gehen Sie vom Markt zur Kaserne? Zeuge Kant: Sieben bis acht Minuten, etwa acht Minuten, nachdem ich den Kasernenhof betreten hatte. Präs.: Vom Schuß selbst haben Sie nichts gehört? Zeuge: Nein. Präs.: Mit der Uhr muß das nicht stimmen, das muß früher gewesen sein. Zeuge Kant: Ich will die Mög- lichkeit zugeben. Kantinengehilfe Reck hat den Schnaps in der Packkammer verabfolgt. Präs, (ermahnt den Zeugens: Wann war das? So reden Sie doch selber, lassen Sie sich nicht alles aus dem Munde herausziehen, ich bin doch kein Zahnarzt (Heiterkeit). Oberleutnant v. Pöllnitz sagt aus, daß v. Krosigk, als er nach Stallupönen kam, den Marten sehr gelobt habe. Später, in Gumbinnen, sprach sich v. Krosigk dahin aus, daß sich Marten auf der Telegraphenschule in Berlin sehr gut ausgemacht habe. Um Weihnachten Lobte ihn der Rittmeister und sagte, er sei sehr zufrieden mit dieser Rekrutenausbildung. Deutsches Reich- Berlin, 19. Aug. Aus Wilhelms höhe wird gemeldet: Heute früh unternahm das Kaiserpaar einen Ausritt. Ter Kaiser hörte hierauf die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes und des Chefs des Militärkabinetts. — Ein eigenartiges Rangverhältnis ist durch die Er- nennung der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen zum Chef des Füsiliervegiments v. Gersdorff (Hessisches> Nr. 80 zwischen dieser und ihrem Gemahl, den: Prinzen Friedrich Karl von Hessen, geschaffen worden. Wie alle weiblichen Regimentschefs hat die Prinzessin dem Her- kommen gemäß den militärischen Rang eines Obersten und steht über dem betreffenden Regimentstommandeur. Ihr Gemahl, Prinz Friedrich Karl von Hessen, ist jedoch noch lange nicht in einer gleich hohen militärischen Stellung; er ist zur Zeit Hauptmann und Kompagniechef im 1. Hess Jnf.-Regt. Nr- 81, dem Brigade-Regiment des Regiments einer Gemahlin. — Landgerichtsdirektor Floretts Wiarda in Hannover und dessen Bruder Landgerichtsrat Tilemann Wiarda in Hildesheim wurden in den Adel stand erhoben. — Tie „Dtsch. Tagesztg" veröffentlicht eine Erklärung des bekannten Majors a. T. Endell in Posen, Mitgliedes des deutschen Landwirtschaftsrates, ü: der es u. a. heißt: „Ich kann den ständigen Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrates nicht für berechtigt halten, in Sachen des Zollschutzes einen Beschluß zu fassen. Dieser Beschluß (vgl. unsere Nr. 194, 2. Bl. D. Red.) steht in direktem Gegensätze zu einem früheren Beschlüsse des gesamten Landwirtschaftsrates, welcher andere Grundsätze feststellte, die auch heute noch von dem ständigen Ausschüsse gutgeheißen werden. Ich bedaure deshalb gegen den erwähnten Beschluß des ständigen Ausschusses Protest erheben zu müssen. Angesichts der kritischen Lage, in welcher sich die deutsche Landwirtschaft befindet, halte ich es aber für meine Pflicht, öffentlich zu konstatieren, daß nicht alle Mitglieder des deutschen Landwirtschaftsrates bereit sind, so schnell einer hohlen haltlosen gegnerischen Agitation gegenüber und wegen einer solchen, die berechtigten Forderungen der Landwirtschaft aufzugeben und die solange für richtig gehaltenen und wissenschaftlich begründeten Zollsätze ohne zwingenden Grund selbst herabzudrücken." — Nachdem festgestellt ist, daß innerhalb der S t a a t s- eifenbahn Verwaltung viele Beamte seit Jahren beträchtliche Geldgeschenke von Frachtinteressenten, insbesondere von industriellen Werken, verbotswidrig angenommen haben, so haben die Eisenbahndirektionen die Beamten vor solchen Verfehlungen unter Hinweis auf ihre disziplinarische und gerichtliche Strafbarkeit nachdrücklichst gewarnt. Das Strafgesetzbuch bedroht auch den Beamten mit empfindlicher Strafe, der für eine in sein Amt einschlagende, an sich nicht pflichtwidrige Handlung Geschenke oder andere Vorteile annimmt, fordert oder ich versprechen läßt. — Tie mit dem Dampfer „Straßburg" am 18. August in Bremerhaven eingetroffenen o st a s i a t i s ch e n Truppenteile werden, da in Töberitz bei der zweiten Garde- Jnfanteriebrigade mehrere R u h r f ä l l e vorgekommen sind, nach dem Uebungsplatz bei Münster behufs Auflösung über- fiihrt. Ta Töberitz mit Chinatruppen noch nicht belegt gewesen ist, so ist eine Uebertragung durch diese ansge- chlossen. — Tern Vernehmen nach hat sich das Bedürfnis heraus- geshellt, für die Marine eine alsbaldige Vermehrung der Kriegsgericht sräte ein treten zu lassen und inzwischen wieder junge Richter, die zum Uebertritt in den Justizdienst der Marine Neigung haben, zunächst als Hilfsrichter zu. beschäftige::. Nach einer Probedienstzeit von höck)- stens sechs Monaten erfolgt in der Regel feste Anstellung mit einen: Anfangsgehalt von 2400 Mk. und Wohnungsgeldzuschuß. Bewerber, die Offiziere des Beurlaubtenstandes sind, dürften auch diesmal auf Bevorzugung rechnen können. Während der Probezeit werden monatlich die üblichen 200 Mk. als Entschädigung gewährt. Tas Dienstalter rechnet vom Tage der Ernennung zum Kriegsgerichtsrat ab. Für Gerichtsassessoren, die diese Laufbahn einzuschlagen ich entschließen, eröffnet sich also hier aufs neue die Aussicht auf baldige Berücksichtigung; sie mögen daher nicht zögern, ihre Bewerbung unmittelbar an den Staatsekretär des Reichsmarineamts zu richten. Wilhelmshaven, 19. Aug. Der Stapellaufdes Linienschiffes „G" fand unter dem Hurra einer nach Tausenden zählenden Menge glücklich statt. Ter König von Württemberg hielt die Taufrede, die etwa folgendermaßen lautete: „Ich sage lebhaften Tank dem Kaiser, daß er uns mit der ehrenvollen Aufgabe betraut hat, am heut:gen Tage die «Taufe des neuen Linienschiffes „G" zu vollziehen. Wir sind gern der allerhöchsten Auflorderung gefolgt. Möge das neue deutsche Schiff seinem und dem deutschen Namen in allen fernen Meeren und Welten Ehre machen! Wir, die wir im innersten Binnenlande leben und scheinbar mit dem Handel, Wandel und dem Verkehr mit seinen entlegenen Zielen nicht vertraut sind, nehmen dennoch innigsten Anteil an allem, was unsere Marine betrifft. Mit höchstem Interesse sind wir der Entwickelung und der Marine unter Kaiser Wilhelm dem Großen gefolgt, ebenso wie unter der Regierung Kaiser Wilhelms II. Schwabenland hat schon manchen seiner Söhne der deutschen Marine zum Dienste seines Kaisers geliefert und damit bekundet, daß es nicht hintenan stehen wolle hinter anderen deutschen Stämmen, welche ihre Kräfte einsetzen zum Blühen und Gedeihen der deutschen Marine. Die Schifte, die in jüngster Zett aus dem fernsten Osten zurückgekehrt sind, haben dort dem deutschen Namen Nachdruck verliehen _ und Ruhm und Ehre gebracht. Unser innigster Wunsch ist, daß auch dieses Schiff sich glorreich deniSchwestzerschiffen anschließen möge. Daß dies auch die Gesinnungen in Schwabens Gauen sind, soll unsere Anwesenheit beweisen. Eine besondere Bedeutung gewinnt der Name, welchen der Kaiser für das neue Linienschiff gewählt hat, dadurch, daß einst in grauer Vorzeit die Wiege der Hohenzollern auf schwäbischem Boden gestanden hat, und ich erkläre im Namen des ganzen Stammes, daß wir allezeit treu und fest stehen wollen zu Kaiser und Reich. So rufe ich denn in dieser weihevollen Stunde: Seine Majestät der Kaiser Hurra! Die Königin sprech hierauf die Worte: „Im Namen der Majestät des Deutschen Kaisers taufe ich dich „Schwaben"." Tas Königspaar reifte am ?lbend wieder ab. Bremerhaven, 19. Aug. Der Hamburger Dampfers „Kiautschou" hat 28 Df fixiere und 664 Mann des 4. osb-> asiatischen Infanterie-Regiments gelandet. Dessau, 19. Aug. Ter gestern und heute tagende Kongreß deutscher Kriegsveteranen (Präsidium und Sitz: Leipzig) beschloß, eine Petition an den Reichstag ic, einzureichen, daß bei Verteilung von Beihilfe anderweitige Bezüge von Unfall- und Pensionskassen bis zur Höhe von 30 Mark kein Hindernis bilden sollen, ferner daß bei) Ausdruck „gänzlich erwerbsunfähig" a::S den: Gesetz entfernt werden soll. Zum Ort des nächstjährigen Kongresses 1902 wurde Tuisburg gewühlt. Fulda, 19. Aug. Zur B i s ch o f s ko n f e r e n z sind hier eingetroffen: Kardinalfürstbischof Kopp-Breslau, Erzbischof Simar-Köln, Nörber-Freiburg, Armeebischof Aßmann- Berlin, die Bischöfe Korun: Trier, Tingelstad-Münster, Willi- Limburg, Keppeler Rottenburg, Voß-Osnabrück, Brück-Mainz, Rosentreter-Kulm,. Jaeobi Hildesheim, Thiel-Ermland, Schneider-Paderborn. Tie Sitzungen der Konferenz be- ginnen morgen vormittag. Ausland. London, 19. August. Eine Depesche des „Globe" aus New-York von heute besagt: Der Ideenaustausch zwischen Hay und den anderen Ministern und Me Kinley hatte das Ergebnis, daß vorläufig keine militärische Einmischung in die Zustände der Meerenge von Panama oder in den Streit zwischen K o l u m b i a und Venezuela stattfinden solle. Der amerikanische Gesclsäftsträger in Caracas meldet, er glaube, daß der Einfall in das venezuelische Gebiet von der kollimbischen Regierung nicht angestiftet oder unterstützt worden sei, und daß Eardiras, der die venezuelische:: Insurgenten führte, zurückgetrieben worden fei. In Washingtoner amtlichen Kreisen werAe keineswegs be- ürchtet, daß gefährliche internationale Entwickelungen aus bei: Wirren der mittelamerikanischen Staaten entstehen dürften. „.. Brüssel, 19. August. Die belgischen Eisenbahn- 'ch alter sind amtlich angewiesen, deutschesPapier- gelb zum Kurse von 120 fr. für 100 Mk. anzunehmen, einem Kurse, der um über 3 fr. niedriger ist, als der tändige Kurs der Börsen in Brüssel und Antwerpen! Paris, 19. August. Z a r N i k o l a u s hat mit liebenswürdigem Dank die Einladung des Präsidenten Loubet zur Teilnahme an den großen H e r b st m a n ö v e r n in £ st- Frankreich angenommen. Die Manöver enden mit einer großen Parade bei Reims, welcher der Zar nut Loubet beiwohnt. Der Zar landet aber schon vorher in Dünkirchen, in: Augenblick, in dem die See-Manöver des Nordgeschwa- ders zp Ende gehe::. Loubet sährt dem Zaren nach Dun- kirchen entgegen, wo das Geschwader vor beide:: R?vue passiert. Die Revue bei Reims ist am 19. September. Der Zar trifft wahrscheinlich mit der Kaiserin gegen den 10. September ein, um zwei Wochen in Compiegne zu verweilen, wo die Regierung eine Villa bereithält. Zarenpaar wird sicher Paris einen oder mehrere Besuche abstatten. , _ „ „ . Hemberg, 19. August. Tie „Gazeta Lwowska" meldet aus Tlumacz: Die Bevölkerung der Ortschaft Ottynia bedrohte die Kommission, die wegen Ausbruchs der Schweineseuche bie. notwendigen Anordnungen traf, nut Stöcken und bewarf sie mit Koth. Zwei Tierärzte wurden chwer, und mehrere andere Beamte leicht verletzt. Eip Verhaftungen wurden vorgenommen. Tags darauf rottete sich eine Menschenmenge vor dem GerickstSgebände Xufaü die ausgewiesenen Anarchisten stets dem Heimatsstaar zugeführt werden sollen. Demgemäß wurden seither alle aus der Schweiz ausgewiesenen italienischen Anarchisten an Italien ausgeliefert. . Wien, 19. August. Der frühere Fiiianzminttter Tr. Joseph Kaizl ist heute in Miskowic in Böhmen gestorben. Dr. Kaizl gehörte der gemäßigten Gruppe des Jun«nklubs^n. am 1? gemeldete «v sammenstoß zwischen bulgarische n und t ü rk i scheu Grenzposten- ereignete sich im Dorfe Esauack (Bezirk Philippopel.i. Eine drei Mann starke Bulgarenpatrouille wurde von einer 80 Mann starken türkischen Abteilung angehalten. Es wurden Schüsse gewechselt wobei angeblich fünf Türken getötet fein sollen. Die Bulgaren flohen, und wurden von den Türken drei Kilometer weit über d:e bulgarische Grenze verfolgt. Zwei bulgarische Kompagnien sowie' der Stabschef von Philippopel sind an Ort und stelle hbl; pp § pel, 19. Aug. Die Ta. bakr e gie verlangt eine Konzessionsverlängerung von fünf zehn Jahren al. Gegenleistung für die von der Pforte gewünschte Anleihe. Tas türkische Finanzministerium, das laut ^rabe be* Sultans ein Monatsgehalt allen Beamten auszahlen soll, sucht vergeblich Vorschüsse bis zur Höhe von 200 000 Pfund Ri ben hiesigen Banken und industriellen Unternehmungen. Die Geldnot nimmt einen bedenklichen Charakter an. Petersburg, 19. Aug. Hier soll es anläßlich der HochzeGsfeier der Großfürstin Olga Alexandrow na mit dem Prinzen von Oldenburg zu einem Et i tetteftreit zwischen der englischen Botschaft uno dem Vertreter der Transvaalrepublik Mr. Jonkheer van der Hoeven gekommen sein. Letzterer, der sich kurzua vom Haag nach Petersburg begeben hatte, war auf ausdrücklichen Befehl des Zaren zu der Feier erngeloben n>or- ben Kaum erfuhr dies der britische Botschafter, so ve aab er sich zu dem Grafen Lamsdorff und erklärte ihm, daß die englische Botschaft bei der Hochzeitsfeier nicht erscheinen werde, wenn man den Vertreter Transvaals z lasse. Ter russische Minister der auswärtigen Angelegenheiten übermittelte dies dem Zaren, letzterer solle nun dieses Verlangen sehr übel aufgenommen und befohlen haben, den Burenvertreter nicht mehr als private Persönlichkeit, sondern als diplomatischen Agenten der Sudafti- kanischen Republik einzuladen. Tie englische Botschaft, ei schien nicht bei der Feier. Ter Burenvertreter jebodi touroc freundlich vom diplomatischen Korps empfangen und vom Kaiser durch ein langes, auffallend herzlick-es gezeichnet. Die englische Botschaft entschuldigte offiziell Y Abwefenheit durch den Tod der Königin Viktoria. Yokohama, 19. Aug. Der deutsche Kaiser a: die an ben Kaiser von Japan ein Telegramm, worin er fern Dank für den dem Grafen Waldersee bereiteten Empfang ausfpricht. Der Kaiser von Japan dankte für die gut:^ Worte und fügte hinzu, der Besuch Waldersees habe ifr Freude bereitet. Gemeinden geleistet wurden Kapstadt, 19. Aug. Ter Herzog und die Herzogin von Cornwall und York sind heute mittag hier eingetroffen und von der Bevölkerung lebhaft begrüßt worden. Tie Stadt ist festlich geschmückt. Darmstadt, 19. August. Der Militär-Invaliden, üüb Anwärter-Verband Deutschlands hielt gestern im Saale der „Stadt Pfungstadt" seinen Verbandstag ab, verbunden mit dem zehnjährigen Stiftungsfest des Jnvaliden- AereinS Darmstadt. Hierzu waren Delegierte aus allen Gegenden Deutschlands, auch auS Gießen, erschienen. Der Vorsitzende, B. Köhler-Darmstadt, gedachte des Ablebens der Kaiserin Friedrich und brachte dem Kaiser ein Hoch aus. Er verbreitete sich sodann in längerer Rede über das Gesetz vom 31. Mai, daS nach jahrelangen Kämpfen endlich wenigstens den Kriegsinvaliden die Erfüllung ihrer gerechten Forderungen gebracht habe. Der Berbandsfchrift- sthrer, L. Schmitt-Darmstadt, gab sodann einen Rückblick auf die Entwicklung des Verbandes und erstattete den Jahresbericht. Danach zählt der Verband gegenwärtig 19 Zweigvereine mit 924 Mitgliedern. Nach den Mitteilungen des LerbandsrechnerS, R. Junge-Darmstadt, betrugen die Einnahmen 2317,86 Mk., die Ausgaben 2295,83 Mk. Es ist gelungen, eine aus früheren Jahren vorhandene Schuld zu decken, sodaß der Verein jetzt schuldenfrei ist. ES wurde be- schloffen, abermals eine Petition an den Reichstag zu lichten, in der namentlich die Forderungen der Friedens- - in valid en vertreten werden sollen. Die Wahl des Ortes str die nächste Delegierten Versammlung bleibt dem Vorstand lberlaffen. Ein Eingehen auf die Wünsche einzelner Beamten- Kaffen wegen Regelung ihrer GehaltSverhältuiffe soll vom krrband nicht statifinden. Die Neuwahl der Verbands leitung ergab Wiederwahl der seitherigen Inhaber. Bei dem anschließenden gemeinsamen Mittagstisch brachte Zünd- iarf-Effen daS Saiserhoch aus, Köhler-Darmstadt ließ teir Großherzog hochleben, während Schupp-Darmstadt in in men Worten der deutschen Armee gedachte. Den drei krteranen der Jnvalidenbewegung, B. Köhler, L. Schmitt int) Krausch, wurden Ehrenurkunden zur Erinnerung an kti zehnjährigen Stiftungstag überreicht. Mainz, 18. August. Nach einer Mitteilung des Ministe- -riilriS in Darmstadt ist betr. der Einleitung der Fäkalien •ii den Rhein durch Verhandlungen mit dem Reich-amt des Innern und der badischen Regierung in Karlsruhe jetzt ein Unverständnis dahin erzielt wurden, daß die badische Re- ^riing das gesamte darüber erwachsene Aktenmaterial zur chubeiführung einer gutachtlichen Aeußerung dem R e i ch s Des undheitSamt zur Verfügung stellt. Don der Ent- stnLung des ReichSgesnndheitSamteS wird es abhängen, ob Manheim und Mainz, wie überhaupt andere Rheiustädte, ihre Fäkalien in den Rhein ableiten dürfen. In Mainz liegt flhom ein vollständig ausgearbeitetes Projekt vor, das genau auf den Grundsätzen des Mannheimer Projektes, Klärung Jeder Verein sollte Gesellenprüfungen abhalten, und wenn auch nur mit einem Prüfling. Die Ortsgewerbevereine sollten beizeiten daran denken, ihr jährliches Winterprogramm aufzufiellen und namentlich bezüglich der Vorträge sich recht» zeitig bei der Zentralstelle melden. WaS die Handwerker- schuleu aubetrifft, so hat eine Vermehrung derselben keinen Wert, da sonst die einzelnen Schulen nicht gehörig unterstützt werden könnten. Vielmehr sollten sich mehrere Vereine zusammenschließen. Sodann ergriff Ober-Regierungsrat Dr. Usinger da» Wort zu einer Aufklärung über die Gesellenprüfungen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen haben nur die Innungen und die Handweikerkammern das Recht, Gesellenprüfungen abzu- halten. Doch den einzelnen Gewerbevereineu kann diese« Recht verliehen werden. Diese Berechtigung besteht jedoch nur solange, als kein Mißbrauch damit getrieben wird. Nach einigen Bemerkangen zu diesem Punkte geht sodann Regierungsrat Noack zum folgenden Punkte der Tagesordnung über, der Abhaltung der nächsten Generaloersamm- ung. Es soll damit eine Ausstellung größeren Stils ver- »unden werden. Auch will man den Verband deutscher Gewerbevereine zur Abhaltung seiner Wanderversammlung in Heffen einladen. Als Ort für die nächste Geveralversamm- lung wird Darmstadt gewählt. Sodann nimmt Gewerbeschul-Inspektor Meyer da« Wort zu einem Bericht über das gewerbliche Schulwesen. Nach seiner Ansicht genügen die bestehenden Handwerker- chulen vollständig. Darunter befinden sich freilich einige, deren Leistungen nicht befriedigten, was seinen Grund wohl wieder verlassen. Die zurückbleibenden Festteilnehmer aber vergnügten sich noch manche Stunde bei Tanz und fröhlichem Liedersang. Marburg, 19. Aug. Die hiesige Turngemeinde ver- anstaltete gestern zur Turnhallen Einweihung eine Turn- fahrt nach Alsfeld. In Alsfeld wurden die Ankommenden von Radfahrern etngeholt und in die Stadt ge- leitet. E« fanden bei der Feier ein Festzug, EinweihungS- alt, turnerische Aufführungen, Konzert und Ball statt. Gauvertreter Helm auS Gießen hielt eine Ansprache. Auc> der Kirchhainer Verein hatte eine Turnfahrt nach Alsfeld unternommen. EmS, 19, Aug. Gestern Nachmittag verschied hier in seinem Hause „Sesenheim", 75 Jahre alt, der Dichter Emil Pohl, Verfasser zahlreicher Bühnenwerke, von denen wohl „Basantasena" und „Die Schulreiterin" am bekanvtestev geworden find. Er pflegte hier mit seiner Gattin den größten Teil des Jahres zu verbringen und nur zeitweise nach Berlin zu reisen, um in regem Verkehr mit dortigen litterarischen und künstlerischen Kreisen neue Anregung zu schöpfen. Aus dem von ihm angekauften ehemaligen katholischen Pfarrhause neben der Kirche auf dem „Spieß" hatte er sich ein behagliches Tuskulum geschaffen. Viele persön liche Freunde betrauern hier den Heimgang des liebens würdigen alten Herrn, der bis vor einigen Monaten noch außerordentlich rüstig war, in der letzten Zeit aber schwer unter asthmatischen Beschwerden zu leiden hatte. ** Kleine Mitteilungen an! Hessen und den Nachbarstaaten. Auf dem »Löwenhof in Ockstadt stürzten vor einigen Tagen 2 Arbeiter von der Scheuerleiter. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen, denen der eine bereits nach wenigen Stunden erlag. — Sonntag Nachmittag fuhr ein Automobil- ahrer, der zur Kur im Kaiserhof in Bad Nauheim weilt, >en großen Prellstein an der Barriere der Bahn am Chauffee- auS aus dem Fundament heraus. Das Automobil ging in Trümmer. Der Insasse wurde herausgeschleudert, kam aber ohne große Verletzungen davon. — An demselben Nachmittag wurde einem Arbeiter kurz vor der Station Hom- >urg durch den Zug der Kopf abgefahren. Man vermutet, >aß er sich in seldmörderischer Absicht auf die Schienen gelegt hat. — In Laubach wie in Freienseen hat man in der vergangenen Woche mit dem Bahn bau begonnen. Leider ist bereits ein Unfall zu verzeichnen, indem beim 1 Fahren mit einem Rollwagen ein Italiener so unglücklich zu i all kam, daß er nach dem Johann-Friedrich Stift in Lau- ! !,ach verbracht werden mußte. — Der Vogelsberger Höhen-Club hat einen neuen schönen Spazierweg am Saume des Altenburgskopfes Herstellen lassen. Man hat (Eine hervorragende Aufgabe für die Ortsgewerbevereine findet Regierungsrat Noak in der Pflege und Ausbildung des genossenschaftlichen Wesens. Auch in diesem Jahre sind wieder Gesellenprüfungen abgehalten worden und zwar 27 mehr als im Vorjahre, was jedoch im Verhältnis nur einen kleinen Zuwachs bedeutet. "" 5 t! togen ”>!• °Meteiu KM™ P Wrenj bf: Aus Stadt und Kand. 1S)er Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original Nachrichten ist unter genauer Quellenangabe: „Gieß. ÄtnaZ gestattet.) Gießen, den 20. August 1901. ** hohe Gaste. Mit bcm Zuge Nr. 76 von Wilhelms Hafen kommend, pasfirten heute früh 7.57 Uhr der Köni; und die Königin von Württemberg die hiesige Station unb nahmen in den Salonwagen das vorher bestellte Früh stück ein. -k. Kleinliudeu, 19. Aug. Gestern fand in dem Lokale des Gastwirts Spuck, von dem herrlichsten Wetter begünstigt, die Gravelottefeier statt. Haus und Galten waren bis auf den letzten Platz besetzt. In dem schön dekorierten Garten konzertierte die Kapelle Gröninger aus Gießen. Die Feier war, obwohl sie nicht offiziell von den Kriegervereinen veranstaltet war, von Mitgliedern der Sleinlindener und Gießener Vereine zahlreich besucht. Bier und Küche waren vorzüglich. (:) Allendorf a. d. Lda., 20. Aug. Gestern Nachmittag wurde der Joh. Georg FormhalS in dem Pferdestall des Gastwirts Ludw. Löll tot aufgefunden. Die Todesursache konnte noch nicht festgrstellt werden. (:) Nieder Florstadt, 10. Aug. Dieser Tage stürzte beim Strohlegeu der Taglöhner Wilhelm Kautz auS dem Gerüst tu die Schruerteune und blieb auf der Stelle tot liegen. Bad-Nauheim, 19. Aug. Profeffor Karl Weinhold, der verdiente Germanist der Berliner Universität, ist am 15. d. M. hier, wo er Erholung und Stärkung suchte, im Alter von fast 78 Jahren gestorben. Ein feinsinniger deutscher Gelehrter und ein ausgezeichneter akademischer Lehrer ist mit ihm dahingegangen. Er war 1823 in Reichenbach (Schlesien) geboren, studierte in Breslau und Berlin Theologie und Philologie und habilitierte sich 1847 in Halle, 1849 wurde er außerordentlicher Professor der deutschen Sprache und Litteratur in Breslau, folgte 1850 einem Rufe nach Krakau, 1851 nach Graz und 1881 nach Kiel. 1876 kehrte er als ordentlicher Profeffor an die Universität Breslau zirück und bekleidete seit 1889 als Nachfolger MüllenhoffS dieselbe Profeffur an der Universität Berlin, die einst Jakob Grimm eingenommen hat. In demselben Jahre wurde er z»m Geh. Regierungsrat und zum Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt. DaS erste Werk, daS Weinholds Namen bekannt machte, heißt „Die deutschen Ivanen im Mittelalter" und schildert in geistvoller und volkS- tLmlicher Weise daS Bild der deutschen Frauen als Göttinnen, Priesterinnen, weise Frauen und Hexen, ihre Erziehung, ihre rr-chtlichen Verhältnisse als Mädchen, Braut und Frau, als Mutter oder Witwe, ihr gesellschaftliches Leben, endlich ihre Tracht, ihren Schmuck rc. Neben seinen fittengeschichtlichcn mb mythologischen Forschungen beschäftigte sich Weinhold viel mit Sprachforschung, namentlich den deutschen Mund- arten; feine Schrift „lieber deutsche Dialektforschung" wirkte bahnbrechend auf diesem Gebiete, der später „Bairische Grammatik", Mittelhochdeutsche Grammatik" rc. folgten. Litterarhistorisch von Wert find seine „Weihnachtsspiele und Lieder aus Süddeutschland und Schlesien", sein Buch über Bme und die Herausgabe des dramatischen Nachlasses des liv-ländischeN Dichters Lenz. Verdienstvoll sind endlich Weinholds Arbeiten auf dem Gebiete der Volkskunde; bald nach seiner Uebersiedelung nach Berlin rief er hier den „Verein für Volkskunde" ins Leben und gab feit 1891 die Zeitschrift dieses Vereins heraus. W Met lJtet oder unter. ^evenezueiiU Wen keineswegs t ^Wickelungen^ Maaten entsteh b" Eisenbahn Kes Papin JJtf- anzunehiD K ist. als S ) Antwerpen! >5 hat mit lieber identen Loubet iE 'Novern in 6 enden mit eine r Zar mit M 'her in Tünkirrbn des Nordgescho: Zaren nach vor beiden Rsm . September. J« ierin gegenbs ^ompiegne zu w. bereithält. Tc er mehrere Besch :a i'wowska" M tschaft Dtlpniib'- en Ausbruid- bet mungen traf, mit i Tierärzte touita leicht verletzt. @j \ag5 Darauf rott« $gebänbe «jafWÄtW amt bekannt M zen Konferenz M chismus zmM mbarung getroptn, s dem heimösieil wurden seitdei eilt mischen Anarän'!!- Unanzminislel 7r. ic in Söhmen gr ißigten Gruppe W. gemeldete Ji* i und türkis^ t\t DvltzareMMüle türlisSm SteilN chselt. Die mem ** J»an Ort«**'1' bakr°gi'^ laut Jrade v auszuhien M ’ en Unternehm^ jyrsfe ÄK "M rff nnb, ,rn^1 treter ZEktz iver^^.pn iittb i enipAÄpläE «F bet Fäkalien vor Eiusührung in den Rhein, beruht. Die Ausführung desselben würde jedenfalls mit großen Kosten verknüpft fein. — Am Samstagnachmittag wurde eine ältere hiesige Hebamme unter dem Verdacht eines Verbrechens, das nach § 219 des Strafgesetzbuchs bestraft wird, in Unter suchungsyaft genommen. Das betr. Mädchen, dem Bci Hilfe geleistet wurde, befindet sich auswärts und ist so schwer erkrankt, daß sein Ableben zu befürchtrn ist. Wehlar, 19. Aug. Der Männer gesang v e rein Wetzlar feierte gestern fein 60jäh ri ges Stiftungsfest. Von auswärtigen Vereinen waren erschienen der Bauerlche Gesangverein Gießen, Mgv Wetzlar, Mgv Grünberg, Orpheus Butzbach, Liederkranz Weilburg, Lkr. Marburg, Harmonie Gießen, Liedertafel Marburg, Cäcilia Lich und L-ederkranr Dillenburg. AuS den Verhandlungen dcS SängertageS ist folgendes hervorzuheben: Die Vereine „Heiterkeit" und „Gemüthlichkeil" in Gießen, sowie auch der Verein „Frohsinn" in Londorf wurden in den Bund neu ausgenommen. Herrn Ehr. Reitz, „Harmonie" Gießen, wurde von Seiten deS Bundes für 25jährige Mitgliedschaft ein Diplom aus gestellt. Der von verschiedene»' Vereinen gestellte Antrag, zu der Beurteilung der Einzelchöre fremde Preisrichter zu ernennen und ein Antrag Dillenburg behufs Abänderung des § 2 der Bundessatzungen wurden bis zur nächsten Versamm lung vertagt. Nachdem die Vertreter zu einem außerordentlichen Sängertag für nächstes Frühjahr nach Butzbach ein« geladen sind, wurden die Verhandlungen geschlossen. Ein gemeinschaftliches Mittagsmahl fand statt. Bei demselben toastete der Bundesvertreter Hauptlehrer Schneider- Marburg auf die drei anwesenden aktiven Seniors des Wetzlarer Vereins, Feilenhauer Wagner, Wagnermeister P. Ritter und Oekonom Dav. Vorwerk. Der Vorsitzende des Butzbacher Vereins Storch des Dichterfürsten Goethe und dessen Beziehungen zu Wetzlar. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Fest zu g durch die fahngeschmückten Straßen der Stadt nach dem Schützengarten, der sich bald als zu klein erwies, um die Zahl der Festteilnehmer aufzunehmen. Hier hieß der Vorsitzende des Wetzlarer Vereins Heinzenberg Alle im Namen des Wetzlarer Männergesangvereins herzlich willkommen. Es erfüllte den Verein mit großer Freude, so viele Brudervereine von auswärts wie auch die hiesigen Vereine, den Krieger- wie den Turnverein als Teil nehmer an dem Feste begrüßen zu können. Er gab sodann einen Rückblick auf die 60 Jahre des Bestehens des Vereins und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Zwei der nod) lebenden Gründer, die Herren August Heertz und Fritz Rödig, waren zugegen. Die beiden anderen waren durch Krankheit verhindert. DaS nun beginnende Konzert wurde eröffnet durch das Weihelieb „Brüder weihet Herz und Hand" vorgetragen von dem Gesamtchor. In bunter Reihenfolge wechselten Vorträge der einzelnen Vereine mit Konzertstücken der Kapelle ab. Besonders stürmisch applaudirt wurde das Lied „Schöner Rhein, Vater Rhein" des Bauerschen Gesangvereins Gießen. Im Laufe des Nachmittags nahm der Bundesvertreter -Schneider Marburg Gelegenheit, dem Jubelverein im Namen des Lahnthalsängerbundes seine Glückwünsche auszusprechen. Er gedachte dabei der Verdienste, welche sich der Verein nicht allein im Bunde, sondern auch in der Wetzlarer Bürgerschaft erworben habe. Er habe den Lahnthalsängerbund mit ins Leben gerufen, auch könne er im Bund die meisten Mitglieder aufweisen, die das Diplom für 25jährige ununterbrochene Mitgliedschaft besitzen. Redner schloß mit einem Hoch auf den Wetzlarer Verein. Storch Butzbach feierte in beredten Worten daS deutsche Lied und besonders das deutsche Volkslied und die gute deutsche Sitte Sein Hoch galt dem deutschen Lied und der Pflege des Idealismus. Leider mußten Abends viele Gäste die Stadt von dem schönen Waldwege, fast immer im Schatten wandelnd, ganz prächtige Ausblicke auf Schotten, die nahen Höhen und das Niddathal. — Frau Marianne Scharwenka-Stresow, seit langen Jahren eine der geschätztesten Lehrkräfte für die Violine am Klindworth Scharwenka-Konservatorium in Berlin, weilt zur Zeit eines Herzleidens wegen zur Kur in Bad Nauheim. — In der Nacht vom 17. zum 18. ist von einem der im Wilhelms höher Park in der Umgebung des Schlosses aufgestellten militärischen Absperrungsposten scharf geschaffen worden. Der Posten soll durch einen gegen das Schilderhaus geschleuderten Stein in die Meinung versetzt worden sein, es erfolge ein Angriff gegen ihn. Da auf Änruf keine Antwort erfolgte, habe er in bad Dickicht geschossen. Es ist aber Niemand dort in der Nähe ermittelt nwrden, der Stein soll von dem Posten auf der Wache ab= geliefert worden fein. Hauplvkrskmmlllug der Mitglieder des kavdesgewerbrvereiks in jich. Originalbericht des „Gieß. Anz." t f Lich, 18. August. Unter Vorsitz des Regierungsrats Noack - Darmstadt tagte heute in der Turnhalle die Hauptversammlung der Mitglieder des Land eSgewerbevereinS. Der Plan, mit der Versammlung eine Ausstellung gewerblicher Erzeugnisse der Provinz Oberheffen zu veranstalten, mußte der Kürze der Zeit halber aufgegeben werden. Unser freundliches Städtchen hatte ein fefilichcS Gewand angelegt. Ein Teil der Gäste, darunter hauptsächlich die Herren von ccr Großh. Regierung und der Zentralsttlle, waren schon am San.Stag Abend hier eingetroffen. Die beiden Morgenzüge brachten dann daS Gros der Besucher. Nach einem gemeinschaftlichen Frühstück im „Holländ. Hof" fand eine Sitzung deS Ausschusses des Landesgewerbe. Vereins in der Turnhalle unter Leitung de» Reg. Rats N o'a ck statt, in dcr Über Schulangelegenheiten, Anträge u. s. w. vorberaten wurde. Um halb 12 Uhr wurde dann durch Reg.-Rat Noack die Generalversammlung, an der 210 Personen teilnahmen, eröffnet. Er begrüßte zunächst die Anwesenden und teilte dann mit, daß einige Gäste, darunter der Fürst zu Lich, Geheimrat v. Bechtold-Gießen und Bürgermeister Heller Lich, ihr Fernbleiben entschuldigten. Bon mehreren Vereins- verbänden waren Begrüßungsschreiben eingelaufen, die zur Verlesung gelangten. Sodann begrüßte der Vertreter der Regierung, Ober- Regierungsrat Dr. Usinger-Darmstadt, die Versammlung. Ec hob besonders hervor, baß gerade die zeichnerischen Leistungen einen bedeutenden Fortschritt zeigten, und ermunterte zu frischem Weitcrstreben auf dem eingeschlagenen Wege. Darauf hieß Beigeordneter Dörmer die Ver- . sammlung willkommen. Nach ihm ergriff der Vorsitzende des OrtSgewerbevereinS Lich, Glasermeister Sch er ff, daS Wort. Er sprach über den Stand der Gewerbethätigkeit in Lich. Hierauf referierte Reg. Rat Noack über den „Tätigkeitsbericht der Großherzoglichen Zentralstelle". Der Thätig- keitsbericht ist in diesem Jahre zum ersten Mule in dem „Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen" abgedruckt. Danach beträgt der Zuwachs von Mitgliedern im verfloffenen Jahre über 1000. Im Mitgliederbestand findet ein rascher Wechsel statt, sodaß die Kontrole dadurch erschwert wird. RegierungSrat Noack rät tarum den Ortsgewerbevereinen, für einen festen Bestand von Mitgliedern zu sorgen. Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt jetzt fast 10000. Zu Ehren der im Laufe des Jahres verstorbenen 96 Mitglieder erheben sich die Versammelten von ihren Sitzen. In bett von feiten der Zentralstelle abgehaltenen Fachkurfen haben sich 60 Meister ausgebildet. Gerade für die OrtSgewerbe- veretne ist es eine vornehme Aufgabe, Fachkurse abzuhalten, namentlich für Gesellen und Lehrlinge des Schuhmacher- und Schneiderhandwerks, da für die fachliche Ausbildung derselben in den bestehenden Lehranstalten wenig geboten werden kann. Die Bibliothek, die Sammlungen und das Museum sind im verfloffenen Jahre reichlicher benutzt worden, doch dürfte die Bibliothek für den einzelnen Handwerker noch mehr nutzbar gemacht werden dadurch, daß jeder O. G. V. den Katalog der Bibliothek anschafft. Die fittanziellen Verhält- niffe des Vereins find gut. Der Gesamtaufwand betrug 550220 Mk. Davon konnte der Verein 49pCt. aus eigenen Mitteln aufweisen, während 51 pCt. vom Staat und von darin habe, daß es an Fachlehrern fehlt. Ein Hauptmißstand des Schulwesens ist die ungenaue Befolgung der Lehr Pläne, die öftere Aufnahme neuer Schüler und der Ueber tritt der Schüler aus einer in die andere Schule. Notwendig ist, daß neue Schüler höchstens zweimal im Jahre ausgenommen werden und daß der Schüler beim Uebertritt in eine andere Schule ein Zeugnis mitbringt. Darauf wurde die Schulgeldfrage erörtert. Verschiedene Mißstände bezüglich der Höhe des Schulgeldes und der Ver günst'gung an Söhne und Lehrlinge von Mitgliedern werden gmiqt. Nach lebhafter Debatte einigt man sich, daß das jährliche Mindeftschulgeld 3 Mark betragen soll, der er wähnt.' Unterschied nicht mehr als 1 Mark. Sin Beschluß wird hierüber nicht gefaßt; weitere Maßnahmen werden der Zentralstelle überlassen. Ueber das Reichsgesetz vom 12. Mai betr. die privaten Bersicherungcunternehmungen und seinen Einfluß auf die Sterbekasse des Hess. Landesgewerbevereins sprach Handwerkskammer-Sekretär Engelbach. In der Sterbekasie ist bishrr das Umlageverfahren gehandhabt worden, doch soll das Kapitaldeckungsverfahren eingeführt werden. Direktor Meißel-Darmstadt führt in leicht verständlicher Weise die Grundzüge des KapitaldeckungsoerfahrcnS vor, während Dickor6-Gießen das Umlageverfahren zu verteidigen sucht. Sodann kommt die Umgestaltung des Vergebungswesens in Hessen zur Sprache. Rundfrage bei den Bauämtern der Städte Hessens haben einen klaren lleberblick und Aussich auf Umgestaltung noch nicht ergeben. Auch das von Mann heim aus gerühmte Mittelpreis-Verfahren hat sich in Hessen keinen Eingang verschaffen können. E n Antrag des O. G.-D. Grünberg, daß jedes Jahr mit der Ausstellung von Zeichnungen auch eine solche der Gesellenstücke zu verbinden sei, soll dem Landesausschuß zur Beschlußfassung überwiesen werden. Ein Begrüßungstelegramm des Fürsten Karl zu Solms HohensolmS-Ltch wird durch Absendung eines Danktelegramms erwidert. An die Versammlung schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagsmahl in der Heiland'schen Wirtschaft an. Vermischtes. * Berlin, 19, Aug. Der Tischler DongeS wurde bei einer Schlägerei vor dem Schanklokale von Hoppe in der Seestraße getötet. Im Lokale waren zwei Gesell, schäften, die unter einander in Streit gerieten. Als sich dieser Streit auf der Straße fortsetzte, fiel plötzlich ein Schuß. Ob DongeS infolge deS Schusses oder durch einen Stich umS Leben gekommen ist, wird wohl die Untersuchung ergeben. Die Teilnehmer an der Schlägerei, auch dei> jenige, der geschoffen hat, und die das Meffer gezogen haben, sind ermittelt und, soweit als nötig, festgenommen worden. Theater, Kunst und Wissenschaft. — Otto Julius Biermann, dessen Familienglück vor einiger Zeit eine Trübung erlitten hat, heiratet wieder. Er hat sich mit einer jungen Florentinerin in Zürich verlobt. 8. Von der Darmstädter AuSstellnng wird uns geschrieben: Der Besuch war am Sonntag ausgezeichnet. Es rouröen über 300u Tageskarten verkauft Auch die Tombola erfreute sich großen Zuspruchs, ca. 2500 Lose ä 50 Pfg. wurden abgesetzt. Der Besuch der Häuser hat in der letzten Zeit außerordentlich zugenommen.— Für die am 30. d. Mts. beginnende, 4 Tage dauernde Ueber Ausstellung sind Vorbereitungen im Ganze, die auf größartige U-berraschungen schließen lassen. Für den ersten Tag ist ein g oßer Emweihungsakt in Darmstädter Mundart vorgesehen, zu dem von einer künstlerischen Kraft die Musik komponiert wird. Gleichzeitig findet an diesem Tag feierliche Denkmalsenthüllung rc. statt. Dieser erste Tag ist zudem in Form eines Kostümfestes gedacht, wobei jeder Besucher entweder in Kostüm oder mit Abzeichen rc. versehen, erscheinen soll. Während der ganzen Dauer des Festes ist außerdem ein Ucherbrettl Theater eingerichtet, in dem erste Kräfte mitwirken werden, auch sind originelle Schießbuden, Scktbuden, Postkartenfächer stände und Blumenkiovke errichtet. Täglich werden Luftballonausstiege veranstaltet, Feuerwerke abgebrannt und sollen bengalische Beleuchtungen stattfinden. Jeden Nachmittag und Abend findet Konzert und Tanzvergnügen statt Die Restauration ist in modernstem Stile eingerichtet. Die Ausstellung selbst, d. h die Häuser und deren Einrichtungen werden besondere Sehens- Würdigkeit n eigner A-t bilden. Das ganze Fest wird in einer illustrierten Parsdie-Ueber-Ausstellungsfestze.tung beschrieben und erläutert werden. Als Eintrittspreise sind (außer dem Eintritt in die Kolonie) festgesetzt: für den 1. Tag 2 Mk, für den 2. und 3. Tag je 1 Mk., für den 4. und l-tzten Tag, an dem kein Theater stattfindet, 50 Pfg. Familienkarten werden am 1. Tag bis 12 Uhr vormittags zu ermäßigtem Preise abgegeben Wer nach Verlassen der Ausstellung erneut eintreten will, hat eine Gebühr von 10 Pfg. zu entrichten. Unioersitäts Nachrichten. — Der Berliner Rechtslehrer Geh. Rat Profeffor Dr. L. Aegidi feierte am 18. d. Mts. sein LOjährigeS Doktorjubiläum. Prof. Aegidi, der 1825 m Tilsit geboren ist, bekleidet sein Lehramt als o. Honorar- Professor seit 1877, vorher war er 7 Jahre lang Leiter der Proßab- teilung im Reichskanzleiamt. Krirskasten der Redaktion. Anonymus. Wir wiederholen zum 101. Male, daß wir Zusendungen ohne Namensunterschrift unberücksichtigt laffen müffen. Sie nennen uns eine ganze Anzahl von Namen, die Sie in Ihrer Angelegenheit zu sehen wünschen, verschweigen aber Ihren eigenen Namen. Ihre Zuschrift wird dadurch natürlich gänzlich wertlos. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gietzen, 20. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.10—1.25, Hühnereier per St. 0 <$, 2 St. 11-15 «z, Enteneier 1 St. 7—8 Gänse eier per St. 11 — ’2 Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5—8 4, Erbsen per Liter 22 , Linsen per Liter 34 , Tauben per Paar JC 0.75—0 90, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück M 0.70—1.20, Enten per St. JC 2.00—2.20, Gänse per Pfd. jfC 0.00 bi< 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 L Schweinefleisch per Pfd. 64—80 , Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 84 , Kalbfleisch per Pfo, 60—66 , Hammelfleisch per Pfd 50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 6 00 —8.00 JfC, Weißkraut per Sb 00—00 4, Zwiebeln per Ctr. JC 7.00—8 00, Mich per Liter 18 4. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. Neueste Meldungen. (Telephou-Melduugeu des „Gießener Anzeiger»-.) W. Gumbinnen, 20. Aug. Im Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk wurde heute Vormittag die Beweisaufnahme geschloffen. W. Interlaken, 20 Aug. Am Abensberge stürzte infolge AuSgleitens der 67jährige Fabrikant Matter auS- Mannheim 50 Meter tief ab. Ec wurde al» Leiche auf- gefunden. Pofe», 20. Aug. In Schroda starben infolge Gr- uuffc» giftiger Pilze 5 Personen. Sagau, 20. Bug. Rittergutsbesitzer Frahne-Dttter»- bach, Sohn des Kommerzienrats Frahne in Landshut, wurde durch einen Unglücksfall bei der Rehbockjagd erschossen. Jamburg (Gouvernement Petersburg), 19. August. Da» Kaiserpaar traf in der Nacht zum Montag hier ein, um den großen Manöver» beizuwohnen. Gestern früh reisten dec Kaiser und die Kaiserin nach Narwa und wohnten am Denkmal der Schlacht von Narwa der Kirchenparade de» PreobraschenSky'schen Regiments bei. Darauf erfolgte die Rückkehr nach Jamburg. Kursko, 20. Aug. Ja der Nähe der Stadt verschütlete ein Bergsturz drei Häuser. Vierzehn Personen wurden getötet. Saint LoniS Marie Galante, 19. Aug. Eine Feuers- grünst zerstörte beinahe die ganze Stadt Grand Bourg. Telephowscher Kirr »bericht. Frankfurt, dw 18 August 3*-3 0/s Roioh^mlei^e . . 101 25 3 a o ao . . 91 00 31/l Vo KodboIs . . . . 100 95 8»/t do .... 91 30 ü/c HesBeie .... 98 40 5 % Ital'en. Rente . . . 98.00 1 j/q GFriech. Mnuop.-Anl. 43.50 3 0/0 Portugiesen • 25.70 3 0/p Mexikaner , . . . 26 00 ®/o Chinesen . 83.00 Kreditaktien . 198 80 Diskonto-Kommanait . . 174.80 Darmstädter Bank . . 120 60 Dresdener Bank . , . . 130 60 Berliner Hondelages. .137 70 Oesterr. Staatsbahv . . 186.00 Qotthardbabn .... 153.00 Laurahütte ..... 185 00 Bochum...... 168 00 Harpener . 165 50 ; ruhig. srereorotogtfche Beobachtungen der Station Giefteu. Höchste Temperatur «m 18. bis 19. August 29 4° C. Niedrigste „ , 18. „ 19. „ 12 6° C. August Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit IPJDHpn?!* Muepiß Windrichtung Windstärke Wetter 19 9-° 751,9 194 12,6 75 Still _ sternb. Himmel 20. 7« 7530 158 10,7 80 N. 2 bew H.mmel 20. 2«s 1 754,2 21,2 75 40 NE. 4 Sonneolchcia zu Kreiling. 5690 Wintersaison 5678 500.— 2. Mitgliederguthaben 1260.— 3. Kreditoren 5168.06 4. Verwaltungskoften 103.42 9271.44 ;u billigsten Preisen 4543 frisch eingetroffen bei 6700 HIMrabeOen u. «etneclauden, Pfd. 20 Pia. Sektersweg 81. J Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Han- Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfität-.Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Du vermieten DWtlMWge» Stellim-Gesuche llerWrdents Mietgel nche Gnpfehliüumi Weizer-, Edamer- Rahm-, Limbarzer- haad-, Kräater-' 5. Reseresonds 6. Reingewinn 3748.87 5471.45 51.12 Dame vom Theater sucht ab 15 (September für die Dauer der la. neues Sauerkraut neue Salzgurken A. & 6. Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. leere Wohnung von 8 bis 4 Zimmern in feiner, rubiqer Straße. Gest Offerten unt. MW 1901 vostlaaeind Aoidbausen. Passiva. l. 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