Nr. 169 ß eil mm gen fHuRen« Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giessen iäft anesHeeker. auser Ä. Rl Kognak, agier K.' besohll die Htt- °S> dass weiter vollzieht sich ein ähnliches Spiel; aber hier ist'S keine höhere Tochter, sondern ein hübsches Kindermädchen, und der liebeglühende Seladon ist ein strammer Garde- füsilier, der statt des Taschentuches das Kerlchen aufhebt, baS seiner Schönen in Obhut gegeben und soeben den Sandberg hinabgekegelt ist. Hier vollzieht sich die Anknüpfung schneller! mo zu. im Adresse für Depeschen: Anzeiger Sichen. FrrnsprcchanschNißNr.bl. Rebofrton, Expedition und ©ruderet: Schulßttatze 7. ***, hier) w ®it jeiW1 Mi gete Be- 5094 teilt. ohlt schnell ohlt gut ohlt billig. in* 20 und E Vermischtes. »Die Anfänge des Hauses Rothschild. Die nach dem Tode des Barons Willy v. Rothschild vielerörterte rMrge, ob es zur Auflösung des verwaisten Frankfurter ktfdfthrt täglich bü Lusuapm« de« Montags. Die Gikßco« Lamiliew blätter »erden dem An- zeiger im Nechsel mit .Hess. Landwirt" nnd ffir Hess, D»Urkunde" vier- mal wöchmlUich beigelegt. ie' Kaution kav ’M «K mA l$uft äsrtrtttl6! iDtnt. oud) J OfliQuifitt beT^Än8 en)u2>#9BeBlaL HBH SZW Stammsitzes kommen werde, hat erneut die Aufmerksamkeit weiter Kreise der Geschichte des Hauses zugewandt. Den erestn Versuch einer aus zuverlässige Quellen gestützten Darstellung der Entstehung und Entwickelung dieses Welt- Hauses hat neuerdings Professor Dr. Richard Ehrenberg- Rostock unternommen. Der zweite Abschnitt eines von ihm in der Deutschen Rundschau veröffentlichten Aussatzes befaßt sich mit dem Hause Rothschild. Der Verfasser unterscheidet-in der Entwickelung des Hauses Rothschild drei Hauptperioden: 1. die Zeit der hessischen Beziehungen Meyer Amschel Rochschilds, etwa von 1775 bis 1812 reichend; 2. die Zeit der englischen Subsidien, eingeleitet durch Nathan Mayer Rothschild in Ämdon, 1813 bis 1815; 3. die Zeit nach dem Pariser Frieden, wo die europäische Bedeutung des Hauses beginnt. Der zweite Teil, die Zeit der englischen Subsidien umfassend, zeigt, daß der Grund zu dem Reichtum der Familie weit mehr in dieser Zeit gelegt wurde, als in der der hessischen Beziehungen. Bekannt ist, wie Meyer Amschel Rothschild etwa um das Jahr 1785 durch Vermittlung des hannöverschen Generals v. Estorfs mit dem damaligen Erbprinzen, dem späteren Kurfürsten Wilhelm von Hessen, bekannt wurde. Die Beziehungen zwischen beiden blieben aber geraume Zeit hindurch sehr unbedeutend. Rothschild lieferte dem Erbprinzen Medaillen für sein Münzkabinett und war ihm dienlich bei der Verwertung der Wechsel auf London, die der Prinz für seine Soldatenlieferungen an England empfing. Mittlerweile hatte Rothschild, der nur simpler „Hofagent" war und erst 1801 oder 1802 zum „Oberhofagenten" avancierte, an den Finanzgeschäften des Landgrafen mehr Anteil erlangt. Das erste eigentlich^ Finanzgeschäft, das er für den Kurfürsten abschloß, scheint ein Posten von 120 OOO Gulden viereinhalbprozentiger Obligationen der Pfalzbayerischen Landstände gewesen zu sein, das größte bis 1806 ein Anleiheabschuß nrit Dänemark im Betrage von 1300000 Thalern. Als im Jahre 1806 der Kurfürst — das war er seit 1803 — sein Land verlassen mußte, vertraute er, wie man toeifo den Staatsschatz seinem Ober-Hofagenten Rothschild an, der ihn an seinen Sohn Nathan Mayer nach London schickte. „Es war keine Zeit zu verlieren" — so erzählt dieser — „mein Vater sandte mir das Geld nach England. Ich erhielt plötzlich 600000 Lstrl. mit der Post und verwaltete die Summen so gut, daß der Kurfürst mir später seine sämtlichen Vorräte an Wein und Leinen schenkte. " Vermutlich i m Jahre 1806 siedelte Nathan Mayer von Manchester nach London über. Tas erste größere Geschäft, das er hier vornahm, war der Erwerb von 800 000 Lstrl. Gold von der Ostindischen Kompagnie. Er selbst erzählt darüber: „Ich kaufte alles; denn ich wußte, daß der Herzog von Wellington es haben mußte; ich hatte eine große Menge seiner Wtchsel billig gekauft. Tie Regierung ließ mich holen und erÜärte, sie müsse das Gold haben. Als sie es hatte, wußte sie nicht, wie sie es nach Portugal senden sollte. Ich unternahm auch das und sandte es durch Frankreich "-Welche Mtttel Nathan Mayer bei der Versendung anwandte, das läßt sich schließen aus seinem Verfahren bei der Uebermittlung der englischen Subsidien an die Festlandsstaaten in den Befreiungskriegen. Gegen Ende 1813 wurde der englischen Regierung ein neuer Plan vorgeschlagen, um die festländischen Geldbedürfnisse zu beftiedigen. Der Plan rührte von Nathan Mayer Rothschild her, der damals in den englischen Regierungskreisen so unbekannt war, daß das Schatzamt seinen Namen stets falsch schrieb. Rothschild reiste mit speziellen Instruktionen im geheimen nach Holland und Deutschland, um durch seine Agenten überall, selbst in Paris, französische Münzen in zahlreichen kleinen Be- Einen wahren Heroismus zeigten die Tausende, die dem Rad-Rennen um die Weltmeisterschaften in Friedenau beiwohnten. In drückender Schwüle, nachher unter heftigen Gewitterentladungen, hielten sie aus. Stunde um Stunde, bis es entschieden war, daß der Sieger von Paris, „unser Arendt", wie die Tollsten sagen, diesmal von dem Dänen Ellegaard geschlagen wurde. Merkwürdige Entdeckungen machte ich in den großen Warenhäusern, die mit vielem Tamtam seinerzeit eröffnet und vom Publikum geradezu gestürmt wurden. Liegt es mit an der Hitze, daß der Besuch so unheimlich nachgelassen? Bei Tietz, der alle Pleite-- gerüchte als böswillige Erfindungen bezeichnet und gerichtlich verfolgen will, war es derartig leer, als sei übei> Haupt noch nicht eröffnet! Es wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn das Publikum sich endlich wieder den gute» Spezialgeschäften zuwendete und die Bazare mit ihren oft mehr als mittelmäßigen Erzeugnissen links liegen ließe. Daheim sitzen Heuer in Berlin eine ganze Menge Schwerbedrängter, die sonst an der Ostsee und im Engadin das große Wort führten. Die armen Reick>en, die keinen Ge- chmack an sicheren Staatspapieren finden konnten und sich >en Bankiers verschrieben, die trotz der 45tägigen Giltigkeit aller Rückfahrkarten auf ein einfaches Billet davongefahren sind, solange es noch Zeit war. Traurig starren die unvorsichjtigen Opfer ihrer Habgier auf die Straße hinab, die Droschken vorbeirasen, kofferbepactt, den Bahnhöfen Ob es auch schwüler und schwüler wird: das Quecksilber Thermometer der Börse sinkt vorläufig immer tiefer! i6n 1189 trägen sammeln ünd nach dem Hauptquartier Wellingtons Ä. Mj. Dies geschah so rasch, daß der englische Feldherr siegreich vorrücken und alle seine Bedürfnisse bar bezahlen konnte, während die von Osten heranruckenden Alliierten fortgesetzt mit der bittersten Geldverlegenheit zu kämpfen hatten. An der Londoner Börse er- kannte man jetzt, wie gut Nathan Mayer Rothschild ftetg unterrichtet war, und es bildeten sich Legenden über die Quellen seines Wissens. Sicher ist: erst in den „Hundert Tagen" wurde der Name Rothschild in weiten Kreisen dadurch bekannt, bafy man die großen Dienste erfuhr, die das Haus den meisten europäischen Regierungen leistete. In Berlin kam man mit den Rothschilds in unmittelbare Berührung dadurch daß Salomon Mayer, der zweite Sohn des alten Rothschild, 200 000 Lstrl., deren Preußen nach der Rückkehr Napoleons von Elba dringend bedurfte, persönlich nach Berlin brachte. Finanzminister v. Bülow sprach sich über das ganze Verfahren des Hauses höchst anerkennend aus und blieb nunmehr mit Rothschild in direkter geschäftlicher Verbindung. Der Kaiser von Oesterreich belohnte im Jahre 1816 die Dienste der Rothschilds in Uebermittelung der englischen Subsidien durch Verleihung des Adels an die Brüder Arnschl, Salomon, Karl und James. Nathan Mayer, der Verdienstvollste, ging damals leer aus, er wurde aber 1822, Zusammen mit seinen Brüdern, österreichischer Freiherr. Das den Rothschilds schließlich verliehene Wappen enthält die Devise: „Concordia, Ktte- grttas, Jndustria". * Ter Earl os Yarmouth erschien in einem Schaden- ersatzprozesse, den er gegen ein New-Yorker Morgenblatt eingeleitet hat — er verlangt wegen „gekränkter Ehre" 100000 Mark Entschädigung — in der Supreme Cour i« New-York auf dem Zeugenstande, spielte dort aber eine Rolle, die weder für ihn noch für den englischen Adel sehr schmeichelhaft ist. Der Herr Graf ist, tone dem „Hann. Courier" berichtet wird, einer jener Glücksritter, die sich vom europäischen Boden nach dem amerikanischen verpflanzen, hier der Jagd nach den Goldfischen huHigen und dann mit angeheirateten Millionen die wurmstichigen Vermögensverhältnisse jenseits des Ozeans auffrischen, und in Saus und Braus die gewohnten Pfade weiter wandeln. Daß es dem Earl of Yarmouth bisher nicht gelungen is^ eine schwerreiche Tochter Onkel Sams heimzuführen, ist sicherlich nicht seine Schuld; um so mehr hat er es jedoch, verstanden, sich in weiteren Kreisen in einer für manchen sehr kostspieligen Weise bekannt zu machen, wie die nachfolgende Blumenlese aus feinem Verhör beweist: Auf dem Zeugenstande gab der Herr Graf zu, daß er vom Herrn Papa einen jährlichen Zuschuß von 6000 Mark erhalte. Ebenso, daß er in Australien als Schauspieler aufgetreten sei, aber jdamals keine Bezahlung erhalten habe. „Dabei sind Sie auch als Tänzerin aufgetreten ?' fragte der Richter, und der Graf mußte die Frage bejahen; er fügte jedoch zu seiner Entschuldigung hinzu, daß er nicht in kurzen Tänzerinnenröckchien, sondern nur als eine Art Serpentintänzerin aufgetreten sei. Der Graf beschrieb dann sein Tänzeringewand zum großen Gaudium der Zuhörer, und wie er das lange Kleid mit zwei Stöcken manipulierte. Gr giebt auch zu, sich auf dem Programm „die schöne Rosa" genannt zu haben. Nach den Vereinigten Staaten sei er nicht als Schauspieler gekommen, sondern um Freunde in New-York zu besuchen. Er mußte aber weiter zugeben, daß er in New-York mehrere Male mit dem Gerichtsvollzieher Bekanntschaft machte, und daß er „verschiedentlich" Sachen verpfändet habe. Man habe ihm ein Piano fortgenommen, da er die Monatsmiete nicht bezahlte, außer- Kerliner Kries. (Klaubereien an- ber KaiserstM.) (Nachdruck verboten.) H«vd81age in Berlin. — Tiergartenbtlder. — I« Rennpark in friebenan. — In den Warenhäusern. — Daheim. Ach in der Sprache werden Klichees geprägt, wie die Backpulver-Doktors Oetker, die, in jedech ernsten Manner gespr ach, jeder Damenunterhaltung, jedem tief- Ouartanergedanken-Austausch auftauchen. Ein solches Klichee der Hundstage ist die „große Hitzwelle, die wir von Amerika herüberbekommen haben". Wo ich auch hin hörte, im Restaurant wie im Omnibus, am Wannsee mb in Rüdersdorf, auf den Höhen des Kreuzbergs tote !» den Tiefen des Kaiserkellers: überall plätschere sie sdMN'l undgluhend durch, die Gesprächen Die große ame- nkamsche Hrtzwellc! Und die Geister, die das schöne Wort un. Munde führen, sprechen es aus wie ein wichtiges Geheimnis, eine funkelnagelneue Entdeckung, die den an- dern durch ihre Wucht eigentlich platt drücken inllßte. - Seiber ey*t es boshafte Menschen, die dem Orakler ins Aort fallen und den angefangenen Satz kall lächelnd er- W-~ 9gen die Emigranten mittellos, auf die Vorspigelungen ^Kwissenloser Agenten Bin, Über's Meer, wo Not und Elend Arer darrte. Aus solchen Elementen, wenngleich sie den Deuflchen an Zahl weit überlegen waren, konnte sich natur- kbiu Kern bilden, in welchem nationale Eigenart arw Kraft krystallisierten. So ist es nicht verwunderlich, oaß in Sudbrasilien bisher die Italiener von dem Deutschtum aufgesaugt wurden. .Das kann sich in Zukunft leicht ändern. Die italienische Regierung besann sich in der letzten Parlamentssession auf ihre Pflichten den auswandernden Landeskindern aegen- über und erlangte die Zustimmung der Kammer zu einem neuen Auswanderungsgesetz. Die Bestimmungen desselben geben den staatlichen Organen weitere Beftrgnisse, als sie das vor zwei Jahren erlassene deutsche Gesetz vorsieht. Ein dem Ministerium des Auswärtigen unterstelltes Aus- wanderungskommissariat soll mit den in Betracht kommenden italienischen und ausländischen Behörden ständig verkehren. Das Interesse der Emigranten in der Fremde wird durch staatliche Schutz- und Auskunstsbureaus, die von besonderen Inspektoren revidiert werden, wahrgenommen usw. Das Gesetz bedeutet also den ersten Schritt auf dem Wege, in den vielen Millionen heimflüchtiger Italiener das Nationalgefühl rege zu erhalten, sie vor dem Untergehen in fremdem Volkstum zu bewahren. Der Romane ist freilich wankelmütiger als der Germane; doch wenn es auch nur gelingt, um einen Teil der ausgewanderten Italiener das nationale Band zu schlingen, so fällt das bei einer so gewaltigen Menschenmasse ins Gewicht. Die Zeit ist also wohl nicht mehr ferne, wo das italienische Element in den Brasilstaaten dem deutschen den Rang streitig macht. Und diese Möglichkeit wird wohl zu beachten fein, von allen den Stellen, die sich die Pflege des Deutschtums im Auslande angelegen fein lassen. halten, halten die Passanten sich energisch die Nasen zu. Und an manchen anderen Punkten istss genau ebenso, trotz aller Bemühungen der Verwaltung, Berlin den Ruf als „reinlichster Stadt der Welt" zu wahren. Nicht einmal zur Nachtzeit, d. h. kurz vor der Bäckerjungenstunde, was solide Leute voreilig als früh morgens zu bezeichnen gewöhnt sind, habe ich die Leipzigerstraße so menschenleer gesehen, als jetzt um die Mittagsstunde auf der Sonnenseite. Dafür jedoch wimmelt es im Tiergarten, dieser Riesenlunge des staubigen Berlins, auf alten Alleen und Pfaden. Einen Sitzplatz auf den verschwenderisch aufgestellten Bänken erspäht man vergebens. Ueberall sitzen sie spazieren, die Alten und die Jungen, mit der „Kreissäge" — dem zickzackrandigen Strohhut nämlich — in der einen Hand, das mehr oder minder üppig behaarte Denkerhaupt mit der andern trocknend. An manchen Stellen wieder auch Backftschchen mit einem Bändchen Maupassant, (Verlag von F. Fontane u. Co.), das sie dem „großen Bruder" heimlich weggestphlen; in der Nähe irgend ein entflammter Jüngling, der vor Sehnsucht brennt, ein Gespräch cknzuknüpsen, zu dem die Hundstage eine so brillante Einleitung geben, indem man über die Unerträglichkeit der Temperatur klagt, und darauf die brillante „amerikanische Hitzwelle" heranfluten läßt! Sie schielt herüber, ganz zufällig natürlich, und senkt den Blick wieder auf die Seiten. Aber er hat noch immer keine Courage? Da gleitet ihr plötzlich das Taschentuch in den Kies, ohne daß 'ie es zu bemerken scheint. Und nun natürlich wird ihm die Kühnheit zur Pflicht. Er pringt hinzu, stottert sein Sprüchlein her und reicht ihr das Tuch Wie überrascht sie zu thun versteht, die schlanke, fünfzehnjährige Komödiantin! Und wie nett ie zu danken weiß! Verschämt und überglücklich nimmt er auf der Bank Platz, erst ganz am äußersten Ende, bis er . langsam näher und näher rutsch, und sie mit einem leisen, koketten Lächeln das Buch schließt und interessiert seinen Worten lausch! Adieu, Herr Maupassant, jetzt fangen wir selber ein Roman-Kapitel an! . . . Ein paar Bänke Drittes Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag LI. Juli 1901 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " v« \M 9t* MW W 5063 ßbrrhard Mger. M N Bumuarbeilen per LeMtunq aelutbt K. 5-M-edt. 1. ober 15. August chenmädcheu ndermädcheu. Carl flowack essnlrm 85, l. MÄoL-u.rÄn- tu finden bei -ohm rnbe Wftiwb« ±t avif ScknwegH für Somit«« W* dem warteten bei einem Leihstallbesitzer und rn mehreren Hotels unbezahlte Rechnungen auf rhn. wetteren -verhör gab der Earl an, daß er den jetzigen König von England zu seinen Freunden zahle und noch heute Hut z den höchsten englischen Adelssamilien habe. Sem Barer oer Marguis von Hartford, sitze als Haupt.derFamüre mr .Hause der Lords. Zuletzt erzählte ,,die Mne Msa E daß sie oder er in Amerika nach , der MillionarstoMer Sylvia Green geangelt habe, und daß er als professioneller Schauspieler von den Theaterdirekwren Frohmann und Proctor mit 1000 bezw. 2000 Mark per Woche bezahlt worden sei. In nächster Woche wird das erbauliche Verhör fortgesetzt werden. . —. _ . , , * Eine da-Zigeuner-und Stromerwesen bett. Verordnung findet sich in einer alten, aus dem Jahre 1615 stammenden Kirchenordnung des Erzbischoss und Kur- fürsten Johann Schweickardt von Mainz. Es heißt darin: „Unbt demnach sich under solchem müssigen Bettegefindel | hi zu leiten Landstreicher, und Sttuntzer auch wol Zigeiner be finden I , derentwegen sich mein Underthanen täglich großer Betrangnuß beklagen | und daß dieselbige nemblig alleinig dem ftruntzea und plündern uachziehen | sich auch ohngeacht der Dorfshut I wenn der Bawremann zu feldt | in ihre Hoff und Häuser eiutringen | was sie antreffen entwenden | und da sie darüber bettelten | ober angefochten | mit fewer | und anderer Gefehtlichkeit | . Die atme Leut bedrohen | . Be fehlen wir allen und jeden unsere Weltlichen Beampten | unsere dißfalls ergangene Befelch in gebürende Obacht zu nehmen und angelegenes fleiffes dahin zusehen | , damit solch Herrn loß Gesindtel auß unserm Ampt-Land ab | und unseren Armen Underthanen vom Halß geschafft werde." — Diese Verordnung hat unstteitbat auch heutzutage noch eine gewisse aktuelle Bedeutung. KMeratur, Wissenschaft und Kunst. Zusammensetzung des Wissenschaftlichen Senats bei der Kaiser Wilhelms-Akademie für dasMlitärärztlich^ Bildungswesen. Vorsitzender: Dr. v. Coler, General-Stabsarzt deft Armee unb Chef des Sanitätskorps, Professor. Stellvertretender Vorsitzender: Dr. v. Leuthold, General-Arzt und Kvrpsarzt des Garde-Korps (mit dem Range als Generalmajor), Leibarzt seiner Majestät des Kaisers und Königs, Professor. Etatsmäßige Mitglieder: Dr. v. Bergmann, Geh. Medizinalrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps (mit dem Range als Generalmajor), Professor in Berlin, Dr. Gähde, General-Arzt und Korpsarzt des 10. Armee- Korrps (mit dem Range als Generalmajor), Dr. Gerhardt, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Herker, General-Arzt und Divisions-Arzt der 1. Garde-Jnfanterie- Division, Dr. Jolly, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. König, Geheimer Medizinalrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps, Professor in Berlin, Dr. v. Leyden, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Rubner, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Schaper, Geheimer Ober-Medizinalrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps in Berlin, Dr. Schjerning, General-Arzt und Abteilungs-Chef bei der Medizinal-Ab- teilung des Kriegs-Ministeriums, Dr. Stahr, General-Arzt und Subdirektor der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, Dr. Stricker, General-Arzt und Korpsarzt des 7. Armee-Korps, Tr. v. Strube, General- Arzt und Korpsarzt des 14. Armee-Korps, Dr. Traut mann, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Werner, General-Arzt und Korpsarzt des 3. Armee-Korps. Außeretatsmäßige Mitglieder: Dr. Czerny, Geheimer Hofrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps, Professor in Heidelberg, Tr. Engelmann, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. E. Fischer, Geheimer Regierungsrat, Professor in Berlin, Dr. B. Fraenkel, Geheimer Medizinalrat Professor in Berlin, Tr. G a f f k y, Geheimer Medizinalrat, General-Oberarzt der Reserve, Professor in Gieße n, Tr Hertwig, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Tr. Heubner, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Tr Koch, Geheimer Medizinalrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps, Professor in Berlin, Dr. Kraske, Hofrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps, Professor in Freiburg, Tr. Küster, Geheimer Medizinalrat, General-Arzt a la suite des Sanitäts-Korps, Professor in Marburg, Tr. Löffler, Geheimer Medizinalrat, General-Oberarzt der Reserve, Professor in Greifswald, Dr. Liebreiche Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. v. Michel, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Rehn, Ober-Stabsarzt der Landwehr I, Professor in Frankfurt a. M., Dr. Sonnenburg, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Tr. Stechow, General-Oberarzt und Divisions-Arzt der 2 Garde-Jnfanterie-Division, Dr. Virchow, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin, Dr. Waldeyer, Geheimer Medizinalrat, Professor in Berlin. Für die Fraue« Künstlerfrauen. „Tie Welt wird niemals ein Zehntel der Schuld kennen, die sie gegenüber den Frauen großer Männer hat", sagte einst Lord Tennyson, und, so fügt eine englische Zeitschrift hinzu, es ist eine Thatsache, daß, abgesehen von der allgemeinen Ermutigung und Hilfe von ihren Frauen, die viele der berühmtesten Männer so freimütig anerkannt haben, die Welt ohne sie um manches Meisterwerk und die Gatten um manche große Ehre ärmer gewesen wären. Es ist kaum bekannt, daß ohne Mrs. Rudyard Kipling ihres Gatten Recessional Hymn niemals ans Tageslicht gekommen wäre. Kipling hatte daran gearbeitet, geschrieben und mit so wenig Befriedigung immer wieder geschrieben, daß er das Gedicht nach seiner Vollendung mit Widerwillen in den Papiert'orb warf. Zum Glück für ihn kam der Inhalt seines Papierkorbes unter die kritischen Augen seiner Frau. Sie sah in dem verworfenen Gedicht eine Perle von seltenem Wert und bestand auf seiner Veröffentlichung, und die Welt hat das Urteil gefällt, daß es zu den wertvollsten Tichtungen Kiplings gehört. Mas- cagni ist seiner Frau gleichfalls so verpflichtet, denn ohne sie hätte er die beste und vielleicht einzige Gelegenheit zum Ruhm verpaßt. Tie Cavalleria Rusticana wurde komponiert, als Mascagni und seine Frau fast dem Verhungern nahe waren. Ter Winter war bitter kalt, und da feind Feuerung, und auch kein Geld, solche zu kaufen, mehr im Hause war, warf der junge Komponist in einem Augenblick der Achtlosigkeit und Verzweiflung die fast vollendete Partitur seiner Oper auf den Rost und war im Begriff, Feuer anzulegen, als seine Frau gerade noch zur rechten Zeit zur Rettung herbeistürzte. Einige Wochen spater war Mascagni in ganz Europa berühmt und wurde wie ein König umschmeichelt und gefeiert. Millet, der große französisch? Bauernmaler, verdankt seiner Frau, der tapferen und treuen Chaterine Lemaire, seinen Ruhm und die Welt ihr einige seiner geschätzten Kunstwerke. Nur nach langen Jahren des Kampfes und drückender Armut, während der der Bauernmaler von seiner Frau getröstet und unterstützt wurde, konnte er in Barbizon ein Häuschen nut drei Räumen nehmen und „versuchen, etwas wirklich gutes zu leisten". Damals begann er das schönste „Gericht der Armut", den Angelus zu malen, der heute zu den wertvollsten Gemälden der Welt gehört. Immer wieder warf er das Bild beiseite und verzweifelte daran, es je zu seiner Befriedigung zu vollenden, und ebenso oft stellte seine Frau es auf die Staffelei und veranlaßte ihn, fortzufahren. Einmal war er so leidenschaftlich erregt, weil er eine bestimmte Wirkung nicht hervorbrmgen zu können glaubte, daß er ein Messer ergriff, uni) das Bild wäre zerstört! worden, wenn seine Frau nicht seine Hand ergriffen und ihn noch einmal veranlaßt hätte, einen letzten Versuch mit dem Bilde zu machen. So kam es, daß der Angelus schließlich einen Platz an den Wänden des Louvre fand. Gesunde Mondcrmm-Zruchtflammeris können schnell und leicht mit Mondamin und Früchten aller Art hergestellt werden. Man koche von den frischen Früchten mit Wasser einen Fruchtsaft, siebe ihn, koche ihn dann mit etwas Mondamin auf und schütte dies in eine Form zum Erkalten. Alsdann stürze ihn um, und man hat einen köstlichen Pudding.mit nadir- lichern, frischen Geschmack und all den guten Eigenschaften frischer Früchte. Siehe Rezept auf den Mondamin-Paketen ä 60, 30, 16 Psg. Brown & Polfons nionbamin Gcs-tzliS g-tWtzt feit 1884. 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Juni 1893 öffentlich vergeben werden: Los I: Erd- und Maurerarbeiten: ca. 850 cbm Erdaushub, ca. 870 cbm Bruchsteinmauerwerk, ca. 620 cbm Bscksteinmauerwerk, ca. 810 qm Sockelverbleudung aus Basaltlava rc. Los II: Lieferung von 250 Tonnen Port- laudeemeut. LoS III: Tteiuhauerarbeit: ca. 12,0 cbm Basaltlavasteine (Lungsteine). Los IV: Lieferung von ca. 19639 kg alten Eisenbahnschienen. LoS V: Lieferung von ea. 1260 kg I-Träger Nr. 8. Angebotsunterlagen können bei uns eingesehen und Angebotsformulare (keine Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis bezogen werden. — Offerten mit bezeichnender Aufschrift find spätestens bis 8. August d. I., vormittags 11 Uhr, dem Er- öffnungstermine, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 13. Juli 1901. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. 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