Zollager 1862 «KW He nut WfSlt! hrtea Stahl, n Sbtni c.he ö. a. Bäde?* ** Ä00b ,6n led1' MSi,ie. ,d.er Harnorgane. *«“ “«tanl, F«». Wud,«ferenLtlftffege. Kurkapelle. Rennions in dem , kgl. Kurhäusern mit mehr als 2M Zimmern u, zzg Betten Speeialärzte. Auskünfte und 2908 »eralbades Brfickenan S-G** »rnen-AusI* [ ERlHEILl- L008. OB &6T\ , lor Schulhöi- 1 Siem- läder [t in audannt ttorjüglidien iten tu hülfen Preisen bie hMW* 1MM* Riumwtfl <6;, 820 MM M eigenen ®ertft5tU unter A fachgemäß-u-geM.^ ^Ile,r lwön,c*|t^Adie 7 und PrelS SchlNI> jSW ichiedenste Grössen u. idnungen in Decimal-, Laufgewichts- oder ieicharmigem System. v. Maschinen-Fabrikation, fr Köln fr Unter Goldschmied 16. , gratis und portofrei. 8 Nr. 117 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 31. Mai 1901 »lllUI »glich mit W-Anahm- H MontogS. M, W*i«t Familien- lütlK iNrben dem Kn« ,*< hemitten, -nd „©(älter WN hchl- •♦lUtunbe" »irr- WGchenNich beigtk^t. nwftiiigc Mr den WiHw Ta, erichetnenden ■M M« V3TD1 10 Uftr ■ <>, c n fpäicjtcne a**Ue, BÄetttion und ***•4: SchMßraß« T. GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen Bezugspreis vHrtdjtM Mk. 2.20, monatl. 76 Ma mit ©ringtrlobn; durch «fc AbholrstrÜen vtertelfichtt. 2HL 1.90, menatl. 65 Mg Bei Postbezug vierteljthat. Mk 2.00 ohne Bestell*«. enr ein4etani»Btnnittluiw»i peSen bef Ii>- und «u3tcew nehmen Anzeigen für »»ebener Anzeiger enlge*» Zetlenpreie letal 11 V6*. auewärtS SU P|g. Adresse für Depefch«»( Anzeiger Stehen. FernfprechanschlußNr.Bil. Politische Wochenschau. Arn Tage vor Himmelfahrt machte der hessische Landtag eine kurze Pause in seinen fleißigen Beratungen und wird -am morgenden Dienstag wieder zusammentreten, um mit erstaunlichem Eifer bis zu den Pfingsttagen noch erhebliche Arbeit zu leisten. Der Reichstag dagegen hat ani Tage vor Himmelfahrt feine Pforten geschlossen. In Berlin hat also in diesem Jahre ungewöhnlich früh die große parlamentarische Sommerpause begonnen. Ta vor Pfingsten die Erledigung der noch rückständigen wichtigen Vorlagen nicht möglich, nach Pfingsten aber auf kein beschlußfähiges Haus mehr zu rechnen war, so war der Regierung aus der Mitte oes Reichstages heraus die Vertagung empfohlen worden, damit nicht viel Zeit und Arbeit auf jene Vorlagen unnütz verthan werde. Der Regierung dürfte der Vorschlag um deswillen nicht ungelegen gekommen sein, weil sie nun mehr Zeit als sonst findet für die Vorbereitung und Wintertagung, namentlich, für den Zolltarif. Man hat getadelt, daß der Termin für den Wiederbeginn der Sitzungen so weit hinausgeschoben wurde, während man des Zolltarifes wegen doch auf einen möglichst frühzeitigen Beginn der Wintersession gerechnet hatte. Die Regierung muß indes wohl im Zweifel sein, ob der Zolltarif vorher reif fein könne. Anderseits steht auch nichts im Wege, den Reichstag vor dem 26. November einzuberufen, denn dieses Datum giebt nur den äußersten Termin an, bis zu dem die Einberufung hinausgeschoben werden kann. Weitschweifige Erörterungen hatten die Debatten der württembergischen Kammer über das Eisenbahnwesen hervorgerufen. Gewiß kann es vom nationalen Standpunkte aus nur lebhaft gewünscht werden, daß auch in bezug auf die staatlichen Verkehrsmittel die letzten Gcenzpfähle innerhalb des Reiches fallen, aber eine Verpreußung des gesamten deutschen Eisenbahnwesens wäre für die süddeutschen Staaten ganz und gar nicht empfehlenswert. Das wissen wir hier in Hessen am besten. Und wir verstehen es gar wohl, daß der württembergische Minister des Aeußeren, Frhr. v. Soden, erklärte, es sei ausgeschlossen, daß Württemberg von der Möglichkeit, in die preußisch- hessische Eisenbahngcmeinschaft cümitreten, Gebrauch mache, weil die Einbuße an wirtschaftlicher und politischer Selbständigkeit durch den finanziellen Vorteil nicht ausgewogen werde. Wenn man das zur rechten Zeit bei uns vorher- gesehen hätte! Die Schwaben sind durch hessischen Schaden klug geworden. Die chinesischen Bevollmächtigten haben die von den Mächten geforderte Kriegsentschädigung bewilligt. Wir glaubten, von vornherein allen allzu optimistischen Auffassungen über die Tragweite dieser Zustimmung entgegentreten zu müssen. Tie Fragen „Wann soll die Summe gezahlt werden?" und „Woher soll China den Betrag nehmen?" sind noch immer ungelöst, und es bedarf der angestrengtesten Arbeit der internationalen Diplomatie, einen Ausweg zu finden. Viele Staaten werden bitter enttäuscht fein, daß sie 30 Jahre warten sollen, bis die für die China-Expedition gemachten Aufwendungen auf Heller und Pfennig zurückerstattet worden sind, und der Plan einer von China unter der Garantie der Mächte auf- -.unehmenden Anleihe, damit die Kriegsentschädigung sofort in einer Summe gezahlt werden kann, hat denn auch etwas Verletzendes an sich. Aber einzelne Regierungen sollen widerstreben, und deshalb dürfte der Plan scheitern. Ehe die Entschädigungsftage nicht erledigt ist, wird auch die völlige Abrüstung nicht ins Werk gesetzt werden. Daß eine solche von deutscher Seite für bald geplant fei, darüber hat man freilich leider nichts vernommen, und doch wäre es durchaus wünschenswert, daß unsere Regierung je eher desto lieber der Expedition in China ein Ende macht, umsomehr als jeder Tag große Kosten verursacht und die Reichskasse wahrlich nicht überfließt, obwohl Herr von Thielmann gern noch das deutsche Bier ins große Steuerfaß hineingießen möchte. Ter alte Lord Salisbury, Englands Premierminister, hat auf einem Bankett eine Rede gehalten, in der er den Mund recht voll nahm, und die Stärke des Riesenreiches Eduards des Lustigen, des Sohnes der „Frau vom Meere", in hochtrabenden Worten zu preisen für gut befand. Großen' Eindruck hat die Rede außerhalb des Kreises der Zuhörer nicht gemacht, man ist darüber schnell zur Tagesordnung übergegangen. Größere Beachtung hat die Entrevue gefunden, die in Abbazzia stattfand zwischen dem Könige jenes Wunderlandes an den gesegneten Ge-. staden des blauen ägäischen Meeres, auf dem einst die Sonne Homers ruhte, und dem königlichen Gatten der Musengünstlingin Carmen Sylva. Mit Recht kann man den Ereignissen angesichts der Lage auf dem Balkan eine gewisse Bedeutung nicht versagen, und es steht zu hoften,^ daß die beiden Monarchen darüber einig geworden sind, ihrerseits alles zur Aufrechterhaltung des status quo auf der Balkanhalbinsel aufzubieten. So erstaunliche als erfreuliche Nachrichten liegen aus Oesterreich vor. Tort scheint sich ein Gottesfrieden zwischen den Teutschen und den Czechen vorzubereiten, der ferne Wirkung auf die künftige innerpolitische Gestaltung der Lage im österreichischen Kaiserstaate nicht verfehlen wird. 3eibft das für unmöglich Gehaltene ist emgetreten, day Tschechen und Deutsche gemeinsam am grünen Tisch konferieren, weit entfernt davon, sich gegenseitig die Tmten- lässer an den Kopf zu werfen, oder die Pultdeckel zu zertrümmern, sondern um miteinander zu paktieren, zusam mengeführt durch die Gemeinsamkeit der großen aktuellen wirtschaftlichen Interessen. Nun legt Kaiser Franz Josef symbolisch eine Art Schlußstein zum Baue des parlamentarischen Friedenstempels, in dem er, umgeben vom Ministerpräsidenten, vom tschechischen Landsmannminister und vom Unterrichtsminister, sich zu einer Fahrt nach Böhmen anschickt. Es zeigt sich, daß nicht allein die leidenschaftslose Beharrlichkeit Tr. v. Koerber's, sondern auch die, mit der die Teutschen die Entwickelung der Dinge entgegensahen, gute Früchte gezeitigt hat. Mit einer kleinen Variante kann im Hinblick auf die geänderten Verhältnisse im österreichischen Reichsrate ausgerufen werden: „Rechter" Hand, „Linker" Hand, Alles vertauscht, Reichsrat, wie wunderlich siehst Du mir aus!" Bei der ausgezeichneten Taktik, welche die Regierung in den letzten parlamentarischen Konferenzen an den Tag gelegt hat, sind Erfolge zu verzeichnen, die den Glauben erwecken könnten, als wäre eine überirdische Macht im Spiele gewesen, die den Orkan wie mit einem Zauberschlage zum Schweigen brachte, so daß das fast Unglaubliche eingetreten ist, daß das Budget in erster Lesung, ohne daß auch nur ein einziger Abgeordneter Widerspruch erhoben hätte, angenommen und dem Ausschüsse zugewiesen wurde. Wenn man.bedenkt, fwas alles auf dem Spiele stand, wenn die Tschechen nicht zur Besinnung gebracht worden wären, so darf man wohl sagen, daß das österreichische Parlament eine Art Ritt über den Bodensee gemacht hat. Aus Stadl und Kand. Sietzeu, 20. Mai 1901. •• Herr Ministerialpräfideul F. Guauth schreibt uns: Bei brr gewohnten Lektüre deS Gießener Anzeigers finde ich die Notiz Ihres Berichterstatters über mein Fehlen bei Eröffnung der Ausstellung der Künstler-Kolonie; ich möchte nicht ver- fSumen, dieselbe richtig zu stellen. Nicht wegen der allerdings versehentlich unterbliebenen Zustellung einer Einladung bin ich der gedachten Veranstaltung ferne gedltebrn, vielmehr lediglich wegen eines Unwohlseins, daS mich in jenen Tagen zu möglichster Schonung zwang. •» Perfoualuachrichteu. Graf v. Hertzberg, Haupt« mann a. D., zuletzt Kompagniechef im Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, ist mit seiner Pension und der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des genannten Regiments zur Disposition gestellt. — Der Großherzog hat dem unberittenen Wachtmeister Rüffer im Großherzoglichen Gendarmerie Korps die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem Kaiser verliehenen Roten Adler-Medaille erteilt und dem Taglöhner Ludwig Horst I. zu Stockstadt, Kreis Groß- Gerau, daS Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. — In den Ruhestand wurde versetzt am 11. Mai der Großh. HilfgerichtSschreiber bei dem Amtsgericht Mainz Jakob Schubert unter Anerkennung seiner treuen Dienste mit Wirkung vom 15. Mai 1901 an. ** Militärisches. Wie wir hören, ist Major von Blankenburg vom hiesigen 116. Jnf.-Regirnent zum Oberstleutnant befördert und in das Jnf.-Regt. Nr. 80 in Wiesbaden versetzt worden. An seine Stelle kommt Major Hoffmann von der Unteroffizier-Vorschule in Bartcnstein i. Ostpr. hierher. Die Ernennung des Oberst- leuttiants Pavel vom hiesigen Infanterie-Regiment zum Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun wird uns jetzt bestätigt. Oberstleutnant H e r r l e i n im Jnf.-Regt. Nr. 116 ist unter Enthebung von der Stellung als Bats.- Kommandeur zum Stabe des Regiments übergetreten. Major v. Schlemmer, aggreg. dem Jnf.-Regt. Nr. 116, wurde zum Bats.-Kommandeur im Regiment ernannt. ** Stiftungsfest der Adelphia. Regelmäßig in d,'er knospenden, blühenden Maienzeit findet ein schönes studentisches Fest im Cafe Ebel statt, das Stiftungsfest der studentischen Reformverbindung Adelphia. Im vorigen Jahre war die Adelphia schier 30 Jahre alt geworden, und darum hatte man, nach den großen festlichen Veranstaltungen des Vorjahres, für diesmal von umfangreicheren Festlichkeiten abgesehen, sondern nur am Samstag einen einfachen Kommers veranstaltet, zu dem außer den Aktiven Alte Herren, Ehrenphilister und auch sonstige geladene Gäste erschienen waren. Es war ein urgemütliches Zusammensein bei gutem Trunk und guten Reden. Man gedachte des Kaisers und des Großherzogs, der Professoren, der Gäste, der Alten Herren usw. ustv. Ten Toten, die einst das grün-weiß-goldene Band getragen, wurde ein stilles Glas geweiht. Am Sonntag versammelte sich die Adelphia zu einem Frühschoppen in ihrem Lokal. ** Gemeinderatswahlen. Von feiten der oberen Verwaltungsbehörde ist die Anordnung getroffen worden, daß, da in diesem Jahre die regelmäßigen Erganz- ungswahlen der Mitglieder des Gemeinderats stattfinden, mit der Offenlegung der Wählerlisten demnächst begonnen werden soll, damit bis zum 1. September d. I. überall die Gemeinderatswahlen vollzogen sind. ** Portofreiheit für Postpakete an Militärpersonen. Tie Abgg. Leun und Wolf beantragten, die Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, die Reichsregierung zu veranlassen, daß alle Postpakete an Militärpersonen bis zum Feldwebel abwärts portofrei befördert werden. "Telegramm-Verkehr. Man schreibt uns: Tie Reichs-Telegraphenverwaltung hat zugelassen, daß die nach Landorten ohne Telegrapheuanftalt hergestellten Fernsprech« anschlüsse für die Bestellung von Telegrammen nickst nur der Teilnehmer sondern auch anderer Ortsbewohner nutzbar gemacht werden, sofern diese Zustellung der für sie; eingehenden Telegramme mittels des F-emsprechanschlusses bei der zuständigen Telegraphenanstatt schriftlich beantragen und die Teilnehmer sich mit der Benutzung ihrer Anschlüsse für Tritte einverstanden erklären. Ferner ist nad)gegeben worden, daß derartige Fernsprechanschlüsse auch für die Auflieferung von Telegrammen seitens Dritter nutzbar gemacht werden. ** Schutz den jungen Damen. Infolge mehrfacher Beschwerden hat der preußische Eisenbahnminister die Staatsbahnverwaltungen beauftragt, das Zugpersonal wiederholt anzuweisen, daß auf die Unterbringung junger Mädchen, die ohne Begleitung reisen, möglichst in Frauenabteilen Bedacht genommen werden soll. Wenn die letzteren schon besetzt sind und weitere Frauenabteile sick) nicht ein- richten lassen, soll das Zugpersonal dafür Sorge tragen, daß die jungen Mädchen in solchen Abteilen Plätze angewiesen erhalten, in denen sich bereits andere weibliche Fahrgäste befinden. Etwaigen Beschwerden soll „bereitwillig und ohne Verzug" entsprochen werden. •• Die Weinernte in Heffen. In dem Herbste 1900 wurden im Großherzogtum Hessen 340 714 Hektoliter Wein geerntet mit einem Gesamtwerte von rund 12 504 330 Mk. Bad-Nauheim, 19. Mai. Unterhaltungen vom 20. bis 25. Mai 1901. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7 bis 8 vormittags am Kurbrunnen. Montag, 20. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7*/8 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Cornelius Boß." Lustspiel in 4 Akten von Franz v. Schönthan. Dienstag, 21. Mat, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7«/8 bis 9 auf der Terrasse Kon- zert der Kurkapelle. Mittwoch, 22. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7i/a bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Sinfonie-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Zum erstemale: „Johannisfeuer" von Hermann Sudermann. Donnerstag, 23. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7*/2 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Opern« und Liederabend des Kgl. Hofopernsängers Alfred Ritters- Haus. Freitag, 24. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 7«/2 bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Der Mann im Mond" Poffe mit Gesang in 3 Akten (5 Bildern) von Ed. Jacobson. Musik von E. Michaelis. Samstag, 25. Mai, nachmittags von 4 bis 6 und abends von 71/» bis 9 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Charleys Tante." Schwank in 3 Akten von Brandon Thomaß. Vor- läufige Anzeige: Sonntag, 26. Mai, Konzert der Kapelle des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau. Montag 27. Mai, Konzert des Doppel-Piston-Solisten Kuhl und der Kurkapelle. -z- Melbach, 19. Mai. Gestern wurde hier das 50- jährige Dienstjubiläum des Lehrers Gremm gefeiert. Obgleich der Jubilar eine offizielle Feier abge-t lehnt hatte, so hatte sich der Gemeinderat, der Schul- und Kirchenvorstand, an der Spitze Pfarrer Nies, nicht nehmen lassen, eine Ehrung des Jubilars zu veranstalten, um ihm ihre Dankbarkeit für die treu geleisteten Dienste während seiner Amtsthätigkeit in ihrer Gemeinde zu erkennen zu geben. Neben dankenden Worten beschenkte ihn die Gemeinde mit einem schönen Sessel, der Schulvorstand mit einem herrlichen Stahlstich, Jesus den guten Hirten darstellend, der Bezirksverein Södel-Melbach, dessen Obmann Herr Gremm ist, mit der Statue des segnenden Christus von Thorwaldsen. Auch frühere Schüler aus Melbach gedachten seiner durch wertvolle Geschenke, wie auch eine Anzahl Telegramme Glückwünsche von Kollegen, Freunden und Bezirksvereinen brachten. Ein dem Jubilar vom Großh. Oberkonsistorium zugegangenes Schreiben brachte Glück- und Segenswünsche zum Festtage und ehrenden Dank für seine Leistungen in der Kirchengemeinde. 60 bis 70 Herren aus Melbach und Umgegend, worunter etwa 20 Lehrer sich befinden, hatten sich nachmittags gegen 4 Uhr in dem Saale des Gastwirts Philippi, der für ein gutes, einfaches Mahl und einen guten Wein gesorgt hatte, eingefunden. Tie Stunden eilten unter mehreren Ansprachen und Toasten und fröhlicher Unterhaltung rasch dahin. )( Hirzenhain, 19. Mai. In dem Arttkel über Vogelsberger Höhen-Klub Nr. 116, Bl. 1 ist statt „Kirchners- brück" „Kirchnersbank" und statt des Schlusses „Frisch auf!" am 1. Sonntag im Juli auf dem Hohenrodskopf zu lesen. () Gedern, 19. Mai. Der hier in der Untermühle dienende Knecht Thomas hatte das Glück, bei der Verlosung gelegentlich des Frühjahrs-Pferdemarktes zu Darmstadt, ein Fohlen im Werte von 300 Mark zu gewinnen. — Tie Zigeunerplage nimmt hier erschreckend zu. „Gestern lagerten wieder 30—40 Mann unterhalb unseres Städtc^ns und machten dieses durch zudringliches Betteln un|icher. Vor einigen Tagen sollen Zigeuner einem Aeftsen Burger zwei Hühner im Hose abgefangen und geschlachtet habem Leider scheinen sie hier gedeckten Tisch haben, denn! wenn sogar Leute aus den gebildeteren standen in aber- er. Ausgehend von den Erwägungen, daß die Gesetzgebung, spazieren. Der Einzige, der um ihr Wohl von soweit sie sich aus den Verkehr nnt Nahrungsmitteln, Ge-> haft ängstlichen Besorgnis ist, ist König Viktor. Nach An ficht der die Königin behandelnden Aerzte kann die Geburt erst Ende Mai oder Anfangs Juni stattfinden. Der montr negrinische Hof wird täglich über daS Befinden der Königin telegraphisch unterrichtet. In den der Königin benachbarten Gemächern find die Aerzte Morisani und der Leibarzt deS Königs, Qutrieo, untergebracht, um der königlichen Wöchnerin jeden Augenblick nahe zu sein. Eine Hebamme wird nicht hinzugezogen werden. Die Amme, eine schöne, junge, brünette Frau ouS den Albaner Bergen, wohnt bereits im Quirinal. Frankfurt a. M., 19. Mai. Heute tagte hier die konstituierende Versammlung des „Bundes deutscher Nahrungsmittel-Fabrikanten und Händl, Arbeiterbewegung. Mainz, 18. Mai. Ein« Jmmngsversammlung der Bäcker hat zu den Forderungen der Gehilfen beschlossen, ihnen die Kost auf Wunlch außerhalb deS Hauses zu gewähren und dafür eine Bei gütong von Mk. 1,20 pro Tag zu zahlen. Den verheirateten Gehilfen solle Kost und Logis auswärts gegen Vergütung gewährt werden. Wegen Vermischtes. * Mülsen.St. Jacob (Kgr. Sachsen), 17. Mai. Bei einem gestern in einem hiesigen Gasthof ausgebrochenen 'brande wurden infolge der dadurch entstandenen Panik zwei Mädchen erdrückt und viele andere Personen leichter oder schwerer verletzt. * Der gekränkte Verein „ArsinuS". Wir lesen in der „Fürst!. Reuß.-Ger. Ztg.» : „Der Druckfehlerteufel ;at sich gestern in unserer Zeitung eines ganz ntederträch tigen Streiches gegen den trefflichen WindischenberuSdorfer Gesangverein „ArfinuS" schuldig gemacht, inoem er diesem as zu seiner Reputation so dringend notwendige r heim- lckisch unterschlug. Wir vermögen nur einen mildernden Umstand zu seinen Gunsten auzuführen: er erkannte nicht, welchen Ursprung der Name „ArfinuS" haben könnte. Wir unsererseits können uns nur denken, daß er von einem Kunst ausdruck der Dicht- und Tonkunst abgeleitet worden ist: ArsiS heißt nämlich die Hebung, der schwere Taktteil — der Gegensatz ist Thesis, die Senkung. Der Druckfehlerteufcl aber ist ein wegen seiner haarsträubenden Scholien zum Fegefeuer verurteilter und darin erst recht hartgesottener Philo oge, der sich in seiner philologischen Akribie gegen die Verbindung des Namens ArfinuS mit dem musikalischen Kunst ausdruck ArfiS aufbäumte und jenen Namen mit berechneter ZoSheit in eine ehrenrührige Bezeichnung verwandelte. Wir ivd ohnmächtig gegen diesen Hallunken, bitten aber nichtsdestoweniger unsererseits den durch diese Heimtücke betroffenen Gesangverein um freundliche Entschuldigung." — Ohne r keine Ehr'! * nußmitteln und Gebrauchsgegenständen bezieht, in den : letzten Jahren vielfach eine der Industrie und dem Hande - schädliche Richtung eingeschlagen hat, die, ohne durch that- . sächliche Verhältnisse veranlaßt zu sein, lediglich in demj : fälschlichen Glauben, dadurch den Ausschreitungen einer i kleinen Minderzahl begegnen zu können, für überaus zahlreiche, ehrenfeste Firmen eine schwere Gefährdung in rno- : ralischer wie materieller Hinsicht, zur Folge gehabt — ein : Mißstand, der besonders durch die §§ 9 und 10 des neuen : Weingesetzes in Erscheinung getreten — hat eine größere ' Anzahl der hervorragendsten deutschen Firmen der Jn- ' dustrie und des Handels den Beschluß gefaßt, eine Organisation zu schaffen, um diese Industrie- und Handelsfeindliche Richtung in der Gesetzgebung zu bekämpfen, bei gleichzeitigem entschiedenen (Eintreten für alle gebotenen Interessen der Konsumenten und bei ebenso entschiedener Bekämpfung jeder Ausschreitung seitens unreeller Produzenten und Händler. Diese Organisation ist nunmehr heute Vormittag unter außerordentlich starker Beteiligung der interessierten Branchen ins Leben getreten. In der Versammlung wurden die Satzungen des Bundes festgestellt. Zur Durchführung der Aufgaben des neuen Bundes ist u. a. eine Zentralstelle geschaffen worden, deren Benutzung, jedem Mitgliede kostenlos freisteht. Dieselbe verfolgt im Einvernehmen mit dem Ausschüsse mit Aufmerksamkeit alle Vorgänge und Erscheinungen auf dem Gebiete der Gesetzgebung, welche Nahrungs- und Genußmittel, sowie Gebrauchsgegenstände iin Sinne des Gesetzes vom 14. Mai 1879 betreffen, benachrichtigt die einzelnen Mitglieder von etwa drohender Schädigung ihrer Interessen und leitet Maßnahmen ein zur Beseitigung bereits vorhandener Mißstands — Zum 1. Vorsitzenden des Bundes wurde gewählt Herr Rober^ Franck in Firma H. Franck Söhlre, Cichorien- fabrik, Ludwigsburg; zum 2. Vorsitzenden Herr I. Manger, Direktor der Van den Berg's Margarinegesellschaft zu Cleve; zum Schatzmeister Herr Carl Heim in Firma Heim und Heller, Hopfenhandlung in Nürnberg; zum Schriftführer Herr August Ertheiler in Firma E. Vollrath u. Co., Obstweinkelterei, Nürnberg. fc. Frankfurt a. M., 19. Mai. Ein aus Berlin zugereister Amerikaner, Namens Orton, wurde an den ch Warzen Blattern krank in das Städtische Krankenhaus eingeliefert. •* Kleine Mitteilungen ans Heften und den Nachbarstaaten. Eine Versammlung des Papierfabrikantenringes hat in Frankfurt unter Ausschluß der Oeffentlichkeit getagt; nach )enl „Franks. Journ." haben die den Ring angehörenden Firmen ihre Produktion gegen früher um 10 Prozent ein- chränken müssen. — Kommerzienrat Fabrikant Julius Wurmbach aus Frankfurt a. M. ist im Alter von 70 Jahren in Nervi gestorben. Er war längere Zeit preuß. Landlagsabgeordneter und Vorstand der Fr. Handelskammer. — Kürzlich verschied nach sehr kurzem Kranksein der in weiteshen Kreisen bekannte und beliebte Arzt Dr. meß. Christian Lorenz in Lauterbach Der Heimgegangene war im benachbarten Grebenau geboren und hat ein Alter von 85 Jahren erreicht. — Die Lebensrettungsmedaille am Band wurde vom Großherzog Herrn Pfarrer Vogt iu Mainz ur Errettung eines Menschenlebens verliehen. — Freitag wurde in Bingen ein Mann in den vierziger Jahren mit einem Schuß in der Herzgegend im Binger Wald auf- : gefunden. Er wurde in das Hospital gebracht. Ob er an- ■ geschossen worden ist, oder einen Selbstmordversuch gemacht hat, darüber herrscht noch! Zweifel. Eine Schußwaffe wurde bei ihm nicht gefunden. — In einem Anfalle von Geistestörung entleibte sich in Marburg der Professor der Philosophie Joseph. gläubischer Weise sich von dieser Schwindelgesellschaft „die gute Wahrheit" sagen lassen und dafür reichlichen Lohn spenden, so ist es nicht zu verwundern, wenn diese „Zukunftsgucker" die Angelegenheit zu stehlen, häufig benutzen. Es wäre jedoch zu wünschen, daß von maßgebender Sette etwas energischer gegen das Gesindel vorgeganaen würde. [] Ortenberg, 19. Mai. Stadtrechner Hitß hat dieser Tage sein Amt, das er über 30 Jahre gewissenhaft versehen, niedergelegt. Der Stadtvorstand übertrug dem neubestellten Sparkasserechner Gg. Pfeiffer auch dieses Amt. — Im 1. Schulsaale hier hielt gestern Kreisassistenzarzt Tr. Langermann aus Gedern einen Vortrag über Schulhygieine für die Lehrer des Konferenzbezirks Ortenberg Der Vortragende behandelte den Bau und Einrichtung der Schulhäuser. Darmstadt, 19. Mai. Ein Schüler einer hiesigen Lehr anstalt hatte vor Weihnachten einem kleinen schwarzen Bittsteller in Kamerun eine Weihnachtssendung von Büchern, Spielwaren u. dgl. m. gemacht, die bei ihrem Empfänger große Freude erregte, denn vor kurzer Zeit erhielt, wie die „Darmst. Ztg." mitteilt, der Schüler von seinem neu geworbenen schwarzen Freunde ein schön geschriebenes Dankschreiben, das als Kuriosum hier mitgeteilt sei: .Viktoria, den 31. März 1901 II. Lieber Freund I Bitte ich hab dein lieber Dinge am 15. März erhalten. ES freut mich so sehr, weil ich die Dinge von dir bekommen hast. Ich bekomme was du mir gesendet habe. Bitte mein lieber Lehrer hat das Kasten ge- öffnet, er freut sich selbst darüber. Bitte ich will daß ich und dich gute Freund sei. Dein Wunsch habe ich auch erfüllte und hoffentlich wird die Briefmarke große Freude. Lieber Freund ich mogte gern dein Bild habe. Bitte wie alt bist du? Mein Eltern grüßt du und dein Eltern auch. Ich will Spielzeuge von dir und Taschenmeffer. Grüße mir die welche zu mir versprochen. Freundlich grüßt ich dein Freund! Jakob Muanaa.* Babenhausen, 17. Mai. Die Darmstädter Meffe verleitete den 12jährigen Sohn eines dortigen Kaufmanns zu einem recht naiven Scherz. Er erwarb sich einen Ballon, den er, versehen mit einem Zettel, auf dem dem Wiederbringer eine Belohnung versprochen war, seinem Elemente überließ. Der an diesem Tage herrschende Nordostwind nahm den Ballon in seine Gewalt und führte ihn in die Gemarkung Babenhausen, wo er im Walde landete und von einer Bewohnerin aufgefunden wurde, Die glückliche Finderin hielt es nun für ihre heiligste Pflicht, die Ueber. reste des Ballons dem Absender persönlich zu überbringen. Die Angehörigen des jugendlichen Absenders waren selbstver. stündlich über diesen kindlichen Scherz nicht wenig überrascht, und ließen sich trotzdem zu einer Belohnung, bestehend in zwei Cigarren, bewegen, über die die Finderin dankend quittierte. Mainz, 19. Mai. Anknüpfend an unseren letzten ckrtuel über das Duell am Christi-Himmelfahrttage haben wir heute noch dazu zu bemerken: das Befinden des Oberleutnants Richter ist derartig, daß jegliche Lebensgefahr ausgeschlossen erscheint. Eine zweite Kugel, die Herr R. erhielt, ging in den Oberschenkel, prallte dort ab und senkte sich in das Fleisch. Diese Kugel ist auf operativem Wege entfernt worden, Wundfieber ist nicht eingetreten. Die seelische Erregung des Herrn R. vor dem Duell muß stark gewesen sein, denn der Oberleutnant brachte die ganze vorausgehende Nacht wachend zu. Mit einem älteren Kameraden ging er während der Nacht ständig in einem Garten spazieren. Leutnant Vogt hielt sich schon mehrere Tage vor dem Duell nicht in seiner in der goldenen Roßkaserne gelegenen Wohnung auf, sondern in der eines Ober-Kameraden. Einem Gerüchte zufolge soll Leutnant Vogt durch das Falliment eines Bankhauses einen Teil seines großen Vermögens eingebüßt haben. Leutnant Vogt ist erst im August v. I. Offizier geworden. Soldatisch hatte er die besten Fähigkeiten. Daß übrigens die Ursache zum Duell sehr ernster Natur aewesen sein muß, so meldet der „Mainz. Anz.", ergiebt sich daraus, daß der Ehrenrat, der darüber zu entscheiden hatte, zwei Tage und Nächte zusammen war. Viele Telegramme gingen und kamen von der obersten Behörde. Frau Oberleutnant Richter soll vorher nichts von dem Duell erfahren haben. Als sie nach Verlauf der Sache davon Kenntnis erhielt, ist sie nach Wiesbaden gereist und hält sich dort auf. Leutnant Vogt ist natürlich sofort außer Dienst gestellt worden. Der Fall des Duells wird vom hiesigen Militärgericht geurteilt werden. — In einem hiesigen Hotel kehrte kürzlich ein fremder Reisender ein. Dem Hausknecht händigte er einen Gepäckschein ein, damit er den Koffer von der Bahn abhole. Kaum hatte sich der Hausknecht entfernt, als auch der Fremde vom Oberkellner 20 Mark verlangte, da sein Geld im Koffer verwahrt sei und er einen dringenden Kauf zu erledigen habe. Der Oberkellner gab aber nur 9 Mark, die aber auch für ihn verloren sein werden, da der Gauner, denn mit einem solchen hat man es hier zu thun, sich nicht mehr hat sehen lassen. Als der Hausknecht den angeblichen Koffer des Fremden brachte, erwies sich dieser als ein Paket, das nur Steine und Pcchierschnitzel enthielt. Dieser Gaunerstreich ist übrigens in letzter Zeit mehrfach in Frankfurt auch mit Erfolg verübt worden und scheint die Spezialität eines und desselben Schwindlers zu sein. Mainz, 19. Mai. Hier tagte vorgestern eine Versammlung hessischerDachpappefabrikanten. Der Zweck des Zusammenkommens war, Stellung zu nehmen gegen einen in der neuen hessischen Bauordnung enthaltenen Ministerialerlaß, nach dem die Baubehörden angewiesen werden, die benötigte Dachpappe ausschließlich bei zwei Firmen, von denen die eine in Mainz, die andere in Offenbach domiziliert, zu beziehen. Die übrigen Dachpappe- sabrttanten fühlen sich, wie der „Mainz. Anz." berichtet, durch diese Verfügung des Ministeriums so in ihren Jn- teresten geschädigt, daß sie beschlossen haben, event. durch emen Prozeß die Aufhebung der ministeriellen Verfügung herbeizufuhren. 1 0 u . . Mainz, 19. Mai. ^Gegenwärtig cirkuliert in hiesiger Gegend wieder zahlreiches falsches Geld, ins- besondere fein- und Zweimarkstück, beten Gleichartigkeit darauf hindeutet, dast man es Ijier mit einer Fälscherbande zu thun hat, die gemeinschastlich die salschen Stücke an- fertigt und in den Verkehr bringt. Gerichtssaal. Dortmund, 18. Mal. Wie bckannt, hatten die hiesigen Sozial- demokr-ten gegen den früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Lütgen au eine Reihe von Beschuldigungen erhoben ES handelt sich um btt Et dem Auftrage entsprechende Verwendung von Geldern, die ihm von Parteigenossen anvertraut worden waren. Die Staatsanwalt- chaft hat dem ihr zur Verfügung gestellten Material zwei Fülle entnommen. in dem einen handelt eö sich um 10 Mk., in dem anderen um 93 Mk. Dieser letztere Betrag war in Köln gelegenlltch d«S Hof« richterprozesieS an Dr. Lütgenau auSgezahlt worden. damit er durch xn Gerichtsvollzieher in Bochum mehrere Zeugen laden lasse. Für diesen Zweck ist daS Geld nicht verwandt worden, Lütgenau soll ,S unterschlagen haben. Er bestreitet daS entschieden, die Zeugen, seine früheren Gmossen, beschwören eS aber. Jnteresiant war der Stand- pu-kt deS AmtSanwaltS von Dewitz. Er beantragte nämlich die Freisprechung deS Angesrbuldigten, weil dm Zeug« nicht zu glauben wäre, i« sie Dissidenten seien und nicht an Gott glaubten. Der Gerichtshof war der Anficht, dieser Standpunkt der Anklagebehörde sei unhaltbar, ,S liege kein Grund vor, dm Zeugen nicht zu gleuben, auch roenn sie Dissidenten seim. Der Gerichtshof erachtete den Angeklagten nicht der Unterschlagung, fand rn deS Betrüge» schuldig und erkannte, wie bereits mitgeteilt, auf 14 Tage Gefängnis. »und Wissenschaft. 19. Mai. (Künstler-Kolonie.) Wie mitgeteilt wird, hat die Künstler-Kolonie auf vielseitiges Ansinnen bestimmt, daß auf die Haupt-Abonnementskarten, Nebenkarten für einen Schivager, eine Schwägerin, einen Schwiegervater oder eine Schwiegermutter, die mit in der Familie leben und keine selbständige Stellung haben, zu 5 Mark ausgegeben werden. Amsterdam, 18. Mai. Die niederländische Expedition zur Beobachtung der Sonnen fin st er- n i s telegraphiert aus Karangsago auf Sumatra: Tie Sonne war während der Verfinsterung teilweise durch Wolken verdeckt. Die Photographien der Corona mit ver- chiedenen Refraktoren und die Photographien der Spektra von der Corona mit den beiden Spektographen sind gelungen, dagegen weder die Photographien der mit der Prismacamera noch der bezüglich Polarisation, Wärme und Licht versuchten Messungen. — Als Kandidaten für dennoch zu besetzenden Posten eines Denk- malpflegerS für Bauwerke im Großherzogtum Hessen werden der pmsionterte Geh. Oberbaurat v. W e l tz i e n , der Erbauer der Lungen« Heilanstalt bei Sandbach, und der Bruder des Geh. Oberbaurats Hofmann, der in Gießm wohlbekannte Architekt Hofmann in Herborn genannt. ♦ Das nahe bevorstehende Familienereignis im italienischen Königshause ist der tägliche Ge irächsstoff der Römer. Bei der Freiheit, mit der man dorr m Süden Dinge diskutiert, die im Norden scheu geheim ge- -alten werden, dringen aus Hoskreisen mehr oder weniger wahre Anekdoten über daS Leben des KönigSPaareS in Er Wartung des großen Ereignisses in das Publikum. Danach war Königin Helena über alle Maßen darüber unglücklich, daß sie ihrem Gemahl in den ersten Jahren ihrer Ehe keinen Erben geschenkt hatte. Im April 1900 ließ sie sich endlich von einer Hofdame bewegen, den Senator Morisani, einen der besten italienischen Frauenärzte, zu konsultieren, der im Mai vorigen Jahres denn auch die damalige Kron- irinzessin einer leichten Operation unterzog. Sie hatte, wie Italien und die Welt bald mit Befriedigung erfahren wird, den gewünschten Erfolg. Die Königin erträgt ihren Zustand mit großer Freude. Täglich geht sie im Quirinalgarten spazieren. Der Einzige, der um ihr Wohl von einer wahr Litterarische Neuerscheinungen. Eingegangen in der Woche vom 11. bis 18. Mai. Südwestdeutsche Rundschau, Halbmonatschrift für deutsche Art und Kunst, Heft 7 u. 8. Südwestd. Verlag, Frankfurt a. M., VierteljLhrl. 1.20 Mk. Einzelpreis 25 Pfg. --Die Elsässer, Sonderheft der Südwestd. Rundschau, 25 Pfg. --Künstler Kolonie Darmstadt, Sonderheft der Südwestd. Rundschau, 25 Pfg. Mode und Haus. Illustriertes Universalblatt für die Familie. Jahrg. 1901 Nr. 10. Ausgabe mit Colorit. VierteljLhrl. 1.25 Mk. Björnson, Björnfijerne. Laboremus. Drama. Verlag Albert Langen, München. 4 Mk. --Geographie und Liebe, Lustspiel. Ebda. 8 Mk. Erzherzog Ernst von Oesterreich, seine heimliche Ehe und seine Kinder. Vo^^Mephisto mit vielen Abbildungen. Verlag Cäsar Schmidt, Böttger, Dr. Hugo (Arminia a. d. B. Jena). Vom alten und neuen Mittelstand. Burschenschaftl. Bücherei Bd. I. Heft 8. Karl Hev- mann's Verlag Berlin. 60 Pfg. Storms Kursbuch fürs Reich 1901 (Sommerausgabe) Verlag von C. G. Roeder Leipzig. 60 Pfg. „Ueberall". Illustrierte Wochenschrift deS deutschen Flottenvereins. Heft 30 Pfg. „Berliner Illustrierte Zeitung". 10. Jahrg. Nr. 10. Abon. nementspreis 45 Pfg. monatl., Einzelnummer 10 Pfg. bei allen Postan. stalten. Verlag Berlin SW., Charlottenstraße 9. Die deutschen Nordseebäder. Kurzer LeÜfaden, Hrsg, vom Verbände deutscher Nordseebäder. 3. Aufl. 1901. Weitbrecht, Karl, Deutsche Litteraturgeschichte des 19. Jahrhunderts. 2 Telle. Sammlung Göschen. G. I. Göschensche Verlagshdlg. Leipzig, ä Teil geb. 80 Pfg. Die Zukunft. HrSgbr. Maximilian Harden. 9. Jahrg. Nr. 33. Verlag der Zukunft Berlin, Friedrichstr. 10. Preis vierteljährl. 5 Mk, Einzelnummer 50 Pfg. Das Freie Wort. Franks. Halbmonatschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Hrsg, von Karl Saenger. 1. Jahrg. Nr. 4. Neuer Franks. Verlag Frankfurt a. M. VierteljLhrl. 2 Mk , Einzelnummer 40 Pfg. Jugend. Jllustr. Wochenschrift für Kunst und Leben. Hrsg, von Georg Hitth in München. 1901. Nr. 21. 30 Pfg. Nordseebäder Sylt. Beschreibung von Westerland und Wenningstedt. Kurzeit vom 15. Mai bis 1. Oktober. Hrsg, von der Seebade. Direktion. 1901. Simplicissimus. Jllustr. Wochenschrift. 6. Jahrg. Nr. 8. Verlag von Albert Langen in München. Vtertckjährl. 1.80 Mk. (Ausführliche Besprechung vorbehalten.) Unioersttäts-Nachrichten. Aus Heidelberg wird uns geschrieben: An der hiesigen Universität erlangte Frl. Gertrud D obschall aus Paulshütte auf Grund rhrer Dissertation „Die Wortfügung im Patois von Bournois- vornehmlich in romanischer Philologie multa cum laude den Philosophien Doktorgrad. — Der bisherige wisienschaflliche Hilfsarbeiter Dr. H. D o e g e ist zum Dircktorial-Assistenten bei dem Königlichen Kunstgewerbe- Museum in Berlin ernannt worden. — Man berichtet aus Leipzig: An der hiesigen Universität sind in diesem Semester 20 Damen mit Genehmigung des Ministeriums Hörerscheine ausgestellt worden Außerdem etzen 21 Damen, die schon in früheren Semestern den Hörerschein erlangt hätten, chr Srudium fort. — Aus Paris wird gemeldet: Die Academie Fran^aise vergab ihren diesjährigen Jules Favre-Preis (be- hmmt für ein von einer Frau herrührendes literarisches Werk) an H e, lene Vacaresco, die durch ihren unglücklichen Liebesroman bekannt» gewordene frühere Hofdame der Königin von Rumänien. Wilschck . künstler-KolonlL) Wle Her Atonie auf vicheitiges e wt*nementWen, et, eine Schwägerin, .einen iegerniulter, die nnt m der ändige Stellung haben, zu ää mW «kZA-2 j |U Ife« B«w »Äff« tefM MAaÄ* .tont, MEZd-L ft* rf i fl# tiln gelegwAb SäSäi ,b«. £ bto«««1'"«l*t l.i d»A,A,E ”n Id».Sbd,4‘ ää’S^'ö; MrM wi»ä 5-S--* Äerite l S"tä»Ä ÄÄjptt ZL-K l’a®|!3¥ä Sv»«.. i$t. **' ‘IM bei kotzen StottnuetinB L?S«L JteaM3t®te des 19. gabt: n- ®. 3- Technische LeklagShdlg. llmHardm 9.Zchg. gz. tr‘101 NB oirrteiM s M, timonatfönft für Fortschritt aui eg- von Karl Caenzer. i.gahta. “rt a. SR. VlniüM. r , ifc M «L Men. tzrsa. non M. 3V M chrrlbung von Westerland und bis 1. Oktober. Hrsg, von der hmschrist. 8, Jahrg. Nr, 8. Lnlag liljithrl. 1.80 Mk. mng vorbehalten.) schlichten. geschrieben: An der hiefigen Uni- )obschall aus Paulshütle auf ügung im Patois von Loumi^ malia cum lande den pDfophi- ssenfchafttiche hi/fsarbelter Dr. h. bei dem Königlichen Ilunstgnverbe- -Man betitlet aus) Leipzig: em Semester 20 Damen mit Se- \» MgchA wta. M^em :en Semestern den horeMn er- u% Paris Md gemeldet: Die Ghrigen Zules Favre-Preis (be- rendes literarisches Werk) an h e • i unglücklichen Liebesroman bekannt, pn von Rmänlen. Ser Forderung der GehUfm, d,ß in Zukunft der gesetzliche Maximal- arbettStag und die Sonntagsruhe pünktlicher als v.Sher eingehaltm werde, erklärte die Jnnungsversammlung, daß fie sich dem ge'etzlichen Zwange beuge. Die Gehilfen sollm auch In Zukunft mit -Sie" tn. g-redet werden. Die Bäckermeister erklärten, daß sie angesichts der gewährten Forderungen und deS hoben MehlmetseS halber mit dem BrodpreiS um einige Pfennige aufschlagen müßten. In einer heute nachmittag stattfindenden Gehilfenversammlung soll über daS Angebot bar Innungen entschieden werden. Jagd und Sport. m ~ Wie wir vor einiger Zeit berichteten, feiert der Gießener dfahrer»Verein 1885 tn diesem Jahre ein große« Sportfest Jm hiesigen „Schützenhause". Infolge größerer Vorbereitungen hierzu, sowie einiger auswärtiger Sportfestlichkrtten, an denen sich der Verein beteiligt, ist als Tag der Abhaltung des Fester cndgilttg der 4 August festgesetzt. Die einzelnen Festausschüsse sind bereits gebildet und haben ihre Thäligkeit in vollem Umfange aufgenommen. Den Vorbereitungen nach zu schließen, dürfte die Festlichkeit eine der bedeutendsten der Saison fein. 191 Mai. Die Frühjahrs.Regatta des .Rheinischen Ruder-Verbandes", die heute auf der Rheinstrecke rwtfchen Schterstein und Walluf statffinden sollte, ist leider vollständig tn die Brüche gegangen. ES hatten sich 21 stattliche Segelboote, darunter allein fünf, die um ben Kaiserpret« ringen wollten, ringe- künden, allein zurzeit, als das Rennfahren beginnen sollte, war eine "^Ertige Windstille eingetreten, daß absolut nicht daran zu denken war, ein Segelwettkampf auSzuführm. Mit großer Geduld warteten die Segler und die Zuschauer mehrere Stunden auf das Eintreten günstigeren Winks, bis man sich endlich um 2 Uhr entschloß, die Wettfahrt auszugeben. Spirylui Irr Dtrtinigftn jranhfnrtn LtÄtttzkLln. Opernhaus. Dienstag, 21. Mai. Robert der Teufel. Mittwoch, 22. Mai. Geschloffen. Donnerstag, 23. Mai. Die Bettlerin vom Pont des Arts. Freitag, 24. Mai. Zar und Zimmermann. SamStag, 25. Mai. Die Jüdin. Sonntag, 26. Mai. Undine. Montag, 27. Mai. Carmen. Dienstag, 28. Mai. Das Glöckchen des Eremiten; hierauf: Die Hand. Sch auspieth aus. Dienstag, 21. Mai. Torquato Tasso. Mittwoch, 22. Mai. Francillon. Donnerstag, 23. Mai. Geschloffen. Freitag, 24. Mai. Rosenmontag. Samstag, 25. Mai. Hedda Gabler. Sonntag, 26. Mai, ?>/r Uhr. Die rote Robe; abends Francillon. Montag, 27. Mai. JohanniSfeuer. Dienstag, 28. Mai. Im weißen Rößl. *) Menn nicht anders bemerkt, Anfang 7 Uhr. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 18. Mai. Laut dem heute veröffentlichten Geschäfts» berichte der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Bank zu Berlin für 1900 wird vorgeschlagen, den 110 459 Mk. betragenden Reingewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Der Geschäftsbericht stellt fest, daß die bisherigen Reserven von 6 152 000 Mk. — 41 Prozent des Aktienkapital» voll bestehen bleiben. Die Anlage im Hypothekengeschäft betrug Ultimo 1900 204 814 399 Mk. Zur Deckung der umlaufenden Hypothekenpfandbriefe im Betrage von 189 525 600 Mk. waren am 31. Dezember 1900 Hypotheken im Betrage von 191461013 Mk. im Besitze der Bank, außerdem besaß letztere 13 353 385 Mk. freie Hypotheken. Die ordentliche Generalversammlung wird am 8. Juni stattfinden. Berlin, 18. Mai. Die beiden Direktoren der Pommerschen Hypolheken-Aktien-Bank, Fritz Nomeick und Wilhelm Schultz, sind heute nachmittag verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis abgeführt worden. Die Verhaftung ist auf Veranlaffung der L-taatSanwalischaft erfolgt. Die beiden Verhafteten befonben sich vor- mittags in ihren Geschäftsräumen, als ihnen Kriminalbeamte ben Verhaftungsbefehl vorwiesen. In ber Bank herrschte über daS Geschehnis große Bestürzung. DaS stellvertretende Mitglied ber Dttektion äußerte sich bahin, baß nur ein MißverstänbniS vorliegen könne unb di« Freilassung ber Verhafteten wohl in aller Kürze erfolgen werbe. Der Grund für bie Verhaftung bürste barin zu staben sein, daß mehrfach Grundstücke übermäßig hoch beliehen worden sind, sodaß bie Unterlagen bem Werte ber auSgegebenen Pfandbriefe nicht mehr ml- sprechen. Man nimmt an, baß diese Beleihungen nur mit dem Einverständnis ber verhafteten Direktoren erfolgen tonnten. — Zum Direktor ber reorganisierten Preußischen Hypo- theken-Aktien-Bank ist von ber heutigen ordentlichen General- Versammlung der Bankier Emil Salomon einstimmig gewählt worbm. Montreal, 18. Mai. Der Dampfer „Norlhman" ist in Montreal als zweiter von der Flotte der Getreideschiffe eingetroffen, die für den direkte« Dienst zwischen Chicago und den europäischen Häsen gebaut sind. Der Dampfer „Northwestern", der Chicago zuerst verließ, ist nach mehreren widerwärtigen Verzögerungen ebenfalls hier eingetroffen. Der .Norlhman" hat die Reise von Chicago hierher in dreizehn Tagen zurückgelegt, aber ebenfalls gleich, nachdem er Chicago verlaffen hatte, wegen EiseS Verzögerungen erlitten. Wird der Dampfer erst glatt laufen, wird die Reise von Chicago nach Hamburg zwanzig Tage in Anspruch nehmen. Die Dampfer werden m Montreal voll geladen. Auszug aus dkv Lirchtubuchrru der Stadt Gieße«. Setraute. Matthäusgemeind e. 14. Mai. JustuS Kraft- Höfer, Maschinenschloffer zu Höchst a. M. und Ernestine Phllippine Luise Erb, Tochter des Schuhmachermeisters Johannes Erb zu Gießen. — Mar- kusgemeinde. 12. Mai. Ludwig Jung, Postbote zu Gießen und Anna Elisabeth Riederhbfer auS Langenstein, Kreis Alsfeld. — Lukas- gemeinde. 11. Mai. Nikolaus Kratz, Finanzaspirant zu Darmstadt und Friederike Anna Elisabeth Keller, Tochter des Klinikoerwalters Karl Wil« Helm Ludwig Keller zu Gießen. 12. Mai. Adam Weber, Former zu Gießen und Marie Schneider, Tochter des Bahnarbeiters Johannes Schneider zu Gießen. — Johannesgemeinde. 11. Mai. August Paul Niewisch, Schriftsetzer zu Gießen, und Marie Wilhelmine Reh, Tochter deS Lackierers Georg Reh zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. 12. Mai. Dem Schneider Karl Marttn Allgeier eine Tochter, Elisabeth, geboren den 19. März 16. Mai. Dem Schneider Karl Mayer ein Sohn, Karl Heinrich Georg, geboren den 17. März. — Markusgemeinde. 12. Mai. Dem Hilfs- Fahrkarten-AuSgeber Johannes Georg Kuhn ein Sohn, Georg Konrad, geboren den 22. März Dem Dachdeckermeister PHUipp Kröck eine Tochter, Annie Elsa, geboren den 17. März. Dem Spediteur Wilhelm Lynker ein Sohn, WUHelm Adolf Karl, geboren den 26. März. Dem Knecht Karl Bornträger ein Sohn, Wilhelm, geboren den 24. März. — Militär- gemeinde. 12 Mai. Dem Vizefeldwebel Peter Euler eine Tochter, geboren den 22. April. 14. Mai. Dem Oberleutnant Rudolf Buffe ein Sohn, Jürgen Willy Max, geboren den 7. März. — Lukasgemeinde. 16. Mai. Dem Ingenieur und Baumaterialienhändler OSkar Gutmann eine Tochter, Helene Barbara Wilhelmine Gertrude Else, gebärenden 28. Februar. — Johannesgemeinde. 15. Mai. Dem Stadtkaffegehilfen Hermann Peter eine Tochter, Elisabethe Margarethe Marie, geboren den 21. April. Beerdigte. Matthäusgemeinde. 11. Mai. Christine Zinher geb. Ohr, Wittwe des Schneiders Emil Zinßer, 77 Jahre alt, starb den 9. Mai. — Markusgemeinde. 16. Mai. Friedrich August Fischer, Privatier, verheiratet, 70 Jahre alt, starb den 14. Mai. — Lukasgemeinde. 15. Mai. Dr. Theodor Zinßer, Kreisarzt, 76 Jahre alt, starb den 13. Mai. SchWsnschrichte« Der Postdampfer „P e n n l a n d" der „Red Star Linie", in Ant- werpen, ist laut Telegramm am 16. Mai wohlbehalten in New-Uork angekommen. Norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl LooS. Bremen, 17. Mai. (Per transatlantischen Telegraph). Der Schnellpostdampfer Lahn, Kapt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr morgens wohlbehalten in New-Dori aiu gekommen. Bremen, 17. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben Postdampfer Neckar, Capt. A. Harraffowitz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 15. Mai 2 Uhr nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen Monatliche Ucbersicht der Todesfälle in Gießen. Monat April. (Einwohnerzahl: astgenommen zu 25 900, mH. 1600 Mann Militär.) Kinder An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: vom 2.—15. Jahr» Lungenschwmdsucht 5 (3) 4 (3) — 1 anderen Tuberkulosen 3 (1) 1 (1) — 2 Lungenentzündung! 4 3 — 1 Lungenkatarrh 2 (2) 1 (1) — 1 (1) Her,fehler 2 (1) 2 (1) — Bösartige Neubildung 6 (2) 6 (2) — — Altersschwäche 6 6 — — Sonstige Krankheit 13 (3) 6 (2) 5 (1) 2 Verunglückung 4 (4) 4 (4) — Summa: 45 (16); 33 (14) 5 (1) 7 (1) — «rstklasstge Fahrräder. Liest man ein Fahrradinserat, ein Fahrradprospekt ober irgend eine sonstige Anpreisung eines Fahl- latfabrifatS, so fällt fast regelmäßig unser Auge auf daS Wort „erstklassig". Die Fabriken, bie wirklich tabelloS gute Fahrräder oauen, die baS Wort erstklassig verdienen würben, gebrauchen eS verhältnismäßig am wenigsten. Unter keinen Umstänben trifft eS auf bie Erzeugnisse zu, bie in Auktionen, Großbazaren unb Vcrfand- geschäflen irgend welcher Art angeboten werden. Solche Bazare, Versand- unb A uk ti o n S g e s ch S f t e beziehen vielmehr von kleinen, nicht genügenb leistungsfähigen Fabriken, und da diese Art Ware so billig wie nur i r genb möglich sein muß, so kann weder auf daS zu verwendende Material, noch auf die bei einem Fahrrad so ungemein wichtige Präzisionsarbeit die nötige Sorgfalt verwendet werden. — Trotzdem wird eUe solche Ware mit Vorliebe aI6 „erstklassig" bezeichnet! Nirgends gilt daS Wort „billig und schlecht" so, wie im FahrradgejchSft. Für billiges Geld kann eben kein Fabrikant ber Welt ein „erstklassiges" Fahrrad Herstellen. DaS Geheimnis der Billigkeit ist leicht gelöst. Die Fabriken, welche die billigen Räder Bauen, kaufen die Einzelteile einfach von ben Spezialfabriken unb setzen sie bann zusammen. Darum Radfahrer, willst du ein erstklassiges Fahrrad, so kaufe nur bas Fabrikat einer bekannten großen Fabrik unb rahle gern einen anstänbigen Preis. Aber tröste dich, im Fahrradhanoel ist ein teurer Preis auch stets ein billiger, das wird dir jeder erfahrene Fachmann und jeder erfahrene Sportgenoffe bestätigen. Die Slickenrderfer dcyrelvmascyme / (Alphabete für 12 sprachen) und Nr.5m. 175-,Nr.7m.225 - Zarbroll-Einrichtung. Katalog bezw. Vorführung durch die vrühl'sche Druckerei, Sietzen, Zchulstrahe Nr. 7. Bekanntmachung, die Unfallversicherung der in land- unb forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen betr. Die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen vom 14. l. Mts. wird hiermit zur Kenntnis der Grundbesitzer der hiesigen Gemarkung gebracht. Gießen, am 17. Mai 1901. Gkvßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz entweder ganz oder teilweise nicht selbst bewirtschaften, werden hierdurch auf» gefordert, bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemeinde, in deren Gemarkung die Grundstücke liegen, bis zum l.Juli l^J. schriftlich ober münblich zu Protokoll den Antrag zu stellen, daß ber auf bie Steuerkapitalien ihrer Grunbstücke ober ein* zelner betfelben entfallende Beitrag zur Berufsgenoffenschaft von einem anderen, als Bctriebsunternehmer zur Zahlung Ber« pflichteten, erhoben werde. Die Anträge müffen auch die nötigen Angaben über bie Pachterträgniffe ber einzelnen Lose enthalten. Sodann wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 ber Verordnung vom 11. Juni 1888 von nach- verzeichneten Objekte» ein Beittag zur Berufsgenoffenschaft nicht erhoben wird: 1. von Grundstücken, welche zu einem land- ober forstwirtschaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören; 2. von allen Gebänben nebst zugehörigen Hofräumen, Haus- unb ZiHtzärten; 3. von Grnnbstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist; 4. von steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstwirtschaftliche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle ber land- ober forstwirtschaftlichen eine gewerbliche Be- Nutzung getreten ist, z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch. Diejenigen Grundbesitzer, welche derartige Befreiungs- gtünbe, bie sich ber amtlichen Kenntnis entziehen, geltcnb machen rönnen, werden aufgefordert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, bis zum 1. Juni l. I». zu beantragen. Gießen, 14. Mai 1901. 3678 Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. MAGGI’5, -lind die Beeten! Stets frisch vorrätig bei Job. Seibel, Ludwigeplatz. uppen ''nWürfefo 10 3399 Bekanntmachung, betr.: die Verwertung der Grasnutzung von den Wieseck« böschungen und ben städtischen Feldwegen u.s.w. in ber ©emarfung Gießen. Die rubr. Grarnutzungen sollen Donnerstag, den 23. Mai 1901 versteigert werden und zwar: nachmittags 2 Uhr von ben Wieseckböschungen, mit Zusammenkunft an bem Viabukt am Lenz'schen Felsenkeller; nachmittags 3 Uhr im Hof des Bürgermeistereigebäudes von sämtlichm städtischm Feldwegen; nachmittags 4'/, Uhr, von dem Niederdruckbehälter am Lutherberg und von dem oberen Teile des Friedhofes mit Zusammenkunft an Ort und Stelle. Gießen, den 18. Mai 1901. 8679 Großherzogliche BÜrgermeistxrkL Girßen. Mecum. Mlanz am 31. Dezember 1900. Passiva: 1. Ausgeliehene Kapitalien: a) Hypotheken 97577.43 b) Bürgschaftsleistung 57168.79 c) Kaufschillinge 30380.66 d) Wertpapiere nach dem Kurs vorn 31. Dezember 1900 45125.20 2. Kaffenvorrat 4189.15 3. Ausstände 12068.30 4. Vorlagen 7.16 5. Mobilien nach 5*/* Abschreibung 73.96 246584.65 Aktiva: -A $ 1. Aufgenommene Kapitalien 230198.47 2. Stammguthaben der Mitglieder 671.77 3. Reservefonds und Eintrittsgelder 60.— 4. Bettiebsrücklage mit Zuweisung des Reingewinns pro 1899 14700.13 5. Reingewinn pro 1900 955.28 246584.65 Die Zahl ber Mitglieder betrug Ende 1899 105 Abgang in 1900 6 — 3 Zugang in 1900 __3________ Daher Stand der Mitglieder Ende 1900 102 Keneral-Iersammtung Mittwoch den 29. Mai l. I., nachmittags 1 Uhr, in der Wohnung de- Rechners Lindenftruth III. Tages-Ordnung: 1. Vorlage der Revision pro 1901. — 2. Vorlage und Abhör der Rechnung pro 1900. Beuern, den 18. Mai 1901. 3693 Spar- und Dorschußverein Neuem II, G. H. JohS. Gommerlad III., Vorsitzender des Aufsichtsrates. Bekanntmachung» Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß ber stäbtifche Fnebhof von jetzt ab bis zum 15. August b. I. von morgens 6 bis abends 9 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf bem Friebhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 17. Mai 1901. 8680 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Steckbrief. Gegm den unten beschriebenen Reservisten Daniel Seiler, aus Wieseck, der 5. Kompagnie Infanterie • Regiments Nr. 117, welcher flüchtig ist, ist die vorläufige Festnahme wegen Verdacht ber Fahnen- flucht verhängt. Es wirb ersucht, ihn vorläufig fkstzunehmen und an den oben angeführten Truppenteil ober an bie nächste Militärbehörde zum Weitertransport hierher abzuliefern. Der Geckchtsherr: Katzen, Oberst unb Regiments- Kommandeur. Beschreibung: Mer: 27 Jahre. Größe: 1,64 Meter. Statur: schwächlich. Haare: dunkelblond. Bart: schwarzer Schnurrbart Kinn: spitz. Rase und Mund: gewöhnlich. Besondere Kennzeichen: schielt etwas. Kleidung: Zivilanzug, Arbeitsanzug (Rock, Hose hsllgrau, Mütze blau). 3688 Gericht des Jnfant.-RegimentsNr. 117- I. No. 151. Mainz, ben 18. Mai 1901. Verdingung von Weitzbiuderarbeiteu. Die Arbeiten zur Herstellung ber Vorder- und Rückseite des ftädttschen Hauses, Schloß- gaffe 9, sollen Donnerstag, 23. d. M., vormittags W/a Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbefchreibung und Be- dingungm liegen während der Dtenftstunden auf Zimmer No. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bi« zum genannten Termine einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 17. Mai 1901. Das Stadtbauamt. Schmandt. 3671 Hohversteigerung Dienstag den 21. dsS. MtS. wird im hiesigen Gemeindewald folgendes Holz versteigert : 17 Kiefernstämme (6 Stück Schnittholz), 21 bis 40 cm Durchm., 5 bis 12 m lang — 8,58 fm, 386 rm Nadel-Knüppel (hierunter 65 rm 8 unb 4 m lang), 2970 Nadel-Wellen, 81 rm Nadel-Stöcke, 3620 Weichholz-Wellen. Die Zusammenkunft ist nachmittags 3 Uhr beim Pflanzgarten. Groß en-Linden, 13.Mai 1901 Groß herzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 1 posten Organdy-Blusen wundervolle Neuheiten mit Durchbruch und Volants darunter viele Modelle aus den teuersten französischen und eng- liscehn "Waschstoffen angefertigt, von tadellosem Sitz per Stück 6 Mark, y Mark und 8 Mark. 8696 Carl Nowack. DMHWW Prima Kognak, Speftalmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literflasche 2 Mk., ist btr preiswerteste und beliebt wegen seines vorzügl. Geschmackes. Ferner gellen meine französi'chen Kognaks unter Originalverschluß als die besten, welche der Markt bringt. 8685 C Dort, Wolllhorsirake 45. Prima Speise und Setzkartoffeln magnnm bonnm empfiehlt 2978 I Weisel, Sonnenstr. 6. Dchweizerküs fst. ed)t Emmenthaler Edamer fst. echt Holländer fst. Parmesan Rahmkäscherr fst. echt Bayerische Harzkäschen, hochfein, i la. 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