Nr. 93 Erstes Blatt. Sonntag 21. April 1901 Expedition und •nir fei»-, oueeltte to Psg. Itloftet. lct Htte jungen eßen. Erschein täglich mit HaJnabw deS Montag» •* •iefetner Ka»ttie»- Miller werden dem fln. Mifier im Wechsel mit ,Heff. wt>n>irt" und „Blätter Dr heil BolkSkunde" vier- Xt wöchentlich betgelegt. Unnotzme een »nietien y »Ochmtnog« für ken Pinken Ta, erlcheinenden Vroom He eertn 10 >U>r M»»«ßellu»ge > spütestens ek<»M vorher. Teil der chinesischen Bevölkerung die Lehre Buddahs angenommen. So würden auch die Chinesen zur Lehre Christi haben bekehrt werden können, wenn die Christen nicht einigen Anschauungen huldigten in Streit mit Jesu Lehre (?). Der Erlaß des Prinzen Tuan, wodurch den Chinesen besohlen wurde, alle Christen zu ermorden, war die natürliche Folge der widerrechtlichen westländischen Taktik. Als eines der ersten Opfer fiel zu Peking der deutsche Gesandte. Die anderen Vertreter der europäischen Mächte -sind alle ge rettet. Wenn es der chinesischen Regierung ernst gewesen wäre, würden alle Verteidigungswerke der britischen Legation von den Chinesen ohne Mühe genommen worden sein. Der ganze Vorfall würde sacht im Sande verlaufen fein, wenn Deutschland sich nicht durch seine Erregung hätte leiten lassen An die Spitze der europäischen Expedition wurde Gras Watdersee gestellt, ein Mann, vollkommen unbekannt mit chinesischen Zuständen. Waldersee hat die kaiserlichen Gräber zerstört, und die Mauern von Peking verziert mit den Köpfen von 13 Boxern. Die Unterhandlungen des Augenblicks werden für China endigen mit einem Schadenersatz in Geld und Land. Und die chinesischen Geschichtsschreiber werden dem Volk erzählen, daß die Barbaren besiegt wurden, doch daß der Kaiser in seiner Barmherzigkeit ihnen Geld gab und Land gab, um es zu bebauen und ihren Unterhalt zu erwerben. Man muß dabei nicht vergessen, daß in China die westländische Theorie, daß wer verliert die Zeche bezahlt, nicht zutrifft. > Welche Schuld haben nun die Chinesen, fragt Redner. Sie thun nichts anderes als ihr Vaterland verteidigen. Der transvaaler Bur, der fein Land verteidigt, ist ern Held; den Chinesen, der dasselbe thut, nennt man einen Barbaren Und wirklich ist eine gewisse Analogie zwischen den Anschuldigungen der Engländer gegen die Buren und denen, die Europa gegen China eingebrockt hat. Dieselbe Anklage: Verweigerung von Rechten an die Ausländer, Bestechlichkeit der Beamten. Und doch, wer sich in China den chinesischen Gesetzen unterwirft, lebt dort so ruhig wie zu Hause. Man denke nur an die sehr vielen Juden in China' Vor den Zeiten der europäischen Missionare und der europäischen Einfuhr von Opium bestand ein freundlicher Handelsverkehr mit China, welcher blühte durch den echten Kau frnapnsg eist der Chinesen. Die chinesische Autorität erkannte das Uebel der Opiumeinfuhr Sie widersetzte sich derselben mit aller Macht; sie befahl selbffh das Abschneiden der Lippen, um es dein Sklaven des Opiums unmöglich zu machen, die Pfeife an den Mund zu bringen. Aber Äigland läßt sich nicht abhalten, Opium einzuführen; aber es muß dabei gesagt werden, es legt neben die Opiumballen eine chinesische Uebersetzung der Bibel. In 1839 mußte es dem Verlangen eines chinesischen Vizekönigs nachkommen und 20 293 Kisten Opium zur Vernichtung ausliefern; die 20 293 Kisten Opium wurden durch chemische Mittel unschädlich gemacht und der Strömung des Flusses übergeben. Ein heidnischer Staatsmann, dem das Heil seines Volkes über das eigene Interesse ging! Diese That war für England natürlich ein Grund zum Krieg. Opium und Missionare, das sind die Ursachen des Grolls von China gegen Europa. Der Chinese sagt: nehmt euern Opium und eure Missionare mit nach Hause und wir werden euch weiter nicht belästigen. Ter Redner hat vor den Missionaren selbst aus vielen Gründen hohe Achtung. Aber der Fehler stecke im System. Tas Christentum sei von Natur unduldsam. Für den Chinesen seien gewisse christliche Auffassungen anstößig. Bezeuge dem Chinesen Sympathie, erwirb dich mit seiner Sympathie belohnen. Seit der diesem Abend werde für Berlin eine Björnson-Aera ein- geteitet. Zweimal weilte seitdem der skandinavische Tächter in der deutschen Reichshauptftadt. Am Dienstagabend wurde ihm zu Ehren vom Berliner Presseklub ein Fest gegeben, an dem sich viele Vertreter der Kunst und Litteratur beteiligten. Björnson war mit feiner Gattin und feiner Tochter, der Frau des Björnson-Verlegers Albert Langen in München» erschienen. Er hatte an seine Zusage, 'vermutlich weil er der Fülle der Huldigungen entgehen wollte, die Bedingung geknüpft, daß er nur eine'kurze Ansprache bei Tische zu hören bekomme und zu halten brauche. Was er aber, von der Herzlichkeit des Empfanges bewegt, nach der üblichen Begrüßungsrede gab, war ein starker Ausbruch der Persönlichkeit des Tächters. Sein Teutsch klingt fremdartig, sowohl in der Aussprache wie in der Wortstellung, und ringt mit dem Ausdruck. Gerade das verleiht ihm einen eigenen Reiz. Er sucht nach dem paffenden Wort, und greift mit der Hand in die Luft, als ob er es fassen könne. Dann überstürzen sich wieder die Worte, tosen über die natürlid)€n Einschnitte der Rede dahin und erwecken eine Vorstellung, welche zwingende Beredsamkeit diesem Mann in seiner Muttersprache zu Gebote stehen mag. Er hat etwas vom Volkstribunen an sich, etwas Fortreißendes und wohl auch Agitatorisches. Wenn man ihn reden hörte, begreift man, wie er das Dynamitattentat beherzt auf die Bühne brachte und nicht vor Gewaltmitteln zurückschreckte. Aber man erkennt doch auch, wie ihm das Trfferenzierte, das liebevolle Versenken in die Einzelnatur abgeht. Die großen Gesichtspunkte, die allgemeinen Fragen der Mensch- Redner an seinem rechten Auge leidet, erhält er fortwährend Briefe von einem Chinesen aus Batavia, einem treuen Anhänger des Confucius, der ihm schreibt, daß er täglich für die Genesung seines Auges betet. Und doch, b i e durch Euro p a begangenen Fehler sind nicht wieder gut zu machen Was hat also in Zukunft zu geschehen? Die Missionare dürfen nicht durch die Gewalt der Waffen beschützt werden. Ohne Schutz von indischen Fürsten hat seinerzeit der Buddhismus Eingang gesunden bei den Chinesen. Es muß dem Chinesen keine Ursache gegeben werden zu glauben, daß man ihm das Christentum aufdrängen wolle. Wir müssen ihm beweisen, daß unsere Lehre besser sei als die seine, nicht durch Traktate, sondern durch povulär-wissenschaf t liche Schriften und durch oas Anbieten guter Früchte unserer christlichen Kultur. Das Herz des Chinesen ist so leicht zu gewinnen. Redner erwarb die Freunosck-aft seiner chinesischen Umgebung schon allein dadurch, daß er die chinesische Sprache zu seinem Studium machte; niemals reifte er mit einem Paß, niemals wurde er wegen eines Passes belästigt. Auf Amoy waren sechD Europäer die Ratgeber, Richter und Beschützer der Chinesen gegen Seeraub; sie besaßen das volle Vertrauen der Bevölkerung, und schliefen mit offenen Thüren so sicher, wie vielleicht an keinem andern Ort der Welt. Ein Europäer in China schrieb einmal dem Redner: Ich habe das niedere Volk auch ganz gern, vor allem, wenn es nicht in zu innige Berührung gekommen ift mit Europäern. Was wird die nächste Zukunft uns zu sehen geben ? Ter chinesische Hof wird sich vielleicht zurückzieheu nach der alten Hauptstadt im Jnlande; diese ist nur auf drei schmalen Wegen, durch enge Bergpässe zu erreichen. Und die Missionare wird man wieder ermorden, b is der letzte vertrieben ist Tas einzige, was Europa erreicht haben wird, ist grenzenloser Haß, der zu allerlei Ausbrüchen führt. Und sobald China sich stark genug gemacht haben wird---wird es endlich angreifend gegen uns zu Werke gehen. • * e Tie katholische „Köln. Volksztg." läßt sich von einem „zuverlässigen, ruhig und besonnen urteilenden Gewährsmann" unterm 3. März 1901 aus China schreiben: „Im allgemeinen hat man stark übertrieben. In Paotingfu z. B. ist — nachdem man sich einmal hier eingerichtet — unnachsichtlich vorgegangen worden. Exzellenz. Lessel hat manche kriegsgerichtlichen Urteile wieder umgestoßen, weil sie ihm zu milde waren. Es herrscht ernstes Bestreben, Manneszucht zu halten und zwar, wie es meine Ueberzeugung ist, mit Erfolg. Andere Sachen geben zu schweren Bedenken Anlaß, so die zahlreichen geschlechtlichen Ausschweifungen. Die Regelung deL Bordellwesens, ein überaus peinliches Kapitel, hat nickst verhindert, daß die geschlechtlichen Krankheiten sich sehr stark vermehrten. In Peking waren neulich, über 200 Kranke; in Paotingfu find es augenblicklich über 70." Tann heißt es weiter: „Gewiß, eine Anzahl Rohheiten sind vorgekommen. Unter den 20000 Mann haben sich leider auch Leute gefunden, die aus lieber mut oder auch aus Rohheit und Habgier einen wehrlosen Chinesen erschlugen oder sich einer andren That schuldig machten, auf welck^e das deutsche Strafgesetzbuch Zuchthaus setzt. Die verallgemeinernde Entrüstung über „deutschen Vandalismus" wäre aber nur dann berechtigt, wenn diese Rohheiten entweder zu den tagtäglichen Erscheinungen gehörten, oder wenn sie nicht mit aller Strenge geahndet würden. Gott sei Tank gehören aber die „Hun - heil lassen ihn bei dem Nebensächlichen des Einzelschicksals nicht verweilen. Und der große Gesichtspunkt fehlte auch seiner Tischrede nicht. Es war ein schöner Traum vom Weltfrieden. Björnson, der sich einen Pang er manei, einen Teutonen mit Stolz nannte, sprach die Hoffnung aus, daß die Zukunft diesen Gedanken des Weltfriedens in die WirÜichkeit umfetzen werde. So wie von Berlin einst die Einigung der deutschen Stämme ausgegangen sei, möge auch dereinst die Einigung aller Germanen von hier aus beginnen. Ein starkes Germanentum vermöge der ganzen Welt den Frieden zu diktieren. T-enn nicht das Männerideal des Krieges sei die Losung der Zukunft, nicht Rücksichtslosigkeit das Ideal der Menschheit, sondern Freiheit mit Gerechtigkeit. Die könne sich nur im Weltfrieden realisieren. Tarauf leerte er sein Glas. Ter unmittelbare Eindruck dieser flammenden Rede war überwältigend. Tie Persönlichkeit des Sprechers und der Inhalt seiner Ausführungen verbanden sich zu unzertrennlicher Einheit. Alles an der hoch aufgerichtete«. Gestalt des greifen Dichters, der vielleicht ein noch größerer Politiker ist, sprühte förmlich von Leben. Ter Schauspieler Hermann Nissen, in Gießen wohlbekannt, hat Bjömsons Maske für die Darstellung des John Gabriel Borkmann gewählt. Auch Ibsens Bankdirektor erzählt in feinen wirren Phantasien von seinem Traumland und den großen Dampfschiffen draußen auf dem Fjord, die „das Leben auf den ganzen Erdball öerbrüiern". Ohne es zu wollen, glich dieser vom Weltfrieden schwärmende Biomson ein iventfl dem John Gabriel seines großen Rivalen. xy- . HS« .3401 . 214 6» . 19886 .18960 tyW +10.2» Q । + ’.l’o' htnati Mann, 24 Zchn verheiratet, in fW» ttten bewandest sucht MÄ aiurrrg kaufmännischer utnisse EteÜun- dl Mr in etwa W & ota W*'Vw- Mrn bditbe man mter 01490 an die Hoedilm ngn, tüttiger Bttfittfti kolonial- und DelilatthMM >che ttünfcbt per 1. $ult pas ung w erhalten. Off. täte t F H 2978 an die -st d. Li ?. Luikunst kann beim Mi», jetzt schon verlangt »erden Mer Btmk . euer Buk , ' Mte 6E6t . den 18. April. .18810 . 184 X Montto Zur WA ron önÄwW» aller Art empfiehlt sich di« . "Ä > Amtlicher Feil. Gießen, den 18. April 1901. Betr.: Darstellung über den Zustand der Volksschulen in dem Streife Gießen. Die Grotzh. Kreisschulkommisfion Gichen au die Echulvorstäade des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 15. März 1901 (Gießener Anzeiger Nr. 66) noch nicht nach gekommen sind, wcroen an deren sofortige Erledigung er innert. L-vS-'L "ÄS Morrison in Merlin. (Origtnalartikck des „Gießener Anzeigers".) Nachdruck verboten. Am Nachmittag des 24. Bkärr 1900 fand im Berliner Theater unter Paul Lindaus Leitung die denkwürdige erste Aufführung des ersten Teils von „lieber unsere Kraft" statt. Ta wurde Björnstjerne Björnson für Berlin neu entdeckt. Wenn aber Herr Lindau für sich feie Ehre in Anspruch nahm, als Erster das religiöse Wunder - ferama in Deutschland aufgeführt zu haben, so vergaß er loder wollte vergessen, daß das Werk lange zuvor in Frankfurt a. M. gespielt worden war und sich auf dieser Bühne behauptet hatte. Am 22. Januar dieses Jahres erfolgte feann die erste Aufführung des zweiten Teils von „lieber unferc Kraft" nach langen Schwierigkeiten mit der Zensur, feie von diesem sozialen Kampfdrama aufrührerische Wirk- lungen befürchtete und sich erst dann beruhigte, als das -Stuttgarter Hoftheater dank der Vermittlung des Königs von Württemberg vorausgegangen war. An diesem Abend brausten nach dem dritten Akt, als die Zwingburg der Fabrikanten in die Luft geflogen war, Beifallstürme durch feas Haus, wie sie seit der „Versunkenen Glocke" (am 2. Dezember 1896) nicht mehr gehört worden waren. Otto Br ahm, der Direktor des Deutschen Theaters, der Jbsen- «orkämpfer, war nicht zugegen; er hatte Bjömsons Drama «bgelehnt und damit einen Erfolg aus der Hand gegeben, wie er nur den „Webern" beschießen war. In richtiger Erkenntnis der Sachlage UM der bekannte Herausgeber Einer sehr bekannten Wochenschrift den Ausspruch, mit ME n * tri,« «I» ■JÄ: v. Bechtold. Sonntag, LI. ds., nachmittags Ubr wird Großh. Direktor Dr. v. Peter von Friedberg in Muschenheim im Lokale von K. Roth einen Vortrag Über „Feldbereinigung und Anwendung künstlicher Dünge mittel" halten, wozu ich jedermann, der sich dafür inte refsiert, freundlichst emlade. Die Herren Bürgermeister von Muschenheim und der Nachbarorte ersuche ich um Bekannt machung tm Orte. Gießen, den 10. April 1901. Der Direktor des landwirtschaftlichen BezirkSvereinS. v. Bechtold. lieber den Fremdenhatz der Chinesen hat jüngst in der königlich Niederländischen Geographischen Gesellschaft zu Amsterdam Prof. Schlegel, der Lehrer feer chinesischen Sprache in Leyden ich und aus eigener langjähriger Anschauung Land und Leute von China kennt, einen bemerkenswerten Vortrag gehalten. Prof. Schlegel, ein Deutscher, führte nach einem Bericht des „Vieuwe Rot ter - feamer Courant" u. a. das Folgende aus: Ter Konflikt zwischen Europa und China hätte — meinte Pros. Schlegel — verhindert werden können. Deutschland sandte ein Kriegsschiff, nicht weil zwei Missionare ermordet waren, sondern auf einen Bericht hin, daß die chinesische Provinz Schantung reich sei an Steinkohlenlagern. Deutschland ließ Kiautschou besetzen und nahm zugleich ein Gebiet in Besitz von der Größe des Königreichs Sachsen. Dies gab Rußland Veranlassung zur Besetzung des Hafens Port Arthur. Die Folgen kennt man. Ist es ein Wunder, daß diese Geivaltthaten eine tiefe Mißstimmung erzeugten bei feer chinesischen Regierung und dem chinesischen Volke? Die latente Verachtung — früherer Zeiten — der westländischen Barbaren schlug um in Haß. Aufs neue siegte die reaktionäre Partei in China: die geheimen Gesellschaften erhoben Wieder das Haupt. Die Genossenschaft „der Schwerter" reformierte sich zu „den Fäusten der vereinigten Patrioten" (von den Engländern „Boxer" genannt). Obgleich ursprünglich gegen die Dynastie der Mandschus gerichtet, erhielt diese Genossenschaft jetzt heimlich die Unterstützung der Regierung, denn der gemeinschaftliche Haß gegen die west- ländifck)en Barbaren stand über dem Partxiinteresse. Mord christlick)er Missionare war die Folge. Die Regierung wurde gezwungen, die Mörder zu bestrafen, und dadurch mußte bei den Chinesen wohl der Gedanke entstehen, daß man ihnen das Christentum mit Gewalt aufzwingen wollte. Und gerade gegen Glaubenszwang widersetzt sich der Chinese mit all "seiner Kraft. Ohne Zwang hat der übergroße menthaten" durchaus zu den Seltenheiten, und wenn auch nur der Verdacht einer solchen vorliegt, wird streng nachgeforscht und unnachsichtlich bestraft. Mancher Soldat, der sich in Trunkenheit oder in leidenschaftlicher Auftvallung zu einer Rohheit binreißen ließ und jetzt in den Takuforts eingeschlossen und auf ein Schiff wartet, das ihn für vier, sieben, acht Jahre ins Gefängnis oder Zuchthaus Heimbringen soll, kann ein trauriges Lied davon singen. Ernste, ruhig denkende Offiziere anderer Nationen geben unumwunden zu, daß die deutschen Trupperi fich durch stramme Manneszucht auszeichnen. Wir brauchen uns ja hier nicht selbst zu loben, aber man mache uns auch nicht schlechter wie dieandern. Gehe doch jemand an irgend einem Sonntage durch die Straßen, z. B. Don Paotingfu. Ueberall sieht man deutsche Soldaten mit Chinesen nn - ich möchte fast sagen — freundschaftlicher Weise spazieren. Gerade zu den deutschen Soldaten haben die Chinesen das meiste Zutrauen, weil sie von ihnen am wenigsten mit Fußtritten und ähnlichen Liebenswürdigkeiten bedacht werden, und weil der deutsche Soldat, wenn auch manchmal erst nach langem Feilschen, doch den georderten Preis zahlt. Sichxr, die Chinesen selbst wären am meisten erstaunt, wenn sie aus deutschen Zeitungen lesen könnten, daß sich gerade die Teutschen so absonderlich „blutdürstig" in China betragen sollen." Deutscher Reichstag. Berlin, 19. April. Am Tische des Bundesrats: Kommissare. In der fortgesetzten Beratung des Gesetzentwurfs betreffend das Urherber recht wird § 23, die Zulassung .ber Ausnahme von Abbildungen in Schriftwerken betreffend, -debattelos angenommen. § 24 bestimmt, in welchen Fällen Teile des Werkes, die auf Grund der §§ 19 bis 23 benutzt -werden, abgeändert werden dürfen. Von den Abgg. Richter ffr. Vp.), Lurz (Zentr.) und Dr. Sidekum (Soz.) sind Anträge gestellt, Auszüge und Uebertragungen von Werken der Tonkunst auch für die in § 22 bezeichneten Musik-Instrumente zu gestatten. Abg. W e l l st e i n (Zentr.) tritt für den Kommissionsbeschluß ein. Geh. Rat Haus teilt mit, daß der Antrag Richter dem Vorschläge der Regierung entspreche. Abg. Richter (fr. Vp.) stellt fest, daß sein Antrag die notwendige Folge der gestrigen Beschlüsse sei. Abg. v. Strombeck (Zentr.) befürchtet, daß durch § 24 und den folgenden Paragraphen, wenn sie nach der Kommissionsfassung angenommen würden, sich die Zahl der strafbaren Handlungen für umherziehende Musiker wesentlich ’ vermehre. Abg. Oertel (kons.) meint: Für Fabrikanten mechanischer Instrumente sind unsere Beschlüsse ein riesiger Vorzug. Nach weiterer Debatte wird § 24 mit dem Anträge Richter, Lurz und Sidekum angenommen. Die weiteren Paragraphen bis § 33 werden in der Kommissionsfassung angenommen. § 33 dehnt die Schutzfrist von 30 auf 50 Jahre aus. Abg. Richter (fr. Vp.- beantragt, diesen Paragraphen zu streichen. Vom Standpunkte der Volksbildung aus sei eine Verlängerung absolut nicht zu verstehen, eher recht- fertige sich eine Verkürzung der Schutzfrist in unserer fchnelllebenden Zeit. Staatssekretär Nieberding führt aus: Wenn die Schutzfrist vermindert wird, wird vielleicht nicht in der Gegenwart, wohl aber in der Zukunft die Stellung der Autoren und Verleger auf das Empfindlichste getroffen, ohne daß die Interessen der Allgemeinheit gefördert werden. Redner bittet, § 33 der Regierungs-Vorlage anzunehmen. Der Abg. Richter hat sich den musikalischen Interessen gegenüber ungnädig gezeigt. Das Verlagsrecht bleibt- ja doch auf 30 Jahre beschränkt; die geschaffene Ausnahme ist in den gegenwärtigen Verhältnissen begründet. Sollte die 30jährige Frist beschlossen werden, dann könnte man es den Autoren nicht verdenken, wenn sie auf den Rechtsschutz in der Heimat verzichten und im Auslande verlegen. Gehen aber die Autoren nach Frankreich und Belgien, ist es ein Gebot der Notwendigkeit, wenn die Verleger folgen. Es liegt dann die Befürchtung vor, daß die Leipziger Verleger nach Brüssel auswundern. Abg. Diez (Soz.) meint, der Schreckschuß mit der Auswanderung sei schon öfter vernommen worden, namentlich jedesmal bei der Drohung .der Erhöhung der Einkommensteuer. Die Komponisten haben von der verlangten Schutzfrist keine Vorteile, sondern nur die Verleger, denen die Autoren fast immer das Aufführungsrecht übertragen. Ihm scheine eine einzige Familie in Deutschland solchen Einfluß zu besitzen, daß sie den § 33 durchsetzte. Er meine die Familie Wagner. Das Gesetz würde eine Subvention von 1 Million Mark für 20 Jahre an diese Familie bedeuten. Deshalb bitte er, den Antrag Richter anzunehmen. Staatssekretär Nieberding ist von einer solchen Beeinflussung der Familie Wagner auf § 33 nicht das geringste Lekannt. Die Regierung würde auch einem solchen Einfluß tnif die Gesetzgebung unter keinen Umständen Raum gewähren. Abg. Müller-Meiningen (fr. Vp.) stellt fest, daß der Antrag der Regierung in der Kommission mit 15 gegen t Stimme angenommen worden war. Auch der Abg. Diez stimmte dafür. 15 Länder haben schon heute eine 50jährige Schutzschrift, deshalb sei es angebracht, sich deren Vorgehen anzuschließen. Abg. Spahn (Ztr.) meint, daß die 30jährige Schutz- Sr »cJx; dem Tod des Autors durchaus genüge. Von den worden bCT anderen Herren sei er nicht überzeugt ^iner Bemerkung des Abg. Arendt (Rp.) für den § 33 wird derselbe abgelehnt, 34 bis 39 dagegen angenommen. ö a Abg. Haußmann-Böblingen (südd. Vp.) beantragt einen Zusatzantrag zu 8 39, wodurch der fliegende Gerichts- jsand der Presse für die periodischen Druckschriften aufge- gehoben- wird, und — eoentuell in Gemeinschaft mit den Sozialdemokraten — die Aufhebung des fliegenden Gerichtsstandes für die Presse. Der Antragsteller führt in Begründung be* Antrages aus, die Regierung erkläre immer noch, die Sache sei noch nicht spruchreif. Redner macht der Regierung den Vorwurf, daß sie in der Frage, die schon sv lange die Gemüter bewege, keine Entscheidung herbeiführen wolle. Es sei schlimm, wenn der Reichstag freiwillig Verzicht darauf leiste, diese Frage in das Gesetz hineinzubringen. Staatssekretär Nieberding erwidert. Sie Erhebungen in dieser Frage seien abgeschlossen, die Resultate lägen bereits vor: das Reichsamt sei im Herbste 1900 mit den Bundesregierungen über diese Frage in Verbindung getreten, gegen die gerügten Mißstände Abhilfe zu schaffen, erscheine gerechtfertigt. Tie verbündeten Regierungen seien indes zu einem abschließenden Standpunkte noch nicht gekommen; jedenfalls sei zu erwarten, daß die Frage eine Lösung finden werde, womit das Haus zufrieden sein könne, wenn auch nicht in dem vom Antragsteller bezweckten Sinne. Ter preußische Justizminister habe die Anklagebehörden ausdrücklich angewiesen, nur in Ausnahmefällen zu dem Mittel des fliegenden Gerichtsstandes zu greifen. Nach unwesentlicher Debatte werden die Anträge gegen die Stimmen der Freisinnigen, Sozialdemokraten und Antisemiten abgelehnt, und eine Reihe weiterer Paragraphen, sowie der Rest des Gesetzes angenommen. Abg. Richter (fr. Vp.) beantragt, die Resolutionen von der Tagesordnung abzusetzen. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen und Süßstoffgesetz. Schluß 5 dreiviertel Uhr. Volttische Tagesschau. Zur Frage „Getreidezölle uud Arbeiter" geht uns aus München eine Zuschrift zu, und wir geben sie wieder, ohne uns für ihren Inhalt irgendwie verbindlich zu machen. Die Zuschrift lautet: Die sozialdemokratische „Münchener Post" druckt eine Polemik der „Westd. Arbeiterzeitung" gegen die „Rheinische VolkSstimme" ab, in der es heißt, daß die katholischen Ar beiter nicht mehr für die Erhöhung der Getreidezölle eintreten werden, „denn es herrsche in den Kreisen der katholischen Arbeiter keine Begeisterung für die Getreidezölle". Die „Münchener Post" ist irriger Meinung, wenn sie die in dem rheinischen Blatte geäußerten Ansichten, speziell für Süddeutschland verallgemeinert. Sämtliche katholischen Arbeitervereine in Bayern haben fast einstimmige Beschlüsse gefaßt, die dahin gehen, daß sie sich mit den Landwirten solidarisch erklären. Daß von einer Stimmung, die die „Westd. Arbeiterztg." den katholischen Arbeitern imputiert, bei uns keine Rede sein kann, bewies der Beifall, den vor kurzem Prof. Dr. Ruh land und Abg. Dr. Heim im Verein für das katholische Deutschland erzielten, in der dieselben die notwendige Erhöhung der Getreidezölle darlegten, denn das Hauptkontigent bei dieser Versammlung stellten in erster Linie eben die katholischen Arbeiter. Die Zahl der Eintragungen von Rechtsanwälten betrug bei den deutschen Gerichten im ersten Vierteljahr 1901 ins gesamt 189 gegen 200 im ersten Vierteljahr 1900 und 177 im ersten Vierteljahr 1899. Von ihnen entfallen 81 (1900: 86) auf Preußen, 41 (29) auf Sachsen, 23 (22) auf Bayern, 22 (27) auf die Hansestädte, 7 (9) auf Württemberg, 5 (7) auf Hessen, 3 (4) auf Mecklenburg. 3 (4) auf Braun schweig, 2 (0) auf Oldenburg, 1 (6) auf Baden und 1 (2) auf die thüringischen Kleinstaaten. Eine erhebliche Zunahme gegenüber dem Vorjahre hat also nur in Sachsen stattgefunden. Doppeleintragungen, d. h. Eintragungen desselben Anwalts in die Listen mehrerer Gerichte befanden sich unter der Gesamtzahl 46 (1900: 50); von ihnen entfallen allein 15 auf Sachsen und 14 auf die Hansestädte Von den Eintragungen erfolgten 20 (1900: 20) beim Ober landeSgericht, 96 (99) beim Landgericht, 68 (73) beim Amtsgericht, 4 (7) bei Kammern für Handelssachen und 1 (0) beim Obersten Landgericht in München. Nach Abzug der Doppeleintragungen sind 143 (150) Rechtsanwälte in die Listen eingetragen, darunter 70 in Preußen, 26 in Sachsen und 21 in Bayern. Die Zahl der Löschungen belief sich auf 130 (1900: 179), wovon 61 (69) auf Preußen, 32 (62) auf Bayern, 17 (11) auf Sachsen, 9 (7) auf Württemberg, 4 (2) auf Hessen, 3 (7) auf Mecklenburg, 2 (3) auf die thüringischen Staaten und je eine auf Elsaß-Lothringen und Baden entfallen. Unter den Löschungen waren 17 Doppel löschungen. Den 189 Eintragungen stehen also 130 Löschungen und den 143 eingetragenen Anwälten 113 gelöschte gegenüber, so daß die Zahl der Anwälte sich um 30 erhöht hat. In Preußen stehen 70 eingetragenen Anwälten 54 gelöschte gegenüber. An der Zunahme, die hiernach 16 betragen hat, ist Westfalen mit 6, Schlesien mit 4, Hessen- Nassau mit 4 und Schleswig-Holstein mit 3 beteiligt, während in Ostpreußen, Westpreußen und Pommern die Zahl der Anwälte zusammen um 9 abgenommen hat. In Sachsen hat sich die Zahl der Rechtsanwälte um 12, in den Hansestädten um 8 erhöht, während sie in Württemberg um 3 und in Bayern um 8 zurückgegangen ist. In Berlin sind 15 Anwälte eingetragen, darunter 7 beim Landgericht I, 6 beim Landgericht II und 2 beim Kammergericht, während 12 An wälte gelöscht sind, darunter 7 beim Landgericht I, 3 beim Kammergericht und 2 beim Landgericht II, sodaß eine Zunahme um 3 Anwälte stattgefunden hat, die ausschließlich auf das Landgericht II entsällt. Lan es s a n, d e r f r a n z ö s i s che M a r i n e in i n i st er, bat gelegentlich einer Wählerversammlung die Kriegsflotte fernes Landes „über den grünen Klee" gelobt. Er meinte — und es ist bemerkenswert, daß der offiziöse Draht diesen Passus der Rede wörtlich wiedergiebt —, Frankreich baue seine Schiffe zwar langsamer als Deutschland, dafür aber vollendeter, solider, eleganter. Nun, die größere Eleganz im Schiffsbau sei dem lvestlichen Nachbar gern zugestanden. Sie ist für den Gefechtswert der Flotte ohne Belang. Der Vorrang Frankreichs in Bezug auf Vollendung und Solidität der Kriegsfahrzeuge darf aber füglich an gezweifelt werden, und zwar unter Berufung auf ein klassisches Zeugnis: dasjenige des ehemaligen französisch« Marineministers Lockrov, des Vorgängers Lanessans. Lockroy hat vor nickt langer Zeit eine Studienreise nach Deutschland unter» | nommeu, um dessen gesamte Schiffsbauverhältnisse durch Augenschein kennen zu lernen, und das Ergebnis diese« Reise in einer Serie von Zeitungsauffätzen niebergelegt. Er kommt zu dem entgegengesetzten Urteil wie Lanessan: der deutsche Schiffsbau er)d>eint ihm in jeder Hinsicht vorbildlich I Autorität und Erziehung. Wiederholt sind von allerhöchster Stelle Aeußerungea gefallen, die die Untergrabung der Autorität im Volke beklagen und als ein keineswegs erfreuliches, charakteristisches Moment moderner Entwickelung hinstellen. Diese Meinungsäußerungen haben schon wegen der Stelle, von der sie herrühren, Anspruch auf allgemeine Beachtung. Aber man wird sich vorerst darüber einigen müssen, was man unter „Autorität" in diesem Sinne verstehen, und inwieweit man ihr einen unbedingten Anspruch auf gesetzlichen Schutz einräumen will. Soweit wird man natürlich nicht gehen können, daß alles, was von einer Behörde ausgeht, fdj-on dieserhalb allein für den beschränkten Unter» 'thanenverstand unantastbar fein müsse. Die Behörden und Beamten sind für das Volk da, nicht umgekehrt; und eine maßvolle Kritik werden sie sich nicht nur gern gefallen lassen, sondern ' sie werden daraus häufig genug Nutzen ziehen. Aper ebenso verkehrt wie der blinde und auf eigene Prüfung verzichtende Autoritätsglaube ist die grund- sätzliche Negierung der behördlichen Autorität, der prinzipielle . Widerstand gegen alles, ivas von einer Behörde ausgeht, eben weil es von einer Behörde ausgeht. Das Vorkommen solcher Erscheinungen ist allerdings ein Charakteristikum der modernen politischen Entwickelung. Die Achtung vor der Autorität ist dem Menschen nicht angeboren, sonoern sie muß ihm anerzogen werden. Deshalb hat man mit Reckst in neuerer Zeit der Erziehung eine ganz besondere Aufmerksamkeit zugewendet und namentlich die Befugnis des Staates, hier einzugreifen und die Erziehungsrechte der Familie zu beschränken oder auch ganz zu beseitigen, wesentlich ausgedehnt. Die Fürsorge- Erziehung verfolgt den Zweck, von den Kindern die üblen Einflüsse fern zu halten, die allmählich in ihnen die Achtung vor der Autorität erschüttern und untergraben. Ein Konflikt mit dem Strafgesetzbuch ist ja offenbar eine Auflehnung gegen die staatliche Autorität. Und endlich ist man auch zu der Erkenntnis gelangt, daß es nickst genügt, erst dann einzufchreiten, nachdem die Verwahrlosung bereits durch Ucbertretung einer strafrechtlichen Norm in die äußere Erscheinung getreten ist, sondern daß man vielmehr vorbeugend wirken muß. Das öffentliche Interesse steht hier höher als das Erziehungsrecht der Eltern und der Familie. Aber selbstverständlich giebt es eine Grenze, die nicht überschritten werden dars. Nur bei dringenden Gründen darf mau den Eltern das Erziehungsrecht entziehen. Es werden immer Fälle genug übrig bleiben, in denen eine Handhabe zum behördlichen Einschreiten sich nicht bietet, und gleichwohl sich nicht wird bestreiten lassen, daß die Erziehung wenig geeignet ist, die Achtung vor der Autorität in den Kindern zu fördern. Wer diese Achtung gewinnen, soll, muß vor allen Dingen Respekt vor seinen Erziehern selbst haben. Tas aber setzt wieder ein enges persönliches Verhältnis zwischen dem Erzieher und dem Kinde voraus, wie es heute, namentlich in den Familien der unteren, Volksklassen, nicht häufig vorkommt. Tas hat seinen Grund darin, daß die Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu erwerben, den Eltern nur wenig Zeit läßt, sich um die Erziehung der Kinder zu bekümmern. Und so ist diese Frage wesentlich auch ein soziales Problem. Avs Stadt und Kand. Gießen, den 20. April 1901. * * Persoualuachrichteu. Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Justiz wurden beauftragt: mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Mainz der GerichtSasscffor Kopp in Darmstadt, bei dem Amtsgericht Wöllstein der GerichtSaffeffor Strigler in Alzey, bei dem Amtsgericht Büdingen der GerichtSaffeffor Hofmeyer in Friedberg, bei dem Amtsgericht Fürth der GerichtSasieffor Dr. Schmuttermaier in Groß-Umstadt, bei dem Amtsgericht Höchst der GerichtSaffeffor Dr. Schmitt in Mainz; mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eint» Amtsanwalts in Groß Umstadt der GerichtSaccessist Arnold in Darmstadt und eines solchen in Friedberg der GerichtS- accesfist Glückert in Mainz. * * Das Regierungsblatt Rr 29, ausgegeben Darmstadt, 17. April, hat folgenden Inhalt: Bekanntmachung, die Vertretung des Großh. Fiskus in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, Zwangsvollstreckungen und Konkursen betr. Bekanntmachung, die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die BezirkS- sparkaffe zu Seligenstadt betr. Verordnung, die Gewerbeaufsicht betr. (Die §§ 1 und 2 der Verordnung vom 15. Juni 1898, betr. die Gewerbeaufflcht, erhalten folgende Fassung: § 1. DaS Großherzogtum wird in fünf Aufsicht-- bezirke eingeteilt, die nachstehende amtliche Benennungen führen: Gewerbeinspektion Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz, WormS. § 2. Die Gewerbeinspektion Darmstadt umfaßt die Kreise Darmstadt, Groß Gerau, Bensheim und Heppenheim; die Gewerbeinspektion Offenbach umfaßt die Kreise Offenbach, Dieburg und Erbach; die Gewerbeinspektion Gießen umfaßt die Provinz Oberhessen; die Gewerbeinspektion Mainz umfaßt die Kreise Mainz und Bingen; die Gewerbeinspektion Worms umfaßt die Kreise WormS, Oppenheim und Alzey. Die Bestimmungen unter 1 treten am 1. Mai 1901 in Kraft). Bekanntmachung, die Gebühren der Feldgeschworenen betr. Bekanntmachung, die Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Spar- und Leihkasse zu Lauterbach betr. Bekanntmachung, die Aufhebung des Salinen- und BergawtS Bad Nauheim, sowie die Errichtung einer BergwerkSdirektio» „LudwigSboffnung" betr. * * Militärisches. Frhr. v. R h e i n b a b e n , Oberstleutnant beim Stabe des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Regts. Nr. 115, unter Beförderung zum Obersten, zum Kommandeur des Jns.-Regts. General - Feldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen (8. Brandenburg.) Nr. 64 ernannt. Johnv. Freyend,Major und Bats.-Kommandeur im 1. Hanseat. Jnf.-Regt. Nr. 75, unter Beförderung zum Oberstleutnant, zum Stabe des 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Regts. Nr. 115 versetzt. Kießlich, Major un» 3-i'S wnt im S"'- 7“ £nitn »• ui n» $cgt. V. in A *1?$» i IW* ÄLZ »• GtMldt'AlW gefußten Gemälde - Wochen - bleiben nächste Woche wiebet gemeldet ist- sttllnng hingewiesen, Sehenswertes. " Ein *ot mittag im Gericht jemanb einen Geld» f(immer für kurze Z< danach umsah, war unbebeutenben W Bon dem Diebe fehl Mainz, 19. < »reifen Aufsehen, ba »er, sein Amt pl des Rücktrittes ist n noch jugendlichen Pri anderer Seite ro latholischen Mstlichc längere Zeit eine 5 druck gekommen sei. ♦ LourbeS, 1 StnnkreuzeS brach beiter find getötet, • Eine häßli Ungarn stammenden wird aller DoiMstch tammer beschäftigen, die nnverehel. Alice Friedrich Eger, toegt mb btr genannte Lud handelt sich im erste, die Erben bei am 1. $trM fr ber s. Z. als Leutenc gestanden hat. In i Die MMjtkW vom 10. und 12. d. Oberförsterei Sch ,7° genehmigt. Die Wne können vom 27 rttatfa % u 2»y* A }/“■' S1», 19. ApE Tchiffenberg. “h'äS 80 ,o fmijp o bl- 1- »8 Ankunft n JT an ' vv 1901. 1 Urte« Ä9e.If8>- "iCbet AnsiNL Rillig, ' 'ä«ttiu6ery» «ittuifc y ®«ih NÄ»! ' Äte Ä ^ehrt; und ^U| genug Wn f.ö-7 ? nbc und aut UK lst die gründ! ! ,/utoritQt, der prin- 1 k von Mer Behörde rde MSgeht. Tas Bor. nuerdingr ein tim, , Jtn Entwickelung. l,t dem Menschen nicht ! erzogen werden. Des- -r Zeit der Erziehung t zugewendet und na- hm einzugreisen und 1 beschränken oder auch eoehnt. Die Fürsorge- oe» .Andern die üblen i in ihnen die Achtung nitergraben. Ein Kon- ■ jjjcttbqx eine Auslehn- I Und endlich ist man ife es nicht genügt, erst Verwahrlosung bereits Achen Nom in die dern daß man vielmehr entliehe Interesse steht t der Eltern und der . eine Grenze, die nicht t i dringenden Gründen igsrecht entziehen. Es ileiben, in denen eine reiten sich nicht bietet, . treiten lassen, daß die chtung vor der Autorität diese Achtung gewinnen \t vor seinen Erziehern ein enges persönlich^ nb dem Kinde voraus, Familien der untere^ Das hat seinen Grund Ledensuninhali er- t W, sich um die Er- Und so ist diese Frage m ___ ) AB. ten 20, HptU 1901. (uw*« y- toflrugl: mtl ici Wtiütznr bn dm ;ot ßopp in ®in* ' «s GerichtSaccessst t Friedberg der wir ®etannt' linlorf” . gejirtJ. 1 hi! @c»»61’ 2 bit $ °L folge» -M » ia nnd g ntnnuign « Si-b». ftabt, OÜ!” n cur#1' )berHeö'b SW«' 1 litte« • *" 6 tii0‘*a? 19tinet y» iberti FJ! rWl Bats.-Kommandeur im 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib Regt- Nr. 117, mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt, und mit dem 25. d. M. zum Kommandeur des Landw.-Bezirks Wetzlar ernannt, v. W u r m b, Major aggreg. dem Jns.-Regt. von Wittich (3. Hess.) Nr. 83, als Bats. Kommandeur in das 3. Großh. Hess. Jns.-Regt. (Leib Regt.- Nr. 117 versetzt. Frhr. v. Bock, Hauptm. und Äomp.- Chef im Jns.-Regt. Nr. 167 unter Versetzung zum»5. Hann. Jns.-Regt. Nr. 165 zunr überzähligen Major besördert und dem Regiment aggregiert, v. Lch lieben, Hauptmann im Jns.-Regt. Nr. 167 zürn ttomp.-Chef ernannt. Bauer v. Bauern, Leutnant im 1. Großh. Hess. Inf- (Leibgarde-) yiegt. Nr. 115 und kommandiert zur Dienstleistung bei der Gewehrsabrik in Erfurt, zum Oberleutnant befördert. E ck, Oberleutnant im Jns.-Regt. Nr. 167, als Jnsp.-Offizier zur Kriegsschule in Hannover kommandiert. Conzen, Oberst und Kommandeur des 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), zum Kommandeur der 30. Feld- art.-Brigade ernannt. Graf v. Westarp, Major und Abteil.-Kommandeur im 1. Garde-Feldart.-Regt., unter Versetzung zum 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Corps), mit der Führung dieses Regiments beauftragt. • • Gemälde Ausstellung. Die seit acht Tagen neu ausgestellten Gemälde — darunter auch die von RüdiSühli München — bleiben nur noch kurze Zeit ausgestellt, da für nächste Woche wieder eine große Anzahl von Gemälden angemeldet ist. Es sei nochmals auf die gegenwärtige Ausstellung hingewiesen, denn die nahezu 100 Bilder bieten viel Sehenswertes. *♦ Ein außerordentlich frecher Diebstahl ist gestern vormittag im Gerichtsgebäude verübt worden. Dort hatte jemand einen Geldbeutel im Sitzungssaal der zweiten Zivilkammer für kurze Zeit niedergelegt. Als er sich bald darauf danach umsah, war der Geldbeutel, der übrigens nur einen unbedeutenden Geldbetrag enthalten haben soll, verschwunden. Von dem Diebe fehlt, wie wir hören, bisher jede Spur. Mainz, 19. April. Es erregt hier in katholischen Kreisen Aufsehen, daß der Dekan von Mainz, Pfarrer Kör- uer, sein Amt p l ö tz l i ch n i e h e r g e l e g t hat. Ursache des Rücktrittes ist nach einem Gerücht die Ernennung des noch jugendlichen Professors Dr. Bendäx zum Domkapitular. Von anderer Seite wird behauptet, daß zwischen den älteren katholischen -Geistlichen des Dekanats und dem Dekan schon längere Zeit eine Spannung bestehe, die nun zum Ausdruck gekommen sei. Vermischter. * Lourdes, 19. April. Beim Aufstelleu eines großen Steinkreuzes brach ein Gerüst zusammen. Zwei Ar- beiter sind getötet, einer verwundet. • Eine häßliche Geschichte, die sich gegen den aus Ungarn stammenden „Redakteur" Ludwig Barth richtet, wird aller Voraussicht nach Anfang Mai eine Berliner Strafkammer beschäftigen. Wegen versuchten Betrugs werden sich die unverehel. Alice Milpacher und der Zimmcrvermieter Friedrich Eger, wegen versuchter Nötigung Frl. Milpacher und der genannte Ludwig Barth zu verantworten haben. Es handelt sich im ersten Fall um einen Betrugsversuch gegen die Erben des am 1. Oktober v. I verstorbenen 22jährigen Prinzen Bernhard Heinrich von Sachsen Weimar-Eisenach, der s. Z. als Leutenant bei den Garde Ulanen in Potsdam gestanden hat. In dieser Zeit ist er mit der Milpacher bekannt geworden und soll diese auch mehrmals mit kleineren und größere.! Geldsummen unterstützt haben. Als der Prinz dann plötzlich in Eisenach gestorben war, suchte die M. unter Beihilfe des Eger zunächst von den Erben des Verstorbenen Geld zu erhalten, indem sie ihnen vorspiegelte, daß der Verstorbene ihr versprochen habe, durch Gewährung einer größeren Summe für sie zu sorgen. Sie trat weiter mit der Be hauptung auf, daß der Verstorbene mündlich die Bürgschasi für einen von ihr acceptierten Wechsel über einen hohen Be- trag übernommen habe. In Weimar prüfte man die An- gelegenheit, und da wurde ihr ein rundweg ablehnender Be- scheid zu teil, verbunden mit dem deutlichen Hinweis darauf, daß ihr ernste Folgen in Aussicht ständcn, wenn sie sich weiter erdreistete, das Großherzogliche Haus zu behelligen. Inzwischen war der um zwei Jahre ältere Bruder des verstorbenen Prinzen, Erbgroßherzog Wilhelm Ernst, zur Re. gierung gelangt, und nun richtete der Angeklagte Barth im Auftrag derMilpacher an den jungen Großherzog ein Schreiben, in welchem er diesem die angeblichen Ansprüche der M. an die Erben des Verstorbenen vortrug und in nicht mißzuverstehender Weise auf die Möglichkeit der Vermeidung eines öffentlichen Skandals hinwies. Diese Drohung verfehlte aber vollständig die beabsichtigte Wirkung; man benachrichtigte die Polizei, und Kriminalkommissar v. TreSckow setzte das dreiblättrige Kleeblatt eines Tages hinter Schloß und Riegel. Das Gericht wird demnächst zu Prüfen haben, ob der Einwand der beiden männlichen Angeklagten, daß sie in gutem Glauben gehandelt haben, Wahrscheinlichkeit für sich hat. Grrichtssaal. o. Gießen, 19. April. Strafkammer fitzuug In Sachen des StationSassistenten W. Rode in Gießen gegen die Ehefrau des Briefträgers G. F. Schmalz daselbst wird die, gegen ein Urteil des Großh. Schöffengerichts Gießen, das gegen die Angeklagte wegen Beleidigung des Privatklägers auf eine Geldstrafe von 15 Mk. erkannt hatte, von beiden Teilen eingelegte Berufung vor Eintritt in die Hauptverhandlung von den Vertretern der Streittetle zurückgenommen. — Gleichfalls zurückgezogen wurde daS eingelegte Rechtsmittel von dem Angeklagten in der Privatklagesache des Adolf Lahm in Bingenheim gegen den David Leopold zu Nidda, wegen Beleidigung. — Wegen Ausbleibens des Angeklagten wird die von dem Steinhauer Wilhelm Waldschmidt in Kesselbach erhobene Berufung gegen ein Erkenntnis des Großh. Schöffengerichts Grünberg, durch das er wegen Bedrohung in eine Gefängsnisstrase von sechs Wochen verurteilt worden war, kostenfällig verworfen. — Die Dienstmagd Anna Jung von Klein-Linden ist beschuldigt und geständig, im Laufe des Jahres 1901 in der Absicht rechtswidriger Zueignung Privaturkunden, die zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit sind, fälschlich angefertigt und zum Zwecke der Täuschung von ihnen Gebrauch gemacht, nämlich durch Vorzeigung von ihr gefertigter, euf den Namen der hiesigen Gesindevermieterin Karl Schmidt Witwe laulender Zettel sich von dem Bäcker Pfeiffer in Gießen, Backwaren in verschiedenen Fällen, allerdings von nicht bedeutendem Werte verschafft zu haben. DaS Urteil lautet auf fünf Wochen vier Tage Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet werden. Die Angeklagte erkennt die sofortige Rechtskraft deS Urteils alsbald an. — Wilhelm Neumann in Gelnhaar, geboren im Jahre 1882, ist angeklagt, am 3. Februar d. I. zu Gelnhaar den Hermann Vogel daselbst mittels eines geschlossenen Meffers körperlich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten in eine Gefängnisstrafe von zehn Monaten zu verurteilen. Das Gericht erkennt auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten unter Anrechnung von 3 Wochen erlittener Untersuchungshaft; und legt dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auf. Der Angeklagte giebt sich gleichfalls mit der erkannten Strafe zufrieden. — Geständig, Geldbeträge, deren Auszahlung ihm oblag, in Höhe von ca. 300 Mk., unterschlagen zu haben, ist der Großh. Forstwart Konrad Hofmann in Stornfels; dagegen bestreitet er ihm gleichfalls zur Last gelegte Urkundenfälschungen. Das Gericht kann sich auch in der That von der Schuld des Angeklagten m letzterer Beziehung nicht überzeugen und spricht ihn von der Anklage deS Delikts der Urkundenfälschung frei, verurteilt ihn aber wegen Unter« schlagung in eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Strafmildernd wurde die bisherige dienstliche Unbescholtenheit des Angeklagten und die Notlage, in der er sich befand, in Betracht gezogen. Mainz, 19 AprU. Wegen Beletdtgung deS deutschen ost- asiatischen Expeditionskorps bat Die Militärbehörde Untersuchung gegen den Redakteur der „Mn»r. VolkSztg.", den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten HaaS, eingeleitet. HaaS wurde gestern vom Untersuchungsrichter vernommen. Die Beleidigung soll darin liegen, dah ein Vergleich gezogen ist zwischen der That eines in Nürnberg aus Urlaub besindUchen Soldaten de» 21. bayer. InfantirteregimtntS, der eine Ladenkaffe geplündert und die Ladnerin mit Erstechen bedroht hat, und dm Theten der Rachekrteger in China. Die Notiz war einem anderen Blatte entnommen, welchem, konnte fich der Redakteur nicht mehr entsinnen. Paris, 19. AprU. Dor dem Schwurgericht begann unter großem Andrang des Publikums der Prozeß gegen die russische Studentin Wera (Selo, die durch einen Revolverschuß, den sie auf Profeffor Deschanel abgab, ihre Freundin Zelenin so schwer verletzte, daß sie nach einiger Zeit starb. Die Angeklagte weigert sich, irgendwelche Angaben über die Art der Beschimpfung zu machen, deren Opfer sie war und deren Urheber, wie sie sich überzeugte, nicht Profeffor Deschanel fei. Sie erklärt nur, daß jenem Manne etn Finger fehlte, der ihr in Genf die Beschimpfung zugesügt hatte, sowie daß sie den Urheber derselben auf dem Adlerplatz in Paris wiedersah, ihn dann aber aus den Augen verlor. Hierauf beginnen die Zeugenvernehmungen. Der erste Zeuge ist Prof. Dechanei. Er tritt schwankenden Schrittes, unterstützt von seinem Sekretär, an die Schranke und schildert den der Anklage zu Grunde liegenden Vorgang. Er fügt hinzu, daß er seit 27 Jahren nicht in Genf war. Die Angeklagte wendet sich an Dechanei, den sie um Verzechung bittet, und gibt ihr Ehrenwort, daß sie sich getäuscht habe, bann bricht sie in Schluchzen aus. Hierauf werden weitere Zeugen vernommen — Schließlich empsiehlt der Staatsanwalt selbst die Angeklagte der Nachsicht der Geschwoienen, nachdem der Arzt ihr nur eine beschränkte Verantwortlichkeit zuerkannt hatte. Vera Gelo wurde darauf freigesprochen. Handel und Verkehr. Volkswirtsihast. ÄO^letle E» notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung I und II Mk. 210 bi» Mk. 220, Nußschmiedekohlen Mk. 190 bi« Mk. 200, Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 320 bis 330, englische Anlhracit-Nußkohlm Mk. 350 bi« Mk. 360, Ruhr-Flammnuß Körnung I und II Mk. 210 bis M. 220, Ruhr-Flammnußkohlen III Mk. 195 bi» Mk. 205, Fettschrot Mk. 170 bis Mk. 175, Ruhr-Bruchcok» Mk. 810 bi» Mk. 320, Ausstebgrte» Mk. 150 bi» Mk. 160. Alle» per 10 Tonnen ab Mannheim. Dmch den abnorm hohen Wasserstend der letzten Woche sind die Zufuhren knaöp und übersteigt schon jetzt die Nachfrage da» Angebot in disponibler Ware. Kraftfuttermittel. Bei ruhiger Stimmung hat sich die Marktlage in der abge- laufenev Wacht wenig verändert. Marseiller Erdnußkuchen sind feftit und 2-3 Mk. höher zu notieren; auch Amerika sandte sür Baumwoll- saatmehl höhere Kurse. Palm- und Leinkuchen, sowie KokoSkuchm wenig bl achtet und unverändert. Biehmarkt. „ Während der Berichtswoche entwickelte sich an fast allm Plätzen ein sehr lebhafte» Geschäft und war e» hauptsächlich prima Großvieh, das im Vordergründe de» Handel» stand. Mittlere Qualitäten waren ebenfalls lebhaft gehandelt, der Umsatz hierin kann al» gut mittelmäßig bezeichnet werden. In Kälbern war der Handel etwas weniger lebhaft, eS blieb an einigen Plätzen sogar ziemlich Ueberstand. Fette Schweine sowie Läufer und Mtlchschwetne erfreuten stch lebhaften Handels, an einigen Plätzen wurde ziemlich ausverkauft. Labak. Auch während der vergangenen Woche konnte stch daS Pfälzer Tabakgeschäst nicht beleben. Die Tabake heben jetzt die zweite Fer- mentation mitzumachen und werden zusammengeschlagen, sodaß sich die Qualität momentan nicht gut beurteilen läßt. Der ruhige Ge- schäfisgang in der Fabrikation bält noch immer an, waS auch beetn- slussend auf den Markt wirkt. Pfälzer Rippen geschästSlo», lose feine Mk. 8 bis 9, gebündelte Mk. 10 bis 11. Die Hchmstchttimsku vom 10. und 12. d. Mt». in der Oberförsterei Schiffenberg find genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 27. d. M. an bei den zuständigen Hebe- stellen in Empfang genommen werden. Die Ueberweisung de» Holze» findet Montag den 29. d. Ml»., morgen» acht Uhr. statt. Gießen, 19. April 1901. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 8005 Hohversteigerung m dem Lützelliudeuer Markwald (Hessen) Freitag den 26. April 1901, Distrikt Neuwald uud Strauch. 30 Fichten- und Kiefern- stümme von 13 bi» 33 cm Durchmesser, 5 bi» 12m Länge mit 7,41 lm, 475 Fichten-Derbstangen von 8 bi» 12 cm Durchmesser, 8 bi» 12 m Länge mit 31,96 fm, 1050 Fichten-Reisstangen von 5 bis 7 cm Durchmesser, 6 bi» 9 m Länge mit 20,93 fm, 466 rm Nadel-Knüppel, davon 147 rm in Schichten von 2,5, 3 und 3,5 m Länge, 124,5 rm Stöcke, 7610 Wellen. Zusammenkunft vormittag» 9 Uhr an Abteilung Neuwald, 4xf der Frankfurterstraße. Groß Rechtenbach, 18. April 1901. 3012 Der Bürgermeister. Mobiliar- Versteigerung. Moutag deu 22. April d. Js., nachmittag» 2 Uhr anfangend, wird in dem Hause Ederstratze 3, I, der nach- stehend verzeichnete Mobiliar- Nachlaß der verstorbenen Frau Marie Loeber Witwe gegen Barzahlung versteigert: 2 Sofas, 1 Sessel, mehrere vollständige Betten, ein- und zweithür. Kleiderschräuke, ein Schreibpult mit Glasaussatz, 1 Sekretär, Kommoden und Waschtische, Tische und Stühle, Bilder und Spiegel, Weißzeug, Hau»- u. Küchengeräte usw. 2985 I. A.: Schneider. Hohversteigerung Dienstag deu 23. dS MtS. wird im hirsigen Gemeindewald folgende» Holz versteigert: 7 Eich nstämme von 18 bi» 89 cm Durchm., 9 bi» 13 m Länge — 5,14 fm, 1 Kiefernstamm (Schnittholz) von 38 cm Durchm und 10 m Länge — 1,13 fm, 12 Fichtenstämme von 14 bis 22 cm Durchm. und 8 bi» 12 m Länge — 2,29 fm, 16 Elchen - Treibstangen (Wagnerholz), 335 Fichten-Derdstangsn von 8 bi» 12 cm Durchm. und 8 bis 11 m Länge = 12,27 fm, 1573 Fichten-Reisstangen (darunter 500 Bohnenstang.) von 3 bis 7 cm Durchm. und 4 bl« 9 m Länge, 10 rm Eichen-Knüppel, 12 „ Eichen-Stöcke, 1130 Elchen-Wellen, 7040 Fichten-Wellen (hiervon find 5700 W.llen 4 bis 6 m lang u. za Bohnenstangen, sowie zur Einstig digung von Gärten geeignet). Die Zusammenkunft findet um 91/2 Uhr vormittag- beim Bergwerk statt. Großen-Linden, 16. April 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 2947 Jagdverpachtung. Dienstag deu30.April 1901, nachmittags 3 Uhr, soll hier im Rathouje öffentlich die Verpachtung der Gemeindejagd zu Fronhausen a. d. Lahn, Kreis Marburg, auf 9 Jahre bszw. 12 Jahre stattstnoen. Die Bedingungen werden im Verpachtungstermin bekannt gegeben. Da» fragliche Jagd gebiet umfaßt eine Feldmark von ungefähr 900 Hrltar, da- von find ca. 144 Hektar Wald. Fronhausen an der Lahn, am 15. April 1901. Der Bürgermeister. H. Gerhardt 2979 Wasche mit Wasch- Extract. Ein Mittel zum Sparen! Preise der Fläschchen: Grösse: No. 0 No. 1 No12 Original: 30^657$ ' 110 H Nachgefüllt: 25 „ \ 45 „ | 70 „ Probefläschchen 25 Pfg. MWeinmi von 2337 Philipp Henks! Sonueustrasze 14 empfiehlt rhr Lager in Stühlen, Küchkll. nnb Treppen, stöhlen, hohen nnb niedrigen Kiudkrstijhlkll, Llavierstnhlkll, TrinmphKlappfeMll zu billigen Preisen. Reparaturen gut und billig. Regenschirme für Damen, Herren und Kinder in großer Auswahl. 2121 Reparatirrer» und Ueberziehen wird rasch und billigst besorgt. A. 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