Zweites Blatt Nr.S73 Mittwoch AO. November 1901 151. Jahrgang. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem .Hess. Landwirt* und den .Blättern sür hessische Volkskunde* vrermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprkchanschlußNr.51. 23S7 ® Zjf —T Q Annahme von Anzeige« GichtnerAnzeiger General-Anzeiger " g@5S Amts- und Anzeigeblatt für den weis Sichen s® _____ V 1 VJ zeigenteil: Hans Beck. Eine neue Rede Kaiser Wilhelms. Berlin, 18. November- In der Geschichte des Deutschen Reiches und auch tvohl des preußischen Staates ist es bisher kaum vorgekommen, daß in einer Privatgesellschaft, in der ein Vortrag gehalten und dieser Vortrag zur Diskussion gestellt wird, der Monarch wie jeder andere Diskussionsredner um das Wort bittet, die Rednertribüne betritt und seiner Meinung Ausdruck giebt. Das geschah heute in der dritten ordentlichen Hauptversammlung der schiffbautechnischen Gesellschaft, die in der Aula der Technischen Hochschule abgehalten wurde. Der Kaiser war pünktlich zur Stelle, in seiner Begleitung befand sich Staatssekretär v. Tirpitz. Das Thema des Vortragenden, Geh. Marine-Baurats G. Brinkmann, lautete: „Entwickelung der Geschützaufstellung an Bord der Linienschiffe und die dadurch bedingte Einwirkung auf deren Form und Bauart". In der Diskussion, die der Rede folgte, sprach zunächst der Marine-Oberbaurat Tjard Schwarz, der einige Ergänzungen beibrachte, und dann der Marinebaurat Rudloff, der Einzelheiten in den Ausführungen bemängelte. Man glaubte hiermit die Diskussion geschlossen,- und als der Vorsitzende fragte, ob noch jemand das Wort wünsche, erhob der Kaiser die Hand und betrat zu allgemeinem Erstaunen die Rednertribüne. Die Versammlung wollte die kaiserlichen Worte zunächst stehend anhören, der Kaiser lud jedoch durch eine verbindliche Handbewegung zum Sitzen ein. — Der Kaiser sagte ungefähr folgendes: „Ich glaube, daß in dieser Versammlung die Frage hauptsächlich vom technischen Standpunkte aus betrachtet worden ist. Vielleicht ist ein kleiner Hinweis auch für die andere Seite nicht ohne Interesse; Ich meine nämlich den Einfluß der militärischen Forderungen auf diese Entwickelung des Schiffbaues und die Aufstellung der Artillerie. Es ist seilens des Vortragenden zurückgegangen worden auf die Linienschiffe unter dem Hinweis, daß Heck- und Bugfeuer sehr unbedeutend ausgebildet gewesen sei. Die Linienschiffe entsprechen nun ganz bestimmten militärischen und technischen Anforderungen. Ich glaube, man hatte aber vielleicht etwas weiter zurückgehen können. Wenn man nämlich bis auf die Zeit der Galeeren zurückgegriffen hätte, so würde der Vortragende gefunden haben, daß dort bereits eine sehr energische Ausbildung des Bug stattgefunden hat. Wenn man die Galeeren mit den späteren Linienschiffen schlechthin vergleicht, so kann Ich wohl sagen, daß Dieselben gegenüber den Linienschiffen einen höheren Standpunkt einnehmen, denn die Galeere war auch bei stillem Wetter auf die eigene Bewegung angewiesen. Infolgedessen hatte die Galeerenflotte auch eine andere Taktik als Die Linienschiffsflotte; sie mußte ihre Artillerie mehr zur Verwendung bringen. Daher wurden die Galeeren in weiter Front entwickelt, wie das die größte Seeschlacht der damaligen Zeit, die Schlacht von Lepanto, zeigt. Dort schmetterte der Admiral Don Juan d'Auslria den Gegner durch die lleberlegenheit seiner Geschütze des Bugfeuers nieder. Diese Anforderungen entspringen der Taktik, wie Ich schön anführte, und die Taktik entspringt wiederum unserer Art und Weise der Anwendung der Fortbewegung des Schiffes vor der Zeit der Dampfer, unter Ausnutzung des Windes, und dies wieder entspringt der militärischen Veranlagung der betr. Völker, bezw- ihrer mehr oder minder fortgeschrittenen Entwickelung in den militärischen Fragen, sowie ihrer Veranlagung in Bezug auf Offensive und Defensive. Wir sehen in der Art und Weise, wie England seine Linienschiffe verwendet, wie man dort am liebsten durch den Ausoau der Kiellinie die Breitformation zu Kirchenkonzert. B. Gießen, 18. Nov. Wie sehr die Kirchenkonzerte sich in unserer Stadt eingebürgert haben, zeigt der immer stärkere Andrang an den Thüren und die wachsende Schwierigkeit, einen Platz zu erringen. Sie stehen draußen, in der Vorhalle, auf den Treppen, und bleiben stehen, auch wenn's drin schon längst voll ist. Der Anblick solcher, bis auf den letzten Platz angesüllten Kirche wirkt schon vor Beginn der Musik erhäend auf die Stimmung der Anwesenden. Man kann nur wünschen, daß unsere geistlichen Mufikaufführungen stets diesen Charakter von Gemeinde-iVersamm- lungen, in welchen alle, ohne Unterschied der Person und des Standes sich, einmütig zusammenfinden, beibehalten mögen. Das ist es gerade, was dieselben von allen anderen musikalischen Veranstaltungen unterscheiden soll. Daß übrigens vor solcher Zuhörerschaft das Dargebotene keineswegs geringeren künstlerischen Wert haben muß, hat in erfieulicher Weise auch das gestrige Konzert wieder gezeigt. Schon die Zusammenstellung des Programms bot eine reiche Abwechselung vom tief Ernsten bis zum freudig Bewegten. Aber auch die Ausführung machte im allgemeinen guten Eindruck. Die Ehorpartien ließen einen Fortschritt erkennen, der auf die sachverständige und strenge Schulung von Seiten des Dirigenten zuruckzuführen ist. Namentlich haben wir mit Freuden wahrgenommen, daß einige Ansätze, die auf tonlose und piano zu singende Silben zu fallen kamen, trotzdem nicht, wie üblich, — in der Tiefe des Kehlkopfes versanken, sondern bei allen vier Stimmen deullich zum Gehör fönten. Freilich könnten die Stimmen immer noch eine stärkere Besetzung vertragen und vornehmlich bedürfte das rein gesangliche Element der Verschönerung und Veredelung. Nebenbei sei die Bemerkung gestattet, daß die Stimmausgabe nicht so beeinträchtigt würde, wenn Sänger und Sängerinnen etwas weniger in ihre Nolen- hefte und etwas mehr in den Kirchenraum hiueinsängen. .Es liegt nicht in unserer Absicht, aus die einzelnen; durchbrechen versucht und die Avant- und Arrieregarde zersprengt. Jjür diese Taktik waren die englischen Linienschiffe gebaut. Man sieht hieraus, daß die außerordentliche Notwendigkeit des Bug- und Heckfeuers nicht genug betont worden ist. Die englische und französische Fregatte stellte bei der Verfolgung des überlegenen Gegners, wenn ihr dieser nicht vom Halle ging, 5—6 schwere Geschütze aus; also immerhin ein Beweis, wie man sich schon damals mit der selbständigen Aufstellung von Geschützen beschäftigte. Was den Punkt über die Entwickelung des Schiffbaues in England und Frankreich anlaugt, der hauptsächlich maßgebend gewesen sei, so trete Ich den Ausführungen der späteren Redner tolltemmen bei. Ich möchte nur noch darauf Hinweisen, weshalb sich der deutsche Schiffsbau eine selbstständige Bahn vindizierert darf. Diese besteht darin, daß man von vornherein dahin stxebte, daß der Einfluß der Seeoffiziere, der Schiffsführer, immer möglichst maßgebend aus den Schifsskonstruktcur und Schisfbauer zur Anwendung gebracht wurde. Aus diesem Grunde ergab sich die Konsequenz, daß unsere Schisfstypen sich lediglich; unter dem Einfluß der militärischen Anforderungen entwickelt haben, im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo der Techniker einfach ein Schiff konstruierte und die Marine damit fuhr. Diese Grundsätze sind veraltet. Allerdings muß der Schiffsbauer den vorher angedeuteten Kompromiß mit dem Artillerie- feuer und den Maschinenkräften und den Anforderungen oer Front zu vereinigen suchen. Ich glaube deshalb, daß die Schisfstypen, wie wir sie augenblicklich besitzen, sich weiter ausgiebig entwickeln werden und an Kampffähigkeit das leisten werden, was man vom militärischen Stand- vunkte aus verlangen kann; ferner glaube Ich, daß aus dem Zusammenwirken unserer Schifssbauingenieure mit unseren altbewährten Schiffsbauwerften etwas Gutes hervorgehen werde. Nachdem Ich Mick)« vor dieser illustren Gesellschaft in Bezug auf das Gebiet der militärischen Anforderungen aussprechen durfte, möchte Ich noch eine kleine Anekdote zum besten geben, die Mir vor 15 bis 20 Jahren zugestoßet: ist, wo Ich bei Meinem Interesse und in Meinem Eifer für Marinefragen Mich an einen älteren Offizier Dandte, von dem Ich Mir Aufklärung über das Meta-Zentrum erbat, und die Erklärung erhielt, daß er das selbst auch nicht genau wisse, das sei ein Geheimnis. Nur soviel könne er sagen, daß, wenn das.Meta-Zentrum im Flaggenkrropf läge, das Schiff umfallen würde." Das Organ des Kaisers i,st bekanntlich voll und kräftig; er spricht, ohne sich jemals zu unterbrechen, oder nach dem Ausdruck zu suchest, eindringlich und mit Schwung; erst am Schluß seiner Rede, als er Die kleine launige Anekdote erzählte, wurde er freundlicher, und man muß sagen, daß der Schluß der Rede für die technischen, historischen und militärischen Ausführungen des Monarchen äußerst geschickt uno sympathisch gewählt war. — Mit leichter Verbeugung verließ der Kaiser das Rednerpult; man wußte zuerst nicht, ob man applaudieren sollte oder nicht, dann aber brach elementar Der Beifall durch. Der Vorsitzende, Geh. Rat Busley, sprach dem Kaiser den Dank der Versammlung aus, der Monarch blickte auf die Uhr, er schien dem Admiral v. Tirpitz einige bedauernde Worte zu sagen, daß seine Zeit bereits abgelaufen war, und mit kurzer Verbeugung verließ der Kaiser den Saal. — Draußen in den Hallen der Hochschule härte man die stürmischen Hurras der Studenten, die alle Emporen dicht besetzt hatten. Sie brachten dem Kaiser dieselbe Huldigung dar, mit der sie ihn bereits bei seinem Eintreffen begrüßt hatten. N * w Der Vortrag des Kaisers läßt erkennen, daß das Interesse des Herrschers für die Marine getragen wird von Nummern des Programms einzugehen, um so weniger alD einige derselben uns unbekannt waren und wir nach nur einmaligem Anhören uns kein Urteil erlauben möchten. Die Refvrmations-Eantate bildete den Höhepunkt des Konzertes, toeim auch die Ausführung hier nicht den Grad von Vollendung erreichte, wie bei einzelnen der vorangehenden Nummern. Es ist das übrigens nicht verwunderlich: erfordert doch die Cantate ein tadelloses Zusammenwirken von so vielen Elementen, Chor, Orgel, Soli und Orchester, deren häufige Vereinigung nicht leicht zu bewirken ist. Wenn einmal das Orchester mehr Proben abhalten kann, wird es auch zweifellos seine Sache besser machen. Aber trotz einiger Unvollkommenheiten hat doch die großartige Tonschöpfung Bachs mit ihrer glänzenden Orchestration (besonders in der Strophe „Und wenn die Welt voll Teufel wär"), mit ihrem melodisch ergreifenden Duett: Wie selig sind sie doch. . . und so vielen anderen Schönheiten ihre Wirkung aus die Anwesenden nicht verfehlt. Es ist immer wieder überraschend, zu konstatieren, mit welchen relativ einfachen Mitteln der Altmeister der Kirchenmusik zu wirken versteht. Die Solisten, Fräulein Dorothea Schmidt aus Frankfurt a. M., Fräulein Lina Klein aus Darmstadt, Herr Oskar Noe aus Frankfurt und Herr Rudolf Hellmrich, welcher den leider erkrankten Bassisten Hern: A. Leimer bereit- willigst in letzter Stunde ersetzte, haben sich alle vier mit Erfolg bemüht, ihre Eigenart, wie es diese musikalische Gattung verlangt, dem Gesamtcharakter der Cantate zu unterordnen und gleichsam in dem Ganzen aufzugehen. Vielleicht haben die Solistinnen dieses Prinzip des Aufgehens sogar etwas zu weit getrieben. Wie groß aber ihre künstlerische Begabung und wie charakteristisch ihre Eigenart ist, hatten fast alle diese geschätzten Künstler schon zuvor in speziellen Nummern zu Gehör gebracht. Eineri Hauptschmuck des ganzen Konzerts bildeten die vier von Herrn Johannes Hegar in gleichvollendeter Weise vorgetragenen Solostücke für Violoncell. Wir sind diesem Künstler besonders dankbar, daß er uns mit dem seinen Namen wohlverdienenden „Canttrbile" des russischen Kom- durchdringender Kenntnis der Einzelheiten des See- und besonders des Kriegsschiffwesens. Bemerkenswert ist zunächst, daß der Kaiser konstatierte, wir seien eine mit Offensivkraft begabte Nation, weshalb bei uns stets der Ar- tlllerie die erste Stelle im Schiffsbau eingeräumt werden müsse. Hier scheinen die Grunozüge eines Programms an- gedeutet, dahingehend, daß Deutschland, um im Vollbesitz dieser Offensivkraft zu bleiben, eine dauernd erstklassige Schlachtflotte nicht entbehren könne. Bei den Beratungen über oas letzte Flottengesetz ist seitens des Vertreters bet Marineverwaltung stets hervorgehoben worden, die Linien- schifssgeschwader seien zum Schutz, zur Verteidigung der Deutschen Küsten bestimmt; von einer Verwendung in offensivem Sinne sprach Herr v. Tirpitz nicht- Interessant ist ferner die Bemerkung des Kaisers, de,»; Die jetzt vom Stapel gelassenen Linienschiffe den für unsere Zwecke geeignetsten Typ repräsentierten. Die Wahl eines noch größeren Deplacements darf also für ausgeschlossen gelten. Der Kaiser urteilt in dieser Hinsicht übereinstimmend mit denjenigen Fachleuten, die von den steigenden Dimensionen des modernen Schlaclftschiffs eine Beeinträchtigung seiner Aktions- und Gefechtsfähigkeit befürchten. Deutsches Keich. Berlin, 18. Nov. Der Kaiser sagte sich beim Reichskanzler für heute zum Diner an. Im Gefolge des Kaisers befanden sich Generalmajor von Löwenfeld mid Flügeladjutant Prinz Schönburg. Zu den Gästen zähllen: Donna Laura Minghetti, Chef des Eivilkabinetts Dr. v. Lukanus, Generaladjutant v. Kessel, der Rektor der Universität Kekule von Stradonitz, die Professoren Harnack und Schmoller, Korvettenkapitän Gramme, der Generaldirektor der Staatsarchive Dr. Koser, der Chef der Reichskanzlei Conrad, der wirkliche Legationsrat Rücker-Jenisch und Prinz Emanuel zu Salm-Salm. — Der Kaiser wird nächstes Jahr anläßlich der 200- jährigen Jubelfeier der Zugehörigkeit zur Krone Preußens Krefeld besuchen. — Der Kaiser hat besttmmt, daß der ehemaligen Besatzung des bei Malaga gestrandeten Schulschiffes „Gneisen au" die Zeit vom 21. September bis Ende Dezember 1899 als Auslandreisen bei der Pensionierung doppelt in Anrechnung zu bringen ist. — Wie die „Rat. Ztg." bestätigt, hat der Reichskanzler die Absicht, eine sich im Reichstage etwa ergebende Gelegenheit zu benutzen, um sich über die viel besprochene Aeußerungen des englischen Ministers Chamberlain und die in der deutschen Presse laut gewordene Ansicht, daß die deutsche Regierung hier einen „kalten Wasserstrahl" gegen die Chamberlain'schen 23emerf ungen hätte richten müßen, auszusprechen. — Ter Gesandte der Südaftikanischen Republik, Dr. Ley ds hat gestern Abend Berlin verlassen, und sich zunächst nach Utrecht begeben, wo er sich zwei Tage aufhalten roirb, um am Mittwoch nach Brussel zurückzukehren. — Heute fanden in verschiedenen Stadtteilen acht Versammlungen von Arbeitslosen statt mit der Tagesordnung: „Die gegenwärttge Krise, die Arbeitslosigkeit und wie ist Abhilfe möglich?" Es sprachen die sozialistischen Abgg. Auer, Fischer, Pfannkuch, Schippel, Stadthagen, Wurm, Zubeil und Stadtv. Glocke. Die Gesamtzahl der Besucher wird auf rund 10,000 Personen geschätzt, unter denen sich 1 . ■■ — J?_______ , , ponisten Cesar Cui bekannt gemocht Hot. Der seelisch ergreifende Vortrog, wobei auch die diskrete, fein sich anschmiegende Orgelbegleitung hervorgehoben zu werden verdient, war ein Hochgenuß. Daß solche Darbietungen nicht ohne große Unkosten möglich sind, wollen wir hier gern noch zum Ausdruck bringen, wenn es dazu beitragen kann, daß bei künftigen Aufführungen die freiwilligen Gaben reichlicher fließen. Denn wenn wir es auch oben als einen Vorzug unserer Kirchenkonzerte priesen, daß in denselben keinerlei Standes- unterschiede zum Vorschein kommen, so sollte damit natürlich nicht gesagt sein, daß die Vermögenderen sich beim Ausgange nicht durch größere Spenden auszeichnen dürften. Folkskonzert. Pr. Gießen, 19. November. Das gestrige in den Räumen der hiesigen Turnhalle abgehaltene, vielleicht von 900 Personen besuchte zweite Volkskonzert war für das Musikleben unserer Stadt in mehrfacher Beziehung von großer Bedeutung. Einmal wurde den Mitgliedern und Freunden des evangelischen Arbeitervereins für ein geringes Eintrittsgeld zum ersten Mal der Genuß eines Symphonie-Konzerts im vornehmsten Stil geboten, andererseits bildete dieses Konzert gewissermaßen den Prüfstein für die Akustik der Turnhalle, Die,, wie man sagt, Der Konzertverein eventuell für die Zukunft zur Abhaltung seiner Orchesterkonzerte zu benutzen geneigt ist. Daß angesichts dieser in Aussicht stehenden hochwichtigen Veränderung der Konzertsaal bis auf den letzten Platz gefüllt war — es waren wohl gegen 800 Sitzplätze geschaffen — ist nicht äu verwundern. Das Programm enthielt zum größten Teil dieselben Werke, Die am 10. November im Clubsaal aufgeführt wurden, und nur in Bezug auf solistische Darbietungen waren einige Aenderungen nötig geworden. An die Stelle von Frau Basserrnann waren Fräulein Amalie Holzapfel von hier und der Cellist Herr Johannes Hegar aus Frankfurt getreten, von denen die erspare Solo- hatte 2 Verwundete. Lfllka, nich aber über bie Mrt der deutschen Krieg öuoujluu, 1UUJ tjiirx«. in welcher Weise das ganze Burenvolk hat er 15. Die Vorschule des Großh. Kostenrechnungen über die Verlegung Schon bei der Besprechung der beiden ersten von dem Kaufmännischen Verein und dem Orts-Ge- werbeverein veranstalteten Vortragsabende^konnterMvm das große Interesse hervorheben an dieser Veranstaltung nimmt. - VolitiM Cagesschau. Englische Barbarei. Bezitationsaöend. Tl Gießen, 19. Nov. runq überreicht werden. — Der Vizepräsident des Reichstags, Dr. v. Frege, suchte krankheitshalber einen sechsmonatigen Urlaub nach und legte deshalb das Amt des Vizepräsidenten nieder. — Die preußischen Eisenbahn-Einnahmen weifen| m den letzten Monaten einen so erheblichen Rückgang auf, wie niemals seit dem Uebergang zum Staatsbahn- snstem in Preußen. — Nach der „N--t. Karr." sind Versuche im Gange, wie bei der Beratung des Zolltarifs von 1878/79 eine interfraktionelle wirtschaftliche Vereinigung zu schaffnu^e g b 18 Die Stadtverordneten bewilligten 42,000 Mk. für Notstandsarbeiten. SÄÄÄ« in” her energisMn Weise zu sorde^n.^jn ^t Sz-ll verteidigte heute sehr warm > den Dreibund. Er erklärte, die deutsche offtntliche Meinung s^ ebenso wie die unserige für den Dreibund Dre angeblich traditionelle Feindschaft Irschen. ^esterreich-Un- I garn und Preußen sei seit der 1870er Anachronismus, ben die Leiter der Geschicke Deutschlands, ' besonders aber Kaiser Wilhelm nicht erneuern wollentat unter solchen Umständen durch die Passivität unserer Re- das unserem Volle innewohnende Rechtsgesuhl Ein- Ausland. Londons 18. Nov- Die in San Francisko erschÄnende Leitung „Call" veröffentlicht eine lange Geschichte, datiert aus Skaawav vom 6. November- Danach sollen sich oOOO Goldgräber unter Führung von Amerikanern verschworen haben, sich gegen Großbritannien zu erheben, d^ Goldfelder von Klondike zu nehmen und eine Aukon-Republik mit Dawson City als Haupt- stadt Lu errichten. Sie glaubten- die Unzugänglichkeit der.^^^oers uuci ^uVv».. "mA,,»,, nffprhima Laend im Winter wüide die Ausführung des Planes pangermanische 23eroegung X Die amerikanischen und kanadischen^.Behörden haben L. dulden, doch werde eine solche Bewegung darüber konferiert und das amerikanifche Schiff „Marschall! Shoup" ist nach Seattle gedampft, um Truppen zu bringen I und etwaige amerikanische Raubzuge zn verhindern. Dass W » die Sitzung suspendiert ist. Um halb acht Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet. Defchanel erfucht, im Interesse der Republik die Debatte Ruhe zu beenden. Heiterkeit links.) Ribot tritt in eine Kritik der Anleihevorlage der Kommission ein. Selbst das protestantifche Deutschland bemühe sich, heute wie zur Zeit Bismarcks, die Katholiken und ihre Bischöfe im Orient zu verteidigen. Dadurch, daß die Kommission nur dieKongrega^ der Anleihe ausnahm, aber die übrigen Privatanfpruche anerkannte, beweise sie eine Endliche Tendenz, die angesichts der Verdienste der Orden m Ostafien ungerecht sei. tBeifall rechts und in der Mitte.) — Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung. des bewahrende Liebe? Zwei gottverlorene Men. ck' einzigen, die der Pfarrer in ferner Gemeinde hat. xas alte Weiberl, das Tag und Nacht an ft.. "elektrischen Schienen", Sie bittet Gott, ihr im Traum die Gewinnnummer zu^pen ./ nennen. Sie träumt denn auch von gewinnen diese beiden dtummern, —- .... , L°!- nicht äu entfernte .Nummer gewinnt ebenfalls Ediaungen bei allen Mächten gellend gemacht. Äff den hestigsten Widerspruch =r9„ v. fischen Schmßli^eiten die Behauptung, ynbbard habt ,eme eMneni geyaiWen me Zenu g > bic ari ber deut,chen Kneg- ?eaurn ruft- tzubb^d "h-ll" di/ Ansicht der KommtssÄns- fghrung genau unterrichtet ist, die britischen Maßnahmen 'M Mehrheit wiedergegeben. Ribot macht eine ®egenbemerI. L^en(l.ieg als gerechtfertigt und richtig ansehen könnte, -v tz 7n° die im LäE verloren geht. Berteaux: Sie verdienen solchen Umständen durch d.e Passtmtat unserer Re- ein^vaar Ohrseigen. Unter dem Geheul der Rechten fordert . baS unserem Volke innewohnende Rechtsgesuhl Em- Präsident Teschanel Berteaux aus seine Worte Suruckzu- 3 S tönnte, unterliegt keinem Zwegel, wenn man sich SS. ' s»EÄ« S»><--II- 31« ftüde für Pianoforte von Schubert, Chopin und Henselt i spielte, während Herr Hegar sich das Konzert m x-bur von Svendfcn, 2p. 7, zum Vortrag gewählt hatte. Beide ernteten für ihre ausgezeichneten Darbietungen vielen Beifall; Fräulein Holzapfel, die ^it emem fchonen modulationsfähigen Anschlag eine gute Technik und seme Auffassung verbindet, erfreute das Publikum noch mit emer Zugabe rmseres Wissens von Schumann. Von den Orchesteril ummern erwähnen wir heute nur kurz, daß sre unter der feinsinnigen Direktion des Herrn Musikdirektors Trautmann dieselbe vorzügliche Wiedergabe fanden wie am 10 November, und daß man bei den wirklich guten akusti- ick'en Verhältnissen der Turnhalle die auswärtige Verstärkung des Orchesters kaum vermißte. Um nur einige SSfeiten hervorzuheben, so möchten wir bemerken, dafz das^Streichorchester kaum jemals fo schon geklungen hat als gestern in den beiden elften Sätzen der Symphonie s namentlich «aren im Larghetto die Geigen stellenweise von wunderbarer Wirkung. Gleiches iftvon der Klangwirkung der verschiedenen Blasinstrumente zu saaen die überall in Bezug auf Klarheit und Deutlichkeit das reckte Maß zeigte und nirgends durch zu starkes Hervor- traten die Gesamtwirkung beeinträchtigte. Wir haben gestern die einzelnen Nummern des Programms an ve^ch ebenen Stellen des Saales gehört und fmd zu dem 6e kommen, daß vielleicht, abgesehen von den Untersten Pllrtzen auf der Gallerie die Akustik überall gleich vor Lüglich ist. Wir können den heutigen Bericht nur Mit Be-m Wunsche schließen, daß der gute Emd^ick des gestrigen Konzertes nachhaltig fein, und daß die Bemühungen des Konezrtvereins um einen neuen Konzertsaal von gutem 1 Gr folg gekrönt sein mögen! Aus Stadt und Land. (Der Abdruck d-r unter di-strRubrik befmdl.chen ist nur unter genauer Quellenangabe. „Gre«. rmz. geflanei.- Gießen, den 19. November 1901. •• TaaeSorduuna für die Sitzung der Stadtver- orbnetenÄämndung Donnerstag den 21.November 1901, nachmittags 4 Uhr. 1. Bai.gest.ch des Landeseigen, tum für die Jrankfurierstrahe; hier: Dispens. 2. Desg. des Karl vahn für die Goethestraße; hier: Dispens. 3. ScSgL des I. Barnaß für die Schillerstraße; hier: Dispens. 4. Ufer- befeftigungsarbeiten an der W-efeck oberhalb der Moltkesiraße. 5. Beschaffung von Geraten für die AuerMhr. Die Erbreiterung der Kreisstrahe Gießen- Das "hatten” wir erwartet, und wst | Hansen. J;. # »««J« b®e,°8nb Gesuch °des Deutschen auch zahlreiche Frauen befanden. Die Versammlungen per-1 »u: ©iedfe^di^Rechte liefen ruhig und ohne besonderen Zwischenfall. Mehrte Wust ~ beschließen. Die Linke rast. Deschanel mußten wegen Ueberfullung polizeilich gesperrt werde,. Es das^ ^^t. Der Sozialist Fourniere wurde eine Resoluüon angenommen, in der die .tadtgchen Er wird nicht reden. Sv oft Ribot den Mund ostn ft Behörden und die Regierung ersucht werden, den Bau von die Linke und trommelt mit den Pult^ckeln. .rachdem Arbe-tenvohnungen m eigene Regie zu übernehmen, mit famt. bie,-eS wüste Konzert ?ber eine Viertelstunde Md°uert lichen geplanten Staatsbauten sofort zu beginnen und die hatte, ergriff.der^Prastden^ seinen^ und^erwßt^^ Anfertigung von rollendem Material unverzüglich vorzu-1 nehmen. Ferner soll die Reichsregierung ersucht werden, den Antrag Auer und Gen., betr. Schaffung von Arbeiterkammern und eines Reichsarbeitsamtes mehr Be-1 achtung und Entgegenkommen zu zeigen, sowie dem Drangen einer kleinen Jntereffentengruppe auf Erhöhung des Zolles auf die nothwendigsten Lebensmittel nicht nach- zuaeben, sondern durch den Abschluß guter Handelsverträge mit anderen Staaten die Wohlfahrt des Volkes und des gesamten Staatslcbens zu sichern und zu fordern. Diese Resolution soll dem Oberbürgermeister und der ^gic» .fn L^^cht dü^en, doch werde eine solche Bewegung I nu(f) von Deutfchland in keiner Weise unterstützt. I Washington, 18. Nov- Staatssekretär Hay und der und etwaige amerikanische mauozuge englische Botschafter Pauncefote haben heute en neuvn ^iegsschiff „Shoup" besuchte Seattle mit Gefangenen an>^^hmus-Kcrnal-Vertrag unterzeichnet. Bord kehrte aber am Freitag zurück, ba es sich Nicht birekt m^t Skagwcch in Verbindung setzen konnte. Behordeu^ in Washingwn erklären, sie wußten von der Sache nichts. — Dr. Besold, Kehlkopf-Spezialist ber Heilanstalt 6alken- stein i. Taun., teilt mit, daß die Annahme, seme Reise nach London stehe in Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand des Königs von England, voll- ständig^irrig sei. ^ber der heutigen Sitzung der nng^ in Erwartung der Debatte über die Entscha^gung süßerer Spannung den Ausführungen des deutschen hier «Iss * Reaieruna und die Kammer könnten unmöglich die An- svrucke der Jesuiten, Franziskaner und ähnlicher Kongre- spruche oei ^quiL , u 0 hürrten nickt identifiziert aiebt der gestrige 3. Vortragsabend im tzotel zum Einhorn,I wieder uniemommen^ Der Vater g^h en Saa? ft -h diesmal all zu «ein Ees um W Kind sich an Dpmgestrupp f^ vahl der Erschienenen aufzunehmen. Selbst deriSSorraum m ci b(id aber ab,turzen kann Es ist rat wir« haben. Rezitationen haben immer eine I Ivtfertjid), der' Knabe zerschellt in dem Abgrund. Bon Aniielmnaskraft; und die;e war gefterii nicht gUm n I i Vater von Gott entfernt. heften aud) auf die Person dessen zuruckzufuhren, den man da an } unsere Ausgabe, über den Wert der Er- chr den Vortrag gewonnen hatte Herr Otto B c ck aus Es ist E liest, wird tief. ergriffen nntEn ^ne^erR^^geMZ? ^«d^uhÄE'^ chm'der an einer Reihe hellerer Sachen em Stuck suddeut,chen ein ^TmWr SBetfalßfturm lo5. Scf begann mit Anzengrubers köstlicher Lüftchen Botstk>aste?s in Wien, gürfteii eu^en^ w *•** t oenn auu, ... breT=m^; LlPenels HeLann^Bahr .^^ön^Frau- zum « muffen gewinnen. Flugs schreibt sie auf. Am Morgen Es wurde z 1 h alI dieser GefchMckstn Sden will' sie am Fenster die Nummern .n-ckstnals le.em Da au gab »Z eine möge gesagt sein. Des yezitMpv kommt des Nachbars Gais vorbei, reist ihr das Blatt. Liiv woiilc . vortrug, fast unübertrefflich. Man SLWSWSMS « i^LSiprÄÄ^Ä W Wben. 'Ll'ist ihm su ’A da h-lsen auch alle Mge des Gras Bülow wird, wie wir an anderer Stelle unseres Blattes heute mitteiten, thatsächlich die Unverschamihellen des englischen Kolomalministers Chamberlain im Reichstag 6. Bauliche zur Sprache bringen. Das hallen wir erwartet, und wir Hausen. t „ „ or mapgeoeno, —i"-"d''«LeVatt">stLt des Eisverechs um elektrische Beleuchtung der Eis- den Eigenschaften ®)aniberlam§ baä beutle« o l n ä)t b 6 ^.Preisermäßigung. 11. Die Prüfung der Rech- ber Plock'schen @«^9.^1900/01.^ 12^ Voranschlag von englischer Seite vergewaltigt wird und wie der eng Oberkommandirende General Lord Kitschener kem scheut, um die Empöriing aller Weltzimmer mehr zu teigmu Dafür ein neues Beispiel. Das Bruffeler Blatt „Petit Bleu meldet, nach einer Privatdepesche aus London sei die Frau des Präsidenten des Oranjefreistaats, Steyn, mit ihren fünf Kindern ohne jede Begründung aus Afrika deportiert und nach Europa emgeschifft worden, ^wohl ihr Gesundheitszustand sehr erschuttert sei. Dasist eine neue himmelschreiende Vergewaltigung! Wiewerdendie. Kleinen ihre Fäustchen geballt haben m- chnmachtiger Wut über diese Barbarei, in ihrer Kindheit -tagen aus chrem Vaterlande vertrieben zu werden! Ihre Mutter wird ganz gewiß nicht unterlassen haben, diese JrevAthat ihnen klar^zu machen. Die Kleinen werden sich wahrlich gefchworen habem Rache zu nehmen, wenn die Zeit für sie gekommen ffü Das ist englische Kriegsführung,, die mit der dent.chw anno 1870/71 in öffentlicher Rede aus eine SAe zu stellm sich ein englischer Minifter im Jähre 1901 erlaubte. Was I — Das Amtsvtatt vcronenuiujL uic I ßeikiot das, wenn ferner von London aus offiziell Die Generals Vo y ro n zum Mitgliede be§ ü6erlteT^ I^^11™ dementiert wird, die Engländei^hattenben Kasten rates, in Ersetzung des Generals Kersener, der Alterv-I^o^g getötete und gefangene Buren ausge.etzt- I nren^e erreicht hat. Es ist dies das erste .)!al, d ß | x beute auck nur den geringften Kolonialarmee im obersten Kriegsrat vertreten -ist Wien, 18. Nov. Heute begann die von der Zentral stelle zur Wahrung der land- und sorftwirts ch aft I licken Interessen beim Abschlusfe von Handelsver- I trag en einberufene Enquete, um die Wünsche der einzelnen Produktionsgruppen gegenüber dem neuen d->" Zolltarifgesetzentwurfe entgegenzunehmen. Es gr. vorerst Vertreter der Hopfenproduktion Zum Worte Enquete faßte Beschlüsse, nach denen b- beleidigt werden kann. — ■ w ....................« » Mitglieder seien zum ^eu 4?eui|u}c, ““^.7 ift für die öffentlichen Kundgebungen ihrer Minifter. Das 11 . 1 Grimnasiums. 15. Die Vorschule des Großh. «SV-"'MS ’ - -.............. “ abends 8 Uhr, im großen Saale des Gefellfchastsvereins statt. ES dürfte eins der interesfantesten und m kunsillristher ziehung bedeutendsten dieser Sayon werden. Hans Bchß wie bekannt ein Sohn unserer Stadt, der unter dem Kunftter- namen Hans Gießen an der Dresdener Hochuhne an erster l Kann man solchen Dementis heute ^uch nur den geringen - Glauben schenken? Und selbst wenn diese offizielle Nobe - die Wahrheit sagt, Albions That stinkt, um em Shake- J ,-pearefd;^ Wort&sebraug,^tzd-m ^n.Hmrrne^ d-utsch-n daß er a>’ Srif? ...... ......... l deutschen Zolltarifgesetzentwurfs als empfindliche Schädig-z rm 6, ! ausaeführt indem er die Kolonne des Oberften. u7g der österreichischen Hopsenindustrie beze.chnet-werden Engüru der ausgefuM^inoHeilbronn überrasclMib und die Regierung aufaesordert wird, eine nnnnif und derselben empfindliche Verluste zufugte. Die der Zollsätze eventuell durch Aufstellung eines Kompen- an griff u De^ diesem Gefechte 2 Offiziere und fatÄw aniuftreben unb. den österreichischen yopfen- Eng^r^ Verwr-N ^nn »ertounbet. 11 . v . pn.rmirfiften Weise äuI / ^cann un darker ist, nach offiziösen eng- lsicken Meldungen, von seiner Aufklärungsexpedition nach Bcckblehem zurück gekehrt. Es wurden wahrend der Expedition 6 Buren getötet, 4 verwundet, 30 gefangen. Barker Mr k-D Morden J® ■ert fej °S I **&* U^L feit rEZL fcn« E ben ^9e^t U 5 geringsten I *el(e ytcte ■ um em Ä. fe&mmeL ■un,e^* Ir^yÄS K Ne siihAir lt?eirf1r°nn^itE Urbich gegen die» Inn öbe* K; überraschend Ifjftt iS I“ °^iete und Iverwundet. K °^iöjen eng. Wtion 4 h.rend der lrxpe- esangen. Barker ngmal-Nachrichten B> Auz "gestallt ovember 1901. her Stadtverben 21. November des Landeseigen- ens. 2. Desgl. spens. 3. Desgl. spens. 4. Ufereck oberhalb der nr die Feuerwehr. 'aße Gi'eßen- gen in dem beS Deuh'cher tyadjtbenhnalS; au§ ftöbtifäen rlöhne in den des Bochandrs >ntz drr Eis- üMtz dnNech- 12. Voranschlag . Die Uedey'ch den des ®ioß:. ßen für 1900/01. idtrfchen VoyP.' chule des Schwer die Verlag t Neubau bti chule. am 4. Tezmbrc. Haftsvereins (tat künstlerischer Br- Hans Mjoit ter dem Künsiln- iofbühne an erfV Ter Later grhi steil abfallend ÄrngesttA inn. igf £: d-r M Agrii"d. »’ « «?» rd tier.« de» ««d W nie ntMlf di-!-- jbinlt * , ti, über.i" MiS W‘‘* w-r t. tu* ftl* Ai - «sg> sD .Jp38' er 2? geben ELzitator -A her ^,;7sich? If**** Stelle wirkt, hat sich mit dem berühmten Hofkapellmeister Richard Strauß verbunden. Diese beiden, nach ganz verschiedenen Richtungen hin hochbegabten Künstler, der erstere als Sänger mit blendendem Stimm-Material und größter Gestaltungskraft, der zweite, einer der bedeutendsten Kapellmeister unserer Zeit und von den jüngeren Liederkomponisten an erster Stelle mitgenannt, haben es unternommen, unter der bescheidenen Bezeichnung „Liederabend" einen Zyklus von Konzerten in den Musikstädten Deutschlands zu veranstalten. Für Gießen hat sich eine jüngere Geigenkünstlerin, eine Schülerin Joachims, Fräulein Hedwig Strache aus Berlin, zugesellt, über die in erster Linie Meister Joachim, aber auch andere sehr günstig bereits urteilten. Wir behalten uns vor, demnächst Weiteres über das Konzert zu veröffentlichen, und weisen für heute noch auf den Inseratenteil hin. ** Die Alten Herren des Vereins Deutscher Studenten in Gießen beabsichtigen, wie man uns mitteilt, am nächsten Freitagabend in Steins Saalbau eine Protestv ersamm - lung gegen die schamlosen Verunglimpfungen Chamberlains, des unwürdigsten aller lebenden Staatsmänner, zu veranstalten. *• Hinrichtung. Wie wir hören, wird der Raubmörder Crmer am nächsten Donnerstag ftüh auf dem hiesigen Gefängnishofe hingerichtet werden. *’ Vortrag. Dr. Ebel wird am Donnerstagnachmittag Mr Stadtverordnetensaal einen Vortrag über die Einrichtung und den Bestand des städt. Archivs halten und einzelne Gegenstände von allgemeinem Interesse unter Vorlage derselben erläutern. ** Aus dem Theaterbureau. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß am Mittwoch der Capus'sche Schwank „L e o n- tinens Ehemänner" zur erstmaligen Aufführung gelangt. Die Hauptrollen des Stückes liegen in den Händen des Frl. Hohenfels („Leontine"), der Herren Ramsey er („Dubois"), Schneider (Baron de la Jambierö) und Gerlach („Gri- mard"). ** Für die Frauen und Kinder der Burenkämpfer gingen bei der Ortsgruppe Gießen des All-Deutschen Verbandes noch weiter ein: 70 Mk. durch Herrn Pfarrer Gombel von der ev. Gemeinde Reiskirchen, 23 Mk. von der ev. Gemeinde Burckhardsfelden als Erntedankgaben. 44 Mk. Reinertrag vom „Gadow-Jooste-Abend" in Steins Garten. 10 Alk. durch Verkauf von „Tugela-Postkarten", außerdem wurden noch 50 Exempl. von Bley, Burenkrieg a 1 Mk. verkauft, wovon der gesamte Reinertrag ebenfalls für die Opfer des Burenkrieges bestimmt ist. Mk. 19,27 vom Seltersberg-Verein. Zusammen Mk. 166,27. Weitere Gaben für die Buren nimmt die Ortsgruppe Gießen des All-Deutschen- Verbandes gerne entgegen. Dieselbe hat bisher 2286 Mk. gesammelt und an die Hauptsammelstelle nach Berlin abgeliefert. Von dort aus werden die Beträge durch Geistliche, Konsuln und andere Vertrauensmänner verteilt. Zur Linderung des furchtbaren Elends genügt die bisher zusammen- gebrachte Summe von 360 000 Mk. bei weitem nicht, weshalb weitere Gaben dringend erwünscht sind. ** Vier Jahreszeiten. Am Mittwoch finden zwei große Konzerte des Croat. Damen-Ensembles Lika statt- Heute Dienstag den 19. konzertiert die Gesellschaft von abends 8 Uhr ab im Römischen Kaiser zu Wetzlar (Vergl. Inserat.) )( Annerod, 19. Nov- Heute vormittag wurde der 30 jährige Taglöhner Karl Römer von Allertshausen in dem Maschinen raum seines Dienstherrn Keßler hier tot aufgesunden. Zweifellos liegt Selbstmord vor- Was den Verstorbenen zu der unseligen That veranlaßt hat, ist noch nicht bekannt geworden. fc. Nieder-Beffiugen, 18. Nov. Vor einigen Tagen fiel das dreijährige Töchterchen eines hiesigen Einwohners in die Wetter. Während die anderen Kinder dem Dorfe zuliefen, um Hilfe zu holen, blieb der fünfjährige Knabe Lutze, der mit seinem Vater aus Frankfurt a. M. zu Besuch hier weilte, allein am Ufer zurück, faßte das Mädchen beim Wiederauftauchen an den Kleidern und hielt es mit eigener Lebensgefahr so lange fest, bis Hilfe kam. 1- Geiß-Nidda, 18. Nov. Die hiesige Beigeordnetenwahl brachte für unseren seitherigen Beigeordneten eine un- liebsame^Ueberraschung. Er erhielt von 101 Abstimmenden nur 1^ Stimmen, während sein Gegenkandidat und Schwiegersohn Ludwig Lind es auf 85Stimmen brachte. Die Wahl- beteiligung betrug etwa 70 Prozent, war aber durchaus ruhig. Die Suche einiger unruhiger Geister, die gern auch eine „Partei" bilden wollten, nach einem „dritten Mann" scheiterte an dem ruhigen und versöhnlichen Sinn unserer Bürger. Dem Gewählten wurde am Abend eine Maie gesetzt. (") Gedern, 18. Nov. Gestern nacht brach in unserem Nachbarort Merkenfritz m der Hofraite des Gastwirts Eißner Feuer aus. Der Pflichtfeuerwehr gelang es, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken, so daß nur die Scheune niederbrannte. Der Abgebrannte soll nicht versichert fein. Sämtliche Heu- und Stroh-Vorräte sind verbrannt. Man vermutet Brandstiftung. st. Butzbach, 18. Nov. Die Gebrüder Melchior: erwarben heute die Brauerei zur „Eule", Inhaber A. Neid- hardt, für 120 000 Mk. Inbegriffen sind Wirtschaftsräume, Hof, Brauerei, Feljenkeller und Inventar. Tie Uebergabe erfolgt am 1. Januar 1902. Damit dürfte die Melchior'sche Brauerei nut in die erste Reihe der hessischen Bierproduzenten eingetreten sein. — Im Kasino fand gestern eine hübsche Abendunterhaltung statt, in deren Verlauf zwei Einakter flott gespielt wurden. ? Butzbach, 18. Nov. Der erste Tag des Katha- .r i n e n m a r k t e s brachte unserem Städtchen sehr lebhaften Verkehr. Trotzdem waren die Einnahmen der Verkäufer auf dem Krammarkte nicht so günstig wie im Vorjahre, auch die Buden am Juxplatz erfreuten sich nur eines mäßigen Zuspruchs. S. Darmstadt, 18. Nov. Der frühere Sparkasserechner in Offenbach a. M., der vor einigen Wochen unter Mitnahme von etwa 13000 Mk verschwunden war, hatte sich nach Amerika geflüchtet. Er wurde jedoch hier seines Geldes nicht froh; nach kurzer Zeit bekam er Heimweh und schiffte sich wieder nach Europa ein. Die heimatliche Behörde, von seinem Kommen unterrichtet, ließ ihn gestern durch einen nach Antwerpen beorderten Kriminalbeamten bei seiner Ankunft auf dem Schiffe in Empfang nehmen. Er wird heute wohl im Untersuchungsgefängnis eintreffen. — Aus der Rangierstrecke zwischen Kranichstein-Hammels- tr-.fft wurde heute der Rottenarbeiter Lau mann von der Lokomotive eines Rangierzuges erfaßt. .Es wurden ihm beide Beine abgefahren. Nach dem städtischen Krankenhause gebracht, starb er dort bald nach seiner Ankunft. L. ist 25 Jahre alt und verheiratet. Da r m st a d t, 18. Nov. Zu der gestern von uns wieder- gegebenen Aeußerung der „Tarmst. Ztg." bezüglich der in der letzten Zeit laut gewordenen Bemerkungen über die Groß Herzogin schreibt das ,,Tarmst. Tagebl.", das amtliche Organ des Kreises Darmstadt: Es ist gewiß bedauerlich, daß Seine Königliche Hoheit selbst die Blätter, bezw. das Publikum daran erinnern muß, daß der Landesherr dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen kann, wie ein Privatmann, dessen Angelegenheiten man mit mehr Rücksicht und Diskretion zu behandeln pflegt, als es in diesem Falle leider geschehen ist. Wir sind überzeugt, daß dieser hochherzige Wunsch Seiner Königlichen Hoheit überall im Lande und hoffentlich auch darüber hinaus respektiert werden wird. Frankfurt, 18. Nov. Ter Großherzig von Hessen traf Sonntagmittag hier ein, besuchte das Priuzenpaar Friedrich Karl von Hessen am Mainkai und reiste am Nachmittag nach Darmstadt zurück. P Garben teich, 17. Nov- Gestern wurde hier Johannes Schwarz II., Sohn unseres seitherigen Bürgermeisters, zum Beigeordneten gewählt. Als Gegenkandidat war Agent Heinrich Ruhl ausgestellt. Die Wahl verlief äußerst ruhig. Der seitherige Beigeordnete, Heinrich Kissel, ist im September zum Bürgermeister gewählt worden. • * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Willofs ist der 19jährige Sohn einer Familie an Typhus erkrankt. Schleckftes Trinkwasser soll die Ursache sein. — In Alsfeld hat sich ein tragischer Fall ereignet. Tie 28jährige Ehefrau des Schreinermeisters Ludwig hatte sich beim Reinigen der Wäsche die Hände wund gerieben. In die Wunden müssen Schmutzteilchen eingedrungen sein. Die Bedauernswerte erkrankte unter Erscheinungen von Blutvergiftung und ist deren Folgen erlegen. Vermischtes. * Köln, 18. Nov. Wie die „K. Z. aus Grevenbroich meldet, ist dort gestern vormittag ein starker Erdstoß wahrgenommen worden. * Münster i. W., 18. Nov. Der Bäcker Weltges- Ehrenfeld, der einen Einbruch in die Muttergottes- Kapelle in Telgte verübte, wurde nebst dem Zimmermann Drees hier verhaftet. * Leipzig, 16. Nov. Gestern nachmittag wurde im Connewitzer Holze ein Mann erschossen aufgefimden, der später als der Direktor des Zörbiger Bankvereins, Otto Gramm aus Zörbig bei Bitterfeld, erkannt wurde. Der Beweggrund der That ist unbekannt. • Großfeuer. In der in Neufahrwasser besind- lichen Zuckerraffinerie, A.-G., brach am Montag ein Brand aus, der die riesige Fabrikanlage, die zweitgrößte dieser Art in Deutschland, vollständig in Asche legte. Der Schaden wird auf 4 Mill. Mk. taxiert, der durch 20 Gesellschaften gesichert ist. Menschenleben sind nicht zu beklagen. An den Löscharbeiten beteiligten sich außer drei Feuerwehren die Mannschaften der Kriegsschiffe „Nowik" und „Aegir" und die gesamnite Garnison von Neufahrwasser. 1200 Arbeiter sind brotlos. Die Beamtenhäuser, sowie das Kontorgebäude konnten gerettet werden. Die Bücher und die Kaffe waren während des Brandes auf dem Kriegsschiff „Aegir" unter- gebracht worden.__________________________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 19. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,10—1,20 Alk., Hühnereier pr. Stück 8 Pf., 2 Stück 00—00 Pf., Käse pr. Stück 5—8 Pf., Kasematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Psa., Tauben pr. Paar 0,70—1,20 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,20 Äck., Hahnen pr. Stück 0,70—1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,20—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 54—64 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,00—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Psa., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—13 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Gerichtssaal. Hanau, 18. Nov. Der Rendant der städtischen Sparkasse in Schlüchtern, Weitzel, wurde wegen Unterschlagung empfangener Gelder im Betrage von 40,000 Mk. innerhalb 5 Jahren vom Schwurgericht zu 1'/, Jahren Gefängnis verurtellt. Augsburg, 18. Nov. (Prozeß Kneißl.) Bei Beginn der heutigen Verhandlung fügt der Sachverständige Assistenzarzt Dr. Brauier (einem vorgestern abgegebenen Gutachten hinzu, er wolle dasselbe nicht im Allgemeinen, sondern nur auf Kneißl angewendet wissen. Bei einer gestern slatlgehabten Besprechung mit dem Psychiater Dr. Gudden, der Kneißl am dritten Tage nach der Gefangennahme besuchte, habe Gudden sich seinem (Brausers) Gutachten ganz an- ge chlossen. Darauf wird Dr. Gudden telegraphisch als Sachverständiger geladen. Der Gerichtshof nimmt sodann den abgelehnten Antrag des Verteidigers Dr. v. Pannwitz an, Dr. Brauser über die Art der Verletzungen Kneißls zu vernebmen. Nach Dr. Brausers nunmehriger Aussage hierüber hatte Kneißl Schußwunden im linken Handgelenk, im rechten Vorderarm und in der rechten Bauchseite, letztere lebensgefährlich, während bte ersteren drei rasch heilten. Krankenschwester Adelgunde erklärt, daß Kneißl in der Klinik wiederholt bewußtlos gewesen sei und einmal einen anwesenden Besuch nicht wahrgenommen habe. Nächste Zeugin ist die Oberschwester. Sie giebt auf Beftagen des Staatsanwalts an, sie wisse nichts von einem angeblichen Liebesverhältnis Kneißl's mit einer Krankenschwester und deren Disziplinierung. Bei dieser Gelegenheit bemerkt Rechtsanwalt o. Pannwitz, daß Kneißl während seines Aufenthaltes in der Klinik von einer großen Anzahl weiblicher Personen Ansichtspostkarten, Briefe u. s. w. erhalten habe. Ein zur Zeit in Untersuchungshaft besindlicher Komplize Kneißl's, Taglöhner Voest, wird unbeeidigt vernommen und erzählt, was Kneißl ihm über die Vorgänge in Irchenbrunn berichtet hat. Kneißl habe den Flecklbauer mit Erschießen bedroht, wenn er den Gensdarmen die Thür öffne. Ein weiterer Zeuge bestätigt diese Erzählung, womit erklärt werden soll, warum Rieaer solange mit dem Oeffnen der Thür gezögert hat. Die 17jährige Zeugin Mathilde Sanner, die Geliebre Kneißl's, die von ihrer Mutter, der Wäscherin Lorenz, mitgenommen worden war, um dadurch Kneißl leichter der Polizei in die Hände zu liefern, sagt aus, sie habe Kneißl am 3. März im Merkl'schen Anwesen in Geisenhofen getroffen. Derselbe habe chr schon öfter den Vorschlag gemacht, mit ihm nach Amerika zu gehen. Als sie nun mit ihrer Mutter nach diesem Tage zu Kneißl gegangen sei, habe sie geglaubt, es handle sich um einen ähnlichen Plan; sonst wäre sie nicht mit- gegangen. Von dem Vorhaben ihrer Mutter habe sie nichts gewußt. Sie hätte auch Kneißl auf keinen Fall verraten. Ter Angeklagte habe bei der Begegnung zu ihr geäußert, die Jrchenbrunner Mordthal bereue er tief. Der Flecklbauer habe ihn schmählich verraten. Ein Einverständnis zwischen chm und dem Flecklbauern habe nicht bestanden. Stach weiteren belanglosen Zeugenaussagen kommt der Raubanfall auf den Sattler^el-ilien Dann- ff ofer in Maisbach zur Verhandlung. Die Anklage nimmt an, datz Kneißl und Voest die Thäter seien. Kneißl selbst stellt den Raub vollständig in Abrede; auch Dannffoser vermag nicht anzugeben, ob Kneißl und Boest die Thäter seien. Der Slationskommandant Abt aus Maifach stellt fest, daß Kneißl zur Zen des Raubes sich nur eine Stunde vom Thatorl entfernt bei Bekannten aufhielt. — Heute wurde die Beweisausnahme geschloffen. Morgen sinden die Plaidoyers statt. Krieskalten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Zwei Wettende in der Rcstanration Herbert. Die erst, Wafferleitung in der Mäusburg wurde im Jahre 1883 gelegt; sie diente aber nur zur Speisung der dort ausgestellten Venttlbrunnem Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Mittwoch den 20. November, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaale (Kirchslraße): Vortrag über die Mission in China. Missionar Flgd aus Frankfurt a. M. Vortrag. Am Mittwoch deii 20. d. M., abends 8 Uhr wird Missionar F1 a d aus Franksurt a. fDL im unteren Saal des Konfirmandenhauses in der Kirchslraße einen Vortrag über die Arbeiten der Basler Mission in China halten. Herr Flad war selber jahrelang in China thätig, und gilt als genauer Kenner chinesischer Ber- hältnisse. Missionssreunde seien auch an dieser Stelle aus diesen unemgeldlich slattfindenden Vortrag aufmerksam gemacht. "Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 19. Nov.') Die vor einigen Wochen mit einem Aufwand von 200000 Mk. fertiggestellte Turnhalle ist heute nacht vollständig niedergebrannt, 2 Dienst, mädchen srnd erstickt. Eia anderes brach beim Herab- springen das Rückgrat und wurde schwerverletzt vom Platze getragen. Ebenso ist ein Kellner hoffnungslos verletzt.. Die Eatstehungvursache des Feuers ist unbekannt. Darmstadt, 19. Nov.') Ueber denBrand des Turngebäudes werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Das Gebäude, das ausgedehnte Restaurationsräume enthält, ist bis auf die Umfaffungsmauern niedergebraunt. Das Feuer soll gegen 3 Uhr auf der Bühne des Festsaales zum Ausbruch ge- kommen sein. 2 im Obergeschoß schlafende Dienstmädchen des Restaurateurs find verbrannt. Ein 3. Btädchen, das sich an einem Seil herunterzulaffen versuchte, stürzte ab und trug lebensgefährliche Verletzungen davon. Ein Kellner stürzte von der Giebelmauer herab und brach das Genick. Das Gebäude war erst am 16. Oktober in Gegenwart des Großherzogs sowie der staatlichen und städtischen Behörden eiugeweiht worden. Es war das größte derartige Gebäude des Mittelrheiu-Kreises. London, 19. Nov. Kitchener meldet aus Pretoria vom 15. Nov.: Seit dem 7. Nov. sind nach den Berichten der einzelnen Kolonnen 43 Buren gefallen, 16 verwundet und 241 gefangen genommen worden; 6 ergaben sich. Erbeutet wurden 5650 Patronen, 164 Gewehre, 205 Wagen, 600 Pferde und 11500 Stück Vieh. Verschiedene Burenabteilungen unter Fouchs, Myburg, Malan, Hugo Lategan und Maritz wurden von dm englischen Kolonnen verfolgt. Loudon, 19. Nov. Der Verlustliste zufolge wurden in dem Gefecht von Tweesonteiu am 14. November 1 Manu getötet, 3 Offiziere, darunter Prinz Nadziwill, sowie 5 Mann verwundet. Washington, 19. Nov. Der Hauptpunkt, durch den fich der ueueKanalvertrag von dem alten unterscheidet, ist der, daß Großbritannien aus der gemeinsamen Gewährleistung der Neutralität des Kanals ausscheidet. Sein Handel wird dm gleichen Anteil an den Vorteilen des Kanals haben. Es wird keine unterschiedliche Behandlung zu gunsteu der amerikanischen Schiffahrt eingeführt werden. *) Bereits auf unseren Schaukästen durch Anschlag bekannt gegeben. S. Darmstadt, 19. Nov. Die Zweite Kammer der Stände trat heute vormittag 11 Uhr zu einer kurzen Tagung zusammen. Bor Eintritt in die Tagesordnung widmete Präsident Haas dem verstorbenen Abg. Schubarths einen ehrenden Nachruf. Das Haus erhob sich von den Sitzen. Hierauf erfolgte die Vereidigung des neu ein» tretenden Landtagsabg. Breimer - Beerfelden. Bei dem Antrag des Abg. Ulrich und Gen. auf Bereitstellung von Mitteln zur Milderung der Arbeitslosigkeit im Großherzogtum geben Staatsminister Rothe und Mi-, nisterialrat Braun die Erklärung ab, daß seitens ber. hessischen Negierung alles geschehen sei, um einer etwaigen Arbeitslosigkeit entgegentreten zu können. Insbesondere seien größere Bahnbauten und Erdarbeiten in Aussicht genommen. Soweit aus den amtlichen Berichten hervor-- gehe, könne von einem Arbeitsmangel überhaupt n-icbt gesprochen werden, besonders aber nicht von der Lano- und Forstwirtschaft. Hier trete sogar ein Arbeiter-, mangel hervor. Hierauf wird eine Reihe von Anträgen den Ausschüssen überwiesen. Nächste Sitzung morgen früh! 9 Uhr. Halle a. d. S., 19. Nov. Die hiesige Studentenschaft protestierte gestern abend in einer stark besuchten Versammlung in schärfster Form gegen die Chamberlain'scheu Verdächtigungen der deutschen Kriegführung im Liriege mit Frankreich. London, 19. Nov. Nach Meldungen aus Kapstadt hat Dewet mit einer Streitmacht von 6 000 Mann die Offensive ergriffen. Rom, 19. Nov. Die hiesige Polizei nahm den ehemaligen Postbeamten Lenzi, einen Posträuber, fest und beschlagnahmte bei seinen Schwiegereltern 137,900 Lire. Mobiliar-Versteigerung. Donnerstag den 21. und wenn nötig Freitag den 22. November, jedesmal nachmtttags iy2 Uhr anfangend, werden in dem Hause Wilhelmstraße 22 nach verzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 5 sehr gute Bettstellen mit Sprungrahmen, dreiteiliger Matratze und Keil, 1 vollständiges Bett, 1 Kinderbett, 1 Sopha mit 4 Sesseln in grünem Plüsch, diverse Sessel und Stühle, 1 Büffet, 1 Kässenschrank, 1 Vertikow, mehrere Tische, 1 Waschtisch mit Toilette- spicgel. Schränke, Nachttische, Bilder und Spiegel, Uhren, Küchengestelle, Teppiche und Vorhänge, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, 1 Kindcrbadcwanne, sowie Hausund Küchengeräte aller Art. 7594 I. A.: Schneider. K MbrsaS-Merei- und Kerbsctoittwaren ä Bekanntmachung. Im Hypothekenbuche von Rödgen sind folgende Hypotheken eingetragen, bezüglich deren die Befriedigung der Gläubiger bezw. die Erlöschung des Schuldgrundcs glaubhaft gemacht, die Hypothekurkunde aber in Verlust geraten ist: 1. zu Gunsten des geistlichen Landkastens für ein Darlehen von 1000 Gulden mit Rang vom 11. September 1846, lastend auf 1/146 (neu 1/144; 2. zu Gunsten des Wilhelm Steinmüller T. zu Rödgen für eine ausgeklagte Forderung von 1500 Mk. nebst 5 Proz. Zinsen seit 1. Februar 1878 und 20 Mk. Kosten mit Rang vom 24. August 1878, lastend auf 1/74, 1/923, 11/472, IV/698; 3. zu Gunsten des Ludwig Balßer IV. zu Rödgen für eine ausgeklagte Forderung von 150 Mk. nebst Zinsen seit 1. April 1884 und 30 Mk. Kosten mit Rang vom 26. Mai 1884, lastend auf 1/528, 1/523, 1Y/689, V/370, VI/68, VIII/63, 1X/501, X/374; 4. zu Gunsten des Christoph Schmidt zu Trohe für eine ausgeklagte Forderung von 69.62 Mk. nebst 5 Prozent und 20 Mk. Kosten, mit Rang vom 24. Juni 1878, lastend auf IX/126; 5. zu Gunsten eines nicht genannten Gläubigers, Sicherheitsleistung des Heinrich Bellof zu Rödgen als Kassenmeister bis zum Betrage von 100 Gulden, mit Rang vom 20. September 1834, lastend auf X/408 (neu X/265). Ansprüche aus den angeführten Hypotheken sind bei Meidung der Löschung binnen 2 Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden und zu begründen. Gießen, am 16. November 1901. 7582 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung Bezüglich des Nachlasses des am 11. Oktober 1901 verstorbenen Johannes Georg Konrad August Wagner,Rechtsanwalt in Gießen, wurde die Nachlaßverwaltung angeordnet und als Nachlaßverwalter 'Rechtsanwalt Dr. Stahl in Meßen bestellt. 7575 Gießen, den 16. Nov. 1901. Großh. Amtsgericht. Schwellenverkauf. Donnerstag den 21. Nov. 1901, vormittags 8 Uhr, sollen aus Bahnhof Gießen L am Assistentenhaus a.d. Ladestraße 500 alte Holzschwellen und 10 cbm Brennholz, 2. an der Anatomie 200 alte Holzschwellen, 3. am Oberhess. Güterschuppen 700 alte Holzschwellen und 10 cbm Brennholz, 4. am Riegelpsad 350 alte Holzschwellen .öffentlich versteigert werden. Großherzogl. 7589 Eiserrbahn-Betriebs-Jusp. 1. Stabt. Schlachthaus. Freibank. 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