Nr. 247 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 20. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme deL Montags. Die Gießener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt' und den „Blättern sür dessische Volkskunde' viermal wöchentlich bei» gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. KcrnsprechanschlußNr.bl. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger ** Amtr- und Anzeigeblatt für den weis Kietzen Annahme von Anzeigen Aii der für den folgenoen Tag erscheinenden Nr. bis vornüttags 10 Uhr. '2(fie Anzcigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilen preis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l 'scheu UniversitätS - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Seil: P. Wlttko: für den Anzeigenteil: Hans Beck. handeln. teilt wurde. Ist die Thatsache dennoch richtig, so dürfte es sich nur um die Privat - Angelegenheit eines Arztes Deutsches Deich. Berlin, 18. Oft. Am heutigen 7 0. Geburtstage deS Kaisers Friedrich erschien der Kais ex bereits um halb 9 Uhr früh in dem Mausoleum neben der Friedenskirche, legte cun Marmorsarkophag einen mächtigen, aus Veilchen gewundenen Kranz mit den Initialen beider Majestäten nieder. Der Eingang zur Ruhestätte und zum Innern war mit Pflanzen dekoriert, das Marmormonument mit weißen Astern, Erika und einer Fülle anderer Herbstblumen umschlossen, ebenso die mit einer Marmorplatte bedeckte Grabstätte, wo der Sarg der Kaiserin Friedrich steht. In den ersten Morgenstunden waren Abordnungen — In einem Artikel unter der Ueberschrift „Ein neuer politischer Wunderdoktor" erzählt der „Hannov. Kurier", daß Dr. Friedrich Lange die Provinz Hannöver bereist, um die angeblich zerfahrenen Parteiverhältnisse in die richtigen Bahnen zu lenken, und die verschiedenen nationalen Richtungen zum Heile der ganzen Provinz wieder zu „sammeln". Der „Hann. Kurier" charakterisiert Dr. Lange als politischen Kurpfuscher, der sich in Verhältnisse einmische, mit denen er sich nicht vertraut gemacht habe. Lange halte seine Zusammenkünfte, zu denen er auch nationale Herren einladet, in aller Heimlichkeit ab. Die nationalliberale Partei aber bedürfe der Hilfe des Dr. Lange durchaus nicht, um etwa Korn- vronüsse zu schließen. Die ganze Thätigkeit Langes laufe darauf hinaus, von den nationalen Parteien Teile abzusplittern. (Dr. Lange wird wohl in erster Linie auf Abonnentenfang für eine schwindsüchtige Zeitung ausgegangen sein. D. Red.) Breslau, 18. Oft. Heute nachmittag starb Fürst Karl Lichnowsky auf Schloß Grätz in österr. Schlesien. Al len stein, 18. Okt. In Anwesenheit des Ober-- Präsidenten Frhrn. v. Richthofen fand heute mittag die Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals statt. Bürgermeister Belian brachte ein Hoch auf den Kaiseraus, das Militär defilierte im Parademarsch vor dem Denkmal. Nord hausen, 18. Oft. Heute wurde hier im Beisein des Prinzen Friedrich Heinrich das neue Reiterstandbild Kaiser Friedrichs enthüllt. Das Denkmal ist eine Schöpfung des Bildhauers Boermel- Grunewald. Der Enthüllung ging ein imposanter Festzug voran. der Offiziere derjenigen Regimenter erschienen, deren Chef Kaiser Friedrich gewesen ist oder zu denen er in besonderen Beziehungen gestanden hat, um Kränze meist aus weißen Blumen mit Schleifen in den Regimentsfarben zu überbringen, die an der Wand des Mausoleums ihren Platz fanden, wo noch eine Fülle früherer Kränze ausgebreitet liegt. Es kamen Offiziere des 1. Garde-Regts., des Grena- dier-Regts. Kronprinz lOstpreuß.) Nr. 1, des Grenadier-Regiments König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 11, des 5. Westfälischen Jnf.-Negts. Nr. 53, des 6. Bad. Infanterie-Regiments Kaiser Friedrich IIL Nr. 114, des Drag.-Regts. König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 8; auch die Stadt Potsdam ließ einen Lorbeerkranz niederlegen. In der Mittagsstunde überbrachten die Prinzen Eitel Fritz, August Wilhelm und Oskar ebenfalls Kränze. Unter allen Blumenspenden fiel ein Kranz auf, der erst kürzlich von der britischen Kolonie in Rio eingetvoffen und für den Sarg der Kaiserin Friedrich bestimmt ist. Auf dem Palais der Kaiserin Friedrich wehte beute die Purpurstandarte der Königin von Preußen auf halbem Mast. — Prinz Friedrich Carl von Hessen ist heute, am Geburtstage Kaiser Friedrichs, zum Major ernannt und in den Generalstab des 18. Armeekorps versetzt worden. — Kaiser Wilhelm hat durch die deutsche Botschaft in London dem dortigen Lordmayor seine Phvto- g aphie überrreichen lassen zum Andenken an feinen Besuch anläßlich der Beisetzung der Königin Viktoria. — Prinz Eitel Friedrich hat sein Offiziersexamen an der Potsdamer Kriegsschule mit dem Prädikat „vorzüglich" bestanden. Die Offiziere, die den Prinzen unterrichtet hatten, wurden vom Kaiser besonders ausgezeichnet, indem Major Sonntag vom 62. Infanterie- Regiment die Königliche Krone zum Roten Adler-Orden 4. Klasse, Hauptmann Zöller vom Stabe des Pioniev-Ba- taillons Nr. 9 ein silbernes Thee- und Kaffeservice erhielten und zwei weitere Offiziere mit vordatierten Patenten in andere Regimenter versetzt wurden. — Der Fürst Leopold von Hohenzollern begeht heute sein 50jähriges Militär-Jubiläum. Er wurde 1835 zu Krauchenwies als Sohn des Fürsten Karl Anton geboren und folgte diesem am 2. Juni 1885. Der Fürst, bisher General der Infanterie und Chef des Füs.- Regts. Fürst Karl Anton von Hohenzollern Nr. 40 ä la suite des 1. Garde-Regts. zu Fuß, wurde zum General- Obersten befördert. — Generalfeldmarschall Graf Walderse e ist heute Nachmittag mit Gemahlin von Neckarsickm nach Hannover abgereist. Waldersee leidet immer noch stark unter der Venenentzündung, die ihm das Gehen erschwert. — Das preußische Staatsministerium trat unter dem Vorsitz des Grafen Bülow heute zu einer Sitzung, zusammen. — Die „Berl. Korresp." schreibt: Die Revision der Bestimmungen über die Reifeprüfung an höheren Schulen ist im preuß. Kultusministerium jetzt soweit gediehen, daß sie voraussichtlich noch vor Beginn des neuen Jahres abgeschlossen ist. Daß die neue Ordnung aber schon zu einem baldigen Termine, wie Ostern 1902, in Kraft treten künnte, wird von keinem Sachverständigen erwartet. Es läßt sich annehmen, daß dieselbe vor 1903 ihre erste Anwendung sind et. — Zu der Nachricht, daß der Kopf des in Peking Hingerichteten chinesischen Unterofsiziers Eng Hai, des Mörders des Freiherrn v. Ketteler, nach Deutschland gebracht und dann nach Berlin geschickt worden sei, wurde festgestellt, daß an den in Frage kommenden amtlichen Stellen nicht das geringste von der ganzen Angelegenheit bekannt ist und daß irgend ein Auftrag in dieser Richtung niemals er- Aie Triebfeder in der Politik. Die gegenseitigen Beziehungen zwischen Politik und Volks wirtschaft sind so alt, wie es Staaten giebt. Aber der Grad des beiderseitigen Einflusses auf einander hing stets von der Höhe der volkswirtschaftlichen Entwickelung ab. Bei den Riesenkümpfen des Altertums überwogen die politischen Anstöße. Die gewaltigen Kämpfe zwischen Griechen und Persern, zwischen Römern und Kartyagern gingen aus Gründen politischer Vorherrschaft hervor; wirtschaftliche Motive sprachen nur wenig mit. Dagegen lagen den ersten Anstürmen der Germanen wider das Römische Reich schon volkswirtschaftliche Ursachen zu Grunde; die Germanen sanden zu Hause nicht mehr Nahrunasspielraum genug, und zur Rodung der wilden Wälder fehlten ihnen die Werkzeuge, vielleicht auch etwas die Lust, denn sie waren im wirklichen und übertragenen Sinne „Bärenhäuter". Die mittelalterlichen Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum entsprangen kirchenpolitifchen Bestrebungen. Je stärker aber die Entwicklung der Volkswirtschaft wurde, um so gewaltiger wurde ihr Einfluß auf die Politik. Dies gilt in ganz besonderem Maße von der neuesten Zeit. Man kann dabei zwei Hauptströmungen unterscheiden: polittsche Bewegungen mit wirtschaftlichem Untergründe und wirtschaftliche Bewegungen mit politischem Untergründe. Bei den politischen Bewegungen mit volkswirtschaftlichem Untergründe spielen die Engländer eine besondere Rolle. Das 16. und zum Teil das 17. Jahrhundert waren ausgefüllt mit Religionskriegen. Es folgten im Rest des 17. und im 18. Jahrhundert Handelskriege. Wenn England mit Holland, Frankreich und Spanien Kriege führte, oder führen ließ, so geschah dies, um diesen Ländern ihre Vorrnachtsftellung im Handel und in der Kolonialpolitik zu nehmen. Die endlosen blutigen Kriege Napoleons 1 und Englands, einschließlich ihrer beiderseitigen Bundesgenossen, galten im Grunde auch nur der Stellung als Handelsvormacht. Um Englands wirtschaftliche Macht zu brechen, führte Napoleon dre Kontinentalsperre ein, strebte er immer wieder nach der Besitzergreifung Indiens. Und wenn Englands tonangebender Minister der Gegenwart, wenn Chamberlain eine immer engere Verbindung des Mutterlandes mit den Kolonien, also das „Greater Britain", erstrebt, so will er damit beizetten der englischen Volkswirtschaft mögttchst viel Absatzmärkte sichern, ehe sich die deutsche und die amerttanische Konkurrenz überall niedergelassen haben. Warum führt England den Krieg gegen die Buren so zäh weiter? Doch nur wegen der südafrikanischen Goldminen, deren Besitz Englands Reichtum und Herrschaft Über den Geldmarkt in£ Unermeßliche vermehren wird. Amerika betreibt seine polttische Expansion nur, um sich neue Absatzmärkte zu sichern. Deshalb hat es den Spaniern Kuba, Portorieo und die Phttippinen abgenommen, deshalb ist es nach China gegangen, deshalb auch der Panamerikanismus, lleberhaupt beruht alle Kolonialpolitik auf wirtschaftlicher Basis. Warum ist Deutschland nach China gegangen? Weshalb treiben wir, Rußland zum Trotze, türkenfreundliche Politik? Wett wtt für unsere Industrie und unser Kapital Absatz und Anlage, für die wachsende Bevölkerung Arbeit suchen. Auch die polttische Haltung Rußlands gegenüber Frankreich ist stark von wirtschaftspolitischen Einflüssen diktiert. Die wirtschaflliche Lage Rußlands -ist sowohl in der Landwirtschaft wie in der Industrie nicht unbedenklich. Eine Katastrophe kann nur durch eine neue Geldzusuhr vereitelt werden. Der Besuch des Zaren sollte die russenfreundliche Gesinnung in Frankreich wieder so anfeuern, daß der französische Sparer seinen allezeit gefüllten Spartopf für den bedürftigen russischen Bruder aufmackt. Damtt sich aber der Deutsche nicht gekränkt fühlt, oarf er dem Russen ebenfalls borgen. Um seine politischen Beziehungen zu den Valkanstaaten zu stärken und zu erhalten, hilft Rußland dort mit wirtschaftlichen Mitteln nach. Um Persien und China an sich zu binden, läßt Rußland es an wtttschaftlichem Kitt nicht fehlen. Französische und ungarische Chauvinisten planen bie Gründung einer Bank, um unter diesem Deckmantel dreibundfeindliche Politik zu treiben. Das schlagendste Beispiel für wirtschaflliche Bewegungen mit politischem Untergründe bietet Deutschland. Fürst Bismarck hat den Zollverein an die Freihandelspolitik der Weltstaaten angeschlossen, weil er darin ein Hilfsmittel auf dem Wege zu seinem großen Lebensziel erblickte. Freilich tadelte er später die Vermischung von Politik und Volkswirtschaft, als Caprivi erllärte, die Handelsverträge hätten auch den Zweck, unsere politischen Verbündeten zu stärken, lleberhaupt ist Der Grund ton zu all den Kämpfen um die Erneuerung der Handelsverträge ein politischer. Wie der Mittellandkanal, so ist auch der neue Alltarisentwurf eine Position in dem" großen allgemeinen Kampfe zweier politischer Strömungen. Im Ge- treidezoll und Zolltarif wird der immer noch gewaltige Einfluß des oftelbischen Großgrundbesitzes im Staate bekämpft. Aachen, 18. Okt. Heute wurde in Anwesenheit des Kronprinzen das Denkmal Kaiser Wilhelms enthüllt. Das Denkmal ist von Professor Schaper geschaffen und zeigt Kaiser Wilhelm zu Pferde. Karlsruhe, 18. Okt. Die Enthüllung des Denkmals des Prinzen Wilhelm von Baden, eines Bruders des Großherzogs, wurde heute in Anwesenheit der großherzoglichen Familie sowie anderer Fürstlichkeiten der Spitzen der Militär- und Zivilbehörden usw. feierlich vollzogen. Bei dem Festbankett forderte der Großherzog aus, die Vergangenheit zu ehren und auf diese die Jugend hinzuweisen, was besonders Not thue. Jetzt, da wir in einem festen geordneten Zustande uns befinden, sei es mehr denn je nötig, auf die Zeit hinzuweisen, wo das nicht der Fall gewesen. Das Reich sei errungen und ein Kaiser, der das Heer mit diesem Gedanken erfülle, und durch das Heer das Volk auf diesem Wege mitreiße, werde alles erreichen. Jeder gute Deutsche denke heute an Leipzig, wo der erste Anfang zum freien Deutschen Reich geschah, aber daß dies erst jetzt erreicht worden sei, danke man auch Kaiser Friedrich, der nicht geringen Anteil an den 1870 errungenen Siegen habe. Das Kaiserreich habe eine Festigkeit erlangt, die nur durch das Heer, wie es jetzt bestehe, gestützt, verteidigt und erhalten werden könne. Der Frieden, in dem wir leben, könne nur erhalten werden durch Macht und Stärke und diese sei das Heer, das die Zukunft des Volkes, die Schule und Erziehung der Nation sein solle. Zu einem Hoch auf den Kaiser fordere er auf, das zugleich ein Eid und Bekenntnis unb1 eine Versicherung fei, denn der Kaiser fei des Landes Hort. Nürnberg, 18. Okt. Eine Versammlung entlassener arbeitsloser Chinakrieger beschloß einstimmig, an die Staatsregierung um Zivilanstellung, eventuell um Unterstützung der Eltern und Familien der Arbeitslosen zu petitionieren. Ausland. Paris, 18. Okt. Dem Blatte Sieele zufolge soll der Zustand des Papstes Anlaß zu ernsten Besorgnissen geben. Derselbe fei äußerst schwach und könne kaum noch die Lebensmittel' zum Mu»nde führen. Er befinde sich meist in einem schlummerähn- lichen Zustande, der als sehr gefährlich betrachtet werde/ Bei Empfängen werde er nur künstlich aufrecht erhalten. Wien, 18. Okt. Das Abgeordnetenhaus wählte heute den Obmann der deutschen Volkspartei Professor Kaiser zum ersten Vieepräsidenten. Kaiser erklärte, die Wahl anzunehmen. Als derselbe zu sprechen begann, verließen die Alldeutschen, Polen und Ezechen demonstrativ den Saal. Nach Beendigung der Rebe setzte das Haus die Debatte über den Dringlichkeitsantrag der Jungezechen betreffend den deutschen Zolltarif fort. Nach einer Rebe des Generalredners Kozlowski wird die Dringlich feit angenommen und der Dringlich keitsantrag Forscht den Ausgleichsausschuß verwiesen. Sämtliche Redner sprachen sich für die Dringlichkeit und für den Abschluß eines Handelsvertrags mit Deutschland aus, jedoch umbsr Berücksichtigung der österreichischen Interessen. Belgrad, 18. Okt. Wie verlautet, besteht innerhalb des Ausschusses, der das neue Preßgesetz ausarbeiten soll, die Absicht, den nächsten Angehörigen der Königin als Mitglieder des Königshauses die Unverletzt lichkeit zu gewährleisten. Manila, 18. Okt. Fünfhundert Boleros griffen ein Detachement amerikanischer Infanterie von 46 Mann bei Bongahan am Gandara-Fluß in der Provinz Samar an. Die Amerikaner hatten zehn Tote und sechs Verwundete. Der Rest der Kompagnie traf indessen noch zur rechten Zeit zur Hilfe ein, um weitere Verluste der Amerikaner zu verhindern. Die Boleros wurden nunmehr zurückgeworfen, wobei über hundert derselben getötet wurden. Man glaubt indessen, daß sie sich nur zurückgezogen haben, um Ver> ftärfungen heranzuziehen. Als die Meldung von diesen Ereignissen in Catbalongan eintraf, wurden zwei Kanonenboote nach dem Orte abgesandt. General Smith hat sich ebenfalls dorthin begeben. Newyork, 18. Okt. Das Schatzamt befahl die Verhaftung und Ausweisung von dreizehn deutschen Kellnern eines Newyorker Hotels, die kürzlich entgegen den gesetzlichen Bestimmungen unter Kontrakt aus Nau h ei m eingesührt waren. Vom Burenkriege. Einer Drahtung der „Times" aus Newcastle vom 17. d. M. zufolge nahm die berittene Infanterie Colvillas unweit der Swaziareuze eine feindliche Proviantkolonne von 15 Wagen weg, deren Bedeckung 400 Buren bildeten, die aber mit tausend Rindern ins Gebirge entkamen. — Einer Brüsseler Drahtung des „Standard" besagt, in Burenkreisen verlaute, daß das jüngste Auftauchen Bothas in Natal lediglich bezwecke, einen Teil der Streit kräfteKitcheners zu beschäftigen, um den 2500Mann starken Kommandos D'elareys und Kemps zu ermöglichen, unweit der Basuto- landgrenze in Natal einzudringen. Botha soll sich ohne Verlust zurückgezogen haben und gegenwärtig in der Nachbarschaft von Vryheid lagern. Im österreichischen Abgeordnetenhause richtete der neue Vizepräsident Kaiser eine Interpellation an die Regierung über die Stellungnahme Oesterreich-Ungarns zum Buren- kricge. Kaiser und die anderen Interpellanten richten an den Ministerpräsidenten die dringende Anfrage, ob die Regierung bei dem Minister des Auswärtigen mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken gedenke, daß Oesterreich-Ungarn für den endlichen Abschluß des Raubkrieges mittels Schieds- gerichts eintritt. Ferner, daß England veranlaßt werde, letzten^Platz gefüllt war. Nach einem den Anforderungen der Menschenrechte und des Völkerrechts Arzt Dr. Braun. Hundgeburth behauptete lieber, früher eine Kuhmagd gewesen Dieser gerecht zu werden tralität bewahre. ■ Den Vorsitz führte der praktische Chansonneffe" aus dem Passage-Theater in Berlin, die vielen Vortrag des Männcrgesang- Beifall findet, veröffentlicht cm Hannoversches Blatt. Traudchen abende eingerichtet werden und der nächste Montag den 28. Oktober im „Cafö Ebel" stattftnden. •* Schlägerei. Zu einer größeren Schlägerei kam es in der vorletzten Nacht gegen 2 Uhr im Wartesaal 4. Klasse unseres Bahnhofs zwischen Handesleuten, die vom Grünberger Markt heimkehtten. Schon im Zug hatten sie Streit bekommen, der im Wartesaal zu einer Prügelei ausartete. Die eingreifenden Bahnbeamten waren machtlos. Bis die Polizei erschien, hatte die „Schlacht" indessen schon ihr Ende gefunden, und die Schutzleute konnten nichts anderes thun, als die Namen von etwa 30 Kämpfern feststellen. s. Grünberg, 18. Oktob. An Stelle des nach Grünberg versetzten Pfarrvikars Schmidt ist Pfarramtskandidat Grau- h ling von hier zum Pfarrvikar in Treis a. d. Lda. ernannt ; Kosten des Verführens. — Der Streckenarbeiter Hermann Josef Arnold von Mosbach ist geständig, auf der Bahnstrecke Bad-Nauheim—Butzbach aus Güterwagen mittelst Abschneidens oder Ablösung der Befestigungsmittel sowie An- daß sie ein waschechtes Berliner Kind ist, das die ländliche Komödie lediglich als Trick benutzt, um sich besser zur Geltung zu bringen. Diese Enthüllung ist die Begleiterscheinung eines Zwistes zwischen Traudchen und Hundgeburth, dre mit ihrem Impresario Schuller verheiratet ist und eigentlich Elise von der Porten heißt, und einem Koupletdichter, dessen Verse sie als „von der Kuhmagd selbst verfaßt" oorgetragen hat. * Das große Los verpaßt! Vor einiger Zeit wurde gemeldet, daß das große Los der letzten Ziehung der preußischen Klassenlvtterie nicht eingelöst worden sei. Kurz vor dem Verfalltermin, 19. Aug-, meldeten sich bei der Lotteriedirektion zwei Personen, die das mit dem Gewinn von einer halben Million gezogene «Los Nr. 19 894 verloren zu haben behaupteten. Der eine war ein Kaufmann aus England, der andere ein Kaufmann aus Lodz. Ersterer ließ durch einen Berliner Anwalt der preußischen Lotteriedirektion den Prozeß verkünden und strengte gegen den Kaufmann aus Lodz eine Feststellnngs- anklage an. Während die beiden prozessieren, stellt sich jetzt der rechtmäßige Inhaber des Loses bei der Lotterie- direktion vor. Es ist ein Rentner aus der Provinz, der das mit der halben Million gezogene Los präsentiert hat; — Er hat den Termin v erp aßt. o-----und daß endlich Oesterreich-Ungarn dstmMig «er. Teil die Inschrift „Unserem Bismarck« und roerter unten biek. Kortzflcisch, der bei dem hiesigen litauischen Dragoner-M* “ Ter Taglöhner Konrad Be der von Berlin Verse: Regiment stand, und noch unter Friedrich dem Großen nabnt hie von ihm eingelegte Berufung gegen ein Urteil „Schier ein halbes Jahrtausend steh ich aus raaender Hohe, fochten hat, beging am Dienstag nn Kreise ihrer Kinder Schöffengerichts Alsfeld vom 10. September, ba§> ihn Kündete treulich der Stadt, wenn sich der Femd chr genabt. unb (§nfel den h un d er t st en Ge b utstag. Die alte Dame wegen Bettelns der Landespolizaibehörde überwiesen hatte, hÄabtia®erteteUnnt auS SÄ ®“ab.« ist körperlich und geistig noch ziemlich riiftig; sie weiß noch zuruck. - Tte aus demselben Grunde, nämlich der Anwend, aus “1toa6 Detanftatteten ge®U^^felten Liel aus ihrer Kinderzeit zu erzählen, aus jenen Jahren stng der lleberweisuna, verfolgte Berufung des TaMne^ 3 Uhrp einaclettct durch eine Zu- in denen die Franzosen hier im Nordosten wüteten und Phllipp Th il von Kassel gegen em Urteil des Schossen- sammenkunf? der Schule/ Vereine und übrigen Teil- plünderd durchs Land zogen. Die Jubilarnidurch ge^rich^ —'Der° Kausmann^R^bert H ecke r^ii?Gießen war nehmer am Bismarckturm. Nach dem Gesang eines vielfache Ehrungen - chr ein kostbares durch Erkenntnis des Schöffengerichts Gießen vom 30. Aug. Liedes ergriff Landrat Dr. Sartorius das Wort zu Tilsiter Dragoner-Regimentsi übersandte e1^ zur Last gelegten Uebertretung der Gewerbevrd- einer Ansprache an die überaus zahlreich nicht nur gus | Blumen stuck uub ließ ihr durch die RegimentskaPeNe em nul freigesprochen worden, die darin erblickt worden war, Wetzlar, sondern auch aus der näheren und weiteren Um- Ständchen bringen. Der Oberbürgermeister überreichte eine ba$ er feine mit einem Wirtschaftslokal verbundene Spe- acaenb zu der Feier erschienenen Bismarckverehrer. Er schloß vom Kaiser gestiftete Jubiläumsbibel. Nachmittags sand zu zereihandlung über 9 Uhr abends vfsenaelassen hatte. Die mit einem Hock auf den Kaiser, in das die Anwesenden be- Ehren der Jubilarin em Festmahl statt. Staatsanwaltschaft hat gegen diese Entscheidung das Rechts- g-ist-rt einftimmten. Darauf wurde die Nattonalhymne ge. » In der Gumbinner Mordsache hatte sich der mittel der Berufung eingelegt und beantragt^den An. funqen Die Festtede hielt Pfarrer Gunder, dessen treff- Verteidiger Martens unter Nennung von Namen uud Auf- genagten IN eine Geldstrafe von 5 Mark zu verurtetten. Tie lich? Worte Nitt enthusiasüschem Beifall ausgenommen wurden, zählung von belasteten Thatsachen IN einer Eingabe an da-' Urteilsverkündung w'rd^°uf^T°g° au^g^ Nach dem Gcjangc des Chorals „Nun danket alle Gott« er- Generalkommando des I. Armeekorps in Königsbeig mit S Ganmrkuna Babenhausen durch Fahrlässig- folgte die Uebergabe des Turmes an die Stadt, der namens! der Bitte gewandt, diese Spur m entsprechender Weise zuI • beS Heinrich BäcEler, Sohn des gleich- dieser von Bürgermeister v. Zengen übernommen wurde, verfolgen. Das Generalkommando hat daraufhin sofort eine Kreissäaemüllers, verursacht zu haben und zwar Der gemeinsame Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland eingehende Untersuchung angestellt. Diese ist indessen nun- babur(j. ba$ er die Aufmerksamkeit, zu der er bei der über alles" beschloß die Feier. Abends gegen 6 Uhr wurde auf mehr wieder eingestellt worden, nachdem es sich t^geben igebienung der Kreissägemaschine verpflichtet war, außer dem Turm ein Feuer abgebrannt, das weithin sichtbar war. Auch hat, daß den Grund zu den angeführten Indizien lediglich 9^ ließ. Der Angeklagte giebt den augemeinen That- auf einigen Anhöhen im Umkreise waren Freudenfeuer angezündet haltlose Gerüchte gegeben hatten. bestand der Anklage zu, leugnet aber jedeihm zur ui] worden. Abends 8 Uhr vereinigten sich die Festteilnehmer zu emem * DaS dose Traudchen Hundgeburth. Ent- fallende Schuld. Es entwickelt ftch eme^sehr^ausgedehnte Kommers mt Saal des SchühengartenS, der bte auf den I hüllimcwn über -Traudchen Hundqebirrth", eine „ bäuerliche! Bewer-ailfnahmev Nach rhrer Beendigung beantragt der Warte angezündet worden sei, die Freudenfeuer, in denen nunmehr alljährlich die zum Bismarckturm umgebaute M 1 Warte erstrahlen solle, ein Wahrzeichen der deutschen Em- AU5 §tovi UNv KMo. heit seien, die Bismarck, der Mann ohne Menscheusurcht, Nachrichten °7n aUgememcm Jnteresie si.w unsstets das Bild Es deutschen Mannes, SWbet. Sinn sei und werden augcmeßen honoriert. er unter Vorbild. Aber auch in Der ^reue, mu oer er ®ieften 19 Oktober 1901. ,seinem Kaiser gedient habe, müs^e br un^ Vorbild fein. ./ . ' . ’ ., ... Er schloß mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm. Nach dem •* Kann ein Richter in eine Gerlchtsschrelberstelle verhetzt gemeinsamen Gesang der Nationalhymne und einem Liede werden? Am gestrigen Freitag hat das Reichsgericht m b^ Männer gesangvere ins hielt Rektor Luerßen dieF-est- Leipzig eine diese Frage behandelnde Klage des hessischen rede, in der er die Verdienste Bismarcks auf politischem, Amtsrichters E. verneint. Wir verweisen auf den besonderen! wirtschaftlichem und sozialem Gebiet hervorhob. Wenn n°hmtgung feines Abfchiedsgesuchs wurde mit der gesetz- die be» Sss^BLckdte Mach" der Finsternis Uchen Pension zur Disposition gestellt der Generalmaior!,^^^ Freilich habe er auch viel unter Anfeindungen, v. Madai, Kommandeur der 79. ^nf.-Bngade, unter Vei- Schmähungen und Verleumdungen zu leiden gehabt, und leihung des Charakters als Generalleutnant. ba^ h^ibe chm oft bitteren Schmerz bereitet. Wenn er •* NatiomUsozialer Verein. Am Mittwoch fand im „Cafs aber jetzt aus dem Grabe stiege und überall die gewaltigen Ebel" eine Sitzung des nationalsozialen Vereins statt, in der Türme und Feuer sähe, dann würde er beruhigt wieder über die Frankfurter Verhandlungen berichtet wurde. Zu in das Grab zurückkehren, denn er müßte sich überzeugen, hat. Allgemein wurde die Anmaßung gerügt, die arm ieg , Von den übrigen Ansprachen sei noch die ein Novum in der Geschichte der preußischen Klassenlotterie, daß Lorenz behauptet, Naumann völlig durchschaut zu haben, | Generaldirektors Kaiser hervorgehoben, der den „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, vieler unb selbst vor dem schweren Vorwurf nicht zuruchcheut, Nau- L^aliebern be§ geschäftsführenden Ausschusses für ihre Dritte ist der preußische Fiskus, der jetzt nacy^Erledigung mann sei innerlich selbst nicht mehr von der Güte seiner Sache B^niuhungen um das Zustandekommen des Werkes, ins- aller Förmlichkeiten die halbe Million mit tyreuoen in überzeugt. Ferner wurde das Programm für die Winter- besondere dem Landtagsabg. Schlabach, dankte, und seinen Säckel thun wird. Ob gegen, die beiben falfchen arbeit besprochen. Im Laufe des November hofft man, bie des letzteren, der auf die Unterstützung hinwies, die „Gewinner" etwas zu unternehmen sein wird, kann wohl Maurenbrecher für einen Vortrag zu gewinnen. Um Kreis und°Bürgerschaft der Ausführung des Planes ge- jetzt noch nicht feftgestellt t^rden. „ imnnnfniere Ausivracke und aenauere Bekanntschaft der widmet. Der Vorsitzende verlas Telegramme dev Ober- * Konstantinopel, 18. Ott. In einer hiesigen Fa» Ntttaliede/ iu ermöglichen sollen für die Zukunft Stammtisch- Präsidenten Nasse, sowie des Reichs- und Landtagsabg. milie sind gestern vier Pest fälle festgestellt worden, wovon Mitglieder zu ermog ch , \ c Tt I Krämer, des Fürsten zu Solms-Lich und des Prinzen zu einer bereits tätlich verlief. — Der gestern von Smyrna em- Solms-Braunsels, die dem Feste gutes Gelingen wünschten. > offene französische Dampfer „Equateur" setzte einen an An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm ab- ecfranften Schiffsjungen an Land, der ohne Wiffen Seber-Duisburc^ u^^FüM H^erbber^B^marck^^W^ittre^Bm>! Gesundheitsbehärde in das französische Krankenhaus ge- träge des Männer - Gesangvereins sowie gemeinsam ge- schafft wurde. Alle notwendigen Vorsichtsmaßregeln sind sungene Lieder trugen viel zur Erhöhung der festlichen | ergriffen. Stimmung der Feiernden bei, die noch manche Stunde —..... bei einem guten Tropfen zusammenblieben. Kleine Mitteilunqen aus Hessen und den Nachbarstaaten. J F In der Ziegengaffe in Kassel stürzte sich eine 83 Jahre alte D. Gießen, 18. Okt. (Strafkammer.) Der noch Witwe vier Stock hoch aus dem Fenster. Sie war sofort jugendliche Karl Rübs am en von Ruppertenrod ist aw tot. - Der Chemiker Dr. phil. Gerhardt Lorenzen in geeklagt, am 22. Juni eine zum Beweis von Rechten dienende nn des von ibm aemackten Privaturkunde fälschlich angefertigt und zum Zwecke der £ranJfurJ JfL,an Än« d-n Täuschung von ihr Gebrauch gemacht, auch durch diese Hand. Vergiftungsversuch^ gestorben. Was den 4chahrigen Mann, { SSermögen ber Molkereigenosselischaft ih Groß. roorben «der erst vor einiger Seit au§ .^erhn ^e^er gedogen roar,\^n ^schädigt zu haben. Die Mutter des Angeklagten p Rad.Naubeim 18 Oktober. Die Regierung läßt in m öen Dod getrieben hat, ist nicht bekannt. Um Freitag t)er Anstiftung beschuldigt. Die Angeklagten find im l. , * grx. . hpSpnHnmp Aenderunaen und Neuer- wurde beim Ueberschreiten der Geleise auf der Station allgemeinen geständig, suchen aber die ihnen zur Last ge* biefem Winter bedeutsame e g ^nannte Nödelheim der dortige Stationsassistent Kinkel von einer legte Strafthat in milderem Lichte darzustellen. Nach dem ungen hier vornehmen. ß J^ 9 Sron&erger Rangiermaschine erfaßt und überfahren. Der Ergebnis der Beweisaufnahme beantragt die Staatsanwalt. Donnerbrucke", die am Ende der Parkall^' "ber Usal b9ec Stelle ein. Kinkel war etwa 35 Jahre schuft Freisprechung des Angeklagten Karl Rübsamen, Zw führt, abgensien und durch eme neue, massive sehr bmte I rooßJtc im Stationshaus Rödelheim. Er hinterläßt erkennung einer Gefängnisstrafe von acht Tagen gegen dn Brücke ersetzt. Es wird damit em Plan ausgesiihrt, der schon gnitmp imx nier kleine Kinder — In Mainz starb am Angeklagte Marie Rübsamen. Das Gericht erkennt dem über zehn Jahre alt ift Die alte Brücke war für den großen Wttwe und vier^^kleme-Kinder. Marnstarb am u bec Staatsanwaltschaft gemäß .bezüglich des Asi. Verkehr von und nach der Bahn zu schmal und jeder Wagen, Donnerstag der Großh. Baurat, Kreisvaumfpenor ^org. ^^n Karl R., die Angeklagte Marie Rübsamen wiM der darüber fuhr, erweckte em donnerähnliches Geräusch; da- ! Schneider. wegen vollendeten Betrugs in eine Geldstrafe von 40 Mk r mnmp sie ferner nur aus Eisen und Holz-! - zr .., , ! verurteilt. Den Thatbestand der Urkundenfälschung erachtet w*I- - u » W-Uttnnschtts. I«Äff*-"S®,-JS<“"SSS ist der von Garbenteich gebürtige Karl Plitz, der bei dem hiesigen Kohlenhändler Eduard Kinkel in Stellung war und die Gelegenheit benutzte, auf gefälschte Quittungen von den Kunden seines Brotherrn geschuldete Geldbeträge einzu- ziehen. Da er vielfach, insbesondere auch wegen Betrugs vorbestraft ist, erkennt die Kammer gegen ihn auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr, unter Anrechnung eines Monats der erltttenen Untersuchungshaft, und die Staatsanwalt, wegen fahrlässiger Tötung unter weitgehender Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu erkennen; der Verteidiger des Angeklagten beantragt Freisprechung. Tie Kammer erkennt auf eine Gefängnisstrafe von drei Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt betrachtet wird. — Der Arbeiter Johannes Möller in Lanzenhain ist angeklagt, am 19. August zu Rudlos den Joseph Ritt von da vorsätzlich mit einem Messer körperlich verletzt und an der Gesundheit beschädigt zu haben. Ter Angeklagte bestreitet im allgemeinen nicht den Thatbestand der Anklage, leugnet jedoch den Vorsatz der Körperverletzung. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft wird dem Angeklagten angerechnet; das benutzte Messer wird eingezogen. 8. Darmstadt, 18. Cft. Die Strafkammer verhandelte heute gegen die 44 Jahre alte Frau Marie Gerhard, geb. Ruppel, aus Oberflörsheim, jetzt wohnhaft in Mainz, wegen Betrugs. Sie war bis zum Frühjahr Besitzerin der „Mamspitze" in Rüsselsheim nebst der dazu gehörenden Druckerei, die sie vor einigen Jahren für etwa 12000 Mk. gekauft hatte. Tas Geschäft rentierte aber nicht in der gewünschten Weise, sie klagte verschiedentlich über den schlechten Geschäftsgang. Um das Geschäft nun günstig oerfmifen zu können, machte ste verschiedenen Reflektanten falsche Angaben über den Umsatz, und sand auch in dem Buchdrucker K. Freudemann einen Käufer, der das Geschäft übernahm, da nach Aussage und schriftlichen Niederlegungen der bisherigen Besitzerin im Jahr für ca. 12000 Mk. Aceidenzen hergestellt würden. In raffiniertet Weise leugnete und verdrehte sie heute alles. Es stellte sich heraus, oaß nicht die Hälfte des Umsatzes vorhanden war. Durch 17 Zeugen imb Sachverständige wird ihre betrügerische Handlungsweise hinreichend nachgemiesen. Auffallend ist, daß das Kontobuch über die Aeeidenzen nach dem Verkauf plötzlich ver- schwmrden war. Der Gerichtshof hält sie des Vergehens des Betrugs durch Verschweigen richtiger und Angabe falscher Thatsachen für überführt unb verurteilt bie Angeklagte in eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten urtb in eine Geldstrafe von 400 Mk. Sie erkannte bas Urteil nicht an. Theater, Kunst und Mistenschast. Berlin, 18. Okt. Zu Ehren bes Professors Virchow wurde heute in dem festlich geschmückten Prunksaale des Rathauses ein Festmahl veranstaltet, an dem etwa 200 Personen teilnahmen. Der gesamte Magistrat und die Stadtverordneten, mit Ausnahme der Sozialdenwkraten, waren erschienen. Oberbürgermeister Kirschner brachte den Toast auf den Kaiser aus. Er wies darauf hin, daß der Kaiser durch die Anerkennung der Thätigkeit Virchows einen neuen Beweis seines Interesses für die Wissenschaft gab. Er habe in herzlichen, rein menschlichen und anerkennenden Worten bie Verdienste Virchows gewürdigt. Stadwerordnetenvorsteher Dr. Langer- Hans brachte ein Hoch auf Virchow au§, der dankte und auf seine Bestrebungen für Die Hebung der Gesundheitspflege in Berlin hinwies, sowie die Notwendigkeit der Einigkeit zwischen den Stadtverordneten betonte. Langerhans schloß mit einem Hoch auf die Stabt Berlin. — Zu Virchows 80. Geburtstag hat der Zar ihni den Weißen Adler-Orben verliehen. — In Chemnitz fanb bie feierliche Enthüllung des Theo vor Körner-Denkmals in Anwesenheit ber Spitzen bet Be- hörben statt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft Gießen, 19. Oktober. Marktbericht. Auf beni heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,00—1,30 Mk., Hühnereier pr. Stück 0—0 Pf., 2 Stück 13—17 Pf., Käse pr. Stück 5—9 Pf,. Käsematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,70—1,00 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,20 Slt, Hahnen pr. Stück 0,70—1,40 Mk., Enten pr. Stück 0,00—0,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,00—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebelri pr. Zentrier 5,00—5,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 8—16 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Traub en 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen fellgeboten werden. Sttirnberg, 18. Okt. Nach einer Meldung des „Fränk. Kur." genehmigte die Direktion Schuckert Elektrizität-Gesellschaft die von den Arbeitern beantragte achtstündige Arbeitszeit. Tabak. Der Einkauf der Sandblätter ist mit Ausnahme einiger Orte 6er Rheinpsalz so ziemlich beendet. In Orten wie Seckenheim rc. ging es sogar zum Teil sehr stürmisch zu. Es wurde daselbst Mk. 23 bis 24 angelegt. In Knferthal wurden bezahlt Mk. 15 bis 16. Feudenheim Mark 15 bis 18, in Viernheim wurde mit dem Abhängen des^Tabaks begonnen. In alten Tabaken ist es sehr ruhig, es fanden nennenswerte Umsätze nicht statt. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 8 bis 9,50 gebündelte Mk. 11. TeEephonischer Kursbericht Frankfurt a. M., 19. Oktober. 372% Reicheauleiho . . 100.25 Kreditaktien.....195.00 30/, do. ... 89.45 Diskonto-Kommandit . . 171.25 87,% Koneola .... 100.15 Darmstädter Bank . . . 116.40 3° o do...... 89.60 Dresdener Bank .... 118.90 3l/2% Heesen .... 98.10 Berliner Handelsges. . . 130 3ü 5% Italien. Rente . . . 99.40' Oesterr. Staatabahn . . . 132.50 4 /q Oriech. AIonopol-Anl 42.30 , Gotthar-ibahn.....154.50 30/. Portugiesen .... 25.60 | Laurahütte ...... 180.50 3Vo Mexikaner .... 25.60 Bochum . ...... 160.80 4%7ö Chinesen .... 84.60 ; Harpener......155.00 Tendenz: schwach. Neueste Meldungen. Originatdrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. Berlin, 19. Okt. Die bisherigen Beratungen des Bundesrats zum Zolltarif tragen den Charakter einer General- debatte. Die zweite Lesung des Zolltarifentwurfes wird in nächster Zeit erfolgen. Berlin, 19. Okt. Die Beratungen betr. die Neuregelung des Arzneimittelverkehres sind znm Abschluß ge- kommen. Dem Erlaß einer kaiserlichen Verordnung darf in Kürze eutgegengcsehen werdeu. Berlin, 19. Okt. Zn hiesigen Börfenkreisen verlautet, daß eine bekannte Hamburger Importfirma amerikanische Kokskohle erheblich unter den in Deutschland gegenwärtig bestehenden Preisen angcboteu erhalten hat. Diese billige amerikanische Offerte werde sicherlich nicht verfehlen, auf die Preisbildung des Syndikats Einfluß zu üben. Lübeck, 19. Okt. Der Schleppdampfer „Anny" ist 14 Seemeilen von Travemünde entfernt gesunken. Die Mannschaft errettete sich auf Schiffsbooten. Hamburg, 19. Oct. Die dreiaktige Märchenoper „König Drosselbart" von Humperdinck hatte bei der Erst- aufführuug im Hamburger Stadttheater einen durchschlagenden Erfolg. Hamburg, 19. Okt. Der englische Viermaster „Hatting- ton", mit Petroleum nach Schanghai unterwegs, ist mit 30 Mann Besatzung untergegangen. Hamburg, 19. Okt. Bei der Station Halstenbeck der Altona-Kieler Eisenbahn fand gestern Abend ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt. Personen wurden nicht verletzt, doch wurde das Geleise stark beschädigt. Der Personenverkehr erlitt eine erhebliche Verspätung, da die Reisenden ,an der Unfallstelle umsteigen mußten. Paris, 19. Okt. Der ehemalige Arbeitsminister Yves- Guyot schreibt iu dem regieruugssreundlichea „Siöcle" zur Frage des Gesamt aus st and es, es sei eine Uebertreibung, wenn mau von antirepublikanischer Seite behaupte, der Gesamtausstand bedrohe Frankreich mit einem sozialen Kriege. Es bestünden jedoch zweifellos einige Herde, von denen ernste Ruhestörungen ausgehen konnten. Die Regierung muffe unter diesen Umständen zwei Dinge thun: sie muffe 1) erklären, daß die Demission des Arbeitsministeriums augesichts der Drohung des Bergarbeiter- Verbandes nicht weiter beraten werden könne und 2) die nötigen Maßnahmen treffen, um die Sicherheit der Person und des Eigentums zu schützen, d. h. die Anführer der bewaffneten Banden festnehmeu und die Waffen mit Beschlag belegen. „ Wenn die Negierung diese Maßnahmen nicht treffe, dann wären ernste Folgen in drei oder vier Bergbauzentren in Mittel- und Süd- frankreich zu befürchten. Dreux, (Dep. Eure et Loire) 19. Okt. Hier wurde ein 17jähriger Bursche verhaftet, der eingestand, die 5 Kinder des Landwirts Stiere in Cotancy ermvrd et zu haben. Der Vater der Ermordeten befindet sich seit Monaten in Unter- suchungshaft unter dem Verdacht, das Verbrechen begangen zu haben. Tunis, 19. Okt. Gerüchtweise verlautet, zwischen Eingeborenen seien bei Bizerta ernste Streitigkeiten vorgekommen, wobei mehrere Personen getötet oder verwundet worden seien. Berlin, 19. Okt. Der in der Schöneberger Mord-As faire verhaftete Laubenwächter Neitzel hat vor dem Untersuchungsrichter das Geständnis abgelegt, daß Nikolaus und Scholten ihm am Tage der Dtordthat ein- g e st a n d e n hätten, den Mord begangen zu haben. Wien, 19. Okt. Als der Präsident des Abgeor-v-i netenhauses Graf Vetter in seiner Begrüßungsrede über die Verlobung der Erzherzogin Elisabeth gesprochen und mit der Verlesung der Eingänge begann, fragte der Abg. Pernerstorffer, warum der Präsident nicht auch über die Ermordung McKinleys gesprochen habe. Graf Vetter antwortete: „Ich hatte es vorbereitet, Graf Go- luchowsky aber war dagegen". Es erfolgte nun die offizielle Ertlärung, Goluchowsky habe in der Konferenz mit beit Präsidenten beider Häuser die Meinung ausgesprochen, seit McKinleys Tode sei zu lange Zeit verstrichen, um jetzt noch auf das Ereignis in einer Kundgebung des; Reichsrates zurückzukommen. Aus diesem Grunde unterblieb auch im tzerrenhause ein Nachruf für McKinley. Prag, 19. Okt. In den Helm'schen Mühlen brach gestern abend Feuer aus, dem drei derselben, die mit großen Vorräten an Getreide und Mehl gefüllt waren, zum Opfer fielen Das Feuer war um Mitternacht lokalisiert. Der Schaden wird auf 600 000 Kronen geschätzt. Paris, 19. Okt. Die aus ständigen Grube n-i arbeiter zeigen sich sehr erregt und man befürchtet Ge- waltthätigkeiten. Gerüchtweise verlautet, daß die Ausstän-- dischen die Gruben überfallen, die Schächte hinab- steigeu und die Arbeitswilligen zur Niederlegung der Arbeit zwingen wollen. London, 19. Okt. Aus Odessa wird gemeldet: 20 000 Mann Truppen aus dem Kaukasus gehen als Garnison nach Asien. — Aus Shanghai wird gemeldet: Der Präfekt Lhu- tscheu, welcher durch Spezial-Mriere den Wortlaut des kaiserlichen Tekrets betreffend Abänderung der Formen des Unterrichts erhalten hat, gab Befehl, das Dekret sofort; in Anwendung zu bringen. — Mehrere höhere Militär- Mandariner sind nach Tokio abgegangen, um auf Einladung der japanischen Regierung den dortigen ?)Lanövern beizuwohnen. — Nach einem Telegramm aus Durban sind 600 Kriegsgefangene in Pinetown in der Mhe von Durban eingetrossen. — Wie aus Colon depeschiert wird, beträgt die Gesamtzahl der auf Ceylon gefangen gehaltenen Buren 5125. Die Sterblichkeit unter ihnen ist gering. London, 19. Okt. Aus Simla wird berichtet: Die Lage in der Provinz Pundjap ist äußerst kritisch infolge der anhaltenden Trockenheit. Die Ernt« ist völlig vernichtet. Mehrere hunderttausend Eingeborene sind durch Hungersnot bedroht. — Wie behauptet Wirch hat das Kciegsamt Mitteilung gemacht, daß alle Yeomen> welche nach Südafrika gehen sollen, einen Moirat Soldj vor ihrer Abreise erhalten werden. Andererseits v.rlautet^ daß die Zeomen, welche sich noch im rückständigen Soldes befinden, benachrichtigt worden sind, ihren Sold in Empfang zu nehmen. Diese Maßregel hängt mit der Unzufriedenheit der Trupp en zusammen. London- 19. Okt. Aus Bloemfontein wird gemeldet: Die geflüchteten Eingeborenen des Oranje-Freistaates sind imj Norden von Bloemfontein in den Konzen trativns-- lagern untergebracht worden. Im ganzen haben in den 24 Konzentrations-Lagern 40 000 Eingeborene Unterkunft gesunden. Die meisten derselben beschäftigen sich mit Ackerbau. Moskau, 19. Okt. Das Blatt „Rußky Listock" auK Petersburg meldet, dort erhalte sich seit der Abreise des Sekretärs der Transvaal-Gesellschaft hartnäckig das Gerücht von einem angeblich bald bevorstehenden Ende des südafrikanischen Krieges. Es heiße, daß bie. freundschaftliche Intervention einer Großmacht dem Blutvergießen ein Ende bereiten, und daß alsdann in Südafrika der früh ere Stand der Dinge wieder aufgerichtet werden soll. Washington, 19. Okt. Staatssekretär Hay befindet sich nunmehr int Besitz des Vertrages betreffend den Ni.- caragua-Kan al. England hat in allen Punkten nach gegeben. Die Annahme des Vertrages scheint gesichert. Präsident Roosevelt hat bereits seine Zustimmung gegeben. Der Tribüne zufolge betrifft der Vertrag folgende zwei Hauptpunkte: 1. die Vereinigten Staaten sind allein berechtigt, für die Aufrechterhaltung der Neutralität des Kanals zu sorgen; 2. die Vereinigten Staaten werden allein das Recht besitzen, Festungswerke in der Nähe des Kanals zu errichten. 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Wfe Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt M- des Herrn Jürgensen-Herisau (Schweiz) bei. Briefe nach der Schweiz kosten 20 Pfg. Porto. IFcamiiie Gießen, den 19. Oktober 1901. eröffnet habe und sehe ich geneigtem Zuspruchs gerne entgegen. Hochachtungsvoll 6967 Heinrich Schneider, Buchbinder. Sämtliche Artikel für Titl. Behörden, Schulen und Bureaux halte in besten Qualitäten auf Lager. Bekanntmachung. In der Zeit vom 12. bis 19. Oktober 1901 wurden in hiesiger Stadt gesunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 2 Zwicker, 1 Regenschirm, 1 seid. Halstuch und 1 Damenstiefel, verloren: 1 gold. Medaillon. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände (belieben chre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, 19. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Stete Prim TmSMch per Flasche 70 Pfg. Stöbt. Schlachtham Freibank. Heute und Montag: Schstkißeisch 50 Pfg. 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Im Interesse der Pfandbriefbesitzer und Aktionäre der Pomm. Hypotheken» Akt.-Bank liegt es, dass der Antrag abgelehnt wird, da sonst der Konkurs der Bank welcher eine schwere Schädigung der Pfandbrief besitzen bedeutet und die Aktien wertlos macht, unvermeidlich erscheint. Ich bin bereit, Aktionäre kostenfrei zu vertreten und bitte um baldige Einreichung der Aktien ohne Coupon »bogen. 6957 Ferdinand Sander, Bankgeschäft, Frankfurt a. M. Lovys BierkcÜer. Sonntag bett 20. Kktoöer: Grosses Tanzvergnügen Anfang 4 Uhr. [04229] Glas Bier 10 Pfg. 1. Schloßgasse Nr. 15, vormittags 10 Uhr: 1 vollständige Bett, 1 Verticow, 1 Sopha, 1 ov. Tisch, 8 Rohrftühle, 1 Kleiderschrank, 1 Laoenschrank, Theke, Blumerrtisch und 5 Hühner. 2. Neustadt 55, uachm. 2 Uhr: Diverse sitberneRemontoir-Uhren. 3. daselbst, uachmitt. 3 Uhr: Im Auftrag der Konkursver- waltuna des Dachdeckers Heinrich Schmoll IV. in Gießen, ca. 4 Ko. verzinnten Draht, ca. 500 Rollen Dachpappe verschiedenerQualität, 10 Rollen Unterlagepapier, x/a Ctr. Nägel, Schieferbretter unb div. Dachdecker-Handwerkszeug, 1 Der-- ticow, 1 Sopha, Rohrsessel, Linoleumteppich, Regrllator, Waschkommode u. s. w. Sämlliche Versteigerungen finden bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher. Zar Anfertigung von Druckarbeiten aller Art empfiehlt sich die BröhWe Bniv.-Bueh- und Sleindruekerei (Pietsch Erben) Giessen, Schuletrasee 7. Eröffnung der Neubaustrecke i Lauterbach—Grebenhain— Crainfeld. Die Eröffnung der vorbezeichneten normalspurigen Nebenbabn findet am 1. November d.Js. statt. Die an chr gelegenen neuen Stationen dienen: a) Eisenbach nur dem Personen- und Gepäck-Verkehr, b) Frischborn neben dem Personen- und Gepäck-Verkehr noch dem EU- unb Frachtstückgut- und Kleinvieh-Verkehr, o) die übrigen Stationen der neuen Stteckeunbeschränktdem Personen-, Gepäck-, Güter- uno Viev- rc. Verkehr. Die Abfertigung von Sprengstoffen ist aus allen Stationen ausgeschlossen. Für die neue Bahnstrecke haben Gültigkeit die Baynordnung für die Nebenbahnen Deutschlands vom 5. Juli 1892 und die Eisen- bahn-Berkehrs-Ordnung vom 26. Oktober 1899. Mtt dem Tage der Eröffnung werden die neuen Stationen in die Gütev-Tarife der Preußisch- Heffischen Staatsbahnen einschl. derjenigen mü derOldetrburgischen Staatsbahn ausgenommen. Nähere Auskunft ercheitt das Verkehrsbureau. Frankfurt a. M., d. ILDft 1901. Köuigl. Eiseubahudirettion. Wer wäre "bsroit einige tausend Mark anf erste Hypothek (neue Objekte) bei gutem Zmsfuß und pünktlicher Zahlung zu verleihen. Gefl. 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