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Diese Stimmung kam rn folgender einstimmig angenommenen Resolution zum Ausdrucke: Wenngleich sowohl der Entwurf eiues Zolttarifgesetzes, . lute derjenige eines Zolltarifs, wie dieselben im „Reichs- . anzeiger" veröffentlicht worden sind, eine Reihe von Ver- besierungen gegen den jetzigen Zushand enthalten, so wer- ven doch beide — bei weitgehender Berücksichtigung der . Ztldustrte — den berechtigten Wünschen der Landwirtschaft nicht gerecht. Es bezieht sich dies namentlich auf folgende Punkte: 1. .tic gemischten Transitläger haben keine Ta- 5"?.derechtrgung mehr und sind ganz zu beseitigen. Die Einführung von Ursprungsattesten ist vorzusehen. 2. Ter eEermui für das Inkrafttreten des Gesetzes ist gesetzlich teitzutegen. 3. Das System des Doppeltarifs ist allgemein durchzuführen. 4. Die Mindestzoll- ’,n® ^ir Aetreide sind zu erhöhen, bie Spannung ^t’T[.c5cn ^sen und den Maximalsätzen ist zu ver- ' ?-Oß-ern. 5. Die Erzeugnisse der Gärtnerei undl des H a ck s r u ch t b a u e s bedürfen des Schutzes, Tabak und Hopfen des wirksamen Schutzes, die Zollsätze für Pferde sind zu erhöhen, diejenigen für Vieh sind nur nach dem Gewicht durchzuführen und ebenso wie diejenigen, für Fleisch und sonstige tierische Erzeugnisse zu er höhen. so ftrgt die „Dtsche. Tagesztg." sehr richtig zu, sehr zu bedauern, daß dte Veröffentlichung des Entwurfes ohue lede Begründung desselben erfolgt ist — Der engere Vorstand des Bundes der Landwirte wird vorn Ausschuß beauftragt, deinnächst eine Eingabe an den Bundesrat zu richten, in der diejenigen Zollsätze der Hauptprodukte des landwirtschaftlichen Betriebes anzugeben und zu begründen >tnc>, die der Ausschuß des Bundes der Landwirte als die str ein Gedeihen der deutschen Landwirtschaft unbedingt erforderlichen erachtet. Diese Eingabe mit Begründung soll alsdann veröffentlicht werden. Die Eingabe des Vorstandes soll von sämtlichen Ausschußmitgliedern unterzeichnet werden. Der Ständige Ausschu ßdes Deuts chenLand Wirtschaftsrats hat in den letzten Tagen unter Vorsitz des Scnfen Schwerin-Löwitz gleichfalls den Entwurf des Zoll- tarifgesetzes durchberaten und ist zu Resultaten gelangt, die geeignet erscheinen, die Position der Regierung noch zu erschweren. Einstämmig wurde eine Resolution ange- iwnimen, die eine weitere Erhöhung der Maximal- und Minimalsätze für alle Getreide arten, unter gleichzeitigem Wegfall der niedrigeren Ansätze für Roggen, Gerste und Hafer beansprucht, den Doppel- lariffürallelandwirtschaftlichenErzeugnisse verlangt und die Zölle für Vieh und sämtliche Produkte der Landwirtschaft und Gärtnerei verdoppelt bis verzehnfacht wissen will. Für eine Reihe von Lebensmitteln, darunter Kartoffeln, die nach hem Entwurf zollfrei bleiben sollen, werden ansehnliche, wenn auch auf eine bestimmte Zeit beschränkte Zölle verlangt. Auch eine starke Erhöhung der Eingangszölle für Tabak und Hopfen wird gefordert. Tie Anträge, die man an den Bundesrat zu richten beschlossen hat, gehen in der Hauptsache dahin: Tie Zollsätze für die vier Getreidearten (Roggen, Weizen And Spelz, Gerste und Hafer) sind gleichmäßig auf 7,50 Mk. zu normieren und die Mindestsätze hierfiir bis zu 20 Prozent auf 6 Mk. festzusetzen. Für Pferde follen die Sätze statt von 30—300 Mk. Pr das Stück von 60—375 Mk. normiert werden. Schlacht- »i-b sei von 12 Mk. pr. Ttzd. auf 20 Mk. zu erhöhen. Die Wie des Entwurfs für Schmalz und Talg sollen noch ver. »i rfacht werden, Eier würden nicht, wie bisher 3 Mk., nicht Ivie der Entwurf will 6 Mk., sondern bis 40 Mk. für den Deppelzentner zu tragen haben, für frische Kartoffeln (bisher ftti> werden vom 15. Februar bis 31. Juli 3 Mk. für Küchen- grioächse (bisher frei) 25 Mk., für frische Blumen, Blüten (bisher frei) 40 Mk., für frische Blüten und Gräser (bisher jirti । 25 Mk. veranlagt. Ferner wird die Erhöhung des tzvosenzolls nicht von 20 auf 40 Mk., sondern auf 65 Mk. gefordert und die Erhöhung des Tabakszolls von 85 Mk. auf 110 Mk. Als Zeitpunkt, zu dem das Zoll- t-arifgesetz in Kraft zn treten hat, soll der 1. Januar 1904 h das Gesetz eingesetzt werden, unter der Voraussetzung, des mit Zustimmung des Bundesrats ein früheres Jn- Jhafttreten bestimmt werden kann. Diese Sätze gehen den nichtständigen Mitgliedern des Ausschusses, — es sind Führer aus sonstigen landwirtschaft- (ifjett Vereinigungen, namentlich aus dem Bunde der Land- itrirte hinzugezogen worden, — zum Teil noch nicht weit Mag! Jedenfalls haben auch diese der Resolution un- b'tb.ngt zugestimmt, die folgenden Wortlaut erhielt: „Wenngleich der Entwurf eines Zolltarifgesetzes, ebenso rrie derjenige eines Zolltarifs, wie dieselben im „Reichs- 4 -chger" veröffentlicht sind, eine Reihe von Verbesserungen irgniüber dem jetzigen Zustande enthalten, so werden doch tibe — bei weitgehender Berücksichtigung der Industrie — kn berechtigten Wünschen der Landwirtschaft nicht gerecht. K bezieht sich dies namentlich auf folgende Punkte: 1. Die gemischten Transitläger haben keine Daseinsberechtigung mehr und sind ganz zu beseitigen. Tie Einführung von Ursprungsattesten ist vorzusehen. 2. Ter Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes ist gesetzlich festzulegen. 3. Tas System des Doppeltarifs ist allgemein durchzuführen, wenigstens für die Landwirtschaft. 4. Tie Mindestzölle für Getreide sind zu erhöhen, die Spannung zwischen diesen und den Maximalsätzen ist zu vergrößern. 5. Die Erzeugnisse der Gärtnerei, sowie Hackfrüchte bedürfen eines Schutzes, die Zollsätze für Wein, Tabak, Hopfen und Pferde sind zu erhöhen, diejenigen für Vieh sind nur nach dem Gewicht durchzuführen und ebenso wie diejenigen für Fleisch und sonstige tierische Erzeugnisse zu erhöhen." • • • In Sachsen hat der Landeskulturrat in einer Beratung über den Tarifentwurf sich für folgende Forderungen ausgesprochen: 1. Wegfall der Zollkredite bei der Getreideeinfuhr; 2. Beseitigung der gemischten Transitläger; 3. Erweiterung des Doppeltarifs auf alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse; 4. Erhöhung der zu niedrig bemessenen Mindestsätze für Getreide, um einen wirklichen Schutz des einheimischen Getreidebaues zu erzielen; 5. Herbeiführung einer größeren Spannung zwischen den Sätzen des allgemeinen Tarifs und den Mindestsätzen; 6. möglichste Gleich- stellurig der Zollsätze für Getreide; 7. Einführung eines Zolles auf Flachs; 8. angemessene Berücksichtigung der deutschen Gärtnerei. Hierzu bemerkt die „Köln. Ztg": „Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die sächsischen Landwirte sich durchaus darüber im Klaren sind, daß Anträge auf Erweiterung des Doppeltarifs und Erhöhung der Minimalsätze nicht die mindeste Aussicht auf Erfolg haben. Wenn sie trotzdem gespellt fo erben, so geschieht es eben nur in der Hoffnung, durch solche Forderungen der Agitation für Abschaffung des Doppeltarifs entgegenzutreten. Tie Beschlüsse der Berliner Versammlung werden jedenfalls unter einem ganz ähnlichen Gesichtspunkt ckaufgefaßt werden." Volitisch!' Tagesschau. Dem Interviewer des „Echo des Paris" gelang eS, den Grafen Waldersee in Hannover lange ouszufragen. Darüber wird auS Paris gemeldet: Graf Waldersee wiederholte seine Komplimente für die französischen Truppen und deren Führer, besonders die Generale Voyron und Bailoud und den Obersten Marchand. Der Interviewer erzählt weiter. An die Mög lichkeit eines deutsch-französischen Krieges bei seinen Lebzeiten glaubt Waldersee selbstverständlich nicht. Die Zeit habe sich zu sehr geändert. Auf die Frage, ob Kaiser Wilhelm wirklich die Absicht habe, nach Paris zu kommen, soll Waldersee im Ton der Ueberzeugung geantwortet haben: „Ach, wenn sich das ermöglichen ließe!" Ueber den Artikel der „Boss. Ztg." befragt, die Waldersee anklagte, nach dem Posten des Reichskanzlers zu streben, antwortete Waldersee: „Diese Leute sind toll. Die „Vosi. Ztg." greift mich seit unvordenklicher Zeit an, aber ihre Unterstellungen lassen mich kalt. Meine Stellung als Feldmarschall ist die höchste, die ein Soldat im Reich erstreben kann. Sie bietet mir Arbeit und Befriedigung genug, um mich auch fernerhin darin wohlzufühleu." Man sieht, viel Positives bringt diese Unterredung nicht Daß es sobald keinen deutsch fr anzösischen Krieg geben und daß Kaiser Wilhelm längst die Lust verspürt, Paris zu besuchen, ist ebenso bekannt, wie es für uns auch früher keinem Zweifel unterlag, daß Waldersee nicht darau denke, dem Kanzler den Rang streitig zu machen. Wte einem Berliner Blatte jetzt von durchaus zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, soll, trotz aller bisherigen Dementis, die viel besprochene Idee der Schaffung einer deutschen Kolonialarmee in letzter Zeit greifbare Formen an genommen haben. In den beteiligt en Ressorts sei man zu der Ansicht gelangt, daß bei der wachsenden Ausdehnung unserer Monialen Interessen die Gründung eines Kolonialkorps sich nicht länger umgehen lasse. Man verhehle sich allerdings in den leitenden Kreisen nicht die großen Schwierigkeiten, die der Ausführung dieses Projekts ent» gegenstehen, insbesondere sei man sich seiner finanziellen Tragweite in vollstem Maße bewußt. Darum sei man bemüht, Mittel und Wege zu finden, die Organisation dieses neu zu schaffenden Kolonialkorps unter möglichster Schonung der finanziellen Kräfte des Reichs ins Leben zu rufen. Der leitende Gedanke dabei sei eine sich aus Freiwilligen rekrutierende Truppe zu schaffen, deren Borbildung von An fang an ausschließlich auf den Dienst in den Kolonien zu geschnitten ist. Dte Ausarbeitung dieses Planes muß unter Zuziehung kolonialer Sachverständiger erfolgen und auch die Meinung des Grafen Waldersee soll in dieser Angelegenheit bereits eingeholt sein. Wir möchten daran erinnern, daß Graf Bülow s. Z. im Reichstage erklärte, die Schaffung einer Kolonialarmee sei nicht beabsichtigt! Fürstliche Heiratsplä ne werden von phantasie- reichen Journalisten unausgesetzt geschmiedet. Wir meldeten neulich- daß der junge Großherzog von Weimar in Greiz, Reuß ä. L., war. „Will er fron vieren gehen oder nicht?" fragten einige Zeitungen, die demnach auch den Töchtern Hermils des Unartigen keine deutsche Ge- Lrü!11?119 ^ytrau^1L Wan. zwar zu sagen, daß der nicht wert vom Birnbaum fällt., aber wer weiß es, daß die Orerzer Prinzessinnen ebenso verschrobeire An- srchten hegen wre ihr Papa! Im übrigen ist diese Erzählung bereits dementiert. Tann soll sich der Großherzog irr Gmunden umgesehen haben bei der Familie Eumberland; diese ist wenigstens reich, seit Kaiser Wilhelm in Kopenhagen betrogen worden ist, den Welsenfonds ihr zurück- zugeben. Was wohlthuend berührt, ist die verbürgte Rach-. richt, daß der hohe Herr feine Großherzogin unter den Töchtern der deutschen Lande sich suchen will. Ihn hindert übrigens nichts, seine Großherzogin unter den alten stan- desherrlichen Familien zu wählen; dem deutschen Volke sagt eine deutsche Fürstin jedenfalls mehr zu als die ge- priesenste exotische Prinzessin. — Deutschland für die Deutschen? — Auch dem Kronprinzen, der inkognito Errgland besucht, sagte man nach, daß stille Pläne für seine Zukunft über dieser Reise schweben; will mau ihn nicht auch 26 Jahre alt werden lassen, das Alter, das sein Großvater besaß, als er die Prinzeß Royal heimführte? Die ins Äuge genommene Dame ist eine Tochter des Herzogs vou Eonnaught, dessen Gattin eine Tochter weiland des Prinzen Friedrich Earl, des Feldmarschalls, ist. Leider hat die letztere in England sicht der deutschen Hei-, mat entäußert und ist zur Engländerin geworden, die traurige Gewohnheit so vieler deutscher Prinzessinnen, um derenwillen wir im Auslande nicht gerade besondere Achtung genießen. Im übrigen freit um die genannte Bruderstochter der verstorbenen Kaiserin Friedrich auch, wie es heißt, der jüngere Bruder Zar Nikolaus II., russischer Thronfolger solange, bis der Zar zu den bereits vorhandenen vier Töchtern sich eines Sohnes erfreuen wird. Die junge Tarne sehen deutsche Augen in Petersburg lieber als in Berlin, wo man von Heiraten in so naher Verwandtschaft sich nichts Gutes verspricht- Im Falle der russischen Heirat müßte die Prinzessin natürlich den orthodoxen Glauben annehmen, im — natürlich ganz unwahrscheinlich — andern Falle behält sie ihr anglikanisches Bekenntnis, wie denn auch ihre Tante Kaiserin Friedrich von einem Priester der englischen Hoch^kirche das letzte Abendmahl empfing, nach, englischem Ritus eingefegnet und selbst der Leichenwagen in englische Trauerfarben ge- kleidet war. — Nachrichten der toten Saison!___________ Die Ermordung des Rittmeisters v. Krofigk vor dem Oberkriegsgericht. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.) Stumbries: Ich erinnere mich nicht, den Sawatzki getroffen zu haben. Mir ist es so, als ob ich außer Marten niemand begegnete. Geschäftsagent Sellen eit: Eines Tages im Juni sprach ich mit dem Dragoner Androweit in der Wirtschaft von Franz. Ich bemerkte, nach der Versetzung Skopecks werde es den Angeklagten wohl schlecht gehen. Man werde ihm Versprechungen auf Beförderung machen. Dann werde er auch sicherlich aussagen, was er wisse. Ich sagte bann zu Ändroweit: (Siner muß es doch gewesen sein. Androweit antwortete: Ich weiß es, ober: Ich t)dbe es gesehen! Darauf fragte ich ihn: Ist es Marten gewesen? Anbroweit sagte: Bewahre! Oder Hickel? Auch nicht! Als ich bann weiter fragte, wer der Mann denn fei, den er im Auge have, schwieg Anbroweit still. Ich sagte bann noch: Skopeck scheint ja etwas zu wissen! Androweit antwortete: Bewahre, der weiß gar nichts. Wenn der etwas wüßte, hätte er es längst gesagt; denn er ist der der größte Feind DLartens. Wir haben Skopeck oft ausgefragt, aber er hat nichts gewußt. Ich hatte den Eindruck, daß sich niemand in die ^oach-e einmischen wolle. Einer äußerte einmal: Tie Wände haben Ohren, man könnte manches sagen. Beisitzer Kriegsgerichtsrat RöUer: Androweit, sagten Sie auch, daß Skopeck der Feind Martens sei? Androweit: Ja! Ich habe Selleneit erzählt, wie ich gesehen hatte, wie Marten mit den Zähnen knirschte, als ihn der Rittmeister abfteigen ließ. Als ich aber merkte, baß, Selleneit mich ausfragen wollte, wich ich weiteren Fragen aus, da es verboten war, über den Vorfall zu sprechen. — Marten behauptet, daß er gar nicht knirschen könne, da er falsche Zähne habe. Zeuge, Dragoner Weber, (der Besitzer des Karabiners, mit dem der Mord ausgeführt wurde): Als ich in die Stube hinaufging, war der Korridor dunkel. Ich begegnete auf dem Korridor einem Unteroffizier mit Mantel und Mütze. Es schien mir, als ob es Marten sei. Bartu- leit folgte kurz hinter mir, und ich hörte, wie Marten am Fenster des Korridors stehend, Bartuleit fragte: Reitet meine Abteilung schon? An der Stimme erkannte ich Marten. Marten: Ich hatte schon am Fenster gestanden, als Weber hinaufkam, und Weber verwechselte mich mit einem Trompeter, der ihm begegnete. Weber: Nein, ich weiß genau, daß Marten vorbeikam und erft dann an das Fenster trat. Präs.: Soeben ist dem Kriegsgericht ein Schreiben folgenden Inhalts zugegangen: Da unser Kind an 'dimeren Krämpfen damiederliegt, und bald sterben wird, so bitte ich, meinem Manu gestatten zu wollen, unser Kindck)en nochmals zu sehen. Hedwig Hickel. Der Präident läßt Hickel in Begleitung zweier Sergeanten in seine Wohnung führen. Prä s.: Der Gerichtshof wird sich jetzt schlüssig machen über die Vernehmung von Exzellenz von Alten. Exzellenz wünscht auch eine Aussage zu machen über die Berichtigung, die R.-A. Horn über die Unterredung bezüglich der Schuld des Angeklagten zu den Akten gegeben hat. Staatsanwalt Meyer: Ich war vorhin ungenügend orientiert. Zweifellos muß der Gerichtsherr bei einem solchen Vorfall das Recht haben, seineKaseme zu-betreten. Es liegt Er tfüt, seien von uns unrichtig wiedergegeben worden, inK-r besondere seien Worte gemeldet worden, die der General-, Feldmarschall garnicht gesprochen habe, erklärt unser Vertreter in Hannover, der die Reden stenographisch aufge-- nornmen und uns übermittelt hat, folgendes: „Bei der Aufnahme der Reden befand ich mich in einer so geringen Entfernung vom Redner, daß, ein Verhören so gut wie ausgeschlossen ist. Das gilt namentlich für die Aufnahme der Erwiderung auf .die Ansprache des Oberpräsidenteni Grafen Stolberg-Wernigerode, und ganz besonders für die Worte, die in der erwähnten Korrespondenz als „nie gesprochen" bezeichnet werden. Ich habe nichts nach Berlin übermittelt, was ich nicht auf Grund meines Stenogramms verbürgen kann." — Die Nachricht von der bevorstehenden Vermähl- ilng des Ab g. Richter wird von d e r „F r e i s. Z t g." bestätigt. Die „Berl. Reuest. Rachr." hoffen, daß dep Ehestand den Abg. Richter etwas milder stimmen werde. Tie „Post" meint, nun komme er doch wenigstens einmal in seinem Leben dazu. Ja zu sagen. Privatim hört die „Deutsche Ztg." die Befürchtung äußern, Frau Richter, verw. Parrisius gehe bei der Abneigung ihres Bräutigams gegen hohe Ausgabebudgets einer an Kämpfen reichen Ehe entgegen. Straßburg, 17. Aug. Weibischof Dr. Marbach hat seine Demission eingereicht. Dieselbe wurde von der Re-, gierung angenommen. — Dem Reichstage soll bei seinem Zusammentritt im Herbst eine Vorlage unterbreitet werden, durch die die Pensionen der Offizere nicht unwesentlich erhöht werden sollen. Der Mindestbetrag der Pension, der bisher nur des penfionsfähigen Einkommens betrug, soll künftig die Hälfte betragen. Ferner soll der Höchstbetrag der Pension, der bisher nach dem 40. Dienfijahre gewährt wurde, in Zukunft bereits nach Zurücklegung von 35 Dienstjahren ge« währt werden. ES sollen folgende PeufionSsätze gezahlt werden: Nach zehn Dienstjahren Vi oder w/ioo (U), nach 15 5S/100, nach 20 60/|fle, nach 25 «/loe- «ach 30 w/1M, nach 35 s/4 oder 75/100 des penfionsfähigen Diensteinkommens. Während z. B. ein Stabsoffizier ohne RegimentS-Kommas- deurs-Kompetenzen mit 30 Dieustjahrerf nach dem bisherige» Pensionsregulativ 15 -f- 20 — 96/«o des penfionSfähige» Diensteinkommens von 6980 Mk. — 4072 Mk. als Pension bezog, berechnet sich solche nach der neuen Vorlage auf to/1oo oder 7/10 von 6980 — 4886 Mk., somit um 814 Mk. mehr. — Vom 1. April bis 31. Juli gelangten im Deutschen Reiche folgende EinuahmenanZöllen, gemeinschaftlichen Verbrauchssteuer», sowie anderen Einnahmen zur An- schreibung: Zölle 168 588109 (gegen daS Vorjahr mehr 6 755 509), Tabaksteuer 3 594 446 (weniger 5273), Zucker, steuer und Zuschlag 31058 230 (weniger 10 161 133), Salz» steuer 13 976 444 (weniger 143 853), Maischbottichsteuer 2 003 218 (weniger 241 641), Verbrauchsabgabe von Bräunt, wein, Zuschlag 40 873 720 (mehr 564 086), Breunsteuer minus 1309 (weniger 327 021), Brausteuer 12 014 375 (mehr 278 550)', UebergangSabgabe von Bier 1 245 645 (weniger 121233), Summa 273 352 878 Mk. (weniger 3 402 009), Stempelsteuer für a. Wertpapiere 5 018 573 (weniger 8 080 319), b. Kauf, sonstige AuschaffungSgeschäjtl 4 788 613 (weniger 198 813), c. Lose zu Privatlotterie» 2 127 656 (mehr 489 063), Staatslotterien 0 200 499 (mehr 3 996 990), d. Schisssfrachturkunden 252 856 (mehr 159 875), Spielkartenstempel 383 874 (weniger 23 888), Wechselstempel, steuer 4 449 061 Mk. (mehr 170 067). Bert. R.-A. Burchard: Ich beantrage, den Zeugen nicht zu vereidigen. Die Angaben desselben sind Ausland. London, 17. Aug. Das Oberhaus nahm die drei Lesungen der Appropriationsbill, der Militärbautenbill und der Marinebautenbill an. — In der Thronrede, mit der das Parlament vertagt wurde, wird erklärt, daß dis herzlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und den übrigen Mächten unvermindert fvrtbeshinden. Sodann wird der Freude darüber Ausdruck gegeben, daß infolge allgemeiner Verständigung, der sich China angeschlossen habe, die Fragen der Entschädigung seitens Chinas undi der Garantie für ihre Bezahlung erledigt seien. Die Fortschritte der englischen Streikräfte bei der Eroberung der beiden südafrikanischen Republiken wären beständig und ununterbrochen; die militärischen Operationen hätten sich jedoch roegen der Ausdehnung des in Betracht kommenden Landstriches in die Länge gezogen. Die Besuchsreise des Herzogs und der Herzogin von Cornwall und Pork in die Kolonien habe einen bemerkenswerten Erfolg gehabt, worübeü der König sehr erfreut sei. Der begeisterte Empfang des Thronfolgers und seiner Gemahlin habe ab-ermals ine Vaterlandsliebe, Loyalität und Ergebenheit der Bevölkerungen in den überseeischen Besitzungen Englands bewiesen. Schließlich spricht die Thronrede den beiden Häusern des Parlaments Dank aus für die im laufenden Jahre ftw Heer und Flotte bewilligten Geldmittel. — Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Cradock cf» meldet: Oberst Gorrin g e verfolgte Kruitzinger nach dein Gefecht vom 13. August und trieb ihn am 15. Angusv mit ungefähr 100 Mann über den Oranjefluß. Mehrere kleinere' Kommandos streifen von Graaf Reinet bis zum Oranjefluß umher, doch werden sie von britischen Kolonnen beständig verfolgt. Paris, 17. Aug. Heute nachmittag wurde die 59 Jahn- alte Frau Dannier aus Cherbourg hier verhaftet, die am Vormittag im Justizministerium mit einem R e v o l v e r, den sie verborgen hielt, erschienen war. Sie erklärte, sie wolle den Justizminister Monis töten. Die Verhaftete wird von Aerzten auf ihren Geisteszustand untere sucht werden. Frau Dannier wollte den Justizminister w Angelegenheit eines Revisionsverfahrens sprechen, p™ Dame zeigte sich sehr aufgebracht und beschwerte über die Verschleppung ihres Prozesses. (Man steht' ‘"J Lande der Sensationen hat das Beispiel von dem lächerluven Attentätlein der polnischen Gräfin sofort Schule gemaast- D. Red.) r , „ Wien, 18. Aug. Zwischen den preußische" Staatsbahnen einerseits und ö st e r r. S t a at s ° uiw Privatbahnen andererseits ist ein Konflikt ausgebrochen, weil die preußischen Staatsbahnen Saiwrerig- feiten bei der Aufstellung direkter Tarife aus Wirtschaft politischen Gründen machen. Mündliche Besprechung blieben resultatlos. Oesterreich drohte mit Retorsionsmay- regeln. _ .. Wien, 19. Aug. Der Geburtstag des Kaisers wurde hier und in sämtlichen Prvvinzhauptshädten dura. Deutsches Reich- Berlin, 18. Aug. Aus Wilhelmshöhe wird gemeldet: Der Kais er und die Kaiserin unternahmen gestern nachmittag einen Ausflug nach dem Dörnberg. Heute vormittag besuchten die Majestäten den Gottesdienst in der Schloß-kapelle. — Aus Anlaß der um dieSüdpolar-Expedition erworbenen Verdienste hat der Kaiser dem Vorstand der nautischen Abteilung im Reichs-Marineamt, Kapitän zur See Schmidt, den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und den Marine-Oberbauräten Kretschmer und Köhn von Jaski den Kronenorden 3. Kl., sowie dem Schi schau wer k- sührer Rebensdorf in Kiel das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. — W. T. B erklärt: Gegenüber einer Korrespondenz der „Lpz^' N. Rachr." vom 17. ds. Mts., in der behauptet wird, die R e d e n, die der General-Feldmarschafl Graf Waldersee bei seinem Empfange in Hannover gehalten derart unglaubwürdig, daß sich unmöglich darauf ein Urteil gründen kann. Bert. Horn stellt gleichfalls den Antrag, auf Grund der §§ 299 und 199 (3) Skopeck unvereidigt zu lassen. Sko- peck sei verdächtig der Teilnahme durch Begünstigung. Das Verhalten Skopecks im Krümperstall sei sehr auffällig. Fest- stehe, daß er sich in eigentümlicher Weise an der Thür herumgedrückt habe. In unmittelbarer Nähe der Thür muß aber auch der Thäter gewesen sein. Dieser mußte also in erster Linie auch dort Deckung suchen. In den Krümperstall, wo sich der Bursche Krosigks aufhielt, ist niemand gekommen. Staatsanwalt Meyer bittet, Skopeck zu vereidigen. Es kann von der Vereidigung Abstand genommen werden, wenn die Aussage unbedeutend ist. Skopecks Aussage ist jedoch von enormer Bedeutung. Wenn Skopeck bei der ersten Verhandlung durch das Auftreten von Melzer und Schneider eine gewisse Befangenheit zeigte, so ist das erklärlich durch die militärischen Verhältnisse. Skopeck ist stets bei denselben Angaben geblieben. Auf die Aeußier-, ungen vor Privatleuten ist kein Gewicht zu legen, es kommt darauf an, was der Zeuge vor Gericht bekundet hat. Ich glaube also, daß kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen besteht. Der § 199 ist unzutreffend. Abgesehen davon, daß das Verfahren eingestellt ist, ist die Untersuchung derartig zu Gunsten Skopecks ausgefallen, daß nichts Belastendes mehr geblieben ist. Auch der Augenschein selbst hat Skopecks Aussagen bestätigt. Das Gericht beschließt, zunächst den Dragoner B a l - nus zu vernehmen. Dieser sagt aus, daß Skopeck zu ihm geäußert habe, er habe zwei Leute an der Bandenthür mit runden Mützen gesehen. Die Leute habe er aber in der Dunkelheit nicht zu erkennen vermocht. Das Gericht beschloß nun, Skopeck auf seine gestrigen und heutigen Aussagen zu vereidigen. Im ganzen hat sich der Gerichtshof den Darlegungen des Vertreters der Anklage anschließen müssen. Skopeck erscheint nicht ganz unglaubwürdig. Ferner handelt es sich hier auch keineswegs um eine unerhebliche Aussage. Rach An- sich, des Gerichtes ist Skopeck keineswegs verdächtig, im Gegenteil ist es ausgeschlossen, daß dieser mit der That in irgend welcher Beziehung steht. Rach eindringlicher Vermahnung wird Skopeck vereidigt. Auf Befragen bekundet Fahnenschmied Krieg, es sei ihm unbekannt, wer der Thäter sei. Daß Skopeck und Marten einander feindlich gesinnt seien, ist dem Zeugen nicht bekannt. Vizewachtmeister Schulz traf Marten 4 Uhr 55 Min. im Stall. Marten war rot und erregt, und sagte, ie hätten sich in der Packkammer einen vergnügten Nachmittag gemacht, sie hätten dort Schnaps getrunken. Ich agte: Der Rittmeister hat sich geschossen. Marten erwiderte: Ist das möglich? und that als ob er von nichts wisse. Ich befahl ihm darauf, die Abteilung in den Stall zu führen, und lief weg. Präs.: Haben Sie erfahren, wer der Thäter war? Zeuge schweigt. Präs.: Auch, was man numfelt? Es muß heraus (eindringlich) es muß. Zeuge Schulz: Gemunkelt wurde viel. Vielfach wurde gesagt, Marten könnte es sein. Präs.: Haben Sie vielleicht auch gehört, ob Wachtmeister Buppersch Verdacht gegen jemand geäußert hat. Zeuge: Zuerst glaubte man, daß Skopeck der Thäter sei. Später blieb nur der Verdacht auf Marten zurück, nachdem man gehört hatte, zu der Leiche liefen alle Unteroffiziere, außer Marten. Kriegsgerichtsrat Rößler: Warum stellte sich Marten dem Bizewachtmeister Schulz gegenüber so, als wenn ihm der Vorfall ganz unbekannt sei? Marten: Ich war von dem Schnaps so animiert, daß ich darauf gar kein Gewicht legte. Präs.: Hatten Sie auch schon die gleiche Nachsicht von Stumbries' gehört? Marten: Jawohl. Präs, (zu Buppersch): Haben Sie am Mordabend zu dem Oberst v. Winterfeld geäußert, daß der Thäter nicht unter den Mannschaften, sondern unter den Unteroffizieren zu suchen sei? Buppersch: Jawohl. Ich sagte: die Leute sind meistens Ostpreußen, diese sind der That unfähig. Wenn der Thäter unter dem Militär zu suchen ist, dann muß er unter den Unteroffizieren gesucht werden. Präs.: Worauf begründen Sie dieses Urteil? Buppersch: Ich hielt die Leute für zu dumm, um sich einen Karabiner zu beschaffen. Ein Unteroffizier ist schlauer. Präs.: Meinten Sie nicht auch, daß ein Soldat seine Jahre abreißt, und dann weggeht? Zeuge: Jawohl. Präs.: Weshalb glaubten Sie, daß es ein Unteroffizier sei? War der Rittmeister diesen unbequem? Bup- lersch: Das nicht. Sergeant B u n k u s hat mit Schielat im Stalle gestanden. Er glaubt, daß es 4 ein halb Uhr war, als Hickel zu ihnen in den Stall kam. Ob Hickel angeordnet hat, daß die Laternen angezündet werden sollten, kann Zeuge nicht agen. Marten trat mit gerötetem Gesicht, erregt aussehend, hinzu. Er erzählte, er habe einen guten Nachmittag in der Packkammer gehabt. Dann fragte er: Was ist denn eigentlich los? Bunkus erwiderte: Nanu, wissen Sie denn noch nicht, daß der Rittmeister sich erschossen hat? Marten antwortete: Das ist doch unmöglich Marten: Ich wußte, daß der Rittmeister sehr vorsichtig war. Ich hielt daher etwas Derartiges für unmöglich. Deshalb antwortete ich auch dem Sergeanten Bunkus: Ist denn das wirklich wahr? Hickel: Bunkus behauptet, daß ich mit ihm von 4 Uhr 40 Min. bis 4 Uhr 55 Min. im Rekrutenstall gewesen bin. Das ist nicht zutreffend. Es ergiebt sich sodann eine Reihe von Widersprüchen in den Angaben anderer Zeugen. Unteroffizier Schiela: Ich vermag die Zeit nicht anzugeben, wann ich mit Hickel in den Rekrutenstall getreten war. Es mutz nach 4 einhalb Uhr und vor 4 dreiviertel Uhr gewesen sein. Staatsanwalt Meyer: Ich möchte eine genauere Präzision des Zeitpunktes. Er giebt einen Protest zu den Akten wegen der Beschränkung seines Fragenrechts an die Zeugen und erklärt, der Gerichtshof nehme ihm die Beweismittel zur Ueberführung Hickels. Stumbries: Wir sprachen über den Mord. Ich sagte nur, ich sei Marten begegnet, und hatte ihm mit geteilt, daß Rittm. v. Krosigk sich erschossen habe, sei mir dabei auffällig vorgekommen. Unteroffizier G r i e g a t traf in der Stube Marten. Marten sagte: Ich werbe heute noch „Isidor" reiten. Dabei lächelte Marten. Präs.: Sagte er auch, der Hund soll Farbe bekennen? Griegat: Das habe ich nicht gehört! Zeuge ging darauf in die Handwerkerstube. Gegen 5 Uhr erfuhr er durch Skopeck, daß der Rittmeister sich erschossen habe. Präs.: Sie liefen darauf hin? Zeuge: Jawohl. Präs.: Marten ist nicht hingelaufen? Zeuge: Nein. In der Nachmittagsfiitzung wird die Vernehmung Skopecks fortgesetzt. Präs.: Ist es wahr, was Sie gestern ausgesagt haben? Skopeck: Jawohl. Der Präsident läßt die Aussagen Skopecks von diesem nochmals wiederholen. Skopeck kommt dieser Aufforderung in ziemlich fliegender Rede nach. »also keine Unterfuchungshandlung, sondern nur eine Orientierung des Gerichtsherrn hier vor. R.-A. Horn: Wenn Exzellenz eine Aussage machen will, über denjenigen Teil unserer Unterredung, den ich berichtigt habe, so verlange ich, daß General v. Alten auch Auskunft giebt an dieser Stelle über alle Vorgänge, die mit der Verhaftung Hickels in Zusammenhang stehen. Meine Berichtigung war persönlich. Sie richtet sich nicht gegen das Kriegsgericht, sondern gegen den Gerichtsherrn. Ich wehre mich dagegen, daß Exzellenz v. Alten sagt, daß er das, was ich angab, nicht zu mir gesprochen habe. Im übrigen gehört diese ganze Sache nichtvordas Oberkriegsgericht. Bert. Burchard: Wenn Exzellenz aussagt, daß eine andere unrichtige Entstehung der Widersprüche mit den Angaben des Verteidigers .Horn vorliegt, so würde es notwendig! sein, Horn als Zeugen zu vernehmen. Die Folge wäre eine Aussetzung der Verhandlung und die Bestellung neuer Verteidiger. Staatsanwalt Meyer: Ich bin mit diesem Vorschläge einverstanden. Der Gerichtshof verkündet, daß auch nach seiner An sicht fein Anlaß vorliege Exzellenz v. Alten hierüber zu v er nehmen. Derselbe sei leoiglich ein geladener Zeuge. Die Beweisaufnahme habe sich nur auf die herbeigeschafften Zeugen und die Beweismittel zu erstrecken. Sollte Zeuge einen Anlaß haben, feine Aussage zu verweigern, weil er sich wegen einer ungesetzlichen Handlung btner. strafrechtlichen Verfolgung aussetzen würde, so fei ba* feine Sache. Das Gericht im Besonderen habe die Meinung, daß Exzellenz v. Alten nicht gleich wußte, ob die ^hat ein militärgerichtliches Verfahren zur Folge haben wurde, und ob der Thäter überhaupt unter den Soldaten AU suchen sei. Der Gerichtshof halte daher Exzellenz von Alten für berechtigt, die Kaserne zu betreten, um den Zl)at= ©eftanb festzustellen. Ter Gerichtshof habe demgemäß beschlossen, Exzellenz nur hierüber zu vernehmen. General Georg von Alten als Zeuge: Ich kam am 23. Januar in die Kaserne und versuchte, die Herkunft der Patronenhülse zu ermitteln. Ich suchte deshalb nach Patronenhülstzn derselben Anfertigung. Es wurde mir mitgeteilt, daß Marten an dem Mordtage nachmittags in Der Regimentskammer gearbeitet, dort Schnaps getrunken habe und schließlich mit Hickel fortgegangen sei. Ich ließ den Letzteren rufen, und durchsuchte die Wohnung Hickels, fand aber nichts Verdächtiges. Run ließ id} mich, von Kicket, der bis dahin noch unverdächtig schien, den Weg fuhren, den er von der Regimentskammer zur Wohnung des Wachtmeisters Marten gegangen war. Hickel gab an, daß er sich 15 bis 20 Minuten in der Wohnung mit seiner Schwiegermutter unterhalten habe. Frau Marten sagte -nun, sie sei an dem betreffenden Abende leidend gewesen und hätte sich deshalb mit Hickel und ihrem Sohne nicht unterhalten können. Da Beiden ihr Zustand schon bekannt war, so hätten sie sich auch weiter nicht aufgehalten und seien weggegangen. Mir fiel nun der Wider spruch auf zwischen den Angaben Hickels und seiner Schwiegermutter. Zur Rede gestellt, meinte Hickel, er könnte auch früher weggegangen sein. Ich fragte, ob er mit seiner Schwiegermutter gesprochen habe. Hickel antwortete, wovon man sich so unterhält. Da erst stieg in mir der erste Verdacht, auf, daß Hickel an der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk beteiligt fein könne. Ich beauftragte Den Regimentskommandeur v. Winterfeld, nachzuforfchen, ob Hickel im Stall gewesen sei. v. Winterfeld ließ den Rittmeister v. Treskoiv Nachforschungen hierüber anstellen. Treskow berichtet, daß nach seiner Ueber- zeugung Hickel unbeteiligt sei. Das war der erste Eindruck Treskows. Daher schied für mich die Schuld Hickels aus. Als ich aber später' erfuhr, daß der Alibibeweis Hickels mißlungen fei, gewann ich die Ueberzeugung, daß er mich belogen habe. Präs.: Exzellenz haben die Ermittelungen nicht in der Eigenschaft als Gerichtsherr, sondern als militärischer Vorgesetzter angestellt? v. Alten: Jawohl. Bert. Horn: Hat Hickel, als Exzellenz ihn über die Zeitdauer seines Aufenthaltes befragten, überlegt oder sofort militärisch kurz geantwortet? v. Alten: Er antwortete sofort, kurz militärisch. Hickel: Als Euer Exzellenz mich fragten, habe ich die Zeit nicht überlegt. Ich war wegen der Haussuchung zu aufgeregt ickid antwortete rasch. Was ich antwortete, ist mir jedoch entfallen. Erst später überlegte ich mir das. Präs.: Ist Ew. Exzellenz in der Wohnung Hickels etwas aufgefallen? v. Alten: Mir fiel auf, daß die Wohnung außergewöhnlich aufgeräumt war, ich sagte noch: Hickel, Ihre Frau hält gute Ordnung. Später fiel mir ein, daß doch alle Behältnisse offenstanden. Präs.: Hickel war jung verheiratet, vielleicht ist die große Ordnung darauf zurückzuführen. Hickel: Exzellenz werden meine Wohnung immer aufgeräumt finden. Meine Frau hält auf große Ordnung. — Zeuge von Alten wird hierauf vereidigt und entlassen. Dragoner Bartuleit: Ich ging hinter Weber hinauf in die Stube. Auf dem Mrridor stand am Fenster Unteroffizier Marten. Er fragte, ob die Abteilung reite. Präs.: Haben Sie mit Stumbries über die Begegnung gesprochen? Bartuleit: Am andern Tage erzählte Stumbries, daß er Marten getroffen habe. Präs.: Weshalb sprachen Sie darüber? Bartuleit: Das weiß ich nicht. Beisitzer Major Ziermann: Ich habe den Eindruck, daß der Zeuge mit seinen Aussagen zurückhält. Ich beantrage daher die Entfernung des Marten. Der Präs, verliest einen Brief des Ho t e liers Wasch owski, der anzeigt, er habe Kenntnis von Thatsachen, die wichtig seien für die Möglichkeit, daß der Thäter nicht unter den Soldaten, sondern unter Zivilpersonen zu suchen sei. Danach befindet sich hinter der Kaserne ein Bretterzaun. Einzelne Bretter sind verschiebbar, sodaß ein Mann durchkriechen kann. Ein Barbiergehilfe will den Weg oft benutzt haben, um in die Kaserne zu kommen. Präs.: Wir haben das schon selbst festgestellt. roter Schleife widmete er den deutschen Kriegern, die für das Leiden. — Heute nachmittag hielt Obstbautechniker M etz vor Vaterland gefallen, an Wunden oder Krankheiten gestorben Mitgliedern Vr ÖrtSgruppe „ »albfleffck seien, der andere mit weißer Schleife war für die Kameraden einen sebr interessanten Bortraa über Dbftbm.: 2 einen sehr interessanten Dortrag über Obstbau; hieran schloß au- Frankreich bestimmt, di- gleich den deutschen Kameraden sich di- Arati-v-rlasung mehrerer Bäumch n an die Zuhd den 9Tnh für« Vaterland aelunden batten und in fr’ tc ■Out*urc Theater, Kunst und Wissenschaft. Frankfurt, den 17. August. t*/e % Belchsanlelhe 201.40 8% de Tendens fest. den Tod fürs Vaterland gefunden hatten und in fremder Erde unter den deutschen Kameraden ruhten. Nun wurde Washington, 18. Aug. Die venezolarische Regierung erließ ein vom Präsidenten Castro und dem gesamten Kabinet unterzeichnetes Dekret, das die verfaffangSmäßigen Rechte für die ganze Republik suspendiert. Das Kriegsschiff der Vereinigten Staaten „Garger" ist von San Diego nach Panama abgegangen. Das Kriegsschiff „Iowa" geht morgen von San Francisco nach dort. Dublin, 19. Aug. „FreemanS Journal" veröffentlicht ein Interview des Parlamentsmitgliedes William Redmond mit Dem Präsidenten Krüger, der hinsichtlich der Proklamation Kitcheners sagte, die Buren könnten durch eine derartige Proklamation nicht Erschreckt, sondern nur angefeuert weroen, den Kampf fortzusetzen. Die Engländer bewaffneten voa Beginn des Krieges an, wie bei Dordeport, die Eingeborenen gegen die Buren. Letztere verwandten früher niemals im Kriege bewaffnete Raffern. . 101 35] . 91 20 . 101.15 . 91.20 . 98.55 . 97.80 43.50 . 25.70 . 26 05 | . 83.00 I Meteorologische Beobachtungen der Station Oietzeu. Kreditaktien . . . Diakon to-Koznmandlt Darmstadter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgut. Oesterr. Staats bahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . « Harpen er .... 19,60 C. 9,8° C. 26,6° C. 8,5° C. Aus Stadt und Land. !n Gravelotte gefallenen Krieger. — An die Feier schloß sich MN einem Kapital von 15 Millionen Dollar» angehören. Zum Prä- daS angekündigte Konzert der Regimentskapelle. — Der Kenten ist Daniel Egan in Sharon ausersehen. Veteranen-Verein unternahm zur Feier des Tages am 3RÄrtte. Nachmittag noch einen Ausflug mit Familie auf TextorS I ,17. Aug. F-ruchtmarkt. (Durchschnittspreis T-trasi-, wo non 4 Uhr nochmttiagS ab Konzert ftaUsanb, sg°m'M? °L-rA das gemeinsam mit dem prächtigen Wetter die Kameraden 15 Mk , Erbsen 20.00 Mt., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk . Wicken bis in die späten Abendstunden bei einander hielt. 00.00 Mk., Samen 27.00 bis 27.00 Mr., Kartoffeln 7 oo Mr.' ** Krankeuverficherung von Handlungsgehilfen. Der Ar g, J9 ^ug (Orig^Tebgr. des „Girßm. HPfF in $y?r 1 ^4 Itni7r<.a Anz.^) Amtlich- Rotteruna der heutigen Fruchlmarkiprelse. N-" M ^.104 unseres Blattes. „Die KrankenverstcherungS- Wetzen Mk. 16 75-17.00, Kurhessischer Mk. 17.00-17.85, La Plata pflicht der Gießener Handlungsgehilfen" zeitigt bereits Früchte. Mk. 17.25-17 50, Kar.saS Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Roggen (hiesiger) Der Verband „Deutscher Handlungsgehilfen in Leipzig", der Mk. 14 00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.50—00, Klei« Mk oooo bis eine Krankenkasse besitzt, die den Anforderungen des Kranken- -JJL 9(j^2° t,3**®1* mebI 00 Mk. 25.00 bis Mk. 25 50, 2. Qual. Mk. 23 00 bis Mk. 23X0, ?ecR?/\?na?£CJ genüg', erscheint auf dem Plane und 3 Qual. Mk. 21—21.50, Roggenmebl 0 Mk. 22 00- 23 00, 1. Qual, benutzt die Situation, um energisch für den Verband bezw. Mk. 20.75—2150, Wetzeittet« Mk. 9.00-0.00 Roggenklrie Mk. 1000, seine Krankenkasse in den Kreisen der hiesigen HavdlungS- Matskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10 00. Alles per 100 Kg. ab hier, gehilfen zu werben. Er motiviert sein Vorgehen mit dem \„ Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des »G.A."). Hinw-is-. baß schon baS Stanb.sb-wuß.s-m ,-b-n Kausmann» veranlassen müsse, lieber einer Kasse von BerufSgenoffen bei- runter 3 aus Oesterreich, 967 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, zutreten, statt sich der für Arbeiter errichteten Zwangskassen 259 Kälber, 156 Schafe und Hämmel, ik54 Schweine, 0Ziegen, 0 Ziegen-, zuführen zu lassen. Dieser mit Geschick aufgegriffene Ge l? Schlachtg-wicht^: Ochsen n E"^hrt "icht der Berechtigung. Es wäre sehr zweck- Bullen f. Qual. 55-57 Mk., 2. Qual. 51—54 Mk.; Kühe 1. Qual, dienlich, demselben hier auch Rechnung zu tragen und darauf 60—62Mk., 2. Qual. 56—57Mk., 3.Qual. 42—45Mk., 4.Qual. 33—34 Mk., hinzuwirken, eine die StandeSinteressen respektierende Lösung 5- dual. 30—32 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber der Krankenversicherung für die hiesigen Handlungsgehilfen Pfg., 2. Aal. 49—51 Pfg, h-rb-izusühr-n. D,°s ist> zu -rr-tch-n/bur^GrünbLn^-i^-r eigenen Ortskrankenkasse für HandlungSge- 52 Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg., 2. Qual, go Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg., Hilfen gemäß §§ 16 und 18 des Krankenversicherungsgesetzes. 3- Qual. 58—eo Pfg, Lebendgewicht 00 Pfg. Geschäft: bei Kleinvieh — Wie wir vernehmen, haben vergangenen SarnStag die sut. Markt geräumt. Vorstände des hiesigen Kaufmännischen Vereins und Detail- = “ listenvereinS unter Beteiligung von Mitgliedern der Handels- $^tlOUlintIL 'anm”e" zu bi-s-r Frag- St-llung genommen, Auxouu-. 18. Äug. K-i-gsmtmst-r AnbrS hi-lt b-i einem ' ( S Banke, -io- Siebe, in bet er u. a. sagt-, -in PrS.-nb-o. M ™ erklärt-, bie Politik könne gegen bie Solibaritä. bet Ossi, nemiffer 1C '^r- nichts ansricht-n. Das galt mir. Derselbe Prüt-nb-nt gewisser Colson Kolonisten anzuwerben. Wenn schon über- schote sich nickt Briefe an Sorvskommandanten xn Haupt vor einer nnüberlegten Auswanderung nach Chile zu ruhten, in denen'er verfuckte bief/für feine Zwecke /u Unfeaicbmen mit’aanbefonberenTüJlJfitraiien6h ^^ ^esem gewinnen. Die Korpskommandanten beeilten sich, mir diese begegnet toetbcit einzusenoen. Das beweist, ein wie großes Vertrauen Die gleiche Warnung ist am Platze gegenüber einem in Pans man zum Heere haben kann nürifthaft tre^enbe^^erfnn^nRutsche land- Kopenhagen, 19. Aug. «US Reikjavik wird gemeldet : s tewBSÄffita®» »sä 's letzten Ziehung der Hessischen Landeslotterie auf ihre Lose' ^nommen. gefallenen größeren und kleineren Gewinne 50400 Mk., 2000 Mk. und 200 Mk. von ihrem Mitgliede Bankier I. Grünewald hier in Empfang zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Armen gedacht und auf Anregung eines der Herren dessen seidener Strumpf, der sich zur Empfangnahme deS Geldes als zu groß erwies, einer Differenz- Versteigerung ausgesetzt, die einen namhaften Betrag ergab, -ftit vergnügten Gesichtern und gefüllten Taschen schieden Alle, wünschend: das nächstemal „daS große Los!" Gottesdienste, Paraden, Zapfenstreiche und Reveillen festlich begangen. Bukarest, 17. Ang. Aus Sofia wurde ein vom mazedonischen Komitee geplanter neuerlicher revolutionärer Borstoß, geineldet, weshalb der Minister des Innern die Präfekten der Hauptstadt und der Tonaudistrikte mit sorgfältiger Ueberwachung des bulgarischen Volkselements beauftragte. Sofia, 17. Aug. In den letzten Tagen ist es wieder zu einem Zusammenstoß zwischen türkischen und bulgarischen Grenzposten gekommen. Hierbei verloren die Türken, die zuerst auf die Bulgaren geschossen hatten, 4 Tote und 5 Verwundete. Die bulgarische Regierung hat energische Schritte in Konstantinopel unternommen. K o n st a n t i n o p e l, 18. Aug. Die gestrige fast bis zum Mjorgengrauen sich hinziehende Audienz des französischen Botschafters Constans beim Sultan kann nicht als ein Erfolg des Herrn Constans bezeichnet werden. Alle Möglichkeiten des Quairückkaufs, dessen Preis definitiv auf 41 Millionen Franks festgesetzt wurde, wurden erörtert. Ter Vorschlag Constans', die Rückkaufmittel aus einer Zollkonversion zu beschaffen, wurde nach längerer Tis- kussion vom Sultan abgelehnt; dagegen nahm der Bot-^ schafter den Vorschlag des Sultans an, sowohl obige Mittet, wie die 17 Millionen betragenden Forderungen zweier Franzosen Tubini und Lorando, im Wege einer 'Anleihe zu beschaffen auf Basis des zum Ende des Ja.hres freiwerdenden, Rußland verpfändeten, von der Tette Publique administrierten halbprozentigen Zuschlages auf den Zehnten. Kommt eine Anleihe auf dieser Basis nicht zu stände, so erhalten beide Parteien nach sechs Monaten freie Hand. Der halbprozentige Zuschlag soll jährlich ca. 160000 Pfund erbringen. Höchste Temperatur am 16. NB 17. August Niedrigste „ , 16. , 17. , Höchst« Temperatur am 17. „ 18. August Nickrtgste , „ 17. „ 18. , I August l tttffnqrr oO in» npinoiea Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit CO K 3 «■ 1 Windstärke | Wetter 17. 9-» 754,2 14,0 9,5 80 N. 1 sternh. Himmel 18. 7“ 752 2 10,9 8,3 86 NNE. 2 Sonnenschein 18. 2*5 752,1 24,1 9,6 43 S. 2 Sonnenschein 18. 9" 752,2 16,8 119 83 N. 1 sternh. Himmel 19. 7« 752,6 15,0 10.5 83 N. 1 Sonnenschein 19. 2« || 751,6 26,2 10,0 40 | NE. 2 Sonnenschein t» 03220 Hleuenweg 46 Gießen, den 19. August 1901. Rödgen, den 19. August 1901. Kleine Wohnung zu vermieten (»322S N-ueuweg 20. 5672 Gießen, den 19. August 1901. Frits Aoirocl« Danksagung 6912 Kamitie König Gießen, den 19. August 1901. 5677 Die Crm Mk. 95 und höher. 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