151* Jahrgang Mittwoch 20. März 1001 Nr. 67 Zweites Blatt Hmhavs. Wen »u Wen, Expedition und Bwdetei: Schnlftratze 7. Engländer und Buren, Noch immer erfährt man nichts Näheres über den Stand der Verhandlungen, die Kitchener mit Botha nm geknüpft hat. In England Hot man recht weitgehende Hoff nungen; man erwartet die Uebergabe von rund 5000 Buren, für die angeblich schon die Gefangenenlager hergerichtet werden. Schon die Nürnberger henkten keinen, sie hätten ihn denn gehabt. Auch die Kolonnen FrenchS haben, wie wir neulich dargestellt haben, nur eine ganz beschränkte An zahl Gefangener gemacht, und der Rest befindet sich, Dank der Geschwindigkeit seiner Beine und dem wochenlang an dauernden schlechten Wetter keineswegs in der Notwendigkeit, zu kapitulieren. Denn, wie hier schon deS öfteren dargelegt worden, ist der Operationsplan der Engländer im südöstlichen Transvaal mißglückt, wesentlich deshalb, weil Smith-Dorrien von Wonderfontein aus nicht überraschend genug vordrang, um die beabsichtigte Falle zu schließen. Statt deffen ist Smith Dorrien vielmehr am Chissie See selbst von Botha beinahe überrumpelt worden. Dieser Neberfall Bothas war vortrefflich angesetzt, was Gesamtplan und Wahl der Stunde zur nebligen Nachtzeit anbetrifft, und wurde durch die Un- Chiua. Die Spannung zwischen England und Rußland auf ostasialischem Boden verschärft sich. Im englischen Unterhause fragte Ashmead Bartlett an, ob die russische Regierung kürzlich die britische Flotte von einem Teil des Golfes von Petschili auszuschließen suchte und den Anspruch erhob, daß die Gewässer der Blonde- uno Elliot-Jnseln nur Rußland gehören. Der Erste Lord des Schatzes, Balfour, erwiderte, die englische Regierung habe über diese Angelegenheit von der russischen keine Mitteilung erhalten, aber der russische Admiral habe dagegen Einspruch erhoben, daß sich das britische Kriegsschiff „Plover", das Piraten verfolgte, in den Gewässern der Elliot'-Inseln aufhalte. DaS Vorgehen des britischen Admirals, der das Schiff nach jenen Inseln gesandt hat, scheine im Einklang zu sein mit den Rechten Englands, wie sie sich aus dem Art. 52 des Vertrages von Tientsin ergeben. Ashmead Bartlett fragte dann, ob hieraus zu entnehmen sei, daß die britische Regierung den Anspruch Rußlands nicht genehmige, worauf Balfour diese Frage bejahte. lieber einen englisch-russischen Konflikt in Tientsin werden von englischer und amerikanischer Seite alarmierende Darstellungen verbreitet. So gibt der „New- York Heralü" folgende Schilderung: Englische Arbeiter, die abgeschickt waren, beim Bahnhof Tientsin eine Abladestelle herzurichten, wurden von Russen verjagt und grob behandelt. Sie kehrten mit mehreren hundert englischen Soldaten zurück. Die Russen ließen darauf ihre ganze Truppenmacht auf. marschieren und sich kampfbereit machen. Der englische General Campbell hatte infolge dessen eine Konferenz mit dem russischen General, in der man überein kam, zunächst 24 Stunden Frieden zu halten. Am 16. ds. Mts. hat der englische General Campell angeboten, die britischen Truppen von dem strittigen Territorium zurückzuziehen, aber unter, der Bedingung, daß Rußland das gleiche thäte. Der russische Truppenführer, General Wogack, hat sich aber geweigert, diesem englichen Vorschlag nachzugeben. Die russischen und englischen Schildwachen stehen sich Auge in Auge gegenüber. Die langen Schanzgräben, die 45 Mtr. von einander ent» fernt sind, find mit Truppen besetzt. Die englischen Truppen find 20 Mal stärker als die russischen. Man erwartet Weisung aus Petersburg. Man nimmt an, daß die russischen Truppen, auch wenn ihre Regierung eine versöhnliche Haltung zeigt, sich bestreben werden, ihre stark verschanzten Stellungen gegen die englischen Truppen zu. behaupten. Einflüsse aller Art machen sich geltend, um eine freundschaftliche Losung Zwischenfalls herbeizuführen, doch ohne Erfolg. Man chemr aus b-Id-n ©eiten entschlossen zu sein, d.e Stellungen zu be- • * « Telegramm deS Gieherrer Anzeiger-. London, 19. März. Die „Times" melden aus Bloemfontein vom 18. ds. Mts.: Die zur Umzingelung Fou- ries und seiner 800 Mann unternommenen Operationen mißlangen. Die Hälfte die Feinde entkam in der letzten Nacht. In einigen Tagen wird eine bedeutend umfangreichere Umsingelung unternommen. ktM «m dpol auf deutsche Industrie Erzeugnisse beantworten will, war schon gesagt worden. Es fragt sich, wieweit Rußland nach dieser Richtung hin gehen will. Darüber fehlt zurzeit jede Angabe, und so lange ist die Auseinandersetzung ohne prak tische Bedeutung. Die weitere Behauptung, durch die deutsche Presse sei verbreitet worden, es bestehe bereits ein Einvernehmen zwischen Deutschland und Rußland über die Erhöhung »er Getreidezölle, ist durchaus unrichtig. Die deutsche Presse hat keiner Meldung dieses Inhalts Raum gegeben. Vermutlich ist die Behauptung auch nur zu dem Zwecke aufgestellt, um einen Anknüpfungspunkt zu gewinnen für die Auslassungen. Man kann die Erhöhung der Getreidezölle aus manchem Grund bekämpfen — aber es ist nicht gerade nötig, daß man Herrn Witte und seine Leute lobt, nur weil sie aus wohlverstandenem eigenen Interesse diese Bewegung unterstützen. Im Uebrigen dürfte noch der ganze Sommer ds. IS. von der Diskussion über die Handelsverträge aus- gefüllt werden, falls sich die Nachricht eines Abendblattes bewahrheitet, daß die Zolltarifvorlage voraussichtlich erst im Herbst an den Reichstag gelangt. Die Absender von Bittschriften an den Reichstag um Wiedereinführung der Prügelstrafe erreichen nur soviel, daß das deutsche Parlament alljährlich eine überflüssige, weil zwecklose Debatte diesem Gegenstand widmet. Auch am Montag hat man sich mehr oder minder lebhaft längere Zeit über Wert und Unweit der Prügelstrafe unterhalten, wobei namentlich der Chefredakteur der bündlerischen „Deutschen Tagesztg.", Dr. Derlei (kons.) mit einem Hymnus auf den erziehlichen Nutzen von Schlägen sich hervorthat. Dr. Oertel ist „im Nebenamt" lyrischer Dichter, und zwar keineswegs etwa ein Poet der realistischen Richtung, sondern einer zarten, romantischen Tonart. ES wohnen also zwei Seelen in feiner Brust, daß er sich für ein so robustes Mittel begeistert und heute gar sagte, die Frage beschäftige die Volksseele. Regierung und ReichStagSmehrheit wollen von der Prügelstrafe nichts wiffcn. Damit sollten sich die Petitions Einsender zufrieden geben. Es wird ja ohnedies genug geprügelt, z. B. in den Schulen. Leider! Eine zum Nachdenken anregende statistische Angabe über den Einfluß des Alkohols auf die Begehung strafbarer Handlungen bringt Amtsrichter Dr. Schellhas (Rixdorf) in der Zeitschrift „Das Recht". In Ergänzung einer schon früher angestellten, in einer früheren Nummer derselben Zeitschrift erwähnten Ermittelung kommt der Verfasser zu dem erstaun- lichen, gewiß betrübenden Ergebniffe, daß „ungefähr zwei Drittel der Rohheitsdelikte im Zusammenhänge mit dem Alkoholgenuß stehen." Bei der Aufstellung der Statistik ist mit großer Zurückhaltung zu Werke gegangen. Cs wurde ein Jahrgang der Strafsachen einer SchöffengerichSabteilung durchgegangen. Nach Aussonderung aller von Frauen begangenen Strafthaten, der Vergehen gegen das Eigentum und derjenigen, die des Charakters dec Rohheit entbehren, sowie aller Freisprechungen und unerledigten Sachen biteben von rund 500 Sachen 216, die dec Prüfung unterlagen. Von diesen waren 95 Strafthaten, — Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung u. s. w. — zugestandener- oder erwiesenermaßen im angetrunkenen Zustande oder im Wirts - Hause zu später Abend- bez. Nachtstunde begangen worden. Noch ungünstiger wurde die Sachlage nach Ausscheidung der Beleidigungen, die ja mehr von der Leidenschaft als vom Alkoholgenuß beeinflußt sind. Dann ergab sich das oben erwähnte Verhältnis, daß zwei Drittel aller derartiger Strafthaten alkoholischen Einflüssen ihren Ursprung verdanken. Der unheilvolle Einfluß des Aikoholgenusses und die Notwendigkeit seiner Bekämpfung kann kaum deutlicher nach- gewiesen werden. Ein sozialdemokratischer Ketzer. Bekanntlich hat es einiges Aufsehen erregt, als auf dem vorjährigen Parteitag der Sozialdemokratie in Mainz der Referent über die deutsche Wirtschaftspolitik, der Reichstags abgeordnete R. Calwer, sich keineswegs als absoluter Frei händl-r und Zollgegner entpuppte, vielmehr zugab, daß den Bereinigten Staaten gegenüber Deutschland für frei händlerische Prinzipien die Zeche zu zahlen haben würde. Calwer ist ob dieser Ketzerei vou seiner Partei, in der ja mehr und mehr die realpalitischen und opportunistischen Ele mente obsiegen, nicht gemaßregelt worden, und das hat ihm Mut gemacht, seinen Standpunkt auch in einem Buche zu vertreten, das für die Geschäftswelt wegen seines erschöpfenden UeberblickS über „Handel und Wandel" — so lautet der Titel — von Wert sein dürfte. Es ist ein „Jahresbericht" über Wirtschafts- und Arbeitsmarkt im Jahre 1900 und wird in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, hoffentlich mit derselben klaren und einfachen Sprache und Freiheit von parteipolitischer Prinzipienreiterei. Calwer giebt aus brücklich die beginnende wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von den Vereinigten Staaten zu. Er betont den „Ernst der Situation", in der wir uns dem amerikanischen Riesenstaate gegenüber befinden: „Die Vereinigten Stuten dringen auf unsere Absatzgebiete vor, sie konkurrieren mit uns auf drm eigenen Markte. Sie sind in tur glücklichen Lage, bei hohen Arbeitslöhnen billig zu produzieren, billig antubieten, billig zu verkaufen. Unsere gesamte Wirtschaftspolitik mutz auS dieser Gefahr einen Ansporn zur Begünstigung und Förderung aller der Bestrebungen entnehmen, die im Stande sind, die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands Amerika gegenüber zu stärken." Welches diese Bestrebungen sind, darüber schweigt gerade an dieser Stelle der Autor; vermutlich dachte er nicht nur an bedeutende Tarifermäßigung für den Güterverkehr, sondern auch an andere, für einen Sozialdemokraten aber verpönte Dinge. Calwer weiß, daß nicht jede Steigerung des auswärtigen Handeln als wirtschaftlicher Fortschritt zu begrüßen ist. Ein Fortschritt ist in der Zunahme des Exportes nur insoweit zu erblicken, als die Ausfuhr sich dauernde und kaufkräftige Absatzgebiete neu „erobert" hat ober alte Absatzgebiete an Kaufkraft gewonnen haben. Der sozial demokratische Schriftsteller konstatiert ferner, daß die Aus fuhrthätigkeit Deutschlands absolut zwar gewachsen ist, relativ aber nur eine unbefriedigende Zunahme aufweist. Jntereffant ist, und lieblich in den Ohren der Agrarier klingen muß der Satz, daß „auf dem Jnlands- markte eben rascher und bei hoher Preisbewegung noch mehr verdient wird als durch den Export." Und ferner: „Für den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen charakteristisch ist die Abnahme der Einfuhr und das nicht bedeutende Anwachsen der Ausfuhr. Für ein Getreideimportland wie das deutsche Reich ist diese Bewegung außergewöhnlich." Diese Sätze, so unverschleiert hingestellt, b.'weisen, daß Calwer nicht zu Denen gehört, im Hinblick auf die der sozialdemokratische Redakteur Dr. Quark das geflügelte Wort von dec großen Mogelei der Genossen dem Gehege der Zähne entschlüpfen ließ. Also die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugniffen geht zurück! Calwer setzt sich damit in einen gewissen Widerspruch zu der Behauptung, daß Deutschlands Ernährung steigend vom Auslande abhängig werde. 00*1'"-71 ___- MN«"" ÄU Politische Tagesschau. Aus Berlin, 18. März, wird uns geschrieben: Die nach einer langen Panse von den Organen deS russischen Finanzministers Witte fortgesetzte Preßkampagne gegen die künftige deutsche Zollpolitik — Erhöhung der Ge treidezölle — wird von der offiziösen „Nordd. Allg. Ztg." völlig unerörtert gelassen. Die „Nordd. Allg. Ztg." begnügt sich damit, die neuen Auslassungen der von Herrn Witte inspirierten Blätter in der auch von uns wiedergegebenen Form abzudrucken. Es scheint Herrn Witte nicht gelingen zu sollen, den Reichskanzler Graf Bülow zu einem öffentlichen Meinungsaustausch, oder wenn man will, zu einem zollpolitischen Gefecht herauszulocken. Im Reichstag hat ja auch Graf Bülow erklärt, er pflege diplomatische MeinuugSverschteden heilen nicht auf publizistischem Wege auszutragen. Auffällig ist an den neuen russischen Kundgebungen, daß sie auf einen viel ruhigeren und versöhnlicheren Ton gestimmt sind, als die ersten Artikel, und insbesondere keine „persönlichen Liebens Würdigkeiten" gegen den Grafen Bülow enthalten. Die ver anttoortung für diese Spitzen schiebt jetzt Herr Witte von sich ab, und den Redaktionen der offiziösen russischen Organen zu. Damals aber ließ Herr Witte Jeden wissen, der es hören wollte, daß die Artikel unmittelbar aus dem russischen Finanzministerium herrührten. Die Annahme, daß die Redak tionen der russischen offiziösen Organe dann noch aus Eigenem Kraftworte hinzugesetzt haben sollten, erscheint bei den bekannten Preßverhältnissen im Zarenreich einfach absurd. Sachlich bringt die neue Kundgebung wenig. Daß Rußland höhere deutsche Getreidezölle mit höheren russischen Zöllen ob ß!,iiMt-Groß' sM ich -um mögen Eintritt einen SG B. Ö»rx!olL^ 1 8 " ■ft!r 200- Mtrmecher.— WM WM Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Me Gießener Zamillen- diätter werden dem An« astger im Wechsel mit „Hess. wmbHMrt" und „Blätter Mr heg. BoltSkunde" vier- me( wöchentlich beigelrgt. U«»«tz»e Den Knicigen Eher nachmittags ffit den zenden Tag trfdjtfntnbtn mm«r biß dotui 10 Uhr NSbeftellungen IpäirftenS ebemdS vorher. achtsamkeit der Engländer selbst unterstützt. Er gelang schließlich nicht, aber er hatte wenigstens den einen Erfolg, daß Botha mit seinen Leuten nach Norden Lust bekam und dorthin zurückgehen konnte. Auf 2000 Mann wurde BothaS Abteilung geschätzt, und diese zum mindesten hat gar keinen Anlaß zu kapitulieren, da sie sich außer dem Bereiche der englischen Machtsphäre befindet; denn der Vorstoß nach Krügerspost nördlich von Lijdenburg, von dem Kitchener letzthin berichtete, zeigt, daß englische Truppen nördlich der Eisenbahn immer nur vorübergehend thätig sind, und daß die Buren sich in jenen Bezirken ganz sicher fühlen. In eigener Bedrängnis scheinen nur die südlich nach Amsterdam und Piet Retief abgedrängten Burenscharen unter LukaS Meyer zu sein. Ein Teil von ihnen hat die englischen Reihen sogar durchbrochen und in ihrem Rücken zu operieren begonnen. Dewet s Kommando ist von Senekal in verschiedenen Teilen weitergegangen. Eine Milliarde dreihundert Millionen Mark Defizit wird das englische Volk durch neue Abgaben und Steuern für das Rechnungsjahr 1901/02 als Preis für die Andauer des südafrikanischen Krieges auszu- bringen haben. Die eben erschienenen Voranschläge für die Marine im Betrage von 30 875 500 Pfd. St. bringen die Ausgaben für Heer, Marine, Civilverwaltung und Schuld- verzinsung auf insgesamt 184 457 100 Pfd. St. Die Einnahmen des vergangenen Jahres blieben zwanzig Millionen hinter dem Voranschläge von 127 500 000 Psd. St. zurück, und werden wahrscheinlich im laufenden Jahre noch wett hinter jener Ziffer zurückbleiben. Selbst aber wenn man die Einnahmen auf 120 000 000 Pfd. St. veranschlägt, fo bleibt das oben konstatierte Defizit von 64 500 000 Pfd. St. gleich 1 290 000 000 Mk. rw, lllkrch 76. ÜU.WOigttflltt«! Inge pr.'Mlarlt btt FnmvttsndnmigS- Qt Mitten Setheter. :F.K. 0895 beförbert rt b. Bl. GietzenerAnzeiger W ** General-Anzeiger w v aufwärts 10 Pf,. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen sss: nde BesMtzw g 2146 Pfeffer ttkiplah 6. Mim unb Arbeiter tnbe®Wwm oe\t Mixt ßMSdmeider. Kferb gesu-hl. fort, kreuivlatz tt_ glaubt, es werde zur zeitweiligen Schließung Petersburg, 17. März. In der Stad kommen. t wird das Ausland letzten Augenblick in ein Koupee zu sprin glitt vom Trittbrett ab und geriet unter die Haupte«, sofern man nicht durch Waffengewalt darauf ver-1 die Entfernung der Kreuze energisch gefordert wird. Man rieben wird. I glaubt, es werde zur zeitweiligen Schließung kommen. Gerücht verbreitet, daß vorgestern auf der Straße ein Attentat auf den Minister des Innern Ssip- jagin verübt worden sei. Ein Student soll auf den Minister geschossen haben. Tie Kugel ging fehl. — .Heute kam es vor der Kasan'schen Kathedrale zu einer blutigen Prügelei zwischen mehr als hundert Studenten und Schutzleuten. Tie Studenten waren mit eisernen Stöcken bewaffnet. Ties geschah zur Mittagszeit. Ten Platz vor der Kasanschen Kathedrale sperrten berittene Schutz- Hanau, 18. März. Am Staatsbahnhofe Langenselbold ereignete sich heute morgen ein gräßliches Unglück. Der 19jährige Maurer Horn aus Somborn beabsichtigte n och i m nächsten Zuge nach Hanau verbracht, um hier im St. Vinzenz- Krankenhause Aufnahme zu finden. Bereits um 8 Uhr morgens starb er während der Operation. — Ein Kampf zwischen Militär nh b Civil tobte hier in verflossener Nacht. Ein Ulan wurde durch Messerstiche von Civilisten schwer verletzt, in der Lamborystraße besinnungslos liegend vorgefunden. Alsbald wurde die Kasernenwache der Ulanen alarmiert und der dienstthuende Offizier ließ sechs Weißbinder zur Polizeiwache bringen. Drei Weißbinder scheinen Hauptbeteiligte gewesen zu sein. Die Weißbinder Scheder und Spiegel waren durch Säbelhiebe im Gesicht bedenklich zugerichtet, sodaß chre Aufnahme ins Landkrankenhaus sich als erforderlich herausstellte. Der Lübeck, 18. März. Das vielbesprochene Verbot de^ Streikpostenftehens ist heute vom Senat aufgehoben worden. Auf Antrag des deutschen Konsuls wird der Kreisvorsteher von Hfining wegen christenfeindlicher Haltung und Verschleppung dec deutschen Beschwerden ab gesetzt werden. In Hoping wurden zwei an deutschfeindlichen Ausschreitungen beteiligte Leute enthauptet, in Tschanglo zwei weitere Mitschuldige verhaftet. 1 -o- Büdingen, 18. März. Jüngst fanden mehrere Waldarbeiter am Saume des Pfaffenwaldes den hiesigen Maurer Johannes Bessel an einem Baume erhängt vor. Ueber die Ursache des Selbstmordes ist nichts bekannt. Darmstadt, 18. März. Das Gesamtpräsidium der Kriegerkameradschaft Hassia hielt am 3. d. M. hier eine I Sitzung ab. Pos. 1. Providentiaverträge. Kam. Lahr giebt I Kenntnis von dem über Erwarten günstigen Abschluß des Jahres 1900, welcher der Kasse 18987.77 Mk. zuführt. Der Lebensversicherungsverttag ist mit Ende 1900 abgelaufen und wird nicht wieder erneuert werden. Wegen Abschlusses I ^ines neuen Vertrages, der sich möglichst auch noch auf I Krankenversicherung ersttecken soll, schweben noch Verhandlungen. Ler geschäftsführende Vorstand erhält die Ermäck)- l tigung, den Abschluß zu vollziehen. — Pos. 2. Unfall- und • Neu American-^ am 14. dS. Drei Person Raum Mi wen. Mel " %ii des Alkohol; ritis, Lunge Aerzte, die sach jest. D Zutrauen bi Einzelbevbai probe jehlt ausgedehnti auf Anregr S?al(e von Universität ' Lersuchstie und Taubei Wendung fa (mit Milzb toxin) ein in allen Umstä recht erhe tierischen S Sie führten während s (bei Anwen lich tätigt diese eintva Vrotololle , Mt/dpift fi Öem Ausschußbericht zu dem Entwurf eines Gesetzes wegen Versorgung der Kriegsinvaliden und der Kriegshinterbliebenen die Zustimmung. k 7r?m preußischen Abgeordnetenhause wurde der ^ustrzetat nach einer Anregung des Abg. v. Eynern, Ab- hilfe gegen dre Doppelbesteuerung der Aktten-Gesellschaften durch Besteuerung des Agiogewinnes zu schaffen, genehmigt, ebenso nach kurzer Debatte d.ie Etats der Landwirtschaft und der Zentralgenossenschaftskasse. Ter zum Etat „Indirekte Steuern" vorliegende Antrag Göschen bei Verleihung des Titels „Sanitätsrat" und „Geh. Sanitäts- xat" keine Stempel abgaben zu erheben, wird der! Brrdgetkommission überwiesen und der Etat darauf genehmigt. dritte Miß Sei der fugte das christliche Ä der Maure' ein Snde 9' lenem 8UJ Hausen b' von Gelnh haßlau, Q. Cine Wolf zurzeit im Exemplar bis es g« 'feilen in fangenschah aus dem ai Ms-Mer. geid'iißt •« 19 Zahre a Untersucht! Aus Stadt und Land. Gießen, 19. März 1901. Dor dem englischen Geschworenengerichte zu Shanghai stand kürzlich der Streitfall zwischen zwei deutschen Soldaten und englischen Polizisten aus dem November v. I. I , . . . , ir------- -----------. zur Verhandlung. Die Anklage richtet sich gegen den eng- ^ute, Gendarmen und mehrere Sotnien Kosaken ab, es lischen Polizeisergeanten Champion, welcher der Ueberschreitung umnogüch zu sehen, was vor der Kathedrale vorging, seiner Amtsbefugnisse beschuldigt war Trotz der für den " war laute- Wehegeschrci zu Horen. In der Ka- Angeklagten ungünstigen Rech?Sbelehrung d-S Vorsitzenden tb-drale. wo mebrere bnnder. Richters kamen die Geschworenen zu einem freisprechenden Urteil. Aus dem Ergebnis der gerichtlichen Verhandlungen hat aber der Municipalrat in Shanghai Veranlaffung ge- uommen, den Angeklagten im DiSziplinarwege aus dem Polizeidienste zu entfernen, seinem Bedauern über dem Verletzten, noch nicht völlig wlederhergestellten deutschen Soldaten Beblo ein Schmerzensgeld von 1750 TaslS (über 5000 Mk.) zuzuwenden. iuul iuuic» jujrei zu yoren. ^n oer na- thedrale, wo mehrere hundert Studenten versammelt waren, sollen die Studenten gelärmt und gesungen haben. Ein Teil der Ruhestörer wurde ins Polizeigewahrsam des kasanschen Stadtteils abgeführt. I Haftpflichtversicherungs-Vertrag mit der „Zürich". An Bonifikation aus der Prämie erhält die Hassia 387 Mk. phe Hohe des Reingewinns ist noch nicht festgestellt, soll I aber m diesen Tagen erfolgen. Kam. Auler wird beauf- I ^agt, mit Regierungsrat Noack sich ins Benehmen zu setzen, Ium zu verbuchen, mit dem Landesgewerbeverein gemeinsam aus diesem Gebiete des, Versicherungswesens vorzugehen. dos. 3. er Jahresbericht für 1900 wird im wesentlichen gebilligt. — Pos. 4. Der Kassenbericht fand keine Beanstandung. Es wurde damit zugleich auch Pos. 5, die Beratung des Voranschlags, verbunden, dessen Ansätze ausnahmslos genehmigt wurden. — Pos. 6. Telegiertenver- sammlung. Als Tag des Zusammenttitts wird der 9. Juni bestimmt. Tie Tagesordnung wird folgende Anträge umfassen: 1. des Vereins Viernheim: „den Verkehr der Kxieger- vereine an den Grenzen des Landes mit den Vereinen dev benachbarten Landesvereine durch Vermittelung des Kyff- hauserbundes zu regeln." 2. des Präsidiums: im Herbst dieses Jahres die 2. Gesellschaftslotterie zu veranstalten, im Hinblick auf das im Jahresbericht dargelegte schöne finanzielle Resultat. 3. des Vereins Butzbach: Bezirksver- ibande, welche bis zum 15. Oktober des laufenden Jahres ihren Bezirkstag nicht abgehalten haben, und deren diesbezügliches Protokoll am 20. CFieber noch nicht abgeliefert ist, werden bis zur Erfüllung dieser Pflicht betr. aller Unterstützungsgesuche gesperrt. — Pos. 7. Kam. Minnich macht die Mitteilung, daß vom Kalender 1901 32 322 Exemplare abgesetzt worden sind. Da die Firma Reichell wegen derse h rg e sti e g e n e n P a p i er p r ei s e un d Ar b e i ts - löhne erklärt hatte, daß sie den seitherigen Gewinnanteil nicht mehr zu gewähren vermöge, so sind Angebote der leistungsfähigen Konkurrenz im Reiche und besonders in Hessen veranlaßt worden. Nachdem aber die Mehrheit des Präsidiums sich dafür entschieden hatte, daß man an der seitherigen Ausstattung des Jahrbuchs, besonders hinsichtlich der bunten Illustrationen unbedingt festhalten müsse, die anderen Geschäfte, außer den Gebriider Reichell, aber gerade an den farbigen Bildern sparen wollten, so wurde ein neuer Vertrag mit der alten Verlagsfirma wieder abgeschlossen, allerdings mit einem nicht unbeträchtlich geringeren Bonifikationssatze. — Pos. 8. Die unter Leitung des Kam. Vogt in Butzbach veranstaltete Gesellschaftslotterie hatte ein sehr günstiaes Ergebnis. Es wurden anstatt der m — Der Aölffin, ist Dem Privatdo Eaert wurde handelshochsch hat jüngst ein mündliche Dof Detse bestände, S dr N H Jwter Union Am btt Ms Dr- Wag fcwr beg. & '^rpluscherei ^Eichen K en praktische Gtaat^efe Ss* «S.J sK: futs * «Urte 2e" iöurbe no u^ i" »ittttÄ08' 9mq kO',.die ganr S9 Nr ein W der - n üirrx. ^ilSuc‘"9- Stuttgart, 18. März. In der heute abgehaltenen Weberversammlung waren 65 süddeutsche Webereien mit 37142 Webstühlen vertreten. Es wurde festgestellt, daß die Notlage der Weberei verstärkt fortdauere und daß in- solgedessen von obigen Webstühlen 6183 gleich 16,70 Pro- Zent stillstehen. Die Anwesenden beschlossen, diese Reduktion aufrecht zu erhalten und für das zweite Quartal insgesamt 8500 Webstühle stillzustellen. Mit den Webereien anderer Jndusttiebezirke sind Verhandlungen eingeleitet, diel ein ähnliches Vorgehen in sichere Aussicht stellen, was baldige '^Heuchelheim, ' Besserung der Weberei- und Fabrikatpreise erhoffen läßt. Zunahme unserer Bevölkerung ist abermals" die Erricht . uearunoeren innmn- Lunchen, 18. Marz. In Bayern ist kürzlich ein un g einer n euen Volks schulk lasse nöttg geworden, Afa Mahnbriefe für i e W ob NUN ffirfit in ßrnft ao- I iirth frn-ir hwrht'rt SoSfiAffi th fRonimi SoS m nu nv» I , 3 : . ' • Budapest, 18. Atärz. An der Universität kam es heute zu großen Demonstrationen und Ruhe- n » ^?9en. Um gegen die Entscheidung der obersten unterrrchtsbehörden zu demonsttieren, brachten heute früh luristischen Fakultät, deren Professoren sich für aUUc9 Kreuzen in den Lehrsälen der Hub hatten, in allen Lehrsälen der philosophischen Fakultät große schwarze .Holzkreuze wicdc? Entfernt wv '?-ralg^inntcn Studentenschaft sofort nieoer entfernt wurden. Der von den klerikalen Valkör- parte: aufgehetzte Teil der Studenten befe ttgte jedoch die >tteuze unter großem Lärm abennal» vertrete? hca UniversitütS-Senats, der die Student«. zur R^he ermastnte wurde aus dem Saal gewaltsam entfernt. Sämtliche Vorlesungen wurden sistiert. Ein Aufruf der katholischen Studenten betont, daß die Anbringung von Kreuzen keinen konfessionellen Charakter habe; ' niemand solle damit verletzt werden. Man fordere nur den sicht baren Ausdruck des katholischen Charakters der Universität. Die liberalen Studenten überreichten eine Eingabe an den Senat, in welcher dem Beschluß des Senats entsprechend P. Professor Dr. M. Biermer hielt, wie wir ________ ___________________ seinerzeit erwähnten, im „Mittelrheinischen Fabrikanten- , -V . . Verein" zu Mainz am 18. Oktober 1900 einen Vortrag über Deutsches Keich. „di e heutige Mittelstan d sb e we gun g". Dieser, m „ y f„ 1Q ~ f „ ! sowie der in demselben Vereine gehaltene Vottrag vom findendas Be- 17. Januar 1901 über „die G e tr e i d e z ö l l e" sind jetzt Die Uebei-b/ii^iinA M^?b^dene Bulletin lautet: als Broschüre erschienen, und werden gewiß viele Seiet- Sditoe(funn a hp1!-11 r1vollendet. Dre finden. Sie behandeln ihren Stoff in prägnanter, leicht n ^rrnger aber flüssiger Form. Wir wollen uns für heute mit diesem kurzen Le u tb old S r amn§n ^Hflemembefinben ist gut. Dr. Hinweis begnügen und behalten uns ein näheres Ein- vatmann^^n ^ichstePri-I Die Lahnkanalisation scheint nach einem, verschiedener ^i.a' rwr SRitteilunflen in der Kanal-Kommission des preußischen Abgeordneten- 21 Millionen Är??' ^en TtT ^bsem Äahre mrt Hauses eingebrachten Anträge aussichtsvoller zu werden, gegen 161 Millione^ 6» emgeschatzt haben Der Antrag lautet: Die Kommission wolle beschießen: Tie lebten ^alirrebn^?o $55 ^^^^orlagen rm Königliche Staatsregierung zu ersuchen, die zur Herstell- ibm ia sicherlich feftr "^dis. Ztg.', sind ung eines leistungsfähigen Schiffahrtsweges im Fluß- der 3eiLnaen%fiei-r febS aber '^ngobeii laufe der Lahn von deren Einmündung in den Rhein -^br^«g n r^chtrg sind, stromaufwärts bis zur Landesgrenze über Wetz-.yatte em feyr günstiges Krupp jedenfalls ,mur" ein ^n7ommen von ^öMO Vorarbeiten fertigen zu lassen, vorgesehenen 60 000 Zose -"deren 75 000 verkauft und ein »» »s wwaRÄ*« »» s säs MW9toirb£ifter§ Berlin auf 18 000 mT s., ........?nt2 Regelung .des Grenz. des bereits sich in Bewegung befindlichen Zuges, die ihm beide Beine abquetschten. Er wurde uach Anlegung eineS Notverbandes in einen Tragkorb gebettet und mit dem ung herbeigeführt wird. Eine Reihe gesundheitlicher Bestimmungen legt Mindestgröße, Luft- und Lichtverhältnisse der Wohnungen fest. (Solche Gesetze sind ja erfreulich, nur vergesse man darüber die positive Arbeit nicht, das heißt den Bau billiger und gut eingerichteter Wohnungen. Die „Wohnungsaufsicht" aehört zu den sogenannten „kleinen" Mitteln, die Hauptsache bleibt eine grundsätzliche Wohn- ungsreform.) (Y1 M • • < - , —. I vtll 4111 UH v t l «yu IU lu V Ul II JllUl l I eV‘etIr“f'dent der Krieger.Kame°iVerkehrs der Vereine der Landesverbände in Aussicht ge- ^schktzberick.7 « her‘^ " ffCiner Öligen Sitzung hat ILÄnlaß^' trai.iigSf“ LremenN^m/ns de?Versankmlung'Us ÄftaÄ Ausschußber.cht M dem Entwurf e.nes Me.eu.a I per Kriegerkameradschaft fügendes Beileidsschreiben an den Ehre„tafe7n7um"Preise Lu^L dtarfer gefandt. ssätzlich sind die Gesuche um Verleihung einer Ehrentafel ^A^f „ A^lerdurchlauchttgster, dann zu beanstanden, wenn das bett. Vorstandsmitglied , Lrrtzr und König! Allergnadigster für seine Thätigkeit Gehalt bezog. - Pos. 11. Ernst-Ludwig- "fr^f.fbrlrch und König- Viktoria-Melita-Stiftung. Es liegen etwa 180 Gesuche brs haß ^^.I?mÄ^^^terthanigst, genehmigen jetzt vor; jedem Kind sollen 10 Mk. gewährt werden. Tai fn2prAhMiAbf?^sAm?UsL A1!1 9%tlPeu der Krieger- die zur Verfügung stehende Summe dadurch nicht ganz auf» UJCL ^5" gebraucht wird, so wird vom Delegiertentag die nachträg- ^btroffen hat, ausspreche. Die «ttche Genehmigung dazu eingeholt werden. — Pos. 12. 23Dr» oanz träge. Kam. Bogt teilt mit, daß im laufenden Winter auf ^_^bstat die Gefühle der Freude aus- diesem Gebiet eine außerordentlich rege Thätigkeit entfaltet sprechen zu dürfen, daß die unselige ^hat ohne werde. — Pos. 13. Einladunaeu Die Erlediauna diesen die Ursache des Er-Angelegenheit bleibt dem geschäftsführenden Vorstand über- elgnisses lediglich in der pshchisch^n Veranlagung des 8nfsen. — Pos. 14. Fahnengesuche. Um die Vereine an sei^Dn77? hn&tprtenrp ^cm Allmächtigen ^Pünktlichkeit im Einhalten der Termine zu gewöhnen, wer- 55 ?Ule rin CI1Aibr5^arrerr ld) ^55^- Kaiserlichen und König- Versicherungsgesellschaft wird dem Kam. Lahr zu weiterer !^5nA»^A^ö^^ amgster Cramolini, Oberst- Behandlung überwiesen, gleich wie die Vorschläge der Ge- leutnant a. D. Erster Präsident der Kriegerkameradichaft sellschaft Augusta. — Pos. 18. Das Gesuch des Vereiitst * 17 Wäv, cv«fAfAo Reisen um Ueberweisung an den Bezirk Bensheim soll o , , Heuchelhei m, 1/. Marz. Zufolge der starken genehmigt werden, sofern der Bezirk Waldmichelbach keinen > Zunahme unserer Bevölkerung ist abermals die Er ri ch t -I gegründeten Einwand dagegen erhebt. — Pos. 19. Es sollen » üb e r die Koh n «ug 8~aTffi cht ge" I mit Ägim? de's' neuen Schuftahres I ^n. Diese Aufficht wird von der Ortspottzeibehörde aus- den sechsten Lehrer erhalten. Aber auch die Errickstung ^re wnTTerÄnil 6HnX 9- Pos' 20 Der Vor- -n tfatnamth&t SBo^nun03- ber siebenten und achten Klaffe wird nicht lange auf B^fitet über ben trauttaen Ruftonb in bem fiA ausschuß beigegeben.ist, in dem der ärztliche Stand ver- sich warten lassen, da die Zahl der Geburten mit jebem hie behnben unb 0 eine must Bei Mißständen soll die Aufsichtsbehörde Jahr steigt und im letzten Jahr bereits 91 betrug, die Zahl diesbezügliche MnacHe an die 'Ständ^kamme^ zu rickten zunächst belehrend vorgehen, aber natürlich stets durch, der Schulkinder soll jedoch in einer Klasse 80 nicht über- Febla^e iZS Mi rz In dttvorae^n abaeb!l^i?n I5.^5"^.^?^?^ü5^!b.e^ner^ angemessenen Frist eine Besser- schreiten. ? UnÄ L b Friedberg, 18. Marz. Heute begann an der Landrat Dr. Sartorius zum Direktor der Lokalabteilung | Aroßh -v i n t e r sch u l e der Lehrgang für Obstbau. Die Wepler gewählt. Alsdann hielt Oberlehrer Freybe von der Beteiligung ist bedeutend. Außer dem Hauptkursus, finden Landwirtschaftsschule Weilburg einen Vortrag: „Wie kann im Laufe des Sommers noch Obstverwertungskurse, sowie die praktische Wettervoraussage für die Landwirtschaft Lehrgänge für Sttaßenbaumwarter, Geistliche, Lehrer und nutzbar gemacht werden." Freunde des Obstbaues statt. fc. Frankfurt a. M., 18. März. In einer hier abge- . )( Bad Salzhausen, 18. Marz. Die B 0h run g en haltenen, auch von auswärts, namentlich aus den be- I hiesiger Gemarkung nehmen ungestörten Fortgang. Bis nachbarten hessischen und Hessen - nassauisck)en Kreisen be- Eine Tiefe von über 200 Metern erreicht; durch suchten Viehhändlerversammlung wurde die Gründung eines festgeschloffenen Bajalt geht das Bohrloch täglich ändert- „Mitteldeutschen Viehhändler-Vereins" mit halben Meter weiter. In der vorhergehenden lockeren dem Sitz in Frankfurt a. M. beschlossen. Sck)icht wurden täglich bis 12 Meter Tiefe gebohrt. * ~ ~ . .. ?Bleichenbach, 18. März. Sehr hohe Preise wurden bei der heutigen Holzversteigeruny im Gemeindewald «erzielt. 2 Raummeter Buchen-Scheitholz 1. Klasse wurden bis zu 24 Mk. bezahlt. Knüppel kamen pro Meter auf 9-10 Mk. Arch. „ 6eauj S »Metel, n aemetnjgn dorzugehi" 'W«®K Vl ble Be- M° «US. ?Pertenver- W-9- *« ,VTW um, i gjl ^^ger- $erWber N.des !: !m Herbst 'Malten, im !='*. IW ' ^ezirksver- ^ben Iches 'deren dies- J* abgeliefert f bett, aller M Annich ^32 322 tzxem- NE wegen ^dArbetts- Gewinnanteil Angebote der ' besonders in : Mehrheit des > nian an der nders hinM- schalten muffe, Reichels, aber len, so tourte aa wieder ab» etrWlich ge- er Leitung des ^schaftslotterie en anstatt der ckauft und ein on ein Tritte! hält ein Verein nnanteil Am ?r Gewinne ab, ist. - M 9. rs Ausschusses ig des Grenz- n Aussicht ge- die Migung sfung von 500 chmigt. Grund- ner Ehrentafel rstandsmitglied Ernst-Ludwia- 30 Gesuche bis f werden. Ta icht ganz auf- die nathträg» Pos. 12. Vot- :u Muter Ms Mt entfallet ediguug dieser Vorstand über» ie Vereine an gewöhnen, werte entstehenden 5. Beschwerden. 4 Obermörlen; rächtet. Rr. 6 ie Anschaffung aels wird ge- Militärdienst- jr zu weiterer w L - des Beters Bensheim soll Mach»» I 19. (S M fallft ** 'ter 0efW~ 20. De» d in tem f™ pr ru ruhten- abgehaltenen Vereins wurde MabteilM «w a MS oen iererns Es :.l°S Eng ei^ t unb in^b 8 Uhr -Enr sn ver- Es? ade G Kei^ dritte Weißbinder, der als hauptbeteiligt verdächtig erschien, wurde ins Polizeigefängnis gebracht, der schwerverletzte Ulan liegt im Lazarett. •* Kleine Mitteilungen anl Hesse» und den Nachbarstaates Bei der Wahl der Beisitzer zum Gewerbegericht in Mainz siegte das Gewerkschaftskartell mit großer Mehrheit über die christliche Arbeiterschaft. — In Oberbreidenbach hat der Maurer Johannes Goß durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. Goß war ein Trinker, der sich um seine Familie nicht kümmerte; er hat die That auch in angetrun kenem Zustande ausgeführt. — Der Kreistag zu Gelnhausen beschloß den Bau einer normalspurigen Kleinbahn von Gelnhausen über Meerholz, NeuseS, Somborn, Neuen haßlau, am Staatsbahnhof Langenselbold auslaufend. — Eine Wolfshatz spielte sich in Offenbach ab. Von den zurzeit im Reichshallcntheater befindlichen Wölfen war ein Eremplar entwischt und durchjagte eine Anzahl Straßen, bis es gelang, den offenbar nach Freiheit dürstenden Gesellen in einer Sackgasse zu fangen und ihn in die Gefangenschaft zurückzuführen. — Sonntag Nacht brannte es auf dem am Ende der Stadt Groß-Umstadt liegenden Felsenkeller. Ter angerichtete Schaden wird auf 5000 Mk. geschätzt. Als der That dringend verdächtig wurde der 19 Jahre alte Bierbrauer Wein and verhaftet und in Untersuchungshaft abgeführt. Vermischtes. * New York, 18. März. In dem Steuerraum des der American-Line gehörigen Dampfers „Newyork" explodierte am 14. ds. ein zur Kühlanlage gehöriger Ammoniakbehälter. Drei Personen wurden verletzt, wovon zwei starben. Der Raum füllte sich mit Dämpfen, die nach der zweiten Kajüte zogen. Mehrere Personen sind erkrankt. S a XA1 L° \ °.r “ n b Krankheit. An der Heilkraft des Alkohols bei schweren Infektionen (Typhus, Diphthe- ritrs, Lungenentzündung, Kindbettfieber usw.) halten selbst Aerzte, die tm allgemeinen Alkoholgegner sind, noch vielfach fest. Tie klinische Erfahrung, auf welcher dieses gute Zutrauen beruht, ist aber insofern trügerisch, als in den Einzelbeobachtungen, auf welche sie sich stützt, die Gegenprobe fehlt. Nur der Wunsch kann hier entscheiden. In ausgedehntester und gewissenhaftester Weise ist ein solcher aus Anregung und unter Leitung Professor C. Fränkels in Halle von Tr. Laitinen, Dozent der Bakteriologie an der Universität Helsingfors unternommen worden. Seine 342 Versuchstiere (Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner und Tauben) wurden, soweit sie nicht als Kontrolltiere Ver- wendung fanden, teils vor, teils nach geschehener Infektion (mit Milzbrandbazillen, Tuberkelbazillen oder Tiphterie- toxin) einmalig stark (akute Vergiftung) alkoholisiert. Unter allen Umständen rief der Alkohol eine deutliche und meist recht erhebliche Steigerung der Empfänglichkeit des tierischen Körpers für diese künstlichen Infektionen hervor. Sw führten bei den alkoholisierten Tieren den Tod herbei, während sie die Versuchstiere entweder unberührt oder lbei Anwendung tötlicher Mengen Krankheitsgiftes) beträchtlich langsamer zu Grunde gehen ließen. Veröffentlicht sind diese einwandfreien, hochwichtigen und durch ausführliche Protokolle belegten Versuche im 34. Bande (S. 206) der Zeitschrift für Hygieine und Infektionskrankheiten. Universttäts-Uachrichten. — Der Kulturhistoriker der Universität Basel, Prof. Dr. Heinrich Wölffin, ist zum o. Profeffor der Universität Berlin ernannt worden. — Dem Privatdozenten an der Universität Berlin Dr. jur. et phil. Chr. Eckert wurde ab I. Oktober eine Profeffur für Nationalökonomie an der Handelshochschule zu Köln übertragen. — An der Universität Berlin hat jüngst ein in Berlin wohnender Major a. D., Oswald Körte, daS mündliche Doktor-Examen bei der philosophischen Fakultät in glänzender Weise bestanden; er erhielt das Prädikat magna cum laude. Der frühere Militär hat sich drei Jahre hindurch als immatrikulierter Student an der Berliner Universität dem Studium der Musikgeschichte gewidmet. — Der Lehrer der Physik an der Bergakademie in Freiberg i. S., Geh.-Rat Prof. Dr. Weisbach, ist gestorben. Gerichtssaal. Sch. T a r m st a d t, 9. März. Vor der hiesigen Strafkammer begann gestern vormittag, wie wir bereits in letzter Nummer' meldeten, der Prozeß gegen den wegen Kurpfuscherei und Heilmittelschwindel vielfach vorbestraften angeblichen Kaufmann F. Schumacher aus Bornheim, den praktischen Arzt Tr. med. Lang aus Schönbrunn und den Apotheker F. Kricbel aus Flöta (Sachsen). Die Staatsanwaltschaft hatte seinerzeit 51000 Mark hier mit Beschlag gelegt, ihm bei seiner Haftentlassung wieder 40 000 Mark ausgehändigt, sodaß diese heute noch eine Sicherheit von 11000 Mark hat. Sch. ist in Tübingen, Hannover, München und Köln wiederholt wegen Betrugs usw., zuletzt mit zweieinhalb Jahren Zuchthaus, bestraft. Er gab sich wiederholt als Toktor aus, obwohl er ursprünglich Fabrikarbeiter war, während seiner Militärdienstzeit als Lazarettgehilfe ausgebildet und später als Heilgehilfe konzessioniert wurde. Zur Gründung einer Heilanstalt für Nerven-, Haut-, Geschlechts- und Frauenkrankheiten, die sie „Iris" nannten, fand er auf eine Annonce den Tr. med. Lang, der gleichfalls eine bewegte Vergangenheit hat und wie er damals erklärte, auf niemanden Rücksicht zu nehmen habe. Dr. L. wurde gegen ein monatliches Gehalt von 200 Mark, vollständig freie Station und vier Prozent am Gewinn engagiert. Im Oktober 1896 ging der Schwindel in einem gemieteten Hause los. Zur Vorsorge waren einige Apparate vorhanden, die aber niemals gebraucht wurden, denn alles ging „schriftlich". Tie „Direktion" der Heilanstalt erließ in auswärtigen Blättern Annoncen, darin sie sich zur sicheren Heilung obenerwähnter Krankheiten empfahl. Dr. Lang war dabei als „Spezialarzt" empfohlen, und aus ganz Deutschland und dem Ausland fielen Tausende hinein. Den sich Meldenden wurde eine Broschüre verschickt, und ein Fragebogen mit Begleitschreiben in dem „sichere Heilung" in kurzer Zeit versprochen wurde. Nach Beantwortung der Fragebogen wurde dann meist unter Nachnahme den Heilungsuchenden geringwertige Medikamente, die sich manchmal in ihrer Wirkung gegenseitig aufhoben, gegen hohe Preise durch den Apotheker Kriebel in Flöta i. S. zugesandt. Die geschäftlichen Angelegenheiten, wie Briefempfang, Abrechnung mit Kriebel usw. besorgte lediglich Schumcuher, während die medizinischen Verordnungen nur durch Dr. Lang besorgt wurden; er will nicht gewußt haben, daß Sch. meist den Leuten kostenfreie Behandlung versprach, sich aber doch die Medikamente gut bezahlen ließ, auch Apotheker Kriebel kannte das Vorleben und die Methode Schumachers nicht: er hat nur die Beträge der Sicherheit und Einfachheit halber mit den Medikamenten eingezogen. Die Abrechnung zwischen Kriebel und Sck)umacher erfolgte monatlich und hat u. a. für den Monat Dezember 1896 eingerechnet: Gesamt-Einnahme unter Nachnahme einge- gangen 715 Mark, ab für Arzneien 122.76 Mark, Porti 56.60 Mark, sodaß Schumacher 535.64 Mark erhielt. Manche ärztliche Verordnungen wurden auch direkt erledigt. Der Betrag dafür eingenommen. Eine Buchhalterin aus Berlin mit einem Monatsgehalt von 25 Mark und freier Station besorgte die schriftlichen Arbeiten, glaubte auch an die von Dr. Lang gemachten Versprechungen auf sichere Heilung, die sie niederschrieb, sie hat über die eigentümliche Heilmethode nicht nachgedacht, obwohl sie wiederholt an Patienten, die in der „Heilanstalt" ausgenommen sein wollten, schrieb, daß man mit dem Umzug begriffen sei und sie warten sollten, bis das neue „Sanatorium" eröffnet sei, thatsächlich hat Sch. wegen Erwerb verschiedener Grundstücke Verhandlungen gepflogen. Inzwischen hatte sich aber die Staatsanwaltschaft den sauberen Patron gesichert. Der einzige bis jetzt vernommene Zeuge Bourdy aus Idstein versichert, daß er auf eine Annonce sich an den Spezialarzt gewandt, und auf die gegen 14 Mark Nachnahme erhaltene Arznei anscheinend eine kleine Besserung verspürt, sich- bald darauf aber wieder in seinem alten Zustand befunden habe; eine zweite Nachnahmesendung von 32 Mark hat er nicht angenommen. Dr. Lang war, wie er angiebt, drei Jahre lang Mitglied der wissenschaftlichen psychologischen Gesellschaft in München, dabei hat er sich viel mit der suggestiven Heilmethode befaßt und angeblich an deren Wirkung geglaubt, sodaß persönliche Behandlung nur bei operativen Eingriffen nötig wäre. Morgen werden die Plaidoyers der acht Sachverständigen für oder wider Naturheilkunde oder Schulmedizin ihren Anfang nehmen. Der Sohn des Angeklagten Kriebel wurde heute noch telegraphisch als Zeuge geladen. ko. Darmstadt, 18. März. Ist die Milchpantscherei ein Betrug? lieber diese Fruge wird in einigen tagen die hiesige Straikammer zu entscheiden haben. Bisher war eS üblich, das „taufen" der Milch nur als Vergeben gegen das Nahrungsmittelgesetz zu ahnden. So hat auch das Offenbacher Schöffengericht die Witwe Komo aus Hausen bei Groß-Steinheim wegen MilchpantschenS nur zu GO Mark Geldstrafe wegen Vergehens gegen daS Nahrungsmittelgesetz verurteilt, während der Staatsanwalt daneben noch 7 Tage Gefängnis wegen Betrugs beantragt hatte. Gegen daS Urteil hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Frankfurt a. M., 17. März Vor der Strafkammer stand ein weißbärtiger Mann von 65 Jahren, der sich als Mitglied einer Bande von ausländischen Scheckfälschern entpuppte. Am 28.Mai o. IS, wat er am Schalter der Bank für Handel und Industrie erschienen und halte fünf Stecks der jetzt in Liquidation befindlichen Londoner Scheckoank über je 20 L. zur Einlösung vorgelegt. Dem Schalterbeamten fiel eS auf, daß auf einem Scheck das Wort pound mit t geschrieben war, aber der Scheck schien echt zu sein, und der alte Mann, der sich mit Mark Mathieu unterschrieb und nur Englisch sprach, machte einen so vertrauenerweckenden Eindruck, daß die Bank die Schecks mit 2011 Mk. einlofte. Sie wurden dann sofort nach London geschickt, und von dort kam andern TageS die Nachricht, daß sie in recht geschickter Weise gefälscht waren. Noch am nämlichen Vormittag hatte der Betrüger auf zwei andern hiesigen Banken ebenfalls je fünf Schecks über 20 L. eingelöst, war dann am Nachmittag nach Homburg und am folgenden Tage nach Wiesbaden gefahren und hatte an drei weitern Stellen 15 derartige Schecks an den Mann gebracht, insgesamt also über 12400 Mk. erhalten. Am 39. Mai fuhr er nach Köln, versuchte dort bet einem Bankhause fünf Schecks ein: zulösen, wurde aber an ein anderes Bankhaus verwiesen und auf dessen Veranlaflung verhaftet. Er nannte sich jetzt William Spink und wollte aus New York gekommen sein. Durch Erkundigungen bei der Londoner Polizei stellte man aber fest, daß er Simon Weil heißt und in London wohnt. Er gehört offenbar zu einer größeren Fälscher- bande; denn ungefähr um dieselbe Zeit tauchten in Dresden ebenfalls solche gefälschte Schecks auf. Die Untersuchung nahm deshalb auch geraume Zeit in Anspruch. An der Herstellung der Fälschungen scheint er unbeteiligt und nur beauftragt gewesen zu sein, die Papiere zu Geld zu machen. Das Geld wurde sofort nach der Auszahlung fort- geschickt; denn bei seiner Verhaftung hatte Weil nur 98 Mk. und 5 L. in englischem Gelde bei sich. Aber in seiner Handtasche fand man eine größere Anzahl Briefumschläge für Geldsendungen. Vor Gericht stellte stch Well, der auch geläufig Deutsch spricht, als Opfer feiner Gutmütigkeit hin und erzählt- eine lange Geschichte von einem gewissen Mathieu, den er auf der Fahrt von Amerika kennen gelernt und der ihn mit den Schecks auf die verschiedenen Banken geschickt habe. Aber das Märchen von dem großen Unbekannten zieht in Deutsch'and schon längst nicht mehr. Der Gerichtshof ließ auch keine milbernbe Umstände gelten, obwohl dem Angeklagten Vorstrafen nicht nachgewiesen werden konnten, und verurteilte ihn wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs zu 5 Jahren Zuchthaus und 4500 Mk. Geldstrafe. Berlin, 18. März. Heute begann der zweite Prozeß gegen den Bankier August Sternberg meßen Sittlichkeitsvergehen vor der 7. Strafkammer de8 Landgerichts 1. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde der Prozeß wegen weiterer Zeugenladungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Arbeiterbewegung. Mainz, 18. März. Zur Lohnbewegung der Schneider rst zu berichten, daß mit 24 Firmen eine Einigung zu Stande gekommen ist und eine Lohnerhöhung von 15 bis 20 Prozent erzielt wurde. Eisenbahn Zeitung. — Nach einer Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten sind die neuen Vorschriften über die Abfertigung von Personen, Reisegepäck und Hunden, die zunächst in einzelnen Dtrekttons- bezirken erprobt worden sind, jetzt im ganzen Bereiche der preußisch- hessischen Staatseisenbahnen einzuführen. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Johannlesgemeinde. Den 9. März. Ludwig Judt, Wagner zu Gießen, und Luise Elise Katharina Schmidt, Tochter des verstorbenen Schweinehirten Christian Schmidt II. zu Freienseen. Militärgemeinde. Den 14. März. Heinrich Wurm, Sergeant zu Gießen und Marie Röder, Tochter des Taglöhners Heinrich Röder zu Gießen. Getauft«. Matthäusgemeind e. Den 10. März. Dem Taglöhner Georg Prinz eine Tochter, Marie, geboren den 7. Januar. Denselben. Dem Knecht Jakob Zimmermann ein Sohn, Otto, geboren den 7. März. Markusgemeinde. Den 10. März. Dem Weißbinder Philipp Horn eine Tochter Emilie Marce Margarethe, geboren b n 7. Dezember. Denselben. Dem Taglöhner Philipp Lotz ein Sohn, Wilhelm Karl Heinrich, geboren den 5. Februar. Denselben. Dem Fabrikarbeiter Adam Ohr eine Tochter, geboren den 9. Februar. Lukasgemeinde. Den 10. März. Dem Hilfsheizer Heinrich Albach ein Sohn, Wilhelm Konrad, geboren den 10. Februar. Denselben. Dem Bier-Fuhrmann Konrad Schardt ein Sohn, Jo» Hann Hemrich, geboren den 3. Februar. , Denselben. Dem Schlosser Johann Friedrich Urban ein Sohn, Karl Friedrich Paul, geboren den 16. Dezember 1900. Denselben. Dem Telegraphist Karl Geitz eine Tochter, Elisabeth, geboren den 1. Januar. Denselben. De n Schlaffer Wilhelm Kahn eine Tochter, Wilhelmine, geboren den 21. Dezember 1900. Johannesgemeinde Den 9. März. Dem Wagner Ludwig Judt eine Tochter, Joharna Marie Elisabeth, geboren den 24. November 1900. Den 10. März. Dem Installateur Karl Bellos ein Sohn, Heinrich, geboren den 16. November 1900. Denselben. Dem Taglöhner Carl Schneider eine Tochter, Anna Friederike Johanna, geboren den 13. Januar. Den 11. März. Dem Bäckermeister Carlo Brühl ein Sohn, Karl, geboren den 9. März Beerdigte. Mat thäusgemeinde. Den 13. März. Marie Löbev, geb. Busch, Wittwe des Delonomen Christian Löber, 90 Jahre alt, starb den 11. März. Dcnselb-n. Maria Muslulus, ß;b. Zindel, Wittwe des Fuhrmanns Georg Muskulus, 68 Jahre alt, starb den 11. März. Johannesgemeinde. Den 11. März. Marie Rumpf, ledige Tochter des verstorbenen Orts- Einn bmers Johann Friedrich Rumpf, 62 Jahre alt. starb den 8. März. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 18. März 1901. In Nr. 65 4. Blatt des »Gießener. Anz." ist die Bewegung von ca. 5000 Cbm. „Erd« und milden Felsmassen" auf Bahnhof Gießen von der Betriebsinspektion I ausgeschrieben Es handelt sich hier jedenfalls um die Herstellung des s. Zt. in diesem Blatt besprochenen Tunnels vom Bahnsteig der Main-Weserbohn nach dem der Oberheff. Bahn. Hiermit ist also die letzte Hoffnung auf die Befreiung der Frankfurter Straße von den Oberhessischen Linien geschwunden; denn die Inangriffnahme einer derartigen kostspieligen Anlage läßt auf ein Definitivum schließen, d. h. in diesem Falle, daß der Oberhessische Bahnhof in seiner jetzigen Gestalt erhalten bleibt. B. Famitien-Uachrichlen. Gestorbenr Stadtrat i. P. Otto Waslö in Darmstadt. — Valentin Schmidt, Kunst- und Handelsgärtner, in Darmstadt. — Heinrich Niet« Hammer, Schretnermeister, in Worms. — David Sattler, Ofensetzer, in Worms. — Altbürgermeister Philipp Schaffner in Blödesheim. Krieskasten -er Redaktion. H. -r. i i bedeutet leichte Krümmung des Nackens und geringe, im bekleideten Zustande nicht ausfallende Schiefheit deS HalseS, bei vollkommener Bewegungsfähigkeit desselben; geringe, im beikleidetm Zustande nicht auffallende Erhöhung der einen Schulter oder Hüfte. In Ihrem Falle also: geringe Erhöhung der rechten Hüfte. Nach Butzbach. Ein kommandierender General bezieht 30000 Mk. Gehalt. Das Gehalt des Reichskanzlers beträgt 86000 Mk. und außerdem bezieht er 64 000 Mk. Nepräsentationskosten. Junger Abonnent. Ja, Sie können Ihre Koustne heiraten. R. 10. Sie können Ihr Testament in gesetzlicher Form ohne luristischen Beistand aufsetzen, indem Sie Ihren letzten Willen einfach auf. schreiben, unterschreiben und mit Ortsnamen und Datum versehen. Monatliche Neberstcht der Todesfälle in Gießcu Monat Februar 1901. a _ „ Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom , 1.Lebmrjahr: 2.—1b. Jahr/ Diphlheriti« 4 (4) — — 4 (4) Keuchhusten 1 - 1 _ k ’ Rose 1 1 — _ Lungenschwindsucht 3 (2) 2 (2) 1 — (5 f ran tun gen der AtmungSorgane 11 8 2 1 Elkrankungen deS Herzens 2 (1) 2 (1) — - BöSalt.'.Neubildungen 5 (4) 5 (4) — — Altersschwäche 2 (1) 2(1) — — Verunglückung 2 (1) 2 (1) — — Selbstmord 1 1 — Andere Kcankheiten 9 (4) 5 (3) 3 1 (1) Summa: 41 (17) 28 (12) 7 6 (5) . Die in Klammern gesetzten Ziffern ßeben an, wie viel dec Todesfälle in der betreffender» Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Krank- kommen. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl Loos. Bremen, 16. März. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampfer Barbarossa, Kapt. F. Mentz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr abends wohlbehalten in Newyork angenommen. Neueste Meldungen. G. Darmstadt, 19. März, 1 Uhr 45 Min. (Tel.-Meld. b. „Gieß. Anz.") Die Zweite Kammer setzte heute morgen IO1/* Uhr die Beratung deS Finanzbudgets fort und genehmigte fast ohne Debatte den Betrag von 383,300 M. für Uuiverfi- tätdbanten und Landerwerb für die medizinische Fakultät in Oietzeu. Ferner 9300 Mk. für den Aufbau eines dritten Stockes auf dem früheren Greiner'schen HauS in der Frank- firterstraße und 6800 Mk. Staatszuschuß für das physikalische Institut, 97 000 Mark für den Neubau einer Uni« versitäts Bibliothek in Gieße«. Die für die Erweite- rungSbauten der technischen Hochschule in Darmstadt geforderten 856 940 Mk. werden nach längerer Debatte genehmigt — Schluß der Sitzung 1 Uhr. Berlin, 19. März. Den „Berl. Pol. Nachrichten" zufolge, ist die Vorlegung des Zolltarifentwurf cs an den Bundesrat um Ostern herum in sichere Aussicht zu nehmen. .. _ ... London, 19. März. (Unterhaus.) Parlamentssekretar Forster teilt bei Beratung des Marinebudgets nun stk. 69 «’S ■“ *-• o •-» s® Welter März © 8,1° C. 4,10 C. VermögtW-Klias; pro 31. DkMber 1900. vN» -5) 1686.— talien (Einlagen) 26329.36 5015 - 2800.— 3419.60 26183.77 2188 Wieseck, den 18. März 1901. 2176 Marktstratze 11. 0995 Tüchtige Waschsroll ür dauernd gesucht. 2169 l fm 34,34 2189 31,05 13,38 u 7,06 ii 4,74 per 2. April gesucht. 2182 8 // 1,04 M 2 rm Mkk-Aarichlung to Wolff. 2181 Else«bkIjil-Kii»s«iWNkiii stimmt statt. 2184 Seitzler, Gerichtsvollzieher. Eine trächtige 2077 Kunden bestellie Ware kann abgeholt werden 2173 H. Butroni aus Wetzlar. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Bect. - Druck und Benag Der Brühl >chen Unwerst:ä:s.Buch. und Steinbruderei (Pietsch Erben) in Gießen. "I Qj lleMigtrnllgen ilermictniuieii ItlietiUlmhc Capitalien Zu verkaufen vt'rschlt'dkilts Offene Stellen WWWK . Himmel ■e — to a> Qj 1081.50 01002) Unmöbliertes Zimmer zu vermieten. Dammftr. 4b, HI. Eichenstämme, Distr. Dillberg, Eichenflämme, Distr. Wallroth, Eichenstämme, Distr. Sommerseite, Eichenstämme, Dist^. 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Realgymnasium und die Realschule, sowie in die höhere nnd erweiterte Mädchenschule, müffen die Eltern unter Ander- m auch einen Geburtsschein des betreffenden Kindes den Direktoren der genannten Anstalten vorlegen. Da sich erfahrungsgemäß die Gesuche um Erteilung der Auszüge aus dem Geburtsregister bet dem Schulanfang derart anhäufen, daß un licbsame Verzögerungen in der Abfertigung nicht zu vermeid n sind, ersuchen wir die Jntereffenten, schon j.tzt bei der unter-, zeichneten Behörde schriftlich oder mündlich die Auszüge aus den Geburtsregistern, welche gegen Erstattung der gesetzliche Gebühr von 0,50 Mk. für jeden Schein verabfolgt werden, zu erwirken. Gießen, den 19. März 1901. Großherzogliches Standesamt Gießen. 17.—18. 17—18. Donnerstag den 21. 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