Art. H. 1 franko, laße 19. f£UHnfroa. ässe 2L vttlorm. -W» Mgeben gtqen tzr- lltvorüraß^l8^ lorenl ,Iulafilber) u. golb, m Stein, beide ai Gegen Beli-Hnun» e^raße 10, il 1 0Mk7 püntihdiem pvoibet C(f. ■8 an bc ^aMschloffm^ : Llicktkil stehlt slt 0549 Mi Hinterhaus. Der Hai etliche ltrag sWMer iM »ns. iortrag Freitag ich Nutz. oh-Th fl ring. ■"■t üBudoMl le iilr: Architekten! •Zimmer, Witta • 'echniker. l.Wttier» Dchbiu-tBangewerk- ■ lEAsenb.-, Strwen- uni Sleinmeti-Tech- leriachschule. 8ta»t*- tirbruar 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Kamillen blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter für Hess. Volkskunde" vier» mal wöchentlich beigelegt. «anohmr oon Mnieigen in der nachmuragS für den folgenden Tag erscheinenden Nummer b>S norm 10 Uhr Abbestellungen IpüiestenS abend» vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schulstraße 7. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2.20, monatl. 75 Pte. mit Bringerlohn; durch du Abholeftellen viertcljährt. Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg. Bei Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. ilüt Anzrtgrn-Vermiriluna»« stellen des ^n> und Ausland«» nehme» Anzeigen für de« siebener Anzciqcr cntgeae«. Zrilenpreis lokal 12 f)jg., auvwürt» 20 Pfg. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprcchanschluß Nr. 61. Amtlicher HeiL Gießen, den 18. Februar 1901. Petr.: DaS NeichSgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen betr. Nahrungsmittelkontrolle. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Grosth. Bürgermeistereien des KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche mit unserer Auflage vom 29. Januar 1901 noch im Rückstände sind, werden an deren sofortige Erledigung erinnert. v. Bechtold. Großh. Landes-Baugewerkschule Darmstadt. Beginn des Sommersemesters am 22. April d. I. Dauer desselben 20 Wochen. Die Schule umfaßt 4 Klafseu. DaS Schulgeld beträgt 60 Mark. Programme und Anmeldeformulare find durch die Direktion der Laudes-Baugewerkschule Darmstadt, Neckar- straße 3, zu erhalten. Schluß der Anmeldefrist am 1. März. Die Direktion. Städtische Kunst- und Landesdeukmalpflege. P. W. Gießen, den 18. Februar. Ein neuer Erlaß der preußischen Ministerien des Innern und der Finanzen stellt den Satz auf, daß „LnxuS- bedürfniffe", wie Stadttheater, Festhallen, kostspielige Verwaltungsgebäude und ähnliche Anlagen von den Städten nicht aus Anleihemitteln bestritten werden sollten. Es mag wohl fein, daß da und dort die lokale Eitelkeit des Guten zu viel gethan hat mit architektonischen Rathäusern, Parkanlagen und dergleichen, und sicher ist, daß namentlich Aufgaben sanitärer Art Berschönerungs- und Kunstzwecken vorgehen. Aber ein solcher Satz kann in seiner Allgemeinheit sehr leicht jene alten, in manchen bureaukratisch-siskalischen Kreisen noch immer spukenden Anschauungen unterstützen, die Behörden, hier also die städtischen, sollten eine Sparsamkeit um jeden Preis unter Hintansetzung aller anderen Interessen, als denen der nüchternsten Zweckmäßigkeit pflegen, wie dies wiederholt bezüglich der Postgebäude verlangt worden ist. Dem ist entgegenzustellen, daß man heutigen Tags die öffentliche Kunstpflege durchaus nicht mehr nur als „LuxuS- bedürfnis" betrachten kann. Für viele Städte Hal sie Den unmittelbar praktischen Zweck, den Bedürfnissen steuerfähiger Einwohner nachzukommen, die sonst sich anderswohin wenden, oder solche bei andern örtlichen Vorzügen der landschaftlichen Lage usw. heranzuziehen. Es geht nicht immer an, derartige Einrichtungen nur der Privatspekulation zu überlafien. Wir können uns nur freuen, daß unser hessisches Ministerium auf einem ganz andern Standpunkte steht, und glauben annehmen zu dürfen, daß es uns keinerlei Schwierigkeit machen würde, wenn hier in Gießen unsere Stadtverwaltung in eine Anleihe den projektierten Saalbau hineinzöge. Wir betrachten einen Saalbau für Gießen als eine dringende praktische Notwendigkeit. Er würde sowohl den verschiedensten BersammlungSzweckcn dienen, wie mannigfachen idealen Zwecken förderlich sein. Vor allem schüfe er für unser Theater eine würdige Stätte. Längst betrachtet man das Theater nicht nur aus dem Standpunkte teS Vergnügens, sondern sieht in ihm ein öffentliches Be dürfnis, zumal in einer Universitätsstadt, die auf Fremdenzuzug angewiesen ist. Ja selbst wenn wir uns an den Begriff „Vergnügen" halten, kommen wir zu der für die moderne Kultur geradezu kennzeichnenden Erkenntnis, daß solche „vergnüglichen" Leistungen, wie sie Theater und Konzerte bieten, an würdiger Stätte in würdigem Rahmen für ein aufstrebendes Gemeinwesen wie das unsere unvermeidlich sind. Ein gutes Theater hat einen hohen sittlichen und sozialen Wert, ist zudem ein nobile officium von feiten unserer Gemeinde gegenüber der Universität und dient dazu, geistiges Leben nicht nur in der Provinzialhauptstadt, sondern auch in der Provinz selbst zu verbreiten, oder doch wenigstens, da eine Konkurrenz mit Frankfurt ja von vornherein stets auSgeschloffen bleibt, in den benachbarten Kreisen. Ein Saalbau wäre für unS keineswegs ein überflüssiger „LuxuS", wie wohl immer noch hier und da ein altväterisch kleinlicher Sinn in Verkennung der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung eines solchen meint. Ohne einen gewiffen LuxnS, ohne ein Hinausgehen über die nackte Notwendigkeit ist das menschliche Dasein eine Barbarei, und Sparsamkeit im engsten fiskalischen Sinne bedeut Kulturrückgang Wir können also nur auf das dringendste wünschen, daß das Projekt des Saalbaues bei unS endlich greifbare Gestalt annimmt, sei es nun durch eine neue städtische Anleihe oder durch freiwillige Gaben aus dem Kreise der gesamtenBürgerschaft, zumal unserer begüterten Kreise. Kleinste und große Gaben könnten zusammenfließen zu einem respektablen Kapital, auf daß bei uns ein Saalbau erstehe, der sich sehen taffen kann und auf den wir mit allem Recht voller Stolz blicken können. In unserem Landesherrn besitzen wir den besten Führer zur Erkenntnis des gewaltigen Wertes der Kunst. Auf ihn zurückzuführen haben wir ganz gewiß auch den gegenwärtig in der Ausarbeitung befindlichen Gesetzentwurf zu Gunsten des Denkmalschutzes im Lande. Im vorigen Herbst hat auf dem Tag der Denkmalpflege in Dresden Ministerialrat v. Biegelebeu eingehend dargelegt, daß mit Resolutionen und Thesen auf diesem Gebiete wenig erreicht werden könne, wenn nicht durch die Gesetzgebung der einzelnen Länder dem Denkmalschutz eine sichere Grundlage gegeben werde. Die damals, wie gemeldet wird, mit großem Beifall aufgenommenen eingehenden Darlegungen des Ministerialrates sollen die Grundlage für den in der Ausarbeitung und demnächst den Ständen zur Beratung vorzulegenden Gesetzentwurf geben, von dem wir uns das beste versprechen. Um den Wert des Denkmalschutzes klar zu machen, sei unS gestattet, eines Gleichniffes uns zu bedienen. Am Meeresstrande kauert eine Kinderschar. Sie arbeiten mit Luft, mit Begeisterung: immer höher wölbt sich die Sandveste, die den Nachkommenben Zeugnis ablegen soll, daß hier fleißige Hände gearbeitet haben, wenn deren Träger längst auseinandergestoben sind. Am Abend ist das Werk gelungen, das Denkmal errichtet. — Zwei Stunden später hat die Flut das Kinder-Bauwerk cingeebnet. So spült die Welle der Ewigkeit über alles Menschen- werk, über Menschenlust und Leid. Ob sechstausend Jahre über die Pyramiden dahinrauschtcn, ob Jahrhunderte über dem „Geistrsmonument dauernder als das Erz" dahingingen oder ob einige Stunden schon das Zerstörungswerk zu Ende brachten: Vergänglichkeit ist das unabwendliche Los alles Gewordenen, und mit gutmütigem Lächeln im faltigen Antlitz spottet Vater Chronos des emsigen McnschenwitzeS, der ihm ein paar Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte für die Nach« Welt abzulisten sucht. Fleiß aber erforderte ebenso die kindliche Arbeit wie jene gewaltigen Pyramiden schaffenden Werke von Menschen« Hand. Fleiß zu lohnen, das mit Mühe Geschaffene vor der Welle der Ewigkeit nach menschlichem Können zu schützen, ist Oaseinspflicht. Gegen die Vergänglichkeit anzukämpfen, die wertvollen Werke der Jahrhunderte zu erhalten, schafft unS Daseinsfreude, ist uns die Quelle immer neuen Genusses und regt zu neuem selbständigem Schaffen an. Wir schaffen stets mit dem Wunsche, daß das Geschaffene Bleibendes werde. Wir trotzen der Vergänglichkeit mit aller unserer Menschenkraft, erlösen so das Göttliche in und. Indem wir in dem Buche der Vergangenheit blättern, indem wir Vergehendes neu vor unfern Augen erstehen lassen, entdecken wir neue Seiten in uns, reihen sich neue Perlen auf die lange Kette des bisher Erdachten, schlagen wir eine Brücke von Gestern auf Morgen. Ein wackeres Sprüchlein lautet: «ch Festhalten am. Alten Mit Fleiß und Treuei Daraus aber gestalten Kunstfertig das Neue! Das Alte, sofern es schön und der Erhaltung wert ist, das sollen wir nicht verfallen lassen, sondern mit Fleiß und Treue erhalten, damit eine neue Kunst die Vorzüge der alten bewahre und nimmer vergeffe, das Rückständige aber in ihr erkenne und gutes Neue an dessen Stelle setze. Es ist immer ein Mißliches, alte Bauwerke zu restaurieren, sie nach Möglichkeit in ihrer alten Gestalt neu herzustellen. Eine neue Zeit kann sich nicht so ganz ihrer selbst entäußern, um an dem Erneuerungswerke nicht einiges von sich hinzuzuthun, was schließlich, trotz der besten gegenteiligen Absicht, doch den Eindruck völliger Harmonie nicht aufkommen läßt. Am Heidelberger Schloß hat, um in die Ferne zu schweifen, Übereifrige Denkmalpflege einen großen Teil der früheren wundervollen Romantik zerstört. DaS Bestehende so weit als möglich vor dem Verfall zu schützen, das ist wertvolle Denkmalpflege. Kleine Restaurationsarbeiten, wie der Aufputz einer Fassade, werden mit einer wertvollen Denkmalpflege stets verbunden sein. Aber schon der neu hergestellte Frankfurter Römer zeigt uns in Einzelheiten, z. B. an dem überladenen Portal rc., doch die Mißlichkeit eines solchen Unternehmens, so schätzenswert es im ganzen ja auch trotzdem ist. Nach dem zu erwartenden Gesetzentwurf sollen für das Großherzogtum die seither fehlenden selbständigen Organe für die Denkmalpflege geschaffen werden. Der Staatsvoranschlag sieht neben einer Reihe von besonderen Ausgabeposten für Wiederherstellungen in der Höhe von 8000 Mk. weitere 11000 Mk. vor, von denen 4000 Mk. für persönliche und 7000 Mk. für sachliche Zwecke zu verwenden wären. Jene sind bestimmt als nicht pensionsfähige Vergütung im Betrag von zusammen 2000 Mk. für zwei Aus der Custodia Philipps des Großmütigen. Nach einem Vortrag des Gyrnnaüaldirektors Professor Dr. Schädel im Oberhesfischen Geschichtsverein. P. Gießen, 15. Februar 1901. ES ist bekannt, daß Landgraf Philipp der Großmütige von Heffen (1509—1567) der thatkräftigste Förderer der Reformation in Deutschland gewesen ist. Seine Korrespondenz mit Jae. Sturm, mit Bucer, den Schmalkaldischen Orten und den äußeren Mächten zeigt, und die Eroberung von Württemberg und Braunschweig beweist, was seine Protestation zu Speyer, seine Bekenntnisse zu Augsburg erwarten lassen. In ihm ist mehr als sonst in einer Tinzel- persönlichkeit die Reformation verkörpert. Aber derselbe Mann wird auch ihr Verhängnis. Er hat daran Schuld, daß die Reformation nicht den völligen Sieg in Deutschland errungen hat. Denn die Bigamie (1540) hat seine kühn vorstrebende aggressive Politik in eine ängstliche Defensive verwandelt, gegenüber dem Kaiser wie feinen Bundcsfreunden. Mit dem Kaiser schließt er den Regensburger Geheimvertrag, worin er Cleve fallen läßt, wofür alle Schmalkaldener, in diesem Falle sogar das verschwägerte Sachsen eingetreten wären. Den Schmalkaldenern gegenüber klammert er sich jetzt zähe an seine BundcSführung, die er vorher 1535 bis 1540lalle Woche kündigen wollte, weil ihm der Sachse zu engherzig, die Städte zu träge waren. Jetzt wird diese verhängnisvolle braunschweigische Sache ihm zu einem wahren Schildkleinod, »eil er dadurch sozusagen den Kurfürsten mitschuldig macht; in derselben Weise etwa wie Bismarck 1863 Oesterreich so wunderbar glücklich in das gemeinsame SchleSwig-Hol steinische Abenteuer verlockte. Aber eben diese verderbliche Braunschweiger Sache stellte die beiden schmalkaldischen Führer bloß, tsolierte sie, lähmte den Bund und setzte vor aller Welt Philipp für ein Jahrzehnt in Unrecht. Furcht vor dem hochnotpeinlichen Verfahren wegen der Bigamie bestimmte alle Schritte des Landgrafen, überall als größtes, wenn auch ungenanntes Moment einwirkend, und sie ist als principium regens in die Geschichte dieser Jahre einzuführen. Diese Furcht läßt ihn auch während des schmalkaldischen Feldzuges als einen anderen erscheinen als jenen kühnen Eroberer zweier Herzogtümer, der Frankreich, England und die Eidgenossen in einen großen Bund zur Verteidigung des Evangeliums einigen wollte. Auch der große Zusammenbruch von 1547 zeigt den Landgrafen überall als einen moralisch gebrochenen Mann. Erst im Gefängnis, als er das Gefühl gewann, daß die Furchtbarkeit seiner Strafe das Maß seiner Schuld ausgleiche, erst im Gefühl der Aequivalenz, als ein nach dem jus talionis gerechtfertigter Mann, hat er sich wieder gefunden: er wird wieder der alte, der schneidige und freudige Landgraf. Vor zehn Jahren machte Direktor Professor Dr. Schädel einen Gesamtauszug aus der Gefangenschaftskorrefpondenz, direkt aus der Custodien-Korrespondenz. Rommel, war vor ihm der erste und einzige, der die Korrespondenz gekannt, und öffentlich verarbeitet hat. Zunächst ist die Frage in- tereffant, worauf hin Kaiser Karl den Landgrafen andauernd gefangen hielt. So unklar hierbei sein Verhalten vom moralischen Standpunkte, so Präzis ist es vom juristischen. Karl seinerseits war nie abgegangen von dem Satze, daß Philipp sich, wie der Kurfürst, auf Gnade und Ungnade ergeben müsse. Nun war ferner Kaiser Karl stets der Meinung, der gefangene Landgraf erfülle die Kapitulationsbedingungen nicht ehrlich und völlig, und so sei die Vorbedingung zur Befreiung nicht gegeben. Der Landgraf demgegenüber zeigte sich allmählich, in seiner Not, in allem mürbe, nur um nicht ferner am Kreuz zu hangen — ein wohl 20rnal vorkommender LieblingSausdruck, einmal ist auch ein Kreuz am Rande eines Briefes gemalt — nur bezüglich der Landesabtretungen au Nassau und Mainz hat er die äußerste Zähigkeit bewiesen. Von den 22 Bedingungen waren sonst die meisten glatt erfüllt, aber als der kaiserliche Spezialgesandte, der Spanier Hieronymus Ortiz — jener Ortiz, der der Landgräfin Christina nach ihrer Ueberzeugung das Herz gebrochen hat — selbst auch die Jagdhäuser und die Burgen an der Bergstraße geschleift, und den gewachsenen Hügelboden um Cassel weggeschaufelt haben wollte, da erkannte man hessischerseitS System in diesen Quälereien. Wenn der Landgraf Ober» und Niederkatzenellenbogen, die Naffau in vermessener Unbescheidenheit schließlich forderte, abgetreten hätte, so wäre damit doch erst nur eine, und zwar die für ihn unerfüllbarste Bedingung erfüllt gewesen. Der Kaiser aber hat sich über die Dauer der Haft nie auf eine bindende Aeußerung eingelassen; nur aus seiner Gesamtpolitik ist es klar, daß die völlige Erledigung der Religionsfrage die conditio eine quo non war. An eine isolierte Freigabe hat er nie gefacht, und auch Philipps für das Interim gezeigter Eifer, tonnte Denkmalpfleger (Konservatoren), deren einer die Aufsicht über die Baudenkmäler, der andere die über die Altertümer und die beweglichen Gegenstände von geschichtlicher, fünft» lerischer oder kulturhistorischer Bedeutung führen soll. 2000 Mk. sind für Taggelder und ähnliches auSgeworfen. In der „Franks. Ztg." wurde bereits ausgeführt, daß eS bedenklich ist, die Stelle der Denkmalpsteger, wie hiernach anzunehmen ist, von zwei Herren im Nebenamte verwalten zu lassen. Was in dem genannten Blatte dagegen angeführt wird, wollen wir hier nicht wiederholen, sondern, indem wir jenen Auslassungen völlig zustimmen, nur hervorheben, daß nach unserer Ansicht auf diesen Posten zwei Männer gehören die ihre volle Kraft einzusetzen haben für ihr schönes Amt, Männer, die über eine gründliche Kenntnis der Kunstgeschichte im allgemeinen und der Geschichte der Kunst unseres Landes un besonderen besitzen und zudem ausgestattet find mit eigenem feinstem künstlerischem Empfinden und vollem Verständnis für die Kunst der Gegenwart. ES dürfte sich empfehlen, daß die Restaurierung alter Bauwerke in unserem Lande so lange unterbleibt, als bis dieser Entwurf, nach reiflichster Prüfung von sachverständiger Seite, Gesetz geworden ist und wir einen staatlichen Conseroator besitzen, dem wir mit vollem Vertrauen die Aufsicht über die Restaurierung von Baudenkmälern überantworten können. Man kann in Werken der Kunst, die für die Dauer geschaffen werden, nicht vorsichtig genug sein und die Vorbereitungen nicht umfassend genug treffen. Wirtschaftliche Maßnahmen haben stets ein beschränktes Lebensmaß, Kunstwerke aber wollen die Jahrhunderte überdauern. Will man auf diesem Gebiet etwas hervorbringen, dann denke man an das gereimtere Urteil einer kunst- verftändigeren Zukunft! Die achte Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Schluß. Rittergutsbesitzer v. Oldenburg - Januschau: Jetzt Iteljen wir vor dem Kampf um die großen Mittel und gehen ihm gerüstet entgegen. Die Industrie hat sich darauf be-> sonnen, daß der inländische Markt auch für sio^der nächstgelegene ist sie weiß, daß, wenn der Verzweiflungsruf ertönt: Freihandel durch die ganze Welt! — sie noch vor uns auf dem Rücken liegt. (Sehr richitig!) Durch den ™ J der Verwirrung bricht sieghaft wieder durch das Wort des großen Bismarcks gleichmäßiger Schutz der nationalen Arbeit in Stadt und Land. (Stürm. Beifall.) Der Emfuhrwert von Rußland zu uns betrug im Jahre 1890 /01 Millionen Mark, der Einfuhrwert von uns nach Rußland 396 Millionen Mark (Hört! hört!), von Oesterreich zil uns 730 Millionen Mark, von uns nach Oesterreich 466 Millionen Mark, von Italien zu uns 197 Millionen Mark, Don uns nach Italien 116 Millionen Mark, von Nordamerika zu uns 907 Millionen Mark und von uns nach Amerika 377 Millionen Mark. (Hört! hört! und Bewegung.) Wenn wir einen Doppeltarif mit Kampfzöllen haben, so muß als oberster Leitsatz über diesem Tarif stehen das Motto: Niemand im deutschen Reich soll das Recht haben, ein billigeres Produkt zu erwerben, als es sich im eigenen Vaterlande produzieren läßt. (Stürmischer Beifall.) Ueber dem Zolltarif wird der Wille walten, alle Einzelinteressen aufgehen zu lassen in das große Ganze unseres Berufsstandes (Sehir richtig!) Denn, wenn jede Provinz und jedes Land des deutschen Reiches kleine Sonderinteressen geltend macht, dann wird die Sache nicht luftdicht, iind das muß sie sein! (Bravo!) In unserem deutschen Vaterlande nimmt der Brotgetreidebau, der Bau von Roggen ,Weizen und Spelz, zusammen nur noch eine Fläche von 32 Millionen Morgen ein. Diesen 32 Millionen Morgen stehen 80 Mill. Morgen landwirtschaftlich benutzter Fläche gegenüber, welche angebaut sind durch Hackfrüchte, Oelfrüchte, durch Hafer, Gerste, Klee und Wiesenheu. Zu Ungunsten dieser 80 Mill. Morgen werden an Futtermitteln, an Futtergetreide importiert für 500 Millionen Mark. (Hört! Hört!) Ein kurzes Wort, lvie ich mir die Höhe des Zolles denke. Welches waren denn die Zeiten, in denen unser Gewerbebetrieb blühte, es waren die Jahre 70 bis 80, und in diesen Jahren hat der Weizen im Durchschnitt gekostet 223 Mk. die Tonne und der Roggen 173 Mk. Im Jahrzehnt von 1880 bis 1890 hat der Weizen gekostet 182 Mk., der Roggen 152, und wenn Sie den Durchschnitt dieser 20 Jahre ziehen, dann kommt heraus: 202,50 Mk. für den Weizen und 162,50 Mk. für den Roggen, und das sind die Mindestpreise unserer Produk tion. (Sehr richtig!) Wenn wir die aber erreichen woNen, so beträgt der herauszurechnende Zollsatz 7,50 Mk. Ter Verständlichkeit halber erlaube ich mir, Ihnen die beiden Zahlen aus der Zeit unseres Bankrotts, die Zahlen der Aera Caprivi zu nennen: Weizen 151 Mk., Roggen 127 Mk. Wenn unsere Produktionsbedingungen sich nicht erfüllen, dann wird die deutsche Landwirtschaft ruiniert sein und dieser Ruin wird Wellen schlagen und diese Wellen werden ergreifen Thron und Altar. (Sehr richtig?) Gutspächter, Reichstagsabg. Lucke-Patershausen: Die Tabakbauern und die Hopfenbauern in der Rheinebene, im badischen Ländle, werden bedrängt durch die Schmutzkonkurrenz in den Seestädten, von wo der ausländische Tabak eingeführt wird, der nicht genügend verzollt wird. Die Schälwaldbauern im Odenwald und im Schwarzwald und auf der Haardt, auf dem Tonnersberg, im Hunsrücken, sie werden um den Lohn ihrer Arbeit gebracht, durch die Einfuhr des Quebrachos, das ihnen aufs Aeußerste schädlich ist. Sie alle hoffen, daß die machtvolle Organisation im Bunde der Landwirte ihnen Hilfe bringen und es dahin führen wird, daß ihnen der Lohn ihrer Arbeit wieder zu Teil wird. (Lebhafter Beifall.) In dem internationalen Großkapital haben wir diejenigen Elemente vor uns, die alles daran setzen worden, um uns von neuem um eine gesunde und nationale Wirtschaftspolitik zu betrügen, denn sie entspricht ihren Interessen nicht. Leider helfen auch Professoren, diesen Elementen und bemühen sich, nachzuweifen, daß Getreidezölle eine Schraube ohne Ende wären, die, wenn sie eingeführt würden, die Landwirtschaft immer wieder von neuem, weil sie den Preis des Bodens erhöhten, nach neuen Erhöhungen schreien lassen würden. Ein Schriftsteller, der sich über die Zukunft der sozialen Frage ausläßt, setzt die Zahl der Getreide- prerse vom Jahre 1868 bis 1879 gleich 100; danach sind die Getreidepreise gesunken im nächsten Jahrzehnt auf 81 vom Hundert und im . zweiten Jahrzehnt bis zum vorigen Jahre auf 63 v. H. Und nun schreien die Leute, daß den armen Leuten das Brot verteuert werden soll! Aber dieselbe Presse grebt zu, daß niedrige Getreidepreise niedrige Löhne bedingen, und wenn die Getreidepreise noch weiter sinken und das Ausland sich überall gegen die industriellen Erzeugnisse abschließt, wie Amerika, dann wird das Angebot der Industriearbeiter immer größer werden, weil es Zuzug bekommt von den imtergcgangenen Bauernexistenzen Bei mir gehen die Mädchen und die Söhne der Bauern bereits in die Fabriken und erklären, daß sie das Grundstück ihres Vaters nicht übernehmen wollen, weil sie nicht Hungers sterben wollen. Es beginnt jetzt eine lange Diskussion. Schließlich. wird olgender Antrag angenommen. Die General-Versammlung des Bundes der Landwirte erklärt: Von der Gestaltung des neuen Zolltarifs und der zukünftigen Handelsverträge hängt die endgiltige Entschei- )ung über das Geschick der deutschen Landwirtschaft ab; eine zweite Periode der Schädigung ihrer Lebensinteressen würde sie nicht überstehen. Die deutsche Landwirtschaft muß deshalb bei der bevorstehenden Neuregelung unserer Handelsbeziehungen einen gleichmäßigen Schutz aller ihrer Produkte verlangen, welcher genügend ist/ um ihr dauerndes Gedeihen für alle Fälle zu gewährleisten. Die Mindestsätze >es neuen Zolltarifs sind so zu bemessen, daß sie die Erhaltung auskömmlicher Durchschnittspreise, wie sie die beiden Jahrzehnte 1870 bis 1890 aufwiesen, ermöglichen, sie dürfen nicht unterschritten werden und sind nur denjenigen Ländern zu gewähren, welche auch ihrerseits Deutschland ein gleiches Entgegenkommen zeigen. Für diejenigen Länder, welche Deutschland zollpolitisch ungünstig behandeln, sind Sätze eines ausreichend hoch bemessenen Generaltarifs in Anwendung zu bringen. Bevorzugungen des Handels mit ausländischen Erzeugnissen durch Zollkredite oder Tarifermäßigungen, welche die Wirkung der Zölle beeinträchtigen, sind zu beseitigen. Die deutsche Landwirtschaft wird, rei von jeder Einseitigkeit, stets bereit sein, auch für die Wahrung der Interessen der übrigen produktiven Stände einzutreten, kann dies aber nur unter der Voraussetzung vollster Gegenseitigkeit der Unterstützung, welche sie namentlich von feiten der Industrie mit Bestimmtheit erwartet. Nur wenn allen Erzeugnissen des großen landwirtschaftlichen Gewerbes in Süd und Nord, in West und Ost ein gleichmäßiger Schutz zu teil wird, kann es gelingen, eine dauernde Gesundung desselben zu sichern; an unsere Berufsgenossen im ganzen deutschen Vaterlande richten wir !)eshalb die dringende Mahnung, Einzelwünsche und lokale Sonderinteressen zurücktreten zu lassen und jede Ein- wnnerei zu vermeiden. Unter dem Schutze eines unter Berücksichtigung aller Interessen aufgestellten Zolltarifs wird auch die deutsche Landwirtschaft sich zu neuer Blüte entwickeln können, diese wird aber nur dann von Bestand sein, wenn die deutschen Landwirte es endlich lernen, bet ber Preisbestimmung für ihre Erzeugnisse selbst maßgebend mitzuwirken, wenn sie den Gemeinsinn, welck>er sie jetzt zu einem politischen Machtfaktor gemacht hat, auch auf dem wirtschaftlichen Gebiet bethätigend, sich zu großen Verkaufsverbänden zusammenschließen, deren Zweck nicht ungesunde Preistreiberei, sondern weise Regelung der Produktion und möglichst gleichmäßige Innehaltung mittlerer Preise sein muß. Politische Tagesschau. Wir lesen in der „Köln. Ztg.": . ES ist bekannt, daß die auf Grund des Gesetzes betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung vom 26. Juli 1897 ins Leben gerufenen Gebilde der „fakultativen ZwangS- innungen“ vielfach den Versuch gemacht haben, auch groß- gewerbliche Unternehmungen zum Beitritt zu zwingen. In den meisten Fällen ist dieser Versuch allerdings gründlich miß. lungen, immerhin sind aber dadurch den beteiligten Unternehmungen höchst lästige Weiterungen entstanden. Nunmehr gewinnt es den Anschein, daß auch die auf Grund des erwähnten Gesetzes geschaffenen Handwerkskammern dazu übergehen wollen, sich um Dinge zu bekümmern, die außerhalb ihres Wirkungskreises gelegen find. Darauf deutet wenigstens ein Vorgang hin, der in der letzten Versammlung des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins i»Mainz zur Sprache kam und dort eine unverkennbare Beunruhigung hervorrief. Wie nämlich in dieser Versammlung festgestellt wurde, hat die neu errichtete Handwerkskammer für das Großherzogtum Hessen eine Bekanntmachung über die Regelung des Lehrlingswesens erlassen, in der sie nicht nur die Handwerker, sondern auch die Großindustriellen ihres Bezirks unter Androhung gesetzlicher Strafen auffordert, alle von ihnen gehaltenen Lehrlinge bei der Kammer anzumeldeu, sowie auf Erfordern den Lehrvertrag einzureichen und alle Veränderungen des Lehrverhältnisses anzuzeigen. Weiter wird in der Bekanntmachung in Aussicht gestellt, daß die Kammer die Befolgung der von ihr zu erlassenden. Vorschriften über das Lehrlingswesen durch einen Ausschuß und durch Beauftragte überwachen lassen werde, denen während der Betriebszeit der Zutritt zu den Werkstätten und Unterkunftsräumen sowie den sonst in Betracht kommenden Räumlichkeiten zu gestatten und jede erforderliche Auskunft zu erteilen sei. In der erwähnten Versammlung wurde von verschiedenen Vertretern der Industrie lebhafter Einspruch dagegen erhoben, daß neben den Vertretern der Polizeibehörden, den Gewerbe-Inspektoren, den Vertrauensmännern und Beauftragten der Berufsgenossenschaften und anderen Organen nunmehr auch noch die Ausschüsse und Beauftragten der Handwerkskammern Einlaß in die Fabrikräume und Einmischung in Dinge verlangen, von denen sie nichts verstehen. Man denke sich beispielsweise einen au« kleinen Handwerksmeistern bestehenden Ausschuß, der der Firma Krupp Vorschriften über die Regelung ihrer LehrlingSverhältnifse machen will. Schon dieses eine Beispiel zeigt die sachliche Unhaltbarkeit und das Unsinnige jenes BerlangenS der Handwerkskammer in greller Beleuchtung. Ob andere Handwerkskammern mittlerweile ähnliche Ansprüche erhoben haben, ist uns nicht bekannt geworden. Für alle Fälle aber möchten wir darauf Hinweisen, daß jene, anscheinend im Einverständnis mit dem hessischen Staatskommissar erlassene Bekanntmachung der Handwerkskammer für das Großherzogtum Hessen u. E. der gesetzlichen Unterlage entbehrt. Der § 126 b der Ge- Werbeordnung, auf den sich die genannte Kammer bei ihrem Vorgehen stützt, enthält allerdings Vorschriften über daS Lehrlingswesen, die sich sowohl auf die Industrie wie auf daS Handwerk beziehen. Auch sagt der § 103 e, daß die Regelung des Lehrlingswesens und die Ueberwachung der für das Lehrlingswesen erlassenen Vorschriften Aufgabe der Handwerkskammer sei. Der § 103 der Gewerbeordnung besagt aber ausdrücklich, daß die Handwerkskammern zur Vertretung der Interessen des Handwerks — also nicht der Industrie — errichtet werden, und auch der § 103 e be- chränkt ihre Wirksamkeit nach verschiedenen Richtungen hi» ebenfalls ausdrücklich auf das Handwerk. Es ist daher auch tanz selbstverständlich, daß den Handwerkskammern die Rege- ung des Lehrlingswesens nur soweit zusteht, als das Handwerk in Frage kommt. Den beteiligten Industriellen kann man unter diesen Umständen nur den Rat geben, gegen ihm keine genügende Garantie geben, so rückhaltlos sich der Landgraf auch in jenen altkirchlichen Standpunkt zurück» gedacht hatte, der oberhalb der Trennung von Katholisch und Evangelisch liegt. Ja selbst in ein Konzil auf italienischem Boden war er schließlich zu willigen bereit, sogar in eine Besetzung von Brandenburg oder Sachsen, sogar für Cassel und einmal selbst in eine kaiserliche, deutsche ober spanische Garnison (200 Mann) vorübergehend nach Cassel. Philipp glaubte schließlich alles verlangte so loyal erfüllt zu haben, daß er nidft nur der beiden Kurfürsten Räte, sondern auch die kaiserlichen Räte wollte schiedSrichten.lassen, wenn der Kaiser diese aä hoc ihres Amtseides entließe. Und wie stark hat er sich Ä*T?°e?rAl bic Königswahl Philipps von Spanien! Schließlich will er ja in Berlin, Dresden, ja München ge» fangen fern — nur eines will und kann er nicht leiden: die länger- Besetzung Hch-ns durch Spanien. Hätte er darin ' mnm"? er einmal, nie wäre er in Halle gefangen worden. Völlig verzag! und g-lnickt - alles fitr di- F«i h-it h,nzug-ben bereit, zeigt ihn -in im Wiener Archiv erhaltenes und 1872 veröffentlichtes Schreiben. Aber so thöricht war natürlich der Kaiser nicht, sich seinen g-sang-nen Land^ grasen in einen simplen Privatmann zu beterioricren Dieser Bereitwilligkeit, bie ber Gefangene in seiner Qual zeigt, steht boch keine untoürbige Nachgiebigkeit in der Religionsfrage zur Seite. Zwar tritt Philipp, wie oben erwähnt, entschieden für daS Interim ein, spart seinem Sohne Wilhelm und seinen Räten keinen harten Vorwurf, wenn sie, darin säumig, den Vorwand zu seiner weiteren Fesselung bieten, aber er versteht doch mitfühlend die Gewissensqual überzeugungstreuer Prediger. „Sie sollen sich trösten", schreibt er einmal. „So ist auch bie Orbnung alt, wie sie bas Interim will, unb was liegt an Zeremonien". Sie sollten nur keine spitzigen Dinge prebigen, sonst komme bas Volk um alles. Aber trotz attebem hielt Kaiser Karl stets fest am Recht ber Gefangenschaft, wie Prinz Philipp von Spanien an Kurfürst Moritz schreibt (31. August 1549); er habe ben Geist befl Kaisers etwas irritiert gefunden, da Landgraf, Statthalter und Räte sich in den zu erfüllenden Artikeln und in der Religionsfrage zweideutig und falsch benähmen. Am Landgrafen aber hat das nicht gelegen. Seine Briefe an Wilhelm und bie Räte sinb sozusagen ein vollstänbigeS Verzeichnis ber beutschen Beschwörungsformeln, unb wenn er selbst bie Abdankung als Preis der Freiheit setzt, so kann es ihm mit dem Interim nur Ernst gewesen sein. Er hat ja in dieser Beziehung auf Wilhelms Sohnesherz eine direkte Pression durch einen Brief vorn 9. Oktober 1550 versucht, ben nur er lesen sollte. Direktor Prof. Dr. Schübel erzählt jetzt, um seine Zuhörer in bie ganze Lage beS gefangenen Lanbgrafen einführen zu können, mit bes Lanbgrafen eigenen Worten ben Hergang seiner Gefangennahme. Es geht daraus ebenso hervor, baß eine Vertauschung ber Worte „ewig" unb „einig" nie ftattgefunben hat, als nHc das MißverstänbniS zwischen Granvella unb ben beiben bürgenben Kurfü sten. (Der Brief ist vom 3. August 1550.) 3n mancherlei Variationen, boch stets sachlich identisch, erzählt der Landgraf mehrmals ben Vorgang ber Freiheitsberaubung. Da er sich bemnach für burchauS rechtSwibrig Überwältigt hielt, so hat er, abgesehen von anberen Mitteln, auch ben gewaltsamen Ausbruch für völlig berechtigt angesehen. Im Juni 1548 versuchte ber Lanbgraf Philpp schon einen AuS- bruch aus Heilbronn. Aber bie Kasseler Regierung hat sich dem auf6 entschiebenste wibersetzt, als er sie um ihre Meinung befragte. Der recht naive Plan lautet in feine« Diener« Worten: „Nun hatten feine ©naben gebucht uf einen Weg, wiewohl ber besorglich genug, wie sy mochten, ob Gott wolt, entkommen. Nemlich er wolt lassen über bem Bett ein Loch machen, barüber unb baneben Bauernkleiber legen laste», wolt im Garten spazieren gehen; banach, wenn wir wieber in ber Herberg Mittags ankommen, seien kaum je über 4, die auf ihn warten, da wolt er lasten ben Tisch decken, sich annehmen, er wolt gehen ad opus naturae, sich aber durch« Loch ausmachen, bie Bauerkleiber anlegen, vor bie Stadt gehen, daselbst einen Knecht haben mit 2 Kleppern." Schluß folgt Humoristisches. Der Titirlar-Herr. Adjutant: Warum aber Herr „voa und über Transvaal"? — Kitchener: Weil er wünscht davon zu sein und wett ihm btt ganze Geschichte über ist! Nach der Jagd. (Herum-) Treiber: Werden ®m. Lordschaft nicht auch die strecke besichtigen? — Jagdherr Roberts: Danke, danke, ich weih schon, wie viel Böcke ich geschossen habe! Notgedrungene Veränderung. Wie die Lustiam Blätter erfahren, beabstchtigt die Sandensche Hypothekenbank, die so tief ver- grundschuldete, sich in eine Gesellschast mit beschränkter Ber- haftung umzuwandeln. gouitz weiter' Er •_Hnna flut gesK Roritz Le» stur gestar (Srinnerun öS $erfäi und Morst qehen muß. Sie erinnert gesehen zu l iväre es m Zeuge ■ in seinem laben gerne! mit Moritz Es rot Zeuge auffl zu Ungunfi bhinflen. 3 Äoritz Lews fragen des er mehrsaä schwerer Ur Fleische kannten Fl< Verkehr genommen unterhielt Eynlnasias ihnen gern maB eim Sinter brachte bei dabei: Der; sondern eh habe ben E habe er (Zi Als er bi ckulski: Zck Ich sagte I mit einanb Fräulein ( Moritz L ihre frühere fei, Will abc. Lewy unb 1 cher: Er! da habe er '»ben stehl voraus be; schlossen. „ Beuge nagten au genau. 'n der Da, halten jetjer, unb Wiuter $W.'3c habe ich bei gesehen, i wü sich $ des ermort die Rede, die waren ^opatzky? ; Iechlau. 9 W Ich Aden Ar Zachen vor H.Nw, ber I •Kön ** * 9«n Pn Zeugin c Äitl 'S1 üabeir i % Ui caituat ^mal ÖD ^halten Hge, bet bin an ^nasiG Zange«, k, KM ML^ntei «। drucke t?1 tägfiif. ^lbe 41* .. auch auf {* fe $eth$ »äs» Ieret Kch 5 3»« UN °°ch 4 3«b« .Endlich «jß, te,I,flten Unter. £• Nunmehr »runb -eg er, ;ni dazu über- blt außerhalb •Wtt “imlung des n8 i»Mainz ? Beunruhigung l,nn9 sestgefiellt kamwer für Bekanntmachung ssen, in der sie ^industrielle« Strafen auf- n der flammtt ag einzureicheu e« anzuzeigen. Gellt, daß klaffenden. Bor, n Ausschuß und denen während ten und Unter mmenben Räum- AuSkunft zu er- tvurde von ver- ' Einspruch da- Polizeibehörden, innern und Be- ibtrtn Organen rauftragten der iamt und Ein- nichtS verstehen. i kleinen Hand, r Firma Krupp lingSverMnifse ’gt bit fachliche \tnl der Hand, aMt tzarib. ermüden haben, lt aber möchten n Tinverftändnil Bekanntmachung um Hessen u. i ; 126 b der Se> immer bei ihrer ifttn über dar idustrie Ivie aus 103e, daß die herwachW bet len 5chabe der Aeiverbeordnung irlskammeru zur ’ al\o M btt der § l03s bt- 1 Richtungen h« H ist daher auch rnlneru die Rege- aU das Hand- Mstrieüen kann 3t geben, gegen idchWnE *Ä ;S-”* 06 @6« Ti. (« S-" jer l-S-" £ Asch bedet M sch-b-r d-'Z । »ot bie ®tfl# -A.L-' t R-bM" Strafverfügungen, die bei Durchführung der -u Unrecht ergangenen Vorschriften gegen sie etwa erlassen werden sollten, nach Maßgabe des § 103 e der Gewerbeordnung Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zu verfolgen, und sich so von t>ortv herein einen unberechtigten Eingriff in ihren Betrieb vom Leibe zu halten. Der neue Konitzer Peozetz. Könitz. 14. Febr. Zimmerlehrling Mai bekunder weiter: Er habe sehr oft Winter mit Mo ritz Lewy und Anna Hoffmann zusammen im Hoffmannschen Haus flur gesehen. A n n a H 0 f f m a n n n: Die Möglichkeit, daß Moritz Leivy mit Winter und mir einmal in unserem Hausflur gestanden, tuolle sie nicht unbedingt bestreiten, ihrer Erinnerung nach sei das aber niemals der Fall getvefen. Zeuge Mai bleibt trotz aller Ermahnung des Präsidenten, die Wahrheit zu sagen, bei seiner Bekundung. Verkäuferin E l i s a b e t h B i 11 e r : Sie habe Winter und Moritz Lewy gekannt, aber beide niemals zusammen gesehen. Buchhalterin Pähl: Auch sie habe Winter und Moritz Lewy gekannt, aber niemals beide zusammen ge sehen. Angeklagter : Ich muß bemerken, daß das Fräulein mindestens viermal täglich bei unserem Hause vorübergehen muß. Zeugin: Tas ist richtig. Präsident: Sie erinnern sich aber nicht, Winter vor dem Lewyschen Hause gesehen zu haben. Wenn dies der Fall gewesen wäre, dann wäre es in Ihrer Erinnerung? Zeugin: Gewiß. Zeuge Zigarrenhändler Fischer: Winter sei vielfach in seinem in der Danziger Straße belegenen Zigarrenladen gewesen. Er habe niemals einen Verkehr des Winter mit Moritz Lewy wahrgenommen. Es wird hierauf Journalist Wien ecke (Berlin) als Zeuge aufgerufen. Präs.: Sollten Sie zu Gunsten oder zu Ungunsten Moritz Lewys thätig sein? Zeuge: Zu Gunsten. Ich muß aber bemerken, daß ich von der Unschuld Moritz Lewys überzeugt war und noch heute bin. Auf Befragen des Ersten Staatsanwalts giebt der Zeuge zu, daß er mehrfach wegen Unterschlagung, einmal auch wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges bestraft sei. Fleischerlehrling Wilhelm Hoffmann (Sohn des bekannten Fleischermeisters) bekundet, daß er niemals einen Verkehr zwischen Moritz Lewy und Winter wahrgenommen habe. Seminarist Böhnke: Seine Mutter unterhielt mehrere Jahre im Lewyschen Hause eine Gynknasiastenpension. Moritz Lewy sei wohl einige Male bei ihnen gewesen, aber niemals Winter. Er habe auch niemals einen Verkehr zwischen dem Angeklagten und Winter w a h r g e n 0 m m c n. Einige Tage nach dem brachte der Angeklagte seiner Mutter Fleisch. Er bemerkte dabei: Derjenige, der solchen Mord begangen, ist kein Mensch, sondern eine Bestie. Ferner sagte Lewy: Eigentümlich, ich habe den Ermordeten überhaupt nicht gekannt. Bald darauf habe er (Zeuge) mit dem Gymnasiasten Mikulski gesprochen. Als er diesem die Aeußerung Lewys erzählte, sagte Mi- .kulski: Ich habe aber beide einige Male zusammen gesehen. Ich sagte darauf: Es ist selbst in Könitz möglich, daß Leute mit einander sprechen, sich grüßen und sich doch nicht kennen. Fräulein Skreiß. Sie habe einen Verkehr zwischen M 0 r i tz Lewy und Winter niemals wahrgenommen, ihre frühere Verkäuferin, Fräulein Schick, die jetzt in Berlin sei, will aber solche Wahrnehmungen gemacht haben. Seminarist Plath: Er habe einige Male gesehen, daß Moritz Lewy und Winter sich gegrüßt haben. Drogist Max Bött- d) e r : Er sei einmal durch die Danziger Straße gegangen, da habe er den Angeklagten und Winter vor dem Lewyschen Laden stehen und sich unterhalten sehen. Er habe gegrüßt, worauf beide dankten. Ein Irrtum seinerseits sei ausgeschlossen. Zeuge Tischlergeselle M a s ch k e : Ich kenne den Angeklagten aus dem Turnverein. Ich kannte auch Winter genau. Ich habe beide an einem Abend im Herbst 1899 in der Danziger Straße auf- und abgehen und sich unterhalten sehen. Präs.: Waren das ganz sicher Moritz Lewy und Winter, oder haben Sie Winter vielleicht verkannt? Zeuge: Ja, sie waren es ganz sicher. Im Januar 1900 habe ich beide wieder in der Danziger Straße zusammen gesehen. Zwei oder drei Wochen vor dem Morde sah ich, wie sich beide grüßten. Präs.: Hier ist von Aehnlichkeit des ermordeten Ernst Winter mit anderen jungen Leuten die Rede. Kennen Sie Hartstock und Kroll? Zeuge: Jawohl, die waren es nicht. Präs.: Kennen Sie den Gymnasiasten Kopatzky? Zeuge: Nein, es war aber ganz bestimmt Winter. Zeugin Dienstmädchen Louisa Arndt: Ich bin aus Prechlau. Meine Eltern wohnen in der Mhe von Winters Eltern. Ich kannte den Ermordeten ganz genau und kenne auch den Angeklagten. Eines Sonntags mittags, etwa drei Wochen vord em Morde, standen der Kaufmann Aron- Heim, der alte Lewy, Moritz Lewy und Winter dicht beieinander vor dem Lewyschen Laden.— Präs.: Können Sie sich nicht irren? Zeugin: Nein, ich weiß es ganz genau. Zeugin Frl. Else M ar 0 n g : Im Dezember 1899 sah ich Sonntagmittags den Angeklagten mit Winter vor dem Lewyschen Laden stehen. Im Januar 1900 sah ich an einem Abend beide zusammen durch die Kirchstraße gehen. Der 14jährige Schüler Alfons Nowacki bekundet: Im Januar 1900 habe ich Winter mit MoritzLewy zwei- bis dreimal vor dem Lewyschen Laden stehen und sich unterhalten sehen. Ich kannte beide ganz genau. Ter nächste Zeuge, der 15jährige Quartaner Bennewick, sagt aus: Ich bin an einem Sonntagmittag im Januar 1900 mit dem Gymnasiasten Rajewsky durch die T-anziger Straße gegangen. Ta sahen wir Winter mit Moritz Lewy vor Lern Lewyschen Laden stehen. Ich sagte zu Rajewski: „Da steht Winter mit dem Pineenez-August." Der 14jährige Quartaner Rajewsky bestätigt die Bekundung des Vorzeugen. Präs.: Nun, Angeklagter, was sagen Sie dazu? Auge kl.: Ich kann mich auf die Vorgänge nicht besinnen. 4 r ä s.: Angeklagter, hier werden doch von einer großen Reihe einwandsfreier Zeugen eine große Anzahl derartiger Borgänge bekundet. Soll Sie wirklich Ihr Gedächtnis derartig im Stiche lassen? Wollen Sie nicht unter dem Eindrücke dieser Zeugenaussagen jetzt lieber ein Geständnis «biegen? Angekl.: Wenn zwischen mir und Winter ein eeger Verkehr stattgefunden hätte, dann hätten uns doch liinj'ere beiderseitigen intimen Freunde, mit denen wir tag- Säglich zusammen waren, einmal getroffen. Präs.: Es hat doch aber eine große Anzahl Zeugen den Verkehr bekundet? Ange kl.: Ich kann mich beim besten Willen dessen nicht erinnern. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Etadtkirche. Mittwoch den 20. Februar, abends 6 Uhr: 1. PassionSandacht. Pfarrer Schlosser. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt, 18. Febr. Am heutigen Wochenmarkt war Land, weizen bei knapperem Angebot anfangs höher gehalten, mußte aber schließlich auf annähernd vorwöchentliches Niveau ermäßigt werden, um gegenüber der Zurückhaltung der Mühlen zu einigen Umsätzen zu gelangen. Inländische Brodftüchte etwas bester belebt und bezahlt. Gerste war ge- beffert aber ruhig. Hafer lag fest bei normaler Bedarfefrage. MaiS war anhaltend knapp und stramm im Preise. Es notieren je nach Qualität: Weizen hiesiger und Wetterauer 16,65-16,75 Ml., kurhessischer 16,65—16,75 Mk., norddeutscher —, russischer 17,75—18,40 Mk., Redwinter 17,75—18,20 Mk., KansaS 17,90—18,25 Mk., La Plata 17,75—18,50 Mk., Rumänier 17,75—18,25 Mk. Roggen, hiesiger 14,65—14,75 Mk., Pfälzer —, russischer 14,75—15,25 Mk. Gerste, hiesige 15,50—16,00 Mk , Pfälzer 16,80—17,10 Mk., fränkische 16,25—16,75 Mk., Riedgerste 16,25 bis 16,75 Mk, ungarische 17,25-18,75 Mk. Hafer, hiesiger 18,80—14,50 Mk., Württemberger—, bayerischer 13,80—15,25 Mk., russischer 14,00—15,50 Ml. Mais mixed 11,40—11,50 Mk., Laplata —. Alles pr. 100 Kgr. netto effektiv loko hier. — Mehl unverändert. Es notieren: Weizenmehl, hies. Nr. 0 15,25—15,75 Mk., feinere Marken 28,00—28,50 Mk., Nr. 1 24,00—24,50 Mk, feinere Marken 24,75—25,25 Mk., Nr. 2 23,00 biS 23,50 Mk., feinere Marken 23,75-24,25 Mk., Nr. 3 21,00-21,50 Mk., feinere Marken 21,75—22)25 Mk., Nr. 4 18,50—19,00 Mk, feinere Marken 19,50—20,00 Mk. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 23,00—24,00 Mk., Nr. 1 20,50—21,50 Mk., Nr. 2 15,25—16,00 Mk. Alles pr. 100 Kgr. inll. Sack loco hier. — Futterartikel unverändert. Es notieren: Weizenschalen 4,70- 4,75 Mk., Weizenkleie 4,70—4,75 Mk., Roggenkleie 5,25-5,40 Mk., Futtermehl 6,50—7,25 Mk. Biertreber, getrocknet 5,40—5,45 Mk. je nach Qualität. Alles pr. 50 Kgr. netto effektiv loco hier. Frankfurt, 18. Febr. Amtliche Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen: 393 Ochsen, 48 Bullen, 741 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 313 Kälber, 340 Schafe und Hämmel und 1702 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 67—69 Mk., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 62—65 Mk., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 57—60 Mk, d. gering genährte jeden Alters 00 Mk. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 54—56 M!., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 50—51 Mk., gering genährte 00 Mk. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. oollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 60—62 Mk, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 55—57 Mk., c. ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 44—46 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 31—32 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 28—30 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollm. Most) und beste Saugkälber 76-78 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 68—70 Pfg , c. geringe Saugkälber 57—58 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Freffer) 00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 60-62 Pfg , b. ältere Masthämmel 54—56 Pfg., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe lMerzschafe) 00 btS 00 Pfg. Schweine: a. oollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1«/« Jahren 62 Pfg., b. fleischige 61 Pfg., c. gering entwickelte sowie Sauen und Eber 00, d. ausländische Schweine (unter Abgabe der Herkunft) 00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 46—48 Pfg., b. 40—42 Pfg. Schweine a. 48 Pfg., fleischige 47 Pfg. — Aus Oesterreich standen 128 Ochsen zum Verkauf. — Geschäft gut, Markt geräumt. Meratur. Die Romanwelt. Immer größer wird die Zahl der Leser, die, en die moderne Kunst unserer Bühnen und Btldersalons gewöhnt, nun auch in ihrer Lektüre das Besondere suchen, eigenartige Menschen und ihre Schicksale, die mannigfachen Rätsel unseres Seelen- und Gefühlslebens in ernster, durch keine kleinliche Aengstlichkeit gebundenen Darstellung. An diese Suchenden wendet sich die Romanwelt (Vita, Deutsches VerlagShaus, Berlin NW. 23.) Die glückliche Hand, welche die Romanwelt in der Wahl ihrer Beiträge hat, zeigt fich darin, daß ihre Romane und Novellen lttterarisch originell und dabet immer stark kesselnd und interessant sind. Das Publikum kann auS den Veröffentlichungen dieser Zeitschrift erkennen, daß daS „Ltlterartsche nicht Immer gleichbedeutend mit „Monotonie" sein muß, und daß die Lektüre der Dichtungen, die mit kraftvoll selbständig pcrsönlicher Auffassung unser Leben, seine Forderungen, seine Humore und Tragt- lomödten ansehen und wtederfpiegeln, „spannender" sein kann, alS die schablonenmäßtge Wiederholung altbekannter Typen und Vorgänge in der alltäglichen Unterhaltung^ Belletristik Gehen Siss ast die Beantwortung der Schuldsragen mit dem Mme und der Entschlossenheit, wie es deutschen Männern geziemt." Die Verteidiger Rechtsanw. Appel- bäum ruib Sonnenfeld traten warm für die Freisprechung des Angeklagten ein. Tie Geschworenen bejahten nach halbstündiger Beratung die drei Schuldfragen wegen wissentlichen Meineids und die Unter frage, ob der Angeklagte durch Bekundung der Wahrheit strafrechtliche Verfolgung befürchten konnte. Hierauf beantragte der Erste Staatsanwalt, das Strafmaß auf fünf Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und dauernde Eidesunfähigkeit festzusetzen. Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld ersucht den Gerichtshof, unter Berücksichtigung der vielen Verfolgungen, denen der Angeklagte ausgesetzt war, die Strafe herabzusetzen Ter Angeklagte selbst bat weinend um Milde, da er unschuldig sei Nach kurzer Beratung des Gerichtshoses verkündet der 'Präsident, Landgerichtsdirettor Schwedowitz, wie wir bereits meldeten, das Urteil: Vier Jahre Zuchthaus, vier Jahre Ehrverlust und dauernde Eidesunsähigkeit sowie Tragung der Kosten. Bei der Abführung wurde dem Verurteilten zugerufen: „Adieu Moritz?" „Viel zu wenig!" „Hättest müssen 20 Jahre bekommen!" Gegen das Urteil hat die Verteidigung bereits am Sonntag das Rechtsmittel der Revision eingelegt Die Verteidigung wird gutem Vernehmen nach beantragen: die Sache zur nochmaligen Verhandlung au ein be 11 ach - b arte s S ch w u r g'c richt und zwar möglichst an ein solches zu verweisen, in dem der Antisemitismus nicht in so hohem Grade die öffentliche Meinung beherrscht wie in Könitz. Zeuge Zahnarzt Meibauer. Präs.: Tie kannten den Ermordeten? Zeuge: Nein, ich habe nur seinen Kopf gesehen. Prä f.: Sie sollen zu dem Seminaristen Behnke nach dem Morde gesagt haben: „Ich habe Sie immer für Winter gehalten?" Zeuge: Das ist richtig: es war aber nur ein Scherz. Zeuge Kaufmann A r 0 n h e i m : Ich habe Winter nicht gekannt. Es ist möglich, daß ich mal mit anderen Personen vor dem Lewyschen Laden gestanden habe. Ich erinnere mich dessen aber nicht. Zeuge Techniker Kroll: Ich habe den Ermordeten nicht gekannt, bin auch nicht mit ihm verwechselt worden. Vor einigen Tagen kamen die Herren Schiller und Rauch zu mir und baten mich um meine Photographie, da ich Aehnlichkeit mit dem ermordeten Winter haben sollte. Sie fragten mich, ob ich bisweilen mit dem Angeklagten gegangen fei. Ich sagte: Das ist richtig; ich weiß nur den Zeitpunkt, an dem ich mit Moritz Lewy zusammen gegangen bin, nicht mehr. Ich sagte ihnen dann, daß ich meine Photographie nur hergeben werde, wenn das Gericht oder die Verteidigung sie wünschte. Rauch zeigte mir ein Schreiben des Rechtsanwalts Appelbaum vor. Darauf ließ ich die Photographien anfertigen. Zeuge Bauunternehmer Winter, der Vater d^s ermordeten Ernst Winter, bekundet: Ich bin kurz vorder Ermordung meines Sohnes mit meinem Sohne im Restaurant Müller gewesen. Der Angeschuldigte, den ich nicht kannte, der mir aber wegen seiner „stutzerhaften" Kleidung auffiel, war auch da und spielte einen Bierskat. Mein Sohn und ich sahen zu. Mein Sohn sprach mit dem Angeklagten. Ob sie sich näher gekannt haben, weiß ich nicht. Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld (zu dem Bauunternehmer Winter): Wann haben Sie den Vorgang zum ersten Male bekundet? Zeuge : Als ich nach Könitz geladen wurde und die gefundenen Kleider als die meines ermordeten Sohnes anerkannte, fragte mich der Herr Erste Staatsanwalt, ob ich auch etwas wisse. Da habe ich ihm die Mitteilung gemacht. Verteidiger Rechtsanwalt Appelbaum beantragt hierauf, Artikel der „Staatsb.-Ztg." und des „Konitzer Tageblatt" zu verlesen. Die Artikel werden alsdann verlesen. Hierauf wird der Gefängnisinspektor Lücke vernommen. Dieser bekundet: Die Behauptungen der antisemitischen Zeitungen, der Angeklagte habe versucht, sich im Gefängnis am Hosenträger aufzuhängen, sind ebenso unwahr, wie die Nachricht, daß Jsraelski im Gefängnis einen Kassiber in hebräischer Sprache erhalten habe. Kaufmann Jadezynsti: Seit sieben Jahren habe ich einen zwei Häuser vom Lewyschen Grundstücke entfernten Laden. Ich kenne den Angeklagten. Den Ermordeten kenne ich nur nach der Photographie. Der nächste Zeuge, der zwölfdreivierteljährige Quartaner Jadezynski, bekundet: Ich kannte Winter ganz genau. Im Herbst 1899 habe ich Winter einmal mit Moritz Lewy zusammen vor dem Lewyschen Laden stehen sehen. Zeugin Stickerin Schnick: Ich glaube nicht zu irren, daß ich den Angeklagten mal mit Winter vor dem Lewyschen Laden stehen sah. Nunmehr erscheint Bürgermeister D e d i t i u s als Zeuge. Präs.: Haben Sie jemanden ermittelt, der bestimmt sagen kann, er habe den Angeklagten mit Winter zusammen gesehen? Zeuge Bürgermeister Deditius: Nein. Zeuge Kriminalschutzmann Beyer (Berlin): Ich habe, gleich nachdem ich im April 1900 hierhergekommen war, den damaligen Polizeibeamten Nagorra beauftragt: Personen namhaft zu machen, mit denen Winter verkehrt habe. Nagorra hat mir nicht gesagt, daß Winter mit Moritz Lewy verkehrt habe. Zeuge Nagorra: Beyer hat mich nur beauftragt, Dirnen festzustellen, mit denen Winter verkehrt habe. Präs.: Beyer hat Sie doch auch beauftragt, alle männlichen und weiblichen Personen festzustellen, mit denen Winter verkehrt hat? Zeuge Nagorra: Einen solchen Auftrag habe ich nicht erhalten. Ich hätte sonst mitgeteilt, daß der Angeklagte mit Winter verkehrt habe. Zeuge Kriminalkommissar Wehn (Berlin): Ter Angeklagte hat sein Alibi vom 11. März 1900 vollständig wahr erwiesen. Aus Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalts Sonnenfeld wird Privatdetektiv Gustav Schiller vernommen. Er bemerkt, daß er seit April in Könitz weile. Präs.: Sie sind hier zur Erforschung des Winterschen Mörders thätig. Zeuge: Jawohl. Präs.: In welchem Auftrage sind Sie thätig? Zeuge: Muß ich diese Frage beantworten? Präs.: Jawohl. Zeuge: Ich bin von einem Bevollmächtigten des „Verbandes zur Abwehr des Antisemitismus" hierfür engagiert. Präs.: Ist das ein jüdischer Verein? Zeuge: Jawohl. Verteidiger Rechtsanwalt Appelbaum: Heute hat mir ein Student aus Berlin, der früher das Konitzer Gymnasium besuchte, geschrieben: im Herbste 1899 sei im Gehrkeschen Geschäfte hier in Könitz ein außergewöhnlich schönes Mädchen als Verkäuferin thätig gewesen. Letztere sei die Veranlassung gewesen, daß eine Anzahl Gymnasiasten in einzelnen Gruppen vor dem Gehrkeschen Laden promeniert hätten. Auch der Angeklagte und Winter seien häufig dabei gewesen. Ich beantrage, den Obersekundaner Bök nochmals als Zeugen zu laben' und hierüber zu vernehmen. — Der Gerichtshof beschließt, dem Anträge stattzugeben. Gymnasiast Bök: Im Herbste'1899 war bei Gehrke ein hübsches Mädchen. Deshalb verkehrten des Abends viele Gymnasiasten, darunter auch Winter und der Angeklagte vor dem Gehrkeschen Geschäfte. Es beginnen die Plaidoyers: Der Erste Staatsanwalt T>r. Schweigger plaidiert auf schuldig des wissentlichen Meineids. Sein Plaidoyer schloß er mit der Mahnung an die Geschworenen: „Meine Herren! Ein preußischer Staatsanwalt kennt keine Furcht! Die Frage ist nicht: Wessen Glaubens oder Standes ist jemand, sondern: Ist seine Schuld nachgewiesen? Noch waltet in Preußen Gerechtigkeit; noch hat die Justitia die Binde vor den Augen. Wehe, wenn sie die Binde einmal lüftete, um zu sehen, welchen Glaubens oder Standes der Angeklagte sei, um danach das Urteil zu fällen! Wir haben alle mit hoher Genugthuung das zweihundertjährige Jubiläum des Königshauses gefeiert, das Preußen zu solchem Ruhm, Wohlstand und Macht ae- bracht hat. Das ist hauptsächlich erreicht worden, weil Die Grundlage des preußischen Staates Gerechtigkeit ist. Noch ist diese Grundlage unerschüttert. Der erste preußische König hat den Schwarzen Adler-Orden mit der Inschrift „Simm cuique" begründet. Dieser Grundsatz muß Sie auch bei Abgabe Ihres Wahrspruches leiten. Jedem das Seine. Dem Unschuldigen die Freiheit, dem Verbrecher das Zuchthaus. Qfiirianst°tfe,Sammle,Velvets«'^« ^yÖlUÖll Blusen, Besatz liefern wir direkt an privat». Man t?erL Muster unserer großen Auswahl, von Elten & Keimen, Handlung Krefeld. Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mR Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen tg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Bekanntmachung« Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für arme Kon. Armanden auf Ostern 1901 (Knaben - Anzüge von dunk em Stoff, schwarzer Cachemir zu Mädchenkleidern und farbiger Flanell) soll im Submissionswege vergeben werden und find desfallsige Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens zum 25. d. Mts. bei Herrn Hospitalverwalter Dörr ver- fchloffen abzugeben. Gießen, am 13. Februar 1901. Die Armen-Deputation der Stadt Gießm. Wolff. 1440 Sohversteigerung | Donnerstag den 21. d. Mts., vormittags 10 Uhr, soll in dem Gemeindewald Reiskirchen, Distrikt Buchwald, nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 2 Eichenstämme mit0,90kw, 28 Kiefern- und Fichten- stämme mit 12,60 fm, 580 Fichten-Derbstangen mit 43,03 fm, 38 rm Buchen-Schrit, 2 ,, Nadel-Scheit, 131 „ Buchen Knüppel, 20 „ Nadel'Knüppel, 2360 Buchen-Wellen, 200 Radel-Wellen, 4680 Buchen-, Eichen« und Nadel-Durchforflungs- Wellen, 43 rm Buchen-Stöcke, 10 „ Radel-Stöcke. Der Anfang ist im Buchwald, an der Kreisstraße nach Hattenrod. Das Bau- und Nutzholz kommt zuerst zur Versteigerung. Reiskirchen, 16. Febr. 1901. Gr. Bürgermeisterei Reiskirchen Wagner. 1433 Mittwoch den 20. b. Mts., nachmittag- 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale Möbel aller Arten, 2 Fässer Wein, 1 Ladenschrank mit Glasthüren, 1 Palme mit Ständer, 1 Nähmaschine, eine Partie Cigarren und 1 Kaffaschrank versteigert. 1434 Geißler, Gerichtsvollzieher. Kreppeln täglich frisch bei Friedr. Moll Hosbätker. 381 Gut kochende Hülsenfrüchte Sauerkraut Salzgurken tzsstggurken neue Keringe Wossrnöpse gut und billig zu haben bei Robert Stuhl Neustadt 38. 1268 Nusskohlen Anthracitkohlen Briketts Brennholz i empfiehlt zu billigsten Preisen J. Happel Neustadt 49 uud 56. L Lorr der Srichherz. Zess. Laubes- fotterit empfiehlt Buchhändler Krebs 1325 Gießen. Schulstraße 10. 1. Ziehung am 5. März. ■ F. Baumann Giessen 7 Neuenweg 7 Vertreter der 44) Elektrizitäts- Aktien-Gesellschaft vorm. C. Buchner in Wiesbaden empfiehlt sich für die Herstellung von elektrischen Licht-Anlagen im Anschluss an die städtische Centrale. Lieferung von Elektromotoren, Ventilatoren, Koch- und Heiz- Apparaten. Billige Bedienung bei Verwendung nur besten Materials und solidester Ausführung. ---Alle---- welche an Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Hals-, Brust- u. Lungendeschwer- den, Keuchhusten usw. leiden, finden durch den echten c Rheinischen 440 Trauben-Brust-Honig von W. K. ZiLenheimer in Mainz schnelle Hilfe u.Linderung Stets echt unter Garantie bei C. G. Kleinhenn, Delikatessen-, Fisch- u Geflügel- Handlg, Bahnhosstr. 59. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ßiuen größere« Kosten Biier-Betir sowie 1315 banmwoll. Kolter verkaufen wir, der vorgerückten Jahreszeit halber, unter Preis. C. Röhr & Co. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ verschied. Art stets vorrätig bei 358 Schreiner Steller, Schillerftraße 9. H. Hansel 19 Löberstrasse 19 G-iessen 19 Löberstrasse 19 Maschinenfabrik und Schlosserei empfiehlt sich in tilge m TraHKiwa, Wrniij masehinoller iritilup Maschinen-Reparaturen und allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten. 1097 Uebernahme von Eisenkonstruktionsarbeiten, Gittern, Thoren etc. Billigste Bezugsquelle für Bauschrauben. Rascheste Lieferzeit. Kostenvoranschläge gratis. Aut 45000 fofr kommro 15000 ©tlügtroinnr nuh 2 Prämien im Kktragk von J) üliOiourn 481000 Mark bar, turnt, höchst« ßcminn 700000 Mark bar. ££ Die größten Gewinnaussichten ganzeö Los «A »8.— -u leder Klaffe. Porto und Gewinnliste zu jeder Klaffe 25 Pfg. (Ausland 35 Pfg.) w iRnnrnpHunn 6 Bedienung. Am einfachsten empfiehlt sich die Bestellung auf dem Aoschnitt der Postanweisung. mg J. Kiang, «roßh Kkflischer folttrit-fiolltkttur, Offenbach a. M. ■ nor Kkff. Faudks-LottkNk I I* Gaur« Halbe viertel Achtel X 88.- X 14.— X 7 - X 8.50 empfiehtt die Liolkektur 1160 i(.E.JttgliardUCrn$t Baiser Marktplatz. Mäusburg 11. Schusler’s Kalis - vitlfach prtisgehrönt in Paketm zu 60, 70, 75, 80, 85, 90 und 95 Pfg. das V, Psd. mit Taschentücher-Zugabe empfiehlt in stets frischer Röstung Hrch. Wallach Hießen 44s 62 Seltersweg 62. Sehlis ter - A. & €f. Wallenfels Telephon 4G Marktplatz 21 empfehlen als Ersatz für frisches Obst und Gemüse sämtliche Gemüse- und Obst-Konserven u. Schnittbohnen, die 5-Pfd.-Dose X 0.90, 2-Pfd-Dose X 0.40 Erbsen ans Braunschweig, die 2-Pfd.-Dose von X 0.50 an do. grüne französische, „ „ „ n 0.60 „ Bruch-Spargel, „ „ , „ 0.95 „ Stangen Spargel, „ , „ „ 1.25 , Metzer Mirabellen, „ „ ä „ 0.90 Reineclauden, „ , ä „ 1 — Alle anderen Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Fisch- Konserven nach Spezial-Preisliste, die wir auf Verlangen gerne gratis vprabkoloen. 482 jj^^HausfrauenUrtheilen Sie selbst und versuchen Sie Schrauth’s gemahlene Salmiak-Terpentin-Seife das beste Waschpulver der Welt Blendend weisse Wäsche, garantirt rein Höchster Fettgehalt. Nur echt mit Schutzmarke in rother Farbe, ft üeberaU käuflich k Packet 15 Pfennig. Pa. Speisekartoffelv (magnum bonum) empfiehlt 46 I Weisel, Somkustrißk 6. Wilhelmstrasse zwei Herrschaftshänser zu verkaufen oder zu vermieten. Näheres Markt 15. Nie Kelelage 160 unseres Houses, 6 Zimmer mit Zubehör, Bleichplatz u. allen Bequemlichkeiten, auf i. April zu vermieten. Geschwister «tief, «licevr. 27. - 1271] Dre Parterrewohnung Bahnhofstraße 66, 5 Zimmer, Veranda, Garten u. s. w., per sofort, auch für später, zu vermieten durch I. Boe