Nr. S72 Zweites Blatt. Dienstag 19. November 1901 151. Jahrgang echt in der Sa® Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Giehener Zamilien- olätler werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern sür bessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. GietzenerAnzeiger! e General-Anzeiger * Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ _________________________________________ zeigenteil: Hans Beck. — Nach Münchener Blättern soll der bayerische Finanz- minister Frhr. v. Riedel im Landtag bemerkt haben, der Reichsetat für 1902 werde wohl höchstens ein Defizit von 34 eine halbe Million Mark aufweisen. Ist diese Angabe richtig, so kann sie nur auf einem lapsus linguas des bayerischen Ministers beruhen. Denn wie der „Lok.-Anz." zuverlässig mitteilen kann, beträgt der Fehlbetrag nach dem inzwischen im Bundesrat eingegangenen Etatsgesetz 80,2 Mill. Mark- Vielleicht sagte aber Frhr. v. Riedel nur, daß es dem Bundesrat möglicherweise gelingen werde, diese Summe durch Abstriche auf 34 Mill, herabzumindern. — Wie der „Lok.-Anz." zu berichten weiß, ist eine Zurückweisung der Angriffe des Ministers Chamberlain auf die deutsche Kriegsführung 1870/71 im Reichstage von offizieller Seite bei passender Gelegenheit zu erwarten. (Jedenfalls würden weiteste Kreise des deutschen Volkes eine solche Abfertigung mit großer Befriedigung ausnehmen. D. Red.) — In der gestrigen Konferenz von Vertretern von Landesversicherungsämtern und Jnvaliden- versicherungsan st alten und zugelassenen Kassen- einrichtungen im Reichsversicherungsamt wurde eine Reihe von Einzelfragen aus dem Gebiet des Heilverfahrens erörtert. Fernerhin kam zur Sprache, inwieweit es möglich sein würde, die Versorgung von Rentenempfängern in Jnvalidenhäu'ern an schweren ansteckenden Krankheiten leidenden oder sonst siechen und hilflosen Personen zu gute kommen zu la sen. In der zweiten Sitzung wurde der Rest der Tagesordnung, beginnend mit Nr. 7, erledigt- Zunächst wurden seitens des Reichsversicherungsamtes den Versicherungsanstalten verschiedene auf die Verbesserung und größere Gleichmäßigkeit der Haushaltspläne abzielende Vorschläge empfohlen. Bei der Besprechung der Bundesratsvorschriften vom 21. Februar 1901 betr. die Befreiung polnischer Landarbeiter, österreichischer, und russischer Staatsangehörigkeit von der Versicherungspflicht wurde auf Vereinfachung des Abrechnungsverfahrens gerichtete Wünsche vom Vorsitzenden die möglichste Berücksichtigung zugesagt. Einer Anregung aus Veremskreisen entsprechend wurde vom Reichsversicherungsamt eine weitere Pflege des Arbeiterwohnungsbaus empfohlen. Die Dauer der Teilnahme an der Expedition nach China soll nach übereinstimmender Ansicht der Versammelten ungeachtet gewisser formaler Bedenken wie eine militärische Dienstleistung in Kriegs- wie Mobiünachungszeiten angerechnet werden. Köln, 16. Nov- Wie die „K. V." meldet, ist der General-Präses der katholischen Gesellen-Vereine Dentsch- lands, Dom-Kavitular Schäffer hier heute früh nach längerer Krankheit gestorbem München, 17. Nov. Die vom Prinzregenten ernannte Kommission sür staatliche Monumentalbauten wurde heute nachmittag von dem Prinzregenten empfangen. Minister v. Feilitzsch sprach den Dank für das ihr geschenkte Vertrauen aus. Der Prinzregent erwiderte mit dem Ausdruck lebhafter Genugthuung darüber, daß seine Kundgebung überall eine verständnisvolle Aufnahme gefunden habe. Professor v. Lenbach gab dem Dank der Künstlerschaft Ausdruck. Ausland. Kopenhagen, 17. Nov. 2 4 0 0 0 0 Kronen Prin- z,essinnen-Mitgift und für 5 Millionen Kanonen fordert das liberale Ministerium vom Folkething. Beides sind Forderungen, die bereits mehreremal von konservativen Ministern eingebracht wurden, deren Durchführung aber stets an der Haltung der Liberalen und Sozialdemokraten scheiterte. Diesmal stehen die Sozialdemo- Beginnen wir unseren Rundgang mit dem Flur des Erd g e s cho ss es. Verschiedene Grabsteine, Steindenkmäler, Giebelbalken, sowie eine auserlesene Anzahl mit bildlichen biblischen Darstellungen, wie die Hochzeit zu Kanaa, Gleichnis vom verlorenen Sohn u. a., Wappen, Sinnsprüchen und Zunftzeichen, von eisernen Ofen-Gußplatten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert befinden sich hier. Besonders hervorzuheben sind Pfähle mit eisernem Schuh von der Römerbrücke bei Mainz herstammend. Der Treppenaufgang nach dem Rathaussaal zeigt Gerätschaften des Feuerlöschwesens der verschiedenen Zeiten und Gegenden; die Feuereimer aus Strohseilen angefertigt bieten ein besonderes Interesse. Der alte Rathaussaal im 1. Stock, Abteilung I, giebt ein buntes Bild von Gegenständen der verschiedensten Art^und Bedeutung vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Gleich am Eingang links blicken uns die sog. „Kleien- kotzer" aus der alten Neumühle in Frankenberg i. H. phantastisch an und scheinen uns von ihrer Jahrhunderte langen, gleichförmigen Arbeit erzählen zu wollen. Die sich anschließende „hessische Bauernstube" mit ihren schönen Truhen, Stühlen, Bauerntischen und der Bettlade gewährt uns einen Einblick in die gute, alte Zeit. Wie viel besser sviegelt sich in diesen Stücken die Eigenart des Volkes und des jeweiligen Besitzers wieder als es in den heutigen Dutzend-Fabrikwaren der Fall ist. Wie prächtig nehmen sich die schönen Krüge und Zunfthumpen auf dem Schrankgesimse aus, wie einladend das Tellerbrett mit Bauernschüsseln und Zinntellern! Selbst die Wiege und das Spinnrad fehlt nicht und die Wände zieren Bilder hessischer Trachten u. a. Anlchnend an die Bauernstube stehen wohlgeordnet traten in ihrer Opposition dagegen allein. Mit der Prin- zessinnen-Mitgift — je 120 000 Kronen an die Prinzessinnen Luise und Jngeborg, die sich vor einigen Jahren verheiratet haben — hat sich das Folkething schon fünfmal beschäftigt und das Ministerium Deuntzer ist bereits das vierte Ministerium, das diesen Antrag einbringt. London, 16. Nov. Die „Times" bringt folgendes Telegramm aus Shanghai: In letzter Zeit erregt hier das ordnnngswidrigeVerhalten verdeutschen Soldaten erhebliche Störungen. Fälle von Angriffen auf Polizei v. ■ d Andere sind häufig und ernst geworden. Tie Ofslziere thun ihr möglichstes, die Ordnung zu wahren, doch die Soldaten zeigen denselben bejammernswerten Mangel an Disziplin, der schon oft in Nord-Ehina zur Sck)au getragen wurde. (Wird sich diesen neuen englischen Ausfall die deutsche Regierung auch gefallen lassen? D. Red.) — Trotz der halbamtlichen Versicherungen, daß der Gesundheitszustand des Königs Eduard nichts zu wünschen übrig lasse, und daß alle Meldungen über die Kehlkopf-Krankheit des Herrschers böswillige Erfindungen seien, nimmt die V e r s i ch e r- ung der großen Geschäftshäuser gegen Landestrauer einen immer größeren Umfang an. Nicht weniger als fünf große Versicherungsgesellschaften befassen sich damit, die Inhaber von Modewarengeschäften, Theatern und sonstigen Vergnügungsanstalten für den Falt von Landestrauer zu versichern, wobei es sich meist um Versicherungssummen in Höhe von 100 000 Pfund Sterling handelt. Durch die Trauermvnate nach dem Ableben der Königin Viktoria sollen allein in London die Modegeschäste und Theater einen Gesamtverlust von 30 Millionen Mark erlitten haben, weshalb man deren jetzige Furcht vor einem frühzeitigen Tod des Königs Eduard wohl verstehen kann. Brüssel, 17. Nov. Die Unteroffiziere der hiesigen Garnison veranstalteten gestern eine Kundgebung gegen den Abg. Colfs, der in der Kammer die Untcroffizere beschuldigt hatte, von den Inhabern berüchtigter Häuser Geldsummen angenommen zu haben, um Soldaten zum Besuche dieser Lokale zu veranlassen. Dem Kammerpräsidenten ist bereits eine ganze Anzahl diesbezüglicher Protestschreibeu zugegangen. — Anläßlich des Geburtstages des Königs Leopold fand gestern abend ein größeres Festmahl ehemaliger Offiziere und Unteroffiziere statt. Mehrere Generale erhoben gegen die Beschuldigungen durch Colss heftigen Einspruch und bedauerten, daß dieser Abgeordnete infolge der Immunität nicht sofort gerichtlich verfolgt werden könne. Rom, 17. Nov. Blättermeldungen zufolge wird der Zar nach Weihnachten seine Gern ah lin nach derRi- v i e r a begleiten. Er werde auf dieser Reise Wien passieren und mit dem österr eichischeu Kaiser eine Begegnung haben. In Mailand oder Venedig werde dann eine Zusammenkunft mit dem Könige von Italien ftatt- finden. — Das Amtsblatt veröffentlicht die angekündigte königliche Verordnung betreffend die Befugnis des M(in ist er - riats, dem von nun an ausschließlich das Beschlußrecht f ür die Erteilun g der Exeqtuatur an die Bischöfe zuerkannt wird. Ferner wird angeordnet, daß Fragen der auswärtigen Politik der Ressortminister dem Minister-Präsidenten in allen wichtigeren Angelegenheiten Mitteilung zu machen hat. Konstantinopel, 17. Nov. Der Sultan entsandte den Oberceremonienmeister Ibrahim nach der französischen Botschaft, um dieser die Versicherung zu übermitteln, daß er sich glücklich schätze, da ß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder hergestellt sind. — Ter frühere Groß- vezir Said ist zum Großvezir ernannt worden. 'Diese auf einander geschichtet die Gießener Zunfttruhen, unter ihnen besonders sehenstvert die der Fleischerinnung. Nun folgt die Waffenabteilung, beginnend mit einer Zusammenstellung von Gewehren verschiedener Modelle und einer preuß. Zündnadelwallbüchse. Außer den Militärgewehren bemerken wir auch eine kostbare Scheibenbüchse, allerdings von einem so bedeutenden Gewichte, daß man sie rasch wieder in die Stütze legt und froh ist, dieselbe nicht- längere Zeit tragen zu müssen. Mittelalterliche Hieb- und Stoßwaffen sind an den. Wänden malerisch gruppiert im Verein mit verschiedenen Lanzen, Hellebarden, Partisanen und Eisenhüten. Die Fahnen führen uns zu dem Jahre 1848; es sind dies die Wahrzeichen der Gießener Bürgerwehr. Verschiedene Ausrüstungsgegenstände und Waffen, sowie das Bild des Kommandanten Fresenius versetzen uns anschaulich in diese Zeit. Zu Füßen der Fahnen sind Geschosse allen Kalibers ausgestapelt, flankiert von zwei oberyessischen Gemeinde- trommeln des 18. Jahrhunderts. Ter Waffensammlung schließen sich an der Wand an die Bilder aus dem hessischen Fürstenhause und leiten uns nunmehr zu den Erinnerungszeichen unserer hiesigen Universität. Ernst und würdevoll schauen uns die Bilder gelehrter Professoren an; daneben finden sich fröhliche Aufzaich^ nungen aus der Studentenzeit, so der Auszug der Burschen 1829 nach dem Gleiberg. Die Glaskasten bewahren sehr hübsche studentische Stammbücher, Verbindungszeichen sowie Universitäts-Medaillen. Tie verschiedenen Fechtwaffen der Studenten, das Speereisen der studentischen Bürgerwehr 1848 und die unförmlichen aus dem 18. Jahrhundert stammenden Doktorhüte zeigen eine längst vergangene Zeit. Marschall Roberts sind Differenzen entstanden. ern- nur dem Die 190 ! Reuter- Regierung ist mit Roberts deswegen unzufrieden, weil er im Lande Festgelagen präsidiert, Schießmedaillen usw. verteilt, anstatt auf seinem Poften zu sein. Wie es heißt, werde Roberts im April nächsten Jahres seinen Abschied nehmen. Nach einem Londoner Telegramm des „Matin" soll sich König Eduard sehr abfällig über die Rede Chamberlains in Edinburg ausgesprochen haben. Tas belgische Hilfs-Komitee für dte Buren veranstaltet nm ganzen Lande eine Petitions-Bewegung an die Regierung, damit diese in England die Verlegung der Konzentrationslager in einen gesünderen Landstrich in der Nähe der Küste beantrage. erbe in die Hände der Buren. Tas =ü#i! imene Bo]]. Ilt W mel, Bitt darf chend, rneiiCfömb jelbemM MM. , CrüasmgN dj aal M lrogarie ftler, »rzt sM Berlin 1890, c», st er, i. Zeit: W "8-6 Uhr. >8-1 Uhr. ühaltung bet Füllung. Dom Burenkriege. Erst jetzt kommt aus Kapstadt die Meldung, wonach am 13. Oktober 200 Mann von Smuths' Kommando unter van der Venter, Karsten und Botha einen englischen Po st en bei Toornbusch in der Nähe von Sommerset-Ease ange- griffen, der von 50 Mann der berittenen Sommersed- Truppen verteidigt wurde. Kapitän Thornton von der Kap- polizei kam mit 130 Mann derselben berittenen Distrikt- truppcn zum Ersatz herbei, war ober nicht im stände, die nach kurzem Widerstande erfolgte Uebergabe zu verhindern. In seinem Bericht meldet Thornton, daß er eine ziemlich starke Position besetzt hielt, daß die Leute unter seinem Kommando sich aber, nachdem sie den größten Teil ihrer Munition verfeuert hatten, als der Feind nur noch 2000 Ellen entfernt war, weigerten, noch weiter auf die Buren zu schießen. Seine Soldaten begründeten das damit, daß sie, wenn sie gefangen genommen, erschossen werden würden, und ergaben sich, obwohl nur ein Mann leicht verwundet war, es fielen 180Mannund ■»'fiinalpQdy hchek cIt empfiehlt °gerie )eg 39. ,e Bureau fügt hinzu, die Uebergabe muß eine absichtliche, verräterische gewesen fein. Charakteristisch ist, daß diese Meldung in einer großen Anzahl der englischen Blätter unterschlagen worden ist. Man wird zunächst nähere 'Nachrichten über diesen, den Buren außerordentlich günstigen Vorgang doch noch abzu- warten haben. Es scheint, als ob die Mißstimmung, die Kriegsunlust im englischen Heere immer weiter um sich greift und zu den bedenklichsten Konsequenzen führt. Lord üitdjener hat über die freiwillige lieberaabe der englischen Truppen einen Bericht nach London gesandt, der dort den Behörden große Besorgnis flößt. Die Buren bezeichnen die englischen Soldaten noch mit dem 'Namen „Hands op". (Hände hoch!) Zwischen dem Kriegsminister Bro der ick und Deutsches Reich. Berlin, 17. Nov. Der Kaiser ist gestern abend in Wildpark wieder eingetrosfen. — Der Führer des Marine-Detachements in Peking, Oberleutnant Graf Soden ist zum Hauptmann und-Kom- pagniechef im 1. See-Bataillon ernannt worden. Die gestern erschienene Extra-Ausgabe des Mil.-Wochenbl- enthält die -erwarteten Veränderungen in den höchsten Kommando- Stellen der Armee noch nicht. 7 Obersten, die mit der Führung von Kavallerie-Brigaden beauftragt wurden, sind .zu Kommandeuren derselben ernannt worden. — Dem „Börs.-Cour." zufolge ist an unterrichteter Stelle nicht das mindeste davon bekannt, daß die deuffche Botschaft in Rom beauftragt sei, in Taormina eine Villa für die Kaiserin zu erwerben, da diese beabsichtige, dort längeren Winteraufenthalt zu nehmen. Der Gesundheitszustand der Kaiserin habe sich derart gebessert, daß die 'Notwendigkeit, ein milderes Mima aufzusuchen, höchst wahrscheinlich entfallen dürfte. Dos lüuftiim des VberheUchen Geschichtsvmills. bin Rnndgang durch die neu hergerichteten Räume im alten Rathause zu Gießen. I. Am 2. Februar 1879 wurde das Museum in den von der Stadtverwaltung Gießens eingeräumten Zimmern des Drtsgerichts im alten Rathause dem größeren Publikum geöffnet. Mit demselben Tage trat in Prof. Dr. Buchner ein Mann an der Spitze der jungen Gründung, der mit rastlosem Eifer und seltenem Geschicke den Sammlungen Vorstand. Aus kleinen Anfängen hat das Museum sich zur heutigen Gestaltung ausgebaut. Wenn neue und größere Unterkunftsräume im alten Schlosse am Brandptatze geschaffen werde::, so wird unser künftiges Provinzialmuseum seine sehenswerten Sammlungen noch besser und übersichtlicher ordnen können. Tas Museum hat sich die Ausgabe gestellt, die Ver-, gangenheil und Gegenwart der Stadt Gießen und der Provinz durch Sammlung von kulturhistorischen Gegenständen und Erinnerungszeichen den nachfolgenden Geschlechtern lebendig zu erhalten. Um nun das Museum stetig zu erweitern, ist eine Ueberweisung von Ges chenken in erster Linie wünschenswert, in zweiter Linie die Niederlegung mit Vorbehalt des Eig en tu ms riech Les oder auch der Wer kauf an das Museum. Ueber anderthalb Jahre war das Museum infolge.baulicher Veränderungen geschlossen, gestern, am 1 7. No v b r., isst es dem öffentlichen Verkehr wieder überleben worden, nachdem die Sammlungen Dank des Ent- giegenkommens der Stadt in hellen, freundlichen Räumen e ine vorläufige Unterkunft gefunden haben. fallen Ä-rkersc»^ -7-^vcrialrfs r.llliri Zirk»1" " i 7 » ' insiiM Saite* iisilÄ iims cd, ewkSeblt Drogerie ,r. )[xrkl8tr_L Ernennung ruft einen guten Eindruck hervor. ('Todurch wird die vom 'Depeschenvureau Herold verbreitete Nachricht, daß der Justizminister Abdur Raman zum Großvezrer ernannt worden sei, dementiert. D. Red.) Gerichtssaal. Festrede klang in einem Hoch auf Großherzog und Groß- Vermischtes. Gelsenkirchen, 16. Nov. Dom 9.—16. November kreise Gelsenkirchen von 1149 aus 1008 gesunken. Gestorben sind 8, genesen 198. * Münster i. W., 16. Nov. In Telgte wurde die gefunden. * Petersburg, 17. Nov. Die Kommission zur Verhütung und Bekämpfung der Pest giebt bekannt, daß die zwei letzten Todesfälle in Odessa als wirkliche Pestfälle erkannt wurden. Infolgedessen wurden die betreffenden Häuser vom Verkehr abgesperrt und die Bewohner ärztlicher Beobachtung unterstellt, sowie die Wohnungen desinfizert. Auch wurden in Odessa und den Vorstädten, sowie bezüglich der auslaufenden Schiffe eine Reihe gesundheitspolizeilicher Maßnahnien ergriffen. Neue Erkrankungssälle sind seit der letzten beiden, am 8. November vorgekommenen nicht begannt geworden. — Die Newa ist zu gefror en. • Warschau, 17. Nov. Auf der Strecke zwischen. Sosnowice und Zombkocoice entstand gestern in einem Wagen eines Eisenbahnzuges dadurch ein Brand, daß der Inhalt einer zerbrochenen Benzinflasche Feuer fing. Von 30 im Wagen befindlichen Arbeitern verbrannten 3; 11 trugen schwere Brandwunden davon. Das Feuer ergriff auch einen Nachbarwagen. Beide Wagen waren in kurzer. Ißeit völlig niedergebrannt. * Jalta, 17. Nov. Am Abhange des Jaila, ober» halb Jalta, in der Nähe des Utschau-Wafferfalles brennen, die Kronwaldungen. Ein starker Sturm läßt ein Urnsich-- greifen des Brandes befürchten. * New-York, 15. Nov. Man hat den Versuch ge» macht, einen E x p r e ß z u g der Northern-Central-Eisenbahn zwischen Harrisbury und Baltimore mit Dynamit in die Lust zu sprengen. Drei Wagen wurden zur Entgleisung I gebracht. Personen wurden nicht verletzt. Man glaubt, daß die Verbrecher es darauf abgesehen hatten, im Zuge befindliches Geld zu rauben. die Leistungen des Sängerchors sehr zufriedenstellend ausdrückte. Es turnte dann eine Musterriege am Reck. Hierauf wurden einige Koupletts vorgetragen sowie das Theaterstück „Bädeckers Reisehandbuch" von G. Belly zur Aufführung gebracht. Sämtliche. Darsteller ernteten reichen Beifall. Der .Sängerchor intonierte nun das Lied „Margareth am Thore" von Fr. Lanz, dem sich die Darstellung von Pyramiden sowie eines lebenden Bildes anschloß. Den Abschluß der Feier bildete der Festball, der die Anwesenden bis zum Tagesanbruch zusammenhielt. — Am Sonntag fand zur Nachfeier ein Ausflug nach dem Windhof statt. Tie Beteiligung daran war wiederum überaus stark. Das Fest nahm den denkbar schönsten Verlauf, sodaß es den Teilnehmern gewiß noch lange im Gedächtnis zurückbleiben wird. ** Kaufmännischer Verein und Ortsgrwerbeverein. Wir verweisen an dieser Stelle nochmals auf den schon heute (nicht wie angekündigt, erst am Mittwoch) im Hotel Einhorn stattfind enden 3. Vortragsabend des Kaufmännischen Vereins und des Ortsgewerbevereins. Für den heutigen abend hat man den Rezitator und Schauspiel-Regisseur des Stadt- thcaters zu Köln Otto Beck gewonnen. '■"* Die hiesige Ortsgruppe des Deutsch-nationalen Handlungs- gehüfen-Verbandes veranstaltete gestern einen Ausflug mit Tanz nach dem Philosophenwalde, der gleich dem letzten von der Ortsgruppe im Cafe Leib veranstalteten Balle sehr schön verlies. Die Beteiligung seitens der Mitglieder war gut. Bis zum späten abenb blieb man in heiterster Stimmung zusammen. Aus dem Thcateibureau. Als erste Volksvorstcllung geht am Dienstag Gerhart Hauptmanns „Biberpelz" in Szene. Eintrittspreise: Loge 1 Mk.> Saal 40 Pfg., Gallerte. daß sie mit voller Kraft fuhr, dadurch räumte sie das Hindernis vollständig weg und schleuderte alles zur Seite; sonst wäre eine Entgleisung des gut besetzten Zuges unvermeidlich gewesen. So ging es glücklicherweise ohne Verletzungen ab; es mußte jedoch eine andere Maschine zur Weiterführung des Zuges requiriert werden. Schierstein, 17. Nov. In der Turnhalle wohnten über 500 Personen von hier und auswärts der Enthüllung von Pfretzschnörs D e w e t b ü st e bei. Es waren Telegramme von Amsterdamer Universitäts-Professoren, Geistlichen und Kaufleuten, sowie auch solche aus Berlin und anderen Städten eingetroffen. Die Festrede hielt Prediger Welkers; sie erweckte teilweisen Widerspruch, und zwar wegen der nicht glücklichen Form bei Erörterungen über den Mißbrauch' des Begriffs Vaterlandsliebe. Das Dewetlied von Trojan und die Musik dazu von Humperdiuk fanden viel Beifall, ebenso eine Ansprache des Bczirksrichters Stock-Bloemfontein. (Frkf. Ztg.) fc. Hanau, 17. Nov. Im hiesigen Krankenhause starb an seinen Verletzungen der Hilfsweichensteller Baier, der, wie wir berichteten, am Donnerstag auf Station Mittelgründau beim Rangieren von einem Wagen erfaßt und schwer verwundet worden war. — Der Regimentsschreiber Meißner vom Hanauer Infanterieregiment ist seit einigen Tagen spurlos verschwunden. Ein Ulan har ihn in Zivilllcidern ab- reisen sehen. Wie verlautet, sollen dienstliche Vergehen vorliegen. Herzogin aus. Mainz, 16. Nov. Ein Eisenbahnunfall, der leicht ~ _ ehr ernste Folgen hätte haben können, hat den Köln-Baseler l Privatdozenten Dr. Volkhard statt- — O-Zug gegen 4 Uhr nachmittags hinter Mainz bei Gustavs- - bürg betroffen. Ein mit Backsteinen beladener Wagen fuhr, anscheinend weil die Barriere nicht zeitig gesperrt war, über das Geleise, als der Zug heranbrauste. Kutscher und Pferde hatten gerade das Geleise passiert, auf den Wagen aber fuhr die Lokomotive mit voller Wucht auf. Es war ein Glück, vollständig aus geraubt. . tri * London, 16. Nov. Infolge dichten Nebels in u London kollidierten beim Bahnhofe von Brixton zwei Passagierzüge, wobei 17 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. * Paris, 16. November. Die Oktroi-Behörden Haben in der letzten Zeit eine große Abnahme des Ertrages für das in Paris eingeführte Petroleum festgestellt. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß große Quantitäten Petroleum durch Automobile eingeschmuggelt wurden. Die Steuerbehörde hat verschiedene Automobilwagen festgehallen und thatsächlich in den Behältern große Mengen Petroleum Aus Stadt und Sand. (Der Abdruckder unter dieser Rubrik befindlichen Origmal-Nachrichten fit nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 18. November 1901. Feuerstein V. von Bönstadt wegen eines Bruchleidens angemeldete Rentenanspruch wurde von der Genossenschaft abgelehnt, weil sich Brüche in der Regel allmählich! entwickeln und bei irgend einer Gelegenheit hervorzutreten pflegen. Das Gericht bestätigte nach Anhörung des Privat- dozeiiten Dr. Bötticher den Bescheid der Genossenschaft. — Desgleichen den Bescheid in der Unfallversicherungssache des Joh. Zinn kann zu Ober-Ofleiden, da em Zusammenhang der Erkrankung (tuberkulöse Entzündung des Unken Fußgelenks) mit den angeblichen Unfällen nach den ärztlichen Gutachten höchst unwahrscheinlich ist. — Die dem Philipp Berg zu Rodenbach gewährte /Rente von 66 zwei Drittel Prozent hatte die Genossenschaft auf Grund eines Gutachtens Gr. Kreisgesundheitsamtes B- auf 40 Prozent herabgesetzt. Der hiergegen eingelegten Berufung gab das Gericht teilweise statt und setzte die Rente nach Anhörung des Sachverständigen, Privatdozenten Dr. Bötticher auf 50 Prozent fest. — Auch der von der Elise Schmidt zu Schwabenrod gegen den eine löprozentige Rente sestsetzen- ; bcn Bescheid der Genossenschaft eingelegten Berufung gab das Gericht nach Inaugenscheinnahme der verletzten Hand I und Anhörung des ärztlichen Sachverständigen, Dr. B-, statt und verurteilte die Genossenschaft zur Zahlung einer 30 prozentigen Rente. — Dem Johs- Karl Fölzing zu Billertshausen hatte die Genossenschaft wegen einer Futz- verletzung eine Rente von 10 Prozent nur für die Zeit vom 5. Mai bis 5- August 1901 bewilligt. Das Gericht setzte jedoch nach Einsendung eines Gutachtens durch Kreisarzt Dr. Königer die Rente für obige Zeit auf 20 Prozent und vom 6. August 1901 ab auf 10 Prozent fest. Karl Damm I. zu Götzen hatte sich auf dem Weg von Götzen nach Schotten auf einen mit Stämmen beladenen Wagen — trotz der Warnung des Fuhrleiters — gesetzt. Beim Absteigen kam er zu Fall und fiel mit dem linken Arm unter das Hinterrad. Die Genossenschaft lehnte den An.pruch ab, I weil ein mit Stämmen beladener Wagen als Fahrgelegenheu I nicht anzusehen sei. Das Gericht bestätigte diesen Bescheid und verwarf die erhobene Berufung. 8. Darmstadt, 17. Nov. Krieg s g.e r ich t. Gestern wurde Ider Gendarm Georg Seng von Wieselsheim (Kr. ^riedoerg), der, w.» v. .... — als er in Hirschhorn stationiert war, den dortigen vorslwart ist die Zahl der TyPh§r§ckrLrr^en im Stadt- und Land^Schwalbe wegen kleiner gegenseitigerSticheleien mißhandelt, moem * * Tas amttiche Organ der Großherzoglichen Regierung Gabler, zu sehen Gelegenheit finden. — rM. ^esch suy» bringt in ihrer No. 500 folgende Notiz: sich, wie sie weiter mitteilt, m ihrem neuen Wirkungskreise „Wie uns von wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, haben am Deutschen Theater in Berlin recht wo ? ensa ) < Seine Königliche Hoheit der Großherzog den dringenden Wunsch dort sagt ihr durchaus zu und der persönliche Ver hr m . geäußert, daß unfreundlich- Bemerkungen über Ihre Königliche den Mannte|ten dramatischen Autoren ^ehmkch m,t Hoheü die Großherzogin, wie sie in letzter Zeit vietsach oerbreitet Gerhard Hauptntann, b,etct thr die manmgfachsien^ Anregungen worden sind, umerbleiben möchten,- " Aus Anlaß bet Smdt°k-°rdn°t°m»°hl 's uns eme die Gäste willkommen hieß. Er dankte sodann den Ber- ^ment der Stadtverwaltung vorschlägt. Noch mehr zu bedauern tretern der Stadt für die Bereitwilligkeit, mit der die Stadt ist, daß die Kleinhandwerker eine derartige Wahlmache unterstützten, dem herein die Räume des Alten Rathauses zur Verfügung da jene doch klipp und klar sich als entschiedene Gegner des Klem- gestcllt habe, sowie für die thatkräftige Unterstützung, die sie Ichrer dem Verein stets habe zu Teil werden lassen. I wichtigsten Anträge stellten. I den zahlreichen Stiftern sagte er herzliche Dankcsworte; ins- Wir müssen uns leider heute auf diese kurzen Auszüge besondere gedachte er der großen Verdienste, die sich Haupt- beschränken, zumal gerade heute wieder durch eine Ueberfülle manu Kramer und Prof. Dr. Gundermann, um bte üon Stoff der Raum sehr beengt ist. Vielleicht aber geben Anordnung und Einräumung des Museums in die neuen wir in den nächsten Tagen noch diese oder jene Zuschrift Räume erworben hätten. Darauf überwies Bürgermeister wieder, damit unsere Leserschaft ein Bild von der Stimmung Mecum die Räumlichkeiten dem Verein, wobei er betontestes Publikums erhält. daß die Stadt es sehr bedaure, daß sich die Fertigstellung •* Verhaftung. Der von der hiesigen Staatsanwalffchaft des Baues so lange hinausgezogen habe; doch habe das wegen schwerer Urkundenfälschung verfolgte Kaufmann Karl seinen Grund in den mißlichen Verhältnissen, mit denen man Eggler aus Lahr wurde in einem Hotel in Konstanz habe kämpfen müssen. Er hoffe, daß man in spätestens verhaftet. zwei Jahren dem Verein für sein Museum größere und ö, Darmstadt, 17. Nov. Oberstallmeister und Kammerwürdigere Räume, nämlich die des Alten Schlosses, werde Herr Frech, von Riedesel reiste am Freitag in besonderer' zur Verfügung stellen können. Darauf wurde unter deriMi^sion nach Coburg. Führung von Hauptmann Kramer und Prof. Dr. Gun der- Darmstadt, 17. Nov. Der Groß Herzog hat sich, nach mann ein Nundgang durch das Museum unternommen. Meldungen auswärtiger Blätter, der neuesten Bestimmung Um 12 Uhr wurden die Räume der Oeffentlichkeit übergeben, nach entschlossen, seinen Geburtstag in Darmstadt zu ver- Es hatte sich sofort ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden, ^ben und hier die Glückwünsche seiner Getreuen wie alljähr- das die vielen Sehenswürdigkeiten mit dem größten Interesse entgegenzunehmen. Eine Reise nach Coburg findet also besichtigte. nicht statt. Es wird vielmehr Wert auf die Feststellung ge- " Militärisches. Der Vicewachtmeister Walter (Frank- ^gt, daß der Großherzog am 25. ds. Mts. in Darmstadt sirrt a. M.) im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm Nr. 116 wurde anwesend sein wird. zum Leutnant der Reserve befördert. 8. Darmstadt, 17. Nov. * , * • Eiseubahudirektor Schoberth, Vorstand der Betriebs- erzielte die Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur inspektion [ hier, ist zum Mitglied der Eisenbahn- (Zweigverein Darmstadt) mit ihrem heutigen ersten Volks- direktion Mainz befördert. Er tritt diese Stelle am unter Haltungsabend. Der geräumige Kaisersaal roarl 1. Januar k. I. an. Man sieht diesen hochverdienten, gegen wit über 1000 Personen aller Stände voll besetzt. Das Hoch und Niedrig gleich liebenswürdigen, von allen Beamten Programm war sehr gewählt und den Umständen angepaßt, und Arbeitern verehrten Herrn sehr ungern von hier scheiden, sodaß die Mitwirkenden, Fräulein Maria Stegmayer • * Französische Vorträge und Rezitationen. Wie wir be- (Konzertsängerin), Hofschauspieler W. Löhr (Rezitator), reits mitteilten, will Lektor Goetschy noch in diesem Winter Kapellmeister Wilh. Grümmer (Violme) sowie der Männereinen Cyklus von Vorträgen und giezitationen veranstalten, chor „Doppel-Quartett" einen außerordentlichen Beifall, Die Vorträge nehmen ihren Anfang am nächsten Mittwoch.! erzielten. — C v w ... (S. Inserat.) lieber Lektor Goetschy als Rezitator entnehmen in dem seit gestern auf dem Exerzierplatz aufgeschlagenen wir dem „Mainz. Anz." u. a. folgendes: Menagerie-Zirkus ab. Einer der drei dressierten Panther „Es war erstaunlich, über welche Skala von.Tönen dieser wurde, als sie in dem Zentralkäsig vorgeführt wurden, wild, „Dilettant" verfügte, mit welcher Selbstoerstandlichkeit er Mwrwn- r dem Bändiger ins Gesicht und krallte sich an ihm «ÄÄ &. Mit gr-ß-r G-ist-sg-g-nw-rt riß bet Sänb.get bautet ausgewählten Stücke boten jedem etwas. Für den Berlchterstatter sofort von sich ab. Außer einigen tiefen ^leischwunden scheint gab Herr Goetschy damit die entscheidendste Probe seines Talents: er x^ine Verletzungen davongetragen zu haben. — Allgemein vollkommen wußte er ihren Stimmunasgehalt zu erschöpfen, und ... , । • den kirchlichen Fürbitten von Ä d.e ^r-ßh-r»°gin' nkcht mit -ing-schl°ss-n den Vogel ab. Es war aber auch gar zu vergnüglich, ihm zu-«wurde. — Der Eisenbahnverein veranstaltete heute eine zuhören — und zuzusehen." Geburtstagsfeier des Großherzoglichen Paares. Die Winterfest des Turu-Vereins. Unter großer Betelligung ~ ‘ " feiner Mitglieder beging der Turnverein am Samstag in der I Turnhalle sein Winterfest. Eingeleitet wurde die Festlichkeit durch den Vortrag des Mittelrhein-Marsches „Gut Heil" von Krause, dem noch mehrere von Mitgliedern der hiesigen Regimentskapelle vorgetragenen Konzertstücke folgten. Darauf brachte der wieder ins Leben getretene Sängerchor des Turnvereins unter der Leitung seines Dirigenten, Kasten das Lied „Drei Röselein" von Fr. Silcher zum Vortrag. Der 1. Sprecher, Stadtverordneter Pirr, hielt eine Ansprache, in der er alle Anwesenden willkommen hieß und sich u. A. über 20 Pfg. Mittwoch findet die Erstaufführung von „Leontines Ehemänner" statt. t-il-n"kL Ä^enben,Wallf°h^kapM- mit dem Musser-Gott-s-Gn-benbilbe Prof. Dr. Fromme soeben mitgeteilt, daß sie zu einem G i eß en er Gastspiele auch in diesem Winter gern bereit sei. Wir werden den Triesch-Abend voraussichtlich im F ebruar zu erwarten haben und zwar werden wir die geniale Darstellerin wohl in einer Jbsen'schen Rolle, wahrscheinlich als Hedda Gabler, zu sehen Gelegenheit finden. — füblt sch. Gießen, 16. Nov. (Schiedsgerichft für .Arbeiterversicherung.) In der gestrigen Sitzung, Einen außerordentlichen Erfolg in der Polizeiarntrnann H echter den Vorsitz führte, tarnen ’ ’ " “' 10 Sachen der land- und forstwirtschafttichen Berufs-Genossenschaft zur Verhandlung. JohannesBecker zu Münster bezog eine Rente von 100 Prozent. Gelegentlich einer Renten- revision im Mai er. wurde von den ärztlichen Sachverständigen Beckers Erwerbsunfähigkeit noch aus 60 Prozent geschätzt, worauf die Genossenschaft bei dem Schiedsgerichte Antrag auf Herabsetzung der Rente stellte. Tus Gericht wies jedoch diesen Antrag nad} Einholung eines ärztlichen Obergutachtens ab. — Die der Anna Elisabethe Gr eb^ lswUuuvu unvu —------ —.— .Witwe zu Deckenbach gewährte lOprozentige Rente hatte Eine aufregende Szene spielte sich heute abend die G. deshalb eingestellt, weil eine nennenswerte Erwerbs- 1 ~ • - ■ 1 - -- l beschränkung nicht mehr bestehe. Die hiergegen eingelegte Berufung mußte das Gericht nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer verwerfen- — Landwirt Ehr. ©mmet w Burgbracht hatte gegen den die Zahlung der Rente einstellenden Bescheid der Genossenschaft Berufung verfolgt, die von dem Gerichte nach Begutachtung durch Kreisarzt Dr. Königer für begründet erachtet und die Genossenschaft verurteilt wurde, eine 15prozentige Rente bis aus weiteres zu zahlen. — Die Folgen des dem Fr- M. Lück in Atzenhain am 8. Januar 1890 zugestoßenen Unfalls, für die er als Entschädigung die Bollrente bezog, hatten sich nach dem Eigebnis der ärztlichen Uniecsuchung bei den ^en^enrevislon. im Juni 1901 um 40 Prozent gehoben, weshalb die Genossenschaft bei dem Gerichte den Antrag auf Herabsetzung der Rente von 100 auf 60 Prozent stellte. Das Gericht gab | 6em Antrag nach Einholung eines Obergutachtens duA c rL-lL - Der von Johs. UnioerslWs-Uachrichtrn. Bonn, 16. Nov. In zwei stark besuchten Versammlungen nahm die Bonner Studentenschaft gestern abend Stellung gegen die Aeußerungen des englischen Kolonialininisters Chamberlain. Es sprachen Landtagsabg. ytuegenbcrg, die Professoren Bäuinker, Englert, Gothein und XlclL Es wurden zwei Resolutionen angenommen, die sich in scharfen Worten gegen die Verleumdungen Chamberlains aussprechem München, 16. Noo. Die Akademie der Wissenschaften hielt heute eine Festsitzung ab. Den Hauptteil der Sitzung füllte die Festrede des Geheimrats v. Voit zum Gedächtnis des Geheimrats v. Pettenlofer aus. Außer den ordentlichen und außerordentliche Mitgliedern wurden zu korrespondierenden Mitgliedern u. cu er ihn verfolgte, niederwarf und mit dem flachen Säbel schlug, sowie ihn später eine Treppe hiimnterwars und ihm auf den üeib trat, wegen Körperverletzung mit einer Waffe mit) wegen Körperverletzung in einer das l'cbcii gefährdenden Weise zu 18 Tagen Gefängnis verurteilt. Es wurden 18 Zeugen, die mit einer Ausnahme zu seinen Ungunften aussagten, vernommen. Seng ist inzwischen nach Lberhessen versetzt worden. Kiel, 16. 9lov. Die am Donnerstag ausgesetzt gewesene Verhandlung gegen den Wachtmcistersmaat Grützmacher von der „Gazelle" ivurde heute fortgesetzt. Ter Angeklagte wurde wegen thätlicher Beleidigung Untergebener in drei Fällen zu 3 M o n a t Gefängnis und Degradation verurteilt. Gucscn, 16. Nov. An dem heutigen dritten VerhandlungS- tag in Sachen des S ch u l a u f r u h r s i n W r e s ch e n kam es zur Sprache, daß die unteren Volksschichten glaubten, Jesus Christus und der Papst sprachen polnisch. Der Erzbischof hat in einem Schreiben an den Vorsitzenden zum Ausdruck gebracht, daß er gegen die Erteilung von Religionsunterricht in der deutschen Sprache selbst dann sei, wenn die polnischen Kinder die deutsche Sprache beherrschten. Landrat v. Massenbach erklärt als Zeuge, daß er die Lage am 20. Mai für sehr bedenklich gehalten habe. Eine Räumung der Straße vor dem Schulhaus sei mit Hilfe der wenigen Mannschaften unmöglich gewesen. Die Verhandluiig wurde schließlich auf Dienstag vertagt. — Zum Duell Blaskowitz. Nach einer Meldung aus Insterburg findet bereits heute (Montag) die Verhandlung gegen den Leutnant Hildebrand, der den Leutnant Blaskowitz im Duell erschoß, vor dem Kriegsgericht statt; geladen sind 12 Zeugen. Nürnberg, 17. Nov. Rechtsanwalt Horn, der Verteidiger des Sergeanten Hickel, erhielt wegen Veröffentlichung eines Ausrufs für die im Gumbiimer Militärprozeß Angeklagten im „Fränk Kurier" vom hiesigen Amtsgericht ein auf 6 Mk. Geldstrafe lautendes Strafmandat. Augsburg, 16. Nov. (Prozeß Kneißl.) In der heutigen Vor- mittagssltzung werden die Zeugenvernehmungen fortgesetzt und ergeben zunächst belastende '.Momente für den Flecklbauern sJiiegcr. Bemerkenswert ist das Zeugnis des 13jährigen Bauernsohnes Schmaus aus Kühlbach, dem Kneißl auf dem Wege nach Jrchen- baunn begegnete. Der Angeklagte habe ihn gefragt, wie viele Gensdarmen in Kühbach lägen und ob dort eine Nachtwache sei; er Hobe hinzugesügt, daß der Kommandant von Kühbach bald eine Kugel bekommen werde. Kneißl stellt diese Begegnung in Abrede. Stationswachtmeister Laubmanii aus Aichbach sagt über die Verhältnisse aus, die in dem Gebiete Herrschten, m dem sich Kneißl aufhielh mid schildert den Leunwnd der beiden Angeklagten als einen sehr schlechten. Der verstorbene Gendarm Scheidler habe ihm erzählt, daß Kneißl den toten Brandmeyer noch mit dem Fuße gestoßen und dabei geflucht habe. Kriminalwachtmeister Renner aus München giebt an, Kneißl habe bei seiner Verhaftung wiederholt gesagt, der Flecklbauer sei an allem schuld. Er habe diese Anschuldigung gegen den Flecklbauern in emem Tone gemacht, der auf Reue über die begangenen Verbrechen habe schließen lassen. Zeuge Renner schildert auch, ebenso wie der nächste Zeuge, Kriminalkommissar Rosjert. die Erbitterung der Gendarmen und der Bevölkerung gegen Kneißl. Aus dem Zeuoenoerhör der Nachmittagssitzung ist noch hervorzuheben: Die Wäscherin Lorenz, eine Verwandte Kneißl's, die bei der Ausfindigmachung desselben und seiner Festnahme der Polizei Dienste leistete, sagte aus, daß kneißl, als sie ihn auf Ver- anlassung der Münchener Polizei in Geisenhofen aufsuchte, ihr erzählt habe, wie er auf die Gendarmen in Irchenbrunn geschaffen mid den bereits verwundeten Gendarmen Scheidler auf Bitten der Bäuerin Rieger nicht ganz getötet habe. Weiter habe kneißl zur Zeugin gesagt, daß er Revolvermumtion brauche; für den Drillmg habe er nod.) genügend. Zeuge Stationskommandant Abt von Maisach giebt an, daß kneißl nach seiner Gefangennahme auf dem Transport zu ihm gesagt habe, er hätte ihn (Abt) Bon oft erschießen können, da er schon oft ihm sehr nahe gewesen er würde ihn sicher getroffen Haven. Weitere Zeugen schildern bereits bekannten Einzelheiten beim Gendarmenmord in Irchenbrunn. Richter Fertsch, der seiner Zeit die Untersuchung geführt hat, sagt aus, daß Kneißl in der Klinik, nachdem seine Vernehmungs- Fähigkeit durch die Aerzte bestätigt worden, am 6. März gestanden habe, daß Rieger ihm (KneitzO gesagt habe: „Hiasl, sei gescheit, ich habe um die Gendarmen geschickt, es kommen alle drei, wenn sie hier sind, weiß niemand etwas; Du brauchst es nicht umsonst zu thun und wenn mein halbes Haus hin ist." Kneißl habe bei seiner späteren Vernehmung am 4. April dieses Geständnis widerrusen und behauptet, er sei am 6. März zeitweise ohne Besinnung und unfähig geiucjen, Aussagen zu machen. Der als Sachverständiger geladene Assistenzarzt von der chirurchischen Klinik in München, Dr. Brauser, welcher Kneißl vom 5. März bis au seiner Entlassung aus der chirurgischen Klinik behandelt hat, giebt an, daß Kneißl niemals bewußtlos gewesen sei, außer in der Narkose bei der Operation. Bei den richterlichen Vernehmungen sei er bet vollem Bewußtsein gewesen; nur habe ihn infolge großer Schwäche öfter während der Vernehmungen der Schlaf übermannt. Ein Antrag des Verteidigers Dr. v. Pannwitz geht dahin, den Sachverständigen darüber zu vernehmen, 1) welche Operationen Kneißl durchzumachen hatte und 2) ob das Bewußtsein infolge der Operationen oder infolge der Schwäche-Anfalle zeitweise getrübt gewesen sei. Punkt 1 des Antrages wird darauf durch Gerichtsbeschluß abgelehnt, Punkt 2 als zulässig erklärt. Dr. Brauser äußerl sich nun dahin, daß es wohl möglich gewesen sei, daß Kneißl bei vollem Bewußtsein Fragen, die ihm gestellt wurden, infolge des ausgestandenen Schreckens und der Schmerzen unabsichtlich mnvahr beantwortet habe, bei Bewußtsein sei der Angeklagte jedoch immer gewesen. Die weitere Verhandlung wird auf Achntag vertagt. Theater, Kunst und Wissenschaft. Berlin, 16, Nov. Professor Martin Blumner, der langjährige Direktor der Sing-Akademie, ist gestorben. Arbeiterbewegung. Baleucienucs, 17. Nov. Im hiesigen Kohlenrevier herrscht Ruhe, doch gewinnt der Ausstand an Ausdehnung. Tie Zahl der Ausständigen beläuft sich jetzt auf 2000. Leus, 17. Nov. Ter Deputierte Basly gab die von den Vertretern der ausländischen Bergarbeiter in der Konferenz zu Dover gefaßten Beschlüsse bekannt. Die belgischen Vertreter erklärten, das Komitee des belgischen Bergarbeiterbundes wolle sich nicht an der Bewegung der sranzösischen Bergarbeiter beteiligen. Die deutschen und österreichischen Vertreter wiesen daraufhin, der allgemeine Aus stand wäre sowohl für die deutschen und österreichischen, wie für die französischen Bergarbeiter ein großes Unglück. Die englischen Vertreter sprachen sich dahin aus, sie glaubten nicht, die Forderung genügend einschränken zu können, um die Kohleneinfuhr nach Frankreich zu verhindern. Carmaux, 17. Nov. Die hiesigen Bergarbeiter hielten eine Versammlung ab, in der ihr Verbandsdelegierter rieth, nicht in den Aus st and zu treten, während sich die Arbeitskommission der Teputierlenkammer mit ihren Interessen beschäftige. Die Bergarbeiter beschlossen, den allgemeinen Ausstand zu vertagen, chn aber in nächster Zukunft zu beginnen, falls ihre Forderungen nicht gefriedigt würden. gewählt: Professor Dr. v. Tigwart-Tübingen und Pros. Hermg- Leipzig, ferner der Generaldirektor der preußischen Staatsarchive Geh. Lberregierungsral Dr. Koser-Berlin und der Direktor des badischen Landesarchivs Geheimrat Dr. v. Weech-Karlsruhe. — Tie „Münch. N. Rachr." veröffentlichen ein Zu stimm- ungs -Dants chreiden, das 84 ordentliche Professoren der Münchener Universität und der technischen Hochschule gemeinfam an Professor Theodor Mommsen anläßlich der jüngften Kundgebung ür die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung gerichtet haben. Wien, 16. Rov. Bei dem heutigen „Bummel" in der Universität kam es zu S ch l ä g e r c i en zwischen katholischen und deutsch-nationalen Stu den len. Tie katholischen Studenten wurden aus der Aula hinausgedrängt unb das Thor geschlossen. In demselben Augenblicke erschien der Rektor; er ersuchte die deutsch-nationalen Studenten Ruhe zu halteii und ließ das Thor öffnen, um die Chargierten der katholischen Verbindungen zu den Bummelplätzen zu führen. Kaiim waren die katholischen Studenten in der Aula angelangt, als die Prügelei von neuem begann. Tie katholischen Studenten wurden abermals Ijinausgc- brängt. Auch auf der Straße kam es nochmals zu einem Handgemenge zwischen Angehörigeit der beiden Gruppen. — Aus Zürich vom 15. d. schreibt man: Zum Gedächtnis des verstorbenen Professors Dr. Guttav Vogt, der in aller Stille durch Feuer bestattet wurde, fanb heute in der Aula eine akademische Trauer feier statt, an der der gesamte Lehrkörper der Universität und die Studentenschait zahlreich sich beteiligte. Namens des Senates und der juristischen Fakultät sprach Professor Dr. G. H. Hitzig, namens der früheren Schuler des Verslorbeneu Universitätsproiesior F. Fleiner (Basel); ein Student der Juns- prudenz sprach für die Hörer Vogts. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Wie aus dem Inseratenteil unserer heutigen Numiner ersichtlich, beruft die Pommcrsche Hypothekeu-Atticu-Bank zu Berlin eine Pfandbriefgläubiger-Versammlung. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung dieser Versammlung ist die Hiiüerlegung sämtlicher Pfandbriefe dringend notwendig. Gleichzeitig erfahren wir, daß feit Juni d. I. an Hypothekenzinsen 1192752,60 Mk. rückständig sind, davon entfallen auf die Zmmobilien-Verkehrsbank 615264,03 Mk., auf andere Schuldner 577 488,57 Mk. Der Pfandbriefdienst erfordert 6725740 Alk., dagegen ist mit einem Zinseneingang von 5284000 Alk. zu rechnen, sodaß an der Deckung der Pfandbriefzinsen 1441 740 Alk. fehlen würden, wobei Handlungsunkosten noch nicht berücksichtigt sind. Märkte. Grünberg, 16. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.30 bis 16.50 Alk., Korn 13.56 bis 13.60 Mk., Gerste 13.46 bis 13.50 Mk., Hafer 13.80 bis 14,00 Mk., Erbsen 16.66 bis 17.00 Mk., Linsen 28.00 Aik., Lein 00.00 Alk., Wicken 00.00 Alk., Samen 00.00 Alk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Alk. fc. Frankfurt a. M., 18. Novbr. (Orig.-Telegr. des „Gießew Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Welzen Alk. 16.50—00.00, Kurhessischer Mk. 00.00—00.00, La Plata Alk. 17.25—00.00, Kansas Alk. 00.00—00.00, 9ioggen (hiesiger) Alk. 13.75—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00-16.25, Kleie Mk. 00.00—00.00, Hafer Mk. 14.75—15.50, Mais Mk. 00.00 bis Mk. 00.00, Weizenmehl 0 Mk. 24.00—24.50, 2. Qualität Alk. 22.00 bis Mk. 22.50 , 3. Qualität Alk. 20.00—20.50, Jloggenmehl 0 Mk. 21.50—22,00,1. Qualität Mk. 20.25—20.50, Weizenkleie Mk. 8.50 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.50—0.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Alk. 10.00, Framenpfälzer Rieb Alk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. tc. Frankfurt a. M., 18. November. (Telegr.Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen 398 Ochsen, darunter 128 aus Oesterreich, 40 Bullen, barunter-1 aus Oesterreich, 1024 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 315 Kälber, 580 Schafe und Hämmel, 1228 Schweine, 1 Ziege, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochseii 1. Qualität 68—70 Alk^. 2. Qual. 62—64 Alk., 3. Qual. 56—59 Alk.; Bullen 1. Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 50—53 Mk.; Kühe L Qual. 59—61 Mk., 2. Qual. 56—58 Alk., 3. Qual. 42—45 Mk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual. 30—32 Mk. Kälber: 1. Qualität78—80Pfg.,Lebendgewicht 46—48 Pf., 2. Qual. 70—72 Psg., Lebendgewicht 41—43 Pfg., 3. Qual. Schlachtgewicht 56—58 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 58—60 Pfg., 2. Qual. 48—50 Psg., 3. Qual. 44—46 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68 Pfg., Lebendge,vicht 54 Pfg., 2. Qual. 67 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg., 3. Qual. 58 bis 60 Psg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh getrückt, bei Kleuwieh gut; Markt geräumt Ueberstand sehr bedeutend._________________________________________ §pielplan der vereinigten Frankfurter tztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 19. November, abends 7 Uhr: ^Alessandro Stradella." Schauspielhaus. Dienstag den 19. November, abends 7 Uhr: „Die Grille." Kriestuisteu. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) H. Nach Art. 2 des hessischen Gesetzes vom 7. Juni 1879 ist das Oberlandesgericht für alle bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten der Mitglieder des Großherzogll Hauses zuständig. Neueste Welonngen. Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. -i- Wetzlar, 18. Nov. In dieser Nacht kaut es hier auf der Straße zwischen zwei Männern zu einem Wortwechsel. Ein Dritter, zufällig mit seiner Frau Vorübergehender mahnte die beiden zur Ruhe. Als Antwort zog einer der beiden ein Dolchmesser und stieß es dem Ruhestörer in die Brust. Ohne einen Laut von sich zu geben, sank dieser, ins Herz getroffen, tot zu Boden. Der Thäter wurde heute Morgen gegen 5 Uhr verhaftet. Wiesbaden, 18. Nov. Bei der gestrigen Dewctfeier in Schierstein kam es, wie das „D. B. H." meldet, zu einem furchtbaren Tumult. Der Festredner, der freireligiöse Prediger Welcker aus Wiesbaden, nannte den deutsch.französischen Krieg von 1870/71 einen Raubzug und die Einverleibung Nassaus in Preußen einen Diebstahl. Kaum hatte der Redner dies gesagt, so entstand ein ungeh eurer Lärm! Pfui- und Schlußrufe ertönten, die in Thätlich- keilen auszuarten drohten und erst uachließen, als ein Komitee- Mitglied die Rednertribüne betrat und entschieden gegen Weickers Ausführungen protestierte. Hierauf wurde ein Kaiserhoch aus- gebracht und die Nationalhymue gesungen, worauf die Feier ihren Fortgang nahm. Ludwigshafen, 18. November. Der 37jährige Schlosser Aug. Noll kam gestern mit seinem Freunde Georg Wecker wegen der angeblichen Wegnahme eines 20 Mark-Stückes in Streit, in dessen Verlauf 9toll 2 Schüsse auf Wecker ab» feuerte, die diesen in die rechte Brust trafen und seinen sofortigen Tod herbeiführten. Noll wurde verhaftet. München, 18. Nov. An dem Kellerabend, den gestern die oberbayerische Handels- und Gewerbekammer und der Münchener Handelsverein zn Ehren des Reichsbankpräfi- denten Dr. Koch veranstalteten, nahmen der Finanzminister Frhr. v. Riedel, der Zustlzm.nister v. Leonrodt, bie Professoren Brentano, v. Mayr und Lotz u. a. teil. Der Vorstand der oberbayerischen Handels- und Gewerbekammer, Kommerzienrat Wecker, legte die Verdienste der Reichsbank um Handel und Industrie, sowie Landwirtschaft nnd landwtrtftyarmryes rrremr- wesen dar. Dr. Koch betonte in seiner Erwiderung, daß man sich heute schwer ein Bild machen könne von den mißlichen Zn- ständen, die seit 1870 aus dem Gebiete des deutschen NoteuwesenS und des deutschen Geldmarktes herrschten. Jetzt sei erwiesen, daß die Reichsbank auch in schwierigen Zeiten ein fester Rückhalt sei. (Zustimmung.) Das habe sich auch bei der Krisis diesesZahreS gezeigt. (Erneute Zustimmung.) Die Reichsbank habe wesentlich zu deren Abschwächung beigctragen. Zudem der Redner darauf hinwies, daß die durch die Krisis befürchtete Hemmung eines allzu schnellen Aufschwunges und allzu großen ErweiterungS- betricbes mit zu hohem Kredit vielleicht sogar gut fei, gab er zugleich der Hossnung Ausdruck, daß die Krisis bald überwunden sei. Bezüglich der landwirtschasllichen Wechsel gehe die Reichsbank weiter als jeder andere. Gegen den Vorwurf, daß die Reichsbank nicht genügend für die Landwirtschaft sorgte, habe er sich nicht zu verteidigen. London, 18. Nov. Nach dem amllicheu Bericht ver» lorcn die Engländer in dem letzten Kampf bei Braakspruit 9 Tote und 10 Verwundete. 64 Mann wurden gefangen genommen, bis aus einen Leutnant aber später wieder freigelaffen. London, 18. Noo. Die „Times" berichten über eine- Unterredung ihres Korrespondenten mit dem Sultan von Marokko vom 5. Nov.: Der Korrespondent hebt die Energie. Begabung und das einnehmende Wesen des Sultans hervor und zweifelt nicht an dessen Bestrebungen, in allen Teilen des Landes Reformen einzuführen. Er sei aber durch Persönlichkeiten seiner Umgebung daran gehindert. Berlin, 18. Nov. Der „Kriegs-Veteranen». Verein Kaiser Wilhelm" hielt gestern eine Pro, test-Versammlung gegen Chamberlain ab. EK wurde gegen die von dem Vorstande des deutschen ftriega* bundes und des preußischen Landes-Krieger-Verbandes xxx*, öfsentlichte Erklärung, als seien die Krieger nicht dazu be-, rufen, Verwahrung einzulegen, protestiert. Gerade die Krieger gehe es an. Auch seien sie es ihven gefalleneni Kameraden schuldig, derartige Verleumdungen energisch zurückzuweisen. Ter Veteranen-Prediger Renze führte aus, er habe den Krieg von 1870/71 mitgemacht. Er könne bet zeugen, daß die Franzosen von den Deutschen in jeder Hinsicht menschlich und gerecht behandelt worden sind. Wolle man gegen die Angriffe des englischen KolonialministerK nicht Stellung nehmen, so würde das für die 'Deutschem, einer verlorenen Schlacht gleich kommen. Es gelangt« eine Protest-Resolution zur Annahme, die dem preufiischeu Miegsminister und dem Reichskanzler übermittelt werden! soll. Berlin, 18. Nov. Die Frau des Malers Pofsin^ die sich am Samstag mit chren zwei Kindern zu vergiften; suchte, ist an den Folgen der Vergiftung gestorden. Paris, 18. Nov. Aus London kam diese Nacht die Nachricht: In später Abendstunde sei aus Südafrika gei meldet worden, Louis Blot ha habe die englische« Truppen an der Natal-Grenze überrumpelt und, ihnen eine blutige Niederlage beigebracht. Dasi Kriegsamt erklärt, über diese Afsa.ire nicht informiert zuj sein. Paris, 18. Nov. Das neue Typhus-Serum des Arztes Dr. Chantemesse wird seit einigen Tagen in allen Pariser Hospitälern angewandt. Die vorhandenen Mengen des Serums genügen nicht, um alle Kranken zu impfem In einem Hospital wurden von 100 Kranken, die mit dem Serum geimpft waren, 94 geheilt. Die anderen 6 waren angeblich zu spät geimpft. Madrid, 18. November. Der Ministerrat hat eine Untersuchung angeordnet wegen einer umstürzlerischen Rede des Universitäts-Rektors von Barcelona. Wien, 18. Nov. Wie die „Montags-Revue" wissen will, werde Kaiser Wilhelm im Frühjahr zum Besuche Kjaiser Franz Josefs hier eintreffen. — Dassewe Blatt meldet weiter, daß Kaiser Franz Josef demnächst nach, Dresden reisen wird, um dem Kvnig von Sachsen einen Besuch abzustatten. Standerton, 18. Nov- Burentruppen um* zin g elten am 12. ds. im Süden des Klipflusses eine Abteilung Engländer, welche einen Toten und 7 Verwundete verloren. Außerdem wurden vier gefangen genommen. Die Buren er Hären, daß sich ihr Verlust auf 3 Tote und 17 Verwundete belaufe. Peking, 18. Nov- Die Kaiserin-Witwe gab eine neue Verordnung bekannt, worin sie die Verdienste Li-Hung- Tchangs hervorhebt, und befiehlt, ihm zn Ehren ein Erinnerungsdenkmal in Gestalt eines Bogens in dem Dorfe, wo er geboren wurde, zu errichten. Durch die Verordnung wird ferner dem ällesten Sobne und dessen Nachkommen durch 25 Geschlechter hindurch der Titel Ma» quis verliehen. N e w y o r k, 18. Nov. Die Polizei verhaftete vier Mechaniker unter dem dringenden Verdacht, die Urheber des Dynamit-Anschlages gegen den Blißzug New-» Vtork —Buffalo zu sein. L a s P a l m a s, 18. Nov. Ein englischer Dampfer aus! Kapstadt nach London unterwegs, passierte gestern l>ÄipstadL mit 1015 Verwundeten und kranken Soldatetr der englischen Armee an Bord. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Alleudorf cu d. Lahn für das Jahr 1902/03 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesigem Burgermeisterei-Bureau zu jedermanns Einsicht offen. Allendorf a. d. Lahn, den 16. November 1901. Großherzogliche Bürgermeyterei Allendorf a. d. Lahn. Volk. 7563 Gesellschaft sm Cld- u. Plllekkvxde Gießen Zweiter Vortrag Dienstag den 19. November 1901, abend 8‘/4 Uhr, in der großen Aula der Unwersüät: Frau Leopoldine von Morawetz-Dierles (Wien) Ueber die Insel Kreta. Karten zu Mk. 1,50 für Nichtmitglieder, zu Mk. 0,50 für Studierende und Schiller sind in der Ricker'jchen und Krebä'schen. Buchhandlung zu haben. 7555 Brittex* Vortrag zu sich zu rufen. Gießen, den 16. November 1901. 7554 an Kasse zu haben. ülJabdjen sucht Aushilfsstellung. 0^703 Löwengasse 21. 6585 vermieten. 7541 am Main. im 89. Lebensjahre. Giessen. Bingenheim, den 16. November 1901. 7547 04701 Gießen, den 18. November 1901. ik.in Atädchen für Hausarbeit V/ gesucht. Nenen-Bäue 2. Hafen O1 7555 versteigert. Geißler, Gerichtsvollzieher. ausgeführt. 04702 Wk Zu vermieten WWWWs IMWMWWM stklMWWWn ■11 MMWM Im Namen der trauernden Familie: IICaH Wletzgea’B MMWWASMWWM^M plötzlich an einem Schlaganfall verschieden ist. Um stille Teilnahme bitten Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Apotheker Leinberger Witwe. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unser Bruder und Schwager Die Beerdigung findet Mittwoch den 20. d. Mts., nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehause, Marktstraße 20, aus statt. Dienstag d. 19. November l. I. nachm. 2 Uhr, wird im Bieker'scheu Saale eine größere Partie Glas- u. Porzcllanwaren 7528] Laufsrau oder Mädchen für vormittags sofort gesucht. Seng, Großer Stcinweg 21. ivlcinc Wohnung sofort zu ver- ’H mieten. Fischerhof. 'Visitenkarten liefert rasch und billigst Brühl’sche Univ.-Druckerei. . - toa 100,000 Mark ganz oder getrennt, sofort auf erste Hypothek auSzuleihen Näheres durch I. 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