**1-A 272 Dienstag 19, November 1901 Erstes Blatt. 151. Jahrgang präzis, °Wer): zu Köln. lerk Gießener StMtheMer. an der 6. Trauüm. en 17. Aovbi. 1s 6*/t Uhr drehe zu Giesset. Ut), der Harnt t), Konzetteänger a.BtMdrinha,H &. M., MIM ff- **v- denKir^ bedeute»- lüge GtbJ' NW MH des Der Herr Senator. Von Schönthan und Kadelburg. Karl William Büller, der Allbeliebte, hat uns nach dreimaligem Gastspiel wieder verlassen. Am Sonntag ist der reiselustige Künstler zum letztenmale für dieses Mal bei uns als Herr Senator aufgetreten, und die herzliche Aufnahme, die ihin üoii dem aufs höchste belustigten Publikum wiederum Lereitet wurde, wird ihm auch an diesem letzten Abend bewiesen haben, wie gern er hier in Gießen gesehen ist. „Der Herr Senator" ist ein Stück ganz und gar von Büllers Gnaden, es gehört zu den Bühnenzverken, die der künstlerischen Vollkraft, der mitreißenden Komik dieses Darstellers chren Erfolg verdanken. Gerade hier hat er bewiesen, wie -man einer matten Schablone Farbe, einer farblosen Przppe Leben und Lebenskraft verleihen kann. Und deshalb war es klug und geschickt von ihm, gerade in dieser Rolle seine Abschiedsvisite zu machen, so behält man ihn bei uns im -allerbesten Andenken, obwohl man keineswegs nrit seiner Darstellung einverstanden zu sein braucht. Daß nach der charakteristischen Seite Herr B. die Figur aufs reichste ausgestaltete, versteht sich von selbst. Zunächst snakte er ein ganz famoses Hamburgisch, selbstverständlich, denn Herr B. ist geborener Hamburger, der Sohn eines Rechtsanwalts der Weltstadt azi der Elbemündung. Aber es ist doch ein gar wunderlicher Heiliger, dieser gezvaltige Senator! Das dichtende und trachtende Dioskurenpaar Schönthan und Kadelburg hat und WrMg.. U6.too|)l zu bit “W^auerfjair tuhlschrciuerei !P Henkel, 'eustraße ll. d Rohrsiiihle im ^geflochten, [? Figur angelegt war, so natürlich wirkte sie doch infolge ihrer bis zum kleinsten konsequenten Durchführung. Dieser von seiner ganzen „Femilie" mit zitternder Ehrfurcht um* winselte Senator war aus einem Guß geschaffen, kein Tüpfelchen siel aus dem mit der größten Subtilität geschaffenen, an peinlichstem Kleinwerk überaus reichen Bilde heraus. In dem Gespräche mit Sophie Petzoldt fand Herr B. seine lustigsten Nuancen. Die Figur hat etwas von marlitterarischer Rührseligkeit, sie ist ganz und gar verlogen; Herr B. machte sie zu der wirkungskräftigsten des ganzen Abends. — Wie gesagt, Herr B. gab einen ganz anderen Senator, als man ihn je in Hamburg wird angetroffen haben und je antreffen wird, aber er schuf mit seiner unoergleich- lichezz vis coroica eine Figur, über die man noch nach Wochen in Gießen lachen wird. Der alte Schwank ist im übrigen eine Kopie des vortrefflichen kleinen Björnson'schen Bühnengemäldes „Die Neu- verznählten". Die Grundlinien der^Vorlage sind durchgepaust und von den beiden geschickten deutschen Bühnenindustriellen zu einem „neuen Muster" verarbeitet worden. Für bic: Purzelbäume der Psychologie, die man mit in den Kauf nehmen muß, wird man einigermaßen entschädigt durch eine Reihe wirklich trefflicher komischer Szenen, die allerdings aus dem Gegensätze zwischen tyrannischer Etikette einerseits und rebellischer Jugendlust und ungenierter Frohnatur andererseits unter den Händen eines echten Dichters unendlich viel frischer und köstlicher herausspringen würden. Vorläufig wartet das dickschädliche, spinöse Patriziertum Hamburgs, das übrigens bezeichnenderweise das Stück nur unter dem Titel „Der da einen Mann aus der vornehmsten Haznburger Gesellschaft auf die Beine gestellt, der, nach seiner ganz flüchtigen Eharakterisierung, bei aller Bärbeißigkeit doch eine gewisse Bonhommie hat, eine behäbige Liebenswürdigkeit, ohne die er eigentlich unausstehlich sein müßte. Herr Büller machte ja nun einen ganz anderen daraus, er schuf eine komische Figur allerersten Ranges, allerdings auf Kosten aller Wahrscheinlichkeit. Ein Wcltkaufmann, ein Mitglied des Hamburgischen Senats kann nie und nimznermehr so gänzlich ohne jedes Taktgefühl sein, er kann unmöglich eine so imposante Borniertheit besitzen, wie sie uns Herr Büller glauben machen wollte. Der Herr Senator Büllers war obendrein bisweilen geradezu gallig und misanthropisch und verschob dadurch die Grundlinien der Figur nicht unerheblich. Auch die Maske hatte etwas bleichsüchtig Verbittertes, etwas schulzneisterlich Pedantisches, kleinbürgerlich Philiströses, nichs vornehm steif und kühl Reserviertes, das den hochmütigen und strengen Hamburger erst kennzeichnet. Mit den dünn geschnittenen Lippen verriet dieser Herr Senator doch gar nicht die Vorliebe für den Rotfpohn und auch nicht für die Damen, die Senator Andersen so offen und so oft bekennt. Dafür aber gab Herr Büller eine von ihm selber zurcchtgeschnittene Possensigur von ganz außerordentlicher Wirkung. Da war wieder jede Geste, jeder Blick so komisch, da verzog sichseine lederne Miene oft zu so kurioser Grimaffe, da war jede Einzelheit so sehr nach des Publikums Lachbedürfnis gedreht, das schon Laube, der kluge Thcaterkenner, als „ganz immens" abschätzte, daß die Heiterkeit ihre gewöhnliche Grenze überschreiten mußte. Und was das merkwürdigste dabei war: so unwahrscheinlich die ganze z 7 G. Gölten^ ed'v.R. Sehnig 3arg ist unser Soli, Cbor.Orgel TOn J. 8-Bactl- lakbren W» e auf den W • in Es-dur füOrp. g, von I. S, M les Adrin a capeSi iciuo auhnann. pran ,8ei pes’ - atoriamvJ.V w- für Violoicti L iitung: le von Cesar Cc. tto von J. Seb. B» 3 Pietä, Sigwi; UlessandroStru- Jahro 166L) süsser Tod* a von J- Seb. !'■ is ans Ende betr itorium ,EJjas* irgel und Orchi mdelssobn-Bartlx uir . Oratorium ,r‘- ndebsohn-ßart^ rVmlnncellm-W' Kekannlmachmzg. Vom 20. November ab können bei dezn Postamte 2 sSchulstraße) an den Werktagen Telegramme auch nach Schalterschluß bis abends 9 Uhr aufgeliefert werden. Die Auflieferung erfolgt in der Packkaznmer, Eingang im Posthof. Gießen, 16. November 1901. Kaiserliches Postamt 2. Bernh ard. laßte furchtbare Sterblichkeit unter den dort zusammengepferchten Frauen und Kindern der Buren. Tas britische Kricgsamt hat nun zu dieser Angelegenheit ein 400 Seiten starkes Blaubuch veröffentlicht, das die amtlichen Berichte der Militärärzte und Offiziere über die Konzentrations- lager enthält. In diesen wird die Hauptschuld an ben bedauerlichen Gesundheitszuständen den Gewohnheiten der Internierte:: selbst zugeschrieben, doch geht auch andererseits daraus hervor, daß die Maßregeln der englischen Behörden wenigstens anfänglich sehr viel zu wünschen übrig ließen. In den Meldungen über den Inhalt des Blau- buches heißt cs: „Der Kern der Berichte ist der, daß sie die hohe Sterblichkcitsziffer iiz den Lagern den schmutzigen Gewohnheiten der Buren, ihrer Jgzwranz, ihren Bor- urteilen, ihrer Quacksalberei und ihren: Mißtrauen gegen die englischen .Hospitäler und Aerzte zuschreiben. Für alle diese Tinge wird eine große Zahl vozz Fällen angeführt. Weiter geht aus den Berichten hervor, daß die Sterblichkeit in hohem Maße dem geschwächten körperlichen Zustande zu- Luschrciben ist, iz: welchem die Mehrheit der Flüchtlinge in oezz Lagern eintraf, andererseits aber lassen die Berichte auch erkennen, daß die Lager in der ersten Zeit in vieler: wichtiger: Punkten mangelhaft eingerichtet zoaren, namentlich hmsichtlich der Ausstattung für den Fall des Auftretens! ansteckender Krankheiten; an einigen Plätzen war die Wasserversorgung rlnzureichend, azi anderer: war das Wasser verunreinigt. Die Nahrungsmittel luarcz: eine Zeit lang unzureichend und zum Genüsse ungeeignet. Diese Mängel waren jedoch in allen Fällen nur zeitweilig, und, die Ausbreitrmg der Krankheiten war überall hauptsächlich dem körperlichen Zustande und den Lebensgewohnheiten der Flüchtlinge zuzuschreiben." Das, was hier zugestanden wird, ist denn doch mehr als hinreichend, iüc britische Verwaltung stark zu belasten. Frankreich hat seiner: Konflikt mit der Türkei schnell zum Abschluß gebracht; es hat erreicht, was es! wollte, und den Sultan zur Nachgiebigkeit gezwungen. Die geheimsten Wünsche aber, die darauf hinauslaufeu, festen Fuß am Bosporus zu fassen, hat es zurückdrängen müssen, weil Rußland trotz seiner Bundesgenossenschaft davon nichts wissen wollte, und auch England trotz seiner Ohnmacht Miene machte, zu protestieren. Fast hätte sich daraus wieder eine kleine Hetze der französischen Press« gegen Deutschland entwickelt, aber der wahre Sachverhalt wurde zeitig genug offenbar, um diese Absicht in ihren ersten Anfängen zu ersticken. Aber ausgeschoben ist nichch aufgehoben, dürfte man auch in Paris hinsichtlich der klein, asiatischen Pläne denken- und einstweilen froh fern, das erlangt zu haben, was zu fordern man zunächst berechtigt war. Der Grvßtürke dürste freilich auch, als er die verlangten Entschädigungen anwies, geseufzt haben: „Geld' ist viel, sehr viel; je weniger man davon hat, desto mehr spürt man, wie viel es ift". Erscheint täglich mit Ausnahme beS Montags. Di« «iehener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" ütermai wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger (Sieben. FtrnsprkchanschlußNr.51. E nintnit ,u Kra®e^S? ungen, zu denen der Bundesrat sich herbeigelassen hat, wenig erbaut. Maz: hat nun abzuwarten, was der binnen ttnzen: zusammentretende Reichstag dazu wie zu dezn Tarif überhaupt sagen wird; wir glauben, es werden noch Monate darüber vergehen, bis auf beiden Selten die Ungeduld und die Sorge gewichen sein wird und volle Gewißheit herrscht über die weitere Gestaltung der Verhältnisse von Handel und Landwirtschaft in Deutschland. Im Auslande, besonders in Ungarn, verfolgt man die deutsche Zollpolitik mit größter Aufmerksamkeit. Der frühere ungarische Minister des Innern Hieronymi kam dieser Tage im Abgeordnetenhause auf den deutschen Zolltarif zu sprechen. Er sagte u .a.: „Deutschlands Handelspolitik war uns nie freundlich gesinnt, und sie ist es jetzt noch weniger. Leider haben wir dagegen keine Waffe; sie würde Deutschlcnll) wehe thun, uns aber auch. Es bleibt uns nur die Hoffnung, daß Deutschland sich noch eines Bessern besinnen wird." 'Tie Budapester Handels- und Gewerbekammer erklärt in ihrem Kammerbericht, daß schon der bisherige Handelsvertrag die seitens Ungarn daran geknüpften Hoffnungen nicht erfüllt habe, weil er den ungarischen Export nicht gehoben habe, daß aber die Grundlage des neuen Tarises alle Hoffnungen auf den Abschluß eines für Ungarn billigen Handelsvertrages zerstöre. Die Debatte über den Bericht ergab eine große Meinungsverschiedenheit. Ein Teil erklärte, der Tarif werde die ungarische Agrarausfuhr nicht schädigen, da Deutschland kaum, zumal in den ersten Jahren, iz: der Lage sein werde, die innere landwirtschaftliche Produktion für die Deckung des Konsums genügend zu steigern, es werde also importieren müssen, und die Hochzölle selber bezahlen, weshalb die Lage zu keinen Befürchtungen Anlaß gebe. Ein anderer Teil war gegenteiliger Meinung, und forderte Retorsionen gegen die deutsche Industrie. Drmit aber hierdurch Ungarn nicht gänzlich der österreichischen Jndusttie ausgeliefert werde, seien hierfür wenigstens von Oesterreich Konzessionen zu fordern. Tie En g län d er, die demnächst als neuen deutschen Botschafter ai: Stelle des in den Ruhestand getretenen Grafen Hatzfeldt den Grafen Wolff-Metternich zu begrüßen haben werden, hatten das Vergnügen, aus einigen Reden ihrer leitenden Staatsmänner neue Zuversicht über den Ausgang des Krieges in Südafrika schöpfen zu können, wenngleich der Optimismus, mit dem Lord Salisbury sowohl wie Brvdrick zu Werke gingen, sich schwerlich bewahrheiten dürfte. Der Entschluß der englischen Regierung, neue Truppen auf den Kriegsschauplatz zu entsenden, be- iveift deutlicher denn alles andere, daß an eine Beendigung, und vor allem an eine siegreiche Beendigung des Feldzuges noch bei weitem nicht zu o en Een ist, und so wenig sich die Nachrichten über die Einleitung von Friedensverhandlungen bestätigt haben, so wenig wird die Zu-- versicht der englischen Staatsmänner jemals gerechtfertigt werden. Die niederländische Regierung erklärt neuerdings, sie wünsche in der südafrikanischen Frage für den Augenblick die Politik der Neuttalität zu wahren, die, wie sie glaube, ihr gegenüber den Krieg führenden uzcerbittlich durch die Notwendigkeit vorgezeichnet sei. Sie sei dementsprechend verpflichtet, den durch das Völkerrecht im Falle eines Krieges den neutralen Mächten auferlegten Verpflichtungen in peinlichster Weise nachzukommen. Me- mand könne indes von der Regierung verlangen, daß sie deswegen die blutsverwandte Bevölkerung in Südafrika aus den Augen verliere. Tie Regierung werde daher immer auf dem Posten fein, und keine gute Gelegenheit versäumen, die sich ihr biete, um für die Aufrechterhaltung des Völkerrechts und die Wiederherstellung des Friedens einzutteten. — Zu den schwersten Anklagen, die gegen die englische Kriegführung nicht nur von einer „übelwollenden" Auslandspresse, sondern von Engländern selbst erhoben worden sind, gehört die unzulängliche Art der Einrichtungen in den sogenannten Konzentrationslagern und die dadurch veran- Politische Wochenschau. „Geld ist viel, sehr viel; je weniger man davon hat, befho mehr spürt man, wie viel es ist!" Diese goldne Weisheit gilt nicht nur für den einzelnen, nicht blos für den Geschäftsmann, sie hat ihre Geltung auch für die Regier- ■zmgen, trotzdem diese aus dem großen Beutel der Steuerzahler ihre Bedürfnisse decken und die Möglichkeit in Händen haben, bei ihren Bürgern Ausflucht aus allen Nöten zu suchen. Die lebhaften finanziellen Klagen, die in diese:: Tagen aus allen Ecken des Reiches kamen, lieferten davon Beweis. Trotz der fetten Jahre, in denen der Steuersiskus sich weidlich erholen konnte an dem goldenen Zufluß, den Handel und Wandel den Lande:: brachte, fehlt es allenthalben unb die Fmanzminifter sind in heller Verzweiflung, woher sie die Mittel nehmen sollen, welche die Bedürfnisse des Landes von ihnen erfordern. In der bayerischen Lämmer der Abgeordneten klagte man über die schwere Not der Zeit in eben denselben beweglichen Tönen, wie im s ä ch s i s ch e n Landtag über die schwere Zeit der finanziellen Not, und auch aus der preußischen und Reichs- Zentrale wurden fortgesetzt Stimmen laut, welche die Kunde von Millionen-Defizits ins Land trugen, gewissermaßen als Vorbeugungsmittel gegen die immer offenkundiger werdende Absicht der Einzelstaaten, an einer ober, wenn's nicht ausreicht, gleich an mehreren neuen Reichssteuern Erholung zu suchen. Dem Fmanzexpvse unseres Herrn Präsidenten Gnauth sehen wir mit großer Spannung entgegen. Die Neigung, noch höhere Matrikularbei- iräge als bisher zu zahlen, ist ganz außerordentlich gering, andererseits aber besteht auch bei der Neichsregierung durchaus keine Meinung dafür, eine neue Steuerquelle auf- zuthun, wohl weil man sich nicht verhehlt, daß es ein eigen Ding damit ist, in einer Zeit, wo alles Streben sich auf dem Punkte einer allgemeinen Lebensmittelverteuerung vereint und andererseits die Erwerbsgelegenheiten ganz «außerordentlich darniederliegen, das Volk auch noch durch neue Abgabe:: zu belasten. Es würde wenigstens ein Widerspruch, wie er gleich groß und gleich auffallend nicht oft vorkommt, sein, wenn «Graf Bülow, der als preußischer Ministerpräsident eben noch allgemeine Erhebungen über den Umfang der in Preußen herrschenden Arbeitslosigkeit angeordnet hat, also der Ansicht ist, daß ein wirtschaftlicher Notstand vorhanden ist oder sich bor bereitet, dessenungeachtet neue Sten er quellen erschließen wollte, die in Anbetracht der Schien, die an den maßgebenden Stellen vor einer direkten Steuer besteht, doch nur wieder aus Verbrauchsgegenftände:: fließen würde. Man liebäugelt viel zu lange schon mit Tabak und Bier, als daß nicht zu befürchte:: stände, man werde diese Artikel des Volkskonsums ei::es schönen Tages doch vielleicht dazu benutzen, um die Ebbe in: Reichssäckel zur Flut zu gestalten. Wir wollen, ganz speziell im Interesse der Gießener Zi- .garrenindustrie, hoffen, daß zum wenigsten der Tabak in Ruhe gelassen wird. In diesen Tagen hat der Bundesrat den Zoll- -tcrif en t m ur f faft unverändert angenommen. Daß darob in landwirtschaftlichen Kreisen eine gewisse Genugthuung herrscht, läßt sich denken: die Organe des Bundes der Landwirte sind allerdings über die spärlichen Zollermäßig- I ^8* abends. Iti; nde. Bürger .«"schuhe ® A Annahme von Anzeigen MttzenerAnMger General-Ameia er Wwft Univcrsitctts - Druckerei Mts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ___ W ' KZ zeigenteil: Hans Beck. Hesfische Nebenbahnen. Der Zweiten hessischen Kammer ist soeben eine „Regierungsvorlage betreffend den Entwurf eines Gesetzes, den fünften Nachtrag zum Gesetz vom 15. November 1890, die Herstellung weiterer Nebenbahnen betreffend", zugegangen. Sie enthält 5 Artikel, von denen die wesentlichsten lauten Unsere Negierung ist ermächtigt, zum Bau der Bahnen Grebenhain-Gedern und Oberroden-Sprend- tingen und zur Beschaffung der erforderlichen Betriebsmittel 3 397 000 Mk. aus Staatsmitteln zu verwenden, und zwar a) zum Bau der Eisenbahn Grebenhain—Gedern 1886 000 Mk. Oberroden—Sprendlingen 1205 000 Mk. b) zur Beschaffung von Betriebsmitteln für beide Bahnen zusammen 306 000 Mk. Summe 3 397 000 Mk. Da in dem Gesetze vom 15. November 1890 und in chem Nachtragsgesetze vom 28. August 1895 für die Bahn unter Ziffer 6 b 1208 000 Mk. „ „ „ „ „ 10 1990000 Mk. zusammen 3198000 Mk. bereits bewilligt waren, so sind noch 199 000 Mk. erforderlich- Die Geldmittel sind im Wege des Staatskredits flüssig zu machen. Zu diesem Zwecke ist in dem Nennbeträge, der zur Beschaffung des angegebenen Bedarfs erforderlich sein wird, eine zu höchstens 4 vom Hundert verzinsliche Anleihe in geeigneten Zeitabschnitten aufzunehmen. Die Tilgung dieser Schuld >oll in der Art erfolgen, daß die jeweilig durch den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben bestimmten Mittel zum Ankauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen verwendet werden. Dem Staate soll das Recht Vorbehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreibungen audji zur Emtösung mittelst Barzahlung des Nennbetrages zu kundigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen soll ein Kundigungs- recht nicht zustehen. Die „Begründung" sagt u. a- folgendes: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Personenverkehr der Orte Langen, Sprendlingen und Neu-Isenburg mit «Offenbach und Frankfurt weit vollkommener durch eine elektrische Bahn mit einem viel häufigeren Betrieb befriedigt werden wird. Die Verwirklichung einer solchen Bahn durch ein Privatunternehmen ist inzwischien -in sichere Aussicht getreten. Bon dem alten Dreieichprojekt bletttt dann als bauwürdig eine Nebenbahn von der Station Oberroden der Strecke Offenbach—Dieburg nach Station Sprendlingen der Main-Neckar-Bahn. Diese Nebenbahn wird den Ort Sprendlingen in erwünschter Weise mit dem Bahn- ifyofe verbinden. Da außerdem ein Anschlußgleis vom Bahn- hvf Neu-Isenburg nach deni Orte in Ausführung begriffen .ist, so wird allen Gemeinden das geboten, was sie von der 'Dreieichbahn erhofften. Die für die letztere Linie erforderlichen Mittel in Höhe von 1367 000 Mk. bleiben um 623 000 Mk. hinter dem für die aufgegebene Bahn vorgesehenen Betrag von 1990 000 Mark zurück. Bezüglich der Nebenbahn Grebenh ain—Crainfeld— Gedern wird bemerkt, daß für die Fortsetzung Der Nebenbahn Lauterbach—Grebenhain (Crainfeld) in südlicher Richtung hauptsächlich 3 Linienführungen in Betrachit kommen: 1. die Linie Grebenhain—Bermuthshain—Völzberg— Volkartshain — Oberseemen — südliche Kehrschleife — Gedern; 2. die gleiche Linie wie zu 1 bis Oberseemen, dann church das Seementhal bis Büdingen mit Fortsetzung bis 'Lindheim und Anschluß an die geplante Nebenbahn Stock- cheim—Vilbel; 3. die Linie Grebenhain—Bermuthshain— iHartmanshain — Ober - Seemen — nördliche Kehrschleife — Gedern. Die beiden ersten Punkte werden in der Begründung der Regierung ausführlich behandelt. Es wird über ihre Vorteile und Nachteile gesprochen. Bei Beurteilung des Bahnprojektes 1 erscheint, nach! den Regierungsausführungen, der Kostenaufwand von 2680000 Mk. unter Leistung eines unverzinslichen Bauzuschusses von etwa anderthalb Millionen Mark für den Bau dieser Bahn ganz unverhältnismäßig hoch und volkswirtschaftlich um so weniger gerechtfertigt, als die Linie zu weit abgelegen ist von den im hohen Vogelsberg gelegenen waldreichen Distrikten des Oberwaldes mit dessen Ausläufen bei Hartmannshain und Herchenhain, wo zudem aud) Thonlager von erheblicher Mächtigkeit und Basalte vorhanden sind. Vom zweiten Projekt wurde endgiltig Abstand genommen, da im Nebenbahn-Gesetze Gedern als Endpunkt der Linie ausdrücklich vorgesehen war, überdies auch bezüglich des nachzubewilligenden Betrags dasselbe Bedenken, wie bei der Linie 1, bestanden haben würde. Das dritte Projekt Grebenhain— Hartmannshain—Ober-Seemen—Gedern entstand zunächst aus finanziellen Erwägungen, sodann aus dem Bestreben, die Bahn so zu legen, daß sie eine erhöhte wirtschaftliche Bedeutung für den hohen Vogelsberg gewänne. Beides wird durch das vorliegende Projekt erreicht. Denn es stellt sich um 650 000 Mk. billiger als Entwurf i und erschließt gerade denjenigen Teil des Vogelsberges, der nach obigem als vorzugsweise der wirtschaftlichen Erschließung wert und bedürftig nachgewiesen ist — den Walddistrikt Oberwald. Nebenbei dient die Bahn in ihrer neuen Lage den Interessen der Ortschaften Bermuthshain, Hartmannshaiu, Herchenhain, Sichenhausen, Kaulswß und Ober-Seemen in vollem Maße, ist and) mit einer erhöhten Jnauspruchsnahme der den Grunderwerb stellenden Gemeinden nicht verknüpft. Hinsichtlich! der größeren wirtschaftlichen Bedeutung dieser Linie gegenüber dem Projekte 1 dürften irgendwelche Zweifel kaum obwalten. Denn die Annäherung der Bahn an das hauptfächlichste Produktionsgebiet des hohen Vogelsbergs — den Oberwald — gewährleistet nicht nur eine, wenn auch zunächst bescheidene, Verzinsung des Baukapitals, Konsul" innerhalb der Mauern der „freien" (!) Stadt aufzuführen duldet, mit seiner kalten, traurigen Korrekcheit noch auf einen lustigen Spottvogel, der nicht, wie die Koulissen- handwerker Schönthan-Kadelburg, Witze reißt, sondern komische, vielleicht auch tragikomische Menschen gestaltet. Kadelburg ist bekanntlich früher em sehr beliebter Darsteller des Deutschen Theaters in Berlin gewesen. Er hat sich, während sein Kompagnon Schönthan den Senator ins Leben setzte, s. Z. selber mit einer schönen glatten Rolle beschenkt, die, wie ein heimisches Leibgericht, nie mißfällt: der Zlaturbursch ohne Natur, ewig mit einem schlagkräftigen Scherze auf den Lippen und einem kleinen Fünkchen Ernst in einem Auge. Herr Gerlach hat diese neue, nicht verbesserte, sondern sehr verwässerte Auflage von Gustav Freytags prächtigem Konrad Boltz bei uns darzustellen gehabt. Er war ja wohl mit bestem Willen bei der Sache, aber er schöpfte nicht aus dem Vollen, seiner Darstellung fehlte alle Unmittd« bcuckeit, sie blieb eindruckslos. Herr G. bot nicht einmal einen von außenher liebenswürdigen Fracktypus. Der Dr. Gehrig zeigt bei aller Nonchalance, bessere Lebensformen, mehr konventionellen Schliff, namentlich wenn er einer Dame zum zweiten Male sich gegenüber befindet. Herr G. gab einen vorlauten Patron ohne festes individuelles Gepräge, keine Gestalt, die die Handlung souverän beherrscht, mangelte es ihm doch schon an der Beherrschung des Textes. In den ersten Szenen war er, was nicht verschwiegen werden soll, nicht ohne kecken, ftisch zugreifenden, gesunden Humor. — Der duldende Schwiegersohn bedarf, um eine fröhliche Wirkung M erzielen, agiler Komik. Dieser Pcmtoffelhelden-Typus kann in guter Darstellung an Beifall eine große Ernte erzielen. Herrn 3ob er brachte er nur targen Grummetgewinn. Herr 3» tst kein Bonvivant, dazu fehlt es chm an Humor, vielleicht auch -1.'^ na nf'^eii ®f- I« z°L durch l, K- DZ \maiLOon 1 d>- Staats Mich 6 5 EU. Am geftri, gA.hier, bet SehmgenOttS. e erkrankter Ednung wurde ^.gestellte M u»e als riM Ordnung bildet ugelegenheüer" as die von der uwe über ZG chen-Ausstellur, len des Bezich nllädt-Gießn gegangen sei, a? lveren Fach einzuführa nden gescheiten er Schulbchörte ell^ an den Ko 'sf-Lich bmw i Verlassen > Leistungen <■ ’m VorM> imb toenvx W er nich. nifgewmnten lte einen ent- : MÜNNMtz mbto^etoeibe» i Mamation 3 brachte Dr. je zur Sprache Llegierten-Le> )ingeroirft Werder sesten Bei, >en Mcheu re EmMimg hrungen MudM rtigt anerkannt melde» dieser : geslützi^m, : verletz! r Ä utter des^l» Sohnes, deM er Klinik ftaih. ^aft Gießer, rufenen Gene« -stzende Ackvu IZerwaltMg. die phlen usw. > ^ungensten und reüe SchlußsM P. w.. Goethe'W ind der KorpS« Goethe-Mv' q ist flott und ganz 9** i Goethes 6 . t es, wie Plof- , in dem Aiemer H-M 'de ouim* des Stoße» anderer 6i)* S--th- * den»" bl inIdiS^L 'göttliche y««** sehew i \* M dM fürstlichen Schlo s s e s der Anfang gemacht werden. Bekanntlich ist von feiten des Reichstags wie auch von willigt worden. Die Vorarbeiten sind jetzt vollendet und wurden von dem mit der obersten Bauleitung betrauten lichkeit, Seminar und Fußweg von der Stadt abzuschließen. Architekten Opfermann vorgestern dem Restaurations- Auf den Entscheid des Ministers kann man gespannt sein. dem hessischen Landtag ein größerer, "aus mehrere Jahres- bcntcn demselben Einhalt geboten und die Angelegenheit liegt raten verteilter Beitrag zu den Restaurationskosten be- dem Ministerium zur Entscheidung vor. Die Thore hangen willigt worden. Die Vorarbeiten sind jetzt vollendet und vorerst in den Angeln, doch versperren ihnen Pfähle die Mög- ausschuß vorgelegt. Letzterer, dem u. a. der Geh. Oberbaurat Dur m-Karlsruhe und Obcrbaurat Klingel- b ö f e r-Darmstadt angehören, erteilte nach Einsichtnahme der Pläne den von Opfermann getroffenen Dispositionen feine volle Billigung. Wie wir hören, soll an dem südöstlichen Teil des Schlosses mit den Restaurationsarbeiten der Anfang gemacht werden. Mainz. 16. Nov. Tas Preisgericht für die Beurteilung der Entwürfe für ein in unserer Stadt zil errichtendes Denkmal für den verstorbenen Sladibaumcisler Baurat Kreußig hat in seiner gestern Mittag dahier abgehaltenen Sitzung den ersten Preis dem Bildhauer Lipp von Mainz im Betrag von 600 Mk. und den 2. Preis dein Architekten Semper von Dessau im Betrage von 400 Mk. zugesprochen. Sämtliche Entwürfe werden nunmehr öffentlich ausgestellt werden. Mainz, 17. Nov. In einer Generalversammlung der demokratischen Partei erklärte man sich mit dem Vorgehen des Ausschusses in Sachen der S tadt verordn et en- wahlen einverstanden. Ter Vorsitzende teilte u. A. mit, daß ein Zusammengehen mit der Zentrumspartci unmöglich gewesen wäre, da die Delegierten der sozialdemokratischen Partei erklärt hätten, lieber allein den Wahlkampf aufzu- nchmen, als das Zentrum zu Bundesgenossen zu haben. Bürgel, 15. Nov. Ein raffinierter Einbruch wurde zur Nachtzeit in der Wirtschaft des Johannes Konstantin hier verübt. Kleidungsstücke und eine goldene Taschenuhr, sowie Zigarren und Spirituosen fielen dem Einbrecher zur Beute. Der Thäter besaß sogar die Keckheit, im Wirtschaftslokale sechs Gasstammen der beiden Lüstres anzuzündcn, um bei ausgiebiger Beleuchtung „arbeiten" zu können. Die Flammen brannten noch, als am Morgen der Wirtschaftsbesitzer den Thatort betrat. Der nächtliche Besucher ist bis jetzt noch unermittelt. Dillenburg, 17. Nov. Seit einiger Zeit setzt ein Vorgehen der Seminardircktion in hiesiger Bürgerschaft recht viel böses Blut. Das Seminargebäude befindet sich in dem Hinteren Teile des früheren Hofgartens, der rings von Mauern umgeben ist. Nach drei Seiten hin befindet sich zwischen dem Zaun des eigentlichen Seminargeländes und dieser Mauer ein vielbegangener Fußweg. Seit Menschen- gcdcnken ist derselbe dem öffentlichen Verkehr zugänglich gewesen. Durch ihn führt u. a. der einzige Zugang zu der Turnhalle des Turnvereins. Die schattige Allee in demselben wird von Spaziergängern gern benutzt. Seit einigen Tagen befindet sich nun an dem Eingänge von der Stadtseite her ein großes Thor und cs soll die Absicht bestehen, wie die Seminardirektion der Stadtverordnetenversammlung mitteilen ließ, den Weg zu Zeiten dem öffentlichen Verkehre nicht freizugeben. Auf den Einspruch des Magistrats gegen dieses Vorgehen des Seminardirektors wurde durch den Oberpräsi- Laufe des Berichtsjahres stieg die Zahl der Mitglieder von 760 auf 811. Die 84 468.48 Mk. betragenden Einnahmen erfuhren gegen das Vorjahr durch Mitglieder, die mehr Kohlen bestellten, als sie zu verlangen berechtigt waren, eine Verminderung um 4357.93 Mk. Beschlossen wurde u. a., die Mitglieder von der Anfuhr der Kohlen zu benachrichtigen, den Reservefonds in unbegrenzter Höhe zu belassen, sowie Rechner und Kohlenaufseher alljährlich mit vierteljährlicher Kündigung zu ernennen. Abgelehnt wurde ein Antrag, der die Verminderung der Bezüge des Kohlen- auffehers bezweckte. Wad) Entlastung des Rechners wurden die Mitglieder der Rechuungsprüfungskommission Fourier, Jrle und Lahr, sowie die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Tickore und Hensel wiedergewählt. Für die eine Wiederwahl ablehnenden Schriftführer Möbus und Beisitzer Bommers- heim wurden die Mitglieder Bausch und Tfchich neu gewählt. ** D e r M ä n n c r i. u r n v e r e i n eröffnete den Reigen feiner diesjährigen Wintervergnügungen durck) öic Feier seines Stiftungsfestes, die in schöner Weise verlies. Statte oer am Samstag stattgchabte Herren-Kommers fick) eines sehr starken Besuches und eines recht gelungenen Verlaufes zu erfreuen, so war die Beteiligung an dem Ausflug nach Textors Hardt am Sonntag nock) viel größer. Für Unterhaltung war durch Aufführung eines kleinen Festspiels rc. gesorgt. Den besonderen Beifall der Anwesenden fanden die schönen Gesangsvorträgc eines Vereinsmitgliedes. Aber auch die tanzlustige Jugend kam zu ihrem Recht, so daß die ganze Veranstaltung als wohlgelungen bezeichnet werden Darf. Bad-Nauheim, 16. Nov. Bergrat Prof. Dr. Che lins hier sind von dem Herzog von Anhalt die Insignien des Ritters 1. Klasse des Hausordens Albrecht des Bären verliehen worden. — Die I Schulhof in Friedberg gehörige Villa an der Karlsstraße ging für 51 000 Mk. in den Besitz des Bahnmeisters i. P. Post hier über. △ Schotten, 16. Nov. In den Nachbardörfern Rudingshain, Betzenrod und Götzen hat seit einigen Tagen ein Lehrerwechselstattgefunden. Lehrer Lin ck, Vorsitzender des Vereins „Lehrerheim Vogelsberg", erhielt ein Ver- setzungsdekret nach Groß-Umstadt, Lehrer Metzler zu Betzenrod ein solches nach Michelstadt. Lehrer Müller zu Götzen tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist der Schuloerwaller Ulrich üus Nieder-Mockstadt. -h- Vom oberen Vogelsberg, 15. Nov. Ungemein schnell hat sich diesmal der Winter eingestellt. Heute morgen waren die Höhen mit einer etwa 5 Ctm. hohen Schneedecke überzogen. In einem Dörfchen hat der Schneefall „säumige Landwirte", die noch mit dem Einheimsen der Kartoffeln, ja des Hafers im Rückstand sind, überrascht. b. Mainz, 17. Nov. Bei Beginn der nächstjährigen Bauzeit wird endlich mit der Restauration des Kur- Andererseits ist man der Ansicht, daß zuletzt durch die Einleitung des Verwaltungsstreitverfahrens die Rechte der Stabt gewahrt bleiben dürsten. Frankfurt a. M., 17. Nov. Heute Vormittag um 10 Uhr fand auf dem Frankfurter Friedhöfe die Beerdigung des Land- tags-Abg. Predigers Sänger statt. Die Beteiligung cm dem Leichcnzug war überaus zahlreich. Die Leichenrede hiell Prediger Welter-Wiesbaden in warmempfundenen Worten. Prediger Vogt-Offenbach sprach einen herzlichen Nachruf im Namen des Bundes freireligiöser Gemeinden Deutschlands, des Süddeutschen Verbandes freireligiöser Gemeinden und der freireligiösen Gemeinde Offenbach. Fermer sprachen Vertreter zahlreicher freireligiöser Gemeinden, des Magistrats, der Stadt- vcrordneten-Versammlung, der süddeutschen Volkspartei, der hiesigen demokratischen Partei und zahlreicher Vereine, denen der Verstorbene angchörle, im Ganzen etwa 15 Redner, welche sämtlich Kränze nicdcrlegten. Die erhebende Feier, die etwa anderthalb Stunden dauerte, legte Zeugnis ab von der allgemeinen Beliebtheit des im 41. Lebensjahre Verschiedenen. Tic Uebcrrefie des Verstorbenen wurden in Heidelberg verbrannt. ** Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. Der 2. Meister in der Mechanischen Weberei Alsfeld, C. Grünewald u. Sohn. Peter Hain buch von Eudorf konnte am Donnerstag das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit im Dienste der genannten Firma feiern. — In Lauter- bach wurde ein Gabelsberger Stenographenverein gegründet. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 18. November, aberrds 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirck)e. Hebräerbrief, Kap. 12, von Vers 25 an. Fluch des Abfalles, Segen und Pflicht des Neuen Bundes. Pfarrer Dr. 9t au mann. v* — ■1 --------- ■ == W Unübertroffen zur Haut- u. Schönheitspflege/™ I^MyrrhounSeifeI M Als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. H Der Nichtraucher entsagt in der Regel sehr wider Willen dem edlen Tabak, weil ihm selbst der Tabaksgenuß durchaus nicht bekommen will. Man mache einen Versuch mit .,Non plus ultra“, einer der bekannten Erfurter Pfeifeufabrik (£. H. Schroevcr durch D. R. G. M. gesetzlich geschützten Pfeife, die mit Recht als „Pfeife der Zukunft" bezeichnet werden darf. „Non plus ultra“ ist in der That die „Unübertreffliche", vereinigt sie in sich doch alle Eigenjchaf.en, die das Rauchen aus Pfeife so angenehm machen: Kem Sud, vorzügliches Brennen, leichter Zug, einfache Konstruktton. lange Brenndauer u. s. w. Vorkehrungen gegen te Einfrieren Oer Snns-Wnsserleitiingen. Unter Hinweis auf die „Bestimnmngen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in den Hauswasserlcituugeu bei eintretcuder Kälte vorzubeugcu, es erforderlich ist, die Hauswasserleitnngen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser besindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben besindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet aehaltcn wird, bis das in der Hausleitung flehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem -obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu hatten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Zapsventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventile, welche dein Gintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahues erfolgt durch Aufsetzen des beiaegebenen Schlüssels auf den vier- kanttgen Habnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffuen des Haupt- absperrhahncs geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstmrd erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperr- hahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hof- räumen, Gärten usw. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und erteilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Aus- ttinft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empsiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu be- schräukcu und während der übrigen Tageszeit die Hauswasser- leitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhaltung eures kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Klosett- oder sonsttgen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oefchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Sehr kalt stehende, insbesoirdere auch abgcstellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstteuen von etwas Salz (Viehsalz) in das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschlusses) gegen Auffrieren der Schüsseln geschützt. Die Waffermeffer nebst dem nächstanschlicßeuden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mit Sttoh, Säcken oder ährüichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellersenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Waffermeffer, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasserabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Borfichtsmaß- «egelu allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Äufchauung von Hauswasserleitungen werden am schnellsten von denjenigen Jnstallationsgeschäften besorgt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgeführt haben. Gießen, den 6. November 1901. Städtisches GaS° und Wafferwerk Gießen. Otto Berg-em. 73091 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Münster für das Jahr 1902/03 liegt vom 20. d. Akts, an acht Tage lang zur Einsicht sämtlicher Beteiligten in unserem Geschäfts-- lokcll offen. Münster, den 18. November 1901. Großh. Bürgermeisterei Atünster. Gontru m.7551 _ . ...... ■ iirrr- M Allgemeiner Deutschere (Versicherungs-Verein Stuttgart) | • Juristische Person Staatsoberaufsicht • Gcsamtreserven über 22 Millionen Mark. Der Verein gewährt za billigen Prämien unter sehr günstigen Bedingungen Mall-, Lebens-, Militärdienst- und Brautaiisstener-fei'sieliernng, sowie die für alle Lebens- und Berufsverhältnisse unentbehrliche XaftpIkM-VtrskNtrtij. Zur Zeic bestehen mehr als 430000 Versicherungen für 2 770000 Personen. 7536 Verträge sind mit ca. 1700 Korporationen abgeschlossen. SS" Aller Gewinn fliesst den Versicherten allein zu, “«3 Aeusserst koulante Entschädigung. Prospekte u. Versicherungsbedingungen w. gratis abgegeben. Subdirektion Frankfurt a. 21.: Herrn. Reiffenstein, Neue Krame 25; Heinrich Volzel, Giessen, Bleichstrasse 32. Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. Tagesordnung für die am II. Dezember a. c. in der Philharmonie zu Berlin stattfindenden Versammlungen der Pfandbriefgläubiger aller Serien. 1, Vorlegung der Vorschläge der Bank für Handel und Industrie, betreffend die Reorganisation und des Berichts der Vertretung und des Ausschusses der Pfandbriefgläubiger, Beschlussfassung darüber, insbesondere über Erlass und Stundung von Zinsen. 2. Entlastung der Vertretung und des Ausschusses, eventl. Wahl einer dauernden Vertretung. 3. Nachträgliche Beschlussfassung über Erlass und Stundung von Zinsen der in der letzten Pfandbriefgläubiger-Versammlung nicht in der gesetzlichen Höhe vertretenen Pfandbriefe (4%ige Ser. V/VI, XI/XII, 37,%ige Ser. II/IIl). Die Hinterlegung der Hypothekenpfandbriefe bei einer vom Minister vorgeschriebenen Hinterlegungsstelle ist notwendig; und sind die Banken am Platze dazu bereit. 7538 Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. Buddenberg. Tanzen. , , ■ ■ . ■ i —n w* v.a; i ■ Das Frühstück feinster Kreise. Probepakete 60 bis 125 H. Niederlagen <£^rch Plakate kenntlich. 6131 KhrißbefllieniüghkrKlkiMdkl-BeViihriiHiilf Am 4. AdveutS-Souutag, deu 22. Dezember d. I., soll die Christbescheruug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre für 220 Kinder die Bescherung her» zurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde rmserer Anstalt und ihrer Kindeo Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgabcu, die uns die gleich» mäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald ar eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frar Dr. Brüel, Moltkestraße 3, Frau Amtsgerichtsrat Gebhardt, Bergstraße 3, Frau Rechtsanwatt Grünewald, Liebigstraße 21, Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23, Frau Pfarrer Naumann, Süd- anlage 8, Frau Luise OttenS, Bismarckslraße 11, Frau Fabrikant Lina Schmoll, Ostanlage 36, Fräulein Luise Wortmauu, Aster- weg 16. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gabe» in Empfang zu nehmen. Gießen, den 9. November 1901. Der Vorstand der Kleiuttuder-Bewahranstalt. Dr. Naumann. 7365 Oberheffifche Gesellschaft für sJirttitr= und Heilkunde. Nächste Sitzung: 7548 Dienstag den 19. November, abends genau 6 Uhr, im Auditorium des phyfik.-chenr. Instituts (Prof. Elb§> Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Bergrat Profeffor Ehelius übeö Soole, Salz und Mutterlauge von Bad-Nauheim. cheseMjafts-Wereui. Die ordentliche General-Versammlung findet stad Samstag den 30. November l. I., nachmittags 6 Uhr. Das für den Dezember l. I. vorgesehene Konzerl fällt nach einem Beschluß des Vorstandes bis auf Weiteres au§* 7534 Gebhardt. Hess. Waisenschuh, Gichm. Laut Beschluß der diesjährigen Landesoersammlung solle» von jetzt ab alljährlich von dem Hess. Waisenschutz 6 bedürftige Halbwaisen verpflegt werden. Es ist auch der einzelnen Zweigvereinen anheimgegeben, die für chren Bezirk entfallenden Verpslegungsgelder Famllien, in welche, der Vater oder die Mutter gestorben fft, zur Unterstützung zu geben. Diejenigen Eltern oder Vormünder, welche Ansprüche zr machen glauben, wollen ihr begründetes Gesuch an den Vw stand bis spätens den 2b. November d. I. einreichen. 7M2 Der Vorstand. üerztlkh empfehle« FAY’s ächte Sodener* ^ineraä-Past56!en - Die Wirkung Ist «Ine gar.) - D vorzüglich«. Der angesammcüe Q Sd)lclm bei Erkrankungen der Resplrationsorgane wird sofort gelöst, also verdünnt u. die Ausscheidung desselben ungemein gefördert. Bel wagen- u. Darmcatarrfjen ersehen die Pastillen durch ihren hohen 6eha!t an locker gebundenem Lh!or den Innerlichen Lebrauch der Salzsäure. zur raschen Bekämpfung aller eatarrhai. JMcctlonen, des I>alses, der Brust u. der Cungen, sowie bei Ülagen- u. Darm- catarrhen sind: y 7! L?-“' WM Hafer-Mehl. Beste Kinder- Ärztlich empfohlen Niederlagen durch Plakate ersiehtUct]. HM e* i ■ • - -real unb J>“ griffen, Truppe' breiter empfiehlt 04683 Instrumente. Pianos Wahrschi Marktplatz 17. 7473 Guten Stalldünger verkauft Kennel, Megelpfad 30. 04685 Stelle r Botscha Oberleu Pagniecl erschien! entarte Stellen Führuri M Kon Das 6m mm S9e Wildpar f Saiten etc. Musikalien. das beste der Welt empfiehlt Adäer-Drogerie 7117 Seltersweg 39. Pianos Kaul. Miete./^s^ Reparaturen. / Stimmungen. /ä H / Transporte. / . Ers 13. 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