ttfle« ges ha ndi k : 'S» ' • n.1 * ’JJUj ' ' 34.5) ' }3Uj * ‘ J54.00 ‘ - 1635 richt, ' ^Ptembet. r + U,6° C. + 9,7’C, itttt, Dtrbeirntpf ldschrift. rantion« e als Magazinier -rgl. Näheres,ü m.gut Zeu^ I- wo), kann, Mi lellunq durch -lustgartchm 3. Maxell in 'M I. ct, ginge ^enbe Berks, mit ; u. L N. 03633 Bl. irtfitf’s hidjt aii/jeifyil!' Ad Äl'MQn.-Mr. Wohnhaus mitten i Tausch gegeben 03642 an i\"(hp. nMl sich m u. ufeet dm Hause. BruWch 19. WP« )sfenbach a.1 Äatsaufsichl.- Meiibaiislhiile lustgkwerbtjihult Biitnftatötii m Oktober. >urchd.Tirektion. Unterricht im Ws M Sa Rr. »20 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag IS. September 1801 Erscheint täglich 0 äXTT O Annahme von Anzeigen mtAitottoy KM br.a»sUiIlIblILLL Z9 IIiIlIIIIlI =-B'e LLSL IlvBtV ,« • 1U’' s—«”• w General-Anzeiger v S» ■aSr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen SZWZ FernsprechanschlußNr.51.__________________________________________________V________' KF zeigenteil: Hans Beck. Unsere neue Zeitnngsprefse. Wie den meisten Lesern unseres Blattes nicht entgangen sein wird, haben wir den zu Anfang des Jahres 1900 in deu Dienst des „Gießener Anzeigers" gestellten beiden Setzmaschinen nunmehr eine Zeitungs-Rotalionsmaschiue neuester Konstruktion mit elektrischem Antrieb folgen lassen. Die stetig wachsende Auflage, sowie der Umfang unseres Blattes, namentlich der Sonntagsnummern, die im Herbst und Winter meist vier, oft aber auch fünf bis sechs Blatt stark erscheinen, erforderten zur rechtzeitigen Herstellung der Zeitung die Anschaffung einer Druckpresse, die im stände ist, große und umfangreiche Auflagen in kürzester Frist zu bewältigen. So haben wir uns denn zur Aufstellung der oben abgeblldeten König und Bauer'schcn Rotationsmaschine entschlossen, und solche mit dem Tage, an welchem das hiesige städtische Elektrizitätswerk zur Kraftabgabe bereit war, in Betrieb genommen. Der zweite Falz erfolgt sodann durch eine Mehrmefferfalz- trommel, von welcher aus die einzelnen Zeitungen nach der Ausgangs-Sammeltrommel laufen, die sie in Paketen zu je 5 Stück sammelt und vermittels eines sogenannten Tippers auf den Auslegetisch auslegt. Durch eine an dem Auslegetisch angebrachte Signatglocke, welche bei je 50 fertigen Exemplaren anschlägt, sowie durch einen seitlich an der Maschine befindlichen Zählapparat läßt sich der Fortschritt des Druckes verfolgen. Die Papierrollenspindeln sind mit Bremsen zur Regulierung der Geschwindigkeit und mit einer Vorrichtung zur seitlichen Verstellung versehen. Während auf der bisher benutzten Doppelschncllpreffe vom Satz gedruckt wurde, druckt die Rotationsmaschine von vier auf jedem Cylinder befestigten Stereotypieplatten, welche durch zwei Auftragwalzcn für jeden Plattencylinder eingeschwärzt werden. Die Farbentnahme erfolgt aus dem durch W F * / / ' / U t A " _T' V- Dieselbe druckt, wie alle Zeitnngs-Rotationsmaschinen, von endlosem, in einer Rolle aufgewickeltem Papierstrang, der zunächst über eine Rolle zwischen den vorderen Druck- und Plattencylinder eingeführt wird, wo das Papier den Schöndruck erhält. Es gelangt sodann, mit der zuerst bedruckten Seite auf dem zweiten, dem Wiederdruckcylinder liegend, zwischen diesen und den zweiten Plattencylinder, und läuft von hier zwischen den Schneidwatzen durch, welche von dem bis dahin noch zusammenhängenden Papierstrange die vierseitigen Bogen abschneiden. Diese sammeln sich dann vermittelst eines auf einer Sammelwalze angeordneten Punktur- systemes zu zweien und bilden so die achtseitigen Zeitungen; doch können durch Abstellung der Sammelwalze auch vierseitige, sowie auch zweiseitige Blätter gedruckt werden. Nach Verlassen der Sammelwalzen gelangen die Zeitungen, durch ein Bändersystem geführt, auf den Falztrichter, durch welchen sie den ersten, den sogenannten Längsfalz erhalten. eine automatische Farbepumpe gespeisten Farbkasten vermittelst einer sogenannten Hebwalze, und zwar teilt sich die Farbe erst den sogenannten Reibwalzen mit, ehe sie zu den Auftragwalzen gelangt. Die Geschwindigkeit, mit welcher das Papier durch die Maschine laufen kann, beträgt etwas über 10,000 Meter in der Stunde. — Die Maschine liefert demgemäß in der Stunde: 12,000 achtscitige Zeitungen, 2mal ineinander gefalzt, 24,000 vierseitige Zeitungen, 2mal gefalzt, 24,000 zweiseitige Blätter, Imal gefalzt, etwa 40,000 zweiseitige Blätter, ungefalzt. Diejenigen unserer verehrlichen Abonnenten, welche die Rotationsmaschine im Betriebe zu sehen wünschen, sind dazu freundlichst eingeladen, doch kann die Besichtigung nur gegen vorherige Meldung in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers stattfinden. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Kctr.: Den Beginn des Unterrichts an der landw. Winterschule Alsfeld. Aus die nachstehende Bekanntmachung weise ich die Landwirte des Bezirks mit der Empfehlung bin, diese Gelegenheit zur Ausbildung ihrer Söhne nicht zu versäumen. Der Verein giebt denjenigen, die zwei Wintcrkurse durchgemacht haben zur Anerkennung je zwei gute Bücher im Werte von mindestens 15 Mk. und leistet in geeigneten Fällen außerdem noch eine bare Beihilfe zu den Ausbildungskosten in Höhe von mindestens 25 Mk., soweit die Mittel reichen. Für diejenigen Landwirte, welche lieber in Friedberg oder Büdingen die Schule besuchen wollen, bemerke ich, daß demnächst auch bezüglich dieser noch Bekanntmachung ergehen wird. Gießen, den 16. September 1901. Der Direktor des landw. Vezirlsvcreins. v. Bechtold. Bekanntmachung. Detr.: Wie oben. Die landwirtschaftliche Winterschule zu Alsfeld beginnt uhren 29. Winterkursus Monüig den 4. November d. Js., vormittags 11 Uhr. Indem wir zum Besuche der Schule cinladen, bemerken nvir, daß die Schute das Ziel verfolgt, jungen Landwirten diejenigen Fachkenntnisse, welche heute zur rationellen Bewirtschaftung bäuerlicher Güter notwendig sind, in zwei fünfmonatlichen Winterkursen zu verntitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule drei Landwirtschaftslehrer und vier Hilfslehrer. Die Schule ist mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet. Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben; in. den oberen Kursus nur solche, welche schon den unteren Kursus mit Erfolg besucht haben, oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Kursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirte können als Hospitanten ausgenommen werden. Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müssen sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien und können Wohnungen zu 30 bis 40 Mk. per Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Oekonomierat Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 Mk. Anmeldungen sind an den Aufsichtsrat oder an Herrn Oekonomierat Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, speziellere Anftagen zu beantworten. Alsfeld, den 1. September 1901. Der Aussichtsrat der landwirtschaftlichen Winterschule Alsfeld. ___________________ Dr. Melior.__ Bekanntmachung. Amtstage des Großberzoglichen Kreisamts Gießen betr. Die unterzeichnete Behörde wird Samstag den 5. Oktober 1901, vormittags 9 Uhr, einen AmtStag im Rathause zu Grünberg abhalten und wird den Kreiseingcseffenen aus den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termine vorzubringen. Gießen, den 17. September 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. Gießen, den 17. September 1901. Betr.: Wie vorher. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Amtstage in Hungen. Die unterzeichnete Behörde wird Mittwoch den 9. Oktober d. I., von vormittags 9% Uhr ab im Rathause zu Hungen einen Amtstag abhalten und roirt den Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda anheimgestellt, etwaige Anliegen in diesem Termin vorzubringen. Gießen, den 17. September 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, 17. September 1901. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Zwischenräumen von 8 Tagen dreimal in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen. v. Bechtold. Eine Rede des Handelsministers Möller. Handelsminister Möller hielt dieser Tage bei einem ihm zü Ehren veranstalteten Unterhaltungsabend zu Duisburg eine bedeutungsvolle Rede, die einen Einblick giebt in das, was die Regierung mit dem Zolltarifentwurf bezweckt. Wir entnehmen daraus die markantesten Stellen: Es ist ein ungeheurer schwerer Konflikt zwischen denjenigen Forderungen, die die Landwirtschaft aufstellt und denjenigen Forderungen die heute die große Mehrheit aller Vertretungen von Handel und Industrie ihrerseits aufstellen. Hier kann nur ein g o l d e n e r M i t t e l w e g das Richtige finden. Diesen Weg heute festTulegen, ziffernmäßig, ist nicht mögliche Daß wir Handelsverträge haben müssen, daß wir unsere Handelsverhältnisse auf eine sichere Grundlage stellen müssen, das habe ich Ihnen stets gesagt, das sage ich Ihnen heute nochmals als innerste feste Ueberzeugung, und Sie können versichert sein, daß die gesamte Regierung derselben Auffassung ist, daß wir zu Handelsverträgen kommen müssen, daß es eine Lebensfrage für uns ist, weil wir unsere anwachsende Bevölkerung nicht beschäftigen können, wenn wir nicht wieder Handelsverträge bekommen, die uns unsere Ausfuhr sickern. Es ist nicht Vertretung einseitiger Interessen von Hanoel und Industrie, sondern es ist Vertretung der Allgemeinheit, wenn wir immer wieder verlangen müssen, daß unser Verhältnis zum Auslande durch Verträge sicher gestellt werde, die, wenn sie auch nicht alles erfüllen, was man wünscht, doch erträgliche Verhältnisse schaffen, und dauernde erträgliche Verhältnisse sind besser, als ideale Verhältnisse, wenn sie nur kurze Dauer haben und in jedem Augenblick über den Hausen geworfen werden können. Dasselbe Interesse haben die Landwirte und fastinnoch höherem Maße. Der Kaufmann kann seine Geschäfte rasch umwerfen, sich auf neues richten, die Industrie schon weniger gut, die Landwirtschaft gar nicht. Sie bedarf längerer Jahre, um eine Wirtschaftsmethode zu ändern, die sie eingeführt hat, und für sie ist es von höchster Wichtigkeit, zu wissen, mit welchen Verhältnissen sie für Jahre zu rechnen hat. Wir können daher behaupten, es liegt ebenso im Interesse der Landwirtschaft, mit festen Verhältnissen rechnen zu können. Nun wird uns immer entgegengehalten, wenn wir die Eourage haben, in einem autonomen Tarik niederzulegen, was eigentlich unsere Interessen wären, daß damit der Abschluß von Handelsverträgen unmöglich gemacht sei. Ja, )er neue Tarif soll vorläufig denjenigen Staaten, >ie Verträge schließen lyollen, zeigen, was eintritt ohne Handelsverträge, wenn keine Verträge zu 'tande kommen und die alten .Handelsverträge ablaufen. Die Kunst, neue Handelsverträge abzuschließen, besteht darin, ebenso wie im praktischen Leben der Abschluß eines jeden Geschäfts, daß man nickt in der Uebervorteilung des Gegners das höchste Verdienst suchen darf. Man hat auch den fremden Staaten gegenüber mit derselben Billigkeit zu denken, wie ein loyaler Geschäftsmann anderen Geschästs- reunden gegenüber denkt und handelt. Zur handelspolitischen Stellung des Zentralverdandes deutscher Industrieller schreibt man uns von beachtenswerter Seite: Am 1. und 2. Oktober wird im Architektenhause zu Berlin die Delegiertenversammlung des Zentral-Ver- bandes Deutscher Industrieller über den neuen Zolltarifentwurf beraten. Man darf auf das Ergebnis dieser Verhandlungen mit Recht gespannt sein, denn hier muß es sich zeigen, welche der beiden handelspolitischen Strömungen im Zentralverbande den Vorrang behauptet. Der handelspolitische Gegensatz innerhalb oes Zentralverbandes ist nicht zufälligen Ursprungs. Während gegen Ende der 70 er Jahre bei der Gründung des Zentrcü^Ver- Landes das Schwergewicht in der schutzzöllnerischen rhei- nischf-westsälischen Eisen-Industrie lag, der sich einige aleich- gesinnte Industrien, wie die Panierfabrikation uno die Zuckerindustrie, anschlossen, verschob sich diese Sachlage sehr bald. Die weiten Meise der Maschmenindustrie, der Kleineisenindustrie und der weitverarbeitenden Jndustrieen in der Thon-, Textil- und in anderen Branchen, welche sich nach und nach dem Zentralverband zur Vertretung ihrer sonstigen Wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen angeschlossen hatten, konnten auf dem Gebiete der Handelspolitik unmöglich auf die Dauer Bestrebungen unterstützen, die ihnen in das eigene Fleisch schnitten. Beim Abschluß der bestehenden Handelsverträge, anfangs der 90 er Jahre, vermochten die führenden hochschutzzöllnerischen Kreise des Zentralverbandes es noch über sich, zu einem Teile für die handelspolitischen Interessen auch jener anderen Jndustrieen einzutreten. Heute liegt die Situation anders. Ein Teil des Zentralverbandes, und zwar der bei weitem kleinere, wenn auch augenblicklich einflußreichere, hat bis heute in den handelspolitischen Fragen eine Haltung bewahrt, welche die Interessen weiter Kreise des Zentralverbandes tzu Gunsten egoistischer Wünsche aufs Sviel setzt. Das lebendigste Beispiel hierfür ist die Thatsache, daß der Zentralverband zu der Frage des Doppeltarifs, also der wichtigsten prinzipiellen Frage unserer Handelspolitik überhaucht, offiziell garnicht Stellung nahm, sondern sich damit begnügte, seinen Geschäftsführer eine „objektive" Denkschrift über die Frage des Doppeltarifs ausarbeiten zu lassen, während gleichzeitig sechs Mitglieder des Zen- tralverbandes im wirtschaftlichen Ausschuß für den Doppeltarif stimmten. — Inzwischen ist nun der Negierungsentwurf des neuen Zolltarifs veröffentlicht worden und hat die Ueberraschung eines Tarif-Monstrums gebracht, wie es bisher noch nirgends auf der Welt bestanden hat, nämlich einen Maximal- und einen Minimaltarif für den getreidebauenden Großgrundbesitz und einen Einheitstarif für den Kleinbauern und die Industrie. Mit anderen Worten: die Gefahr des Doppeltarifs war aufrecht erhalten worden, der Großgrundbesitz hatte den Vorteil, Die Industrie sollte die Zeche bezahlen, die Befürworter des Doppeltarifs im Zentralverbano waren dabei nicht einmal für ihre Produkte auf die Kosten gekommen, denn für diese bekamen sie ja den Doppeltarif nicht. —i Darauf große Unruhe im Zentralverbaud. Diejenigen Kreise, welche von vornherein gegen jeden Doppeltarif gewesen waren, brauchten nunmehr nur auf diesen Bastard von Doppeltarif und Einheitstarif, der die für die Handelsverträge unvermeidliche Konzessionen vom Großgrundbesitz völlig abwälzte und ausschließliche der Industrie aufbürdete, hinzuweisen, um ihre Ansicht zum Durchbruch zu bringen. Es erfolgte die neuerliche Erklärung des Zentralverbandes gegen den Doppeltarif, worauf die Agrarier daraufhin ihrerseits dem bis dahin verbündeten Zenträlverband die Freundschaft aufkündigten. Darob ward wiederum den hochschutzzöllnerischen, Elementen im Zentralverband bange. Sie versuchten in ihren "beiden Organen, der „Post" und der „Rheinischi-Westsäli- schen Zeitung" mit allen Kräften den Zentralverband auf den prinziviell Hochschutzzöllnerischen Boden zurückzuführen. Die leitenden Persönlichkeiten des Zentralverbandes sind aber politisch klug genug, um zu wissen, daß sie mit einer solchen Stellungnahme die Zukunft des Zentralverbandes, sein Ansehen in der Oeffentlichkeit und den Erfolg seiner Thätigkeit gefährden, und haben im gegenwärtigen Augenblick anscheinend wenig Lust, auf der agrarischen Leimrute völlig festzukleben. Sie wehren sich deshalb in dem offiziösen Organ des Zentralverbandes, in den „Berl. N. Nachr." ziemlich energisch gegen die Zumutung der obengenannten Blätter, welche rücksichtslos für eine noch weitere Erhöhung der Minimalzölle des Tarifentwurfes für Getreide oder gar für eine Festlegung des gesamten Tarifentwurfes als eines Mindesttarifes eintreten. Diese neuerliche Haltung wird sicherlich in den weiteren Kreisen des Zentralverbandes mit Genugthuung begrüßt werden. Sie wird vor allem aber auch ein Ansporn sein für die an der Handelsvertragspolitik in erster Linie interessierten Industrien, welche im Zentralverband vertreten sind, eine energischere Berücksichtigung ihrer Interessen zu verlangen, und eine Unterstützung der Leitung des Verbandes gegenüber der hochschutzzöllnerischen Sonderströmung. Hoffen wir, daß die besonneneren Elemente die Oberhand gewinnen. 10 ordentliche Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine. Hannover, 16. Sept. Jin großen Saale des alten Rathauses begannen gestern, wie schon kurz gemeldet, die Verhandlungen der 10. ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine. Kurz vor Beginn der Verhandlung erschienen der Oberpräsident Graf zu Stolberg-Wernigerode, Regierungspräsident von Brandenstein, Regierungsrat Schneider, Regicrungs- und Gewerberat von Rosnowski, Senator Fink und der Rektor der hiesigen Technischen Hochschule Professor Dr. Kiepert. Der Vorsitzende des Verbandes, Ingenieur Berghausen -Köln, eröffnete die Versammlung. Redner hob hervor, daß der Verband jetzt 811 Einzelvereine mit 93 000 Mitgliedern zähle. Er schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Reich Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildeten die gewerblichen Schiedsgerichte. Abgeordneter Dr. Bassermann-Mannheim betonte die Notwendigkeit, die gewerblichen Schiedsgerichte immer weiter auszudehnen. Durch die Gewerbegerichte werde eine wesentliche Beschleunigung bei Erledigung der Klagen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie eine sachgemäße Behandlung, unter Umgehung der hohen Gerichtskosten, herbetz- geführt. Dadurch sei es möglich, einen Ausgleich der sozialen Gegensätze herbeizuführen. Die Zahl der bei den deutschen Gewerbegerichten anhängig gewordenen Klagen sei von 68 798 im Jahre 1896 auf 81164 im Jahre 1900 gestiegen. Diese Steigerung entspreche der Zahl oer Prozesse um 22,3 Prozent, ziemlich genau der Steigerung der Seelenzahl der Gerichtsbezirke um 19,2 Prozent. Während aber die Zahl der Klagen von Arbeitern gegen Arbeitgeber sich nur um 19,4 Prozent vermehrt habe, sei die Inanspruchnahme der Gerichte durch die Arbeitgeber um 55,8 Prozent gestiegen. Damit sei der Nachweis geführt, daß oie Gewerbegerichte auch für die Arbeitgeber großes Interesse haben. Es bestehen augenblicklich 316 Gewerbegerichte und 394 Innungs-Schiedsgerichte. Durch das neue Gesetz, wonach alle Orte von 20 000 Einwohnern ein Gewerbegericht haben müssen, werde ganz wesentlich zur Vermehrung der Schiedsgerichte beigetragen werden. Von wesentlicher Bedeutung würde der Erscheinungszwang sein. Ein wesentliches Erfordernis sei die Erweiterung der Gewerbegerichte insofern, als oiese befugt sein sollen, Vertreter in die Handelsgerichte zu wählen. Es sei dies deshalb notwendig, weil die Handelsgerichte lediglich dem Großhandel und der Großindustrie dienen. Vor allem sei es notwendig, kaufmännische Schsieds- gerichte zu bilden. Redner schloß mit dem Bemerken, angesichts der Klagen der Handwerker, Arbeiter und Klein- gewerbetreibenden müssen alle Mittel ergriffen werden, die geeignet seien, diese Klagen zu lindern und die Unzufriedenheit einzudämmen. Senator Fink-Hannover bemerkte, in der Stadt Hannover seien in einer Woche 60 Prozent aller Prozesse vom Gewerbegericht erledigt worden. Die ordentlichen Gerichte würden, angesichts ihrer Einrichtung, mindestens drei Monate dazu gebraucht haben. Ani praktischsten sei die Errichtung von kaufmännischen Schiedsgerichten im Anschluß an die Gewerbegerichte. Es sprachen noch der Rechtsanwalt Dr. F u l d - Mainz, Fabrikbesitzer O st e r t a g - Karlsruhe u. a. Danach gelangte folgende Erklärung einstimmig zur Annahme. „Der Verbandstag hält es im Interesse einer raschen und zutreffenden Rechtsprechung für dringend wünschenswert, daß den Kammern für Handelssachen bei den Landgerichten Beisitzer aus dem Handwerker- und Kleingewerbestande angehören." Gewerbeschuldirektor Romberg -Köln sprach hierauf über „Meisterkurse" und befürwortete folgende Erklärung: „Der Verband erblickt in den bei den Zentralstellen befindlichen Ausstellungen von im Kleingewerbe verwendbaren Kraft- und Arbeitsmaschinen, sowie Werkzeugen in Ieuilketon. '. (Nachdruck verboten.) Tapferkeit Gießener Bürger. Von einer heldenmütigen That Gießener Bürger erzählen alte Chroniken aus dem Jahre 1327. Otto, Landgraf von Hessen, dem von seinem Vater „Heinrich dem Kind" Amt und Äadt Gießen zugefallen war, war in einen Lehns- streit mit dem Erzbischof von Mainz geraten. Mit einem starken Heere zog Mathias von Mainz heran, und belagerte Gießen." Vier Wochen wehrten sich die Gießener heldenmütig. Aber neue frische Truppen wurden den Mainzern zugeführt von Balduin von Trier, zu dessen Sprengel das Kloster Schiffenberg und die Kirchengemeinschaft zu Selters gehörte, und der den Gießener Bürgern nicht sehr wohlgesinnt war. Da Hilfe von auswärts nicht zu erwarten war, mußte sich die Stadt den Mainzern ergeben. Diese, ein wildes Kriegsvolk, mißachteten Recht, Zucht und Sitte. Sie hausten in der Stadt, daß den Chronisten die Worte hierfür fehlen. Eine solche Schreckensherrschaft war nicht zu ertragen. Da ermannten sich Gießener Bürger, ihre blutigen Dränger aus der Stadt zu verjagen. „Zu den Waffen", schallte es durch alle Gassen, und bald sah man überall bewaffnete Bürger sich zusammenscharen. Klein war ihre Schar; aber die Not uni) das Entsetzen vor den Greueln der fremden Gäste stärkte ihren Arm. Wie hätte da selbst die Uebermacht der Mainzer es vermocht, Stand zu halten. Sie mußten die Stadt verlassen und zogen von dannen, beschämt und voll Unmuts, weil sie vor einer kleinen Schar von Würgern hatten das Feld! räumen müssen. Landgraf Otto war hoch erfreut, als ihm die braven Giesser Bürger ihre Stadt als Pfand ihrer Treue überlieferten. Diese Schmach, die seine Streitmacht in Gießen erlitten, ließ dem Erzbischof von Mainz keine Ruhe. Er sann auf Rache; er rüstete aufs neue, noch ehe ein Jahr verflossen. Mit noch stärkerer Waffengewalt rückte er heran; die Stadt Gießen sollte ihren Frevel büßen; in Flammen sollte sie ausgehen. In ihrer Not wandten sich die Gießener Bürger, die den Heranmarsch der bischöflichen Streitmacht durch Ueberläufer erfahren, an den Landgrafen Otto, der damals in Marburg wohnte. Dieser versprach Hilfe; des Bischofs Scharen sollten garnicht die Stadt berühren. Des Landgrafen Sohn, der nachmalige Heinrich II. „der Eiserne", ein jugendlicher Held, zog dem Feinde entgegen und lieferte ihm am 10. August 1328 auf dem Linsenberg bei Hermannstein ein Treffen, in dem Landgraf Otto's Scharen, wenn auch mit schweren blutigen Opfern, den Sieg davontrugen. Der Graf von Hohensolms, der es mit der Mainzer Partei gehalten, wurde hierfür gestraft, indem der junge Landgraf Heinrich seine Burg zerstörte. Gar oft sollte Gießen im Laufe der Jahrhunderte die Drangsale der Kriegsnot erfahren; doch kein Beispiel wird uns mehr erzählt, von einer ähnlichen That, wie sie der Heldenmut der Gießener Bürger im Jahre 11327 vollführte. ________ Ausschmückung des neuen K u n st p a l a st e s in Düsseldorf. Von einem Kunstfreunde in Düsseldorf sind dem Professor Fritz Roeber die Mittel zur Verfügung gestellt worden, um die Felder über den Portalen der Eckrisalite des Kunstausstellungsgebäudcs mit plastischem Schmuck versehen zu können. Ein Meisterschüler der Königl, Kunstakademie zu Düsseldorf, Bildhauer Nieder, hat zu diesem Zweck ausgezeichnete Entwürfe angefertigt, die vom Kunstausschuß einstimmig zur Ausführung empfohlen wurden. Den südlichen Eckrisalit, der Restauration zunächst, ziert eine Gruppe von zwei männlichen Figuren: Architektur und Plastik; den nördlichen eine Gruppe von zwei weiblichen Figuren: Malerei und Graphik. Für die beiden Fensterbrüstungen des Mittelbaues hat der Künstler Gruppen von Nixenbubcn projektiert, die sich mit einem großen Wassertier herumbalgen und sich über dessen Schwer fälligkeit lustig machen. Dem feuchten Element entsprechend, in welchem sich diese Szenen abspielen, sind die Konturen dieser Gruppen verschwindend gehalten. — Nachdem der „Kunstverein für Rheinland und Westfalen" früher schon die Mittel zu einem reichen figürlichen Schmuck für das den Muster- und Vorbildersammlungen, in den Sammlungen von Rohstoffen, Ganz- und Halbfabrikaten, namens lich in der von den Zentralstellen ausgehenden Lehrthätig^ feit den in Musterwerkstätten abzuhaltenden Meister- unp den über weitere Gebiete sich erstreckenden Wanderlehrkursen) ein Hilfsmittel ersten Ranges, die Meisterlehre zu fördern, den gewerblichen Mittelstand zu kräftigen, ihn unter Benutzung der Vorteile des genossenschastlichen Zusammenschlusses widerstandsfähiger zu machen und lebenskräftig zu erhalten gegenüber den Großbetrieben. Der Verband giebt sich der Hoffnung hin, daß die Staatsregierungen! und alle beteiligten Kreise dieser Frage eine erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden und in richtiger Würdigung ihrer großen Bedeutung für den nationalen Wohlstand die weitere Errichtung solcher Zentralstellen als staatliche Einrichtungen mit allen Kräften anstreben werden." Ingenieur Berghausen teilte mit, daß mit Hilfe der Staatsregierung solche Meisterkurse bereits in Hannover, Posen und Köln errichtet seien. Nach noch längerer Er-, örterung gelangte der Antrag Romberg einstimmig zur Annahme. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung in der heu, tigen Sitzung bildete das Ausverkaufsunwesen. Der Berichterstatter, Rechtsanwalt Dr. Fulo-Mainz, befür-i wortete die Annahme folgenden Antrages: „Der Verband deutscher Gewerbevereine erachtet die baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfs über das Aus, verkäufswesen für geboten, durch welches das unbedingte Verbot des Nachschubes von Waren ausgesprochen wird." Der Redner führte aus: Das Reichsgericht habe end, schieden, daß bei Ausverkäufen die Anschaffung neuer Ware gestattet sei. Durch diese mißverständliche Rechts^ entscheidung sei den Schwindel-Ausverkäufen Thür und! Thor geöffnet. Da eine Aeuderuna der erwähnten Reichs, gerichtsentscheidung vorläufig nicht zu erwarten, dieser Zustand aber sowohl juristisch als auch wirtschaftlich un, haltbar sei, so sei es notwendig, auf dem Wege der Gesetze gebung diesen wirtschaftlichen Schäden zu begegnen. erster Reihe müsse ein vollständiges Verbot des Nachschubs' von Waren eingeführt werden. Für dies Verbot haben sich fast sämtliche deutschen Handelskammern ausgesprochen. Im Weiteren müsse gesetzlich die Dauer des Ausverkaufs be» schränkt, die Staatsanwaltschaft verpflichtet werden, sobald eine Neuanschaffung von Waren ber Ausverkäufen nach, gewiesen sei, die Anklage zu erheben. Ferner müsse gesetzt lich bestimmt werden, daß, wenn an sogenannten Aus, nahmetagen Preisabschläge angekündigt werden, diese sich nicht blos auf die Schundwaren, sondern auf alle Waren zu erstrecken haben, und endlich müsse gesetzlich bestimmt werden, daß als Konkursausverkäufe nur solche bezeichnet werden dürfen, die von einem gerichtlichen KonkurK-Ver- walter geleitet werden. Andere Konkursausverkäufe seien aber Schwindel-Ausverkäufe. Der Antrag des Bericht erstatters gelangte danach ohne Besprechung ein stimmtg! zur Annahme. MMsche Tagesschau. Gewisse Vorbereitungen von französischer Seite haben die Athener diplomatischen Kreise zu der Annahme geführt, die ftanzösische Regierung habe für den Fall einer Verschärfung des Streitfalles mit der Türkei die Besetzung der Insel Rhodos angeordnet, um diese bis zur völligen Genugthuung seitens der Pforte zu behalten^ Tie englische Regierung soll mit diesem Falle sehr ernst gerechnet und bereits dein britischen Mittelmeergeschwader bestimmte Befehle erteilt haben, damit dieses sogleich vor einer weiter nördlich gelegenen Insel des Aegäischen Meeres, Chios oder Thasos, vor Anker gehe und eine dieser beiden Inseln als Ausgleichsobjekt besetze. Es hat unseres Erachtens indessen den Anschein, als ob diese griechischen Annahmen der thatsächlichen Unterlage entbehren. Eisenbahn-Abonnement für den Versand von Lebensmitteln. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten hat den königlichen Eifenbahndirektionen einen Entwurf zu „Bedingungen für die Beförderung üoit Lebensmitteln (frischem Obst, Gemüse, Blumen, Milch in Flaschen, Bäcker-, Konditor- und Fleischerwaren) im Abonnement" zugehen lassen, mit der Aufforderung- über die Nutzbarmachung dieser Vorschriften für einzelne Strecken der preußischen Staatsbahnen, etwa zur besseren Versorgung allein gelegener Badeorte, Sommerfrischen usw./ sich zu äußern. Nach dem Entwurf sollen für die Beförderung der vorgenannten Gegenstände und die Rückbeförderung Giebelfeld über dem Hauptportal bewilligt hat, erhält die künstlerische Ausschmückung der Fassade des Gebäudes nunmehr durch die neue hochherzige Stiftung ihten Abschluß DieBevbachtungderAuguststernschnuppeU auf dem Mont Blaue hat in diesem Jahr zu einer Entdeckung geführt, die für die Wissenschaft bedeutsam ist und von dem berühmten Begründer der Mont Blanc-Stern- tocirte, Professor Janssen der Pariser Akademie durch eine Depesche mitgekeilt wurde. Bisher kannte man in dem Sternbilde des Perseus einen Punkt, von dem alle Sternschnuppen des als Perseiden bezeichneten Stromes herzukommen schienen. In der Regel hat jeder Meteorschwarm einen solchen Skrahlungspunkt, diesen Bestimmung von größter Wichtigkeit für die Feststellung der Bahn ist, in der die betreffenden Meteore um die Sonne kreisen. Nun hat der Astronom Nordmann, der an der Mont Blanc- Sternwarte thätig ist, im vorigen Monat das Vorhandensein eines bisher unbekannten Strahlenpunktes ermittelt/ von dem eine große Zahl von leuchtenden Meteoren in der Zeit vom 12. bis 24. August ausging. Tiefer . Punkt liegt über dem bekannten Sternbild der Kassiopeia in dem der Eidechse. In der Nacht vom 23. zum 24. August beobachtete Nordmann ein von diesem Punkt kommendes, hellleuchtendes Meteor, das an Glanz den Jupiter noch bei weitem übertraf. Tie Farbe, die bei der Reinheit der Luft in jenen Höhen mit Bestimmtbeit angegeben werden konnte, war ein schönes Blau; das Meteor zog einen kurzen, rötlichen Schweis hinter sich her. Schon andere in den vorangegangenen Tagen beobachtete Sternschnuppen führten auf denselben Himmelspunkt hin, der aber erst durch das beschriebene grvße Meteor mit voller Sicheret festgelegt werden konnte. Einzelheiten über diese Beobachtungen werden demnächst veröffentlicht werden. Gleichzeitig gelangte an die Pariser Akademie noch die Nachricht, daß die Mitglieder der in Algier bestehenden Societe Flam- marion den Lauren tiusstro in beobachtet und als euren außerordentlich reichen Surnschnuppenregen befunden haben. \ btt leeren Gefäße zwischen zwei bestimmten Stationen Abonnements ans einen Monat ober einen längeren Zeitraum! gewährt werben, sofern bet Versanb täglich erfolgt und bie Fracht für mindestens 1000 Kilogramm uronatnch bezahlt wirb. Die zu versendenden Gefäße imiyen hcmolrcy und gut verschlossen sein; sie müssen äußerlich rn dauerhafter und leserlicher Weise eine Aufschrift ober Pappmarkc tragen, aus der bie Versanb- und Ern P san gsstation, die Namen des Versenders und Empfängers, das Eigengewicht der Gefäße und bas Gewicht der völlig gefüllten Gefage ersichtlich ist. Der Abonnent hat eine Kaution im Bewage der monatlichen Frachtkosten zu hinterlegen. Bei Auftteftr- ung der Gegenstände ist ein Vcrsandschein emzulrefern. -oct Aufstellung der Versandrechnung durch die Eisenbahn wird das betreffende Gefäß stets als völlig gefüllt angerechnet. Tie Beteiligung der russisch-chinesischen Bank an der Emission von Eisenbahnobligationen in Deutschland wird in Finanzkreisen als Anzeichen dafür gedeutet, daß diese Bank fortan auch in Deutschland Operationen vornehmen und zu diesem Zwecke in Berlin eine Zweigstelle eröffnen werde, wie dies schon in Paris der Fall ists Es ist das erste Mal, daß diese Bank an großen Operationen in Deutschland sich beteiligt. Man erblickt auch hierin einen Beweis, baft über das Vorgehen in Ostasien zwischen Rußland und Deutschland volles Einvernehmen herrscht und daß Rußland bei der Erfüllung seiner Kulturaufgaben im fernen Osten auf Deutschlands Unterstützung rechnen darf. Aus chinesischen Quellen erhellt, daß der Gesamtbetrag der von China zu zahlenden Kriegsentschäd i- gung sich auf 39 Jahresraten von zusammen rund 982 Millionen Taels beläuft. Es sollen nach dem „Ostas. Lloyd" im einzelnen gezahlt werden: Jahre jährlich Im ganzen Taels Taels Rund in Mark von 1902—1910 , 1911—1914 1915 _ 1916—1931 , 1932—1940 9 18 829 500 169 465 500 — 508 390 000 4 19 899 500 79 597 200 — 238 790 000 1 23 383 300 23 383 300 — 69 850 000 16 24 483 800 391 740 800 — 1175 220 000 9 35 350150 318151 350 — 954 450 000 zusammen 39 Jahre Taels 982 238 150 — 2 946 700 000 Die Entschädigungssumme betrug nach dem Friedensprotokoll, Artikel 6, 450 Millionen Taels gleich rund 1350 Millionen Mark, in halbjährigen Raten zu zahlen und mit 4 Prozent zu verzinsen. Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willlommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 1. Sep tember 1901. ** Eine neue Kreiseinteilung für Ober- Hessen. Zu dem Plan einer neuen Kreiseinteilung für Oberhessen, von dem wir s. Z. berichteten und nach dem die bestehenden 6 Kreise in 7 umgewandclt werden sollen, schreibt die „Hess. Ld.-Ztg.": Es läßt sich jetzt noch nicht ersehen, ob die hessische Regierung hierbei treibt oder getrieben wird. Gewiß ist, daß eine Anzahl Städtchen wie Nidda, Hungen, Grünberg, Vilbel stark damit rechnen, zur Kreishauptstadt erhoben zu werden. — Einige haben schon eine rührige Agitation entfaltet. So wurde von Hungen und etwa dreißig umliegenden Gemeinden schon ein Gesuch an die Negierung bezw. die Landstände bezüglich Errichtung eines Kreises Hungen gerichtet. Die Haupttriebfeder hierbei ist! der Landtagsabgeordnete Köhler von Langsdorf. Auch an den anderen Plätzen sind die Landtagsabgeordneten die Treibenden wie in Nidda der Abgeordnete Erk, — umgekehrt in Grünberg: hier ist "bcr um sein Mandat besorgte Landtagsabgeordnete Geh. Regierungsrat Schönfeld, Kreisrat in Schotten, der Getriebene. Der Sitz einer Kreisbehörde in einer Stadt bringt derselben naturgemäß vielerlei Vorteile. Wir können nun leicht sehen, wo wir die Anhänger des zu errichtenden neuen Kreises zu suchen haben. Tie nächstbeteiligten Landgemeinden verhalten sich ziemlich lau, ja teilnahmslos. Die Gewinnung derselben hängt von einer mehr oder minder energischen Agitation ab. Ja, das Landvolk erwägt schon hier und da die Kosten, die mit Neueinrichtung eines Kreises verbunden sein mögen und bei dem kleinen hessischen Staat schon schwer auf den Staatssäckel drücken dürften. — Daß diese obengenannten Städtchen vor 40 und 50 Jahren schon einmal hessische Kreisstädte waren, wird von denselben zwar sehr als Grund zur Wiedererlangung ihrer früheren Bedeutung hervorgehoben,, kann jedoch gar nicht ins Gewicht fallen. Ebensowenig ist die Lage eines Platzes von zwei oder drei Bahnlinien Grund zur Errichtung eines neuen Kreises. Hungen, Nidda, Grün- berg, Vilbel liegen ziemlich gleich günstig an den Bahnen, haben sich also gegenseitig darin nichts voraus. — Grund zur Errichtung eines neuen Kreises läge einzig und allein in dessen Größe und in der Arbeitslast, die vom Kreisamt zu bewältigen wäre. Was die Größe betrifft, so sind die oberhessischen Kreise sowohl an Flächeninhalt, als an Seelenzahl nicht besonders groß. Der ausgedehnteste Kreis ist Alsfeld mit 622 Quadratkilometer, der bevölkertste Gießen mit 80 000 Einwohnern; der kleinste Kreis an Bevölkerung und Flächeninhalt ist Schotten mit 26 000 Einwohnern bezw. 460 Quadratkilometern. Wäre die Arbeitslast Grund zur Kreisvermehrung, so ließe sich eine Arbeitserleichterung durch einen oder einige Beamte an einem Kreisamt: weit billiger erreichen. Vielleicht wäre eine zweckmäßigere Kreiseinteilung ohne Vermehrung auch angebracht. Der Kreis Schotter: könnte noch ganz gut einige Ortschaften vertragen. Die Amtsgeschäfte werden in einer großen Zeit des Jahres dort doch einzig und allein vom Amtmann gefiihrt, da der dortige Kreisrat Geh. Regienmgsrat Schönfeld oft als Landtagsabgeordneter in Darmstadt weilt. Von Ueberbürdung kann man also hier nicht reden. Frankfurt, 16. Sept. Zu dem Explosions- unglück, oas sich am Samstag in der Großen Friedbergerstraße ereignete, ist nock)i einiges nachzutragen. Die erste Hilfeleistung nach bcr Explosion geschah durch die Maurer, die an dem Eiffert'schen Neubau in der Altegasse arbeiteten. Sie legten vor alten Dingen an den Vorder- und Rückseiten des Hauses Leitern an und brachten die Leute aus den oberen Stockwerken in Sicherheit. Das Gebäude selbst hat Erdgeschoß mit Laden und Geschäftsräumen, ersten und zweiten Stock und Dachstock. Es hat »ohnehin, nicht stark in Fachwerk gebaut, stark gelitten.' Die südliche und nördliche Seitenwand wurden hinausgedrückt. Tas Gebäude senkte sich um einige Zentimeter, weshalb Absprießung angeordnet wurde. Die Lösch- und Rettungsarbeiten der Feuerwehr mitten in den Absprieß- ungsarbeiten waren sehr schwierig, gefährlich auch durch die ständig auffteigenden giftigen Dämpfe und Gase. Tas Kellergewölbe ist sehr massiv, an den .Seitenwänden 1.10 Gerichtssaal Halbmonatsschrift für a. M., Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmanu. Die Heutige Mmmer umfaßt 10 Seite». Schisssuach richten. „Red S tar Linie" Antwerpen. Der Postdampser „Zeeland" der Red Star Linie in Ant- rocrpett, ist laut Telegramm am 15. September wohlbehalten in New-Pock angekommen. 8. Darmstadt, 16. Sept. Am 3., 4. und 5. Oktober wird mmmehr vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen die Bankiers Hermann und Mar Marr hier wegen Untreue und Unterschlagung stattfinden, es sind drei Tage vorgesehen, da 28 Zeugen und 2 Sachverständige zu vernehmen sind. Die Anklage Litterarische Neuerscheinungen. „Deutsche Kunst und Dekoration", illustrierte Monatsschrift zur Förderung Deutscher Kunst, 5. Jahrg., Heft 1, ä Heft 2,50 Mk. Darmstadt, Alex. Koch. „ Südwestoeutsche Rundschau", Halbmonatsschr deutsche Art und Kunst. Nr 17, L Heft 25 Pfg. Frankfurt Aug. Kullmann. nach Heilbronn einberusen. — Fabrik feuer- und säurefester Produkte, Ballendara.Mh. Die Tagesordnung für die auf den 4. und 5. Oktober cinberufeno Generalversammlung wird jetzt veröffentlicht. Ztmächst soll über die Vergleichsverhandlungen mit den früheren Mitgliedern des Aufsichtsrats berichtet und über angebotene Vergleiche beschlossen werden. Weiter wird über den Stand der Veraleichsverhandlungen mit dem früheren Vorstand berichtet werden. Beantragt wird fermer Genehmigung und Dechargierung der Bilanz für 1900. Für die Sanierung der Gesellschaft wird vorweg beantragt, das Grundkapital von 6 Millionen Mack durch Zusammenlegung von 3 zu 1 auf 2 Millionen Mackt herabzusetzen und neben diesen Stammaktien 2 Millionen Marr neue Prioritätsaktien auszugeben, mit Vorrecht aus 5 pCt. Dividende und auf 100 pCt. im Liquidation^- fall. Erst für den Fall, daß diese Vorschläge abgelehnt würden, fort die Verwaltung zum Abschluß eines Pachtvertrags ermächtigt werden. Das Statut soll dahiu geändert werden, daß der Sih der Gesellschaft nach Wirges komnft, und ebenso das Rechtsforum der Aktionäre, daß § 20 ausgehoben wird und daß im übckgen das Statut der Generalversainmlung bezw. dem Gesetz anzupassen sei. Weiter sott derDividendenbeschluß für 1899 aufgehoben, endlich der Aufsichtsrat ergänzt werden. Dazu kommt „auf Antrag eines Aktionärs" Erwiderung auf den Revisionsbericht und Wahl von beeideten Revisoren. Tie Aktien müssen bei den Depotstellen bis 1. oder bei der Gesellschaft bis 2. Oktober hinterlegt werden. dieser ungeheuren Last stürmte auf bie irn K lichcrn Personen, von denen der Ausläufer Ehrmann reit» auf dem Wege nach der Treppe war, an der er tot gefunden wurde. Der Lehrling Ein schütz wurde bis an den Kopf verschüttet, eine Thür hatte sich so über feinen übrigen Körper gelegt, daß die Schuttmassen ihn nicht zu sehr einengten. Der bedauernswerte Mensch, der nach den Aussagen der Feuerwehrleute ein stundenlanges entsetzliches Martyrium durchzumachen hatte, erlebte auch noch eine zweite Explosion, die während der Auftäumungsarbeiten ich entlud und ihm am Kopfe bedeutende Brandwunden zu- fügte. Er mußte das ruhig über sich ergehen lassen, während die Feuerwehr sich wenigstens durch die Flucht retten konnte. Ein schütz ist am Morgen im Kranken!) aus e gestorben. Den Kommis Reinecke fand man nach vieretn- halbstündiger Arbeit unter einer Trümmer- und Schuttschicht von etwa einem Meter; der Tod muß bei ihm sofort ein getreten sein. Einschütz und Reinecke müssen ebenfalls schon auf dem Wege der Flucht gewesen fein, beide lagen an der unteren Kellerthür und wurden hier von der .Katastrophe errreidjt. Der vierte Tote, der Sohn des Briefträgers Faber, der seinen Vater im Austragen der Briefe unterstützte, und gerade während des Unglücks das Trottoir passierte, wurde durch den Luftdruck auf die andere Seite der Straße hinübergeschleudert und sofort getötet. Sein Vater kam nach der Katastrophe, deren Augenzeuge er war, zur bestimmten Zeit, um 9 Uhr, auf das Hauptpostamt in das Zimmer der Briefträgerabfertigung in fast bewußtlosem Zustande an. Trotz eifriger Bemühung der Beamten war keine Auskunft von ihm zu erhalten, nur Thronen rollten über die Wangen des unglücklichen Mannes. Der Verlust seines Sohnes trifft ihn um so schwerer, da ihm erst vor einigen Wochen ein jüngeres Kind nach langem Krankenlager entrissen worden ist. Der Geschäftsinhaber giebt an, daß er im Keller nur einen Ballon Spiritus gehabt habe. Der Einsturz des Gewölbes hat übrigens zur Folge gehabt, daß sich kein Feuer entwickeln konnte. Unter den Händen der Feuerwehrleute gingen die Aufräumungsarbeiten rasch von statten. Nachdem der Schutt *unb- die Mauertrümmer aus dem Keiles herausgebracht waren, wurden sie durch Arbeiter der Elektrischen Bahn rasch beseitigt. Die Straße wurde vollständig gereinigt, sodaß gegen 4 Uhr der Wagenverkehr wieder frei war. Das haus ist von allen Seiten mittelst Balken gesprießt und gestützt worden. An dem schwer demolierten Schmoller'schen Warenhaus arbeitet eine Menge Handwerker, Glaser, Schlosser, Schreiner usw., um bie Schäden notdürftig auszubessern. Ueber die Ursache der Explosion dürfte wohl kaum etwas Bestimmtes bekannt werden. Die Bewohner des demolierten Hauses sind natürlich auslogiert worden. — Am Sonntag war die Unglücksstätte das Ziel Zeugen und 2 Sachverständige zu vernehmen sind. Die Anklage lautet wegen Verbrechen und Vergehen gegen die §§ 11, 9 und 1 des Gesetzes von 1896 betr. die Pflichten der Kaufleute bei Auf- bewahrunq fremder Wertpapiere (Tepotgesetz) J§ 246, 266, 263, 47, 73 und 74 des Strafgesetzbuchs und 210 Ziffer 2 und 3 bezw. § 240 Ziffer 3 der Konkursordnung. — Einer der „Harmlosen". Gegen den aus dem „Hann- losen"-Vrozeß bekannten Leutnant der Reserve im 2. Garde-Feld- artillerie-Regiment Hans Bernhard v. Kröcher hatte die 3. Straf- kaminer des Landgerichts I Berlin eine Anklage wegen Verletzung der Wehrpflicht zu verhandeln, v. Kröcher war beim ersten Hansi- losen-Prozcß im Oktober 1899 ebenso wie seine Mitangeklagten freigesprochen worden. Nachdem das Reichsgericht das freisprechende Eckenntnis aufgehoben hatte, war v. Kröcher bei der abermaligen Verhandlung des Prozesses im November v. I. an der Gerichts- stätte nicht erschienen, gegen ihn konnte deshalb nicht verhandelt werden und es wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen, v. Kröcher weilt seitdem im Auslände und nach Anzeiae des Bezickskommandos ist es zweifellos, daß er als Offizier des Beurlaubtenstandes ohne Erlaubnis ausgewandert ist. Das Geckcht verurteilte ihn zu 150 Mk. Geldstrafe event. 15 Tage Haft. vieler Neugieriger. Vermischtes. • Leipzig, 16. Sept. Auf der Bahnstrecke Friedeburg- Gerbstädt entgleiste heute ein Frühzug. Zwei Peffoncn, der Lokomotivführer und der Heizer sind verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. * Berlin, 16. Sept. Der Hausdiener Sternitzki erschoß sich gestern in der Nähe des Stettiner Bahnhofes, nachdem er seiner Schwester gestanden hatte, daß er seine Samstag Nacht erhängt aufgefundene Geliebte, eine Kellner- frau, erdrosselt und aufgehängt habe. * Koblenz, 17. Sept. Der Rhein hat jetzt eine Höhe von 4,61 und steigt stündlich noch 2 Zentimeter. Die Mosel stieg heute hier um einen Meter. Das Wetter ist hell. * Budapest, 16. Sept. Auf der hoch angeschwollenen Kulpa stieß beim Dorfe Ozalk (Kroatien) eine Fähre gegen eine Wassermühle. Von den 25 Personen, die sich auf der Fähre befanden, konnten nur zwei gerettet werden. * N e i'ss e, 16. Sept. Amtlich wird gemeldet: Morgens gegen 3 Uhr überfuhr auf dem Bahnhof Neisse der von Deutsch-Welle eintreffende Güterzug Nr. 3468 das auf Hal stehende Bahnhofs-Abschlußsignal und fuhr hierbei dem aus- fahrenden Güterzug Dir. 4445 in die Flanke. Ein Hilfsbremser ist unerheblich verletzt. Vier Gütenvagen wurden zertrümmert, acht andere beschädigt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Strecke dürfte voraussichtlich gegen 2 Uhr nachmittags von den Wagentrümmern geräumt sein. * Barcelona, 15. Sept. Bei einem hier stattgehabten Stiergefecht verlangten 4000 Zuschauer, weil die Leistungen der Stiere ungenügend waren, an der Kasse ihr Geld zurück und bedrohten den Direktor mit Thätlichkeiten. Als die Menge anfing, Feuer an die Arena zu legen, schritt die Polizei ein und nahm mehrere Berhaftungen vor. * Berlin, 16. Sept. Durch eine Explosion vor dem Hause Charlottenstraße 22 a wurde gestern am späten Nachmittag großes Unheil herbeigefübrt. Die Hausbewohner brachten sich zwar in Sicherheit, doch erlitten sechs Feuerwehrmänner zum Teil schwere Brandwunden. * Elberfeld, 16. Sept. Heute wurde hier die Lungen Heilanstalt der bergischen Volksheilstätten ein- geweiht. Die Feier gestaltete sichi sehr schön. Kommerzienrat Gustav Blank entwarf ein Bild von der Bewegung wr Erbauung von Lungenheilanstalten im allgemeinen und der bergischen Volksheilstätten im besonderen. Er betonte, daß die Frage der Erbauung einer Anstalt für weibliche Kranke einstweilen vertagt sei, bis im Einverständnis mit der Ver- sicherrmgsanstalt Rheinprovinz die Frage des Bedürfnisses gelöst sei. Er dankte allen, die mitgewirkt hätten, insbesondere dem Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft, Minister v. Rheinbaben. Minister v. Rheinbaben hob hervor, daß sich in dem Werk der im bergischen Volke stets vorhanden gewesene Geist gemeinnützigen werkthätigen Eintretens für die Minderbemittelten gezeigt habe. Auch er dankte allen, die mitgewirkt hätten, und teilte verschiedene Ordens-Auszeichnungen mit. Freudigen Widerhall fand seine Anregung, der Kaiserin, der Förderin aller der erbarmenden Menschenliebe gewidmeten Werke, ein Huldigungstelegramm zu senden. Ter Minister schloß .mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Meter, in der Mitte etwa 50 Zentimeter dick. Ein Teil AuffichtsratS ist das TrattenL)nto von Mk. 2M)M), nachdem in ' ■ ■ - " " auf die im Keller befind- der Bilanz vom 31. Dezember 1900 sem Betrag nur nut runb -- - - t.P3 Mk. 900,000 eingestellt gewesen war. Ueber den Besitz von Tratten auf die Gewebebank werden einige weitere Zrffern bekannt. besitzt die Oberrheinische Bank rn Mann Herrn für Mk. 120,000 Gewerbebank-Aecepte von neun verschiedenen Ausstellern, ferner Mk. 26,000, die auch das Giro eines Bankmstuuls tragen. Die. Auskünfte über die Aiissteller lauten durchweg befriedigend, sodaß ein Verlust nicht zu befürchten sei; Aktien der Gewerbebank be- fmben sich weber im Besitze der Bank noch in dem chrer Kund- 'chast. Der Heilbronner Straßenbahn sott aus ihren Beziehungen zur Gewerbebarrk kein Verlust erwachsen. Der. verhaftete Prokurist der Gewerbebank, Krug, war glctdnethg Direktor der Straßenbahn, und Direktor Fuchs der Vorfttzende ihres Auffichts- rats. Tie Süddeutsche Bank in Mannheim hat zu,ammen Mk. 111,500 Aecepte der Heilbronner Gewerbebank von sieben ver- chiedenen Firmen, die nach Auskünften für gut zu halten sind, dis- ontierl. Ein Teil der Wechsel sott bereits^ gestern durch die Aus- teller bezahlt worden sein; weitere Einlösungen sotten ffir die iächsten Tage zugesagt sein. Die 9lftien der Gewerbebank wurden eit 14. Mai an der Stuttgarter Börse nicht mehr gehandelt, mrd zwar erfolgte die Löschung der Notiz auf Grund eines General- veffamnüungs-Beschluffes, wobei von der Direktion der Bank als Begründung der Aiaßnahme vorgebracht wurde, die „Konkurrenz drücke auf den Aktienkurs!" Die bereits erwähnte außerordentliche Generalveffaminlung, in der über die Lage der Bank und chre Sanienlng beschlossen werden scll, wird auf Dienstag, 15. Oktober, Handel und Uerkchr. UolksVirtschast. — Heilbronner Gewerbebank, Heilbronn. Die neueren Meldungen über die Lage der Bank läuten immer ungünstiger. Bereits geßern war mitgeteilt worden, daß der Gesamwerlust 3 Mill. Mk., d. i. die Höhe des ganzen Grundkapitals, ober gar noch mehr betragen dürfte. Ter Aufsichtsrat hat einstwesten be- fchlossen, vorerst keinerlei Zahlungen mehr zu leisten, xie bemerkenswerteste und rätselhafteste Ziffer in der Ausstellung des Bei der Wahl der Freunde muß man, wenn Enttäuschungen ausbleiben sollen, äußerst vockichtia sein. Dasselbe gilt, wenn man zur Wiederherstellung oder ErhaE hing der Gesundheit, dieses weckvollsten Gutes der Menschheft, geeignete Mittel wählen soll. Gerade bei den so häufigen Brust- und Halsleiden, die bet Nichtbeachtung der heimtückischen Lungenschwind- sueht den Eingang erleichtern indem sie die Schleimhäute der Ath- mungsorgane für Aufnahme der Tuberkelbazillen empfänglicher machen, heißt es die ckchttge Wahl zu treffen. Als bester Freund, dessen Treue nie oeffagte, hat sich nun, wie Tausende und Abertausende von Anerkennungsschreiben beweisen, bei hartnäckigem Husten, Heiserkeit, Atemnot, Asthma, Luströhren-(Bronchial-) Katarrh, Lungenspitzen- und Kehlkopfaffektionen, Brustbeklemmungen, Lungen- katarrh, Bluthusten und selbst bei den ernstesten Erkrankungen der Luftwege der rtlssische Knöterich-Brustthee bewährt. Wer zu diesen Kraitkheiten bisponiert ist, sollte stets biefen wahren pausfreund vorrätig haben. In einer von Herm Ernst Weibemann tn Liebenburg a. Ö. verfaßten Schrtft finbet man alles Nähere über bie rationelle Anwendung dieses Heftthees. Diese Broschüre wird auf Wunsch überall hin gratis und wanko versandt. Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze tnwickltch echter ftorm tu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidmann den Knöterichthce in Packeten L 1 Mk. Jedes Packet tragt eme Schutzmarke mit dell Bilchstaben E. W. und sind diese, sowie „Weibeinanns russischer Knöterich" patentamtlich geschiltzt worden, sodaß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kanw Man weise daher ^edes Packet ohiie Schutzmacke und den Namen E. Weidemann ztwück. Um im Publikum Vertrauen zu erwecken, haben sich auch Nachahmer gefunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise ab- gebnteft haben (!) und damit ihren angeblich russischen Knötench m ben Handel bringen wollen.__________________________________ Ti? bekannte Thcefirma Meßmer schreibt uns: Dift der zunehmendeli Beliebtheit meiner Macke werben auch deren Nachahmungen häufiger. Insbesondere sind es die Aufmachung (Packung) und die schon seit vielen Jahren eingefühcken Farben und Bezeichnungen russische, bezw. englische Mischuna, fft. Souchong m. Bl., usw., welche nachgeahmt werden, während der Inhalt weft hinter der Qualität von echtem Meßmer Thee zurück bleibt, häufig sogar sehr minberweckig ist. 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